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Ein be­un­ru­hi­gen­des Bild von UNO-​Komplizenschaft mit pa­läs­ti­nen­si­schen Kriegs­ver­bre­chen

An­ne Herz­berg, 4. Mai 2015, YnetNews.com

Mei­nung: Wenn die Ver­ein­ten Na­tio­nen ih­re Ein­rich­tun­gen in Ga­za si­chern und To­te und Ver­letz­te in Zu­kunft ver­mei­den wol­len, dann müs­sen sie das Ge­setz, das sie an­de­ren pre­di­gen, durch­set­zen und ih­re höchst schäd­li­che Rol­le bei der Un­ter­stüt­zung von Hamas-​Angriffen auf­ge­ben.


Letz­te Wo­che hat das Bü­ro des Ge­ne­ral­se­kre­tärs der Ver­ein­ten Na­tio­nen ei­ne Zu­sam­men­fas­sung des lan­ge er­war­te­ten Board of In­qui­ry (BOI) -Be­rich­tes über den Ga­za­krieg von 2014 her­aus­ge­ge­ben. Das BOI war be­auf­tragt mit der Un­ter­su­chung von Zwi­schen­fäl­len, die UNO-​Räumlichkeiten be­tra­fen wäh­rend des zwei­mo­na­ti­gen Kon­flik­tes.

Das Man­dat des BOI war all­ge­mein aus­ge­gli­chen, er­klär­te Is­ra­el nicht zum vor­aus für schul­dig, und be­stand aus In­di­vi­du­en, die als frei von Vor­ur­tei­len er­schie­nen. Als Re­sul­tat da­von hat die is­rae­li­sche Re­gie­rung mit die­ser Mis­si­on voll ko­ope­riert.

Die Bil­dung des BOI und sei­ne Ur­sprün­ge ste­hen in star­kem Kon­trast zur Un­ter­su­chung des UNO-​Menschenrechtsrats, die ak­tu­ell läuft. Die Mis­si­on des HRC ist ge­zeich­net von ei­nem Vor­ur­teils­be­la­de­nen Man­dat, vor­be­stimm­ten Schluss­fol­ge­run­gen von is­rae­li­schen Miss­stän­den, und höchst vor­ein­ge­nom­me­nem Per­so­nal. Im Wei­te­ren wird sie im Ra­hem des HRC durch­ge­führt, kon­trol­liert durch die Or­ga­ni­sa­ti­on für is­la­mi­sche Zu­sam­men­ar­beit OIC und vie­len wei­te­ren der welt­weit schlimms­ten Men­schen­rechts­ver­let­zer.

Wäh­rend wir im­mer noch auf die Re­sul­ta­te der Gaza-​Untersuchung des HRC war­ten, so ist es doch höchst wahr­schein­lich, auf­grund ver­gan­ge­ner Er­fah­run­gen, dass sie nicht auf se­riö­se Wei­se adres­sie­ren wird, wie die Pa­läs­ti­nen­ser UNO-​Einrichtungen als Teil ih­rer menschliche-​Schutzschilde-​Kampfstrategie miss­braucht ha­ben.

Die Zu­sam­men­fas­sung des BOI, an­de­rer­seits, zeich­net ein Bild in­ten­si­ven ur­ba­nen Kamp­fes zwi­schen Is­ra­el und pa­läs­ti­nen­si­scher Ter­ror­grup­pen, die Be­nut­zung von UNO-​Einrichtungen durch Pa­läs­ti­nen­sern zum Star­ten von An­grif­fen und als Waf­fen­la­ge, so­wie Un­si­cher­heit dar­über, ob Ge­bäu­de von der IDF oder von der Ha­mas ge­trof­fen wur­den. Sie zeigt auch bes­ten­falls gro­be In­kom­pe­tenz der UNRWA, die an­schei­nend kei­ne Richt­li­ni­en in Kraft hat­te, die auf die Ver­mei­dung sol­cher il­le­ga­ler Ak­ti­vi­tä­ten ab­ziel­ten.

Ge­mäss dem Be­richt hat die Or­ga­ni­sa­ti­on letzt­lich Ra­ke­ten, die in UNRWA-​Schulen ver­steckt wa­ren, wäh­rend des Krie­ges an un­be­kann­te lo­ka­le Au­to­ri­tä­ten über­ge­ben, an­schei­nend oh­ne sich Sor­gen zu ma­chen über ei­ne Be­tei­li­gung der Ha­mas.

UNRWA-​Schule in Beit Ha­noun. ‚Es ist of­fen­sicht­lich, dass meh­re­re UNO-​Offizielle wäh­rend des Krie­ges mehr dar­an in­ter­es­siert wa­ren, Pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten, statt die Rea­li­tät des­sen zu­zu­ge­ben, was auf dem Bo­den vor sich ging.’ (Pho­to: AP)

Es gibt wei­te­re be­un­ru­hi­gen­de Ein­zel­hei­ten vom BOI pri­mär in Be­zug auf den Man­gel an Trans­pa­renz und der Ar­beits­me­tho­de.

Der Haupt­be­richt sel­ber ist ge­heim, wes­halb es all­ge­mein un­be­kannt ist, was für Ma­te­ri­al vom BOI be­nutzt wur­de, um zu sei­nen Schluss­fol­ge­run­gen zu ge­lan­gen. Die öf­fent­li­che Zu­sam­men­fas­sung hin­ge­gen deu­tet an, dass das BOI sich vor­wie­gend auf Zeu­gen­aus­sa­gen von UNRWA- und an­de­rem UNO-​Personal ver­las­sen hat.

Die­se In­di­vi­du­en ha­ben ein kla­res In­ter­es­se am Ver­ste­cken der Be­tei­li­gung ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on an der Zu­las­sung oder so­gar der ak­ti­ven Un­ter­stüt­zung der Ha­mas und an­de­rer pa­läs­ti­nen­si­scher Ter­ror­grup­pen bei der Be­ge­hung von Kriegs­ver­bre­chen. Und, ganz ty­pisch, in je­dem durch das BOI un­ter­such­ten Fall, ha­ben UNO- und pa­läs­ti­nen­si­sche „Zeu­gen” be­haup­tet, nie ir­gend­wel­che Hamas-​Aktivitäten in der Nä­he der UNO-​Einrichtungen ge­se­hen zu ha­ben, wo is­rae­li­sche Ope­ra­tio­nen statt­fan­den – Be­haup­tun­gen, die kei­ner­lei Glaub­wür­dig­keit ha­ben.

Die­se un­glaub­li­chen Be­haup­tun­gen wer­fen die Fra­ge auf, wie ex­ten­siv Hamas-​Operationen in und um UNO-​Einrichtungen her­um her­un­ter­ge­spielt oder ver­steckt wur­den.

Zu­sätz­lich zu un­glaub­wür­di­gen Be­haup­tun­gen von ei­gen­nüt­zi­gen In­di­vi­du­en, hat das BOI an­schei­nend auch In­for­ma­tio­nen von un­be­nann­ten NGOs ver­wen­det. Es gibt kei­ne In­for­ma­ti­on dar­über, wie NGOs aus­ge­wählt wur­den, was für Be­rich­te un­ter­sucht wur­den, und zu wel­chem Grad sie glaub­wür­dig sind. Auf­grund der ak­tu­el­len NGO-​Publikationen über den Ga­za­krieg, be­ru­hen fast al­le aus­nahms­los auf Spe­ku­la­tio­nen und Mut­mas­sun­gen, ent­hal­ten un­zähl­ba­re fak­ti­sche und ju­ris­ti­sche Feh­ler, ver­ste­cken Ak­ti­vi­tä­ten pa­läs­ti­nen­si­scher Kom­bat­tan­ten, und re­prä­sen­tie­ren dut­zen­de, wenn nicht hun­der­te von pa­läs­ti­nen­si­schen Käm­fern als Zi­vi­lis­ten, um fal­sche Be­haup­tun­gen von is­rae­li­schen Ver­ge­hen zu fa­bri­zie­ren.

Wäh­rend es ver­nünf­tig ist, kei­ne klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen her­aus­zu­ge­ben, gibt es kei­nen Grund, NGO-​Informationen in die­se Ka­te­go­rie zu stel­len, be­son­ders weil es fast si­cher ist, dass die NGO-​Dokumentationen, die dem BOI zur Ver­fü­gung ge­stellt wur­den, sich in kei­ner sys­te­ma­ti­schen Wei­se auf pa­läs­ti­nen­si­sche Miss­bräu­che be­zie­hen.

Nichts­des­to­trotz wi­der­legt der BOI-​Bericht, wenn auch viel­leicht un­be­ab­sich­tigt, ganz klar das NGO-​Narrativ über den Ga­za­krieg. Die NGOs be­schul­di­gen Is­ra­el fälsch­li­cher­wei­se des ge­ziel­ten Be­schus­ses von Zi­vi­lis­ten und ver­nei­nen das Aus­mass, zu dem Pa­läs­ti­nen­ser aus zi­vi­len Be­rei­chen her­aus ope­rier­ten, um tau­sen­de ab­sicht­li­cher Ra­ke­ten­an­grif­fe auf is­rae­li­sche Zi­vi­lis­ten zu star­ten, wo­bei sie das Ri­si­ko für die Be­völ­ke­rung von Ga­za in die Hö­he trie­ben.

Die UNO be­to­ne rou­ti­ne­mäs­sig, dass ih­re Ein­rich­tun­gen un­ver­letz­lich sei­en. Und doch, wie im BOI-​Bericht klar­ge­macht, sind UNO-​Einrichtungen rou­ti­ne­mäs­sig von der Ha­mas und an­de­ren pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ror­grup­pen miss­braucht wor­den als Waf­fen­la­ger und zum Aus­füh­ren von An­grif­fen. Er zeigt auch, dass der meis­te, wenn nicht al­ler Scha­den, di­rekt auf Ak­tio­nen der Ha­mas (und die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de, als „Ein­heits­re­gie­rung”) zu­rück­zu­füh­ren ist.

Es gibt kei­nen Zwei­fel, dass UNO-​Offizielle und An­ge­stell­te bei­de Au­gen ver­schlos­sen ha­ben vor die­sen  ekla­tan­ten Miss­bräu­chen, und wa­ren mög­li­cher­wei­se so­gar an der Mit­hil­fe bei sol­chen An­grif­fen be­tei­ligt. Es ist of­fen­sicht­lich, dass meh­re­re UNO-​Offizielle wäh­rend des Krie­ges mehr an der Ver­brei­tung von Pro­pa­gan­da in­ter­es­siert wa­ren, als an der Auf­de­ckung der Rea­li­tät des­sen, was vor ih­ren Au­gen vor sich ging.

Wenn die UNO ih­re Ein­rich­tun­gen si­chern und zu­künf­ti­ge To­te und Ver­letz­te ver­mei­den will, dann ist es die Pflicht der In­sti­tu­ti­on, das Ge­setz, das sie an­de­ren pre­digt, durch­zu­set­zen und ih­re höchst schäd­li­che Rol­le in der Zu­las­sung von pa­läs­ti­nen­si­schen Kriegs­ver­bre­chen auf­zu­ge­ben.


An­ne Herz­berg ist ju­ris­ti­sche Be­ra­te­rin von NGO-​Monitor, ei­nem For­schungs­in­sti­tut in Je­ru­sa­lem, und Au­to­rin von „NGO ‚Jus­tiz­füh­rung’: Miss­brauch von Ge­rich­ten im arabisch-​israelischen Kon­flikt.”

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