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Zio­nis­ten stah­len 95 Pro­zent des Lan­des von Pa­läs­ti­nen­sern und be­nann­ten es in Is­ra­el um. War­um steht die Mehr­heit der Leu­te auf der Sei­te der Eindringlinge?

Tim Ben­ton, 1.7.2017, Quora.com, über­setzt von Admin

Tim Benton

Tim Ben­ton, Dok­tor in His­to­ri­schen Stu­di­en, spe­zia­li­siert auf die Ge­schich­te der Neu­zeit des Na­hen Os­tens, be­ant­wor­tet die Fra­ge von Sat

Weil es nie ihr Land war. Die Os­ma­nen be­sa­ßen das Land zur Jahr­hun­dert­wen­de, sie hat­ten drei ver­schie­de­ne Ein­stu­fun­gen für Land­ei­gen­tum, ei­ne wa­ren pri­va­te Land­be­sit­zer, die­se be­sa­ßen et­wa 13% des Lan­des, dies wur­de spä­ter der Peel-​Kommission er­klärt, das an­de­re Land war im Staats­be­sitz, ver­pach­tet an die dort le­ben­den Men­schen, die wie­der­um der Re­gie­rung ei­nen Pro­zent­satz des dank des Lan­des er­ziel­ten Ein­kom­mens zahl­ten, der meis­te Teil des Lan­des in der Re­gi­on war ent­we­der im Be­sitz des Staa­tes oder im Be­sitz rei­cher Land­be­sit­zer, die das Land für ei­nen Pro­zent­satz sei­ner Er­zeug­nis­se ver­pach­te­ten, der Rest war ari­des Land, das im Be­sitz des Staa­tes war, in dem aber nie­mand ar­bei­te­te, in Is­ra­el war das die gro­ße Mehr­heit des Landes.

In den 1920er Jah­ren be­gan­nen die Ara­ber zu ran­da­lie­ren und die Ju­den zu at­ta­ckie­ren, um ihr Land zu steh­len. Die Bri­ten schick­ten Lord Peel hin, der bei der Un­ter­su­chung der Land­fra­ge den ara­bi­schen Füh­rer, den Groß­muf­ti von Je­ru­sa­lem, Muf­ti Haj Amin al-​Husseini, der­sel­be Füh­rer, der wäh­rend des zwei­ten Welt­krie­ges, nach­dem er die Ara­ber mit sei­nen Be­haup­tun­gen fort­ge­setzt zu Auf­stän­den auf­ge­sta­chelt hat­te, nach Nazi-​Deutschland floh, um der Ver­haf­tung durch die Bri­ten zu ent­ge­hen, be­frag­ten. Er gab ge­gen­über der Peel-​Kommission of­fen zu, dass kein Land ge­stoh­len wor­den war, es war re­gu­lär ge­kauft wor­den, bis heu­te ha­ben sie im Mu­se­um in Tel Aviv den Kauf­ver­trag und die Land­ver­mes­sungs­plä­ne aus­ge­stellt, wo sie sich je­der an­se­hen kann. Das Pro­blem war die Pra­xis seit 1,400 Jah­ren: Als die Macht der Ju­den zu sehr ge­wach­sen war, woll­ten sich die Ara­ber grei­fen, was im­mer sie woll­ten. Der Groß­muf­ti sag­te, es soll­te das ara­bi­sche Recht sein, Land zu be­schlag­nah­men, das die Ju­den ge­kauft hat­ten, denn als sie es er­war­ben, war es un­pro­duk­tiv, die Ju­den ent­fern­ten al­le, die auf dem Land wohn­ten, brach­ten dann mo­der­ne Bewässerungs- und Dün­ge­tech­ni­ken mit und mach­ten das Land pro­duk­tiv, und als die Ara­ber das Recht for­der­ten, auf das Land zu­rück­zu­keh­ren, lehn­ten die Ju­den ab. Sie woll­ten die eu­ro­päi­sche Pra­xis von Ar­bei­tern, die auf dem Land ar­bei­ten und an­ders­wo le­ben, wes­halb die Ara­ber Auf­stän­de an­zet­tel­ten. Das war es, was die Ara­ber ins Land brach­te, es gab ei­nen Ar­bei­ter­man­gel, die Ägyp­ter, Sy­ri­er, Sau­dis, die als Wirt­schafts­mi­gran­ten ins Land ka­men, be­haup­te­ten spä­ter, sich ir­gend­wie in Pa­läs­ti­nen­ser ver­wan­delt zu ha­ben, be­haup­te­ten, seit Jahr­hun­der­ten auf dem Land ge­lebt zu ha­ben. Die Welt hat ih­nen das ab­ge­kauft und die Tat­sa­che igno­riert, dass es nicht ei­nen Fet­zen von his­to­ri­schem Be­weis da­für gibt, ei­ne völ­li­ge Ab­we­sen­heit von ar­chäo­lo­gi­schen Be­wei­sen, um die­sen An­spruch oder ei­ne Volks­zäh­lung, die das be­wei­sen wür­de, zu stützen.

NIEMALS ist Land ge­stoh­len wor­den. Da war kei­ne, noch gab es je­mals, ei­ne Na­ti­on, die als Pa­läs­ti­na be­kannt ge­we­sen wä­re, die ir­gend­ei­ne Sou­ve­rä­ni­tät über das Land hat­te. Als die Os­ma­nen den Ers­ten Welt­krieg ver­lo­ren, war Teil ih­res Ka­pi­tu­la­ti­ons­ab­kom­mens im Ver­trag von Sèv­res, die Sou­ve­rä­ni­tät über ih­re Nahost-​Ländereien ab­zu­ge­ben. Der Völ­ker­bund, als le­ga­ler Sou­ve­rän, teil­te das Land in drei gro­ße Man­da­te auf, die Man­da­te von Pa­läs­ti­na (Pa­läs­tina­man­dat), Me­so­po­ta­mi­en und Sy­ri­en, sie ga­ben die letz­ten bei­den ex­klu­siv den Ara­bern, ga­ben das Pa­läs­tina­man­dat den Ju­den, wo­bei die Bri­ten die Ver­wal­tung über­neh­men und ih­nen hel­fen soll­te, ei­ne Na­ti­on zu wer­den. Die Bri­ten ha­ben dar­auf­hin erst mal 70% des Man­dats ver­schenkt, um Trans­jor­da­ni­en auf­zu­bau­en und dann al­le jü­di­sche Im­mi­gra­ti­on ge­stoppt, wäh­rend sie ei­ne un­be­grenz­te ara­bi­sche Mi­gra­ti­on er­laub­ten. Die­se La­ge wur­de wei­ter ver­schlech­tert, als die Bri­ten die Ara­ber be­waff­ne­ten. Als Is­ra­el sei­nen Staat aus­rief, da wa­ren es die Bri­ten, die da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, die Ara­ber in ih­ren Krieg zu füh­ren, um, wie sie sag­ten, „je­den Ju­den im Land aus­zu­lö­schen”. Statt mit ih­nen zu­sam­men­zu­le­ben zo­gen sie in den Krieg, und wenn man in den Krieg zieht, um ein Volk zu ver­nich­ten, dann hat das Kon­se­quen­zen. Die Ara­ber ver­lie­ßen ihr Land wäh­rend des Krie­ges, auf drän­gen ih­rer Mit-​Araber, und nach dem Krieg, als sie zu­rück­kom­men woll­ten, und als die Is­rae­lis ih­nen an­bo­ten, sie zu­rück­zu­neh­men, da wa­ren es wie­der­um die Ara­ber, die sich wei­ger­ten, sie zu­rück­keh­ren zu las­sen. In ih­ren ei­ge­nen Worten:

„Die ara­bi­schen Ar­me­en dran­gen in Pa­läs­ti­na ein, um die Pa­läs­ti­nen­ser vor der zio­nis­ti­schen Ty­ran­nei zu schüt­zen, doch statt­des­sen lie­ßen sie sie im Stich, zwan­gen sie, zu emi­grie­ren und ihr Hei­mat­land zu ver­las­sen, er­leg­ten ih­nen ei­ne po­li­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Blo­cka­de auf und war­fen sie in Ge­fäng­nis­se ähn­lich den Ghet­tos, in de­nen die Ju­den in Ost­eu­ro­pa leb­ten, als ob wir da­zu ver­dammt wä­ren, den Ort mit ih­nen zu tau­schen. Die ara­bi­schen Staa­ten ha­ben es ge­schafft, die Pa­läs­ti­nen­ser zu zer­streu­en und ih­re Ein­heit zu zerstören.
Abu-​mazen (Fa­las­tin el-Th’ora, bei­rut, März 1976)

Der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ara­bi­schen Li­ga, Az­zam Pa­scha, stimm­te zu, dass die ara­bi­sche Füh­rung die Pa­läs­ti­nen­ser da­zu ver­an­lasst hat­te, ih­re Häu­ser vor­über­ge­hend zu verlassen:
„Es wur­de ver­spro­chen, dass die Er­obe­rung von Pa­läs­ti­na ein mi­li­tä­ri­scher Spa­zier­gang sein wür­de, un­ser Rat an die Pa­läs­ti­nen­ser war, ih­re Häu­ser vor­über­ge­hend zu ver­las­sen” (Al-​Huda, Li­ba­non, 5. Ju­ni 1951).

Der sy­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Kha­lid Al-​Azam (in sei­nem Buch Me­mo­ries, 1973) klagt und schreibt:
„Wir ha­ben die Ka­ta­stro­phe über die Flücht­lin­ge ge­bracht, als wir sie da­zu dräng­ten, ih­re Häu­ser zu verlassen”

Wenn man an­fängt zu gra­ben, so ent­deckt man, dass das meis­te, was uns er­zählt wird, Fik­ti­on ist.

 

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