«

»

Die stei­gen­de Be­dro­hung durch den dschi­ha­dis­ti­schen Ex­tre­mis­mus in der Welt

Noor Dah­ri, 13.5.2017, Je­ru­sa­lem Post Kom­men­ta­re

Noor Dah­ri ist Di­rek­tor der Pakistan-​Israel-​Allianz. Er ist ein un­ab­hän­gi­ger Anti-​Terror-​Experte in Lon­don. Er ist Eh­ren­mit­glied des ZF-​UK.

Die Welt lei­det der­zeit un­ter der Hit­ze des Ter­ro­ris­mus auf der gan­zen Welt. Der Sa­men des Ter­ro­ris­mus ent­stand im Na­hen Os­ten im 19. Jahr­hun­dert, als is­la­mi­sche Re­bel­lio­nen in den Mo­sche­en Al­lahs in Mek­ka, Sau­di­ara­bi­en, in den spä­ten 70er Jah­ren ge­nannt *Kha­wa­rij oder Kha­wa­ri­jis, zu­schlu­gen. Heu­te ist der is­la­mi­sche Ex­tre­mis­mus aus dem Na­hen Os­ten des 19. Jahr­hun­dert auf­ge­stie­gen, doch die ara­bi­schen Staa­ten und die west­li­chen Län­der ha­ben sich nicht dar­an ge­stört und nah­men die­se stei­gen­de Be­dro­hung nicht ernst, bis sie an­fing, die west­li­che Zi­vi­li­sa­ti­on zu zer­stö­ren und ei­ne di­rek­te Be­dro­hung für die west­li­chen de­mo­kra­ti­schen Wer­te wur­de.

*Die Kha­wa­rij: Die heu­ti­gen ji­ha­dis­ti­schen re­vo­lu­tio­nä­ren Grup­pen sind kol­lek­tiv un­ter den frü­hen und spä­te­ren mus­li­mi­schen Ge­lehr­ten als die Kha­wa­ri­jis be­kannt. In der is­la­mi­schen Ter­mi­no­lo­gie be­zieht sich das Wort auf die­je­ni­gen, die die Herr­schaft der über ih­nen ste­hen­den Au­to­ri­tät ver­las­sen. Sie wei­gern sich, sei­ne Au­to­ri­tät zu ak­zep­tie­ren und re­bel­lie­ren; am häu­figs­ten un­ter dem Vor­wand des Vor­wurfs des Un­glau­bens und der Be­sei­ti­gung von Un­ge­rech­tig­keit. Ein an­de­rer Be­griff, der von den Ge­lehr­ten und Ju­ris­ten für sie ver­wen­det wur­de, ist Tak­firis. Die Be­griffs­über­nah­me be­zieht sich hier auf die­je­ni­gen, die zu Ex­tre­men ge­hen, um Mus­li­me als Ab­trün­ni­ge oder Un­gläu­bi­ge zu er­klä­ren.

Im No­vem­ber 1979 stürm­te ei­ne ra­di­ka­le is­la­mi­sche Grup­pe die Gro­ße Mo­schee in Mek­ka, die hei­ligs­te Stät­te des Is­lam. Sie hat­ten über Ta­ge vor­her Waf­fen in die Mo­schee ge­schmug­gelt und un­ter Grab­tü­chern und Klei­dung ver­steckt. Die Be­la­ge­rung dau­er­te zwan­zig Ta­ge und wur­de von ei­ner Grup­pe durch­ge­führt, die glaub­te, dass sie ei­nen ge­rech­ten Füh­rer hat­ten, der am En­de der Zeit er­schei­nen soll und der die Un­ge­rech­tig­kei­ten der Herr­scher be­sei­ti­gen und das Ge­setz Got­tes ein­set­zen wird. Nach zwan­zig Ta­gen wur­den die­se is­la­mi­schen Ter­ro­ris­ten in ei­ner Ar­mee­ope­ra­ti­on ge­tö­tet, ge­fan­gen und hin­ge­rich­tet. Sie wa­ren Kha­wa­ri­jis, die das Kö­nig­reich Sau­di­ara­bi­en stür­zen woll­ten und die Gro­ße Mo­schee von Mek­ka an­grif­fen und Blut von mus­li­mi­schen Pil­gern ver­gies­sen woll­ten.

Im Ok­to­ber 1981 wur­de der ägyp­ti­sche Prä­si­dent An­war Sa­dat in Kai­ro von ei­ner ex­tre­mis­ti­schen Grup­pe er­mor­det, die sich Jama’at al-​Jihad (ih­re An­füh­rer wur­den spä­ter in die Mus­lim­bru­der­schaft in­te­griert) nann­te, als er ei­ne Pa­ra­de zum Ge­den­ken an den Krieg von 1973 ab­nahm. Leut­nant Kha­lid Istam­bu­li, der Füh­rer des aus­füh­ren­den At­ten­tä­ters, sag­te:

Ich bin Kha­lid Istam­bu­li, ich ha­be den Pha­rao ge­tö­tet und ich fürch­te den Tod nicht.

Im Fe­bru­ar 1982 be­gan­nen ört­li­che Mit­glie­der der in Ägyp­ten ge­grün­de­ten mus­li­mi­schen Bru­der­schaft, Al-​Ikhwan al-​Muslimoon, ei­ne Re­bel­li­on in der sy­ri­schen Stadt Ha­ma. Die Re­gie­rungs­kräf­te re­agier­ten mit Luft- und Bo­den­an­grif­fen und er­ober­ten das Ge­biet von der is­la­mi­schen Ter­ro­ris­ten­grup­pe zu­rück, tö­te­ten rund 40.000 bis 50.000 Hama-​Bewohner und zer­stör­ten die Stadt Ha­ma voll­stän­dig.

Es gibt ver­schie­de­ne Bei­spie­le für die­se Ar­ten von is­la­mi­schen /​ Khawarij-​Terroristen im Na­hen Os­ten und der mus­li­mi­schen und der west­li­chen Welt, die all­zu oft igno­riert und ver­ges­sen wer­den. Sie ha­ben bis ins ein­und­zwan­zigs­te Jahr­hun­dert wei­ter­ge­macht mit ver­hee­ren­den Fol­gen für Mus­li­me und Nicht- Mus­li­me in der ge­sam­ten Welt glei­cher­ma­ßen.

Über die­se zwei Jahr­zehn­te hat Gross­bri­tan­ni­en und der Wes­ten im All­ge­mei­nen ei­nen Auf­stieg des ji­ha­dis­ti­schen Ex­tre­mis­mus ge­se­hen. Ra­di­ka­le Grup­pen, die ähn­li­che Me­tho­den wie die Kult­sek­ten ver­wen­den, ha­ben ih­re Re­kru­tie­rung von un­zu­frie­de­nen Mus­li­men er­heb­lich er­höht, sich vor al­lem auf da­für an­fäl­li­ge Ju­gend­li­che fo­kus­siert und auf Is­lam­kon­ver­ti­ten. Mus­li­me und Nicht­mus­li­me müs­sen den Kon­text in­ner­halb die­ser ex­tre­mis­ti­schen Sek­ten und die Prin­zi­pi­en ver­ste­hen, die sie er­fun­den ha­ben, um ih­re ge­fähr­li­che Ideo­lo­gie zu ver­brei­ten. Sie müs­sen auch den Vor­wand ver­ste­hen, den sie für An­grif­fe ge­gen den Wes­ten nut­zen. In der Tat sind Selbst­mord­at­ten­ta­te, Mes­ser­ste­che­rei­en und Au­to­at­ta­cken im Wes­ten und in Is­ra­el sind blos­se Sym­pto­me und Aus­wei­tun­gen von dem, was die­se Grup­pen seit Jahr­zehn­ten ge­gen­über der mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung ent­fes­selt ha­ben.

Die Ex­tre­mis­ten se­hen die Stra­ßen und Märk­te von Lon­don, New York, Pa­ris, Ma­drid, Ka­ra­chi, Mum­bai, Ri­ad, Mek­ka und Je­ru­sa­lem, um nur ei­ni­ge zu nen­nen, als „Do­mä­nen des Krie­ges”.

Der Feind ist die eta­blier­te de­mo­kra­ti­sche Re­gie­rung, das Ziel ist für sie je­de Per­son, die zu­fäl­lig im Kriegs­ge­biet lebt, egal ob Mus­lim oder Nicht­mus­lim. Ih­re Ab­sicht ist es, de­mo­kra­ti­sche und fried­li­che Ge­sell­schaf­ten zu er­schre­cken und zu er­schüt­ten, Angst in die Ge­sich­ter der Zi­vi­lis­ten zu brin­gen, Ter­ror in die Her­zen der Op­fer­po­pu­la­ti­on zu pflan­zen, die ge­wähl­ten Re­gie­run­gen zu de­sta­bi­li­sie­ren; All dies ist für sie durch dschi­ha­dis­ti­sche Slo­gans ge­recht­fer­tigt, un­ter de­nen „Wer nicht nach dem ur­teilt, was Al­lah of­fen­bart hat, sind Un­gläu­bi­ge”.

Der Is­lam ver­ur­teilt jeg­li­che Art von Ex­tre­mis­mus, Re­bel­li­on und Un­fug in der Re­li­gi­on und ge­gen die un­schul­di­gen Men­schen in der Welt. Es gibt vie­le is­la­mi­sche Tex­te, die Ex­tre­mis­mus und Ex­tre­mis­ten ver­ur­tei­len. Am frü­hen Tag und am spä­te­ren Tag ver­ur­teil­ten die mus­li­mi­schen Ge­lehr­ten den Un­fug der Kha­wa­rij (Ji­ha­dis­ti­schen Ex­tre­mis­ten) in der Welt stark, ob­wohl der Pro­phet des Is­lam (Frie­de sei mit ihm) in sei­nen Re­den vor der Khawarij-​Gruppen warn­te.

Der Pro­phet des Is­lam (Fsmi) sag­te:

„Hü­tet euch vor dem Ex­tre­mis­mus in der Re­li­gi­on, denn das, was die vor uns zer­stör­te, war Ex­tre­mis­mus in der Re­li­gi­on” (Das Buch AN-​NISAI)

Die Ex­tre­mis­ten sind zer­stört. Die Ex­tre­mis­ten sind zer­stört. Die Ex­tre­mis­ten sind zer­stört. (Das Buch Mus­lim)

Der mus­li­mi­sche Ge­lehr­te Ah­med bin Han­bal (RA) aus dem drit­ten Jahr­hun­derts stell­te fest:

„Die Kha­wa­ri­jis sind ein bö­ses Volk. Ich ken­ne auf der Er­de kein Volk, das bö­ser ist als sie. Es gibt au­then­ti­sche Er­zäh­lun­gen des Pro­phe­ten über (ih­ren Ta­del) aus zehn ver­schie­de­nen As­pek­ten.”

Ash-​Shahrastani sag­te:

Sie (Kha­wa­rij) spre­chen mit Tak­fir von de­nen, die ei­ne gro­ße Sün­de be­ge­hen und sie er­klä­ren, dass er ewig im Höl­len­feu­er ist.

Ibn Tay­miy­yah sag­te:

„Die Kha­wa­ri­jis wa­ren die ers­ten, die Mus­li­me zu Ab­trün­ni­gen er­klär­ten; Sie er­klär­ten sie zu Un­gläu­bi­gen auf­grund von Sün­den, die kei­nen Göt­zen­dienst dar­stell­ten. Sie er­klär­ten je­dem, der nicht mit ih­nen in ih­rer ab­wei­chen­den In­no­va­ti­on ein­ver­stan­den war, Un­gläu­big zu sein, und mach­ten es zu­läs­sig, ihr Blut zu ver­gie­ßen und sich ge­walt­sam ih­ren Reich­tum an­zu­eig­nen.”

In der Ge­gen­wart be­trei­ben die­se Kha­wa­ri­jis ih­re Dschihadisten-​Aktivitäten un­ter ver­schie­de­nen Dschihadi-​Gruppen und Na­men wie Al-​Qaida, ISIS, Ta­li­ban, die Mus­lim­bru­der­schaft, Ha­mas, Hizb-​ut-​Tehrir, Bo­ko Ha­ram, Al-​Muhajiroon und vie­le an­de­re.

Der re­li­giö­se ge­walt­tä­ti­ge Ex­tre­mis­mus exis­tiert im Is­lam und es ist nun klar, dass der Pro­phet des Is­lam (Fsmi) sei­nen Nach­fol­gern mit­ge­teilt hat, dass der Ex­tre­mis­mus ei­ne Rea­li­tät ist, die statt­fin­den wird, und so soll­ten die Mus­li­me sich die­ser Ra­di­ka­len be­wusst sein und sich nicht von je­nen be­trü­gen las­sen, die sa­gen „Es gibt kei­nen Ex­tre­mis­mus und es gibt kei­ne sol­chen Tren­nun­gen im Is­lam”.

Je­der Mus­lim ist al­so ver­pflich­tet, sich zu be­frei­en und sich von die­sen re­bel­li­schen Dschi­ha­dis­ten zu dis­tan­zie­ren, un­ab­hän­gig da­von, wel­chen schön ver­zier­ten Ti­tel sie sich ge­ben. In der Tat ist es ei­ne kol­lek­ti­ve Pflicht der Mus­li­me, zu in­for­mie­ren oder ir­gend­wel­che ver­däch­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten von je­man­dem, al­le In­for­ma­tio­nen über die­se mus­li­mi­schen Dschi­ha­dis­ten und Ter­ro­ris­ten und so­gar dschi­ha­dis­ti­scher Sym­pa­thi­san­ten oder Ex­tre­mis­ten an die Be­hör­den in ih­ren mus­li­mi­schen Län­dern oder so­gar in nicht- Mus­li­mi­schen /​ west­li­chen Län­dern zu über­ge­ben, und dies gilt nicht als Ver­rat im Is­lam.

1 Ping

  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Die stei­gen­de Be­dro­hung durch den dschi­ha­dis­ti­schen Ex­tre­mis­mus in der Welt – Pa­läs­ti­nen­si­sche Ara­ber von He­bron be­vor­zu­gen is­rae­li­sche Sou­ve­rä­ni­tät – […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php