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Schluss­plä­doy­er von Ge­ert Wil­ders bei sei­nem Prozess

Ge­ert Wil­ders, 23.11.2016, Gatestone Institute

Ge­ert Wil­ders vor Ge­richt, am 23. No­vem­ber 2016. (Bild­quel­le : NPO Nach­rich­ten Video-Screenshot)

Wer­ter Herr Prä­si­dent, Wer­te Mit­glie­der des Gerichts!

Als ich mich ent­schloß, heu­te hier zu spre­chen, in­dem ich in die­sem Pro­zeß ge­gen die Re­de­frei­heit ei­ne ab­schlie­ßen­de Aus­sa­ge ma­che, re­agier­ten vie­le Men­schen, in­dem sie sag­ten, das sei nutz­los. Dass Sie, das Ge­richt, den Ur­teils­spruch be­reits vor ei­ner Wei­le ge­schrie­ben hät­ten. Das al­les dar­auf hin­deu­tet, dass Sie mich schon ver­ur­teilt ha­ben. Und viel­leicht stimmt das auch. Trotz­dem bin ich hier. Weil ich nie­mals auf­ge­be. Und ich ha­be ei­ne Bot­schaft für Sie und die Niederlande.

Seit Jahr­hun­der­ten sind die Nie­der­lan­de ein Sym­bol der Freiheit.

Wenn man Nie­der­lan­de sagt, sagt man Frei­heit. Und das stimmt auch, viel­leicht be­son­ders für die­je­ni­gen, die ei­ne an­de­re Mei­nung ha­ben als das Es­ta­blish­ment, für die Op­po­si­ti­on. Und un­se­re wich­tigs­te Frei­heit ist die Redefreiheit.

Wir Nie­der­län­der sa­gen, was uns am Her­zen liegt. Und ge­nau das macht un­ser Land groß. Die Re­de­frei­heit ist un­ser Stolz.

Und ge­nau dar­um geht es hier und heute.

Ich wei­ge­re mich, zu glau­ben, dass wir die­se Frei­heit ein­fach auf­ge­ben. Weil wir Nie­der­län­der sind. Das ist der Grund, war­um wir kein Blatt vor den Mund neh­men. Und auch ich wer­de das nie tun. Und dar­auf bin ich stolz. Nie­mand wird mich zum Schwei­gen brin­gen können.

Dar­über hin­aus, wer­te Mit­glie­der des Ge­richts, ist für mich per­sön­lich die Re­de­frei­heit die ein­zi­ge Frei­heit, die ich noch ha­be. Je­den Tag wer­de ich dar­an er­in­nert. Heu­te Mor­gen, zum Bei­spiel. Ich wach­te in ei­nem Safe Hou­se auf. Ich stieg in ein ge­pan­zer­tes Fahr­zeug und wur­de in ei­nem Kon­voi zu die­sem Hoch­si­cher­heits­ge­richts­saal in Schip­hol ge­fah­ren. Die Leib­wäch­ter, die blau­en Blink­lich­ter, die Si­re­nen. Je­den Tag wie­der. Es ist die Höl­le. Aber da­für bin ich auch sehr dankbar.

Weil sie mich be­schüt­zen, sie mich buch­stäb­lich am Le­ben er­hal­ten, sie ga­ran­tie­ren mir die letz­te Frei­heit: mei­ne Re­de­frei­heit. Die Frei­heit, ir­gend­wo hin zu ge­hen und über mei­ne Idea­le zu spre­chen, mei­ne Ide­en, die Nie­der­lan­de – un­ser Land – stär­ker und si­che­rer zu ma­chen. Nach zwölf Jah­ren oh­ne Frei­heit, nach­dem ich aus Si­cher­heits­grün­den zu­sam­men mit mei­ner Frau in Ka­ser­nen, Ge­fäng­nis­sen und Schutz­häu­sern ge­lebt ha­be, weiß ich, was Un­frei­heit bedeutet.

Ich hof­fe auf­rich­tig, dass Ih­nen, wer­te Ge­richts­mit­glie­der, dies nie pas­sie­ren wird. Im Ge­gen­satz zu mir müs­sen Sie nie ge­schützt wer­den, weil is­la­mi­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Al-​Qaida, die Ta­li­ban und ISIS und wer weiß, wie vie­le ein­zel­ne Mus­li­me Sie er­mor­den wol­len. Dass Ih­nen nicht mehr er­laubt wird, Ih­ren ei­ge­nen Brief­kas­ten zu lee­ren, dass Sie ei­ne ku­gel­si­che­re Wes­te tra­gen müs­sen an Sit­zun­gen und dass es Po­li­zei­be­am­te gibt, die die Tür be­wa­chen, wann im­mer Sie das Ba­de­zim­mer be­nut­zen. Ich hof­fe, dass Sie da­von ver­schont bleiben.

Wenn Sie es aber er­lebt hät­ten – egal wie sehr Sie mit mei­nen An­sich­ten nicht ein­ver­stan­den sind – könn­ten Sie viel­leicht ver­ste­hen, dass ich nicht schwei­gen kann. Daß ich nicht schwei­ge. Dass ich spre­chen muss. Nicht nur für mich, son­dern für die Nie­der­lan­de, un­ser Land. Dass ich die ein­zi­ge Frei­heit nut­zen muss, um mein Land zu schüt­zen. Ge­gen den Is­lam und ge­gen den Ter­ro­ris­mus. Ge­gen die Ein­wan­de­rung aus is­la­mi­schen Län­dern. Ge­gen das gro­ße Pro­blem mit den Ma­rok­ka­nern in den Nie­der­lan­den. Ich kann nicht dar­über schwei­gen; Ich muss spre­chen. Das ist mei­ne Pflicht, ich muss es an­spre­chen, ich muss da­vor war­nen, ich muss Lö­sungs­vor­schlä­ge machen.

Ich muss­te mei­ne Frei­heit auf­ge­ben, um dies zu tun, und ich wer­de wei­ter­ma­chen. Im­mer. Wer mich auf­hal­ten will, muss mich zu­erst ermorden.

Und so ste­he ich hier vor Ih­nen. Al­lein. Doch ich bin nicht al­lein. Mei­ne Stim­me ist die Stim­me vie­ler. Im Jahr 2012 ha­ben fast 1 Mil­li­on Nie­der­län­der für mich ge­stimmt. Und am 15. März wer­den es noch viel mehr sein.

Ge­mäss der letz­ten Um­fra­ge wer­den wir bald zwei Mil­lio­nen Wäh­ler ha­ben. Wer­te Mit­glie­der des Ge­richts, Sie ken­nen die­se Leu­te. Sie tref­fen sie je­den Tag. Bis zu je­der fünf­te Hol­län­der wür­de heu­te die Par­tei für die Frei­heit wäh­len. Mög­li­cher­wei­se Ihr ei­ge­ner Fah­rer, Ihr Gärt­ner, Ihr Dok­tor oder Ih­re ein­hei­mi­sche Hilfs­kraft, die Freun­din ei­nes Re­gis­trars, Ihr Phy­sio­the­ra­peut, die Kran­ken­schwes­ter im Pfle­ge­heim Ih­rer El­tern oder der Bä­cker in Ih­rer Nach­bar­schaft. Sie sind nor­ma­le Leu­te, ge­wöhn­li­che Hol­län­der. Die Leu­te, auf die ich so stolz bin.

Sie ha­ben mich ge­wählt, um in ih­rem Na­men zu spre­chen. Ich bin ihr Wort­füh­rer. Ich bin ihr Ver­tre­ter. Ich sa­ge, was sie den­ken. Ich spre­che in ih­rem Na­men. Und ich tue das ent­schlos­sen und lei­den­schaft­lich. Je­den Tag wie­der, auch hier und heute.

Ver­ges­sen Sie al­so nicht, dass Sie, wenn Sie mich ver­ur­tei­len, nicht nur über ei­nen ein­zel­nen Mann, son­dern über Mil­lio­nen von Män­nern und Frau­en in den Nie­der­lan­den ur­tei­len. Sie ur­tei­len über Mil­lio­nen von Men­schen. Men­schen, die mit mir ein­ver­stan­den sind. Men­schen, die ei­ne Ver­ur­tei­lung nicht ver­ste­hen. Men­schen, die ihr Land zu­rück wol­len, die krank und mü­de sind, nicht ge­hört zu wer­den, die die Mei­nungs­frei­heit zu schät­zen wissen.

Wer­te Ge­richts­mit­glie­der, Sie ur­tei­len über die Zu­kunft der Nie­der­lan­de. Und ich sa­ge Ih­nen: Wenn Sie mich ver­ur­tei­len, wer­den Sie die Hälf­te der Nie­der­lan­de ver­ur­tei­len. Und vie­le Hol­län­der ver­lie­ren ihr letz­tes biss­chen Ver­trau­en in die Rechtsstaatlichkeit.

Na­tür­lich hät­te ich die­sem ab­sur­den Pro­zess nicht un­ter­zo­gen wer­den sol­len. Denn es ist ein po­li­ti­scher Pro­zess. Es ist ein po­li­ti­scher Pro­zess, weil po­li­ti­sche Fra­gen im Par­la­ment dis­ku­tiert wer­den müs­sen und nicht hier. Es ist ei­ne po­li­ti­sche Prü­fung, weil an­de­re Po­li­ti­ker – von den meis­ten Re­gie­rungs­par­tei­en -, die über Ma­rok­ka­ner re­de­ten, nicht ver­folgt wor­den sind. Es ist ein po­li­ti­scher Pro­zess, weil das Ge­richt miss­braucht wird, um ein po­li­ti­sches Huhn mit ei­nem Op­po­si­ti­ons­füh­rer zu rup­fen, den man nicht im Par­la­ment be­sie­gen kann.

Die­ser Pro­zeß hier, Herr Prä­si­dent, stinkt. Er wä­re in der Tür­kei oder im Iran an­ge­bracht, wo sie eben­falls die Op­po­si­ti­on vor Ge­richt zer­ren. Er ist ei­ne Schan­de, ei­ne Ver­le­gen­heit für die Nie­der­lan­de, ein Spott un­se­rer Rechtsstaatlichkeit.

Und es ist auch ein un­fai­rer Pro­zess, denn je­mand von Ih­nen – Frau van Rens – hat zu­vor die Po­li­tik mei­ner Par­tei und die er­folg­rei­che Be­ru­fung im letz­ten Wilders-​Prozess ne­ga­tiv kom­men­tiert. Jetzt wird sie mich beurteilen.

Was ha­be ich ge­tan, um die­se Tra­ves­tie zu ver­die­nen? Ich ha­be auf ei­nem Markt über we­ni­ger Ma­rok­ka­ner ge­spro­chen, und ich ha­be PVV-​Mitgliedern wäh­rend ei­ner Kam­pa­gnen­ver­an­stal­tung Fra­gen ge­stellt. Und ich tat es, wer­te Ge­richts­mit­glie­der, weil wir in die­sem Land ein gro­ßes Pro­blem ha­ben mit den Ma­rok­ka­nern. Und fast nie­mand wagt es, dar­über zu spre­chen oder har­te Maß­nah­men zu er­grei­fen. Mei­ne Par­tei hat schon seit Jah­ren über die­ses Pro­blem gesprochen.

Schau­en Sie sich die­se ver­gan­ge­nen Wo­chen an: Ma­rok­ka­ni­sche Glücks­rit­ter, die in Gro­nin­gen steh­len und rau­ben, un­ser Asyl­sys­tem miss­brau­chen, und ma­rok­ka­ni­sche Ju­gend­li­che, die gan­ze Stadt­tei­le in Maass­lu­is, Ede und Al­me­re ter­ro­ri­sie­ren. Ich kann Zehn­tau­sen­de von an­de­ren Bei­spie­len nen­nen – fast je­der in den Nie­der­lan­den kennt sie oder hat per­sön­lich Är­ger mit kri­mi­nel­len Ma­rok­ka­nern er­lebt. Wenn Sie sie nicht ken­nen, le­ben Sie in ei­nem Elfenbeinturm.

Ich sa­ge Ih­nen: Wenn wir in den Nie­der­lan­den nicht mehr ehr­lich auf Pro­ble­me ein­ge­hen kön­nen, wenn wir das Wort „Frem­der” nicht mehr be­nut­zen dür­fen, wenn wir, Hol­län­der, plötz­lich Ras­sis­ten sind, weil wir den schwar­zen Pe­ter schwarz blei­ben las­sen wol­len, wenn wir nur dann un­ge­straft blei­ben, wenn wir mehr Ma­rok­ka­ner wol­len oder dann vor ein Straf­ge­richt ge­zerrt wer­den, wenn wir un­se­re hart ge­won­ne­ne Mei­nungs­frei­heit ver­äu­ßern, wenn wir die Ge­rich­te da­zu be­nut­zen, ei­nen Op­po­si­ti­ons­po­li­ti­ker, der droht, Mi­nis­ter­prä­si­dent zu wer­den, zum Schwei­gen zu brin­gen, dann wird die­ses schö­ne Land zum Schei­tern ver­ur­teilt sein. Das ist nicht ak­zep­ta­bel, denn wir sind Hol­län­der und das ist un­ser Land.

Und noch­mals, was um Him­mels wil­len ha­be ich falsch ge­macht? Wie kann die Tat­sa­che ge­recht­fer­tigt wer­den, dass ich hier als Ver­däch­ti­ger ste­hen muss, als ob ich ei­ne Bank aus­ge­raubt oder ei­nen Mord be­gan­gen hätte?

Ich ha­be nur auf ei­nem Markt über Ma­rok­ka­ner ge­re­det und stell­te bei ei­nem Wahlnacht-​Treffen ei­ne Fra­ge. Und wer das ge­rings­te Ver­ständ­nis von Po­li­tik hat, weiß, daß die Wahlnacht-​Versammlungen je­der Par­tei aus po­li­ti­schen Re­den vol­ler Slo­gans, Ein­zei­ler und der ma­xi­ma­len Nut­zung der Re­geln der Rhe­to­rik be­stehen. Das ist un­se­re Auf­ga­be. So funk­tio­niert es in der Politik.

Wahl­näch­te sind Wahl­näch­te, mit Rhe­to­rik und po­li­ti­schen Re­den; Nicht Uni­ver­si­täts­vor­trä­ge, in de­nen je­der Ab­satz 15 Mi­nu­ten lang aus sechs ver­schie­de­nen Blick­win­keln un­ter­sucht wird. Es ist ein­fach ver­rückt, dass die Staats­an­walt­schaft nun dies ge­gen mich ver­wen­det, als ob man ei­nen Fuß­ball­spie­ler für das Er­zie­len ei­nes Hat­tricks be­schul­di­gen würde.

Tat­säch­lich, sag­te ich auf dem Markt, im schö­nen Haa­ger Vier­tel von Loos­dui­nen: „wenn mög­lich we­ni­ger Ma­rok­ka­ner.” Be­ach­ten Sie, dass ich das ein paar Mi­nu­ten, nach­dem ei­ne ma­rok­ka­ni­sche Frau zu mir kam und zu mir sag­te, sie wer­de PVV wäh­len, weil sie krank und mü­de sei vom Är­ger durch ma­rok­ka­ni­sche Ju­gend­li­che sei, sagte.

Und am Wahl­abend be­gann ich mit der Fra­ge ans PVV-​Publikum „Wol­len Sie mehr oder we­ni­ger EU”, und ich er­klär­te auch nicht im De­tail, war­um die Ant­wort we­ni­ger sein könn­te. Näm­lich weil wir un­se­re Sou­ve­rä­ni­tät wie­der­erlan­gen müs­sen und die Kon­trol­le über un­ser ei­ge­nes Geld, un­se­re ei­ge­nen Ge­set­ze und un­se­re ei­ge­nen Gren­zen. Ich ha­be das nicht getan.

Dann frag­te ich das Pu­bli­kum „Wol­len Sie mehr oder we­ni­ger Ar­bei­ter­par­tei.” Und wie­der er­klär­te ich nicht im De­tail, war­um die Ant­wort we­ni­ger sein könn­te. Denn sie sind die größ­ten kul­tu­rel­len Re­la­ti­vis­ten, mut­wil­lig blin­de und den Is­lam um­ar­men­de Feig­lin­ge im Par­la­ment. Das ha­be ich nicht gesagt.

Und dann frag­te ich: „Wol­len Sie mehr oder we­ni­ger Ma­rok­ka­ner,” und wie­der, ich er­klär­te nicht im De­tail, war­um die Ant­wort we­ni­ger sein könn­te. Näm­lich weil Men­schen mit ma­rok­ka­ni­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit in den Nie­der­lan­den im Ver­bre­chen, in der Ab­hän­gig­keit von der Wohl­fahrt, und im Ter­ro­ris­mus über­re­prä­sen­tiert sind. Und dass wir das er­rei­chen wol­len, in­dem wir Kri­mi­nel­le mit ma­rok­ka­ni­scher Staats­bür­ger­schaft aus­schaf­fen, nach­dem wir ih­nen ih­re nie­der­län­di­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit ab­erkannt ha­ben, in­dem wir ei­ne stren­ge­re Ein­wan­de­rungs­po­li­tik ver­fol­gen und ei­ne ak­ti­ve frei­wil­li­ge Rück­kehr­po­li­tik. Vor­schlä­ge, die wir in un­se­rem Wahl­ma­ni­fest ge­macht ha­ben, seit ich die Par­tei für die Frei­heit ge­grün­det habe.

Ich er­klär­te dies in meh­re­ren In­ter­views im na­tio­na­len Fern­se­hen, so­wohl zwi­schen der Aus­sa­ge auf dem Markt und der Wahl­nacht, als auch in der Wahl­nacht ein paar Au­gen­bli­cke, nach­dem ich die be­sag­ten Fra­gen ge­stellt hat­te. Es ist ex­trem bös­ar­tig und falsch von der Staats­an­walt­schaft, die­sen Kon­text igno­rie­ren zu wollen.

Ekel­haft – ich ha­be kei­ne an­de­ren Wor­te da­für – sind die Hand­lun­gen an­de­rer Po­li­ti­ker, dar­un­ter auch der Mann, der sich für ein paar Mo­na­te noch Pre­mier­mi­nis­ter nen­nen kann. Ih­re und be­son­ders sei­ne Ak­tio­nen nach der Wahl­nacht wa­ren ei­ne ech­te Ver­fol­gung, ei­ne He­xen­jagd. Die Re­gie­rung schuf ei­ne At­mo­sphä­re, in der es zu Ge­richts­ver­fah­ren kom­men musste.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Rut­te sag­te so­gar klei­nen Kin­dern wäh­rend der Ju­gend­nach­rich­ten, dass ich sie aus­schaf­fen wol­le, und be­ru­hig­te sie dann da­mit, dass dies nicht ge­sche­hen wür­de. Als ob ich so et­was ge­sagt hät­te. Es ist fast un­mög­lich, sich nie­der­träch­ti­ger und fal­scher zu verhalten.

Aber auch der da­ma­li­ge Mi­nis­ter für Si­cher­heit und Ge­rech­tig­keit – der, wie man fest­hal­ten muss, der po­li­ti­sche Chef des Staats­an­walts ist – hat mei­ne Wor­te ekel­haft ge­nannt und so­gar ver­langt, dass ich sie zu­rück­neh­me. Ei­ne For­de­rung des Jus­tiz­mi­nis­ters – man muss nicht Ein­stein heis­sen, um vor­her­zu­sa­gen, was als nächs­tes ge­sche­hen wird, was die Staats­an­walt­schaft tun wird, wenn Sie der For­de­rung des Jus­tiz­mi­nis­ters nicht nachkommen.

Auch der In­nen­mi­nis­ter und der stell­ver­tre­ten­de Pre­mier­mi­nis­ter, bei­de aus der Ar­bei­ter­par­tei, äu­ßer­ten sich ähn­lich. Kurz, die Re­gie­rung ließ dem Staats­an­walt kei­ne Wahl, als mich zu ver­fol­gen. Da­her sind die Jus­tiz­be­am­ten in die­ser Ver­hand­lung nicht Ver­tre­ter ei­nes un­ab­hän­gi­gen Staats­an­walts, son­dern Kom­pli­zen die­ser Regierung.

Herr Prä­si­dent, auch die Eli­te er­leich­ter­te die Be­schwer­den ge­gen mich. Mit vor­ge­druck­ten An­mel­de­for­mu­la­ren, die von der Po­li­zei in die Mo­schee ge­bracht wur­den. In wel­chen, man be­ach­te, die Po­li­zei zu­wei­len eben­falls mein­te, dass auch sie der Mei­nung sei, dass mei­ne Aus­sa­gen un­zu­läs­sig seien.

Und ei­ne von uns ge­nom­me­ne Prü­fung zeig­te, dass ei­ni­ge Be­schwer­den das Er­geb­nis rei­ner Täu­schung, Ein­schüch­te­rung und Ein­fluss­nah­me wa­ren. Die Leu­te dach­ten, sie wür­den ab­stim­men; Sie kann­ten nicht ein­mal mei­nen Na­men, ver­stan­den nicht, was sie un­ter­zeich­ne­ten oder er­klär­ten, dass sie nicht das Ge­fühl hät­ten, von mir über­haupt dis­kri­mi­niert zu werden.

Je­mand sag­te, dass in der As Soenah-​Moschee, al­lein nach den Frei­tags­ge­be­ten, 1.200 Be­schwer­den ein­ge­reicht wur­den, weil man es für ei­ne Wahl hielt. Es gab Pa­ra­den, an­ge­führt von Bür­ger­meis­tern und Bür­gern, wie in Nim­we­gen, wo der CDA-​Bürgermeister Bruls end­lich sei­nen tief sit­zen­den Hass auf die PVV zei­gen konn­te. Die Po­li­zei hat­te zu­sätz­li­che Öff­nungs­zei­ten, gab Kaf­fee und Tee her­aus, es gab tan­zen­de und sin­gen­de Ma­rok­ka­ner, be­glei­tet von ei­ner ech­ten Oompah-​Band, vor ei­ner Po­li­zei­sta­ti­on. Sie mach­ten es zu ei­ner gro­ßen Party.

Doch in­zwi­schen ha­ben zwei re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­gen, die ei­ne von der PVV, die an­de­re von De Volks­krant in Auf­trag ge­ge­ben, ge­zeigt, dass ab­ge­se­hen von der Regierungs- und Medien-​Elite 43% der Hol­län­der, rund 7 Mil­lio­nen Men­schen, mit mir ein­ver­stan­den sind. Sie möch­ten we­ni­ger Ma­rok­ka­ner. Sie wer­den sehr be­schäf­tigt sein, wenn die Staats­an­walt­schaft al­le die­se 7 Mil­lio­nen Men­schen vor Ge­richt brin­gen will.

Die Men­schen wer­den nie ver­ste­hen, dass an­de­re Po­li­ti­ker – be­son­ders von Re­gie­rungs­par­tei­en – und Be­am­te, die über Ma­rok­ka­ner, Tür­ken und so­gar PVV-​Mitglieder ge­spro­chen ha­ben, in Ru­he ge­las­sen und nicht von der Staats­an­walt­schaft ver­folgt werden.

Wie der Ar­bei­ter­par­tei­füh­rer Sam­som, der sag­te, dass ma­rok­ka­ni­sche Ju­gend­li­che ein Mo­no­pol auf eth­ni­sche Be­läs­ti­gung haben.

Oder der Ar­bei­ter­par­tei­vor­sit­zen­de Spek­man, der sag­te, Ma­rok­ka­ner soll­ten ge­de­mü­tigt werden.

Oder Ar­bei­ter­par­tei­di­rek­tor Oud­kerk, der von f * cking Ma­rok­ka­nern redete.

Oder Mi­nis­ter­prä­si­dent Rut­te, der sag­te, dass die Tür­ken ver­schwin­den sollten.

Und was ist mit dem Po­li­zei­chef Joop van Ries­sen, der über mich im Fern­se­hen ge­sagt hat – ich zi­tie­re wört­lich: „Grund­sätz­lich möch­te man sa­gen: lasst uns ihn tö­ten, ihn jetzt los­wer­den und dann wird er nie wie­der auftauchen”?

Und in Be­zug auf PVV-​Wähler er­klär­te van Ries­sen: „Die­se Leu­te müs­sen ab­ge­scho­ben wer­den, sie ge­hö­ren nicht mehr da­zu.” En­de des Zi­tats. Der Po­li­zei­chef sag­te, Wil­ders zu tö­ten sei ei­ne nor­ma­le Re­ak­ti­on. Das ist Hass, Herr Prä­si­dent, rei­ner Haß – und nicht von uns, son­dern ge­gen uns. Und der Staats­an­walt hat Herrn Van Ries­sen nicht verfolgt.

Doch der Staats­an­walt ver­folgt mich. Und for­dert ei­ne Ver­ur­tei­lung auf der Ba­sis von un­sin­ni­gen Ar­gu­men­ten über Ras­se und Kon­zep­te, die nicht ein­mal im Ge­setz ste­hen. Er be­schul­digt und ver­däch­tigt mich, ei­ne Grup­pe zu be­lei­di­gen und zu Hass und Dis­kri­mi­nie­rung aus Grün­den der Ras­se auf­zu­het­zen. Wie ver­rückt kann es noch wer­den? Ras­se. Wel­che Rasse?

Ich re­de­te und stell­te ei­ne Fra­ge über Ma­rok­ka­ner. Ma­rok­ka­ner sind kei­ne Ras­se. Wer er­fin­det so­was? Nie­mand zu Hau­se ver­steht, dass Ma­rok­ka­ner plötz­lich ei­ne Ras­se ge­wor­den sind. Das ist völ­li­ger Quatsch. Kei­ne ein­zel­ne Na­tio­na­li­tät ist ei­ne Ras­se. Bel­gi­er sind kei­ne Ras­se, Ame­ri­ka­ner sind kei­ne Ras­se. Hö­ren Sie mit die­sem Un­sinn auf, sa­ge ich zum Staats­an­walt. Ich bin kein Ras­sist, noch mei­ne Wäh­ler. Wie kön­nen Sie es wa­gen, das vor­zu­schla­gen? Fälsch­lich Mil­lio­nen von Men­schen als Ras­sis­ten zu verleumden.

43% der Nie­der­län­der wol­len we­ni­ger Ma­rok­ka­ner, wie ich schon sag­te. Sie sind kei­ne Ras­sis­ten. Hö­ren Sie auf, die­se Leu­te zu be­lei­di­gen. Je­den Tag er­le­ben sie das gro­ße Pro­blem mit Ma­rok­ka­nern in un­se­rem Land. Sie ha­ben ein Recht auf ei­nen Po­li­ti­ker, der kei­ne Angst hat, über das Pro­blem mit Ma­rok­ka­nern zu re­den. Aber we­der sie noch ich in­ter­es­sie­re sich da­für, ob je­mand schwarz, gelb, rot, grün oder vio­lett ist.

Ich sa­ge Ih­nen: Wenn Sie je­man­den für Ras­sis­mus ver­ur­tei­len, der nichts ge­gen Ras­sen hat, dann un­ter­gra­ben Sie die Rechts­staat­lich­keit, dann ist sie bank­rott. Nie­mand in die­sem Land wird das verstehen.

Und nun nutzt der Staats­an­walt das va­ge Kon­zept der „In­to­le­ranz”. Noch ei­ne Dumm­heit. Das sub­jek­ti­ve Wort In­to­le­ranz wird aber nicht ein­mal im Ge­setz er­wähnt. Und was um Him­mels Wil­len ist In­to­le­ranz? Wol­len Sie das ent­schei­den, Mit­glie­der des Gerichts?

Es liegt nicht an Ih­nen, zu ent­schei­den. Auch nicht am Obers­ten Ge­richts­hof oder so­gar am Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof. Das Ge­setz selbst muss be­stim­men, was straf­bar ist. Wir Ver­tre­ter wer­den von den Men­schen ge­wählt, um klar und sicht­bar im Ge­setz für je­der­mann sicht­bar fest­zu­hal­ten, was straf­bar ist und was nicht.

Das ist nicht Auf­ga­be des Ge­richts. Das soll­ten Sie nicht tun, und ganz si­cher nicht auf der Ba­sis sol­cher sub­jek­ti­ven Be­grif­fe, die von je­dem an­ders ver­stan­den wer­den und von der Eli­te leicht miss­braucht wer­den kön­nen, um un­lieb­sa­me Mei­nun­gen der Op­po­si­ti­on zu ver­bie­ten. Fan­gen Sie nicht da­mit an, sa­ge ich Ihnen.

Herr Prä­si­dent, Mit­glie­der des Gerichts,

Un­se­re Vor­fah­ren ha­ben für Frei­heit und De­mo­kra­tie ge­kämpft. Sie lit­ten, vie­le ga­ben ihr Le­ben. Die­sen Hel­den ver­dan­ken wir un­se­re Frei­hei­ten und die Rechts­staat­lich­keit. Aber die wich­tigs­te Frei­heit, der Eck­pfei­ler un­se­rer De­mo­kra­tie, ist die Re­de­frei­heit. Die Frei­heit zu den­ken, was Sie wol­len und zu sa­gen, was Sie denken.

Wenn wir die­se Frei­heit ver­lie­ren, ver­lie­ren wir al­les. Dann hö­ren die Nie­der­lan­de auf zu exis­tie­ren; Dann sind die An­stren­gun­gen al­ler, die für uns ge­lit­ten und ge­kämpft ha­ben, nutz­los. Von den Frei­heits­kämp­fern für un­se­re Un­ab­hän­gig­keit im Gol­de­nen Zeit­al­ter bis zu den Wi­der­stands­hel­den im Zwei­ten Welt­krieg. Ich bit­te Sie: Ste­hen Sie in ih­rer Tra­di­ti­on. Ste­hen Sie ein für die freie Meinungsäußerung.

Mit der Bit­te um ei­ne Ver­ur­tei­lung bit­tet der Staats­an­walt, als Kom­pli­ze der eta­blier­ten Ord­nung, als Ma­rio­net­te der Re­gie­rung, ei­nen Op­po­si­ti­ons­po­li­ti­ker zum Schwei­gen zu brin­gen. Und da­mit Mil­lio­nen von Nie­der­län­dern zum Schwei­gen zu brin­gen. Ich sa­ge Ih­nen: Die Pro­ble­me mit den Ma­rok­ka­nern wer­den nicht auf die­se Wei­se ge­löst wer­den, son­dern nur zunehmen.

Denn die Men­schen wer­den eher schwei­gen und we­ni­ger sa­gen, weil sie Angst ha­ben, ras­sis­tisch ge­nannt zu wer­den, weil sie Angst ha­ben, ver­ur­teilt zu wer­den. Wenn ich ver­ur­teilt wer­de, dann wird je­der, der et­was über Ma­rok­ka­ner sagt, Angst ha­ben, ein Ras­sist ge­nannt zu werden.

Herr Prä­si­dent, Mit­glie­der des Ge­richts,  ich kom­me zum Schluss.

Es ent­steht ei­ne welt­wei­te Be­we­gung, die den po­li­tisch kor­rek­ten Leh­ren der Eli­ten und den ih­nen un­ter­ge­ord­ne­ten Me­di­en ein En­de setzt.

Das be­wies der Brexit.
Das ha­ben die US-​Wahlen bewiesen.
Das wird dem­nächst in Ös­ter­reich und Ita­li­en be­wie­sen werden.
Das wird nächs­tes Jahr in Frank­reich, Deutsch­land und den Nie­der­lan­den bewiesen.

Der Lauf der Din­ge ist im Be­griff, ei­ne an­de­re Wen­dung zu neh­men. Die Bür­ger dul­den das nicht mehr.

Und ich sa­ge Ih­nen, die Schlacht der Eli­te ge­gen das Volk wird vom Volk ge­won­nen wer­den. Auch hier kön­nen Sie das nicht stop­pen, son­dern nur be­schleu­ni­gen. Wir wer­den ge­win­nen, die Nie­der­län­der wer­den ge­win­nen, und man wird sich gut dar­an er­in­nern, wer auf der rich­ti­gen Sei­te der Ge­schich­te stand.

Der ge­sun­de Men­schen­ver­stand wird über po­li­tisch kor­rek­te Ar­ro­ganz sie­gen. Denn über­all im Wes­ten er­le­ben wir das glei­che Phänomen.

Die Stim­me der Frei­heit kann nicht ein­ge­sperrt wer­den; Sie klingt wie ei­ne Glo­cke. Über­all sa­gen im­mer mehr Men­schen, was sie den­ken. Sie wol­len nicht ihr Land ver­lie­ren, sie wol­len nicht ih­re Frei­heit verlieren.

Sie for­dern Po­li­ti­ker, die sie ernst neh­men, die ih­nen zu­hö­ren, die für sie spre­chen. Es ist ei­ne ech­te de­mo­kra­ti­sche Re­vol­te. Der Wind der Ver­än­de­rung und Er­neue­rung weht über­all. Ein­schließ­lich hier in den Niederlanden.

Wie ich sagte:

Ich ste­he hier im Auf­trag von Mil­lio­nen nie­der­län­di­scher Staatsbürger.
Ich spre­che nicht nur für mich.
Mei­ne Stim­me ist die Stim­me vieler.

Und so bit­te ich Sie, nicht nur in mei­nem Na­men, son­dern im Na­men all die­ser nie­der­län­di­schen Bürger:

Spre­chen Sie mich frei! Spre­chen Sie uns frei!

Ge­ert Wil­ders ist Mit­glied des nie­der­län­disch­den Par­la­ments und Prä­si­dent der Par­tei der Frei­heit (PVV).

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Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone Instituts.

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