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War­um kri­ti­sie­re ich Is­ra­el nicht?

Sam Har­ris, 27.7.2014, samharris.org

AUDIO TRANSCRIPT [An­mer­kung: Dies ist ei­ne ver­ba­le Ab­schrift ei­nes ge­spro­che­nen Pod­cast. Al­ler­dings ha­be ich An­mer­kun­gen wie die­se hin­zu­ge­fügt, um kon­tro­ver­se Punk­te zu klä­ren. – SH]

Ich woll­te ei­nen Pod­cast ma­chen über ei­ne Rei­he von Fra­gen, aber ich ha­be so vie­le Fra­gen zum sel­ben The­ma be­kom­men, dass ich glau­be, ich wer­de nur ei­ne ein­zi­ge Ant­wort hier ge­ben, und ein #AskMeAnything-​Podcast wer­den wir beim nächs­ten Mal machen.

Die Fra­ge, die ich jetzt in vie­len For­men er­hal­ten ha­be, geht so: War­um ist es so, dass Du Is­ra­el nie kri­ti­sierst? War­um kri­ti­sierst Du nie das Ju­den­tum? War­um ist es so, dass Du im­mer die Sei­te der Is­rae­lis ge­gen­über den Pa­läs­ti­nen­sern einnimmst?

Nun, das ist aus ei­ner Viel­zahl von Grün­den ei­ne un­glaub­lich lang­wei­li­ge und de­pri­mie­ren­de Fra­ge. Der ers­te ist, dass ich so­wohl Is­ra­el als auch das Ju­den­tum kri­ti­siert ha­be. Was an­schein­endd vie­le Leu­te auf­ge­regt hat, ist, dass ich ei­ne ge­wis­se Ver­hält­nis­mäs­sig­keit ge­wahrt ha­be. Es gibt un­ge­fähr 15 Mil­lio­nen Ju­den auf die­ser Er­de. Es gibt hun­dert­mal so vie­le Mus­li­me. Ich ha­be mit Rab­bi­nern dis­ku­tiert, die, wenn ich an­ge­nom­men ha­be, dass sie an ei­nen Gott glau­ben, der un­se­re Ge­be­te hö­ren kann, mich mit­ten im Satz un­ter­bra­chen und sag­ten: „War­um glaubst du, dass ich an ei­nen Gott glau­be, der Ge­be­te hö­ren kann?” Es gibt Rab­bi­ner – kon­ser­va­ti­ve Rab­bi­ner, die an ei­nen Gott glau­ben, der so elas­tisch ist, daß er je­den kon­kre­ten An­spruch über ihn aus­schließt – und da­mit fast je­de kon­kre­te For­de­rung nach mensch­li­chem Ver­hal­ten. Und es gibt Mil­lio­nen von Ju­den, buch­stäb­lich Mil­lio­nen un­ter den we­ni­gen Mil­lio­nen, die exis­tie­ren, für die das Ju­den­tum sehr wich­tig ist, und doch sind sie Athe­is­ten. Sie glau­ben nicht an Gott. Dies ist ei­gent­lich ei­ne Po­si­ti­on, die Sie im Ju­den­tum hal­ten kön­nen, aber es ist ein ab­so­lu­ter non se­qui­tur im Is­lam oder Christentum.

Wenn wir al­so über die Kon­se­quen­zen ir­ra­tio­na­ler Über­zeu­gun­gen spre­chen, die auf Schrift­sät­zen be­ru­hen, sind die Ju­den die ge­rings­ten Tä­ter. Aber ich ha­be vie­le kri­ti­sche Din­ge über das Ju­den­tum ge­sagt. Ich möch­te Sie dar­an er­in­nern, dass Tei­le der he­bräi­schen Bü­cher der Bi­bel, wie Le­vi­ti­cus und Exo­dus und Deu­te­ro­no­mi­um, die ab­wei­sends­ten, die am schwers­ten un­ethi­schen Do­ku­men­te sind, die in ir­gend ei­ner Re­li­gi­on zu fin­den sind. Sie sind schlim­mer als der Ko­ran. Sie sind schlim­mer als ir­gend­ein Teil des Neu­en Tes­ta­ments. Aber die Wahr­heit ist, die meis­ten Ju­den er­ken­nen das und neh­men die­se Tex­te nicht ernst. Es ist ein­fach ei­ne Tat­sa­che, dass die meis­ten Ju­den und die meis­ten Is­rae­lis nicht von der Schrift ge­lei­tet wer­den – und das ist ei­ne sehr gu­te Sache.

Na­tür­lich gibt es ei­ni­ge, die es sind. Es gibt re­li­giö­se Ex­tre­mis­ten un­ter den Ju­den. Ich hal­te die­se Leu­te für echt ge­fähr­lich und ih­re re­li­giö­sen Über­zeu­gun­gen sind so tren­nend und un­be­rech­tigt wie die Über­zeu­gun­gen from­mer Mus­li­me. Aber es gibt viel we­ni­ger sol­che Menschen.

Für je­ne von euch, die sich Sor­gen ma­chen, dass ich nie et­was kri­ti­sches über Is­ra­el sa­ge: Mei­ne Po­si­ti­on zu Is­ra­el ist et­was pa­ra­dox. Es gibt Fra­gen, über die ich echt un­ent­schlos­sen bin. Und es gibt et­was an mei­nem Stand­punkt, das, glau­be ich, je­den be­lei­digt. Des­halb, im Be­wusst­sein dar­über, wie ge­wagt es ist, über­haupt et­was zu die­sem The­ma zu sa­gen, will ich den­noch ein paar Mi­nu­ten laut dar­über nachdenken.

Ich glau­be nicht, dass Is­ra­el als jü­di­scher Staat exis­tie­ren soll­te. Ich den­ke, es ist ob­szön, ir­ra­tio­nal und un­ge­recht­fer­tigt, ei­nen Staat um ei­ne Re­li­gi­on her­um zu or­ga­ni­sie­ren. In­so­fern feie­re ich die Idee nicht, dass es da ei­nen jü­di­sche Staat gibt im Na­hen Os­ten. Ich un­ter­stüt­ze si­cher­lich kei­ne jü­di­schen An­sprü­che auf Bo­den, die auf der Bi­bel ba­sie­ren. [An­mer­kung: Le­sen Sie die­sen Ab­satz nochmals.]

Ob­wohl ich ge­ra­de sag­te, dass ich nicht den­ke, dass Is­ra­el als jü­di­scher Staat exis­tie­ren soll­te, so lässt sich die Recht­fer­ti­gung für ei­nen sol­chen Staat eher leicht fin­den. Wir brau­chen nicht wei­ter zu su­chen als bis zur Tat­sa­che, dass der Rest der Welt sich bei je­der Ge­le­gen­heit be­reit er­klärt hat, die Ju­den zu er­mor­den. Wenn es al­so ei­nen Staat ge­ben soll­te, der um den Schutz der Mit­glie­der ei­ner ein­zi­gen Re­li­gi­on her­um or­ga­ni­siert ist, dann soll­te es si­cher­lich ein jü­di­scher Staat sein. Nun, Freun­de von Is­ra­el könn­ten dies für ei­ne eher laue Ver­tei­di­gung hal­ten, aber es ist die stärks­te, die ich ha­be. Ich den­ke, die Idee ei­nes re­li­giö­sen Staa­tes ist letzt­lich un­halt­bar. [An­mer­kung: Es ist je­doch be­ach­tens­wert, dass Is­ra­el nicht „jü­disch” ist in dem Sinn, wie Saudi-​Arabien und Pa­ki­stan „mus­li­misch” sind. Wie mein Freund Jer­ry Coy­ne be­tont, ist Is­ra­el tat­säch­lich we­ni­ger re­li­gi­ös als die USA und es ga­ran­tiert den Bür­gern die Re­li­gi­ons­frei­heit. Is­ra­el ist kei­ne Theo­kra­tie, und man könn­te leicht ar­gu­men­tie­ren, dass sei­ne jü­di­sche Iden­ti­tät mehr kul­tu­rell als re­li­gi­ös ist. Wenn wir aber fra­gen, war­um die Ju­den nicht nach Britisch-​Kolumbien zie­hen wür­den, wenn sie dort ein Zu­hau­se fin­den könn­ten, so se­hen wir, wel­che Rol­le die Re­li­gi­on in ih­rem Den­ken nach wie vor spielt.]

Es ist un­nö­tig zu er­wäh­nen, dass die is­rae­li­sche Re­gie­rung und die Is­rae­lis selbst, wenn sie ihr Ter­ri­to­ri­um als jü­di­schen Staat ver­tei­di­gen, schreck­li­che Din­ge tun müs­sen. Sie ha­ben, wie jetzt, Krie­ge ge­gen die Pa­läs­ti­nen­ser ge­führt, die mas­si­ve Ver­lus­te an un­schul­di­gem Le­ben ver­ur­sacht ha­ben. In den letz­ten Wo­chen sind mehr Zi­vi­lis­ten in Ga­za ge­tö­tet wor­den, als Mi­li­tan­te. Das ist kei­ne Über­ra­schung, denn Ga­za ist ei­ner der am dich­tes­ten be­sie­del­ten Or­te der Er­de. Es zu be­set­zen, Krie­ge dar­in zu kämp­fen, ga­ran­tiert, dass Frau­en und Kin­der und an­de­re Nicht-​Kombattanten ge­tö­tet wer­den. Und es gibt wahr­schein­lich we­nig Fra­gen im Ver­lauf der Kämp­fe meh­re­rer Krie­ge, dass die Is­rae­lis Din­ge ge­tan ha­ben, die auf Kriegs­ver­bre­chen hin­aus­lau­fen. Sie sind durch die­sen Vor­gang bru­ta­li­siert wor­den – das heißt, bru­tal ge­wor­den. Aber das ist weit­ge­hend auf den Cha­rak­ter ih­rer Fein­de zu­rück­zu­füh­ren. [An­mer­kung: Ich ha­be Is­ra­el kei­nen Frei­pass ge­ge­ben, um Kriegs­ver­bre­chen zu be­ge­hen. Ich mach­te ei­nen Punkt über die Rea­li­tä­ten des Le­bens un­ter der an­dau­ern­den Be­dro­hung des Ter­ro­ris­mus und des Kämp­fens me­re­rer Krie­ge in ei­nem eng be­grenz­ten Raum.]

Was auch im­mer für schreck­li­che Din­ge die Is­rae­lis ge­tan ha­ben, es ist eben­falls wahr, zu sa­gen, dass sie mehr Zu­rück­hal­tung in ih­rem Kampf ge­gen die Pa­läs­ti­nen­ser aus­ge­übt ha­ben, als wir – die Ame­ri­ka­ner oder West­eu­ro­pä­er – in je­dem un­se­rer Krie­ge. Sie ha­ben mehr welt­wei­te öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit er­lebt als je­de an­de­re Ge­sell­schaft je­mals, wäh­rend sie sich ge­gen Ag­gres­so­ren ver­tei­di­gen muss­ten. Die Is­rae­lis wer­den ein­fach an ei­nem an­de­ren Stan­dard ge­mes­sen. Und die Ver­dam­mung, die sie durch den Rest der Welt er­lebt ha­ben, ist völ­lig jen­seits jeg­li­cher Pro­por­tio­nen ge­gen­über dem, was sie tat­säch­lich ge­tan ha­ben. [An­mer­kung: Ich sa­ge nicht, dass die Is­rae­lis, weil sie vor­sich­ti­ger sind, als wir es in un­se­ren leicht­sin­nigs­ten Pha­sen ge­we­sen sind, über jeg­li­cher Kri­tik ste­hen. Kriegs­ver­bre­chen sind Kriegsverbrechen.]

Es ist klar, dass Is­ra­el den PR-​Krieg ver­liert und das seit Jah­ren. Ei­nes der schreck­lichs­ten Din­ge für Au­ßen­ste­hen­de über den ak­tu­el­len Krieg in Ga­za ist der un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Ver­lust des Le­bens auf pa­läs­ti­nen­si­scher Sei­te. Das macht nicht viel mo­ra­li­schen Sinn. Is­ra­el bau­te Schutz­bau­ten, um sei­ne Bür­ger zu schüt­zen. Die Pa­läs­ti­nen­ser bau­ten Tun­nels, durch die sie Ter­ror­an­grif­fe aus­füh­ren und Is­rae­lis ent­füh­ren konn­ten. Soll­te Is­ra­el da­für ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den, die Be­völ­ke­rung in ei­nem Ver­tei­di­gungs­krieg er­folg­reich zu schüt­zen? Ich glau­be nicht. [An­mer­kung: Ich woll­te nicht sa­gen, dass der Tod von pa­läs­ti­nen­si­schen Nicht-​Kombattanten et­was an­de­res als tra­gisch ist. Aber wenn die Ver­gel­tung ge­gen die Ha­mas zwin­gen­der­wei­se zu to­ten Zi­vi­lis­ten führt, und die Is­rae­lis in der Zwi­schen­zeit ih­re ei­ge­nen Zi­vil­be­völ­ke­rung zu schüt­zen fer­tig­brin­gen, ist der Ver­lust an Le­ben Un­schul­di­ger auf der pa­läs­ti­nen­si­schen Sei­te not­wen­di­ger­wei­se überproportional.]

Doch es gibt kei­nen Weg, die Bil­der, die aus dem Ga­za­strei­fen kom­men, zu be­trach­ten – vor al­lem von Säug­lin­gen und Klein­kin­dern, die von Schrapnel­len ge­zeich­net sind – und zu glau­ben, dass dies ir­gend et­was an­de­res als ein un­ge­heu­er­li­ches Bö­ses ist. So­weit die Is­rae­lis die Agen­ten die­ses Übels sind, scheint es un­mög­lich, sie zu un­ter­stüt­zen. Und es ist frag­los, dass die Pa­läs­ti­nen­ser jahr­zehn­te­lang un­ter der Be­sat­zung schreck­lich ge­lit­ten ha­ben. Dies ist der Punkt, wo die meis­ten Kri­ti­ker Is­ra­els ste­cken­ge­blie­ben schei­nen. Sie se­hen die­se Bil­der, und sie ta­deln Is­ra­el, weil es Ba­bys ge­tö­tet und ver­stüm­melt hat. Sie se­hen die Be­sat­zung, und sie be­schul­di­gen Is­ra­el, Ga­za zu ei­nem Ge­fan­ge­nen­la­ger zu ma­chen. Ich wür­de da­ge­gen ar­gu­men­tie­ren, dass dies ei­ne Art mo­ra­li­sche Il­lu­si­on ist, die von ei­nem Ver­säum­nis ge­tra­gen wird, die tat­säch­li­chen Ur­sa­chen die­ses Kon­flikts an­zu­schau­en, so­wie ein Ver­säum­nis, die In­ten­tio­nen der Men­schen auf bei­den Sei­ten zu ver­ste­hen. [An­mer­kung: Ich sag­te nicht, dass das Grau­en der ge­tö­te­ten Kin­der ei­ne mo­ra­li­sche Il­lu­si­on ist; noch ha­be ich das Lei­den der Pa­läs­ti­nen­ser un­ter der Be­sat­zung ge­ring­ge­schätzt. Ich be­haup­te­te le­dig­lich, dass Is­ra­el nicht al­lei­ne und in ers­ter Li­nie Schuld ist an all dem Leid.]

Die Wahr­heit ist, dass es ei­nen of­fen­sicht­li­chen, nicht zu leug­nen­den, und äu­ßerst fol­gen­rei­chen mo­ra­li­schen Un­ter­schied gibt zwi­schen Is­ra­el und sei­nen Fein­den. Die Is­rae­lis sind von Men­schen um­ge­ben, die aus­drück­lich völ­ker­mör­de­ri­sche Ab­sich­ten ge­gen sie pfle­gen. Die Char­ta der Ha­mas ist aus­drück­lich völ­ker­mör­de­risch. Sie freut sich auf ei­ne Zeit, ba­sie­rend auf ko­ra­ni­schen Pro­phe­zei­un­gen, wenn die Er­de selbst nach jü­di­schem Blut ru­fen wird, wo die Bäu­me und die Stei­ne „O Mus­lim” sa­gen, „da ist ein Ju­de hin­ter mir ver­steckt. Komm und tö­te ihn.” Das ist ein po­li­ti­sches Do­ku­ment. Wir re­den von ei­ner Re­gie­rung, die von ei­ner Mehr­heit der Pa­läs­ti­nen­ser an die Macht ge­wählt wur­de. [An­mer­kung: Ja, ich weiß, dass nicht je­der Pa­läs­ti­nen­ser die Ha­mas un­ter­stützt, aber ge­nug, um sie an die Macht ge­bracht zu ha­ben. Die Ha­mas ist kei­ne Randgruppe.]

Der Dis­kurs in der mus­li­mi­schen Welt um die Ju­den ist äu­ßerst scho­ckie­rend. Nicht nur gibt es Holocaust-​Leugnung – es gibt Holocaust-​Leugnung, die dann be­haup­tet, dass wir es rich­tig tun, wenn wir nur die Chan­ce da­zu be­kom­men. Das Ein­zi­ge, was noch wi­der­wär­ti­ger ist, als den Ho­lo­caust zu leug­nen, ist, zu sa­gen, daß er hät­te ge­sche­hen sol­len; er ge­schah nicht, aber wenn wir die Chan­ce be­kom­men, wer­den wir ihn voll­zie­hen. Es gibt Kin­der­sen­dun­gen in den pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­ten und an­ders­wo, die Fünf­käh­ri­gen die Herr­lich­kei­ten des Mar­ty­ri­ums und die Not­wen­dig­keit der Tö­tung von Ju­den lehrt.

Und das stösst mit­ten ins Herz des mo­ra­li­schen Un­ter­schieds zwi­schen Is­ra­el und sei­nen Fein­den. Und das ha­be ich in The End of Faith dis­ku­tiert. Um die­sen mo­ra­li­schen Un­ter­schied zu er­ken­nen, müs­sen Sie die Fra­ge stel­len, was je­de der bei­den Sei­ten tun wür­de, wenn sie die Macht da­zu hätte.

Was wür­den die Ju­den den Pa­läs­ti­nen­sern an­tun, wenn sie tun könn­ten, was im­mer sie woll­ten? Nun, wir ken­nen die Ant­wort auf die­se Fra­ge, weil sie tat­säch­lich mehr oder we­ni­ger tun kön­nen, was sie wol­len. Die is­rae­li­sche Ar­mee könn­te mor­gen al­le in Ga­za tö­ten. Was be­deu­tet das? Nun, es be­deu­tet, dass, wenn sie ei­ne Bom­be an ei­nem Strand fal­len las­sen und vier pa­läs­ti­nen­si­sche Kin­der tö­ten, wie dies letz­te Wo­che pas­siert ist, so ist dies fast si­cher ein Un­fall. Sie zie­len nicht auf Kin­der. Sie könn­ten so vie­le Kin­der an­vi­sie­ren, wie sie wol­len. Je­des Mal, wenn ein pa­läs­ti­nen­si­sches Kind stirbt, ist Is­ra­el nä­her dar­an, ein in­ter­na­tio­na­ler Pa­ria zu wer­den. So ma­chen sich die Is­rae­lis gro­ße Mü­he, Kin­der und an­de­re Nicht­kämp­fer nicht zu tö­ten. [An­mer­kung: Das Wort „so” im vor­he­ri­gen Satz war be­dau­er­lich und ir­re­füh­rend. Ich woll­te nicht be­haup­ten, dass die Si­che­rung ih­res Rufs im Aus­land der ein­zi­ge (oder gar pri­mä­re) Grund für Is­ra­el wä­re, Kin­der nicht zu tö­ten. Al­ler­dings bleibt der Punkt ste­hen: Selbst wenn Sie Is­ra­el die nied­rigs­ten Mo­ti­ve un­ter­stel­len wol­len, so liegt es ein­deu­tig in ih­rem Selbst­in­ter­es­se, pa­läs­ti­nen­si­sche Kin­der nicht zu töten.]

Nun, ist es mög­lich, dass ei­ni­ge is­rae­li­sche Sol­da­ten un­ter Druck Amok lau­fen und am En­de in An­samm­lun­gen von Stei­ne wer­fen­den Kin­dern schie­ßen? Na si­cher. Sie fin­den im­mer ei­ni­ge Sol­da­ten, die mit­ten in ei­nem Krieg der­art han­deln. Aber wir wis­sen, dass dies nicht die all­ge­mei­ne Ab­sicht Is­ra­els ist. Wir wis­sen, dass die Is­rae­lis kei­ne Nicht-​Kombattanten tö­ten wol­len, weil sie so vie­le tö­ten könn­ten, wie sie wol­len, und sie es nicht tun.

Was wis­sen wir über die Pa­läs­ti­nen­ser? Was wür­den die Pa­läs­ti­nen­ser den Ju­den in Is­ra­el an­tun, wenn das Mach­tun­gleich­ge­wicht um­ge­kehrt wä­re? Nun, sie ha­ben uns ge­sagt, was sie tun wür­den. Aus ir­gend­ei­nem Grund wol­len die Kri­ti­ker Is­ra­els ein­fach nicht das Schlimms­te über ei­ne Grup­pe wie die Ha­mas glau­ben, selbst wenn die­se die­ses Schlimms­te über sich frei­zü­gig sel­ber er­klärt. Wir ha­ben be­reits ei­nen Ho­lo­caust und meh­re­re an­de­re Ge­no­zi­de im 20. Jahr­hun­dert er­lebt. Men­schen kön­nen Völ­ker­mord be­ge­hen. Wenn sie uns sa­gen, dass sie Völ­ker­mord be­ge­hen wol­len, soll­ten wir zu­hö­ren. Es gibt je­den Grund zu glau­ben, dass die Pa­läs­ti­nen­ser al­le Ju­den in Is­ra­el tö­ten wür­den, wenn sie könn­ten. Wür­de je­der Pa­läs­ti­nen­ser Völ­ker­mord un­ter­stüt­zen? Na­tür­lich nicht. Aber ei­ne gro­ße Zahl von ih­nen – und von Mus­li­men in der gan­zen Welt – wür­de das tun. Un­nö­tig zu sa­gen, dass die Pa­läs­ti­nen­ser im All­ge­mei­nen, nicht nur die Ha­mas, ei­ne His­to­rie ha­ben, wie sie un­schul­di­ge Nicht-​Kombattanten auf scho­ckie­rends­te Ar­ten ge­tö­tet ha­ben. Sie ha­ben sich in Bus­sen und in Re­stau­rants in die Luft ge­sprengt. Sie ha­ben Ju­gend­li­che mas­sa­kriert. Sie ha­ben Olympia-​Athleten er­mor­det. Heu­te schie­ßen sie Ra­ke­ten wahl­los in zi­vi­le Ge­bie­te. Und wie­der sagt die Char­ta ih­rer Re­gie­rung in Ga­za aus­drück­lich, dass sie die Ju­den ver­nich­ten wol­len – nicht nur in Is­ra­el, son­dern über­all. [An­mer­kung: Wie­der be­mer­ke ich, dass nicht al­le Pa­läs­ti­nen­ser die Ha­mas un­ter­stüt­zen. Noch ver­nach­läs­si­ge ich den Grad, zu dem die Be­sat­zung zu­sam­men mit den im Krieg er­lit­te­nen Kol­la­te­ral­schä­den die pa­läs­ti­nen­si­sche Wut an­ge­heizt hat. Aber der pa­läs­ti­nen­si­sche Ter­ro­ris­mus (und der mus­li­mi­sche An­ti­se­mi­tis­mus) ist es, was das fried­li­che Zu­sam­men­le­ben bis jetzt ver­un­mög­licht hat.]

Die Wahr­heit ist, dass al­les, was Sie über das mo­ra­li­sche Un­gleich­ge­wicht zwi­schen Is­ra­el und ih­ren Fein­den wis­sen müs­sen, am The­ma der mensch­li­chen Schil­de auf­ge­zeigt wer­den kann. Wer be­nutzt mensch­li­che Schutz­schil­de? Nun, die Ha­mas auf je­den Fall. Sie schie­ßen ih­re Ra­ke­ten aus Wohn­vier­teln ab, von ne­ben Schu­len, Kran­ken­häu­sern und Mo­sche­en. Mus­li­me ha­ben auch in an­de­ren jüngs­ten Kon­flik­ten, im Irak und an­ders­wo, mensch­li­che Schutz­schil­de be­nutzt. Sie ha­ben ih­re Ge­weh­re auf die Schul­tern ih­rer ei­ge­nen Kin­der ge­legt und von hin­ter ih­ren Kör­pern geschossen.

Be­ach­ten Sie den mo­ra­li­schen Un­ter­schied zwi­schen dem Ein­satz von mensch­li­chen Schutz­schil­den und der Ab­schre­ckung durch die­sel­ben. Das ist der Un­ter­schied, über den wir re­den. Die Is­rae­lis und an­de­re west­li­che Mäch­te wer­den, wie un­zu­rei­chend auch im­mer, durch die mus­li­mi­sche Ver­wen­dung von mensch­li­chen Schutz­schil­dern in die­sen Kon­flik­ten ab­ge­schreckt, so wie es sein soll­te. Es ist mo­ra­lisch ver­ab­scheu­ungs­wür­dig, Nicht-​Kombattanten zu tö­ten, wenn es sich ver­mei­den lässt. Es ist si­cher­lich ver­rückt, durch die Kör­per der Kin­der zu schie­ßen, um an Ih­re Geg­ner zu be­kom­men. Aber neh­men Sie sich ei­nen Mo­ment Zeit, dar­über nach­zu­den­ken, wie ver­ächt­lich die­ses Ver­hal­ten ist. Und ver­ste­hen Sie, wie zy­nisch es ist. Die Mus­li­me han­deln un­ter der An­nah­me – so­gar dem Wis­sen – dass die Un­gläu­bi­gen, mit de­nen sie kämp­fen, die Men­schen, de­ren Re­li­gi­on sie nichts als ver­leum­den, durch ih­re Ver­wen­dung mus­li­mi­scher mensch­li­cher Schutz­schil­de ab­ge­schreckt wer­den. Sie be­trach­ten die Ju­den als Ab­kömm­lin­ge von Af­fen und Schwei­nen – und doch ver­las­sen sie sich dar­auf, daß sie kei­ne mus­li­mi­schen Nicht-​Kombattanten tö­ten wol­len. [An­mer­kung: Der Be­griff „Mus­li­me” in die­sem Ab­satz be­deu­tet „mus­li­mi­sche Kämp­fer” der Art, auf die west­li­che Trup­pen im Irak, in Af­gha­ni­stan und an­ders­wo ge­sto­ßen sind. Der Be­griff „Dschi­ha­dis­ten” wä­re zu eng ge­we­sen, aber ich woll­te nicht be­haup­ten, dass al­le Mus­li­me die Ver­wen­dung von mensch­li­chen Schutz­schil­dern un­ter­stüt­zen oder an­ti­se­mi­tisch sind, im Krieg mit dem Wes­ten ste­hen, usw.]

Nun stel­len Sie sich vor, die Rol­len hier zu tau­schen. Stel­len Sie sich vor, wie fa­tal – so­gar ko­misch – es sein wür­de für die Is­rae­lis, zu ver­su­chen, mensch­li­che Schutz­schil­de zu be­nut­zen, um die Pa­läs­ti­nen­ser ab­zu­schre­cken. Man­che be­haup­ten, dass sie dies be­reits ge­tan ha­ben. Es gibt Be­rich­te, dass is­rae­li­sche Sol­da­ten ge­le­gent­lich pa­läs­ti­nen­si­sche Zi­vi­lis­ten vor sich auf­ge­stellt ha­ben, als sie in ge­fähr­li­che Ge­bie­te vor­ge­drun­gen sind. Das ist nicht der Ge­brauch von mensch­li­chen Schutz­schil­dern, über den wir re­den. Das ist un­heim­li­ches Ver­hal­ten. Kein Zwei­fel, es stellt ein Kriegs­ver­bre­chen dar. Aber stel­len Sie sich vor, die Is­rae­lis wür­den ih­re ei­ge­nen Frau­en und Kin­der als mensch­li­che Schutz­schil­de be­nut­zen. Das wä­re na­tür­lich lä­cher­lich. Die Pa­läs­ti­nen­ser ver­su­chen oh­ne­hin, al­le zu tö­ten. Das Tö­ten von Frau­en und Kin­dern ist Teil des Plans. Ei­ne Um­kehr der Rol­len pro­du­ziert hier ei­nen gro­tes­ken Mon­ty Py­thon Sketch.

Wenn Sie über den Kon­flikt im Na­hen Os­ten re­den, müs­sen Sie die­sen Un­ter­schied an­er­ken­nen. Ich glau­be nicht, dass es ir­gend­ei­ne ethi­sche Un­gleich­heit gibt, die ir­gend­wo ge­fun­den wer­den kann, die scho­ckie­ren­der oder fol­gen­rei­cher ist als das.

Und die Wahr­heit ist, dass das noch nicht ein­mal das Schlimms­te ist von dem, was Dschi­ha­dis­ten tun. Die Ha­mas ist prak­tisch ei­ne mo­de­ra­te Or­ga­ni­sa­ti­on, ver­gli­chen mit an­de­ren dschi­ha­dis­ti­schen Grup­pen. Es gibt Mus­li­me, die sich in Mas­sen von Kin­dern in die Luft ge­sprengt ha­ben – mus­li­mi­schen Kin­dern – nur um an die ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten her­an­zu­kom­men, die Sü­ßig­kei­ten ver­teil­ten un­ter ih­nen. Sie ha­ben Selbst­mord­at­ten­ta­te be­gan­gen, nur um ei­nen wei­te­ren Bom­ber ins Kran­ken­haus zu schi­cken, um die Ver­letz­ten ab­zu­war­ten – wo sie dann al­le Ver­letz­ten zu­sam­men mit den Ärz­ten und Kran­ken­schwes­tern, die ver­such­ten, ihr Le­ben zu ret­ten, in die Luft sprengten.

Je­den Tag, an dem Sie von ei­ner fehl­ge­lei­te­ten is­rae­li­schen Ra­ke­te le­sen oder von is­rae­li­schen Sol­da­ten, die ei­nen un­schul­di­gen Teen­ager ver­prü­gelt ha­ben, hät­ten Sie von ISIS im Irak le­sen kön­nen, die Men­schen auf der Stra­ße kreu­zig­ten, Chris­ten und Mus­li­me. Wo ist die Em­pö­rung in der mus­li­mi­schen Welt und bei den Lin­ken über die­se Ver­bre­chen? Wo sind die De­mons­tra­tio­nen, zu 10.000 oder 100.000en, in den Haupt­städ­ten Eu­ro­pas ge­gen ISIS? Wenn Is­ra­el bei ei­nem Un­fall ein Dut­zend Pa­läs­ti­nen­ser tö­tet, ist die ge­sam­te mus­li­mi­sche Welt in Flam­men. Gott ver­bie­te es, ei­nen Ko­ran zu ver­bren­nen oder ei­nen Ro­man schrei­ben, der va­ge kri­tisch ge­gen­über dem Glau­ben ist. Und doch kön­nen Mus­li­me ih­re ei­ge­nen Ge­sell­schaf­ten zer­stö­ren – und ver­su­chen, den Wes­ten zu zer­stö­ren – und man hört kei­nen Mucks. [An­mer­kung: Na­tür­lich bin ich mir be­wusst, dass vie­le Mus­li­me Grup­pen wie ISIS ver­dam­men. Mein Punkt ist, dass wir kei­ne mas­si­ven Pro­tes­te ge­gen den glo­ba­len Dschi­ha­dis­mus se­hen – ob­wohl er auf Mus­li­me mehr als auf al­le an­de­ren ab­zielt – je­doch se­hen wir rie­si­ge Pro­tes­te über so Din­ge wie die dä­ni­schen Karikaturen.]

Da­her scheint mir, dass man sich hier auf die Sei­te Is­ra­els stel­len soll­te. Wir ha­ben hier ei­ne Sei­te, die, wenn sie wirk­lich ih­re Zie­le er­rei­chen könn­te, ein­fach fried­lich mit ih­ren Nach­barn le­ben wür­de, und wir ha­ben ei­ne an­de­re Sei­te, die ver­sucht, ei­ne Theo­kra­tie des sieb­ten Jahr­hun­derts im Hei­li­gen Land um­zu­set­zen. Die­se bei­den un­ver­ein­ba­ren Ide­en ste­hen sich un­ver­söhn­lich ge­gen­über. Das be­deu­tet nicht, dass Sie be­stimm­te Hand­lun­gen der Is­rae­lis nicht ver­ur­tei­len kön­nen. Und selbst­ver­ständ­lich gibt uns die An­er­ken­nung der mo­ra­li­schen Un­gleich­heit zwi­schen Is­ra­el und sei­nen Fein­den kei­ne Lö­sung für das Pro­blem der Exis­tenz Is­ra­els im Na­hen Os­ten. [An­mer­kung: Ich ha­be nicht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Is­ra­els Hand­lun­gen über je­der Kri­tik ste­hen oder dass ih­re jüngs­ten Ein­fäl­le in Ga­za zwangs­läu­fig ge­recht­fer­tigt wa­ren. Ich sa­ge auch nicht, dass der Sta­tus quo, in dem die Pa­läs­ti­nen­ser staa­ten­los blei­ben, bei­be­hal­ten wer­den soll­te. Und ich ha­be si­cher­lich nicht die Un­ter­stüt­zung für den Bau von Sied­lun­gen auf dem um­strit­te­nen Land ge­äu­ßert (wie ich un­ten klar ma­che). Durch das „auf die Sei­te Is­ra­els stel­len” an­er­ken­ne ich ein­fach, dass sie nicht die pri­mä­ren Ag­gres­so­ren in die­sem Kon­flikt sind. Viel­mehr re­agie­ren sie auf Ag­gres­si­on – und das zu ei­nem schreck­li­chen Preis.]

Noch ein­mal: na­tür­lich gibt es ei­nen Pro­zent­satz an Ju­den, die durch ih­re ei­ge­ne re­li­giö­se Hys­te­rie und ih­re ei­ge­nen Pro­phe­zei­un­gen ge­trie­ben wer­den. Ei­ni­ge war­ten auf den Mes­si­as im um­strit­te­nen Land. Ja, die­se Men­schen sind be­reit, das Blut ih­rer ei­ge­nen Kin­der für die Herr­lich­keit Got­tes zu op­fern. Aber zum größ­ten Teil sind sie nicht re­prä­sen­ta­tiv für den jet­zi­gen Zu­stand des Ju­den­tums oder die Hand­lun­gen der is­rae­li­schen Re­gie­rung. Und wie Is­ra­el mit die­sen Men­schen – ih­ren ei­ge­nen re­li­giö­sen Ver­rück­ten – um­geht, be­stimmt, ob sie wirk­lich die mo­ra­li­sche Hö­he hal­ten kön­nen. Und Is­ra­el kann viel mehr tun als es bis­her ge­tan hat, sie zu ent­mach­ten. Es kann auf­hö­ren, die Wahn­vor­stel­lun­gen der Ultra-​Orthodoxen zu un­ter­stüt­zen, und es kann auf­hö­ren, Sied­lun­gen auf dem um­strit­te­nen Land zu bau­en. [An­mer­kung: Le­sen Sie das noch ein­mal. Und ja, mir ist be­wusst, dass nicht al­le Sied­ler Ultra-​orthodox sind.]

Die­se un­ver­ein­ba­ren re­li­giö­sen Bin­dun­gen zu die­sem Land ha­ben es für Mos­lems und Ju­den un­mög­lich ge­macht, wie ver­nünf­ti­ge Men­schen mit­ein­an­der zu ver­han­deln, und sie ha­ben es ih­nen ver­un­mög­licht, mit­ein­an­der in Frie­den zu le­ben. Aber die Bür­de liegt im­mer noch mehr auf der Sei­te der Mus­li­me. Selbst an ih­rem schlimms­ten Tag han­deln die Is­rae­lis mit grö­ße­rer Sorg­falt und Mit­ge­fühl und Selbst­kri­tik als mus­li­mi­sche Kämp­fer ir­gend­wo und überhaupt.

Und wie­der müs­sen Sie sich fra­gen, was wol­len die­se Grup­pen? Was wür­den sie er­rei­chen, wenn sie über­haupt et­was er­rei­chen könn­ten? Was wür­den die Is­rae­lis tun, wenn sie tun könn­ten, was sie wol­len? Sie wür­den im Frie­den mit ih­ren Nach­barn le­ben, wenn sie Nach­barn hät­ten, die in Frie­den mit ih­nen le­ben wür­den. Sie wür­den ein­fach wei­ter ih­ren High-​Tech-​Sektor aus­bau­en und auf­blü­hen. [An­mer­kung: Man­che mö­gen ar­gu­men­tie­ren, dass sie mehr als das tun wür­den – z.B. mehr pa­läs­ti­nen­si­sches Land zu steh­len. Aber ab­ge­se­hen vom Ein­fluss des jü­di­schen Ex­tre­mis­mus (den ich ver­ur­tei­le), hat die fort­ge­setz­te Land­nah­me Is­ra­els mehr als nur ein biss­chen mit ih­ren Si­cher­heits­be­den­ken zu tun. Bei Ab­senz von pa­läs­ti­nen­si­schem Ter­ro­ris­mus und mos­le­mi­schem An­ti­se­mi­tis­mus könn­ten wir von ei­ner „Ein-​Staaten-​Lösung” spre­chen und die Sied­lungs­fra­ge wä­re schlicht kei­ne mehr.]

Was wol­len Grup­pen wie ISIS und al-​Qaida und so­gar die Ha­mas? Sie wol­len ih­re re­li­giö­sen An­sich­ten dem Rest der Mensch­heit auf­zwin­gen. Sie wol­len je­de Frei­heit, die an­stän­di­gen, ge­bil­de­ten, welt­li­chen Men­schen wich­tig ist, im Keim er­sti­cken. Das ist kein tri­via­ler Un­ter­schied. Und doch, aus­ge­hend von der Ebe­ne der Ver­ur­tei­lung, die Is­ra­el heu­te er­fährt, könn­te man mei­nen, dass der Un­ter­schied gra­de in die an­de­re Rich­tung läuft.

Die­se Art von Ver­wir­rung bringt uns al­le in Ge­fahr. Das ist die gro­ße Sto­ry un­se­rer Zeit. Für den Rest un­se­res Le­bens und das Le­ben un­se­rer Kin­der wer­den wir mit Men­schen kon­fron­tiert sein, die nicht fried­lich in ei­ner welt­li­chen, plu­ra­lis­ti­schen Welt le­ben wol­len, denn sie wol­len ver­zwei­felt ins Pa­ra­dies ge­lan­gen, und sie sind be­reit, auf dem Weg da­hin die blos­se Mög­lich­keit von mensch­li­chem Glück zu zer­stö­ren. Die Wahr­heit ist, wir le­ben al­le in Is­ra­el. Es ist nur so, dass man­che von uns das noch nicht rea­li­siert haben.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Da­ni­el (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Rech­te­grup­pen bie­ten kos­ten­lo­se Dienst­leis­tun­gen für den Dschi­had – Schweiz: Scho­ko­la­de, Uh­ren und Dschi­had – War­um kri­ti­sie­re ich Is­ra­el nicht? […]

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