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Is­la­mis­ten grei­fen Weih­nach­ten an, doch die Eu­ro­pä­er schaf­fen sie ab

Gi­ulio Meot­ti, 25.12.2016, Gatestone In­sti­tu­te

  • Die Ent­fer­nung ei­ner Sta­tue der Jung­frau Ma­ria wur­de von ei­nem Ge­richt in der fran­zö­si­schen Ge­mein­de Pu­blier an­ge­ord­net. Se­na­to­rin Na­tha­lie Gou­let ver­ur­teil­te die Rich­ter als „Aya­tol­lahs des Sä­ku­la­ris­mus”.
  • Ei­ne deut­sche Schu­le in der Tür­kei hat ge­ra­de Weih­nachts­fei­ern ver­bo­ten: Die von der Bun­des­re­gie­rung ge­för­der­te Schu­le Is­tan­bul Li­se­si ent­schied, dass Weih­nachts­tra­di­tio­nen und Lie­der sin­gen nicht mehr er­laubt wür­den. Ein Wool­worth Ge­schäft in Deutsch­land räumt Weih­nachts­schmuck ab und er­zählt den Kun­den, der La­den „ist jetzt mus­li­misch”.
  • Eu­ro­pa ver­stüm­melt be­reits sei­ne ei­ge­nen Tra­di­tio­nen, „um Mus­li­me nicht zu be­lei­di­gen”. Wir sind un­ser ei­ge­ner größ­ter Feind ge­wor­den.
  • Mus­li­me for­dern auch „die Mo­schee von Cór­do­ba” zu­rück. Die Be­hör­den in der süd­spa­ni­schen Stadt ha­ben kürz­lich ei­nen Schlag ge­gen den An­spruch auf Ei­gen­tum an der Ka­the­dra­le der ka­tho­li­sche Kir­che aus­ge­teilt. Jetzt wol­len die Is­la­mis­ten sie zu­rück.
  • Das End­re­sul­tat des selbst­zer­stö­re­ri­schen Sä­ku­la­ris­mus Eu­ro­pas könn­te ernst­haft ein Ka­li­fat sein.

Mus­li­me for­dern „die Mo­schee von Cór­do­ba” zu­rück. Die Be­hör­den in der süd­spa­ni­schen Stadt ha­ben vor kur­zem ei­nen Schlag ge­gen den An­spruch des Ei­gen­tums an der Ka­the­dra­le durch die ka­tho­li­sche Kir­che aus­ge­teilt. Er­baut auf dem Ge­län­de der St. Vincent-​Kirche, dien­te sie dann über 400 Jah­re lang als Mo­schee, als das is­la­mi­sche Spa­ni­en Teil ei­nes Ka­li­fats war, be­vor das christ­li­che Kö­nig­reich Kas­ti­li­en die Stadt er­ober­te und sie wie­der in ei­ne Kir­che um­wan­del­te. (Bild­quel­le: Ja­mes (Jim) Gor­don /​ Wi­ki­me­dia Com­mons)

„Al­les ist christ­lich”, schrieb Jean-​Paul Sart­re nach dem Krieg. Zwei Jahr­tau­sen­de des Chris­ten­tums ha­ben tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen in der fran­zö­si­schen Spra­che, Land­schaft und Kul­tur. Je­doch nicht nach der fran­zö­si­schen Bil­dungs­mi­nis­te­rin Najat Vallaud-​Belkacem. Sie hat ge­ra­de an­ge­kün­digt, dass an­statt „Fro­he Weih­nach­ten” zu sa­gen, Staats­be­am­te „Fro­he Fei­er­ta­ge” wün­schen soll­ten – ein­deu­tig ei­ne be­wuss­te Ab­sicht, aus dem Dis­kurs und dem öf­fent­li­chen Raum jeg­li­che Be­zug­nah­me auf die christ­li­che Kul­tur, in der Frank­reich ver­wur­zelt ist, zu aus­zu­lö­schen.

Jean-​François Che­main nann­te es die „Til­gung je­des christ­li­chen Zei­chens in der öf­fent­li­chen Land­schaft”. Vor ei­nem Jahr ent­zün­de­te sich die Kon­tro­ver­se in der fran­zö­si­schen Stadt Plo­er­mel, wo ein Ge­richt ent­schied, dass die auf ei­nem Platz er­rich­te­te Sta­tue von Papst Jo­han­nes Paul II. we­gen „Ver­let­zung des Sä­ku­la­ris­mus” be­sei­tigt wer­den muss­te.

Dann wur­de ei­ne Sta­tue der Jung­frau Ma­ria von ei­nem Ge­richt in der Ge­mein­de von Pu­blier weg­be­or­dert. Se­na­to­rin Na­tha­lie Gou­let ver­ur­teil­te die Rich­ter als „Aya­tol­lahs des Sä­ku­la­ris­mus”.

Die Zei­tun­gen der fran­zö­si­schen „Lin­ken”, em­pört über das Ver­bot von Bur­kins an der fran­zö­si­schen Ri­vie­ra der „Rech­ten”, un­ter­stüt­zen die­se an­ti­christ­li­che Po­li­tik.

Der fran­zö­si­sche Staats­rat hat so­eben ent­schie­den, dass „die vor­über­ge­hen­de In­stal­la­ti­on von Krip­pen in ei­nem öf­fent­li­chen Raum le­gal ist, wenn sie ei­nen kul­tu­rel­len, künst­le­ri­schen oder fest­li­chen Wert hat, nicht aber, wenn sie die An­er­ken­nung ei­nes Kul­tes oder ei­ner re­li­giö­sen Vor­lie­be aus­drückt” . Wel­che Vor­sichts­maß­nah­men, um ei­ne tau­send­jäh­ri­ge Tra­di­ti­on zu recht­fer­ti­gen!

In der Stadt Sca­er war ein Pfle­ge­heim das The­ma ei­ner ähn­li­chen sä­ku­la­ris­ti­schen Be­schwer­de für das Vor­han­den­sein ei­nes Fres­ko der Jung­frau Ma­ria. Dann war es die Um­dre­hung der Krip­pe im Bahn­hof von Villefranche-​de-​Rouergue, in Avey­ron. In der Stadt Bo­is­set­tes wur­den die Kir­chen­glo­cken durch Ge­richts­ent­schei­dung ge­dämpft.

Glück­li­cher­wei­se sind ei­ni­ge Ide­en des Ob­ser­va­to­ri­ums des Sä­ku­la­ris­mus, des von Prä­si­dent François Hol­lan­de ge­grün­de­ten Or­gans zur Ko­or­di­nie­rung sei­ner neo-​säkularistischen Po­li­tik, nicht um­ge­setzt wor­den. Man schlug so­gar vor, ei­ni­ge christ­li­che Fei­er­ta­ge zu be­sei­ti­gen, um Platz für is­la­mi­sche, jü­di­sche und welt­li­che Fei­er­ta­ge zu schaf­fen.

Prä­si­dent Hol­lan­de „ver­gaß” an­läss­lich Os­tern, den Chris­ten Frank­reichs Fei­er­tags­wün­sche aus­zu­drü­cken. Aber we­ni­ge Mo­na­te zu­vor hat­te Hol­lan­de sei­ne bes­ten Wün­sche den Mus­li­men aus­ge­rich­tet wäh­rend des Eid-​Festes, das den Ra­ma­dan ab­schließt. „Hol­lan­des Gruß an die Mus­li­me ist op­por­tu­nis­tisch und po­li­tisch, für die So­zia­lis­ti­sche Par­tei ei­ne ent­schei­den­de Wahl­kli­en­tel”, sag­te der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Gerard Le­clerc in der Zei­tung Le Fi­ga­ro.

Die­se Chris­ti­a­no­pho­bie ist das tro­ja­ni­sche Pferd des Is­lam. Wie Charles Con­si­gny in der Wo­chen­zeit­schrift Le Point schreibt: „Durch die­se ta­bu­la ra­sa der Ver­gan­gen­heit wird Frank­reich sei­ne Zu­kunft säu­bern”. Lei­der ist Frank­reich kein Ein­zel­fall. Über­all in Eu­ro­pa ver­dammt ei­ne mü­de, sä­ku­la­ris­ti­sche Ab­we­sen­heit von Sinn und ver­wor­re­nen Wer­ten das Chris­ten­tum zu­guns­ten des Is­lam.

Ein dschi­ha­dis­ti­scher Ter­ro­rist, der ein Sym­bol der christ­li­chen Tra­di­ti­on an­vi­sier­te, schlach­te­te letz­te Wo­che 12 Men­schen auf ei­nem Weih­nachts­markt in Ber­lin ab. Doch Eu­ro­pa ver­stüm­melt be­reits sei­ne ei­ge­nen Tra­di­tio­nen, „um Mus­li­me nicht zu ver­let­zen”. Wir sind un­ser ei­ge­ner größ­ter Feind ge­wor­den.

Die jähr­li­che Kerzenlicht-​Prozession St. Lu­cia („Sank­ta Lu­cia”), ei­ne schwe­di­sche christ­li­che Tra­di­ti­on, die Hun­der­te von Jah­ren ge­fei­ert wur­de, ist am „aus­ster­ben”. Ud­de­val­la, Söder­täl­je, Ko­ping, Um­eå und Ystad ge­hö­ren zur wach­sen­den Zahl von Städ­ten, die die­ses kul­tu­rel­le Er­eig­nis nicht mehr ab­hal­ten. Laut Jo­nas Eng­man, ei­nem Eth­no­lo­gen im Nor­di­schen Mu­se­um, be­glei­tet das sin­ken­de In­ter­es­se an der Pro­zes­si­on St. Lu­cia ei­ne all­ge­mei­ne­re Ent­frem­dung von der Kul­tur des christ­li­chen Schwe­den. Ei­ne Stu­die von Gal­lup In­ter­na­tio­nal zeigt, dass Schwe­den bei der Be­fol­gung der christ­li­chen Re­li­gi­on „am we­nigs­ten re­li­gi­ös ist im Wes­ten”. In der Zwi­schen­zeit wächst der Is­lam mit ei­ner jun­gen, star­ken, ge­trie­be­nen Ziel­stre­big­keit und ei­ner Rei­he von Scharia-​Werten.

Ei­ne deut­sche Schu­le in der Tür­kei hat vor kur­zem Weih­nachts­fei­ern ver­bo­ten. Die Schu­le, Is­tan­bul Li­se­si, ge­för­dert von der deut­schen Re­gie­rung, ent­schied, dass Weih­nachts­tra­di­tio­nen und Lie­der sin­gen nicht mehr er­laubt wür­den. Die Wa­shing­ton Post fass­te die Ent­schei­dung so zu­sam­men: „Kei­ne Leh­re von Weih­nachts­bräu­chen, kei­ne Fei­ern und kei­ne Weih­nachts­lie­der”. Es ist kein Ein­zel­fall. Ein Wool­worth in Deutsch­land hat Weih­nachts­schmuck ent­fernt und den Kun­den er­zählt, das Ge­schäft „ist jetzt mus­li­misch”.

In Groß­bri­tan­ni­en sag­te Da­vid Isaac, der neue Lei­ter der Gleichstellungs- und Men­schen­rechts­kom­mis­si­on (EHRC), den Ar­beit­ge­bern, dass sie die christ­li­che Tra­di­ti­on nicht aus Angst da­vor, je­man­den zu be­lei­di­gen, un­ter­drü­cken soll­ten. Frü­her warn­te Da­me Loui­se Ca­sey, die Integrations-„Zarin” der bri­ti­schen Re­gie­rung, da­vor, dass „Tra­di­tio­nen wie Weih­nachts­fei­ern aus­ster­ben wer­den, wenn die Men­schen sich nicht für bri­ti­sche Wer­te ein­set­zen”.

In vie­len spa­ni­schen Städ­ten wie Ce­ni­ci­ent­os ent­schied die Ver­wal­tung die­ser au­to­no­men Ma­dri­der Ge­mein­de, dass die Christ­li­chen Sta­tio­nen des Kreu­zes ent­fernt wer­den. Da­mals be­schloss die Bür­ger­meis­te­rin von Ma­drid, Ma­nue­la Car­mena, die tra­di­tio­nel­le Krip­pe der Stadt an der Pu­er­ta de Al­calá zu ent­fer­nen.

Mus­li­me for­dern auch „die Mo­schee von Cór­do­ba” zu­rück. Be­hör­den in der süd­spa­ni­schen Stadt ha­ben vor kur­zem ei­nen Schlag ge­gen den An­spruch des Ei­gen­tums an der Ka­the­dra­le durch die ka­tho­li­sche Kir­che aus­ge­führt. Er­baut auf dem Ge­län­de der St. Vincent-​Kirche, dien­te sie dann über 400 Jah­re als Mo­schee, als das is­la­mi­sche Spa­ni­en Teil ei­nes Ka­li­fats war, be­vor das christ­li­che Kö­nig­reich Kas­ti­li­en die Stadt er­ober­te und sie wie­der in ei­ne Kir­che um­wan­del­te. Jetzt wol­len die Is­la­mis­ten sie zu­rück.

Bel­gi­en, die am meis­ten is­la­mi­sier­te De­mo­kra­tie in Eu­ro­pa, säu­bert eben­falls ihr christ­li­ches Er­be. Die Krip­pe, die tra­di­tio­nel­le Krip­pen­sze­ne, wur­de in der bel­gi­schen Stadt Hols­beek, et­was au­ßer­halb von Brüs­sel, nicht auf­ge­stellt. Es gab Sze­nen, in de­nen ge­sagt wur­de, dass sie weg­ge­las­sen wur­de, um „Mus­li­me nicht zu be­lei­di­gen”.

Wie die Zei­tung La Libre be­rich­te­te, ver­wen­den Schul­ka­len­der in der fran­zö­si­schen Ge­mein­schaft Bel­gi­ens eben­falls ei­ne neue sä­ku­la­ri­sier­te Ter­mi­no­lo­gie: Al­ler­hei­li­gen (Con­gés de Tous­saint) wird heu­te als Herbst­frei (Con­gé d’automne) be­zeich­net; Weih­nachts­fe­ri­en (Va­can­ces de Noël) ist nun Win­ter­ur­laub (Va­can­ces d’hiver); Fas­ten­ur­laub (Con­gé de Car­na­val) ist jetzt Ruhe-​und-​Entspannungs-​Urlaub (Con­gé de dé­ten­te); Und Os­tern (Va­can­ces de Pâques) ist jetzt Früh­lings­ur­laub (Va­can­ces de Prin­temps). Dann hat Bel­gi­en ei­nen abs­trak­ten, ent­chris­tia­nier­ten Weih­nachts­baum in der Haupt­stadt Brüs­sel in­stal­liert.

In den Nie­der­lan­den wird die christ­li­che Tra­di­ti­on des Schwar­zen Pe­ters an­ge­grif­fen und bald ab­ge­schafft. In Ita­li­en ha­ben ka­tho­li­sche Pries­ter in die­sem Jahr Weih­nach­ten ab­ge­sagt, um „Mus­li­me nicht zu be­lei­di­gen”.

Das end­gül­ti­ge Er­geb­nis des selbst­zer­stö­re­ri­schen Sä­ku­la­ris­mus Eu­ro­pas könn­te ernst­haft ein Ka­li­fat sein, in dem das Schick­sal sei­ner al­ten und schö­nen Kir­chen die in Kon­stan­ti­no­pel wie­der­holt, wo die Ha­gia So­phia, für tau­send Jah­re der größ­te Dom des Chris­ten­tums, in ei­ne Mo­schee um­ge­wan­delt wur­de. Der Ruf des Mu­ez­zins hallt in die­sem christ­li­chen Wahr­zei­chen erst­mals seit 85 Jah­ren wie­der.

Is­la­mi­sche Ter­ro­ris­ten ziel­ten auf Weih­nach­ten in Ber­lin, aber es sind die christ­li­chen Sä­ku­la­ris­ten, die es über­all in Eu­ro­pa ab­schaf­fen.

Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio, ist ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Au­tor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

1 Kommentar

  1. Voggl242

    Der Wes­ten ist seit der Auf­klä­rung sä­ku­lar und bie­tet Re­li­gi­ons­frei­heit bei gleich­zei­ti­ger Tren­nung von Kir­che und Staat. In dem Pos­ting wird so ge­tan als ob wir un­se­re Iden­ti­tät ab­wi­ckeln. Dies ist al­ler­dings falsch, wir fan­gen nur an un­se­re sä­ku­la­re Iden­ti­tät kon­se­quent um­zu­set­zen und kei­ne fau­len Kom­pro­mis­se mehr zu ma­chen. Was zu­viel re­li­giö­se Iden­ti­tät be­wirkt, kann man ja im na­hen Os­ten be­wun­dern. Da kann ich ger­ne drauf ver­zich­ten. In Zei­ten vor der Auf­klä­rung wa­ren die Chris­ten auch nicht viel bes­ser.

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