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Is­lam im Her­zen Eng­lands und Frank­reichs

De­nis MacEoin, 23.4.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • „Es gibt vie­le pri­va­te mus­li­mi­sche Schu­len und Ma­dras­sas in die­ser Stadt. Sie ge­ben vor, dass sie al­le To­le­ranz, Lie­be und Frie­den pre­di­gen, aber das ist nicht wahr. Hin­ter ih­ren Mau­ern füt­tern sie uns zwangs­wei­se Hass und In­to­le­ranz mit ewig wie­der­hol­ten Ko­ran­ver­sen” – Ali, ein 18-​Jähriger fran­zö­si­scher Her­kunft, des­sen Va­ter ra­di­ka­li­siert wur­de.
  • „In Eng­land kön­nen sie frei re­den. Sie re­den nur von Ver­bo­ten, sie zwin­gen uns ih­re star­re Vi­si­on des Is­lams auf, aber auf der an­de­ren Sei­te hö­ren sie nie­man­dem zu, vor al­lem den­je­ni­gen nicht, die mit ih­nen nicht ein­ver­stan­den sind.” – Yas­mi­na re­det von ex­tre­mis­ti­schen Mus­li­men in Groß­bri­tan­ni­en.
  • „Bir­ming­ham ist schlim­mer als Mo­len­beek” – die Brüs­se­ler Ge­mein­de, die The Guar­di­an als „be­kannt als Eu­ro­pas Dschihadi-​Zentrale” be­zeich­net hat. – fran­zö­si­scher Kom­men­ta­tor, ei­nen Ar­ti­kel von Ra­chi­da Sa­mou­ri wie­der­ver­öf­fent­li­chend.

Omar Ba­kri Mu­ham­med, der die bri­ti­sche is­la­mis­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on al-​Muhajiroun mit­be­grün­de­te, gab 2013 ge­gen­über ei­ner TV-​Station zu, dass er und Mit­grün­der An­jem Chou­da­ry west­li­che Dschi­ha­dis­ten in vie­le ver­schie­de­ne Län­der ge­schickt hat, um dort zu kämp­fen. (Bild­quel­le: MEMRI Vi­deo Screen­shot)

Die Stadt Bir­ming­ham in den West Mid­lands, dem Her­zen von Eng­land, dem Ort, an dem die in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on be­gann, die zwei­te Stadt des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs und die acht­größ­te in Eu­ro­pa, ist heu­te die ge­fähr­lichs­te Stadt Groß­bri­tan­ni­ens. Mit ei­ner gro­ßen und wach­sen­den mus­li­mi­schen Be­völ­ke­rung ha­ben fünf ih­rer Rats­be­zir­ke das höchs­te Maß an Ra­di­ka­li­sie­rung und Ter­ro­ris­mus im Land.

Im Fe­bru­ar ver­öf­fent­lich­te die fran­zö­si­sche Jour­na­lis­tin Ra­chi­da Sa­mou­ri ei­nen Ar­ti­kel in der Pa­ri­ser Ta­ges­zei­tung Le Fi­ga­ro, in der sie ih­re Er­fah­run­gen bei ei­nem Be­such dort er­zähl­te. In „Bir­ming­ham zur Zeit des Is­la­mis­mus” („Bir­ming­ham à l’heure is­la­mis­te”) be­schreibt sie ihr Un­be­ha­gen über die wach­sen­de Ver­la­ge­rung von den nor­ma­ti­ven bri­ti­schen Wer­ten zu de­nen der ver­schie­de­nen is­la­mi­schen En­kla­ven. Sie er­wähnt das Vier­tel Small He­ath, wo fast 95% der Be­völ­ke­rung Mus­li­me sind, wo klei­ne Mäd­chen Schlei­er tra­gen; Die meis­ten Män­ner tra­gen Bär­te, und Frau­en tra­gen Jilb­abs und Ni­qabs, um ih­re Kör­per und Ge­sich­ter zu be­de­cken. Markt­stän­de schlie­ßen wäh­rend der Ge­bets­stun­de; die Lä­den prä­sen­tie­ren is­la­mi­sche Klei­dung im Schau­fens­ter und die Buch­hand­lun­gen sind al­le re­li­gi­ös. Frau­en, die sie in­ter­view­te, ver­ur­teil­ten Frank­reich als Dik­ta­tur auf der Grund­la­ge des Sä­ku­la­ris­mus (laï­cité), den sie als „ei­nen Vor­wand für den An­griff auf Mus­li­me” be­trach­te­ten. Sie sag­ten auch, dass sie Gross­bri­tan­ni­en gut fin­den, weil es ih­nen er­laubt, ei­nen Voll­schlei­er zu tra­gen.

Ei­ne an­de­re jun­ge Frau, Yas­mi­na, er­klär­te, dass sie, ob­wohl sie Abends in ei­nen Club in den Aus­gang ge­hen kann, wäh­rend des Ta­ges ge­zwun­gen ist, ei­nen Schlei­er und ei­ne Aba­ya [Ganz­kör­per­be­de­ckung] zu tra­gen. Dann spricht sie von den Ex­tre­mis­ten:

„In Eng­land kön­nen sie frei re­den, sie re­den nur von Ver­bo­ten, sie drän­gen uns ih­re star­re Vi­si­on des Is­lam auf, aber auf der an­de­ren Sei­te hö­ren sie nie­man­dem zu, vor al­lem nicht den­je­ni­gen, die mit ih­nen nicht ein­ver­stan­den sind.”

Von den staat­li­chen Schu­len spre­chend, be­schrieb Sa­mou­ri „ei­ne Is­la­mi­sie­rung des Bil­dungs­we­sens, wie es in un­se­rer [fran­zö­si­schen] sä­ku­la­ren Re­pu­blik un­denk­bar ist”. Spä­ter in­ter­viewt sie Ali, ei­nen 18-​Jährigen fran­zö­si­scher Her­kunft, des­sen Va­ter ra­di­ka­li­siert wor­den ist. Ali spricht über sei­ne Er­fah­run­gen mit der is­la­mi­schen Er­zie­hung:

„Es gibt vie­le pri­va­te mus­li­mi­sche Schu­len und Ma­dras­sas in die­ser Stadt. Sie ge­ben vor, dass sie al­le To­le­ranz, Lie­be und Frie­den pre­di­gen, aber das ist nicht wahr. Hin­ter ih­ren Mau­ern füt­tern sie uns zwangs­wei­se mit Hass und In­to­le­ranz mit ewig wie­der­hol­ten Ko­ran­ver­sen.”

Sa­mou­ri zi­tiert Ali über die ihm auf­er­leg­te ei­ser­ne Dis­zi­plin, die Bru­ta­li­tät, die Stra­fe da­für, den Ko­ran nicht aus­wen­dig ler­nen zu wol­len oh­ne ein Wort da­von zu ver­ste­hen, oder da­für, zu­ge­ge­ben zu ha­ben, dass er ei­ne Freun­din hat.

An­dern­orts be­merkt Sa­mou­ri jun­ge mus­li­mi­sche Pre­di­ger, für die das „Scharia-​Gesetz die ein­zi­ge Si­cher­heit für die See­le bleibt und das ein­zi­ge Ge­setz, das für uns Gül­tig­keit ha­ben muss”. Sie in­ter­viewt Mit­glie­der ei­nes Scharia-„Gerichts”, be­vor sie mit Gi­na Khan, ei­ner Ex-​Muslima, die der Anti-​Scharia-​Organisation Ein Ge­setz für Al­le an­ge­hört. Laut Sa­mou­ri be­trach­tet Khan – ei­ne sä­ku­la­re Fe­mi­nis­tin – die Tri­bu­na­le als „Vor­wand, um Frau­en un­ter­drückt zu hal­ten und ein Mit­tel für die re­li­giö­sen Fun­da­men­ta­lis­ten, ih­ren Ein­fluss in­ner­halb der Ge­mein­schaft aus­zu­deh­nen”.

Ein an­de­rer Teen­ager fran­zö­si­scher Her­kunft er­klärt, wie sein Va­ter Bir­ming­ham vor Frank­reich be­vor­zugt, weil „man pro­blem­los den Schlei­er tra­gen kann und Schu­len fin­det, wo Jun­gen und Mäd­chen sich nicht ver­mi­schen”. „Bir­ming­ham”, sagt Mo­bin, „ist ein biss­chen wie ein mus­li­mi­sches Land, wir sind un­ter uns, wir ver­mi­schen uns nicht. Es ist schie­r­ig”.

Sa­mu­rai selbst fin­det die­sen Kon­trast zwi­schen sä­ku­la­rem Frank­reich und mus­li­mi­schem Eng­land stö­rend. Sie fasst es so zu­sam­men:

„Ein Staat im Staat, oder viel­mehr ei­ne zü­gel­lo­se Is­la­mi­sie­rung ei­nes Teils der Ge­sell­schaft – ist et­was, was Frank­reich ge­lun­gen ist, es vor­erst ein­zu­däm­men, auch wenn sein sä­ku­la­res Mo­dell an­fängt, auf die Pro­be ge­stellt zu wer­den”.

Ein an­de­rer fran­zö­si­scher Kom­men­ta­tor, der den Ar­ti­kel von Sa­mou­ri neu ver­öf­fent­lich­te, schreibt: „Bir­ming­ham ist schlim­mer als Mo­len­beek” – der Brüs­se­ler Be­zirk, den The Guar­di­an als „be­kannt als Eu­ro­pas Dschihadi-​Zentrale” be­zeich­net hat.

Der Ver­gleich mit Mo­len­beek ist viel­leicht et­was über­trie­ben. Was ver­wir­rend ist, ist, dass fran­zö­si­sche Au­to­ren sich auf ei­ne bri­ti­sche Stadt kon­zen­trie­ren, wenn in Tat und Wahr­heit die Si­tua­ti­on in Frank­reich – trotz ih­res Sä­ku­la­ris­mus – in ge­wis­ser Wei­se weit schlech­ter ist als in Groß­bri­tan­ni­en. Die jüngs­ten Au­to­ren ha­ben Frank­reichs wach­sen­de Lie­be zum Is­lam und sei­ne zu­neh­men­de Schwä­che an­ge­sichts der is­la­mis­ti­schen Kri­mi­na­li­tät kom­men­tiert. Die­se Schwä­che wird von ei­nem po­li­tisch kor­rek­ten Wunsch ge­tra­gen, ei­ne mul­ti­kul­tu­rel­le Po­li­tik zu be­trei­ben auf Kos­ten des­sen, mus­li­mi­sche Ex­tre­mis­ten und fun­da­men­ta­lis­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen zum Nenn­wert zu neh­men und mit Null To­le­ranz für ih­re anti-​westliche Rhe­to­rik und Hand­lun­gen. Das Er­geb­nis? Dschihadisten-​Angriffe ge­hö­ren in Frank­reich zu den schlimms­ten in der Ge­schich­te. Man zählt et­wa 751 No-​Go-​Zonen im Land („Zo­nes ur­bai­nes sen­si­bles”), Or­te, an de­nen von Zeit zu Zeit ex­tre­me Ge­walt aus­bricht und wo die Po­li­zei, Feu­er­wehr und an­de­re öf­fent­li­che Ak­teu­re nicht hin­ge­hen aus Angst da­vor, wei­te­re Ge­walt zu pro­vo­zie­ren.

Vie­le na­tio­na­le Be­hör­den und vie­le Me­di­en wei­gern sich, an­zu­er­ken­nen, dass sol­che En­kla­ven exis­tie­ren, aber wie der nor­we­gi­sche Ex­per­te Fjord­man vor kur­zem er­klärt hat:

Wenn Sie sa­gen, dass es ei­ni­ge Ge­bie­te gibt, wo so­gar die Po­li­zei Angst hat da­vor, da hin­ein­zu­ge­hen, wo die nor­ma­len, welt­li­chen Ge­set­ze des Lan­des kaum noch gel­ten, dann ist es un­be­streit­bar, dass sol­che Ge­bie­te in ei­ni­gen west­eu­ro­päi­schen Län­dern exis­tie­ren. Frank­reich ist ei­nes der am här­tes­ten ge­trof­fe­nen: Es hat ei­ne gro­ße Be­völ­ke­rung von ara­bi­schen und afri­ka­ni­schen Ein­wan­de­rern, dar­un­ter Mil­lio­nen von Mus­li­men.

Es gibt kei­ne sol­chen Zo­nen in Groß­bri­tan­ni­en, si­cher­lich nicht auf die­ser Ebe­ne. Es gibt mus­li­mi­sche En­kla­ven in meh­re­ren Städ­ten, in de­nen ein Nicht-​Muslim nicht will­kom­men ist; Or­te, die Pa­ki­stan oder Ban­gla­desch mehr äh­neln als Eng­land. Aber kei­ner von ih­nen ist ei­ne No-​Go-​Zone im fran­zö­si­schen, deut­schen oder schwe­di­schen Sinn – Or­te, an de­nen die Po­li­zei, die Am­bu­lan­zen und die Feu­er­weh­ren an­ge­grif­fen wer­den, wenn sie her­ein­kom­men und wo der ein­zi­ge Weg hin­ein (zum Bei­spiel, um ein Feu­er zu be­kämp­fen) un­ter be­waff­ne­ter Es­kor­te ist.

Sa­mu­rai er­öff­net ih­ren Ar­ti­kel mit ei­nem fett­ge­drucktn Ab­satz mit der Aus­sa­ge:

„In den Ar­bei­ter­quar­tie­ren der zweit­gröss­ten Stadt Eng­lands setzt sich der sek­tie­re­ri­sche Le­bens­stil der Is­la­mis­ten zu­neh­mend durch und droht, ei­ne Ge­sell­schaft zu spren­gen, die ih­rer mul­ti­kul­tu­rel­len Uto­pie zum Op­fer ge­fal­len ist”.

Hat sie et­was ge­se­hen, was bri­ti­sche Kom­men­ta­to­ren ver­passt ha­ben?

Der Molenbeek-​Vergleich ist viel­leicht nicht ganz über­trie­ben. In ei­nem 1000-​seitigen Be­richt „Is­la­mis­ti­scher Ter­ro­ris­mus: Ana­ly­se von Straf­ta­ten und An­schlä­gen in Groß­bri­tan­ni­en (1998−2015)” („Is­la­mist Ter­ro­rism: Ana­ly­sis of Of­fen­ces and At­tacks in the UK (1998−2015)”), ge­schrie­ben von der an­ge­se­he­nen Ana­ly­ti­ke­rin Han­nah Stuart für die bri­ti­sche Hen­ry Jack­son So­cie­ty, wird Bir­ming­ham mehr als ein­mal als bri­ti­sche füh­ren­de Quel­le von Ter­ro­ris­mus ge­nannt. [1]

Ei­ne Schluss­fol­ge­rung, die her­vor­sticht, ist, dass Ver­ur­tei­lun­gen für Ter­ro­ris­mus sich in den letz­ten fünf Jah­ren schein­bar ver­dop­pelt ha­ben. Schlim­mer noch, die Zahl der Tä­ter, die den Be­hör­den bis­her un­be­kannt wa­ren, ist stark ge­stie­gen. Die Be­tei­li­gung von Frau­en am Ter­ro­ris­mus, ob­wohl noch ge­rin­ger als die der Män­ner, „hat sich im sel­ben Zeit­raum ver­drei­facht”. Alar­mie­rend auch: „Pro­por­tio­nal da­zu er­höh­ten sich Straf­ta­ten mit Ent­haup­tun­gen oder Mes­ser­at­ta­cken (vor­sätz­lich oder an­der­wei­tig) über die Zeit­räu­me um das Elf­fa­che, von 4% auf 44%.” (S. xi)

Nur 10% der An­grif­fe wer­den von „ein­sa­men Wöl­fen” be­gan­gen; Fast 80% wa­ren ver­bun­den mit, in­spi­riert von, oder ver­knüpft mit ex­tre­mis­ti­schen Netz­wer­ken – mit 25% al­lei­ne mit al-​Muhajiroun ver­knüpf­ten. Wie der Be­richt her­vor­hebt, wur­de die­se Or­ga­ni­sa­ti­on (die ver­schie­de­ne Na­men trug) ein­mal von ei­ni­gen Whitehall-​Beamten ver­tei­digt – ein deut­li­cher Hin­weis auf staat­li­che Nai­vi­tät.

Ei­ne wich­ti­ge­re Schluss­fol­ge­rung ist je­doch, dass ein kla­rer Zu­sam­men­hang be­steht zwi­schen hoch­se­gre­gier­ten mus­li­mi­schen Ge­bie­ten und Ter­ro­ris­mus. Wie der Times Re­port über die Über­prü­fung der Hen­ry Jack­son So­cie­ty zeigt, ist die­se Ver­knüp­fung „zu­vor von vie­len ver­neint” wor­den. An­de­rer­seits:

Fast die Hälf­te al­ler bri­ti­schen Mus­li­me le­ben in Nach­bar­schaf­ten, in de­nen Mus­li­me we­ni­ger als ein Fünf­tel der Be­völ­ke­rung bil­den. Al­ler­dings stammt ei­ne un­ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­ge An­zahl is­la­mis­ti­scher Ter­ro­ris­ten – 38% – aus sol­chen Nach­bar­schaf­ten. Die Stadt Lei­ces­ter, die ei­ne be­trächt­li­che, aber gut in­te­grier­te mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung hat, hat in den ver­gan­ge­nen 19 Jah­ren nur zwei Ter­ro­ris­ten ge­züch­tet.

Doch an­der­seits:

Nur 14% der bri­ti­schen Mus­li­me le­ben in Nach­bar­schaf­ten, die zu mehr als 60% mus­li­misch sind. Doch der Be­richt zeigt, dass 24% al­ler is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­ten aus die­sen Nach­bar­schaf­ten kom­men. Bir­ming­ham, das so­wohl ei­ne gro­ße als auch ei­ne hoch­se­gre­gier­te mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung hat, ist viel­leicht das Schlüs­sel­bei­spiel des Phä­no­mens.

Der Be­richt geht wei­ter:

Nur fünf der bri­ti­schen 9.500 Rats­be­zir­ke – al­le in Bir­ming­ham – ma­chen 26 ver­ur­teil­te Ter­ro­ris­ten aus, ein Zehn­tel des na­tio­na­len To­tals. Die Be­zir­ke – Spring­field, Spark­brook, Hodge Hill, Wa­shwood He­ath und Bor­des­ley Green – be­inhal­ten gro­ße Ge­bie­te, in de­nen die über­wie­gen­de Mehr­heit der Be­völ­ke­rung mus­li­misch ist.

Bir­ming­ham als Gan­zes, mit 234.000 Mus­li­men in sei­nen 40 Rats­be­zir­ken, hat­te 39 ver­ur­teil­te Ter­ro­ris­ten. Das ist viel mehr als sei­ne mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung im­pli­ziert, und mehr als West York­shire, Grea­ter Man­ches­ter und Lan­ca­s­hire zu­sam­men, ob­wohl ih­re kom­bi­nier­te mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung et­wa 650.000 ist, fast drei­mal so viel wie in Bir­ming­ham. Es gibt Ge­bie­te ho­her Se­gre­ga­ti­on im Nor­den Eng­lands, aber sie sind viel klei­ner als in Bir­ming­ham.

Die größ­te ein­zel­ne Zahl ver­ur­teil­ter Ter­ro­ris­ten, 117, kommt aus Lon­don, ist aber wei­ter ver­teilt über die gan­ze Stadt als in Bir­ming­ham und ih­re Zahl ist in et­wa pro­por­tio­nal zur mil­lio­nen­star­ken mus­li­mi­schen Ge­mein­schaft der Haupt­stadt.

Han­nah Stuart, der Au­tor der Stu­die, hat be­ob­ach­tet, dass ih­re Ar­beit „schwie­ri­ge Fra­gen auf­ge­wor­fen hat dar­über, wie der Ex­tre­mis­mus in be­nach­tei­lig­ten Ge­mein­schaf­ten Wur­zeln schlägt, von de­nen vie­le ein ho­hes Maß an Se­gre­ga­ti­on auf­wei­sen. Es muss noch viel mehr ge­tan wer­den, um den Ex­tre­mis­mus her­aus­zu­for­dern und den Plu­ra­lis­mus und die In­klu­si­on vor Ort, im All­tag, zu för­dern.”

Vie­le Be­ob­ach­ter sa­gen, dass Bir­ming­ham in die­sem Test ver­sagt hat:

„Es ist ei­ne äus­serst selt­sa­me Si­tua­ti­on”, sag­te Matt Ben­nett, der Spre­cher des Rats für Bil­dung der Op­po­si­ti­on. „Sie ha­ben die­se ge­schlos­se­ne Ge­mein­schaft, die in vie­ler­lei Hin­sicht vom Rest der Stadt ab­ge­schnit­ten ist. Die Rats­füh­rung will sich nicht wirk­lich di­rekt mit asia­ti­schen Men­schen be­schäf­ti­gen – was sie ger­ne tun, ist, mit je­man­dem zu re­den, von dem sie den­ken, dass er ih­re Un­ter­stüt­zung ‚ab­lie­fern’ kann.”

Ein­deu­tig ist der Man­gel an In­te­gra­ti­on, we­nig über­ra­schend, die Wur­zel ei­nes wach­sen­den Pro­blems. Dies ist das zen­tra­le The­ma von Da­me Loui­se Ca­seys wich­ti­gem Be­richt an die bri­ti­sche Re­gie­rung vom letz­ten De­zem­ber. Un­ter den In­struk­tio­nen von Da­vid Ca­me­ron, da­mals Mi­nis­ter­prä­si­dent, iden­ti­fi­ziert der „Ca­sey Re­view: Ei­ne Über­blick über Chan­cen und In­te­gra­ti­on” (The Ca­sey Re­view: A re­view in­to op­por­tu­ni­ty and in­te­gra­ti­on) ei­ni­ge mus­li­mi­sche Ge­mein­schaf­ten (im We­sent­li­chen die von pa­ki­sta­ni­schen und ban­gla­de­schi Ein­wan­de­rern und ih­ren Nach­kom­men ge­bil­det) als am meis­ten re­sis­tent ge­gen die In­te­gra­ti­on in die bri­ti­sche Ge­sell­schaft. Sol­che Ge­mein­schaf­ten tun we­nig oder gar nichts, um ih­re Kin­der da­zu zu er­mu­ti­gen, sich an nicht­mus­li­mi­scher Bil­dung, Ver­an­stal­tun­gen oder Ak­ti­vi­tä­ten zu be­tei­li­gen; vie­le ih­rer Frau­en spre­chen kein Eng­lisch und spie­len kei­ne Rol­le in der brei­te­ren Ge­sell­schaft, und ei­ne gro­ße Zahl von ih­nen sagt, dass sie das is­la­mi­sche Scharia-​Gesetz dem bri­ti­schen Recht vor­zie­hen.

Ca­sey be­zieht sich be­son­ders auf den be­rüch­tig­ten Trojanisches-​Pferd-​Plan, der im Jahr 2014 auf­ge­deckt wur­de, in dem sich mus­li­mi­sche Ra­di­ka­le ver­schwo­ren ha­ben, fun­da­men­ta­lis­ti­sche Salafi-​Lehren und Prak­ti­ken in ei­ne Rei­he von Schu­len in Bir­ming­ham ein­zu­füh­ren – nicht nur in pri­va­te mus­li­mi­sche Re­li­gi­ons­schu­len, son­dern in re­gu­lä­re staat­li­che Schu­len (S. 114 ff .): „Ei­ne Rei­he von Schu­len in Bir­ming­ham wur­de über­nom­men, um si­cher­zu­stel­len, dass sie un­ter stren­gen is­la­mi­schen Prin­zi­pi­en ge­führt wer­den…”

Es ist wich­tig, zu be­ach­ten, dass es sich nicht um „mus­li­mi­sche” oder „Re­li­gi­ons­schu­len” han­del­te. [Der ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Counterterrorismus-​Chef] Pe­ter Clar­ke sag­te in sei­nem Be­richt vom Ju­li 2014:

„Ich ha­be be­son­ders dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Schu­len, in de­nen das an­geb­lich statt­ge­fun­den hat, staat­li­che nicht-​religiöse Schu­len sind …”

Er hob ei­ne Rei­he von un­an­ge­mes­se­nen Ver­hal­tens­wei­sen in den Schu­len her­vor, wie et­wa Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Ein­stel­lun­gen, Mob­bing, Ein­schüch­te­rung, Än­de­run­gen des Lehr­plans, un­an­ge­mes­se­ne Mis­sio­nie­rung in nicht-​religiösen Schu­len, Un­gleich­be­hand­lung und Se­gre­ga­ti­on. Spe­zi­fi­sche Bei­spie­le um­fas­sen:

  • Ei­ne Dis­kus­si­ons­grup­pe von Leh­rern auf So­ci­al Me­dia, die „Park View Bro­ther­hood” ge­nannt wur­de, in der ho­mo­pho­be, ex­tre­mis­ti­sche und sek­tie­re­ri­sche An­sich­ten in der Park View Aca­de­my und an­de­ren ge­äus­sert wur­den;
  • Leh­rer, die anti-​westliche Bot­schaf­ten in Ver­samm­lun­gen be­nutz­ten, in­dem sie sag­ten, dass wei­ße Leu­te nie­mals die In­ter­es­sen der mus­li­mi­schen Kin­der wich­tig neh­men wür­den;
  • Die Ein­füh­rung von Freit­ag­ge­be­ten in nicht-​religiösen Staats­schu­len, und Druck auf An­ge­stell­te und Schü­ler, die­se zu be­su­chen. In ei­ner Schu­le wur­de ein Laut­spre­cher­sys­tem in­stal­liert, um die Schü­ler zum Ge­bet zu ru­fen, und wo ein Mit­glied des Lehr­kör­pers die Schü­ler an­schrie, die auf dem Spiel­platz wa­ren, an­statt am Ge­bet teil­zu­neh­men, und ei­ni­ge Mäd­chen be­schäm­te, als er die all­ge­mei­ne Auf­merk­sam­keit auf sie rich­te­te, weil men­stru­ie­ren­de Mäd­chen nicht am Ge­bet teil­neh­men dür­fen; und
  • Lei­ten­de An­ge­stell­te, die Schü­ler und Leh­rer, die nicht an den Ge­be­ten teil­nah­men, ‚k****r’ nann­te (Kuf­f­ar, der Plu­ral von Ka­fir, ist ein be­lei­di­gen­der Be­griff für „Un­gläu­bi­ge”). Die­ser Af­front re­pro­du­ziert die Salafi-​Technik, ge­mä­ßig­te oder re­for­mis­ti­sche Mus­li­me als Nicht­mus­li­me zu ver­ur­tei­len, die dann als Aposta­ten ge­tö­tet wer­den dür­fen.)

Ca­sey zi­tiert dann Clar­kes Schluss­fol­ge­rung:

„Es wur­de ei­ne ko­or­di­nier­te, be­wuss­te und nach­hal­ti­ge Ak­ti­on durch­ge­führt, von ei­ner Rei­he von mit­ein­an­der as­so­zi­ier­ten Per­so­nen, um ein in­to­le­ran­tes und ag­gres­si­ves is­la­mi­sches Ethos in ein paar Schu­len in Bir­ming­ham ein­zu­füh­ren. Dies wur­de in ei­ner Rei­he von Schu­len da­durch er­reicht, in­dem sie Ein­fluss auf die lei­ten­den Gre­mi­en nah­men, freund­lich ge­stimm­te Vor­ge­setz­te oder lei­ten­de Mit­ar­bei­ter in­stal­lier­ten, gleich­ge­sinn­te Men­schen auf Schlüs­sel­po­si­tio­nen hiev­ten und die Leh­re­rin­nen und Leh­rer ent­fern­ten, die sich nicht ge­nü­gend un­ter­ord­ne­ten.”

Die Si­tua­ti­on, sagt Ca­sey, ob­wohl seit 2014 bes­ser ge­wor­den, bleibt in­sta­bil. Sie zi­tiert Sir Mi­cha­el Wils­haw, den Chef­in­spek­tor Ih­rer Ma­jes­tät, der in ei­nem Brief an den Staats­se­kre­tär für Bil­dung bis zum 8. Ju­li 2016 er­klär­te, dass die Si­tua­ti­on „fra­gil” blei­be, mit:

  • ei­ner Min­der­heit von Men­schen in der Ge­mein­de, die nach wie vor die De­sta­bi­li­sie­rung die­ser Schu­len an­streb­ten;
  • ei­nem Man­gel an ko­or­di­nier­ter Un­ter­stüt­zung für die Schu­len bei der Ent­wick­lung be­währ­ter Prak­ti­ken;
  • ei­ner Kul­tur der Angst, in der die Leh­rer ope­rie­ren, die in den Un­ter­grund ge­gan­gen, aber nach wie vor vor­han­den ist;
  • of­fe­ner Ein­schüch­te­rung durch ei­ni­ge Ele­men­te in­ner­halb der ört­li­chen Ge­mein­schaft;
  • or­ga­ni­sier­ter Wi­der­stand ge­gen den Lehr­plan der Bil­dung in Per­sön­li­chem, So­zia­lem und Ge­sund­heit (PSHE) und ge­gen die För­de­rung der Gleich­heit.

An­dern­orts no­tiert Ca­sey zwei wei­te­re The­men al­lein in Bir­ming­ham, die die mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung der Stadt be­leuch­ten. Bir­ming­ham hat die größ­te Zahl von Frau­en, die kein Eng­lisch spre­chen (S. 96) und die größ­te An­zahl von Mo­sche­en (161) in Groß­bri­tan­ni­en (S. 125).

Vie­le Jah­re lang hat die bri­ti­sche Re­gie­rung ih­re mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung um­schmei­chelt; of­fen­sicht­lich dach­te die Re­gie­rung, dass die Mus­li­me sich zu ge­ge­be­ner Zeit in­te­grie­ren, as­si­mi­lie­ren und voll bri­tisch wer­den wür­den, wie es frü­he­re Ein­wan­de­rer ge­tan hat­ten. Mehr als ei­ne Um­fra­ge hat je­doch ge­zeigt, dass die jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen noch fun­da­men­ta­lis­ti­scher sind als ih­re El­tern und Groß­el­tern, die di­rekt aus mus­li­mi­schen Län­dern ka­men. Die jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen wur­den in Groß­bri­tan­ni­en ge­bo­ren, aber zu ei­ner Zeit, als der ex­tre­mis­ti­sche Is­lam in­ter­na­tio­nal wuchs, vor al­lem in Län­dern, zu de­nen bri­ti­sche mus­li­mi­sche Fa­mi­li­en en­ge Ver­bin­dun­gen ha­ben. Nicht nur das, son­dern ei­ne Fül­le von fun­da­men­ta­lis­ti­schen Pre­di­gern be­we­gen sich durch bri­ti­sche mus­li­mi­sche En­kla­ven. Die­se Pre­di­ger hal­ten Vor­trä­ge in Mo­sche­en und is­la­mi­schen Zen­tren an Ju­gend­or­ga­ni­sa­tio­nen und auf Hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten.

Schließ­lich es es wert, an­zu­mer­ken, dass Kha­lid Ma­so­od, ein Is­lam­kon­ver­tit, der vier tö­te­te und vie­le wei­te­re ver­letz­te bei sei­nem An­griff vor dem Hou­se of Par­lia­ment im März, in Bir­ming­ham ge­lebt hat­te, be­vor er in den Dschi­had in der bri­ti­schen Haupt­stadt auf­brach.

Es ist Zeit da­für, hart nach­zu­den­ken über die Art und Wei­se, wie die mo­der­ne bri­ti­sche To­le­ranz ge­gen­über den In­to­le­ran­ten und ih­re Um­ar­mung ei­nes er­sehn­ten, fried­lie­ben­den Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus die­se Re­gres­si­on ge­för­dert hat. Bir­ming­ham ist wahr­schein­lich der Ort, um da­mit an­zu­fan­gen.

Dr. De­nis MacEoin ist ein Dis­tin­guis­hed Se­ni­or Fel­low am Gatestone In­sti­tu­te. Er hat vor kur­zem ein Buch über Grün­de für Sor­gen um den Is­lam in Groß­bri­tan­ni­en fer­tig­ge­stellt.


[1] Ge­druck­te Ko­pi­en des Be­richts kön­nen hier per PayPal be­stellt wer­den. Es­says, Zu­sam­men­fas­sun­gen etc. kön­nen von hier ver­linkt wer­den. Ei­ne her­vor­ra­gen­de Zu­sam­men­fas­sung von So­e­ren Kern fin­den Sie on­line hier.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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