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Die le­ga­le Ba­sis der is­rae­li­schen Rech­te in den um­strit­te­nen Ge­bie­ten

Alan Baker, 8.1.2013, Je­ru­sa­lem Cen­ter for Pu­blic Af­fairs

    1. Nach­dem Is­ra­el die Kon­trol­le über das Ge­biet über­nom­men hat­te im Jahr 1967, wur­den die 1907 Haa­ger Re­geln Land­kriegs­ord­nung und der Vier­ten Gen­fer Kon­ven­ti­on (1949) als im Ge­biet der West­bank (Ju­däa und Sa­ma­ria) als nicht an­wend­bar be­trach­tet, da das Kö­nig­reich Jor­da­ni­en vor 1967 nie die vor­he­ri­ge recht­li­che Sou­ve­rä­ni­tät hat­te, und in je­dem Fall seit­her auf al­le ho­heits­recht­li­chen An­sprü­che auf das Ge­biet ver­zich­tet hat.
    2. Is­ra­el, als Ver­wal­tungs­macht bis zur end­gül­ti­gen Fest­le­gung über das Schick­sal des Ge­bie­tes, ent­schied sich trotz­dem, die hu­ma­ni­tä­ren Be­stim­mun­gen der Gen­fer Kon­ven­ti­on und an­de­re Nor­men des hu­ma­ni­tä­ren Völ­ker­rechts zu im­ple­men­tie­ren, um die grund­le­gen­den All­tags­rech­te der lo­ka­len Be­völ­ke­rung si­cher­zu­stel­len, so­wie die ei­ge­nen Rech­te Is­ra­els, sei­ne Kräf­te zu schüt­zen und je­ne Tei­le des Lan­des, die nicht un­ter lo­ka­lem Pri­vat­ei­gen­tum stan­den.
    3. Ar­ti­kel 49 der Vier­ten Gen­fer Kon­ven­ti­on, der die Mas­sen­an­sied­lung in be­setz­ten Ge­bie­ten ver­bie­tet, wie sie von Deutsch­land wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs prak­ti­ziert wur­de, war we­der re­le­vant noch je auf die Si­tua­ti­on an­zu­wen­den be­ab­sich­tigt, wo Is­rae­lis sich da­für ent­schei­den, in Ju­däa und Sa­ma­ria le­ben zu wol­len.
    4. Dem­entspre­chend ha­ben Be­haup­tun­gen der Ver­ein­ten Na­tio­nen, der eu­ro­päi­schen Haupt­städ­te, von Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ein­zel­per­so­nen, dass die is­rae­li­schen Sied­lungs­ak­ti­vi­tä­ten ei­ne Ver­let­zung des Völ­ker­rechts sei­en, da­her kei­ner­lei Rechts­grund­la­ge.
    5. In ähn­li­cher Wei­se ist der oft ver­wen­de­te Be­griff „be­setz­te pa­läs­ti­nen­si­sche Ge­bie­te” völ­lig un­ge­nau und falsch. Die Ge­bie­te sind we­der be­setzt, noch sind sie pa­läs­ti­nen­sisch. Kein ju­ris­ti­sches In­stru­ment hat je­mals fest­ge­stellt , dass die Pa­läs­ti­nen­ser Sou­ve­rä­ni­tät ha­ben oder dass die Ge­bie­te ih­nen ge­hö­ren.
    6. Die Ge­bie­te von Ju­däa und Sa­ma­ria blei­ben Streit­punk­te zwi­schen Is­ra­el und den Pa­läs­ti­nen­sern, aus­schliess­lich dem Er­geb­nis der Ver­hand­lun­gen über ih­ren per­ma­nen­ten Sta­tus un­ter­wor­fen.
    7. Die Recht­mäs­sig­keit der Prä­senz der is­rae­li­schen Ge­mein­den in der Re­gi­on stammt von den his­to­ri­schen, in­di­ge­nen und ge­setz­li­chen Rech­te des jü­di­schen Vol­kes, sich in der Ge­gend nie­der­las­sen zu dür­fen, das ge­mäss den von der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft gül­ti­gen und ver­bind­li­chen in­ter­na­tio­na­len Rechts­in­stru­men­ten an­er­kannt und ak­zep­tiert ist. Die­se Rech­te kön­nen nicht ver­wei­gert oder in Fra­ge ge­stellt wer­den.
    8. Die pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rung stimm­te im noch gül­ti­gen 1995er In­te­rims­ab­kom­men (Os­lo 2) zu, und ak­zep­tier­te, Is­ra­els fort­ge­setz­te Prä­senz in Ju­däa und Sa­ma­ria bis zum Ab­schluss der end­gül­ti­gen Sta­tus­ver­hand­lun­gen, oh­ne je­de Ein­schrän­kung auf bei­den Sei­ten in Be­zug auf Pla­nung, Ein­zo­nung oder den Bau von Häu­sern und Ge­mein­den. Da­her ha­ben Be­haup­tun­gen, dass Is­ra­els Prä­senz in der Re­gi­on il­le­gal sei, kei­ne Ba­sis.
    9. Die pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rung über­nahm in den Oslo-​Abkommen, al­le noch of­fe­nen Fra­gen zu re­geln, ein­schliess­lich der Gren­zen, Sied­lun­gen, Si­cher­heit, Je­ru­sa­lem und Flücht­lin­ge, aus­schliess­lich durch Ver­hand­lun­gen und nicht durch ein­sei­ti­ge Mass­nah­men. Die pa­läs­ti­nen­si­sche For­de­rung nach ei­nem Ein­frie­ren der Sied­lungs­ak­ti­vi­tä­ten als Vor­aus­set­zung für die Rück­kehr zu Ver­hand­lun­gen ist ei­ne Ver­let­zung der Ver­ein­ba­run­gen.
    10. Je­der Ver­such, durch die Ver­ein­ten Na­tio­nen oder auf an­de­re Wei­se ein­sei­tig den Sta­tus des Ge­biets zu än­dern, wür­de pa­läs­ti­nen­si­sche Ver­pflich­tun­gen, die in den Oslo-​Abkommen ver­ein­bart sind, ver­let­zen und die In­te­gri­tät und die wei­te­re Gül­tig­keit der ver­schie­de­nen Ab­kom­men mit Is­ra­el prä­ju­di­zie­ren, wo­durch die Si­tua­ti­on für mög­li­che uni­la­te­ra­le Ge­gen­ak­tio­nen durch Is­ra­el ge­öff­net wür­de.

 

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Po­li­ti­sches (Da­ni­el): – Die Rechts­grund­la­ge der is­rae­li­schen Rech­te in den um­strit­te­nen Ge­bie­ten […]

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