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Is­rae­li­sches Knes­set­mit­glied star­tet Um­welt­krieg ge­gen den Fluss der un­ge­prüf­ten, un­be­han­del­ten Ab­wäs­ser aus pa­läs­ti­nen­si­schen Gebieten

Lea Spei­er, 28.4.2015, algemeiner

Li­kud MK Shar­ren Has­kel. Fo­to: Ha­dar Selekter/​ Wi­ki­me­dia Commons.

Is­ra­el steht vor ei­ner grös­se­ren Um­welt­kri­se, da die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de (PA) wei­ter­hin die wich­tigs­ten Was­ser­stras­sen des Lan­des mit Ab­was­ser ver­schmutzt, trotz Fi­nan­zie­rung und ei­ner ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tung, die Pra­xis zu be­en­den, wie ein Mit­glied der Knes­set The Al­ge­mei­ner in ei­nem In­ter­view sagt.

MK Shar­ren Has­kel – mit 32 das jüngs­te Mit­glied der Likud-​Partei und das zweit­jüngs­te Mit­glied der Knes­set – er­klär­te: „Die Pa­läs­ti­nen­ser ha­ben un­ter den Oslo-​Abkommen ver­ein­bart, Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen zu bau­en und ih­re Ab­wäs­ser zu re­cy­celn. Die PA hat sich ver­pflich­tet, sich mit die­sen Fra­gen zu be­fas­sen und hat Hun­der­te von Mil­lio­nen Dol­lar an in­ter­na­tio­na­ler Fi­nan­zie­rung aus Eu­ro­pa und den USA er­hal­ten, dies zu tun,” sag­te Has­kel. „Al­ler­dings fliesst pa­läs­ti­nen­si­sches Ab­was­ser – so­wohl Sied­lungs­ab­wäs­ser als auch In­dus­trie­ab­fäl­le, die Kar­zi­no­ge­ne ent­hal­ten – je­den Tag in is­rae­li­sche Städ­te, weil sie es ver­säumt ha­ben, Was­ser­auf­be­rei­tungs­an­la­gen zu bauen.”

Das Li­kud MK sag­te, dass et­wa 33 Flüs­se aus PA-​kontrolliertem Ge­biet di­rekt in is­rae­li­sche Ge­wäs­ser flies­sen, wie das To­te Meer, das Mit­tel­meer und der Alexander-​Fluss in Cae­s­area. „Um­welt­fra­gen sind wirk­lich kom­pli­ziert, weil Luft und Was­ser kei­ne Gren­zen ha­ben. Wenn Sie an ei­nem Ort ver­schmut­zen, wird es in Tel Aviv oder Hai­fa en­den. Wenn es Luft­ver­schmut­zung gibt in Qal­qi­lya, zum Bei­spiel, wird sie in mei­ne Hei­mat­stadt Kfar Sa­ba strö­men. Die Rea­li­tät der Si­tua­ti­on ist viel kom­ple­xer als es scheint,” sag­te Haskel.

Sie sag­te auch, dass Is­ra­el ei­ne Lö­sung an­ge­bo­ten ha­be, die von der PA ab­ge­lehnt wur­de. „Is­ra­el hat Rei­ni­gungs­an­la­gen ge­baut in Ari­el und meh­re­re Ein­läs­se für die Pa­läs­ti­nen­ser in Sal­fit, dass sie ih­re Ab­wäs­ser da­mit ver­bin­den kön­nen. Wir sag­ten dor­ti­gen Be­am­ten, „Ste­cken Eu­re Ab­was­ser­roh­re in un­se­re Lei­tun­gen.” Die PA-​Regierung ver­bot ih­nen das. Dies ist, wo­mit Is­ra­el kon­fron­tiert ist,” sag­te sie und füg­te hin­zu: „Et­wa 41 Pro­zent des ge­sam­ten Was­sers, das Is­ra­el ver­wen­det, wird ent­salzt. Das ist un­glaub­lich, weil wir ein Land sind, das wirk­lich ei­ne Wüs­te ist und kaum Re­gen­was­ser er­hält. Wir ha­ben die Tech­no­lo­gie und das Know-​How, aber die PA wei­gert sich, uns ih­nen hel­fen zu las­sen. Dies ist nur ein wei­te­res Bei­spiel für den To­tal­aus­fall in der Art und Wei­se, wie die PA Din­ge durch­führt und mit Is­ra­el nicht zu­sam­men­ar­bei­ten will.”

Has­kel hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, das Be­wusst­sein zu die­sem The­ma so­wohl in Is­ra­el zu he­ben – „wo vie­len Men­schen gar nicht be­wuss­tist, dass dies ge­schieht” – und in der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft, von der sie glaubt, dass sie die PA zur Re­chen­schaft zie­hen könn­te. „Nach so vie­len Jah­ren und so vie­len Mit­teln, die in den Auf­bau der pa­läs­ti­nen­si­schen In­fra­struk­tur ge­steckt wur­den, wo ist das gan­ze Geld ge­blie­ben? Wir wis­sen, wo al­les hin­fliesst – in die Ta­schen der PA-​Beamten oder ter­ro­ris­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen,” sag­te sie.

Trotz pa­läs­ti­nen­si­schen Rück­schlä­gen, sag­te Has­kel, er­grei­fe Is­ra­el noch nie da ge­we­se­ne Mass­nah­men in Rich­tung ei­ner Lö­sung der Kri­se. „Ita­li­en hat 50 Mil­lio­nen Eu­ro ge­spen­det für ei­ne Rei­ni­gungs­an­la­ge für die Pa­läs­ti­nen­ser, die mit is­rae­li­scher Ver­mitt­lung ge­baut wird. Is­ra­el wird si­cher­stel­len, dass das Geld di­rekt an die Ver­trags­part­ner über­ge­ben wird. Je­mand wird vor Ort sein, um zu über­wa­chen, wie es aus­ge­ge­ben wird. Ein Team wird mit den Pa­läs­ti­nen­sern ar­bei­ten, bis sie die An­la­ge selbst be­trei­ben kön­nen,” er­klär­te sie.

Po­li­tisch hat Has­kel es auf sich ge­nom­men, Re­gie­run­gen und NGOs im Aus­land zu in­for­mie­ren über die Si­tua­ti­on vor Ort und der „ir­rever­si­blen Schä­di­gung, die die PA ver­ur­sacht, nicht nur für Men­schen, son­dern auch an der Na­tur.” Ge­mäss dem MK-​Neuling wer­den neu ver­öf­fent­lich­te For­schungs­er­geb­nis­se über die Ver­schmut­zung von Ab­wäs­sern durch die PA auf Eng­lisch, Fran­zö­sisch und Deutsch über­setzt und sol­len „Be­am­ten ge­schickt wer­den, da­mit sie das Pro­blem ver­ste­hen, dass Mit­tel an die rich­ti­ge Sa­che ge­hen und nicht in die Ta­schen der PA Beamten.”

Vor Ein­tritt in die Knes­set im Au­gust 2015 – als Er­satz für MK Dan­ny Danon, der zu Is­ra­els Bot­schaf­ter bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen er­nannt wur­de – war Has­kel ei­ne Ak­ti­vis­tin des Um­welt­aus­schus­ses der Ge­mein­de Kfar Saba.

3 Kommentare

  1. Juna

    Hal­lo, Ihr habt den Ab­satz „Has­kel hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, das Be­wusst­sein…” in zwei Ver­sio­nen drin. Viel­leicht soll­te man ei­ne doch entfernen. 

    Gruß, Ju­na

    1. Daniel Heiniger

      Vie­len Dank für den Hin­weis. Ich ha­be den Feh­ler korrigiert.

  2. Joe

    Das wird die eu­ro­päi­schen Pali-​Freunde mal wie­der nicht interessieren.

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