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Bei der Re­so­lu­ti­on des Si­cher­heits­rat geht es nicht um Sied­lun­gen

Bar­ry Shaw, 25.12.2016, The View from Is­ra­el

Bei der Re­so­lu­ti­on des Si­cher­heits­ra­tes geht es nicht um Sied­lun­gen. Es geht um et­was viel schlim­me­res.

Die UNO-​Sicherheitsrats-​Abstimmung ging nicht um „Sied­lun­gen”. Es war ei­ne ara­bi­sche List, ei­ne Fal­le, bei der die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, Gross­bri­tan­ni­en, Neu­see­land und an­de­re naï­ve oder zy­ni­sche Di­plo­ma­ten ei­ne ak­ti­ve Rol­le spiel­ten.

Es war al­les Schall und Rauch, ein Trick, der die Sied­lungs­fra­ge in die Hö­he hielt, um die Ab­stim­men­den zu blen­den, wäh­rend die wah­re Ab­sicht dar­in be­stand, Is­ra­el von Ge­bie­ten fern­zu­hal­ten, auf die sie ech­ten An­spruch er­he­ben und sie in „il­le­gal be­setz­tes pa­läs­ti­nen­si­sches Ter­ri­to­ri­um” um­zu­wan­deln.

Ganz si­cher ist Prä­si­dent Ob­a­ma auf die­se Idee auf­ge­sprun­gen. Es war Zeit, es heim­zu­zah­len, ei­ne gol­de­ne Ge­le­gen­heit, die er sich nicht ent­ge­hen las­sen woll­te, um ge­gen Bi­bi zu­rück zu schla­gen vor der Über­ga­be der Schlüs­sel zum Wei­ßen Haus. Ei­ne Schan­de!

Wir wis­sen jetzt, dass Ob­a­ma die­ses bö­se Ge­bräu im No­vem­ber koch­te.

Nicht sehr vie­le Leu­te be­merk­ten, dass Ob­a­mas Aus­sen­mi­nis­ter im No­vem­ber auf ei­nen ra­schen Be­such nach Neu­see­land schlich. Der Be­such soll­te die be­vor­ste­hen­de Sit­zung des Si­cher­heits­rats er­ör­tern. Der Pres­se wur­de glau­ben ge­macht, dass die bren­nen­de Fra­ge Sy­ri­en war, aber nie­mand schiebt es an Ker­ry vor­bei, dass er nicht in ein Ge­spräch mit dem Kiwi-​Führer ge­riet über die Un­ter­stüt­zung die­ser Anti-​Israel-​Siedlungs-​Resolution. Neu­see­land hat ei­nen Sitz im Si­cher­heits­rat.

Als Ägyp­ten sei­ne Un­ter­stüt­zung des Anti-​Israel-​Vorschlags auf­grund des Ein­grei­fens des ge­wähl­ten Prä­si­den­ten Trump zu­rück­zog, war es wahr­schein­lich nichts wei­ter als ein kur­zer An­ruf, um Neu­see­land da­zu zu brin­gen, Ma­lay­sia, Se­ne­gal und Ve­ne­zue­la bei der Un­ter­stüt­zung der tü­cki­schen Re­so­lu­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen zu un­ter­stüt­zen.

Dass Ob­a­mas Fin­ger ganz dick mit drin war, wur­de von Is­ra­els Mi­nis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Net­anya­hu be­stä­tigt.

Ob­a­ma zog die Dräh­te, aber es war das pa­läs­ti­nen­sisch /​ ara­bi­sche Nar­ra­tiv, das in die Re­so­lu­ti­on ge­schrie­ben wur­de. Is­ra­els Stim­me, sei­ne le­gi­ti­men Rech­te und An­sprü­che auf al­le oder Tei­le des Ter­ri­to­ri­ums wur­den igno­riert.

Al­so, in­wie­fern ging sie über die Fra­ge der Sied­lun­gen hin­aus?

Der Wort­laut ei­ner of­fen­sicht­lich vor­ein­ge­nom­me­nen Re­so­lu­ti­on be­haup­tet zu Un­recht, dass „Sied­lun­gen in dem seit 1967 be­setz­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­biet, ein­schließ­lich Ost­je­ru­sa­lem, kei­ne Rechts­gül­tig­keit ha­ben und ei­ne fla­gran­te Ver­let­zung in­ter­na­tio­na­len Rechts dar­stel­len”.

Das ist ekla­tant falsch.

Das kor­rum­piert die UNO-​Resolution 242 von 1967, die is­rae­lisch Streit­kräf­te auf­for­der­te, sich nach ei­nem Zeit­plan aus dem Ho­heits­ge­biet zu­rück­zu­zie­hen. 242 for­der­te Is­ra­el nicht auf, sich aus dem ge­sam­ten Ge­biet zu­rück­zu­zie­hen, wie dies die­se UNO-​Sicherheitsrats-​Resolution for­dert.

Die Re­so­lu­ti­on 242 an­er­kennt das Recht Is­ra­els, sich selbst zu schüt­zen und in Frie­den in si­che­ren und an­er­kann­ten Gren­zen zu le­ben. Ob­wohl die Re­so­lu­ti­on des UNO-​Sicherheitsrates die­se grund­le­gen­den Vor­aus­set­zun­gen wie­der­gibt, hat sie die Chuz­pe, an­zu­ord­nen, wo die­se Gren­zen sein sol­len, in­dem sie al­les, was über die so­ge­nann­ten 1967er-​Linien hin­aus­geht, als „be­setz­te pa­läs­ti­nen­si­sche Ge­bie­te” be­zeich­net. Da­her ver­setzt der Si­cher­heits­rat ei­ne fal­sche De­fi­ni­ti­on in Völ­ker­recht.

Sie igno­rier­te auch die an­dau­ern­de pa­läs­ti­nen­si­sche Kriegs­lüs­tern­heit (Ter­ror) und den ab­so­lu­ten Man­gel an Re­spekt und An­er­ken­nung der Sou­ve­rä­ni­tät, der ter­ri­to­ria­len An­sprü­che und der po­li­ti­schen Un­ab­hän­gig­keit je­des Staa­tes in die­sem Ge­biet, ins­be­son­de­re Is­ra­el, in Frie­den zu le­ben, wie es in der Re­so­lu­ti­on 242 der Ver­ein­ten Na­tio­nen ge­for­dert wird. Die UNO-​Resolution 242 wur­de dem Si­cher­heits­rat zu­ge­sandt und vom Si­cher­heits­rat ge­neh­migt. Er hat die­se Ver­pflich­tun­gen jetzt ver­wischt. Voll­ge­packt mit For­de­run­gen an Is­ra­el, be­stimm­te Ver­pflich­tun­gen zu er­fül­len, er­hebt sie kei­ne For­de­rung an die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie und nicht an die Ha­mas. Ge­nau ge­nom­men wird die Ha­mas nicht ein­mal er­wähnt. Es ist, als ob die Ha­mas nicht exis­tier­te.

Statt­des­sen schiebt die UNO-​Sicherheitsratsresolution Is­ra­el als den ein­zi­gen Tä­ter in­ter­na­tio­na­ler Ge­setz­lo­sig­keit vor, und über­sieht die pa­läs­ti­nen­si­sche Kriegs­lüs­tern­heit, au­ßer dass die PA, auf­ge­for­dert wird, je­ne zu kon­fron­tie­ren, die sich in Ter­ror en­ga­gie­ren, als ob der Ter­ror nichts mit der Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie und ih­rer Auf­sta­che­lung und Ver­herr­li­chung pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ro­ris­mus’ ge­gen Is­ra­el zu tun hät­te.

Es gibt in­ter­na­tio­na­le Ge­set­ze, die Staa­ten er­lau­ben, Ge­bie­te zu be­hal­ten, die in Krie­gen er­wor­ben wer­den, die ih­nen durch ag­gres­si­ve Fein­de auf­ge­zwun­gen wer­den, wenn es der Si­cher­heit des ver­tei­di­gen­den Staa­tes und der Si­cher­heit sei­ner Bür­ger dient. Das war der Fall bei Is­ra­el, das Ter­ri­to­ri­en in Ver­tei­di­gungs­krie­gen ge­gen ein­drin­gen­de ara­bi­sche Ar­me­en er­warb. Da­mit ist die in­ter­na­tio­na­le Le­gi­ti­mi­tät für Is­ra­els An­sprü­che auf Ter­ri­to­ri­en, die nicht in ei­nem Ag­gres­si­ons­krieg ge­gen den jü­di­schen Staat (1948), son­dern zwei (1948 und 1967) ge­won­nen wur­den, ge­ge­ben.

All dies wur­de von ei­nem Si­cher­heits­rat igno­riert, der ent­schlos­sen war, sei­nen Weg zu ge­setz­li­chen Auf­la­gen ge­gen Is­ra­el in al­ler Ei­le zu ge­hen, um ein pa­läs­ti­nen­si­sches Ge­bil­de auf Land zu grün­den, auf das Is­ra­el lan­ge und le­ga­le An­sprü­che hat.

Die Ver­ein­ten Na­tio­nen wi­schen bei­sei­te, dass das Pa­läs­ti­na, das sie sich er­seh­nen, ei­ne dys­funk­tio­na­le, ge­teil­te, ge­walt­tä­ti­ge und un­de­mo­kra­ti­sche Ge­sell­schaft ist, die es ab­lehnt, das Recht Is­ra­els als jü­di­schen Staat an­zu­er­ken­nen. Bei­de Sei­ten der pa­läs­ti­nen­si­schen po­li­ti­schen Kluft ha­ben ei­ne per­ma­nen­te Agen­da, den jü­di­schen Staat zu ei­nem güns­ti­gen Zeit­punkt zu be­sei­ti­gen. Zum Be­weis: So­wohl die Char­ta der PLO und der Ha­mas for­dern die letzt­end­li­che Zer­stö­rung Is­ra­els und die Er­mor­dung von Ju­den. Als wei­te­re Be­wei­se hö­ren oder le­sen Sie bloss die Er­mah­nun­gen, die aus den of­fi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen und den of­fi­zi­el­len pa­läs­ti­nen­si­schen Me­di­en strö­men.

Dies wur­de vom UNO Si­cher­heits­rat nicht an­ge­spro­chen. Es wur­de nicht als rechts­wid­rig be­zeich­net. Es wur­de igno­riert, ir­rele­vant für ih­ren ein­zi­gen Ehr­geiz, die­ses Mons­trum zu schaf­fen und es den Par­tei­en zu über­las­sen, die Kon­se­quen­zen zu klä­ren.

Die UNO-​Sicherheitsrat-​Abstimmung tilg­te auch das Oslo-​Abkommen, das auf dem Ra­sen des Wei­ßen Hau­ses zwi­schen Yas­sir Ara­fat und Yiz­hak Ra­bin in An­we­sen­heit von Prä­si­dent Bill Clin­ton un­ter­zeich­net und von der EU und Russ­land be­zeugt wur­den.

Das Oslo-​Abkommen un­ter­teil­te die Ge­bie­te, die als Ju­däa & Sa­ma­ria oder West­jor­dan­land be­kannt sind, in drei Zo­nen. Ge­biet A wur­de un­ter Zivil- und Si­cher­heits­ver­wal­tung der Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de ge­stellt. Ge­biet B wur­de der PA für ih­re zi­vi­le Herr­schaft ge­ge­ben, wäh­rend die Si­cher­heits­ele­men­te als ge­mein­sa­mes Israeli-​PA-​Projekt ver­ein­bart wur­de. Ge­biet C wur­de so ge­wählt, dass es un­ter voll­stän­di­ger is­rae­li­scher zi­vi­ler und si­cher­heits­po­li­ti­scher Kon­trol­le steht bis zu ei­nem künf­ti­gen dau­er­haf­ten Frie­dens­ab­kom­men, ab­hän­gig von den Be­din­gun­gen ei­nes sol­chen Ab­kom­mens.

Der­zeit le­ben im Ge­biet C fast 600.000 Ju­den und knapp 100.000 Ara­ber, ob­wohl die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de mit der phy­si­schen und fi­nan­zi­el­len Bei­hil­fe der eu­ro­päi­schen Län­der und der EU Fak­ten schafft, in­dem sie be­dui­ni­sche Ara­ber in Ge­biet C bringt. Die­se Men­schen le­ben in Ge­bäu­de der EU un­ter Ver­stoß ge­gen die Be­stim­mun­gen des Be­reichs C.

Nach den Ver­ein­ba­run­gen von Os­lo wird Ge­biet C in den per­ma­nen­ten Sta­tus­ver­hand­lun­gen aus­ge­han­delt, die nicht statt­ge­fun­den ha­ben, weil we­der die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de, noch die pa­läs­ti­nen­si­sche Ha­mas ei­ne Nei­gung ver­spü­ren, mit der is­rae­li­schen Füh­rung zu­sam­men­zu­sit­zen, um ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung, Gren­zen oder ir­gend­wel­che an­de­re fi­na­le Be­stim­mun­gen aus­zu­han­deln.

Der Wort­laut der neu­en UNO-​Sicherheitsrat-​Abstimmung möch­te uns glau­ben ma­chen, dass die­se Oslo-​Vereinbarung null und nich­tig ist. Be­reich C wur­de er­setzt und er­hielt den Sta­tus des „il­le­gal be­setz­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ri­to­ri­ums”. Die An­nah­me, dass Is­ra­el sich aus al­len Ter­ri­to­ri­en zu­rück­zieht oder dass Ju­den nicht wei­ter in Ju­däa und Sa­ma­ria le­ben und ar­bei­ten, ist ein gro­ber und ab­sicht­lich pro­vo­zier­ter Irr­tum.

Was am Wort­laut der ein­stim­mig be­schlos­se­nen Re­so­lu­ti­on des UNO-​Sicherheitsrates am ver­ab­scheu­ungs­wür­digs­ten war, ist die Ver­nei­nung al­ler is­rae­li­schen For­de­run­gen an die hei­ligs­ten jü­di­schen Stät­ten, und sie statt­des­sen den Pa­läs­ti­nen­sern zu Fü­ßen zu le­gen.

Wenn der Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen das Jü­di­sche Vier­tel in der Alt­stadt von Je­ru­sa­lem mit sei­nen Syn­ago­gen, Je­schi­wot, jü­di­scher Be­völ­ke­rung und Fir­men, dem jü­di­schen Tem­pel­berg und der West­mau­er und all sei­nen An­ti­qui­tä­ten und dem jü­di­schen Fried­hof auf dem Öl­berg, Das Hadassah-​Krankenhaus und an­de­re tief­grün­dig jüdisch-​israelische In­sti­tu­tio­nen und das kul­tu­rel­le Er­be als „seit 1967 be­setz­tes pa­läs­ti­nen­si­sches Ter­ri­to­ri­um ein­schließ­lich Ost­je­ru­sa­lem” be­zeich­net, dann ist das ei­ne Nie­der­la­ge, die kei­ne is­rae­li­sche Re­gie­rung und kein sich küm­mern­der Ju­de zu ak­zep­tie­ren be­reit ist.

Ich be­zweif­le, dass vie­le Ju­den in der glo­ba­len Ge­mein­schaft es den Ver­ein­ten Na­tio­nen er­lau­ben wür­den, so leicht mit drei­tau­send Jah­re al­ter jü­di­scher Ge­schich­te um­zu­sprin­gen.

Die Tat­sa­che, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, Neu­see­land, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich ih­re Hand die­sem in­fa­men Akt ge­lie­hen ha­ben, ist ent­setz­lich.

Bar­ry Shaw ist Se­ni­or As­so­cia­te für öf­fent­li­che Di­plo­ma­tie am is­rae­li­schen In­sti­tut für stra­te­gi­sche Stu­di­en und der Au­tor des kom­men­den und zei­ti­gen Bu­ches ‚1917. Von Pa­läs­ti­na bis zum Land Is­ra­el.’

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Bei der Re­so­lu­ti­on des Si­cher­heits­rat geht es nicht um Sied­lun­gen – Mus­li­mi­scher An­ti­se­mi­tis­mus ist im Glau­ben ver­an­kert, dass Ju­den für al­le Krie­ge […]

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