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Wis­sen eu­ro­päi­sche Steu­er­zah­ler, wie pro-​palästinensische Grup­pen ihr Geld ver­wen­den?

An­ne Herz­berg, 16. 10. 2015, I24-​News

An­ner­Herz­berg ist ju­ris­ti­sche Be­ra­te­rin von NGO Mo­ni­tor, ei­nem in Je­ru­sa­lem an­säs­si­gen For­schungs­in­sti­tut. Sie ist Au­to­rin von „NGO ‚La­w­fa­re’: Ex­ploi­ta­ti­on of Courts in the Arab-​Israeli Con­flict”.

Die ak­tu­el­le Wel­le des Ter­rors in ganz Is­ra­el kann nicht von den jahr­zehn­te­lan­gen Be­mü­hun­gen der Pa­läs­ti­nen­ser und der ara­bi­schen Staa­ten ge­trennt wer­den, Is­ra­el zu dä­mo­ni­sie­ren und jü­di­sche Selbst­be­stim­mung im Land Is­ra­el aus­zu­lö­schen. Die­se Kam­pa­gnen sind mas­si­ve Pro­pa­gan­da, die die tie­fen jü­di­schen his­to­ri­schen Wur­zeln und Prä­senz in der Re­gi­on leug­nen, Boy­kott und Sank­ti­ons­ver­su­che und den Miss­brauch der in­ter­na­tio­na­len ju­ris­ti­schen und Men­schen­rechts­rhe­to­rik, um die Ver­wei­ge­rungs­hal­tung zu stär­ken.

Ei­ne zen­tra­le Ma­ni­fes­ta­ti­on die­ser po­li­ti­schen Kriegs­füh­rung ist es, den Rah­men des pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ro­ris­mus aus­zu­blen­den und il­le­ga­le An­grif­fe auf is­rae­li­sche Zi­vi­lis­ten als so ge­nann­tes „Wi­der­stands­recht” zu recht­fer­ti­gen. Die pri­mä­ren Fuss­sol­da­ten in die­sem Kampf sind Dut­zen­de von Nicht-​Regierungsorganisationen (NGOs), die vor­ge­lich die Men­schen­rech­te för­dern wol­len. Sie wer­den durch die eu­ro­päi­schen Re­gie­run­gen und die Eu­ro­päi­sche Uni­on mit Hun­der­ten von Mil­lio­nen von Pfund, Kro­nen, Fran­ken und Eu­ro fi­nan­ziert. Je­des Mal, wenn pa­läs­ti­nen­si­sche Ge­walt auf­flammt, kann man auf die­se NGOs zäh­len, dass sie ih­re eu­ro­päi­schen Steu­er­gel­der da­zu ver­wen­den, Hun­der­te von Hoch­glanz­bro­schü­ren, in­ter­ak­ti­ve Me­di­en und Wer­bung pro­du­zie­ren, die die pa­läs­ti­nen­si­sche Ge­walt leug­nen und al­le und je­de is­rae­li­sche Mass­nah­me zu ih­rer Be­kämp­fung ver­ur­tei­len. Ih­re kon­stru­ier­te Er­zähl­wei­se wird in Zei­tungs­ar­ti­keln und über die Eu­ro­päi­sche Rundfunk- und TV all­um­fas­send ver­brei­tet, und sie bie­ten ei­nen Strom von an­ti­is­rae­li­schen Be­schimp­fun­gen bei der UNO und in eu­ro­päi­schen Par­la­men­ten.

Die jüngs­te Kam­pa­gne der pa­läs­ti­nen­si­schen Gräu­el­ta­ten war kei­ne Aus­nah­me. Wie wäh­rend des Gaza-​Krieges 2014 sind NGOs fi­nan­ziert aus den Nie­der­lan­den, Dä­ne­mark, Schwe­den und der Schweiz über die Bir­zeit Uni­ver­si­tät und dem In­ter­na­tio­na­len Menschenrechts- und Hu­ma­ni­tä­rem Völkerrechts-​Sekretariat äus­serst of­fen­siv und zu­tiefst un­mo­ra­lisch. Der Out­put der NGOs, die in die­sem Rah­men fi­nan­zier­ten wer­den, wirft in­ter­es­san­te Fra­gen auf, die sich ih­re eu­ro­päi­schen Staats­män­ner selbst stel­len soll­ten.

Zum Bei­spiel am 8. Ok­to­ber lud das Se­kre­ta­ri­at der Zi­vi­len Ko­ali­ti­on für die Rech­te der Pa­läs­ti­nen­ser in Je­ru­sa­lem Ada­lah (auch Emp­fän­ger von Gel­dern des Se­kre­ta­ri­ats) ein, an israelisch-​arabische Ju­ra­stu­den­ten Pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten über „Ver­su­che Is­ra­els,  [Je­ru­sa­lem] zu ju­da­i­sie­ren und sei­nen his­to­ri­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Cha­rak­ter zu ver­än­dern.” Dies mit­ten in ei­ner mas­si­ven pa­läs­ti­nen­si­schen Het­ze über den Tem­pel­berg und der gras­sie­ren­den Messerstecher-​Attacken. Fra­gen an die Geld­ge­ber der NGO: Leug­nen die Zi­vi­le Ko­ali­ti­on und Ada­lah, dass Ju­den his­to­ri­sche Ver­bin­dun­gen zu Je­ru­sa­lem ha­ben? Hilft ein solch flam­men­der An­lass wäh­rend ei­nes Tsu­na­mi von Ge­walt, die rund um den Tem­pel­berg zen­triert ist bei der Ein­däm­mung des Kon­flik­tes?

Al Haq, Emp­fän­ger ei­nes Zu­schus­ses von $710’000 aus dem Se­kre­ta­ri­at, gab ei­nen „Ak­ti­ons­alarm” her­aus, der Is­ra­el ver­ur­teilt für die „Ziel­set­zung auf das be­setz­te Ost-​Jerusalem” und den „Al-​Aqsa-​Moschee Ge­bäu­e­kom­plex” und be­schwer­te sich, dass die is­rae­li­sche Po­li­zei Me­tall­de­tek­to­ren an den Ein­gän­gen zur Alt­stadt auf­stell­te. Ge­mäss die­sem Al Haq Agit­prop dien­ten die­se Mass­nah­me nicht der Ver­hin­de­rung töd­li­cher Mes­ser­ste­cher­an­grif­fe und an­de­rer Ge­walt­ak­te, son­dern „da­mit Is­ra­el sich noch tie­fer ver­schan­zen und die Kon­trol­le über und il­le­ga­le An­ne­xi­on Ost-​Jerusalems ver­tie­fen kön­ne,” und um „Span­nun­gen zu ent­flam­men.” Um in der Rol­le zu blei­ben schliesst al Haq mit For­de­run­gen nach ei­nem „Em­bar­go für Mi­li­tär­hil­fe” für Is­ra­el und ei­nem „Ver­bot des Han­dels mit Sied­ler­wa­ren.”

Die glei­che Aus­sa­ge be­klagt un­glaub­li­cher­wei­se auch den Tod des Pa­läs­ti­nen­sers Gha­san Abu Ja­mal, „der von der is­rae­li­schen Po­li­zei im No­vem­ber 2014 er­schos­sen wur­de, nach­dem er an­geb­lich ei­ne Syn­ago­ge in West-​Jerusalem an­ge­grif­fen hat­te.” Na­tür­lich ist Ja­mal auf der Stel­le er­schos­sen wor­den, an­ders hät­te man sei­nen mör­de­ri­schen Amok­lauf nicht un­ter­bre­chen kön­nen. Es ist un­klar, wer ge­nau Al Haq glaubt, auf die Be­ten­den in Nar Hof ein­ge­hackt und ge­schos­sen zu ha­ben, aber viel­leicht kön­nen ih­re nie­der­län­di­schen, schwei­ze­ri­schen und skan­di­na­vi­schen Re­gie­rungs­wohl­tä­ter nach­fra­gen und es her­aus­fin­den. Gleich­zei­tig könn­ten die Geld­ge­ber von Al Haq die NGO noch fra­gen, wenn Metall-​Detektoren ein il­le­ga­les und un­ver­hält­nis­mäs­si­ges Mit­tel sind, um Ge­walt zu ver­hin­dern, was ge­nau wä­re dann ei­ne ak­zep­ta­ble Mass­nah­me?

In ei­nem an­de­ren un­ge­heu­er­li­chen Bei­spiel ver­neint das Pa­läs­ti­nen­si­sche Zen­trum für Men­schen­rech­te (PCHR), das eben­falls mehr als $700’000 vom Se­kre­ta­ri­at er­hal­ten hat (und Mil­lio­nen von der Eu­ro­päi­schen Uni­on und an­de­ren Re­gie­run­gen), dass in Je­ru­sa­lem Mes­ser­ste­che­rei­en statt­ge­fun­den ha­ben, in­dem es die Vor­fäl­le „an­geb­lich” nann­te und die zi­vi­len Op­fer als „Sied­ler” be­zeich­ne­te. Wei­te­re Fra­ge für eu­ro­päi­sche Geld­ge­ber an PCHR: Wie, glaubt PCHR, be­stim­men pa­läs­ti­nen­si­sche Ter­ro­ris­ten, wer ein „Sied­ler” ist, be­vor sie ihn tö­ten? Glaubt PCHR, dass al­le Is­rae­lis „Sied­ler” sind, un­ab­hän­gig da­von, wo sie le­ben? Glaubt PCHR, dass die Er­mor­dung von „Sied­lern” ge­recht­fer­tigt ist?

Das Aus­blen­den des pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ro­ris­mus und die Dä­mo­ni­sie­rung Is­ra­els ist nichts Neu­es für die­se Or­ga­ni­sa­tio­nen. Im ver­gan­ge­nen Ju­ni hiel­ten sie An­läs­se in der UNO im Zu­sam­men­hang mit der Prä­sen­ta­ti­on des UNO Schabas-​Davis Be­richt über den Gaza-​Krieg 2014, be­war­ben BDS, be­schul­dig­ten Is­ra­el, ab­sicht­lich Kin­der zu er­mor­den und be­für­wor­te­ten ein „Wi­der­stands­recht”.

Es ist kei­ne Über­ra­schung, dass die­se NGOs in der UNO am ak­tivs­ten sind. Ne­ben der Fi­nan­zie­rung ih­rer ab­sur­den Kom­men­ta­re zum Kon­flikt – kommt eu­ro­päi­sche Fi­nan­zie­rungs auf für Ge­häl­ter, Flug­ti­ckets, Ho­tels und Wer­bung. Eu­ro­päi­sche Di­plo­ma­ten kann man un­ge­niert mit die­sen an­ti­is­rae­li­schen Ak­ti­vis­ten in UNO-​Hallen her­um­sit­zen se­hen, und sie sind fes­ter Zu­be­hör an den un­mo­ra­li­schen NGO-​Veranstaltungen.

Ei­ne letz­te Fra­ge: Es wä­re nütz­lich, von die­sen Di­plo­ma­ten zu er­fah­ren, wie sehr sie mit der NGO-​Botschaft, die sie fi­nan­zie­ren, über­ein­stim­men?

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