Sie erschossen sie, als sie Hand in Hand mit ihrem Vater spazierte.
Marcel Kierszenbaum, 26. April 2026, Facebook
aus dem Englischen von Martin Christen
Ein direkter Schuss eines Regimeagenten beendete ihr Leben. Ihre letzten Worte, zitternd und verzweifelt, waren:
„Papa … ich verbrenne … ich verbrenne …“
Sie starb in seinen Armen.
Sie ist eine von etwa 40.000 Menschen, die allein am 8. und 9. Januar 2026 von der Islamischen Republik massakriert wurden. Vierzigtausend Menschen. In 48 Stunden. Erschossen auf der Straße, auf der Flucht, im Krankenhausbett während der Behandlung. Scharfschützen auf Dächern – auch auf Moscheedächern. Das Internet wurde absichtlich und systematisch abgeschaltet, um die Leichen vor der Welt zu verbergen, während das Morden im Verborgenen weiterging.
Dies war kein hartes Durchgreifen. Dies war keine Eskalation. Dies war ein geplantes Massaker industriellen Ausmaßes – jahrelang vorbereitet, direkt von Ali Khamenei befohlen und von den Revolutionsgarden mit der kalten Effizienz eines Regimes ausgeführt, das 47 Jahre lang die Kunst perfektioniert hat, das eigene Volk zu töten und dafür völlig ungestraft davonzukommen.
Weil die Welt sie immer wieder damit durchkommen lässt.
Jedes Mal. 1988. 2009. 2019. 2022. Und nun 2026 – das tödlichste zweitägige Massaker an Zivilisten in der modernen Geschichte, und die Hälfte der Außenminister der Welt überlegt immer noch, welchen Ton sie in ihrer Pressemitteilung anschlagen sollen.
In Iran gibt es kein freies Internet. Das Regime kappt die Kabel, weil es weiß, dass das Sonnenlicht die einzige Waffe ist, die es nicht einsetzen kann. Deshalb müssen wir – diejenigen von uns, die nicht von diesen Kabeln abgeschnitten sind – die Stimme sein, die sie mit ihren Toten zusammen beerdigen wollen.
Und diese Stimme muss jetzt klar und ohne diplomatische Umschweife sagen:
Jedes zivilisierte Land muss unverzüglich die Botschaft der Islamischen Republik Iran auf seinem Territorium schließen und jeden einzelnen „Diplomaten“ der Revolutionsgarden – sprich: Agenten, Spione und Kriminelle – innerhalb von 48 Stunden ausweisen.
Kein ernstes Gespräch. Kein einbestellter Botschafter. Keine weitere Resolution, die zwar tiefe Besorgnis ausdrückt, aber nur eingereicht und vergessen wird.
Das sind keine Botschaften. Das sind vorgeschobene Operationsbasen der Revolutionsgarden mit Flaggen an der Tür. Die Menschen darin sind keine Diplomaten. Sie sind das internationale Gesicht einer Organisation, die gerade 40.000 Zivilisten in zwei Tagen massakriert hat – und sie sitzen heute Abend in Ihrer Hauptstadt, genießen diplomatische Immunität und warten darauf, ob Sie wieder einmal absolut gar nichts unternehmen.
Jede Regierung, die zögert, trifft eine Abwägung: Handel, Energie, Atomverhandlungen, regionale Stabilität. Wir verstehen diese Abwägung. Wir fordern Sie auf, die 40.000 Toten anzusehen und es deren Familien zu erklären.
Das iranische Volk bittet nicht um Rettung. Es ist auf den Straßen, wird beschossen und kehrt immer wieder zurück. Es verlangt nur eines: dass, wenn seine Töchter sterben und ihren Vätern ins Ohr flüstern: „Ich brenne“, jemand außerhalb dieser zerschnittenen Verbindungen Zeugnis ablegt, den Namen nennt und sich – dieses Mal – weigert, einfach darüber hinwegzusehen und wieder zum Tagesgeschäft überzugehen.
Schließen Sie die Botschaften. Weisen Sie die Verbrecher aus. 48 Stunden.
Denn wenn 40.000 tote Kinder in zwei Tagen nicht die Grenze darstellen, dann gibt es keine Grenze. Und jedes Regime der Welt beobachtet genau, was Sie als Nächstes tun.
جاویدنام Negin Ghadimi — Ihr Name lebt ewig.
Das Schweigen der Welt ist der Sauerstoff der Tyrannei.
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Marcel Kierszenbaum ist Kolumnist und Gründer von Guardians of Zion
Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung des Autors