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Die „Fakten-​Feministin” ent­larvt Sta­tis­ti­ken über se­xu­el­le Über­grif­fe und die Lohn­un­ter­schie­de

To­ni Ai­raksi­nen, 22.2.

christina hoff sommers

Chris­ti­na Hoff Som­mers. (Pho­to: Ame­ri­can En­ter­pri­se In­sti­tu­te)

Als Chris­ti­na Hoff Som­mers, ein „ehe­ma­li­ges 60er Blu­men­kind”, das Phi­lo­so­phie­pro­fes­so­rin wur­de, be­gann, den aka­de­mi­schen Fe­mi­nis­mus zu un­ter­su­chen, ent­deck­te sie zahl­rei­che „Feh­ler, Halb­wahr­hei­ten und Un­wahr­hei­ten”.

„Als Fe­mi­nis­tin und Aka­de­mi­ke­rin fühl­te ich die Not­wen­dig­keit, die Din­ge rich­tig zu stel­len”, sag­te sie zu USA TODAY Col­le­ge.

Hoff Som­mers ist heu­te Ge­lehr­te am Ame­ri­can En­ter­pri­se In­sti­tu­te, wo sie die Vi­deo­se­rie Fac­tu­al Fei­mi­nist pro­du­ziert, wo sie Ge­sprä­che über The­men wie „Die fünf bes­ten fe­mi­nis­ti­schen My­then al­ler Zei­ten” und „Der wah­re Grund, war­um es nicht mehr weib­li­che Wis­sen­schaft­ler gibt” pro­du­ziert.

Das The­ma in Hoff Som­mers ‚Ar­beit ist, dass der aka­de­mi­sche Fe­mi­nis­mus – die Art Fe­mi­nis­mus, der den Stu­den­ten in der Uni­ver­si­täts­um­ge­bung ge­lehrt wird – die Not der Frau­en über­treibt, wäh­rend er die Not der Män­ner igno­riert.

Zum Bei­spiel, neh­men Sie die oft wie­der­hol­te Gender-​Lohn-​Unterschiede-​Statistik, dass Frau­en für die glei­che Ar­beit 23 Pro­zent we­ni­ger ver­die­nen als Män­ner. Im ver­gan­ge­nen Ju­li zum Bei­spiel be­rich­te­te das Pew Re­se­arch Cen­ter, dass Frau­en­löh­ne nur 83% von de­nen der Män­ner be­trü­gen.

„Die­ser An­spruch wird von den Öko­no­men, ein­schließ­lich den fe­mi­nis­ti­schen Öko­no­men, ent­schie­den ab­ge­lehnt. Die 23-​Prozent-​Gender-​Lohnlücke ist ein­fach der Un­ter­schied zwi­schen dem durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men al­ler Män­ner und Frau­en, die Voll­zeit ar­bei­ten”, ar­gu­men­tiert Hoff Som­mers.

„Sie be­rück­sich­tigt nicht die Un­ter­schie­de in Be­set­zung, Po­si­tio­nen, Bil­dung, Be­rufs­be­zeich­nung, ge­ar­bei­te­te Stun­den pro Wo­che”, be­haup­tet sie. „Wenn sol­che re­le­van­ten Fak­to­ren be­rück­sich­tigt wer­den, ver­rin­gert sich die Lohn­lü­cke bis zum Ver­schwin­den.”

Hoff Som­mers sagt, sie be­zie­he sich auf die For­schung von Clau­dia Gol­din, ei­ner Harvard-​Ökonomin. Gol­din ar­gu­men­tier­te in ei­nem kürz­li­chen Freakonomics-​Podcast, dass, wäh­rend die Lohn­lü­cke exis­tiert, die For­scher „nicht Ton­nen von Be­wei­sen ha­ben, dass es sich um ech­te Dis­kri­mi­nie­rung han­delt.”

Die For­schung des Wirt­schafts­po­li­ti­schen In­sti­tuts, ei­nem un­par­tei­ischen Think Tank, zeigt, dass „ar­bei­ten­den Frau­en we­ni­ger be­zahlt wird als Män­nern” und dass „ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Dis­kri­mi­nie­rung” zu die­ser Lü­cke bei­trägt, aber dass an­de­re Fak­to­ren, die oft über­se­hen wer­den, zur Lü­cke bei­tra­gen. Die­se Fak­to­ren be­inhal­ten die Tat­sa­che, dass Frau­en da­zu nei­gen, an­de­re Ar­beits­stun­den zu ar­bei­ten, we­ni­ger Er­fah­rung ha­ben und auf an­de­ren Ge­bie­ten als ih­re männ­li­chen Ar­beits­kol­le­gen ab­ge­schlos­sen ha­ben. Der Pews Be­richt von 2016 stell­te fest: „Die For­schung zeigt, dass ei­ne Mehr­heit die­ser Lü­cken durch Un­ter­schie­de in der Bil­dung, Ar­beits­er­fah­rung, Be­ruf oder Bran­che und an­de­ren mess­ba­ren Fak­to­ren er­klärt wer­den kann.”

Sta­tis­ti­ken, die an­de­re The­men be­tref­fen, wie et­wa weib­li­cher Land­be­sitz, Bil­dungs­ni­veau und se­xu­el­le Be­läs­ti­gung, sind oft auch ir­re­füh­rend, ar­gu­men­tiert Hoff Som­mers oft.

„Fe­mi­nis­tin­nen wer­den nie mü­de, uns zu sa­gen, dass Frau­en um fast ei­nen Vier­tel ih­res Ge­halts be­tro­gen wer­den, dass ei­ne von vier College-​Frauen se­xu­ell be­läs­tigt wird, oder dass Frau­en vor ei­ner Epi­de­mie von Online-​Missbrauch und Ge­walt ste­hen”, sag­te sie USA TODAY Col­le­ge.

„Sol­che Be­haup­tun­gen sind sehr ver­zerrt, aber sie wur­den so oft wie­der­holt, dass sie fast au­ßer­halb der Reich­wei­te ra­tio­na­ler Ana­ly­se sind.”

Hoff Som­mers leug­net nicht die Exis­tenz die­ser Fra­gen. Viel­mehr glaubt sie, dass es „ech­te Pro­ble­me” sind, die durch fal­sche Sta­tis­ti­ken ver­fälscht wer­den.

Die­se Sta­tis­ti­ken kön­nen „gu­te Grün­de dis­kre­di­tie­ren und knap­pe Res­sour­cen in die fal­sche Rich­tung len­ken”, sag­te Hoff Som­mers.

Sie steht nicht al­lein mit ih­ren Ana­ly­sen und Schluss­fol­ge­run­gen. Zahl­rei­che an­de­re Schrift­stel­ler, dar­un­ter Han­na Ro­sin, As­he Schow, Ca­ro­li­ne Kit­chens, Car­rie L. Lu­kas und He­a­ther Mac­Do­nald, ha­ben auch ar­gu­men­tiert, dass häu­fig wie­der­hol­te Sta­tis­ti­ken über die Un­ter­drü­ckung von Frau­en über­trie­ben oder falsch sind.

Sie ar­gu­men­tiert auch, dass die meis­ten aka­de­mi­schen Fe­mi­nis­tin­nen oft die Pro­ble­me, de­nen Män­ner über­pro­por­tio­nal ge­gen­über­ste­hen, völ­lig igno­rie­ren, was die Stu­den­ten für die­se Fra­gen blind ma­chen kann.

In ih­rem fakten-​feministischen Vi­deo „Müs­sen die Män­ner ihr Pri­vi­leg über­prü­fen?”, stellt sich Hoff Som­mers die­ser Fra­ge di­rekt.

Laut ih­rer For­schung sind 78% der Men­schen, die an Selbst­mord ver­lo­ren ge­hen, männ­lich, 93% der Ge­fäng­nis­in­sas­sen sind männ­lich, Män­ner er­hal­ten 63% län­ge­re Ge­fäng­nis­stra­fen für das glei­che Ver­bre­chen und et­wa 60% der Ob­dach­lo­sen sind männ­lich.

Sie stellt auch fest, dass Män­ner eher in ei­nem ge­fähr­li­chen Aktivdienst-​Kampf die­nen, und dass sie durch­schnitt­lich fünf Jah­re we­ni­ger le­ben als Frau­en.

„Män­ner müs­sen wohh die ein­zi­ge Unterdrücker-​Klasse der Ge­schich­te sein, die we­ni­ger ge­bil­det sind, mehr zum Op­fer wer­den und kür­ze­re Le­ben ha­ben als die, die sie un­ter­drü­cken”, be­haup­tet sie.

Hoff Som­mers bringt ih­re Ana­ly­se von Gen­der­fra­gen an die Col­le­ges. Sie hat Vor­trä­ge in Wel­les­ley, Buck­nell, George­town und Dut­zen­den von an­de­ren Schu­len der Na­ti­on ge­hal­ten.

Ge­gen­über Kon­tro­ver­sen nicht un­auf­ge­schlos­sen, ver­ur­tei­len ih­re Vor­trä­ge oft ex­pli­zit den Campus-​Feminismus, den sie ei­ne „kult­ähn­li­che Wir­kung auf be­stimm­te Stu­den­ten” ha­ben sieht.

Fe­mi­nis­mus „zieht sie mit fal­schen Be­haup­tun­gen an, wie un­ter­drückt fast je­der im ‚ka­pi­ta­lis­ti­schen, he­te­ro­nor­ma­ti­ven, Pa­tri­ar­chat’ sei”, sag­te sie. „Man­che wer­den wü­tend und ran­zig und ha­ben kei­ne Be­den­ken ge­gen­über Mob­bing an an­de­ren Stu­den­ten.”

Ih­re An­sich­ten sind so um­strit­ten, dass die Schü­ler oft ge­gen ih­re Vor­le­sun­gen pro­tes­tie­ren – noch be­vor sie sie re­den ge­hört ha­ben.

Als Stu­den­ten in Los An­ge­les letz­tes Se­mes­ter ent­deck­ten, dass Hoff Som­mers auf dem Cam­pus vor­tra­gen wür­de, wa­ren ei­ni­ge nicht glück­lich.

Zwei Stu­den­ten wur­den auf Vi­deo fest­ge­hal­ten, wie sie Fly­er für die Ver­an­stal­tung her­un­ter­reis­sen. „Das ist mei­ne Re­de­frei­heit”, sag­te ein Stu­dent, der be­haup­te­te, dass die Fly­er „be­lei­di­gend” sei­en.

Als sie am Ober­lin Col­le­ge sprach, schrie­ben über 100 Stu­den­ten ei­nen of­fe­nen Brief in der Schul­zei­tung und nann­ten sie ei­ne Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­nei­ne­rin und skiz­zier­ten Plä­ne, ge­gen sie zu de­mons­trie­ren.

Und als sie auf dem Cam­pus an­kam, pro­tes­tier­ten ei­ni­ge Stu­den­ten, in­dem sie sich ro­tes Kle­be­band auf den Mund kleb­ten und in­dem sie ei­nen Safe-​Space-​Raum mit ei­nem The­ra­pie­hund kre­ierten. Die Stu­die­ren­den hiel­ten auch die Schil­der „Sup­port Sur­vi­vor” und „Rape Cul­tu­re Hall of Fa­me” hoch, laut der Ober­lin Re­view.

Aber Christina-​Hoff Som­mers un­ter­hält ei­nen Keine-​Gefangenen-​Machen-​Ansatz zu ih­ren Geg­nern.

„Un­se­re In­sti­tu­tio­nen des hö­he­ren Ler­nens sind schon „In­seln der In­to­le­ranz in ei­nem Meer der Frei­heit” ge­nannt wor­den, sag­te sie. „Ich ge­he auf die Cam­pus­se, um Re­bel­li­on un­ter den In­sel­be­woh­nern zu för­dern.”

Sie rät, dass die Stu­den­ten ih­re College-​Zeit da­mit ver­brin­gen, sich auf ernst­haf­te Kur­se zu kon­zen­trie­ren, und nicht „in Op­fer­tum zu schwel­gen” oder „Ge­fan­ge­ne ei­ner sinn­lo­sen Ideo­lo­gie” zu wer­den.

„Die wah­re Her­aus­for­de­rung für die heu­ti­gen Stu­den­ten ist ei­ne ernst­haf­te Aus­bil­dung”, sag­te sie. „Zu vie­le Kur­se sind po­li­tisch und eng. Col­le­ge ist die ei­ne Zeit im Le­ben, wo man Wer­ke des tran­szen­den­ten Ge­nies stu­die­ren kann. Das wird här­ter, aber es ist im­mer noch mög­lich.”

Sie glaubt, dass die Schü­ler „Teil der Be­we­gung sein müs­sen, um freie Re­de, in­tel­lek­tu­el­le Viel­falt, of­fe­ne Nach­for­schun­gen, kräf­ti­ge Kon­kur­renz von Ide­en und ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt ge­gen­über hö­he­rem Ler­nen wie­der­her­zu­stel­len”.

To­ni Ai­raksi­nen ist ein Stu­dent am Bar­nard Col­le­ge und ein Kor­re­spon­dent von USA TODAY Col­le­ge.

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