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Warum die Anwendung der ‚Venezuela-Methode‘ auf den Iran ein schwerer Fehler wäre

Pierre Rehov, 17. März 2026, Gatestone Institute
aus dem Englischen von Martin Christen

Nachdem Venezuelas Präsident Nicolás Maduro verschwunden war, kalkulierten die Übergangsführung und die Militärelite des Landes ihre Interessen schlicht neu und begannen, mit Washington zusammenzuarbeiten, um ihre Positionen zu sichern. Anders als die venezolanische Militärelite, deren Loyalität letztlich von finanziellen Anreizen abhängt, hat der iranische Sicherheitsapparat sich stets als bewaffneter Hüter einer heiligen islamisch-revolutionären Mission verstanden. Die venezolanische Methode auf den Iran anzuwenden würde nicht nur scheitern – es würde die Gefahr bergen, eine trügerische Erfolgsillusion zu erzeugen, während die zugrundeliegende ideologische Infrastruktur unangetastet bleibt. Abgebildet: Maduro, in US-Gewahrsam, an Bord der USS Iwo Jima im Karibischen Meer, am 3. Januar 2026. (Bildquelle: Das Weiße Haus)

Die spektakuläre amerikanische Militäroperation, die den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang dieses Jahres aus dem Amt entfernte, hat bei Strategen, die nach Lösungen für die Iran-Krise suchen, unweigerlich Vergleiche ausgelöst.

Als Maduro am 3. Januar 2026 bei einem dramatischen US-Einsatz festgenommen wurde, wurde dies weithin als eindrucksvoller Beweis amerikanischer Entschlossenheit unter Präsident Donald J. Trump gewertet. Maduros Absetzung lockerte den Würgegriff der venezolanischen Diktatur auf die Macht und löste eine rasche politische Neuausrichtung in Caracas aus. Washington sicherte sich schnell Zusagen zu Ölproduktion, finanzieller Transparenz und der teilweisen Umstrukturierung von Venezuelas staatlichem Energiekonzern PDVSA. Die Ölproduktion, die nach Jahrzehnten von Korruption und Misswirtschaft von rund 3,2 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 1998 auf etwa 800.000 Ende 2025 eingebrochen war, begann sich schrittweise zu erholen, als US-Energieunternehmen die Förderung im Orinoco-Gürtel – Heimat einiger der weltgrößten Schwerstölreserven – wieder aufzunehmen begannen.

Im Austausch gegen Sanktionserleichterungen und Wiederaufbauhilfe akzeptierte Venezuelas Übergangsführung ein erhebliches Maß an amerikanischer politischer und wirtschaftlicher Aufsicht. Diplomatische Kontakte wurden wieder aufgenommen, politische Gefangene freigelassen, und einige Teile der venezolanischen Elite zeigten eine pragmatische Bereitschaft, sich der neuen geopolitischen Realität anzupassen.

Diese Flexibilität spiegelte keine plötzliche ideologische Bekehrung wider, sondern enthüllte vielmehr, was das venezolanische System immer gewesen war: kein disziplinierter Revolutionsstaat, sondern ein kleptokratisches Petroregime, in dem Militäroffiziere, Regimemakler und kriminelle Netzwerke um Zugang zu Öleinnahmen und Patronage konkurrierten. Als Maduro verschwand, kalkulierten diese Akteure ihre Interessen schlicht neu und begannen, mit Washington zusammenzuarbeiten, um ihre Positionen zu sichern – womit sie die „Bolivarische Revolution“ als kaum mehr als einen rhetorischen Deckmantel über systemischer Korruption entlarvten.

Diese pragmatische Struktur erklärt, warum das venezolanische System den Schock so schnell absorbierte. Obwohl Maduros Vorgänger, der verstorbene Präsident Hugo Chávez, seine Legitimität auf der Sprache des Sozialismus und des Antiimperialismus aufbaute, entwickelte sich das von ihm geschaffene System allmählich zu einer Hybridordnung, die staatliche Kontrolle über Schlüsselindustrien mit weitverbreiteter krimineller Patronage verband.

US-Staatsanwälte hatten Maduro und mehrere seiner Mitstreiter seit langem beschuldigt, das zu betreiben, was Ermittler als Cartel de los Soles („Kartell der Sonnen„) bezeichneten – angeblich die Erleichterung des Kokainhandels von Kolumbien durch venezolanisches Gebiet nach Mittelamerika und in die Vereinigten Staaten. Im Inneren des Landes kontrollierten hochrangige Offiziere der Streitkräfte Schmuggelrouten, manipulierten subventionierte Kraftstoffmärkte und profitierten von Importlizenzen in einem System, in dem Korruption zum primären Regierungsmechanismus wurde.

Selbst die regierende Vereinte Sozialistische Partei funktionierte weniger als ideologische Vorhutorganisation denn als Patronagenetzwerk, das den Zugang zu staatlichen Ressourcen verteilte. Als die US-Sanktionen 2019 verschärft wurden und die Ölexporte von mehr als 1,5 Millionen Barrel pro Tag auf unter 400.000 einbrachen, reagierte das Regime nicht mit der Verteidigung sozialistischer Doktrin, sondern mit der Ausweitung des illegalen Goldabbaus und der Vertiefung der Verbindungen zu transnationalen kriminellen Netzwerken.

In einem solchen Umfeld, das im Wesentlichen säkular und wirtschaftsorientiert ist, kann Loyalität schnell schwinden, wenn sich die Machtverhältnisse verschieben. Nach Maduros Absetzung kamen viele Eliten zu dem Schluss, dass das Überleben eine Anpassung an Washington statt Widerstand erfordere – was rasch eine politische Neuausrichtung hervorbrachte, die den amerikanischen Einfluss in der westlichen Hemisphäre festigte.

Der Iran hingegen stellt einen grundlegend anderen politischen Organismus dar. Die beiden Systeme zu verwechseln könnte zu katastrophalen strategischen Fehlern führen. Die Islamische Republik Iran ist nicht bloß eine autoritäre Regierung, die sich in ideologischer Sprache hüllt; sie ist ein ideologischer Staat, dessen institutionelle Architektur bewusst darauf ausgelegt wurde, eine revolutionäre Doktrin zu bewahren und auszuweiten.

Nach dem Sturz von Schah Mohammad Reza Pahlavi im Jahr 1979 wurde jede wesentliche Komponente der Islamischen Republik – vom Büro des Obersten Führers bis zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) – darauf ausgelegt, die Doktrin des Velayat-e Faqih („Vormundschaft des islamischen Rechtsgelehrten“) zu verteidigen, die dem Obersten Führer die oberste politische Autorität verleiht. Die Revolutionsgarden verfügen über ein Personal von rund 190.000 zuzüglich hunderttausender Reservisten, kontrollieren riesige Unternehmenskonglomerate in den Bereichen Bauwesen, Energie und Telekommunikation und beaufsichtigen die Basidsch-Miliz, eine Massenorganisation mit einer auf Millionen geschätzten Mitgliederzahl, deren Zweck es ist, ideologische Konformität gewaltsam durchzusetzen und Dissens zu unterdrücken.

Anders als die venezolanische Militärelite, deren Loyalität letztlich von finanziellen Anreizen abhängt, hat der iranische Sicherheitsapparat sich stets als bewaffneter Hüter einer heiligen islamisch-revolutionären Mission verstanden. Dieses ideologische Bekenntnis erklärt, warum Teheran enorme Ressourcen in den Aufbau eines regionalen Netzwerks von Stellvertreterkräften investiert hat – darunter die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen im Irak, bewaffnete Gruppen in Syrien und die Houthi-Bewegung im Jemen – die gemeinsam als „Achse des Widerstands“ bekannt sind. Diese Organisationen sind nicht bloß geopolitische Instrumente; sie sind Erweiterungen des ideologischen Narrativs, das die Identität der Islamischen Republik definiert.

Selbst in Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen – als der iranische Währungswert zwischen 2018 und 2023 unter dem Druck erneuerter Sanktionen um fast 90 % einbrach – finanzierte das Regime diese Stellvertreter weiterhin; sie aufzugeben würde bedeuten, die revolutionäre Mission zu verleugnen, auf der seine Legitimität beruht.

Jüngsten Berichten zufolge haben israelische Luftangriffe IRGC-Einrichtungen, Raketendepots und Sicherheitsanlagen in Städten wie Isfahan getroffen – einem wichtigen Zentrum für Irans Raketen- und Raumfahrtindustrie – während sie auch Basidsch-Kontrollpunkte angriffen, die zur Kontrolle innerer Unruhen in Städten errichtet worden waren. Im Internet kursierende Videos zeigen offenbar mehrere dieser Kontrollpunkte in Flammen nach Angriffen unbekannter Akteure, was darauf hindeutet, dass der Sicherheitsapparat des Regimes wachsendem internem Druck ausgesetzt ist. Doch trotz dieser Verluste bleibt die ideologische Struktur der Islamischen Republik weitgehend intakt. Dies verdeutlicht einmal mehr den tiefgreifenden Unterschied zwischen korruptionsbasierten Regimen und ideologischen Systemen. Klerikale Netzwerke, IRGC-Kommandostrukturen und indoktrinierte Milizen funktionieren weiterhin als integriertes Ökosystem, das politische Autorität auch dann regenerieren kann, wenn einzelne Führer beseitigt werden.

Unbestätigten Berichten zufolge könnten nach jüngsten Luftangriffen ranghohe iranische Führungspersönlichkeiten getötet oder außer Gefecht gesetzt worden sein, doch das System brachte rasch neue Entscheidungsträger hervor und hat scheinbar die Kontinuität der Befehlsstruktur aufrechterhalten. Diese Widerstandsfähigkeit ist charakteristisch für ideologische Regime, deren institutionelles Design das Überleben jenseits eines einzelnen Führers sicherstellt. Die Islamische Republik selbst überstand den Tod des Gründungs-Obersten Führers Ayatollah Ruhollah Khomeini im Jahr 1989 und vollzog unter Ayatollah Ali Khamenei einen reibungslosen Übergang zu einer neuen Führungsstruktur, während dasselbe revolutionäre Rahmenwerk erhalten blieb.

Die venezolanische Methode auf den Iran anzuwenden würde nicht nur scheitern – es würde die Gefahr bergen, eine trügerische Erfolgsillusion zu erzeugen, während die zugrundeliegende ideologische Infrastruktur unangetastet bleibt. Einige westliche Analysten haben vorgeschlagen, dass sobald ausreichender militärischer Druck Teheran geschwächt habe, Verhandlungen mit angeblich pragmatischen Fraktionen innerhalb des Regimes eröffnet werden könnten, um Elementen der bestehenden politischen Struktur das Verbleiben zu ermöglichen – im Austausch gegen Zugeständnisse bei der Entwicklung von Atomwaffen und der regionalen Aggression.

Dieses Denken verkennt das Wesen ideologischer Systeme, die dazu neigen, Kompromisse nicht als strategische Transformation, sondern als vorübergehende Taktik zu betrachten, die darauf ausgelegt ist, die Revolution zu bewahren, bis sich die Umstände ändern.

Das Verhalten des Iran nach dem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) von 2015 illustriert dasselbe Muster. Während Teheran öffentlich diplomatisches Engagement befürwortete, setzte es sein Atomprogramm fort, entwickelte und stationierte ballistische Raketen und weitete den Einfluss seiner regionalen Stellvertreter aus. Untersuchungen westlicher Geheimdienste enthüllten zudem wiederholte iranische Attentatsplanungen und Einschüchterungskampagnen gegen Dissidenten und politische Persönlichkeiten im Ausland. In den vergangenen Jahren haben Behörden in mehreren europäischen Ländern – darunter Dänemark, die Niederlande und Frankreich – Netzwerke aufgedeckt, die mit iranischen Geheimdiensten in Verbindung standen und Anschläge auf Regimegegner planten.

Das ideologische Rahmenwerk der Islamischen Republik intakt zu lassen würde daher dem Belassen eines bösartigen Tumors im Körper nach einer Operation gleichen: Die Symptome mögen vorübergehend abklingen, doch die zugrundeliegende Krankheit würde weiter wachsen, bis sie unweigerlich zurückkehrt.

Die strategische Lehre ist daher klar. Das venezolanische Modell hatte Erfolg, weil das Regime, dem es gegenüberstand, im Wesentlichen pragmatisch, korrupt und anpassungsfähig war. Das iranische Regime ist nichts davon. Die Islamische Republik wurde darauf ausgelegt, Führungskrisen, wirtschaftliche Not und äußeren Druck zu überstehen – gerade weil ihre Institutionen durch religiöse Ideologie und nicht durch bloße Patronage zusammengehalten werden. Jede Strategie, die sich nur auf die Beseitigung einzelner Führer konzentriert, während das ideologische Getriebe, das sie trägt, erhalten bleibt, wird letztlich scheitern.

Echte Stabilität im Iran wird die Demontage der ideologischen Infrastruktur des Regimes erfordern – der Revolutionsgarden, der Basidsch und des klerikalen Monopols über die politische Autorität. Eine solche Transformation kann nicht vollständig von außen aufgezwungen werden, doch sie kann aus der iranischen Gesellschaft selbst heraus entstehen.

Es ist jedoch naiv und selbstzerstörerisch, wenn sich die Regierung Trump vorstellt, dass unbewaffnete Zivilisten – ohne jede Unterstützung von außen – realistischerweise gegen schwer bewaffnete, entschlossene staatliche Sicherheitskräfte bestehen können. Der Wunsch mag verständlich sein, doch noch mehr Zivilisten als die bereits 40.000 Getöteten werden unweigerlich dasselbe Schicksal erleiden. Die Regierung Trump muss sie anleiten und unterstützen.

Von den Studentenprotesten von 1999 über die Grüne Bewegung von 2009 bis hin zu den landesweiten Demonstrationen nach dem Tod von Mahsa Amini im Jahr 2022 haben Millionen von Iraninnen und Iranern wiederholt ihren Wunsch nach einem politischen System gezeigt, das frei von theokratischer Herrschaft ist. Sollte die gewaltsame Unterdrückung durch die Revolutionsgarden und die Basidsch schließlich ein Ende finden, sollte die internationale Gemeinschaft darauf vorbereitet sein, Kräfte zu unterstützen, die in der Lage sind, eine neue politische Ordnung aufzubauen, die weder islamistisch noch kommunistisch ist. Alles andere würde es dem gleichen ideologischen Apparat ermöglichen, sich unter einem anderen Namen zu regenerieren – und sicherstellen, dass die Krise erneut ausbricht und wir im Wesentlichen dasselbe Regime, nur mit anderen Ayatollahs, in fünf oder zehn Jahren erneut bekämpfen.

Pierre Rehov, der einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Universität Paris-Assas besitzt, ist ein französischer Reporter, Romanautor und Dokumentarfilmer. Er ist Autor von sechs Romanen, darunter „Beyond Red Lines“, „The Third Testament“ und „Red Eden“, die aus dem Französischen ins Englische übersetzt wurden. Sein jüngstes Essay über die Folgen des Massakers vom 7. Oktober, „7 octobre – La riposte“, wurde in Frankreich zum Bestseller. Als Filmemacher hat er 17 Dokumentarfilme produziert und inszeniert, viele davon unter hohem persönlichem Risiko in Kriegsgebieten des Nahen Ostens, mit dem Schwerpunkt auf Terrorismus, Medienverzerrung und der Verfolgung von Christen. Sein jüngster Dokumentarfilm „Pogrom(s)“ beleuchtet den Kontext des alten Judenhasses innerhalb der islamischen Zivilisation als treibende Kraft hinter dem Massaker vom 7. Oktober.


Erstveröffentlichung bei Gatestone Institute. Reproduktion mit freundlicher Genehmigung.

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