StartseiteIslamWarum Muslime, die ihren Glauben verlassen, zum Tode verurteilt werden

Kacem El Ghaz­za­li, 20. April 2013, atheistica.com.

Der ober­ste Rat der Oulé­mas (der staatlichen Reli­gion­shüter), die höch­ste staatliche religiöse Insti­tu­tion, abge­seg­net durch den König Mohammed VI, und unter ihnen der Min­is­ter für islamis­che Angele­gen­heit­en.

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Hier die ursprüngliche Bekan­nt­machung des ober­sten Rat der Oulé­mas bezüglich der Frei­heit der Reli­gion, die bestätigt, dass der Abfall vom Glauben durch die Todesstrafe sank­tion­iert wer­den muss. Gewisse marokkanis­che Medi­en haben gestern das Demen­ti der inter­min­is­teriellen Mis­sion der Men­schen­rec­chte bezüglich dieser Bekan­nt­machung pub­liziert. Tat­säch­lich ist es das Min­is­teri­um der Habous und nicht die Del­e­ga­tion sel­ber, die den Rat um dieses Urteil gebeten hat. Der let­ztere hat im April 2012 darauf geant­wortet. Hier eine weit­ge­hend wort­ge­treue Über­set­zung des Orig­inal­textes, kür­zlich erschienen in ein­er Samm­lung von Fat­was und Bekan­nt­machun­gen (2004 – 2012) des Rates der Oulé­mas:

Die Freiheit des Glaubens und der Religion

Dieser Frage kann man sich bere­its durch das islamis­che Recht annäh­ern, das aus­drück­lich das islamis­che legale Urteil darstellt, das ihm entspricht, dabei unter­schei­dend zwis­chen der Behand­lung von Mus­li­men und Nicht-Muslimen.

Für die Nicht-Muslime: Den Men­schen des Buch­es und der anderen monothe­is­tis­chen Reli­gio­nen erteilt der Islam keinen Anweisung, sie dazu zu zwin­gen, ihre Reli­gion zu ver­lassen oder sie mit Gewalt zum Kon­vertieren zu brin­gen. Ausser­dem soll man ihre Kult­stät­ten wie Kirchen oder Syn­a­gogen nicht belei­di­gen. Der Vers 256 der Sure “Die Färse” ist dies­bezüglich ganz spez­i­fisch: “Keine Beein­träch­ti­gung der Reli­gion! Weil der gute Weg sich unter­schei­det vom Irrweg”, und der Vers 99 der Sure “Yunus-Joas” besagt: “Wenn dein Herr es gewollt hätte, dann wür­den alle Men­schen dieser Erde glauben. Liegt es an dir, jeman­den zum Glauben zu nöti­gen?” Auf diese Weise ver­sichert der Islam den Nicht-Muslimen die Frei­heit des Glaubens und der Reli­gion, falls sie auf islamis­chem Boden resi­dieren, weit weg von ihrem eige­nen Land, unter der Bedin­gung, dass sie den Heiligtümern des Islam gebühren­den Respekt erweisen, und dass sie auch nicht öffentlich die Ver­bote des islamis­chen Geset­zes über­schre­it­en, einen Mus­li­men nicht dazu auf­fordern, seine Reli­gion zu ver­lassen, und auch nicht Aufruhr unter den Mus­li­men ver­bre­it­en.

Was die Mus­lime bet­rifft: Was die Frei­heit des Glaubens und der Reli­gion bet­rifft, betra­chtet sie das islamis­che Recht unter einem anderen Winkel, indem es den Mus­li­men dazu aufruft, seinen Glauben, seine Reli­gion und seine Befol­gung der Riten zu bewahren, dass er sich an seine islamis­che Reli­gion fes­tk­lam­mert zur braven Befol­gung der Gebote des Her­rn, und dass er beachtet, dass seine Zuge­hörigkeit zum Islam, durch die Unter­weisung, die ihm durch seine bei­den mus­lim­is­chen Eltern und durch seinen mus­lim­is­chen Vater zuteil gewor­den ist, eine ver­tragliche und soziale Vere­in­barung mit der Nation (der Oum­ma) darstellt. Daher erlaubt ihm der Islam nicht, sich zu lösen von sein­er Reli­gion und seinem sozialen Ver­trag, das ist inakzept­abel. Seine islamis­che Reli­gion zu ver­lassen und seinen Geset­zen abzuschwören um zum irregeleit­eten Unglauben hinzuge­hen, dann ist seine Tat zweck­los, er ver­liert dadurch das Dies­seits und das Jen­seits. In diesem Fall ist es notwendig, das Urteil zu sprechen.

Zu diesem Zweck hat Allah fol­gen­des gegen die Apos­tasie aufgestellt, die zu ver­häng­nisvollen Kon­se­quen­zen in der Welt und im Jen­seits führt: “Und diejeni­gen unter euch, die eur­er Reli­gion abschwören und untreu ster­ben wer­den, sinn­los sind hin­fort ihre Hand­lun­gen im unmit­tel­baren und zukün­fti­gen Leben. Hier­durch die Men­schen des Feuers: Sie wer­den darin ewig bren­nen” (Sure “La génisse”, Vers 217).

Der Allmächtige hat eben­falls gesagt: “In der Tat, es wurde dir offen­bart, eben­so wie deinen Vor­fahren: Wenn du Ange­hörige Allah übergib­st, dann wird dein Werk sinn­los sein; und du wirst sicher­lich zur Zahl der Ver­lier­er gehören. Ganz im Gegen­teil, Allah bewun­dert und ist wohl­gesin­nt allein der Zahl der Beken­nen­den”. Wir (Sure “Les Groupes”, Verse 65/66).

Der Prophet, in Frieden und Heil, sagte: “Wer auch immer seine Reli­gion wech­selt, tötet ihn”. Er hat auch erk­lärt, dass es ver­boten ist, das Blut eines Mus­lims zu vergiessen, auss­er in einem dieser drei Fälle: Der­jenige, der Ehe­bruch bege­ht, während er ver­heiratet ist, der­jenige, der einen Mord bege­ht, und die Apos­tasie: Der­jenige, der seine Reli­gion oder Gemeinde ver­lässt.

Man darf sich über diese geset­zlichen Vor­gaben nicht hin­wegset­zen, unter welchem Vor­wand auch immer: Wed­er durch Erk­lärun­gen, noch durch Inter­pre­ta­tion von Mei­n­un­gen oder Ansicht­en darf man davon auch nur ein Jota abwe­ichen. Es han­delt sich um religiöse Vor­gaben, die vorge­se­hen sind für und die von den Mus­li­men als notwendig erkan­nt wor­den sind.

Auf dass uns Allah auf den recht­en Weg führe.”


Dieser Text wurde mir von Kacem El Ghaz­za­li zuge­tra­gen. Ich habe ihn auf seinen Wun­sch von Franzö­sisch auf Deutsch über­set­zt.


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