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Ein Jahr­hun­dert pa­läs­ti­nen­si­scher Hass auf Juden

Das Ver­wan­deln der Feind­se­lig­keit des ers­ten Muf­tis zu An­stand ist der ein­zi­ge Weg nach vorn.

Da­ni­el Pipes, 26. Ok­to­ber 2015

Pa­läs­ti­nen­ser sind auf dem fal­schen Weg und nichts wird sie da­von ab­brin­gen, bis die Aus­sen­welt bes­se­res von ih­nen fordert.

Die Nach­richt kommt al­le Jah­re oder zwei, von ei­ner Kam­pa­gne der Ge­walt, an­ge­spornt von pa­läs­ti­nen­si­schen po­li­ti­schen und re­li­giö­sen Füh­rern, die wil­de Ver­schwö­rungs­theo­ri­en ver­brei­ten, (ih­re liebs­te: Die al-​Aqsa-​Moschee in Je­ru­sa­lem ist in Ge­fahr). Ein Krampf der grund­lo­sen Ge­walt ge­gen Is­rae­lis folgt dann: Ra­ke­ten­an­grif­fe aus dem Ga­za­strei­fen, Auto-​ramm-​Manöver in Is­ra­el selbst, Stein­wür­fe in der West­bank, Mes­ser­ste­che­rei­en in den Stras­sen Je­ru­sa­lems. Letzt­end­lich ver­läuft sich der An­fall im Lee­ren, nur um nicht viel spä­ter er­neut aufzuflammen.

Es stimmt, die­se An­fäl­le von Ge­walt brin­gen den Pa­läs­ti­nen­sern ei­ni­ges an Ge­winn; in den Ver­ein­ten Na­tio­nen, in den Fa­kul­tä­ten und auf den Stras­sen von west­li­chen Städ­ten ge­win­nen sie Un­ter­stüt­zung ge­gen Is­ra­el. Je­de Run­de en­det je­doch da­mit, dass die Pa­läs­ti­nen­ser an ei­nem schlech­te­ren Ort ste­hen in Be­zug auf die To­ten und Ver­wun­de­ten, zer­stör­ten Ge­bäu­de und ei­ner Wirt­schaft in Trümmern.

Fer­ner ver­här­ten ih­re un­mo­ra­li­schen und bar­ba­ri­schen Ak­tio­nen die is­rae­li­sche Mei­nung, was die Aus­sicht auf Kon­zes­sio­nen und Kom­pro­mis­se viel we­ni­ger wahr­schein­lich macht. Die ge­räu­mi­gen is­rae­li­schen Hoff­nun­gen vor zwei Jahr­zehn­ten für ei­nen „Part­ner für den Frie­den” und ei­nem „neu­en Na­hen Os­ten”, vor lan­ger Zeit, sind ei­ner Ver­zweif­lung ge­wi­chen, ei­ne Ak­zep­tanz zu fin­den. Da­durch wach­sen Si­cher­heits­zäu­ne ganz hin­auf, auch in Je­ru­sa­lem, zum Schutz der Is­rae­lis, die im­mer mehr glau­ben, dass Tren­nung, nicht Zu­sam­men­ar­beit, der rich­ti­ge Weg ist.

Es mag be­rau­schend sein für die Pa­läs­ti­nen­ser, zu­zu­schau­en, wie die UNESCO Is­ra­el für dies und das ver­ur­teilt, wie sie es ge­ra­de ge­tan hat, aber ih­re Ak­tio­nen die­nen mehr als Thea­ter, als für prak­ti­sche Schrit­te zur Konfliktlösung.

Wo­her kommt die­ses Be­har­ren auf selbst­zer­stö­re­ri­scher Taktik?

Es da­tiert fast ein Jahr­hun­dert zu­rück, zu den be­fruch­ten­den Jah­ren 1920 – 1921. Im April 1920 kre­ierte die bri­ti­sche Re­gie­rung ei­ne Re­gi­on na­mens „Pa­läs­ti­na”, als ei­ne Ges­te an die Zio­nis­ten, die letzt­lich zur „na­tio­na­len Heim­stät­te für das jü­di­sche Volk” wer­den soll­te. Dann, im Mai 1921, er­nann­te sie Amin al-​Husseini (1895−1974 ) zum Muf­ti von Je­ru­sa­lem, ei­ne schreck­li­che Ent­schei­dung, de­ren Fol­gen bis heu­te nachwirken.

Huss­ei­ni heg­te ei­ne mons­trö­se Feind­se­lig­keit ge­gen­über Ju­den; wie Klaus Gen­si­cke in der wich­ti­gen Stu­die von 2007, „Der Muf­ti von Je­ru­sa­lem und die Na­zis”, dar­leg­te: Huss­ei­nis „Hass auf Ju­den kann­te kei­ne Gna­de, und er griff im­mer mit be­son­de­rem Ei­fer ein, wenn er be­fürch­te­te, dass ei­ni­ge der Ju­den der Ver­nich­tung ent­ge­hen könn­ten.” Zu die­sem Zweck in­iti­ier­te er ei­ne kom­pro­miss­lo­se Kam­pa­gne der Ver­wei­ge­rung – in der Ab­sicht, je­de Spur der jü­di­schen Prä­senz in Pa­läs­ti­na zu be­sei­ti­gen – und be­nutz­te sämt­li­che Tak­ti­ken für die­ses elen­de Ziel.

Bei­spiels­wei­se kann er weit­ge­hend als ver­ant­wort­lich be­trach­tet wer­den für den im Na­hen Os­ten en­de­mi­schen An­ti­se­mi­tis­mus, nach­dem er die an­ti­se­mi­ti­sche Fäl­schung der „Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zi­on” ver­brei­te­te, Ver­leum­dun­gen so­wie die Leug­nung des Ho­lo­caust in der ge­sam­ten Re­gi­on. Zu sei­nen an­de­ren Hin­ter­las­sen­schaf­ten ge­hört es, Je­ru­sa­lem in den Flamm­punkt zu ver­wan­deln, der es bis heu­te bleibt, und vie­le der bis heu­te ver­brei­te­ten an­ti­zio­nis­ti­schen Ver­schwö­rungs­theo­ri­en, die den Na­hen Os­ten pla­gen, und ei­ner der ers­ten Is­la­mis­ten zu sein, der zum Ji­had aufrief.

Er er­mu­tig­te und or­ga­ni­sier­te un­pro­vo­zier­te Ge­walt ge­gen die Bri­ten und die Ju­den, ein­schliess­lich ei­ner drei­jäh­ri­gen In­ti­fa­da 1936 – 1939. Dann ar­bei­te­te er mit den Na­zis, leb­te in Deutsch­land wäh­rend der Kriegs­jah­re 1941 – 1945, er­wies sich als so nütz­lich, dass er sich ei­ne Au­di­enz bei Hit­ler ver­dien­te. Noch war dies ein Höf­lich­keits­be­such; wie Is­ra­els Mi­nis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu zu Recht dar­auf hin­wies am 20. Ok­to­ber, hat­te Huss­ei­ni ei­ne zen­tra­le Rol­le ge­spielt bei der For­mu­lie­rung der End­lö­sung, die schliess­lich zur Er­mor­dung von 6 Mil­lio­nen Ju­den führte.

Huss­ei­ni un­ter­rich­te­te sei­nen jun­gen Ver­wand­ten, der zu­künf­ti­ge Jas­sir Ara­fat und Ara­fat führ­te treu das Pro­gramm des Muf­tis wei­ter, 35 Jah­re lang, und an­schlies­send hält sein Ap­pa­rat­schik Mahmoud Ab­bas das Er­be le­ben­dig. Mit an­de­ren Wor­ten, Huss­ei­nis Ver­wei­ge­rungs­hal­tung do­mi­niert im­mer noch die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de. Aus­ser­dem ver­brach­te er die Nach­kriegs­jah­re in Ägyp­ten, wo er die Mus­lim­bru­der­schaft be­ein­fluss­te, de­ren Ha­mas Spin-​off auch sein Mar­ken­zei­chen an Ver­wei­ge­rungs­hal­tung vor sich her­trägt. Und so ver­fol­gen die bei­den wich­tigs­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Be­we­gun­gen sei­ne mör­de­ri­schen und selbst­zer­stö­re­ri­schen Methoden.

Nur wenn die Pa­läs­ti­nen­ser sich aus der Wol­ke von Huss­ei­nis dunk­lem Er­be lö­sen, kön­nen sie an­fan­gen, mit Is­ra­el zu­sam­men zu ar­bei­ten, an­statt es zu be­kämp­fen; ih­re ei­ge­nen Ge­mein­we­sen, Ge­sell­schaft, Wirt­schaft und Kul­tur auf­zu­bau­en, an­statt zu ver­su­chen, Is­ra­el zu zer­stö­ren; und zu ei­nem po­si­ti­ven Ein­fluss zu wer­den, an­statt der ni­hi­lis­ti­schen Kraft von heute.

Und wie wird das ge­sche­hen? Wenn die Aus­sen­welt, wie von der UNESCO sym­bo­li­siert, auf­hört da­mit, das ab­scheu­li­che Ver­hal­ten der Pa­läs­ti­nen­ser zu för­dern und die is­rae­li­sche Ver­tei­di­gung da­ge­gen zu be­hin­dern. Nur wenn die Pa­läs­ti­nen­ser er­ken­nen, dass sie nicht für mör­de­ri­sches Ver­hal­ten be­lohnt wer­den, wer­den sie ih­re Kam­pa­gne der Ge­walt stop­pen und an­fan­gen, sich mit dem jü­di­schen Staat abzufinden.

Da­ni­el Pipes (danielpipes.org) ist Prä­si­dent des Nahostforums.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Da­ni­el): – Ein Jahr­hun­dert pa­läs­ti­nen­si­scher Hass auf Ju­den – Ba­rack Oba­mas un­hei­li­ge Al­li­anz: Ei­ne Ro­man­ze mit dem Is­la­mis­mus – Das Thea­ter der […]

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