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Vor Is­ra­el: Die Ara­ber in Pa­läs­ti­na

Mit­chel Bard, Je­wish Vir­tu­al Li­bra­ry

Vie­le Jahr­hun­der­te lang war Pa­läs­ti­na ei­ne dünn be­sie­del­te, schlecht ge­pfleg­te und weit­hin ver­nach­läs­sig­te Wei­te ero­dier­ter Hü­gel, Sand­wüs­ten und Malaria-​Sümpfe. Mark Twain, der Pa­läs­ti­na im Jah­re 1867 be­such­te, be­schrieb es als „… de­so­la­tes Land, des­sen Bo­den reich ge­nug ist, aber ganz dem Un­kraut über­las­sen wur­de – ei­ne stil­le, trau­ern­de Wei­te .… Ei­ne Ver­wüs­tung ist hier, die nicht ein­mal die Phan­ta­sie mit der Pracht des Le­bens und des Han­delns er­fül­len kann .… Wir sa­hen kei­nen ein­zi­gen Men­schen auf der gan­zen Stre­cke .… Es gab kaum ei­nen Baum oder ei­nen Strauch zu se­hen. Selbst die Oli­ven und der Kak­tus, die­se schnel­len Freun­de von wert­lo­sem Bo­den, hat­ten das Land fast voll­stän­dig ver­las­sen.”

Noch im Jah­re 1880 be­rich­te­te der ame­ri­ka­ni­sche Kon­sul in Je­ru­sa­lem, dass die Re­gi­on ih­ren his­to­ri­schen Nie­der­gang fort­setz­te. „Die Be­völ­ke­rung und der Reich­tum von Pa­läs­ti­na hat sich in den letz­ten vier­zig Jah­ren nicht ge­stei­gert”, sag­te er.

Der Be­richt der Kö­nig­li­chen Palästina-​Kommission zi­tiert ei­ne Er­zäh­lung von der ma­ri­ti­men Tief­ebe­ne im Jah­re 1913:

Die Stras­se, die aus Ga­za nach Nor­den führt, war nur ei­ne Som­mer­spur, ge­eig­net für den Trans­port von Ka­me­len und Wa­gen … kei­ne Oran­gen­hai­ne, Obst­gär­ten und Reb­flä­chen zu se­hen, bis man [die jü­di­sche Ge­mein­de] Yab­na [Yaff­ne] er­reicht … Häu­ser wa­ren al­le aus Lehm. Nir­gends wa­ren Fens­ter zu se­hen … Die ver­wen­de­ten Pflü­ge wa­ren aus Holz … Die Aus­beu­ten wa­ren ärm­lich … Die sa­ni­tä­ren Be­din­gun­gen im Dorf wa­ren schreck­lich. Schu­len gab es nicht … Der West­teil, in Rich­tung Meer, war fast ei­ne Wüs­te .… Die Dör­fer in die­ser Ge­gend wa­ren we­ni­ge und dünn be­sie­delt. Vie­le Dorfrui­nen wa­ren über das Ge­biet ver­streut, wie durch die Ver­brei­tung von Ma­la­ria, wur­den vie­le Dör­fer von ih­ren Be­woh­nern ver­las­sen.

Le­wis French, der bri­ti­sche Ent­wick­lungs­lei­ter, schrieb über Pa­läs­ti­na:

Wir fan­den es von Fel­la­chen be­wohnt, die in Lehm­hüt­ten leb­ten und un­ter der herr­schen­den Ma­la­ria lit­ten … Gros­se Flä­chen … wa­ren un­kul­ti­viert .… Die Fel­la­chen, wenn nicht selbst Vieh­die­be, wa­ren im­mer be­reit, die­se und an­de­re Kri­mi­nel­le zu be­her­ber­gen. Die ein­zel­nen Grund­stü­cke … wech­sel­ten den Be­sit­zer jähr­lich. Es gab nur we­nig öf­fent­li­che Si­cher­heit, und das Schick­sal der Fel­la­chen war ein Wech­sel von Plün­de­run­gen und Er­pres­sun­gen von ih­ren Nach­barn, den Be­dui­nen.

Über­ra­schen­der­wei­se glaub­ten vie­le Men­schen, die kei­ne Sym­pa­thi­en für die zio­nis­ti­sche Sa­che heg­ten, dass die Ju­den den Zu­stand der pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber ver­bes­sern wür­den. Zum Bei­spiel schrieb Da­wood Ba­ra­kat, der Her­aus­ge­ber der ägyp­ti­schen Zei­tung Al-​Ahram: „Es ist ab­so­lut not­wen­dig, dass ei­ne Ver­stän­di­gung zwi­schen den Zio­nis­ten und Ara­bern her­ge­stellt wird, weil der Krieg der Wor­te nur Bö­ses tun kann. Die Zio­nis­ten sind not­wen­dig für das Land: Das Geld, das sie mit­brin­gen, ihr Wis­sen und ih­re In­tel­li­genz, und der Fleiss, der sie cha­rak­te­ri­siert, wird oh­ne Zwei­fel zur Re­ge­ne­ra­ti­on des Lan­des bei­tra­gen.”

Selbst ei­ner der füh­ren­den ara­bi­schen Na­tio­na­lis­ten glaub­te, die Rück­kehr der Ju­den in ih­re Hei­mat wür­de hel­fen, das Land wie­der zu be­le­ben. Nach Sche­rif Hus­sein, de Wäch­ter der is­la­mi­schen hei­li­gen Stät­ten in Ara­bi­en:

Die Res­sour­cen des Lan­des sind noch jung­fräu­li­cher Bo­den und wer­den von den jü­di­schen Ein­wan­de­rern ent­wi­ckelt wer­den. Ei­nes der er­staun­lichs­ten Din­ge bis vor kur­zem war, dass der Pa­läs­ti­nen­ser sein Land ver­liess, über das Meer in al­le Him­mels­rich­tun­gen aus­wan­der­te. Sei­ne Hei­mat­er­de konn­te ihn nicht hal­ten, ob­wohl sei­ne Vor­fah­ren seit 1000 Jah­ren dar­auf ge­lebt hat­ten. Gleich­zei­tig ha­ben wir ge­se­hen, dass die Ju­den aus dem Aus­land nach Pa­läs­ti­na strö­men, aus Russ­land, Deutsch­land, Ös­ter­reich, Spa­ni­en, Ame­ri­ka. Die Ur­sa­che der Ur­sa­chen kann je­nen nicht ver­bor­gen blei­ben, die das Ge­schenk des tie­fe­ren Ein­blicks hat­ten. Sie wuss­ten, dass das Land für sei­ne ur­sprüng­li­chen Söh­ne (abna’ihilasliyin) be­stimmt war, für al­le ih­re Un­ter­schie­de, ei­ne hei­li­ge und ge­lieb­te Hei­mat. Die Rück­kehr die­ser Exi­lan­ten (Ja­liya) in ih­re Hei­mat wird ma­te­ri­ell und spi­ri­tu­ell be­wei­sen, ei­ne ex­pe­ri­men­tel­le Schu­le für ih­re Brü­der [zu sein], die mit ih­nen in den Fel­dern, Fa­bri­ken, im Hand­werk und in al­len Din­gen, die mit Mü­he und Ar­beit ver­bun­den sind.

Ei­ne Be­völ­ke­rungs­ex­plo­si­on

Wie Hus­sein vor­aus­sah, kam die Re­ge­ne­ra­ti­on von Pa­läs­ti­na, und das Wachs­tum der Be­völ­ke­rung erst, nach­dem Ju­den in gros­ser Zahl zu­rück­kehr­ten. Die jü­di­sche Be­völ­ke­rung stieg zwi­schen dem Ers­ten und dem Zwei­ten Welt­krieg um 470’000, wäh­rend die nicht­jü­di­sche Be­völ­ke­rung um 588’000 an­stieg. In der Tat stieg die per­ma­nen­te ara­bi­schen Be­völ­ke­rung um 120 Pro­zent zwi­schen 1922 und 1947.

Die­ses ra­sche Wachs­tum war ein Er­geb­nis von meh­re­ren Fak­to­ren. Ei­ner war die Zu­wan­de­rung aus den Nach­bar­staa­ten – was 37 Pro­zent der ge­sam­ten Ein­wan­de­rung in das vor-​staatliche Is­ra­el bil­de­te – von Ara­bern, die die Vor­tei­le des hö­he­ren Le­bens­stan­dards, den die Ju­den er­mög­licht hat­ten, mit­neh­men woll­ten. Die ara­bi­sche Be­völ­ke­rung wuchs auch auf­grund der ver­bes­ser­ten Le­bens­be­din­gun­gen, die die Ju­den her­vor­brach­ten, weil sie Malaria-​Sümpfe tro­cken leg­ten und ei­ne ver­bes­ser­te Hy­gie­ne und Ge­sund­heits­ver­sor­gung in die Re­gi­on brach­ten. So fiel bei­spiels­wei­se die mus­li­mi­sche Kin­der­sterb­lich­keit von 201 pro Tau­send 1925 auf 94 pro Tau­send 1945 und die Le­bens­er­war­tung stieg von 37 Jah­ren 1926 auf 49 Jah­re 1943.

Die ara­bi­sche Be­völ­ke­rung stieg am meis­ten in Städ­ten mit gros­ser jü­di­scher Be­völ­ke­rung, die neue wirt­schaft­li­che Chan­cen ge­schaf­fen hat­te. Von 1922 bis 1947 stieg die nicht­jü­di­sche Be­völ­ke­rung in Hai­fa um 290 Pro­zent, in Je­ru­sa­lem um 131 Pro­zent und in Jaf­fa um 158 Pro­zent. Das Wachs­tum in den ara­bi­schen Städ­ten war be­schei­de­ner: 42 Pro­zent in Nab­lus, 78 Pro­zent in Je­nin und 37 Pro­zent in Beth­le­hem.

Jü­di­sche Land­käu­fe

Trotz des Wachs­tums in der Be­völ­ke­rung, be­haup­te­ten die Ara­ber wei­ter­hin, sie wür­den ver­drängt. Die Wahr­heit ist, dass seit Be­ginn des Ers­ten Welt­krie­ges Tei­le des Lan­des in Pa­läs­ti­na ab­we­sen­den Land­be­sit­zern ge­hör­ten, die in Kai­ro, Da­mas­kus und Bei­rut leb­ten. Rund 80 Pro­zent der pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber wa­ren ver­schul­de­te Bau­ern, Halb­no­ma­den und Be­dui­nen.

Ju­den be­müh­ten sich so­gar aus­ser­or­dent­lich, Grund­stü­cken in Ge­bie­ten zu er­wer­ben, in de­nen Ara­ber ver­drängt wer­den könn­ten. Sie such­ten Land, das weit­ge­hend un­be­baut war, sump­fig, güns­tig und, vor al­lem, oh­ne Be­woh­ner. 1920 äus­ser­te der La­bor Zio­nis­ten­füh­rer Da­vid Ben-​Gurion sei­ne Be­sorg­nis über die ara­bi­schen Fel­la­chen, die er als „das wich­tigs­te Ka­pi­tal der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung” an­sah. Ben Gu­ri­on sag­te, „un­ter kei­nen Um­stän­den dür­fen wir Land an­rüh­ren, das Fel­la­chen ge­hört oder von ih­nen be­ar­bei­tet wird.” Er be­für­wor­te­te, ih­nen zu hel­fen, sich von ih­ren Un­ter­drü­ckern zu be­frei­en. „Nur wenn ein Fel­la­che sei­nen Sied­lungs­ort ver­lässt,” füg­te Ben Gu­ri­on hin­zu, „soll­ten wir ihm an­bie­ten, sein Land zu kau­fen, zu ei­nem an­ge­mes­se­nen Preis.”

Erst nach­dem die Ju­den all die­se frei ver­füg­ba­ren Flä­chen ge­kauft hat­ten, fin­gen sie an, Kul­tur­land zu kau­fen. Vie­le Ara­ber wa­ren be­reit, auf­grund der Mi­gra­ti­on zu Küs­ten­städ­ten zu ver­kau­fen und weil sie Geld be­nö­tig­ten, um in der Zitrusfrüchte-​Industrie zu in­ves­tie­ren.

Als John Ho­pe Simpson in Pa­läs­ti­na an­kam im Mai 1930, stell­te er fest: „Sie [die Ju­den] ha­ben ho­he Prei­se für das Land be­zahlt, und aus­ser­dem ha­ben sie be­stimm­ten Be­woh­nern die­ser Län­de­rei­en ei­ne be­trächt­li­che Men­ge an Geld be­zahlt, wo­zu sie ge­setz­lich nicht ver­pflich­tet ge­we­sen wä­ren.”

1931 führ­te Le­wis French ei­ne Um­fra­ge der Land­lo­sen durch und bot schliess­lich al­len Ara­bern, die „ent­eig­net” wor­den wa­ren, neue Grund­stü­cke an. Bri­ti­sche Be­am­te er­hiel­ten mehr als 3’000 Be­wer­bun­gen, von de­nen 80 Pro­zent als un­gül­tig aus­ge­schlos­sen wur­den von Rechts­be­ra­tern der Re­gie­rung, weil die Klä­ge­rin­nen kei­ne land­lo­sen Ara­ber wa­ren. Dies liess nur et­wa 600 land­lo­se Ara­ber zu­rück, von denn 100 das von der Re­gie­rung an­ge­bo­te­ne Land an­na­hen.

Im April 1936 gab es ei­nen neu­en Aus­bruch ara­bi­scher An­grif­fe auf Ju­den, an­ge­zet­telt von ei­nem sy­ri­schen Gue­ril­la na­mens Faw­zi al-​Qawukji, der Kom­man­deur der ara­bi­schen Be­frei­ungs­ar­mee. Im No­vem­ber, als die Bri­ten schliess­lich ei­ne neue Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on schick­ten un­ter Lei­tung von Lord Peel, wa­ren 89 Ju­den ge­tö­tet und mehr als 300 ver­letzt wor­den.

Der Be­richt der Peel Kom­mis­si­on er­gab, dass die ara­bi­schen Be­schwer­den über jü­di­sche Land­er­werb un­be­grün­det wa­ren. Er wies dar­auf hin, dass „viel von dem Land, das jetzt Oran­gen­hai­ne trägt, war zu­vor Sand­dü­nen oder Sumpf und un­kul­ti­viert, als es ge­kauft wur­de .… zur Zeit der frü­he­ren Käu­fe gab es we­nig Be­wei­se, dass die Ei­gen­tü­mer die Res­sour­cen oder die er­for­der­li­che Aus­bil­dung ge­habt hät­ten zur Ent­wick­lung des Lan­des.” Dar­über hin­aus stell­te die Kom­mis­si­on fest, dass der Man­gel „we­ni­ger an der Men­ge an von Ju­den ak­qui­rier­tem Land lag, als an der Zu­nah­me der ara­bi­schen Be­völ­ke­rung.” Der Be­richt kommt zum Schluss, dass die An­we­sen­heit von Ju­den in Pa­läs­ti­na, zu­sam­men mit der Ar­beit der bri­ti­schen Ver­wal­tung, zu hö­he­ren Löh­nen, ei­nem ver­bes­ser­ten Le­bens­stan­dard und ge­nü­gend Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten ge­führt hat­te.

In sei­nen Me­moi­ren schrib der trans­jor­da­ni­sche Kö­nig Ab­dul­lah:

Es ist je­der­mann völ­lig klar, so­wohl durch die Kar­te, die von der Simpson-​Kommission ge­zeich­net wur­de, als auch durch ei­ne wei­te­re von der Peel-​Kommission zu­sam­men­ge­tra­ge­ne, dass die Ara­ber so ver­schwen­de­risch sind im Ver­kauf ih­res Lan­des, wie sie es in nutz­lo­sem Kla­gen und Heu­len sind.

Selbst auf dem Hö­he­punkt der ara­bi­schen Re­vol­te im Jah­re 1938 glaub­te der bri­ti­sche Hoch­kom­mis­sar in Pa­läs­ti­na, dass die ara­bi­schen Grund­be­sit­zer über die Ver­käu­fe an Ju­den jam­mer­ten, um die Prei­se für das Land, das sie ver­kau­fen woll­ten, in die Hö­he zu trei­ben. Vie­le ara­bi­sche Grund­be­sit­zer wa­ren der­mas­sen von ara­bi­schen Re­bel­len ter­ro­ri­siert, dass sie sich ent­schie­den, Pa­läs­ti­na zu ver­las­sen und ihr Grund­stück an Ju­den zu ver­kau­fen.

Die Ju­den ha­ben über­höh­te Prei­se an rei­che Land­be­sit­zer be­zahlt für klei­ne Flä­chen dür­ren Lan­des. „Im Jah­re 1944 be­zahl­ten Ju­den zwi­schen 1000 und 1100 Dol­lar pro Acre, vor­wie­gend für tro­cke­nen oder halb­tro­cke­nen Bo­den; im sel­ben Jahr wur­de rei­cher, schwar­zer Bo­den in Io­wa für et­wa 110 Dol­lar pro Acre ver­kauft.”

1947 be­wirt­schaf­te­ten jü­di­sche Be­trie­be in Pa­läs­ti­na rund 463’000 Acres. Et­wa 45’000 die­ser Acres wur­den von der Man­dats­re­gie­rung er­wor­ben; 30’000 wur­den von ver­schie­de­nen Kir­chen ge­kauft und 387’500 wur­den von Ara­bern ge­kauft. Die Ana­ly­sen der Land­käu­fe von 1880 bis 1948 zei­gen, dass 73 Pro­zent der jü­di­schen Grund­stü­cke von Gross­grund­be­sit­zern ge­kauft wur­den, nicht von ar­men Fel­la­chen. Die­je­ni­gen, die Land ver­kauf­ten, um­fass­ten die Bür­ger­meis­ter von Ga­za, Je­ru­sa­lem und Jaf­fa. As’ad elS­hu­qei­ri, mus­li­mi­scher Ge­lehr­ter und Va­ter des PLO-​Vorsitzenden Ah­med Shu­qei­ri, nahm jü­di­sches Geld für sein Land. Selbst Kö­nig Ab­dul­lah ver­pach­te­te Land an Ju­den. In der Tat ver­kauf­ten vie­le Füh­rer der ara­bi­schen Na­tio­nal­be­we­gung, dar­un­ter Mit­glie­der des mus­li­mi­schen Obers­ten Ra­tes, Land an Ju­den.

5 Kommentare

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  1. Jenny

    Um kurz auf den Sied­lungs­bau in der West­bank zu­rück­zu­kom­men: Es ist klar, dass dort vor­her kar­ges Land war und auch nicht gross be­wohnt war. Je­doch ist es äus­serst ver­ständ­lich, dass die Pa­läs­ti­nen­ser sich ge­gen die­sen ag­gres­si­ven Sied­lungs­bau ge­währt ha­ben, wenn es doch seit der Peel-​Kommission 1937 nur für die Pa­läs­ti­nen­ser ge­dacht war. Dort war doch fest­ge­hal­ten, dass der Ga­za­strei­fen so­wie das West­jor­dan­land den Ara­bern ge­hört.
    Je­doch sind die Zio­nis­ten auch Nar­ziss­ten mit ei­nem un­mensch­li­chem Grös­sen­wahn, dass sie am liebs­ten den gan­zen Na­hen Os­ten mit Sied­lun­gen über­bau­en wür­den. Denn der Plan von die­sen Or­tho­do­xen Ju­den in West­bank ist sich län­ger­fris­tig Rich­tung Jor­da­ni­en zu er­wei­tern. Dies al­les ob­wohl man nach dem 6-​Tage-​Krieg 1967 ei­ne UNO Re­so­lu­ti­on 242 aus­han­del­te, wo man von den Ju­den ver­lang­te sich aus den be­setz­ten Pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­ten zu­rück­zu­zie­hen.
    Mei­ner Mei­nung nach soll­ten die Ju­den den ag­gres­si­ven Kil­ler­instinkt und den Ge­dan­ken sie sei­en „die Aus­er­wähl­ten” ab­le­gen und die Ara­ber ih­ren Stolz. Denn dann könn­te man noch­mals zu­rück zur ur­sprüng­li­chen und of­fi­zi­el­len Tei­lung Pa­läs­ti­nas von 1947 in der UNO-​Vollversammlung. 44% des Lan­des für die Ara­ber und 56% für die Ju­den. Ob­wohl ich nicht ver­ste­he nach wel­chem Prin­zip man das Land auf­ge­teilt hat. 

    Ei­gent­lich woll­te ich nur kom­men­tie­ren, um klar­zu­stel­len, war­um sich die Pa­läs­ti­nen­ser ge­gen die Ju­den ge­währt ha­ben. Noch­mals kurz: Weil die Ju­den in ih­rem Ge­biet, dem West­jor­dan­land, ei­nen Sied­lungs­bau star­te­ten.

    Ver­hält­nis­mäs­sig müs­sen viel mehr pa­läs­ti­nen­si­sche Zi­vi­lis­ten ster­ben. Das is­rae­li­sche Mi­li­tär ist der Ha­mas weit­aus über­le­gen und nutzt dies dem­entspre­chend auch aus. Das muss ir­gend­wann ein En­de ha­ben.

    Ich hof­fe, dass mei­ne Ge­ne­ra­ti­on (Ju­den und Ara­ber) al­les bes­ser ma­chen wird, was ihr ver­mas­selt habt. 

    !FREE PALESTINE!

    1. Admin

      Der Tei­lungs­plan der Peel-​Kommission wur­de von den Ara­bern nie ak­zep­tiert.

      Als „Pa­läs­ti­nen­ser” gal­ten zu je­ner Zeit die Ju­den, die als die Ein­ge­bo­re­nen des Lan­des gal­ten. Die an­de­ren wa­ren Ara­ber. Und die­se Ara­ber sind zum gröss­ten Teil erst aus Sy­ri­en, Jor­da­ni­en, Sau­di­ara­bi­en und Ägyp­ten ein­ge­wan­dert, weil die Zio­nis­ten die Wirt­schaft auf­blü­hen lies­sen und Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen hat­ten.

      Ich weiss nicht, wo Sie den ag­gres­si­ven Kil­ler­instinkt bei den Ju­den se­hen. Falls die Ju­den ei­nen Ge­no­zid un­ter den Ara­bern voll­füh­ren woll­ten, ha­ben sie da­bei jäm­mer­lich ver­sagt: Die ara­bi­sche Be­völ­ke­rung in Pa­läs­ti­na hat sich seit den 1930er Jah­ren ver­viel­facht.

      Die Ara­ber in Pa­läs­ti­na sind vor bald 100 Jah­ren aus zwei Grün­den ins Land ge­kom­men: Ent­we­der aus wirt­schaft­li­chen Grün­den, weil die Ju­den Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen hat­ten, oder aus dschi­ha­dis­ti­schen Grün­den, weil sie den Auf­ru­fen des Muf­ti von Je­ru­sa­lem folg­ten, die Ju­den „ins Meer zu trei­ben” bzw. aus dem Land zu wer­fen.

      Ich wie­der­ho­le wie­der mal die ab­so­lut kor­rek­te Fest­stel­lung: Wenn die Ara­ber heu­te die Waf­fen nie­der­le­gen wür­den, dann herrsch­te mor­gen Frie­den. Wenn die Ju­den ih­re Waf­fen nie­der­le­gen wür­den, dann gä­be es mor­gen ei­nen mil­lio­nen­fa­chen Ge­no­zid.

  2. heplev

    1. Die Peel-​Kommission hat nicht ge­sagt, was wem „ge­hört“, son­dern Emp­feh­lun­gen ab­ge­ge­ben, wel­cher Staat wo ge­grün­det wer­den soll. Mit den Waf­fen­still­stands­li­ni­en von 1949 hat das üb­ri­gens ab­so­lut nichts zu tun und den Be­griff so­wie die Vor­stel­lung ei­nes „West­jor­dan­lan­des“ hat es da­mals noch gar nicht ge­ge­ben. Die Ju­den ha­ben zu­ge­stimmt, die Ara­ber ha­ben das wü­tend ab­ge­lehnt. Da­mit wa­ren die Emp­feh­lun­gen der Peel-​Kommission hin­fäl­lig, zu­mal sie ei­ne bri­ti­sche Idee war und völ­ker­recht­lich nicht ver­bind­lich.
    2. „or­tho­do­xe Ju­den in der West­bank, die sich … nach Jor­da­ni­en er­wei­tern wol­len“ – schö­ne, ge­lo­ge­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie. Was soll der Schwach­sinn, sol­che Lü­gen im­mer wei­ter zu run­ter­zu­be­ten? Aber die Goebbels-​Strategie ha­ben ja oh­ne­hin al­le ver­in­ner­licht, die den Is­rae­lis was ans Bein pin­keln wol­len.
    3. Re­so­lu­ti­on 242 sag­te nicht, dass sich Is­ra­el aus „den be­setz­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­ten zu­rück­zie­hen“ muss. A) gab es kei­ne „pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­te“, er­go wur­den sie in der Re­so­lu­ti­on auch nicht so ge­nannt. B) hieß es: „aus be­setz­ten Ge­bie­ten“ – NICHT al­len. Den Leu­ten, die das for­mu­lier­ten war klar, dass es mit den Waf­fen­still­stands­li­ni­en von 1949 nicht mög­lich war Is­ra­el an­ge­mes­sen zu ver­tei­di­gen. Die mög­li­chen Gren­zen soll­ten VERHANDELT wer­den. Die Ara­ber lehn­ten jeg­li­che Ver­hand­lung, jeg­li­chen Frie­dens­schluss und kei­ne An­er­ken­nung Is­ra­els. Von „Pa­läs­ti­nen­sern“ re­de­te auch da kei­ner der­je­ni­gen, die bei der Er­fin­dung die­ser Trup­pe 1964 mit­mach­ten.
    4. Wer das Prin­zip hin­ter dem Tei­lungs­plan der UNO von 1947 nicht ver­steht, hat kei­ne Ah­nung von der Sach­la­ge. Mal ab­ge­se­hen da­von, dass die Ara­ber auch die­se ve­he­ment und er­bost ab­lehn­ten, wo­mit er wie­der­um hin­fäl­lig war. Ab­ge­se­hen da­von war auch er völ­ker­recht­lich nicht ver­bind­lich.
    5. Kann man ei­gent­lich noch wi­der­sprüch­li­cher „ar­gu­men­tie­ren“ als dass es ei­gent­lich mehr to­te PA-​Zivilisten ge­ben müss­te, weil die IDF der Ha­mas so über­le­gen ist und dann be­haup­ten, die IDF nut­ze das aus? Ja, was denn nun? Wenn die IDF ih­re Über­le­gen­heit so scham­los aus­nut­zen wür­de dann gä­be es mehr zi­vi­le To­te. Sol­len wir jetzt Mit­leid mit den Ter­ro­ris­ten ha­ben oder was?
    Üb­ri­gens gibt es ei­ne sehr ein­fa­che Me­tho­de dem ein En­de zu set­zen: Die Ter­ro­ris­ten hö­ren ein­fach mit dem Ter­ror auf, dann schießt die IDF auch nicht mehr. Die so­ge­nann­te Pa­läs­ti­nen­ser könn­ten längst ih­ren ei­ge­nen Staat ha­ben, wenn sie ihn denn woll­ten. Aber sie wol­len nur Is­ra­el ver­nich­ten, oh­ne Rück­sicht auf Ver­lus­te. Und Ty­pen wie Jen­ny fal­len nur zu ger­ne dar­auf her­ein.
    6. Was das wäh­ren weh­ren (!) an­geht: Die Ara­ber „weh­ren“ sich schon seit 100 Jah­ren ge­gen jeg­li­che (le­gi­ti­me!) jü­di­sche An­sprü­che. Mit Ter­ror, Ju­den­mord, an­ti­se­mi­ti­scher Het­ze. Und Ge­jam­mer.
    7. „Ag­gres­si­ver Kil­ler­instinkt der ‚Aus­er­wähl­ten‘“? Da hat mal wie­der kei­ne Ah­nung da­von, was für Is­ra­el „aus­er­wählt“ be­deu­tet. Näm­lich nicht über den an­de­ren zu ste­hen, son­dern der Welt ein Vor­bild zu sein. Wer et­was an­de­res be­haup­tet, liegt falsch. Da­zu ge­hö­ren auch ei­ni­ge klei­ne Grup­pen jü­di­scher Ex­tre­mis­ten.
    8. Was soll üb­ri­gens die­se fehl­ge­lei­te­te, dum­me Äqui­dis­tanz? Wer die letz­ten 100 Jah­re, die letz­ten 50 Jah­re nur ein we­nig auf­merk­sam ver­folgt hat (oder nach­ver­folgt), der soll­te in der La­ge sein zu er­ken­nen, dass es nicht zwei glei­cher­ma­ßen bos­haf­te, schul­di­ge Sei­ten gibt, son­dern ei­ne (Is­ra­el), die Frie­den will und das mehr­fach be­wie­sen hat, wäh­rend die an­de­re auf je­des An­ge­bot, auf je­des Zu­ge­ständ­nis, auf je­de Mög­lich­keit ei­nes Aus­gleichs, ei­ner Ei­ni­gung mit mehr Krieg, mehr Ter­ror, mehr Het­ze ge­ant­wor­tet hat und das auch wei­ter tut.
    Free Pa­lesti­ne? Ja, bit­te – von den ara­bi­schen Ter­ro­ris­ten, da­mit die fried­li­chen Ara­ber end­lich in Ru­he und in ei­nem ei­ge­nen Staat le­ben kön­nen!

    1. Markus Hofstetter

      Der Tei­lungs­plan ist schön und gut. Al­ler­dings hat Is­ra­el sein Ge­biet nach dem Un­ab­hän­gig­keits­krieg über die Gren­zen des Plans hin­aus er­wei­tert und tut dies durch den Sied­lungs­bau heu­te noch. Bloss weil die Ara­ber den Tei­lungs­plan nicht ak­zep­tiert ha­ben, ist dies doch kei­ne Recht­fer­ti­gung, ih­nen den Rest des Ge­bie­tes auch noch zu neh­men. Aus­ser­dem kön­nen die Nach­fah­ren für die Si­tua­ti­on nichts.

    2. exodus

      über­zeu­gen­de Ar­gu­men­ta­ti­on hep­lev…

  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Da­ni­el): – Fra­ge: War­um ste­chen Ti­be­ter nicht auf Chi­ne­sen ein? – Vor Is­ra­el: Die Ara­ber in Pa­läs­ti­na – ISIS: Der schwar­ze […]

  2. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Da­ni­el): – Vor Is­ra­el: Die Ara­ber in Pa­läs­ti­na – Die Lin­ke und die Ju­den: Zeit, un­ser Ver­hält­nis zu über­den­ken – Die we­nig be­reis­te […]

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