Khaled Abu Toameh, 22. Oktober 2026, Gatestone Institute
Aus dem Englischen von Martin Christen
- Die Regierungen erklärten, ihr Ziel [mit den Boykotten] bestehe darin, die „Zwei-Staaten-Lösung“ zu schützen und auf die „Siedlungsexpansion“ zu reagieren – was vermutlich bedeutet, diese zu verhindern. Für viele Palästinenser ist natürlich ganz Israel eine einzige große Siedlung, die es abzuwickeln gilt.
- Während europäische Regierungen den wirtschaftlichen Druck auf Israel erhöhen, verlieren Palästinenser, die in Unternehmen in den Siedlungen beschäftigt sind, ihre Arbeitsplätze.
- „Anstatt wirtschaftliche Brücken zwischen Israelis und Palästinensern zu bauen, entscheiden sich einige dafür, sie abzureißen. Die Industrie schafft Arbeitsplätze, Stabilität und Hoffnung, während der Boykott genau das Gegenteil bewirkt.“ — Avraham Novogrotcki, Präsident des israelischen Industriellenverbandes, Ynet, 18. Oktober 2026.
- Für viele Palästinenser ist eine Beschäftigung in Israel oder in israelischen Unternehmen im Westjordanland eine wichtige Einkommensquelle in einer Wirtschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde, in der die Möglichkeiten begrenzt sind.
- Beabsichtigen die kanadische und die europäischen Regierungen, die Beschränkungen gegen israelische Siedlungen verhängen, diesen palästinensischen Arbeitern vergleichbare Arbeitsplätze anzubieten? Haben sie Programme ins Leben gerufen, die palästinensischen Unternehmen dabei helfen, Tausende freigestellte Angestellte aufzunehmen? Haben sie Gelder zugesagt, um die Einkommen zu ersetzen, die infolge ihrer Politik wegzufallen drohen? Nicht im Geringsten.
- Es gibt einen Präzedenzfall dafür, was passieren kann, wenn eine israelische Fabrik, die Palästinenser beschäftigt, aufgrund eines Boykotts schließt … Im Jahr 2016 berichtete Reuters, dass etwa 500 palästinensische Arbeiter nach der Verlagerung der [SodaStream-] Fabrik ihre Stellen verloren hatten. Nabil Basharat, Vater von sieben Kindern, sagte damals, er habe sechs Jahre lang für SodaStream gearbeitet und sei Abteilungsleiter geworden: „Früher habe ich 2.000 Dollar im Monat oder mehr verdient, und heute stehe ich mit nichts da.“
- Terrororganisationen nutzen solche Missstände aus, indem sie wirtschaftliche Notlagen als weiteren Beweis dafür darstellen, dass Koexistenz und Zusammenarbeit gescheitert seien. Das Ergebnis ist eine größere Instabilität – kein Fortschritt in Richtung Frieden.
- Die Europäer haben derzeit ihre eigenen Probleme mit feindseligen Minderheiten. Um die Stimmen dieser „größtenteils friedlichen Demonstranten“ zu gewinnen, sind viele europäische Politiker offenbar gerne bereit, die Palästinenser mit Füßen zu treten – solange die Juden dafür bestraft werden können, dass sie sich weigern, einen offen genozidalen Block in ihrer Mitte zu akzeptieren, wie es die Europäer törichterweise getan haben.
- Wenn europäische Führungskräfte das Leben der Palästinenser tatsächlich verbessern wollen, sollten sie sich fragen, ob ihre Beschränkungen neue palästinensische Arbeitsplätze schaffen, den palästinensischen Zugang zu Märkten erweitern, unabhängige Unternehmen stärken oder die Arbeitnehmerrechte verbessern. Sie sollten auch erklären, welche Unterstützung bereitstehen wird, falls Fabriken schließen und Mitarbeiter entlassen werden. Palästinenser sollten für Europas anti-israelische Kampagnen und Vorstöße nicht mit ihrer Existenzgrundlage bezahlen müssen.

Es gibt einen Präzedenzfall dafür, was passieren kann, wenn eine israelische Fabrik, die Palästinenser beschäftigt, aufgrund eines Boykotts schließt: Als SodaStream 2015 seine Fabrik aus der Industriezone Mishor Adumim verlegte, verloren etwa 500 palästinensische Arbeiter ihre Stelle. Im Bild: Soda-Club-Fabrik in Mishor Adumim 2014. (Foto: L-BBE, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)





Im Westjordanland gibt es jüdische Fabriken, Supermärkte, Restaurants, Weingüter und andere Unternehmen, in denen Palästinenser und Israelis zusammenarbeiten. Diese Arbeitsplätze stellen zwar kein politisches Friedensabkommen dar, aber sie verkörpern etwas, das Boykottkampagnen zerstören: normalen menschlichen Kontakt und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im Bild: Die Sodastream-Fabrik in Mischor Adumim, östlich von Jerusalem, die wegen des BDS-Boykotts schliessen musste und in die Negev-Wüste umzog, fotografiert am 19. Februar 2014. (Foto: L-BBE, 