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Die Ju­den, die die Er­in­ne­rung an den Ho­lo­caust be­schmut­zen, um An­ti­se­mi­ten zu gefallen

Fred Ma­roun, 19.4.2016, Times of Is­ra­el Blogs

Fred Maroun

Fred Ma­roun ist Ka­na­di­er ara­bi­scher Ab­stam­mung, der bis 1984 im Li­ba­non leb­te, auch wäh­rend 10 Jah­ren Bür­ger­krieg. Fred un­ter­stützt Is­ra­els Exis­tenz­recht als jü­di­scher Staat und un­ter­stützt ei­nen li­be­ra­len und de­mo­kra­ti­schen Na­hen Os­ten, in dem al­le Re­li­gio­nen und Na­tio­na­li­tä­ten, ein­schließ­lich der Pa­läs­ti­nen­ser, im Frie­den un­ter­ein­an­der und mit Is­ra­el ko­exis­tie­ren kön­nen und die Men­schen­rech­te re­spek­tiert wer­den. Fred ist ein Athe­ist, ein so­zia­ler Li­be­ra­ler und ein Be­für­wor­ter glei­cher Rech­te für LGBT-​Menschen über­all. Fred Ma­roun schreibt für Gatestone Institute.

Die Tak­tik, die hoch mo­ra­li­schen Hand­lun­gen der is­rae­li­schen Streit­kräf­te (IDF) im Gaza-​Streifen mit dem Nazi-​Holocaust von sechs Mil­lio­nen Ju­den gleich­zu­set­zen, ist heu­te im Ar­se­nal der Fein­de Is­ra­els üb­lich. Und war­um nicht? Ih­re Lü­gen wer­den nie­mals ernst­haft in Fra­ge ge­stellt, au­ßer von Is­ra­el und sei­nen aus­ge­spro­che­nen Un­ter­stüt­zern, ei­ner win­zi­gen Min­der­heit im Ver­gleich zu den Hor­den von An­ti­se­mi­ten, die stän­dig je­de mög­li­che skru­pel­lo­se Tak­tik be­nut­zen, um Is­ra­el zu dämonisieren.

Die­se Tak­tik ist je­doch be­son­ders ver­wir­rend, wenn sie von Men­schen be­nutzt wird, die be­haup­ten, Ju­den zu sein. Am 21. Ju­li 2014 schrieb Nao­mi Wolf, ei­ne US-​amerikanische Au­to­rin und ehe­ma­li­ge po­li­ti­sche Be­ra­te­rin, auf ih­rer Facebook-​Seite: „Ich be­traue­re den Völ­ker­mord in Ga­za, weil ich die En­ke­lin ei­ner Fa­mi­lie bin, die in ei­nem Ho­lo­caust halb aus­ge­löscht wor­den ist. Ich er­ken­ne Ge­no­zid, wenn ich ihn sehe.”

Bis heu­te hat­te Wolf nicht den An­stand, die­ses Pos­ting zu lö­schen, und sie ist wahr­schein­lich stolz dar­auf, dass ihr Pos­ting jetzt be­rühmt ist und über 14.000 zu­stim­men­de Li­kes, über 1.500 Kom­men­ta­re ge­sam­melt hat und 8.602 mal ge­teilt wor­den ist.

Wenn ich glau­be soll­te, dass Wolf per­sön­li­che Kennt­nis­se über den Ho­lo­caust und sei­ne Ähn­lich­keit mit den Ak­tio­nen Is­ra­els in Ga­za hat, müss­te ich schlussfolgern:

  • Is­ra­el muss Mil­lio­nen von pa­läs­ti­nen­si­schen Män­nern, Frau­en und Kin­dern in Ar­beits­la­ger ge­schickt ha­ben, wo sie als Skla­ven schuf­ten muss­ten, wäh­rend sie ei­ne Hun­ger­di­ät mit ge­rin­gen Men­gen an Brot und Was­ser bekamen.
  • Is­ra­el muß die Pa­läs­ti­nen­ser in den Ar­beits­la­gern so übel miss­han­delt ha­ben, daß ei­ne gro­ße An­zahl an Man­gel­er­näh­rung oder Er­schöp­fung starb.
  • Is­ra­el muss Tö­tungs­fa­bri­ken (To­des­la­ger) ein­ge­rich­tet ha­ben, in die es häu­fig Zug­la­dun­gen von Pa­läs­ti­nen­sern ge­schickt ha­ben muss.
  • In­ner­halb we­ni­ger Stun­den nach ih­rer An­kunft in den To­des­la­gern müs­sen den Pa­läs­ti­nen­sern ih­re Be­sitz­tü­mer weg­ge­nom­men, müs­sen sie ver­gast und in Kre­ma­to­ri­en ver­brannt wor­den sein.
  • Is­ra­el muss in ei­nem Zeit­raum von we­ni­gen Jah­ren die Be­völ­ke­rung Ga­zas fast aus­ge­löscht haben.

Je­de ernst­haf­te Ana­ly­se der Si­tua­ti­on in Ga­za zeigt je­doch, dass nichts der­glei­chen ge­sche­hen ist. Trotz jah­re­lan­ger Feind­se­lig­kei­ten zwi­schen den IDF und den Gaza-​Terroristen, dar­un­ter drei Krie­ge, be­trägt die jähr­li­che Wachs­tums­ra­te der Be­völ­ke­rung von Ga­za fast 3%, die dreizehnt-​höchste der Welt.

Wenn Wolf an den Tat­sa­chen in­ter­es­siert wä­re, hät­te sie ge­wußt, daß Is­ra­el weit da­von ent­fernt, den Gaza-​Streifen aus­zu­hun­gern, auch in Kriegs­zei­ten gro­ße Hil­fe leis­tet. Sie hät­te ge­wußt, daß die voll­kom­men le­gi­ti­me Blo­cka­de des Gaza-​Streifens durch Is­ra­el erst nach dem Be­ginn von Ra­ke­ten­an­grif­fen ge­gen Is­ra­el durch Gaza-​Terroristen be­gann und daß das ein­zi­ge Ziel der Blo­cka­de dar­in be­steht, die Lie­fe­rung von Waf­fen, die ge­gen Is­ra­el ein­ge­setzt wer­den, und von Bau­ma­te­ria­len, die zum Bau von Terror-​Tunneln nach Is­ra­el ver­wen­det wer­den, zu verhindern.

Ich bin Ara­ber und kei­ner mei­ner Fa­mi­lie ist im Ho­lo­caust ums Le­ben ge­kom­men. Viel­leicht soll­te ich Wolfs Lü­gen den Ju­den zur Kom­men­tie­rung über­las­sen, und doch stört mich ihr schwie­li­ges und un­ehr­li­ches Benehmen.

Wenn ei­ne Jü­din wie Nao­mi Wolf die Er­in­ne­rung an ih­re Groß­el­tern be­nutzt, um fälsch­li­cher­wei­se be­haup­ten zu kön­nen, dass die le­gi­ti­me Ver­tei­di­gung Is­ra­els ge­gen den Ter­ro­ris­mus dem Ho­lo­caust gleich­kommt, der sechs Mil­lio­nen Ju­den er­mor­det hat, so be­schmutzt sie die Er­in­ne­rung an ih­re ei­ge­nen Groß­el­tern, be­schmutzt sie das An­denken an je­den Ju­den, der im Ho­lo­caust ge­stor­ben ist.

Und wo­für? Um zu hel­fen, Is­ra­el, die Na­ti­on der Ju­den, ihr ei­ge­nes Volk, zu dä­mo­ni­sie­ren? Um die An­zahl ih­rer Fol­lo­wer zu er­hö­hen, in­dem sie mehr An­ti­se­mi­ten hinzufügt?

Ju­den wie Nao­mi Wolf ha­ben be­schlos­sen, ih­ren Hass auf Is­ra­el und ihr zwang­haf­tes Be­dürf­nis nach Auf­merk­sam­keit vor die Lie­be und den Re­spekt zu ih­rer ei­ge­nen Fa­mi­lie und weit vor je­des Ge­fühl der Zu­ge­hö­rig­keit zum jü­di­schen Volk zu set­zen. Ich bin nur ein Ara­ber, aber das Ver­hal­ten die­ser Ju­den geht über die Be­lei­di­gung an­de­rer Ju­den hin­aus. Es be­lei­digt je­den mo­ra­li­schen Men­schen auf Er­den zutiefst.

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