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Nicht nur die Po­li­tik, auch die Ge­sell­schaft ist reformunwillig!

Es gibt nichts was ich nicht schon über die de­so­la­te Si­tua­ti­on hier in Deutsch­land ge­schrie­ben hät­te. Auch vie­le mei­ner Mit­strei­ter ha­ben sich schon die Fin­ger wund ge­schrie­ben. Es ist so frus­trie­rend, wenn man je­doch er­ken­nen muß, das der Groß­teil der Be­völ­ke­rung den Zu­stand hier ent­we­der wei­ter­hin ver­leug­net oder ein­fach der Kanz­le­rin nach­ei­fert in­dem sie die gan­ze „Sa­che” aus­sit­zen möch­ten.Bild könnte enthalten: 1 Person, sitzt, Katze und InnenbereichWer an­ge­sichts der ver­fah­re­nen deut­schen La­ge sei­ne Hoff­nun­gen auf ei­nen Re­gie­rungs­wech­sel im Herbst 2017 setzt, der zeigt, wie sehr er die Rea­li­tät aus den Au­gen ver­lo­ren hat. Zwar könn­te das Volk die Po­li­ti­ker aus­tau­schen, aber die Po­li­ti­ker kön­nen sich kein an­de­res Volk wäh­len ob­wohl sie es mit al­ler Macht und Ge­set­zes­brü­che ver­su­chen. Bei­de zu­sam­men sind das Pro­blem. Das gan­ze einst ge­prie­se­ne Sys­tem Bun­des­re­pu­blik ist ver­stopft. Wie in ei­nem gi­gan­ti­schen Ver­kehrs­stau ha­ben die Ve­hi­kel un­se­rer De­mo­kra­tie sich in­ein­an­der ver­keilt, die Am­peln blin­ken noch vor sich hin, aber nichts be­wegt sich mehr.

Das ist, wie man es dreht und wen­det, die schwers­te Kri­se in den fast sieb­zig Jah­ren der Re­pu­blik. Schwe­re Wet­ter hat es auch frü­her ge­ge­ben. Aber in ei­nem, dem zen­tra­len As­pekt un­ter­schie­den sie sich al­le von der heu­ti­gen La­ge: Da­mals funk­tio­nier­te das Sys­tem, die Po­li­tik hat­te Spiel­raum für die not­wen­di­gen Ant­wor­ten. Heu­te, im zu­ge­zurr­ten Deutsch­land, gibt es die­sen Spiel­raum kaum noch.

Zur Im­mo­bi­li­tät er­starrt ist die bun­des­deut­sche Ge­sell­schaft schon ab den neun­zi­ger Jah­ren. Uns im Wes­ten ging es ja lan­ge gut. Ei­ne flo­rie­ren­de Wirt­schaft, so­zia­ler Zu­sam­men­halt und po­li­ti­sche Sta­bi­li­tät wa­ren die stol­ze Tri­ko­lo­re der Bon­ner Re­pu­blik. Und als ihr Land auch noch ver­ei­nigt wur­de, wa­ren die Deut­schen, wie es der da­ma­li­ge Ber­li­ner Bür­ger­meis­ter for­mu­lier­te, in die­sem his­to­ri­schen Au­gen­blick das glück­lichs­te Volk der Welt.

Was ist seit­dem so der­ma­ßen schief­ge­gan­gen? Das be­schä­dig­te Er­folgs­mo­dell, das uns einst drau­ßen An­se­hen, drin­nen Zu­sam­men­halt brach­te, kann nur durch ra­sches Um­steu­ern re­pa­riert wer­den. Doch das wird un­ter­blei­ben, so­lan­ge Bür­ger und Po­li­ti­ker in ih­rer Le­thar­gie verharren.

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