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Rechnen Sie nach: Warum Europa es möglicherweise nicht schaffen wird

Drieu Godefridi, 14. Juli 2026, Gatestone Institute
aus dem Englischen von Martin Christen

Europa, wie wir es gekannt haben – jene Zivilisation, aus der Amerika hervorgegangen ist –, sieht zum jetzigen Zeitpunkt nicht so aus, als würde es diese Krise überstehen. Es weicht etwas anderem: einer Gesellschaft, die fragmentierter, ärmer, abhängiger vom Staat, weniger frei und weniger europäisch ist. (Bildquelle: Dušan Cvetanović, gemeinfrei, via Pexels)

Europa, wie wir es seit Jahrhunderten kennen – eine Zivilisation, die auf einer einheimischen Mehrheitsbevölkerung, einer gemeinsamen Kultur, industriellem Wohlstand und einer bestimmten Vorstellung von Freiheit und Eigentum gründet –, scheint dazu bestimmt zu sein, zu verschwinden.

Dies wird nicht in einer spektakulären Katastrophe geschehen, sondern durch eine langsame, unaufhaltsame Erosion. Sie wird durch strukturelle Trends unausweichlich gemacht, die mittlerweile zu mächtig sind, als dass sie in der verbleibenden Zeit noch umgekehrt werden könnten.

Selbst wenn in den kommenden Jahren in mehreren europäischen Ländern sogenannte „rechte“ Koalitionen an die Macht gelangen sollten, die noch nie regiert haben, kann dies das kollektive Schicksal Europas nicht mehr grundlegend ändern. Das Problem ist längst nicht mehr rein politischer Natur; es ist demografisch, energetisch, ökonomisch und institutionell. Diese vier Prozesse greifen ineinander und verstärken sich gegenseitig in einem düsteren, aber erschreckend effizienten Mechanismusses.

1. Der Kollaps der einheimischen Demografie

Im Jahr 2024 lag die Gesamtfruchtbarkeitsrate in der Europäischen Union – einschließlich Migranten – bei 1,34 Kindern pro Frau und damit weit unter der Bestandserhaltungsgrenze von 2,1.

In fast allen Ländern weisen die einheimischen Europäer sogar noch niedrigere Geburtenraten auf. Die ältere Bevölkerung wächst rasch, während die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter schrumpft und die Zahl der Rentner explodiert. Dies ist nicht bloß eine „Herausforderung“, die sich mit ein wenig mehr Einwanderung bewältigen ließe; das eigentliche Fundament einer Gesellschaft bricht zusammen. Weniger europäische Kinder bedeuten weniger zukünftige Steuerzahler, weniger Innovatoren, weniger Soldaten und weniger Eltern, die die nächste Generation großziehen. Es ist ein langsamer, multifaktorieller und unerbittlicher demografischer Selbstmord.

Nehmen wir das niederländische Beispiel. Hier haben wir ein Land, das im Namen des Naturschutzes das Bauen fast im gesamten Staatsgebiet verboten hat. Gleichzeitig hat die Niederlande die Schleusen für eine Masseneinwanderung aus der Dritten Welt geöffnet. Das Ergebnis ist, dass ein halb verfallener Bungalow für eine Million Euro verkauft wird. Diese Kosten machen Wohneigentum – und oft selbst angemessene Mietwohnungen – für die überwältigende Mehrheit der jungen einheimischen Niederländer schlicht unmöglich, obwohl dies eine Grundvoraussetzung für die Familiengründung ist. Man bekommt mit 30 Jahren keine Kinder, wenn man noch bei den Eltern oder in einem überteuerten Einzimmerappartement wohnt. Eine Studie des Interdisziplinären Demografischen Instituts der Niederlande führt bis zu ein Viertel des Geburtenrückgangs auf diese Wohnraumkrise zurück, die durch Masseneinwanderung und ökologische Baubeschränkungen noch verschärft wird.

2. Demografische Dritterweltisierung

Gleichzeitig „kompensiert“ die Masseneinwanderung aus Afrika, dem Nahen Osten und Südasien – wie die Linke gerne sagt – die niedrigen einheimischen Geburtenraten; allerdings nur teilweise. Im Jahr 2023 wanderten fast 6 Millionen Menschen in die EU ein, davon 4,9 Millionen aus Ländern der Dritten Welt.

Im Jahr 2025 lebten etwa 64 Millionen außerhalb der EU geborene Menschen in der Union, was etwa 14 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

Im Jahr 2024 stammten 15 % der Lebendgeburten in der EU von Müttern, die keine Staatsbürgerinnen eines EU-Landes waren. In Deutschland, Spanien, Portugal, Luxemburg und anderen Ländern liegt dieser Wert bei über 20 %.

Eine Assimilation der Einwanderer hat nicht stattgefunden. Im Gegenteil: In mehreren Ländern beobachten wir Phänomene der Segregation, parallele Identitätsansprüche (hauptsächlich islamistischer Natur, wenn auch nicht nur) sowie steigende kulturelle und sicherheitspolitische Spannungen. Europa gelingt es nicht nur nicht, sich zu „erneuern“: Es verändert sich, mutiert und verwandelt sich in etwas radikal Anderes, das langfristig weniger europäisch, weniger produktiv und weniger kohärent ist.

Die Zahl der Vergewaltigungen in Europa explodiert. Wo Kriminalstatistiken nach nationaler Herkunft verfügbar sind, zeigen sie alle eine massive Überrepräsentation bestimmter Populationen aus der Dritten Welt unter den Vergewaltigungstätern. Wer die Dritte Welt importiert, wird selbst zur Dritten Welt.

3. Eine irrsinnige Energiepolitik

Unter dem Einfluss grüner Ideologie und europäischer Politikverpflichtungen wie dem Green Deal und CO₂-Steuern hat Europa seine Energiemärkte freiwillig sabotiert. Das klarste Beispiel bleibt Deutschland mit seiner Energiewende: die Abschaltung von Kernkraftwerken, das Diktat von Solar- und Windenergie, die Explosion der Strompreise und eine beschleunigte Deindustrialisierung. Die Energiepreise werden in Europa daher strukturell höher bleiben als in Asien oder den meisten Teilen der USA. Man kann nicht ungestraft zwei parallele Stromerzeugungsnetze unterhalten und bezahlen: ein unstetiges, um den Ideologen zu gefallen, und ein reales, damit die Menschen zu Hause Licht und Wärme haben.

Die Schwerindustrie – Chemie, Stahl, Automobilbau, Glasherstellung – hat ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren. Unternehmen verlagern ihre Standorte oder schließen ganz. Diese Politik ist nicht nur teuer; sie ist grundlegend ideologisch und selbstzerstörerisch. Sie schwächt die produktive Basis, die das gesamte System finanziert. Die USA erfinden, China kopiert, Europa reglementiert: eine Binsenweisheit, aber erschreckend treffend. Leider hat diese Binsenweisheit ihren Preis: den relativen Niedergang der europäischen Wirtschaft in einer wachsenden Welt.

In Belgien beispielsweise ist Strom dreimal so teuer wie im US-Durchschnitt und Erdgas fünfmal so teuer. Es gibt keinen einzigen Industriezweig, der auf den Weltmärkten erfolgreich konkurrieren kann, während er einen solchen Klotz am Bein mit sich herumschleppt. Billige Energie ist die Voraussetzung für alles. In Europa haben wir das vergessen. Jetzt könnte es zu spät sein.

4. Der wirtschaftliche Zusammenbruch

Die Staatsverschuldung ist in mehreren großen Ländern, darunter Frankreich, bereits außer Kontrolle geraten. Die Kosten für staatliche Renten einer alternden Bevölkerung, die universelle Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen für Migranten explodieren und werden in den kommenden Jahrzehnten weiter explodieren. Berichte des IWF unterstreichen, dass der mit der Alterung verbundene Budgetdruck die öffentlichen Finanzen erheblich belasten wird.

Das Umlageverfahren der Rentenversicherung, das auf dem Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern basiert, wird mit dem Kollaps der einheimischen Demografie und der Last von Einwanderern, die staatliche Zahlungen und Leistungen beziehen, aber nicht zum Wirtschaftswachstum beitragen, mathematisch unhaltbar. Rechnen Sie nach. Regierungen stehen vor einer unmöglichen Wahl: Drastische Rentenkürzungen oder eine massive Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben, was einer verstärkten Enteignung privaten Eigentums gleichkommt. Dies ist die „Lösung“, die von sogenannten „Ökonomen“ im Stile eines Thomas Piketty verfochten wird – und sie ist in der Wirtschaftsgeschichte immer und überall das Präludium zum kollektiven Kollaps. Kapitalismus ohne Kapital ist eine jener Illusionen verquerer französischer Theorie.

5. Die EU als ultimative Blockade

Die Europäische Union ist kein gemeinsamer Markt; sie ist ein ungewähltes, untransparentes und nicht rechenschaftspflichtiges supranationales System, das die Politik für alle Mitgliedsstaaten festschreibt. Der „Binnenmarkt“ ist unvollständig, wackelig und von Ausnahmen durchsetzt. Ein belgischer Unternehmer, der sein Geschäft nach Frankreich ausweiten möchte, muss sich durch tausend rechtliche und administrative Schikanen kämpfen, die ihn davon abhalten sollen; genau das ist der eigentliche Grund für ihre Existenz: privaten Erfolg zu verhindern. In Wirklichkeit ist der europäische Markt nicht „gemeinsam“; gemeinsam sind nur die Millionen europäischen Regulierungen.

Die Vorschriften zu Migration, Asyl, Energie, Klima, Wettbewerb und staatlichen Beihilfen schränken den Handlungsspielraum der Mitgliedsstaaten massiv ein. Selbst eine nationale Regierung, die entschlossen ist, die Kontrolle über ihre Grenzen zurückzugewinnen, die Kernkraft wiederzubeleben oder die Sozialausgaben drastisch zu senken, wird an den Verträgen, den Richtlinien, dem Europäischen Gerichtshof und der Drohung finanzieller Sanktionen scheitern.

Die EU fungiert somit als permanenter Blockademechanismus gegen die radikalen Reformen, die so dringend benötigt werden.

Was „rechte“ Wahlsiege verändern werden – und was nicht

In den kommenden Jahren könnten wir Wahlsiege bei nationalen Wahlen von Parteien erleben, die eine härtere Haltung bei der Einwanderung einnehmen und der erzwungenen Energiewende skeptischer gegenüberstehen. In einigen Ländern sind diese Wahlsiege bereits im Gange. Doch was werden solche Parteien konsequent ausrichten können, wenn sie mit Millionen zusätzlicher Rentner konfrontiert sind, die aus einer schrumpfenden Beitragsbasis finanziert werden müssen? Oder mit bereits eingegangenen Schuldenverpflichtungen? Oder mit europäischen Regelungen, die viele Lösungen verbieten?

Die Antwort ist einfach: Sie werden wie alle anderen gezwungen sein, den wirtschaftlichen Druck auf diejenigen weiter zu erhöhen, die noch arbeiten und sparen – durch Einkommensteuern, Vermögensteuern, Erbschaftsteuern, sonstige Abgaben und eine schleichende Inflation. Betrachten Sie den Trend bei Kapitalerträgen: Zuerst wird die Börsentransaktion besteuert. Dann die realisierten Gewinne. In den Niederlanden werden sogar unrealisierte Gewinne besteuert – also Gewinne, die gar nicht existieren und am Ende als Verluste enden könnten. Am Ende bleibt nur ein Steuerzahler übrig, der, um zu retten, was noch zu retten ist, das Land verlässt. Er entdeckt dann die Freuden der Wegzugsteuer, die ihn ziehen lässt, aber erst, nachdem sie sich einen großen Happen seines Eigentums gesichert hat.

Diese neuen „rechten“ Parteien könnten hoffentlich auch das Entbürokratisieren beschleunigen, unnötige Regulierungen abschaffen, Steuern senken und Anreize für Wirtschaftswachstum schaffen.

Bis dahin läuft all dies auf eine Form der schleichenden Enteignung privaten Eigentums hinaus – die einzige Stellschraube, die übrig bleibt, wenn man sich weigert, die Tabus rund um Demografie, Einwanderung und Energie anzutasten.

Das klassische römische Beispiel

Die klassische römische Zivilisation ging nicht in einer spektakulären Katastrophe unter: Sie löste sich langsam und unsichtbar durch Erschöpfung auf. Ab dem zweiten Jahrhundert erlebten die einheimischen Römer einen Kollaps ihrer Geburtenrate – späte Heiraten, Abtreibungen, Kindstötungen und Zölibat unter den Eliten –, trotz der verzweifelten geburtenfördernden Gesetze von Augustus und seinen Nachfolgern.

Während sich das demografische Herzstück leerte, öffnete das Römische Reich seine Tore für fremde Völker – zunächst als Verbündete, Siedler und Soldaten eingeladen, später als ganze Stämme mit eigenen Anführern und Gesetzen angesiedelt. Die Assimilation, die anfangs teilweise gelang, scheiterte letztlich; die Neuankömmlinge bewahrten ihre Identität und fragmentierten das kulturelle und ethnische Gefüge des weströmischen Reiches unwiderruflich.

Gleichzeitig geriet die Produktionsmaschinerie ins Stocken: relative „Deindustrialisierung“, massive Entwaldung, steigende Energiekosten, verödende Villen und ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit an die Peripherie. Um Renten, das Heer und die Getreideverteilung zu finanzieren, wählte Rom den klassischen Weg niedergängiger Reiche: erdrückende Steuern, Münzverschlechterung, Requisitionen und Knechtschaftsgesetze, die den Menschen an die Scholle banden.

So wurde das weströmische Reich – abgesehen von wenigen symbolischen Episoden wie im Jahr 476 – ohne eine einzige große, entscheidende Schlacht nicht erobert: Es mutierte langsam von innen heraus zu einem Mosaik aus romanisch-barbarischen Königreichen. Die klassische Zivilisation starb und wurde durch etwas anderes ersetzt. Das Frühmittelalter war nicht die Fortsetzung Roms, sondern sein Nachfolger auf den Trümmern. Das Feudalwesen hatte nichts Römisches an sich, außer dem Schutt, auf dem es entstand.

Europa, wie wir es gekannt haben – jene Zivilisation, aus der Amerika hervorgegangen ist –, sieht zum jetzigen Zeitpunkt nicht so aus, als würde es diese Krise überstehen. Es weicht etwas anderem: einer Gesellschaft, die fragmentierter, ärmer, abhängiger vom Staat, weniger frei und weniger europäisch ist. Die umliegenden Großmächte werden der Versuchung dann nicht widerstehen können, sich ihren Teil der Beute zu holen: der Maghreb, der bereits eine virtuelle Armee auf europäischem Boden hat; die imperialistische islamistische Türkei; Russland, seit tausend Jahren ein Imperium; und schließlich die Vereinigten Staaten, die es nicht zulassen können, dass die Nuklearwaffen Frankreichs und Großbritanniens in die Hände islamistischer Herrscher gelangen. Michel Houellebecqs Albtraum – ein islamistischer Präsident in Frankreich – wird höchstwahrscheinlich Wirklichkeit werden; es ist nur eine Frage der Zeit.

Dies ist weniger eine Vorhersage als eine Beobachtung. Die Trends sind da, dokumentiert, und die institutionellen Blockademechanismen sind installiert. Der Rest ist bloßes politisches Theater.

Das Europa des 21. Jahrhunderts ähnelt immer mehr dem, was Belgien im 19. Jahrhundert war: dem Schlachtfeld der es umgebenden Mächte.

Drieu Godefridi ist Jurist (Universität Saint-Louis, Universität Löwen), Philosoph (Universität Saint-Louis, Universität Löwen) und promovierte in Rechtstheorie (Paris IV-Sorbonne). Er ist Unternehmer, CEO einer europäischen privaten Bildungsgruppe und Direktor der PAN Medias Group. Er ist der Autor von The Green Reich (2020).


Erstveröffentlichung bei Gatestone Institute. Reproduktion mit freundlicher Genehmigung.

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