«

»

Watch­dog: ‘Brea­king the Si­lence’ ist da­für be­zahlt wor­den, die IDF zu be­las­ten

TheTower.org Mit­ar­bei­ter, 5.6.2015

Pho­to: Is­ra­el De­fen­se Forces /​ Flickr

Brea­king the Si­lence, ei­ne NGO, die kürz­lich in den Nach­rich­ten war we­gen ih­rer Kri­tik an is­rae­li­schen Ak­tio­nen wäh­rend der Ope­ra­ti­on Schutz­rand vom letz­ten Som­mer, ist ex­pli­zit von eu­ro­päi­schen Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen da­zu auf­ge­for­dert wor­den, zu be­wei­sen, dass Is­ra­el sich un­recht ver­hal­ten ha­be, hat die Be­ob­ach­ter­grup­pe NGO-​Monitor in ei­nem Be­richt, der am Mon­tag ver­öf­fent­licht wur­de, ge­zeigt.

Die Mit­ar­bei­ter von NGO-​Monitor ha­ben die Be­din­gun­gen des Ver­trags zwi­schen Brea­king the Si­lence und Ox­fam und an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen über­setzt. Im Fal­le von Ox­fam ver­langt die Ver­ein­ba­rung:

[Brea­king the Si­lence] un­ter­schrieb ei­ne Ver­ein­ba­rung mit Ox­fam, ei­ner bri­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on, um In­ter­views mit „so vie­len” Sol­da­ten wie mög­lich durch­zu­füh­ren, die ei­ne Zeu­gen­aus­sa­ge ma­chen be­treffs [is­rae­li­scher] „un­mo­ra­li­scher Ak­tio­nen”, die Men­schen­rech­te ver­let­zen. 2009 hat die bri­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on 74’595 NIS an BtS ge­spen­det.

Der Be­richt von Breaking-​the-​Silence, ge­mäss The Wa­shing­ton Post, be­haup­te­te, dass die IDF „per­mis­si­ve Ein­satz­richt­li­ni­en” hat­te, die zu „mas­si­ven Schä­den und ei­ner ho­hen Zahl an zi­vi­len To­ten führ­ten.”

In ih­rer ur­sprüng­li­chen Ana­ly­se schrieb NGO-​Monitor:

BtS macht dras­ti­sche An­schul­di­gun­gen auf­grund von an­ek­do­ti­schen, an­ony­men, und nicht nach­prüf­ba­ren Zeu­gen­aus­sa­gen von Sol­da­ten nie­de­ren Ran­ges. Die­se „Zeu­gen­aus­sa­gen” fehlt Kon­text, sie igno­rie­ren die Tat­sa­che, dass wäh­rend des Ga­za­krie­ges von 2014 schwe­re Kämp­fe statt­fan­den zwi­schen Is­ra­el und Ter­ror­grup­pen in Ga­za, und dass Sol­da­ten schwe­rer Ge­fahr aus­ge­setzt wa­ren wäh­rend des gan­zen Kon­flik­tes von Ra­ke­ten, Mör­ser­gra­na­ten und Ter­ro­ris­ten, die je­der­zeit aus Tun­nels in der Nä­he ih­rer pri­va­ten Häu­ser auf­tau­chen konn­ten. Die­se Ver­zer­run­gen und Aus­las­sun­gen pas­sen zur ideo­lo­gi­schen Agen­da von BtS und be­feu­ern die De­le­gi­ti­ma­ti­ons­kam­pa­gnen ge­gen Is­ra­el.

Der frü­he­re Re­por­ter der As­so­cia­ted Press, Mat­ti Fried­man, füg­te auf Sei­ner Face­book­sei­te hin­zu:

Krieg ist schreck­lich, und Men­schen keh­ren zu­rück und füh­len Wut über Din­ge, die sie sa­hen und ta­ten. Man­che Be­ob­ach­ter sind zu­ver­läs­sig, an­de­re nicht. Man­che im Be­richt be­schrie­be­ne Din­ge ha­ben zwei­fel­los so statt­ge­fun­den, wie be­schrie­ben. An­de­re nicht. In­fan­te­rie­leu­te am un­te­ren En­de der Hier­ar­chie ver­ste­hen oft nicht, was sie se­hen, oder die Grün­de, wes­halb sie et­was tun, und ich spre­che hier aus Er­fah­rung. Din­ge, die für ei­nen Ge­frei­ten, Wacht­meis­ter oder Leut­nant sinn­los er­schei­nen, ma­chen manch­mal (aber kei­nes­falls im­mer) mehr Sinn, wenn man in der Be­fehls­ket­te ein paar Stu­fen nach oben geht. Jun­ge Sol­da­ten ten­die­ren da­zu, das nicht zu ver­ste­hen, be­stimmt nicht dann, wenn es ge­ra­de ge­schieht, und auch so­fort da­nach nicht. Die Schuss­frei­ga­be­re­geln zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt mö­gen zu ag­gres­siv er­schei­nen aus dem Blick­win­kel dei­nes ak­tu­el­len Stand­punk­tes. Wenn du aber al­le In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung hast – und kein Sol­dat hat sie – dann ver­stehst du viel­leicht war­um. Ein Ziel, das aus dir un­be­kann­ten Grün­den be­schos­sen wur­de, ist viel­leicht aus gu­tem Grund be­schos­sen wor­den. Oder auch nicht. Du weisst es nicht, und in vie­len Fäl­len (aber nicht al­len) ist es ein Feh­ler, zu den­ken, dass du es wüss­test. Am Reiss­brett Rück­schlüs­se zu zie­hen über is­rae­li­sche mi­li­tä­ri­sche Prak­ti­ken auf­grund von „Zeu­gen­aus­sa­gen” die­ser Art ist un­ver­ant­wort­lich.

Fried­man hat auch die Prin­zi­pi­en von Brea­king the Si­lence hin­ter­fragt, mit der Fra­ge, wie beim Ziel der Grup­pe, die is­rae­li­sche Ge­sell­schaft zu ver­än­dern, „das Spre­chen mit der in­ter­na­tio­na­len Pres­se die Is­rae­lis in dei­ne Rich­tung um­schwen­ken soll?” Die Tat­sa­che, dass Brea­king the Si­lence gröss­ten­teils von eu­ro­pä­si­schen Re­gie­run­gen und Or­ga­ni­sa­ti­on ge­spon­sert wird, wirft wei­te­re Fra­gen auf zu ih­ren Zie­len.

Ei­ne Task Force, die vom jü­di­schen In­sti­tut für na­tio­na­le Si­cher­heit (JINSA) ins Le­ben ge­ru­fen wur­de, und von fünf pen­sio­nier­ten Ar­mee­ge­ne­rä­len ge­lei­tet wird, kam zum Schluss:

Im Ge­gen­satz zu An­kla­gen von ver­brei­te­tem un­ge­setz­li­chem mi­li­tä­ri­schem Ver­hal­ten, ha­ben wir be­ob­ach­tet, dass Is­ra­el sys­te­ma­tisch die Ver­hal­tens­re­geln des Ge­set­zes be­waff­ne­ter Kon­flik­te (LOAC) an­wen­det und so­gar über­trifft in ei­ner na­he­zu bei­spiel­lo­sen An­stren­gung, um zi­vi­le Op­fer zu ver­mei­den, auch wenn dies recht­mäs­sig er­laubt wä­re, und um die Be­den­ken der Kri­ti­ker be­frie­di­gen. Es ist je­doch die Schluss­fol­ge­rung die­ser Task Force, dass die mi­li­tä­ri­sche Zu­rück­hal­tung Is­ra­els un­be­ab­sich­tigt die Ha­mas er­mäch­tig­te, das Ge­setz und die Fak­ten für ih­re ei­ge­nen Zwe­cke zum ul­ti­ma­ti­ven Nach­teil der Si­cher­heit der Zi­vil­be­völ­ke­rung, für die die Ha­mas die al­lei­ni­ge Ver­ant­wor­tung trägt, zu ver­zer­ren.

In Al­les, was Sie über das Völ­ker­recht und den Ga­za­krieg wis­sen müs­sen, ver­öf­fent­licht im The Tower Ma­ga­zi­ne in der Aus­ga­be vom Sep­tem­ber 2014, er­klär­te Da­vid Daoud das Kon­zept der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit des Krie­ges.

All die­se Ju­ris­te­rei be­deu­tet im We­sent­li­chen, dass, wenn ein Land in den Krieg zieht, so ist es er­laubt, so viel Ge­walt an­zu­wen­den, wie not­wen­dig ist, um die Ge­fahr, de­rent­we­gen der Krieg be­gon­nen wur­de, zu stop­pen, und es muss sich nicht selbst auf die glei­che Mit­tel und In­ten­si­tät be­schrän­ken, die der Feind ein­setzt. Wäh­rend Not­wen­dig­keit die Si­tua­tio­nen be­stimmt, in de­nen ein Staat zu be­waff­ne­ter Ge­walt greift, so be­stimmt die Ver­hält­nis­mäs­sig­keit die Brei­te die­ser zu­läs­si­gen Ge­walt. Die In­ten­si­tät der Re­ak­ti­on ei­nes Staa­tes wird durch die Grös­se der Be­dro­hung durch den Feind, der ihn an­ge­grif­fen hat, be­stimmt, und nicht durch die ein­zel­nen An­schlä­ge die er er­lit­ten hat.

Des­halb kann der Mass­stab der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit kei­ne Zug-​um-​Zug-​Analyse der To­des­op­fer sein, die von den Me­di­en so ger­ne prä­sen­tiert wer­den. Is­ra­el ist nicht ver­pflich­tet, nur die leich­tes­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln ge­gen die Ha­mas ein­zu­set­zen, de­ren Mi­li­tär­macht im Ver­gleich ver­blasst. Is­ra­el ist auch nicht ver­pflich­tet, si­cher­zu­stel­len, dass die To­des­zahl auf bei­den Sei­ten un­ge­fähr gleich hoch ist. Das wä­re ab­surd.

Die­se po­pu­lä­re In­ter­pre­ta­ti­on der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit wür­de im We­sent­li­chen ei­ne Na­ti­on ver­bie­ten, ei­nen Krieg zu ge­win­nen, und dem An­grei­fer er­lau­ben, die Pa­ra­me­ter der fol­gen­den Kampf­hand­lun­gen zu de­fi­nie­ren. Dies wür­de dann Is­ra­el zwin­gen, zu den ver­gleichs­wei­se pri­mi­ti­ven Me­tho­den der Kriegs­füh­rung zu­rück­grei­fen, denn das sind die Mit­tel, mit de­nen die Ha­mas die Feind­se­lig­kei­ten an­ge­fan­gen hat, und sei­ne Krie­ge mit der Ha­mas in ei­nem Un­ent­schie­den be­en­den. Als Er­geb­nis wür­de die Be­dro­hung durch die Ha­mas nicht ge­rin­ger als was sie zu Be­ginn von Schutz­rand war. Was wä­re dann der Punkt, über­haupt ei­nen Krieg an­zu­fan­gen?

Na­tio­nen zie­hen in den Krieg, um die be­waff­ne­te Be­dro­hung durch ei­ne an­de­re Sei­te zu be­en­den – um zu ge­win­nen – und nicht ein­fach nur zum Sta­tus quo an­te zu­rück­zu­keh­ren, wo sie noch im­mer von der Ge­gen­sei­te be­droht wä­ren. Die­ses ab­sur­de Er­geb­nis wird nicht durch das Völ­ker­recht ver­langt, wel­ches den Staa­ten er­laubt, ih­re Krie­ge zu ge­win­nen, und per De­fi­ni­ti­on wer­den Krie­ge nur durch die An­wen­dung von mehr Ge­walt als der Geg­ner auf­brin­gen kann ge­won­nen. Pro­fes­sor Yoram Din­stein der Uni­ver­si­tät Tel Aviv sagt, dass ein Ver­tei­di­gungs­krieg „nicht an dem Punkt be­en­det wer­den braucht, wenn der An­grei­fer zu­rück­ge­drängt wur­de: Viel­mehr kann er vom ver­tei­di­gen­den Staat bis zum End­sieg wei­ter­ge­führt wer­den … Der ver­tei­di­gen­de Staat … kann die zu­rück­zie­hen­den feind­li­che Kräf­te ver­fol­gen und auf sie ein­häm­mern bis zu ih­rer to­ta­len Nie­der­la­ge.” Er fügt hin­zu, dass die Ver­hält­nis­mäs­sig­keit zu­lässt, dass ein Krieg der Selbst­ver­tei­di­gung wei­ter­geht, „bis er den völ­li­gen Zu­sam­men­bruch des Fein­des bringt … und kann in ei­nem of­fen­si­ven Mo­dus ge­kämpft wer­den bis zum letz­ten Bun­ker des feind­li­chen Dik­ta­tors.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php