«

»

Bri­ti­sche Labour-​Partei: Ein si­che­rer Ha­fen für Ras­sis­ten?

Rob­bie Tra­vers, 27.6.2016, Gatestone In­sti­tu­te


  • Es ist kaum zu glau­ben, dass die Par­tei, die ein­mal von Pre­mier­mi­nis­ter To­ny Blair ge­führt wur­de, der Prä­si­dent Bush in der Füh­rung des Kriegs ge­gen den Ter­ror und bei der Be­kämp­fung der ex­pan­si­ven is­la­mis­ti­schen Be­we­gun­gen un­ter­stütz­te, heu­te von ei­nem Mann um­kämpft und ge­führt wird, der ge­gen das Ver­bot von Al-​Qaida als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ge­stimmt hat.
  • Die Idee, dass ein ein­zi­ges to­ta­li­tä­res Ka­li­fat mehr De­mo­kra­tie und Sta­bi­li­tät, ge­schwei­ge denn bür­ger­li­che und po­li­ti­sche Rech­te in ei­nen zu­neh­mend zer­split­ter­ten, kor­rup­ten und in­sta­bi­len Na­hen Os­ten brin­gen wür­de, scheint mehr ei­ne kind­li­che, der Lo­gik trot­zen­de Phan­ta­sie zu sein.
  • Sind es nicht in der Re­gel sä­ku­la­re Ge­sell­schaf­ten, die die Rech­te der re­li­giö­sen Min­der­hei­ten, ein­schließ­lich der Mus­li­me, ih­ren Glau­ben zu prak­ti­zie­ren, schüt­zen?
  • Ich bin kein Ju­de und ich ha­be kei­ne Ver­bin­dun­gen zum Ju­den­tum. Doch wenn ein Ju­de zu sein an­ti­se­mi­ti­sche Ras­sis­ten be­lei­digt, dann nen­ne ich mich ger­ne Ju­de und ste­he auf und las­se mich mit den Ju­den als Min­der­heit zäh­len vor der wach­sen­den Ver­fol­gung in ganz Eu­ro­pa.

Das Par­la­ments­mit­glied für die La­bour Par­ty Naz Shah (links) wur­de vor kur­zem von der Par­tei sus­pen­diert we­gen der Kom­po­si­ti­on und dem Aus­tausch von an­ti­se­mi­ti­schen Lü­gen­ge­schich­ten. Der Füh­rer der La­bour Par­ty Je­re­my Cor­byn (rechts) hat ei­ne Ten­denz, mit Holocaust-​Leugnern, an­ti­se­mi­ti­schen Hass­pre­di­gern und an­de­ren von ähn­li­chem Farb­ton her­um­zu­hän­gen, und ist ein selbst­er­klär­ter „Freund” der Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen Ha­mas und His­bol­lah.

Die bri­ti­sche Labour-​Partei, die einst stolz in So­li­da­ri­tät stand mit den Op­fern des Ter­ro­ris­mus, ist nun un­ter der Möchtegern-​Leitung von Je­re­my Cor­byn an­schei­nend ein Pa­ra­dies für An­ti­se­mi­ten, Is­la­mis­ten und ih­ren Apo­lo­ge­ten ge­wor­den.

Es ist schwer zu glau­ben, dass die Par­tei, die ein­mal von Pre­mier­mi­nis­ter To­ny Blair ge­führt wur­de, der Prä­si­dent Bush bei der Füh­rung des Krie­ges ge­gen den Ter­ror und der Be­kämp­fung der ex­pan­si­ven is­la­mis­ti­schen Be­we­gun­gen un­ter­stütz­te, heu­te von ei­nem Mann um­kämpft und ge­führt wird, der ge­gen das Ver­bot von Al-​Qaida als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ge­stimmt hat, nur Mo­na­te nach­dem mehr als 200 Men­schen in den Ter­ror­an­schlä­gen von 1998 auf die ame­ri­ka­ni­schen Bot­schaf­ten in Nai­ro­bi und Dar es Sa­laam ge­tö­tet wor­den wa­ren.

Je­re­my Cor­byn be­haup­tet, dass er auf ei­ner Tri­bü­ne steht, wo „es kei­nen Platz für An­ti­se­mi­tis­mus und je­de Form von Ras­sis­mus in der Labour-​Partei oder über­all in der Ge­sell­schaft gibt.” Er sagt auch, dass La­bour „ent­schlos­sen ge­han­delt” ha­be.

Trotz Cor­byns Be­teue­run­gen, dass er ein er­klär­ter Anti-​Rassist sei, der Is­la­mis­mus ver­ur­teilt, und dass er stän­dig An­ti­se­mi­tis­mus ver­ur­tei­le, hat die­se Füh­rung an­ti­is­rae­li­schen und an­ti­se­mi­ti­schen Dia­log to­le­riert und hat Is­la­mis­ten an­ge­zo­gen. Als Cor­byn ge­be­ten wur­de, mehr zu tun, um das stei­gen­de Kli­ma des An­ti­se­mi­tis­mus zu be­kämp­fen, das da­zu ge­führt hat, dass die Labour-​Abgeordnete Loui­se Ell­man an­ti­se­mi­ti­schen Schmä­hun­gen ins Ge­sicht bli­cken muss­te, hat sein Bru­der, Piers Cor­byn, get­wit­tert: „ABSURD! Al­le Cor­byns sind en­ga­gier­te Anti-​Nazis. Zio­nis­ten kön­nen mit nie­mand um­ge­hen, der Rech­te für Pa­läs­ti­na un­ter­stützt.”

Die Be­mer­kung im­pli­ziert, dass der An­ti­se­mi­tis­mus nur ein jüngs­tes Vor­ur­teil ist, ge­schaf­fen aus­schliess­lich um Zio­nis­ten zu hel­fen, als Re­ak­ti­on auf die pro-​palästinensische Be­we­gung, und nicht als ei­ne Be­we­gung von Men­schen, die die­se Ge­gend be­wohnt ha­ben – von der ein be­trächt­li­cher Ab­schnitt auch Ju­däa ge­nannt wird – seit fast 3000 Jah­ren. Bis 1948 exis­tier­ten Pa­läs­ti­nen­ser noch gar nicht – au­ßer als an­ge­nom­men Na­men der Chris­ten, Ara­ber und Ju­den, die nach dem Zu­sam­men­bruch des Os­ma­ni­schen Rei­ches un­ter dem bri­ti­schen Man­dat leb­ten (1923−1948).

Corbyn-​Anhänger je­doch sind of­fen­bar nicht so scharf dar­auf, wie er es zu sein be­haup­tet, um die stei­gen­de Kul­tur der an­ti­se­mi­ti­schen My­tho­lo­gie zu ver­ur­tei­len, die von vie­len sei­ner selbst­er­nann­ten Al­tar­die­ner pro­pa­giert zu wer­den neigt.

Die Par­tei, die der In­be­griff des An­ti­ras­sis­mus zu sein be­haup­tet, hat in den letz­ten Mo­na­ten zu Recht in den Hän­den der bri­ti­schen Me­di­en für ih­re To­le­ranz ge­gen­über Ras­sis­mus ge­lit­ten – in die­sem Fall An­ti­se­mi­tis­mus. Das ist ei­ne Sicht, die an­schei­nend oft Hand in Hand geht mit Apo­lo­ge­ten ex­tre­mis­ti­schen Is­lams und ra­di­ka­len is­la­mi­schen Ter­rors.

John Tum­mon, zum ei­nen, hat wie­der­holt auf der lin­ken Ein­heits­kon­fe­renz von 2014 zur Wie­der­her­stel­lung ei­nes Ka­li­fats, das die Ge­samt­heit des Na­hen Os­tens um­fasst, auf­ge­ru­fen. Er pos­tu­lier­te, dass ein Ka­li­fat, mit der stren­gen Ver­hän­gung des is­la­mi­schen Scharia-​Recht, da­für sor­gen wür­de, dass „Viel­falt und Au­to­no­mie ge­schützt sind und ge­pflegt wer­den und die Mas­se der Men­schen kann wirk­sam die Exe­ku­tiv­be­hör­de kon­trol­lie­ren.”

Was die stren­ge An­wen­dung des is­la­mi­schen Scharia-​Rechts in der Re­gel sieht, je­doch, ist, dass die per­sön­li­chen, wirt­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Frau­en­rech­te aus­ge­löscht wer­den. In der Tat wür­den die Rech­te an­de­rer re­li­giö­ser Min­der­hei­ten wie Ye­zi­den, Ale­vi­ten und Ba­hai so­wie der Les­ben, Ho­mo­se­xu­ell, Bi­se­xu­el­le und Trans­gen­der (LGBT) und Ju­den auch un­ter ex­tre­mer Ver­fol­gung lei­den, wie letz­te­re be­reits ge­lit­ten ha­ben, oft mit der For­de­rung nach Ver­nich­tung, wie „Ha­mas, Ha­mas, Ju­den ins Gas.”

Die Idee, dass ein ein­zi­ges to­ta­li­tä­res Ka­li­fat mehr De­mo­kra­tie und Sta­bi­li­tät brin­gen wür­de, ge­schwei­ge denn bür­ger­li­che und po­li­ti­sche Rech­te, in ei­nen zu­neh­mend zer­split­ter­ten, kor­rup­ten und in­sta­bi­len Na­hen Os­ten, scheint mehr ei­ne kind­li­che, der Lo­gik trot­zen­de Phan­ta­sie.

Tum­mons Mo­ti­on ver­ur­teilt auch sä­ku­la­re Po­li­tik durch ab­fäl­li­ge Be­grif­fe – wie das Recht für die Re­li­giö­sen, frei von Ver­fol­gung zu be­ten, und die Tren­nung von Kir­che und Staat – als „Eu­ro­zen­tri­sche Mar­ke des Sä­ku­la­ris­mus”, die, wie er be­haup­tet, Men­schen im Na­hen Os­ten da­zu zwingt, ih­ren re­li­giö­sen Glau­ben zu ver­las­sen.

Mo­ment, sind es nicht in der Re­gel sä­ku­la­re Ge­sell­schaf­ten, die die Rech­te der re­li­giö­sen Min­der­hei­ten schüt­zen, ein­schließ­lich der Mus­li­me, ih­ren Glau­ben zu prak­ti­zie­ren? Und die ver­hin­dern, dass re­li­giö­se Ex­tre­mis­ten die Lan­des­po­li­tik do­mi­nie­ren und ih­ren Glau­ben an­de­ren auf­zwin­gen? War es den Chris­ten in oran­gen Over­alls, de­nen von ISIS die Keh­le durch­ge­schnit­ten wur­de, er­laubt, ih­ren Glau­ben zu prak­ti­zie­ren? War es Asia Bi­bi, ei­ner Chris­tin in der pa­ki­sta­ni­schen To­des­zel­le, weil sie aus der­sel­ben Quel­le Was­ser ge­trun­ken hat­te wie Mus­li­me und sich dann ge­wei­gert hat­te, zum Is­lam zu kon­ver­tie­ren, er­laubt, ih­ren Glau­ben zu prak­ti­zie­ren?

Sind es Na­tio­nen wie Sau­di­ara­bi­en, de­nen Tum­mon of­fen­bar nach­strebt: Mit dem Ge­setz der Scha­ria, die kei­nen ein­zi­gen Ge­bets­ort für die­je­ni­gen au­ßer­halb des Is­lam er­lau­ben?

John Tum­mon hat den is­la­mi­schen Staat (IS) – ei­ne ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on, die ver­sucht, Jes­si­den, Kur­den und Chris­ten in Sy­ri­en und im Irak zu kon­ver­tie­ren oder aus­zu­lö­schen – als Or­ga­ni­sa­ti­on mit „pro­gres­si­vem Po­ten­ti­al” be­schrie­ben.

„Pro­gres­si­ves Po­ten­ti­al”? War­um ver­tei­digt Tum­mon nicht LGBT-​Rechte, statt ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on zu ver­tei­di­gen, die Ho­mo­se­xu­el­le von Dä­chern wirft?

War­um ver­tei­digt Tum­mon nicht Frau­en­rech­te, statt ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on zu ver­tei­di­gen, die ih­re Sex­skla­vin­nen zwingt, Kon­tra­zep­ti­va zu neh­men, da­mit sie oh­ne Kon­se­quen­zen ver­ge­wal­tigt wer­den kön­nen? (Im Is­lam ist es ver­bo­ten, ei­ne Frau zu ver­ge­wal­ti­gen, wenn sie schwan­ger ist.)

Wel­cher Mensch möch­te mit ei­ner Par­tei in Ver­bin­dung ge­bracht wer­den, de­ren Mit­glie­der An­sich­ten wie die­se ha­ben?

Die Kopf­schmer­zen für La­bour en­den nicht ein­fach mit Tum­mons Un­ter­stüt­zung für ein Ka­li­fat; er hat eben­falls ge­sagt: „und ich be­für­wor­te­te kri­ti­sche Un­ter­stüt­zung für die Ent­wick­lung [von] ISIL.” Ar­gu­men­tiert er, dass Gross­bri­tan­ni­en mi­li­tä­ri­sche Un­ter­stüt­zung für ISIL an­bie­ten soll­te – ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, die Völ­ker­mord ge­gen die re­li­giö­sen Min­der­hei­ten be­geht, von de­nen Tum­mon be­haup­tet, ein Ka­li­fat schüt­ze sie?

Be­ach­ten Sie auch den Fall von Ger­ry Dow­ning, der bis März ein Mit­glied von La­bour war. Im März, live am bri­ti­schen Fern­se­hen, wei­ger­te sich Dow­ning, die Mör­der von 2’996 Men­schen in den 9/​11-​Angriffen zu ver­ur­tei­len, und sag­te wei­ter­hin, dass die 9/​11-​Angriffe „nie ver­ur­teilt wer­den dür­fen.” Fin­det er des­halb ei­nen Teil von 911 er­träg­lich?

Dow­ning wur­de nach sei­ner Sus­pen­die­rung von La­bour wie­der auf­ge­nom­men, selbst nach­dem sei­ne Kom­men­ta­re auf ver­schie­de­nen Blogs der Par­tei be­kannt ge­wor­den wa­ren. Der Pre­mier­mi­nis­ter, Da­vid Ca­me­ron, for­der­te Cor­byn im Par­la­ment we­gen Dow­nings An­sich­ten her­aus, doch Cor­byn ant­wor­te­te nicht auf die Fra­ge.

Cor­byn scheint nicht nur auf Fra­gen des An­ti­se­mi­tis­mus sehr lang­sam zu re­agie­ren; er scheint auch nicht so­li­da­risch zu sein mit Op­fern des Ter­ro­ris­mus. Und das soll ei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on sein für ei­nen Füh­rer der Labour-​Partei? War die As­so­zi­ie­rung von Ger­ry Dow­ning mit der Labour-​Partei wün­schens­wert oder so­gar mo­ra­lisch rich­tig?

Ein wei­te­res Mit­glied der Labour-​Partei, Vicki Kir­by, wur­de ur­sprüng­lich im Jahr 2014 von der Par­tei sus­pen­diert, für den Tweet, dass „Hit­ler ein Zio­nis­ten­gott war”, und „Wir ha­ben Is­ra­el er­fun­den beim ret­ten [der Ju­den] vor Hit­ler.”

Kir­bys An­sich­ten bie­ten ei­nen bes­se­ren Ein­blick in sie, und mög­li­cher­wei­se auch in an­de­re Per­so­nen, die in Cor­byns Labour-​Partei ein­ge­tre­ten sind, als in Is­ra­el oder Ju­den.

Kir­by scheint das We­sen des Zio­nis­mus völ­lig falsch zu ver­ste­hen, das nicht Ara­bern ih­rer Recht auf Land weg­neh­men oder ei­nen ex­pan­sio­nis­ti­schen is­rae­li­schen Staat bil­den will, son­dern die Ju­den vor An­grif­fen schüt­zen und ih­re Rech­te be­wah­ren will. Au­ßer­dem mach­te sie gel­tend, „ISIS soll­te Is­ra­el an­grei­fen” – ein Ge­fühl, das we­ni­ger als nach­bar­schaft­lich ist. Sie ver­säum­te es auch nicht, das Kli­schee zu ver­brei­ten, dass „Ju­den gro­ße Na­sen ha­ben”, of­fen­bar in Er­man­ge­lung der Be­ob­ach­tung, dass vie­le Ita­lie­ner, Ara­ber und an­de­re Men­schen eben­falls gro­ße Na­sen ha­ben.

Bis Mit­te März muss es auch für Cor­byn of­fen­sicht­lich ge­we­sen sein, dass Kir­by ei­ne Be­las­tung sein könn­te. Ei­ne „Un­ter­su­chung” ih­rer Kom­men­ta­re läuft noch. Kir­by ist nach wie vor sus­pen­diert.

Und was ist Cor­byns Ant­wort auf Beina­zir Las­ha­rie, die sag­te, dass „vie­le Leu­te wis­sen, wer hin­ter 911 steckt, und auch, wer hin­ter ISIS steckt. Ich ha­be nichts ge­gen Ju­den … tei­le es nur!” Sol­che Be­mer­kun­gen – die zu Un­recht is­la­mis­ti­sche Ter­ror­an­schlä­ge Ju­den zu­schrei­ben – schei­nen dar­auf ab­zu­zie­len, sie in Groß­bri­tan­ni­en zu mar­gi­na­li­sie­ren; kein Wun­der, könn­ten sich bri­ti­sche Ju­den ge­fähr­det füh­len.

Nach­dem sie we­gen ih­rer an­ti­se­mi­ti­schen An­sich­ten aus der Labour-​Partei aus­ge­schlos­sen wor­den war, wur­de Las­ha­rie im De­zem­ber still wie­der zu­ge­las­sen.

Ha­be ich To­ny Green­stein zu er­wäh­nen ver­ges­sen, der, wie ge­sagt wird, be­haup­tet hat, dass die Ju­den die Nürn­ber­ger Ge­set­ze des Drit­ten Rei­ches un­ter­stütz­ten, die Ju­den in na­he­zu je­dem Be­reich ein­schränk­ten – ein­schließ­lich der po­li­ti­schen Be­tei­li­gung, Klei­dung, Ehe, Be­schäf­ti­gung und letzt­lich ih­rer Exis­tenz. Wie kommt es da­her, dass vie­le ara­bi­sche Mit­glie­der in der is­rae­li­schen Knes­set sind? Green­stein be­steht dar­auf, kein An­ti­se­mit zu sein.

Kha­dim Hus­sain, ein Labor-​Berater und ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter von Brad­ford, scheint ein an­de­rer Teil des glei­chen Mus­ters zu sein. Er ver­öf­fent­lich­te ein Bild mit der Be­haup­tung: „[Das bri­ti­sche] Schul­bil­dungs­sys­tem in­for­miert Sie nur über An­ne Frank und die sechs Mil­lio­nen Zio­nis­ten, die ge­tö­tet wur­den.”

Nicht nur ver­mischt er fälsch­li­cher­wei­se Ju­den mit Zio­nis­ten; was min­des­tens so be­sorg­nis­er­re­gend ist, ist, dass sei­ne Be­mer­kung zeigt, dass die Ver­nich­tung von sechs Mil­lio­nen Men­schen nicht er­in­ne­rungs­wür­dig ist oder sein soll­te. Es im­pli­ziert auch, dass die Ge­schich­te der jun­gen An­ne Frank, die ge­zwun­gen war, sich zu ver­ste­cken, dann in ein Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ge­pfercht wur­de, wo sie für das „Ver­bre­chen” starb, ein Mit­glied ei­ner re­li­giö­sen und eth­ni­schen Grup­pe zu sein – ein Um­stand, den sie nicht ge­wählt hat­te und der in ei­nem an­de­ren eu­ro­päi­schen Land ge­sche­hen war – nicht not­wen­dig ist, Kin­dern zu un­ter­rich­ten.

Es ist und bleibt ab­so­lut not­wen­dig, Kin­dern zu leh­ren, was Men­schen ein­an­der an­tun kön­nen, wenn Schlach­tung of­fi­zi­ell sank­tio­niert wird.

Wenn das die Leu­te sind, die Cor­byns Labour-​Partei aus­ma­chen – Men­schen, die 911 ver­tei­di­gen, ISIS un­ter­stüt­zen, Ju­den mar­gi­na­li­sie­ren und Is­ra­el mit Hit­ler ver­glei­chen – sol­len wir dann wirk­lich al­le ei­len und für sie stim­men ge­hen?

Ich war frü­her ein Mit­glied der Labour-​Partei, bis sie Cor­by­ni­siert wur­de. Ich füh­le mich nicht da­nach, Hit­ler zu fei­ern, den Ho­lo­caust her­un­ter­zu­ma­chen, Ras­sen­schan­de über die Ju­den zu ver­brei­ten – oder über­haupt über ir­gend je­mand – oder zu be­haup­ten, dass der Is­la­mis­mus und die Scha­ria „pro­gres­siv” sind.

Ich bin kein Ju­de, und ich ha­be kei­ne Ver­bin­dun­gen zum Ju­den­tum. Doch wenn Ju­de zu sein an­ti­se­mi­ti­sche Ras­sis­ten be­lei­digt, dann nen­ne ich ich ger­ne ein Ju­de, und ste­he auf und las­se ich mit den Ju­den als Min­der­heit zäh­len, die vor wach­sen­der Ver­fol­gung in ganz Eu­ro­pa steht.

Als ich auf­wuchs, zeig­te mir mein Gross­va­ter ein Bild:

Ein mitt­ler­wei­le be­rühm­tes Fo­to, auf dem ein Mann, der als Au­gust Land­mes­ser iden­ti­fi­ziert wur­de, sich wei­gert, den Hit­ler­gruß zu ge­ben, wur­de am 13. Ju­ni 1936 auf­ge­nom­men.

„Sei wie die­ser Kerl”, sag­te er, „egal, was die per­sön­li­chen Kos­ten sind, weil man im­mer das Rich­ti­ge tun soll­te.” Mein Groß­va­ter hat­te recht. Ich möch­te der „Mann” in der Fo­to­gra­fie sein, der ge­gen den wie­der auf­er­ste­hen­den An­ti­se­mi­tis­mus in Eu­ro­pa auf­steht und sa­gen, dass ge­nug ge­nug ist. Ich wünsch­te nur, mehr Men­schen in der bri­ti­schen La­bour wä­ren halb so be­ein­dru­ckend und hät­ten die Hälf­te sei­nes Cha­rak­ters.

Rob­bie Tra­vers, ein po­li­ti­scher Kom­men­ta­tor und Be­ra­ter, ist Ge­schäfts­füh­rer der Ago­ra, ehe­ma­li­ger Me­di­en­ma­na­ger im Hu­man Se­cu­ri­ty Cent­re und Ju­ra­stu­dent an der Uni­ver­si­tät von Edin­burgh.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php