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Is­la­mi­schen Ter­ror als neue Nor­ma­li­tät ak­zep­tie­ren?

No­nie Dar­wish, 4.6.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • „Der Ein­satz von Ter­ror un­ter die­ser Dok­trin [Tar­g­hib wal tarhib, „kö­dern und ter­ro­ri­sie­ren”] ist ei­ne le­gi­ti­me Ver­pflich­tung der Scha­ria.”
     — Sal­man Al Aw­da, mus­li­mi­scher Scheich des Main­streams, auf der Al Ja­ze­e­ra Fern­seh­show „Scha­ria und Le­ben”.
  • Ein Teil der tarhib oder „ter­ro­ri­sie­ren­den” Sei­te die­ser Dok­trin ist es, ein grau­sa­mes Ex­em­pel zu sta­tu­ie­ren für die­je­ni­gen, die sich nicht an die Er­for­der­nis­se des Is­lam hal­ten. Das ist der Grund, war­um mus­li­mi­sche Län­der wie Sau­di­ara­bi­en und der Iran, und En­ti­tä­ten wie ISIS, be­wusst fei­er­li­che öf­fent­li­che Ent­haup­tun­gen, Aus­peit­schun­gen und Am­pu­ta­tio­nen von Glied­ma­ßen durch­füh­ren.
  • Der is­la­mi­sche Dschi­had hat sich im­mer dar­auf ver­las­sen, dass die Men­schen in er­ober­ten Län­dern schließ­lich auf­ge­ben und den Ter­ro­ris­mus als Teil des Le­bens ak­zep­tie­ren, ähn­lich wie Na­tur­ka­ta­stro­phen, Erd­be­ben und Über­schwem­mun­gen.

Nach Ter­ror­an­grif­fen hö­ren wir oft von west­li­chen Me­di­en und Po­li­ti­kern, dass wir Ter­ror­an­schlä­ge als „neue Nor­ma­li­tätak­zep­tie­ren müs­sen.

Für west­li­che Bür­ger ist die­se Phra­se ge­fähr­lich.

Die is­la­mi­sche Dok­trin von Dschi­had, Aus­deh­nung und Da­wah (is­la­mi­sche Über­zeu­gung, Mis­sio­nie­rung) stüt­zen sich stark auf den Ein­satz von Ter­ror und Kö­de­rung. Tar­g­hib wal tarhib ist ei­ne is­la­mi­sche Leh­re, die „Ver­füh­rung (lo­cken) und ter­ro­ri­sie­ren” als Werk­zeug für da­wah be­deu­tet, um Na­tio­nen zu er­obern und die Bür­ger da­zu zu zwin­gen, sich dem is­la­mi­schen Recht, der Scha­ria, zu un­ter­wer­fen. Sie läuft auf die Ma­ni­pu­la­ti­on der in­stink­ti­ven Tei­le des mensch­li­chen Ge­hirns mit ex­tre­mem ent­ge­gen­ge­setz­ten Druck von Lust und Schmerz – Be­loh­nung, dann stren­ge Be­stra­fung – hin­aus, um die Men­schen mit­tels Ge­hirn­wä­sche da­hin zu brin­gen, sich dem Is­lam un­ter­wer­fen.

Die meis­ten ge­wöhn­li­chen Mus­li­me sind sich die­ser Leh­re nicht ein­mal be­wusst, aber es sind is­la­mi­sche Bü­cher dar­über ge­schrie­ben wor­den. Mus­li­mi­sche Scheichs des Main­stream wie Sal­man Al Aw­da ha­ben es auf Al Ja­ze­e­ra TV dis­ku­tiert. Auf ei­ner Show na­mens „Scha­ria und Le­ben” emp­fahl Al Aw­da, mit Ex­tre­men „zu über­trei­ben … Be­loh­nung und Stra­fe, mo­ra­lisch und ma­te­ri­ell … in bei­de Rich­tun­gen”. „Der Ein­satz von Ter­ror”, sag­te er, ” ist un­ter die­ser Dok­trin ei­ne le­gi­ti­me Ver­pflich­tung der Scha­ria.”

Die Men­schen im Wes­ten den­ken, dass Ter­ror et­was sei, das is­la­mi­sche Dschi­ha­dis­ten Nicht-​Muslimen zu­fü­gen, und das ist es auch. Aber Ter­ror ist eben­falls der Me­cha­nis­mus zur Si­cher­stel­lung der Füg­sam­keit un­ter dem Is­lam. Un­ter is­la­mi­schem Recht sol­len Dschi­ha­dis­ten, die sich dem Dschi­had wi­der­set­zen, ge­tö­tet wer­den. Ter­ror ist al­so die Be­dro­hung, die Dschi­ha­dis­ten auf Kurs hält, und die ge­wöhn­li­che Mus­li­me da­zu bringt, der Scha­ria zu fol­gen.

Ein Online-​Schulung für die Re­kru­tie­rung von Dschi­ha­dis­ten ent­hält die­se Be­schrei­bung:

„In­di­vi­du­el­les Da­wa hängt da­von ab, emo­tio­na­le Re­ak­tio­nen von Kan­di­da­ten zu er­lan­gen (und ei­ne per­sön­li­che Be­zie­hung auf­zu­bau­en). Abu ‚Amrs An­satz ver­an­schau­licht ein Re­kru­tie­rungs­kon­zept na­mens al-​targhib wa’l-tarhib, das ei­ne Karotten-​und-​Stock-​Technik ist, das die Vor­tei­le des Han­delns ge­gen­über den furcht­ba­ren Kon­se­quen­zen der Un­tä­tig­keit il­lus­triert. Das Kon­zept wur­de im Ko­ran ein­ge­führt und wird von vie­len is­la­mi­schen Den­kern dis­ku­tiert, die den bes­ten Weg er­for­schen, um Men­schen zum Is­lam auf­zu­ru­fen (meh­re­re Ge­lehr­te ha­ben zum Bei­spiel Bü­cher mit dem Ti­tel al-​targhib wa ’ L-​tarhib ge­schrie­ben) Nach Abu ‚Amr soll­ten die An­wer­ber das Kon­zept wäh­rend des ge­sam­ten Re­kru­tie­rungs­pro­zes­ses an­wen­den, je­doch die Vor­tei­le des Han­delns früh­zei­tig und die Kos­ten der Un­tä­tig­keit spä­ter be­to­nen.”

Mit an­de­ren Wor­ten: An­wer­ber von Dschi­ha­dis­ten sol­len zu­nächst die „gu­ten Sa­chen”, den „Kö­der” – den zu­künf­ti­gen Ruhm, die Vor­herr­schaft und die Er­fül­lung je­des lust­vol­len Wun­sches, wie die Jung­frau­en im Him­mel, be­to­nen. Spä­ter sol­len sie die Re­kru­ten mit „Ter­ror” und Schan­de be­dro­hen – die Kon­se­quen­zen, wenn sie nicht am Dschi­had teil­neh­men.

Ein Teil der tarhib oder „ter­ro­ri­sie­ren­den” Sei­te die­ser Leh­re ist es, ein grau­sa­mes Ex­em­pel zu sta­tu­ie­ren für die­je­ni­gen, die sich nicht an die Er­for­der­nis­sen des Is­lam hal­ten. Das ist der Grund, war­um mus­li­mi­sche Län­der wie Sau­di­ara­bi­en und der Iran, und En­ti­tä­ten wie ISIS, ab­sicht­lich fei­er­li­che öf­fent­li­che Ent­haup­tun­gen, Aus­peit­schun­gen und Am­pu­ta­tio­nen von Glied­ma­ßen durch­füh­ren. Län­der wie Ägyp­ten, Jor­da­ni­en und die Tür­kei sind dis­kre­ter, aber sie to­le­rie­ren und un­ter­stüt­zen Eh­ren­mor­de; Tö­tung von Ab­trün­ni­gen; Frau­en und Kin­der zu schla­gen und Fol­ter und Mord in ih­ren Ge­fäng­nis­sen. Die Leh­re von tar­g­hib und tarhib ist le­ben­dig und blüht, nicht nur in is­la­mi­schen Theo­kra­ti­en, son­dern auch in den so ge­nann­ten „ge­mä­ßig­ten” mus­li­mi­schen Län­dern.

Der Is­lam hat die­se „Lust und Schmerz” Ge­hirn­wä­sche­tech­ni­ken, und grau­sa­me und un­ge­wöhn­li­che Be­stra­fung, seit sei­ner Grün­dung und bis heu­te ein­ge­setzt. Wäh­rend die Bi­bel – die west­li­che jüdisch-​christliche Tra­di­ti­on – im Ein­klang steht mit der Gü­te in der mensch­li­chen Na­tur und sie nährt und pflegt, macht der Is­lam das Ge­gen­teil: Er nutzt die mensch­li­chen In­stink­te der Selbst­er­hal­tung und des Über­le­bens aus, um den Wil­len ei­nes Vol­kes zu bre­chen und es zu skla­vi­schem Ge­hor­sam zu be­täu­ben.

Wie die Mehr­heit der Mus­li­me ha­be ich von die­ser fun­da­men­ta­len is­la­mi­schen Dok­trin nie ge­hört, als ich in Ägyp­ten auf­wuchs, je­doch die Aus­wir­kun­gen da­von auf mein Le­ben ge­fühlt – in je­dem As­pekt der is­la­mi­schen Kul­tur; in der is­la­mi­schen Pre­digt, in mei­ner is­la­mi­schen Fa­mi­li­en­be­zie­hung; wie die is­la­mi­schen Re­gie­run­gen ope­rie­ren und wie die Au­to­ri­tä­ten im All­ge­mei­nen die Men­schen un­ter ih­nen be­han­deln.

Die is­la­mi­sche Dok­trin von „kö­dern und ter­ro­ri­sie­ren” hat ei­ne Kul­tur von to­xi­schen Ex­tre­men her­vor­ge­bracht: Miss­trau­en und Angst, Stolz und Schan­de, die Er­laub­nis zu lü­gen („taqiy­ya”) und die Ab­leh­nung der Ver­ant­wor­tung für die ei­ge­nen Ta­ten.

Nach­dem ich die meis­te Zeit mei­nes Le­bens un­ter dem Is­lam ge­lebt ha­be, muss ich trau­ri­ger­wei­se sa­gen, dass die Men­schen, die der Wes­ten „mo­de­ra­te Mus­li­me” nennt, in der Re­gel Bür­ger sind, die ge­lernt ha­ben, mit Ter­ror zu le­ben und ihn als nor­mal zu ak­zep­tie­ren. Seit Jahr­hun­der­ten ha­ben sie vie­le Aus­re­den für Ter­ror ge­fun­den, ha­ben Ter­ror­op­fer ver­ur­teilt, sind stumm ge­blie­ben oder lies­sen sich nicht fest­le­gen, und ha­ben so­gar mit den Ter­ro­ris­ten Kom­pro­mis­se ge­schlos­sen, um zu über­le­ben. Die is­la­mi­sche Kul­tur, in der ich leb­te, sah in die an­de­re Rich­tung, wenn Frau­en ge­schla­gen wur­den. Wenn Mäd­chen eh­ren­ge­mor­det wur­den, dann war die Fra­ge: „Was hat sie ge­tan?” statt „wie konn­te das ge­sche­hen?” Wenn Chris­ten ge­tö­tet und ver­folgt wur­den, be­schul­dig­ten vie­le die Chris­ten für ihr ei­ge­nes Ver­folgt­wer­den durch die Mus­li­me. Die nor­ma­le is­la­mi­sche Ant­wort auf den Ter­ror wur­de: „Geht mich nichts an.”

Und jetzt ist die is­la­mi­sche Leh­re von Tar­g­hib wal Tarhib in den Wes­ten ge­zo­gen und zielt dar­auf ab, die west­li­che hu­ma­nis­ti­sche Kul­tur zu ver­än­dern. Sie wird die Ach­tung der Men­schen­rech­te, die Sor­ge um den Nächs­ten und die Wer­te der Frei­heit und des Frie­dens er­set­zen durch die Wer­te der Knecht­schaft, des Ter­rors, der Ty­ran­nei und der Angst.

Der is­la­mi­sche Dschi­had hat sich im­mer dar­auf ver­las­sen, dass die Men­schen in er­ober­ten Län­dern schließ­lich auf­ge­ben und den Ter­ro­ris­mus als Teil des Le­bens ak­zep­tie­ren, ähn­lich wie Na­tur­ka­ta­stro­phen, Erd­be­ben und Über­schwem­mun­gen.

Es hat nicht lan­ge ge­dau­ert, bis die is­la­mi­sche Dok­trin von Tar­g­hib wal Tarhib in der Psy­che der west­li­chen Füh­rer und Me­di­en zu ar­bei­ten be­gann, und bis die­se uns jetzt sa­gen, dass wir mit der „neu­en Nor­ma­li­tät” le­ben sol­len. Der Is­lam zählt dar­auf, al­le in „ge­mä­ßig­te” Mus­li­me zu ver­wan­deln, die schließ­lich in die an­de­re Rich­tung schau­en, wenn Ter­ror der Per­son ne­ben dir zu­stößt.

No­nie Dar­wish, ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen in Ägyp­ten, ist Au­to­rin von „Völ­lig an­ders: War­um ich mich ge­gen is­la­mi­sche Wer­te und für bi­bli­sche Wer­te ent­schied.” („Whol­ly Dif­fe­rent; Why I cho­se Bi­bli­cal Va­lues Over Is­la­mic Va­lues.”)


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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