Bassam Tawil, 10. September 2026, Gatestone Institute
Aus dem Englischen von Martin Christen
- Nachdem diese westlichen Regierungen das Massaker vom 7. Oktober eingeräumt haben, beharren sie immer noch darauf, dass die Antwort darin bestehe, die Schaffung eines palästinensischen Staates neben Israel zu beschleunigen.
- Dies ist eine politische Fantasie. Wie der britische Journalist Jonathan Sacerdoti treffend fragt: „Was, wenn die Palästinenser gar keine zwei Staaten wollen und dies auch nie wollten?“
- Der geplante Boykott demonstriert nur, wie entfremdet diese Regierungen von den menschlichen und wirtschaftlichen Realitäten vor Ort sind.
- Während Politiker in europäischen Hauptstädten Israelis und Palästinensern Lektionen über Koexistenz erteilen, leben Israelis und Palästinenser diese bereits an unzähligen Arbeitsplätzen.
- Es gibt jüdische Fabriken, Supermärkte, Restaurants, Weingüter und andere Unternehmen im Westjordanland, in denen Palästinenser und Israelis zusammenarbeiten. Diese Arbeitsplätze stellen zwar kein politisches Friedensabkommen dar, aber sie verkörpern etwas, das Boykottkampagnen zerstören: normalen menschlichen Kontakt und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
- Boykotte sind kein Ersatz für Friedensverhandlungen. Sie sind mit Sicherheit kein Ersatz für die palästinensische Anerkennung Israels.
- Unabhängig von der eigenen Haltung zu den Siedlungen ist schwer nachvollziehbar, wie das Entziehen von Arbeitsplätzen für Palästinenser den palästinensischen Wohlstand oder die israelisch-palästinensische Aussöhnung fördern soll.
- Extremistische Palästinenser betrachten Israel nicht als ein Land, neben dem sie ihren eigenen Staat haben wollen. Sie betrachten ganz Israel als eine einzige große Siedlung – die dauerhaft ausgemerzt und so schnell wie möglich ersetzt werden muss.
- Diese Extremisten unterscheiden sich nicht von den Dschihadisten in Europa, die die Bürger genau jener Länder vergewaltigen, niedermähen und köpfen, die jetzt von Israel verlangen, dieselben Terroristen zu tolerieren, die sie selbst so naiv akzeptieren.
- Die Hamas, der Palästinensische Islamische Dschihad und andere islamistische Terrororganisationen streben nicht nach mehr israelisch-palästinensischer wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Sie suchen Konfrontation, Trennung und letztlich die Eliminierung von Ungläubigen in eben jenen Ländern, die derzeit daran arbeiten, sie zu stärken.
- Seit Jahrzehnten wiederholen westliche Regierungen diese Phrase, als ob ein ausreichend häufiges Aufsagen das Geschehen herbeiführen – oder es gar zu einer guten Idee machen – würde.
- Die Hamas hat Gaza in eine hochgerüstete islamistische Kriegsmaschine verwandelt…
- Die Frage, die sich westliche Führungskräfte stellen sollten, lautet nicht: „Wie können wir einen palästinensischen Staat errichten?“ Die Fragen, die sie stellen sollten, lauten: Was für ein palästinensischer Staat würde entstehen, wer würde ihn kontrollieren, wie würden seine Sicherheitskräfte aussehen, wie wäre sein Verhältnis zur Hamas und zum Palästinensischen Islamischen Dschihad, und welche Garantien würden verhindern, dass er zu einer weiteren bewaffneten Basis für Angriffe gegen Israel wird?
- Jedes Territorium, in dem Terrorgruppen nicht vollständig entwaffnet werden, wird schlicht eine Abschussrampe sein, von der aus Angriffe auf Israel fortgesetzt werden.
- Dieses Ziel ist wahrscheinlich der Grund, warum Länder, die Israel gerne ausgelöscht sähen – abgesehen von jenen in Europa –, wie die Türkei, Katar, Pakistan und Saudi-Arabien, darauf brennen, Teil eines „Board of Peace“ (Friedensrates) zu sein. Sie würden direkt an Israels Grenze platziert, um ein paar Monate zu warten, bis Präsident Donald Trump weg ist.
- Westliche Regierungen würden es nicht dulden, dass eine islamistische Terrororganisation einen hochgerüsteten Staat oder ein staatsähnliches Gebilde an ihren eigenen Grenzen errichtet. Warum sollte Israel das tun?
- Würden die Briten eine islamistische Armee akzeptieren, die unmittelbar vor den Toren Londons operiert? Würde Frankreich akzeptieren, dass sich eine von dschihadistisch geführten Staatsfonds bewaffnete und finanzierte Terrororganisation am Rande von Paris festsetzt?
- Wenn westliche Regierungen den Palästinensern aufrichtig helfen wollen, sollten sie aufhören, einen palästinensischen Staat als das ultimative Ziel zu behandeln. Sie sollten stattdessen über die Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit sprechen, über die Trennung von Moschee und Staat, ein ernsthaftes Bildungssystem, das Jugendliche auf lukrative Arbeitsplätze vorbereitet, Unternehmen, die Wachstum verzeichnen können, eine Justiz, die gleiche Gerechtigkeit unter dem Gesetz gewährt, und eine Regierung, die der Öffentlichkeit tatsächlich Rechenschaft schuldet und auf das produktive Leben ihrer Bürger eingeht – statt eines Regimes, das Mord, Märtyrertum und Tod fördert.
- Zu den Bedingungen sollten auch die palästinensische Anerkennung des Existenzrechts Israels gehören, die Abkehr von Terrorismus und dschihadistischer Ideologie, die Zerschlagung und Entwaffnung aller Terrororganisationen, ein Ende der Hetze gegen Israel und Juden in Schulen und Moscheen, eine ernsthafte Reform des Bildungssystems der Palästinensischen Autonomiebehörde, eine transparente und rechenschaftspflichtige Regierung sowie ein Ende von Korruption und Zweckentfremdung internationaler Hilfsgelder.
- Vor allem müssen die palästinensischen Führungskräfte demonstrieren, dass sie eine Gesellschaft aufbauen und nicht eine andere zerstören wollen.
- Den Palästinensern sollte nicht das Gefühl vermittelt werden, Terrorismus sei eine Abkürzung zur Staatlichkeit. Andernfalls wird die Botschaft des 7. Oktober auch für den Westen auf gefährliche Weise klar: Ermordet Juden, Christen und andere Ungläubige, entführt sie, vergewaltigt sie und massakriert sie – und am Ende wird die internationale Gemeinschaft sie dafür mit einem Staat belohnen.
Im Westjordanland gibt es jüdische Fabriken, Supermärkte, Restaurants, Weingüter und andere Unternehmen, in denen Palästinenser und Israelis zusammenarbeiten. Diese Arbeitsplätze stellen zwar kein politisches Friedensabkommen dar, aber sie verkörpern etwas, das Boykottkampagnen zerstören: normalen menschlichen Kontakt und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im Bild: Die Sodastream-Fabrik in Mischor Adumim, östlich von Jerusalem, die wegen des BDS-Boykotts schliessen musste und in die Negev-Wüste umzog, fotografiert am 19. Februar 2014. (Foto: L-BBE, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)







