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Der Rab­bi, der den wah­ren Grund für Arik Sharons „Rück­zug” kannte

Re­fle­xio­nen über den Ver­lust von Rab­bi Shaar-​Yashuv Ha­Co­hen ztl: Der Rab­bi, der den wah­ren Grund Arik Sharons Rück­zug aus dem Ga­za­strei­fen und der Ver­trei­bung der jü­di­schen Ge­mein­den von Ka­tif und Nord Shomrom ge­hört hatte.

Da­vid Be­dein, 6.9.2016, Arutz Sheva

Da­vid Be­dein ist der Di­rek­tor der Is­ra­el Res­sour­ces News Agen­cy & des Cen­ter for Ne­ar East Po­li­cy Re­se­arch Ltd. Sei­ne Web­site ist IsraelBehindTheNews.com

Der Tod des Ober­rab­bi­ner Eme­ri­tus von Hai­fa, Rab­bi Shaar-​Yashuv Co­hen, bringt Er­in­ne­run­gen an die er­grei­fends­ten Epi­so­den in der Ge­schich­te des mo­der­nen Staa­tes Israel.

Rav Shaar-​Yashuv Co­hen, in der Schlacht um die Alt­stadt von Je­ru­sa­lem ver­wun­det, war der letz­te jü­di­sche Zi­vi­list, der die Alt­stadt ver­liess, als sie fiel, auf ei­ner Bah­re in die Ge­fan­gen­schaft ge­führt … Und Rav Shaar-​Yashuv Co­hen, der als stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter von Je­ru­sa­lem im Jah­re 1967 dien­te, wur­de die Eh­re zu­teil, der ers­te Zi­vi­list zu sein, der die Alt­stadt von Je­ru­sa­lem nach der Be­frei­ung wäh­rend des Sechs­ta­ge­krie­ges wie­der betrat.

Doch es gibt noch ei­ne wei­te­re Mis­si­on nach Je­ru­sa­lem, die we­nig be­kannt war.

Im Au­gust 2005 reis­te Rab­bi Shaar-​Yashuv Co­hen nach Je­ru­sa­lem, um ein Last-​Minute Plä­doy­er zu ver­su­chen, den da­ma­li­gen Pre­mier­mi­nis­ter Ari­iel (Arik) Sharon da­zu zu brin­gen, sei­nen Plan zu über­den­ken, sich aus Gush Ka­tif zu­rück­zu­zie­hen, was die Aus­lö­schung der 21 dor­ti­gen jü­di­schen Ge­mein­den ein­schloss, dar­un­ter 325 blü­hen­de jü­di­sche Be­trie­be und 86 Syn­ago­gen und jü­di­sche Stu­di­en­zen­tren. Rav Shaar-​Yashuv Co­hen sag­te mir da­mals, dass die Be­zie­hung zwi­schen Arik Sharon und ihm seit sei­nen Ta­gen der Ge­fan­gen­schaft im Krieg von 1948 an­ge­dau­ert hat­te und dass Rav Shaar-​Yashuv der ein­zi­ge Rab­bi war, der be­reit war, da­mals mit ihm zu sprechen.

Sharon gab dem Rab­bi ei­ne kla­re Ant­wort: „Das ist, was die USA ver­lan­gen, dass ich es tue, und ich muss es tun.”

Es spiel­te kei­ne Rol­le, dass die Hälf­te der 9.000 Ju­den, die in Gush Ka­tif leb­ten, nir­gend­wo hin konn­ten, und dass ih­re Um­zugs­plä­ne im­mer noch in der Schwe­be waren.

Es spiel­te kei­ne Rol­le, dass die is­rae­li­sche Re­gie­rung nicht mehr als zwei Con­tai­ner für je­de Fa­mi­lie an­bie­ten konn­te, um ihr Hab und Gut abzutransportieren.

Es spiel­te an­schei­nend kei­ne Rol­le, dass die Ex­per­ten des is­rae­li­schen Si­cher­heits­ap­pa­ra­tes warn­ten, dass das Er­geb­nis des über­has­te­ten Rück­zugs die Schaf­fung ei­ner neu­en is­la­mi­schen Ter­ror­ba­sis sein werde.

Rav Shaar-​Yashuv Co­hen hört Sharon deut­lich ma­chen, dass er un­ter dem Druck der US-​Regierung war, und dass es das war, und dass der My­thos ei­ner au­to­no­men is­rae­li­schen Po­li­tik in die­ser Hin­sicht mit der Rea­li­tät nichts zu tun hatte.

Tat­säch­lich war ei­ne der ver­brei­te­ten An­nah­men, dass der Plan der Re­gie­rung Sharon, Ju­den aus dem Ga­za­strei­fen und dem nörd­li­chen Sa­ma­ria zu ver­trei­ben und uni­la­te­ral die Re­gi­on ei­ner un­ab­hän­gi­gen pa­läs­ti­nen­si­schen En­ti­tät zu über­ge­ben, ei­ne völ­lig au­to­no­me is­rae­li­sche Ent­schei­dung ge­we­sen war.

Doch es war die US-​Regierung, die die gan­ze Zeit da­hin­ter ge­steckt hatte.

Bei Tref­fen mit be­trof­fe­nen US-​Bürgern hat Dan­ny Aya­lon, zu der Zeit is­rae­li­scher Bot­schaf­ter in den USA, deut­lich ge­sagt, dass Scha­rons Rück­zugs­plan Teil ei­ner gesamt-​israelisch-​amerikanischen Ver­ein­ba­rung war.

En­de Ju­ni 2005 traf Aya­lon mit Ver­tre­tern der or­tho­do­xen Uni­on, ei­ner der größ­ten Zu­sam­men­schlüs­se ame­ri­ka­ni­scher or­tho­do­xer Ju­den, und sag­te ih­nen klar, dass „Pre­mier­mi­nis­ter Sharon kei­ne an­de­re Wahl ge­las­sen wird. Er tut ge­nau das, was die USA er­war­tet, was er tun muss.”

In ei­nem In­ter­view mit dem jü­di­schen Jour­nal of Grea­ter Los An­ge­les, er­schie­nen am 22. Ju­ni 2005, hob Aya­lon frü­he­re is­rae­li­sche Re­gie­rungs­aus­sa­gen auf und sag­te, dass Is­ra­el von der Pa­läs­ti­nen­ser­be­hör­de (PA) den Ab­bau ter­ro­ris­ti­scher In­fra­struk­tur nicht er­war­tet bis nach dem ge­plan­ten Rück­zug. Er er­wähn­te, dass die Be­en­di­gung des Ter­ro­ris­mus und der anti-​israelischen Het­ze Be­din­gun­gen ge­we­sen wa­ren, die Is­ra­el von der PA ge­for­dert hat­te, be­vor der Plan durch­ge­führt wird; Trotz­dem deu­te­te Aya­lon an, dass das Ab­kom­men mit den USA wich­ti­ger war als ei­ne Ver­ein­ba­rung mit der PA.

Der is­rae­li­sche Bot­schaf­ter sag­te: „Der Rück­zug muss … im Zu­sam­men­hang mit den Israel-​USA Be­zie­hun­gen be­trach­tet wer­den. Die­ser Rück­zug folg­te nicht ei­ner Ei­ni­gung mit den Pa­läs­ti­nen­sern, son­dern folg­te et­was, was viel wich­ti­ger ist, ei­ner Ver­ein­ba­rung mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Der Rück­zug ist et­was, das zwi­schen uns und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ei­ne ge­mein­sa­me Agen­da schafft.”

Im letz­ten In­ter­view Be­nyamin Net­anya­hus vor sei­nem Rück­tritt aus der Re­gie­rung Sharon deu­te­te er an, dass die der­zeit von der Re­gie­rung von Is­ra­el ver­folg­te Po­li­tik als ei­ne Be­dro­hung für die Si­cher­heits­in­ter­es­sen der USA und von al­len west­li­chen Län­dern wahr­ge­nom­men wer­den soll­te, da sie ei­ne Ter­ror­ba­sis in Ga­za ge­schaf­fen hat­te, und da die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de die Ha­mas und an­de­re pa­läs­ti­nen­si­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen in­te­griert hat, statt sie abzubauen.

Den­noch blieb die Di­rek­ti­ve des US Sta­te De­part­ment un­ver­än­dert: Pre­mier­mi­nis­ter Ari­el Sharon muss jeg­li­che is­rae­li­sche Prä­senz aus je­der jü­di­schen Ge­mein­de im Kreis Ka­tif von Ga­za bis Mit­te Au­gust zurückziehen.

Als Is­ra­el den Rück­zug der IDF und die Ver­trei­bung der jü­di­schen Ge­mein­den von Ka­tif und dem nörd­li­chen Shomrom durch­zog, sag­te mir Rav Shaar-​Yashuv Co­hen, dass er der Welt sa­gen woll­te, dass die­se Po­li­tik das Er­geb­nis ei­nes kla­ren Dik­tats an Arik Sharon durch der Re­gie­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten sei. Dies soll­te kei­ne Ra­tio­na­li­sie­rung für Scha­rons Po­li­tik sein.

Nur we­ni­ge Men­schen wol­len die War­nun­gen von Rav Shaar-​Yashuv Co­hen hö­ren, dass die is­rae­li­sche Po­li­tik oft von Wa­shing­ton dik­tiert wird.

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