«

»

1967 | Nas­sers an­ti­se­mi­ti­scher Krieg ge­gen Is­ra­el

Mat­thi­as Kunt­zel, Früh­ling 2017, fathomjournal.org

Ägyp­tens Prä­si­dent Ga­mal Ab­del Nas­ser spricht in Man­sou­ra, Ägyp­ten, zu ei­ner Men­ge. Fo­to von https://www.goodfreephotos.com.


Mat­thi­as Kunt­zel

Mat­thi­as Kunt­zel ist Au­tor des preis­ge­krön­ten Bu­ches Ji­had and Jew-​Hatred: Is­la­mism, Na­zism and the Roots of 911. In die­sem Auf­satz über in­tel­lek­tu­el­le Ge­schich­te ar­gu­men­tiert er, dass die Haupt­ur­sa­che für die Ent­schei­dung von Nas­ser, Is­ra­el im Jah­re 1967 zu zer­stö­ren zu dro­hen, und die an­schlie­ßen­de Be­geis­te­rung sei­ner An­hän­ger ein ‚an­ti­se­mi­ti­scher Im­puls war, von der Nazi-​Periode in die Nach­kriegs­zeit über­nom­men und dann an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben.’ Es war nicht Is­ra­el oder Zio­nis­mus, die den Krieg von 1967 pro­vo­zier­ten, son­dern „der la­ten­ten Anti-​Zionismus und An­ti­se­mi­tis­mus in der ara­bi­schen Welt” so­wie die Tat­sa­che, dass „Nas­ser von den sel­ben zer­stö­re­ri­schen Ge­füh­len er­grif­fen war, die er in den Mas­sen hoch­peitsch­te.”


EINFÜHRUNG: DER NICHT-​BEGANGENE WEG

„Es ist Zeit, mit der Dem­ago­gie auf­zu­hö­ren; Der Krieg mit Is­ra­el ist un­mög­lich!” Dies war die Bot­schaft des tu­ne­si­schen Prä­si­den­ten Ha­bib Bour­gui­ba an die ara­bi­sche Welt im März 1965. Die pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber, dach­te er, soll­ten ei­nen mo­de­ra­ten und fle­xi­blen An­satz ver­fol­gen, ein­schließ­lich der An­er­ken­nung des jü­di­schen Staa­tes zu den Be­din­gun­gen der Tei­lungs­re­so­lul­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen. Ara­ber und Is­rae­lis ‚wä­ren in der La­ge, nach der Los­lö­sung vom Hass in Har­mo­nie mit­ein­an­der zu le­ben’, ar­gu­men­tier­te Bour­gui­ba. ‚Die pa­läs­ti­nen­si­sche An­ge­le­gen­heit for­dert ei­ne fried­li­che Lö­sung, in der es we­der Sie­ger noch Op­fer gibt.’ [1]

Bour­gui­ba war kein Freund des jü­di­schen Staa­tes. Tat­säch­lich be­trach­te­te er Is­ra­el als ei­ne im­pe­ria­lis­ti­sche Macht und er­mu­tig­te die pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber, ins is­rae­li­sche Ter­ri­to­ri­um zu­rück­zu­keh­ren, um ih­ren Gue­ril­la­krieg von in­nen zu füh­ren. ‚Der Plan, den ich be­für­wor­te­te’, er­klär­te Bour­gui­ba, ‚ziel­te dar­auf ab, Is­ra­el in ei­ne schwie­ri­ge La­ge zu ver­set­zen, die Spies­se um­zu­dre­hen und die Un­ter­stüt­zung der in­ter­na­tio­na­len Mei­nung für un­se­re Sa­che zu be­kom­men.” [2] Im April 1965 bot er sich den­noch als Ver­mitt­ler in Ver­hand­lun­gen zwi­schen Is­ra­el und den pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­gen an und deu­te­te an, dass Ägyp­tens Prä­si­dent Ga­mal Ab­del Nas­ser viel­leicht als zwei­ter Ver­mitt­ler in die­se Ge­sprä­chen ein­tre­ten könn­te. [3]

Nas­sers Re­ak­ti­on war je­doch äus­serst ab­leh­nend. In sei­ner Re­de des Ta­ges im Mai 1965 be­haup­te­te er, dass ‚Bour­gui­ba in sei­nen Er­klä­run­gen die glei­chen Po­si­tio­nen wie Is­ra­el und die im­pe­ria­lis­ti­schen Län­der, die Is­ra­el auf­bau­en’ über­neh­me, wäh­rend die ägyp­ti­sche Zei­tung Al Ahram, an­geb­lich Nas­sers Sprach­rohr, nicht nur Bour­gui­bas Vor­schlä­ge rund­her­aus von der Hand wies, son­dern auch noch be­haup­te­te, dass der tat­säch­li­che Au­tor der Vor­schlä­ge nicht Prä­si­dent Bour­gui­ba war, son­dern ‚ei­ne west­li­che im­pe­ria­lis­ti­sche Quel­le’ (al­so Wa­shing­ton).’ [4]

Im Jahr 1965 war Nas­ser der ein­zi­ge ara­bi­sche Füh­rer, der Bour­gui­bas An­satz hät­te He­bel­wir­kung ver­lei­hen kön­nen. Im April 1955 war er als Spre­cher der block­frei­en Län­der ne­ben Ja­wa­harl­al Neh­ru und Jo­sip Broz Ti­to in Er­schei­nung ge­tre­ten. Im Sep­tem­ber 1955 leis­te­te er Wi­der­stand ge­gen den Wes­ten, in­dem er Waf­fen­ge­schäf­te mit der Tsche­cho­slo­wa­kei und der So­wjet­uni­on ab­schloss. 1956 ver­staat­lich­te er den Su­ez­ka­nal und si­cher­te die bri­ti­sche Eva­ku­ie­rung der Ka­nal­zo­ne. Seit­dem ‚ver­ehr­ten ihn Mil­lio­nen von Ara­bern mit re­li­giö­ser Ehr­furcht, und die glo­ba­len Füh­rer ho­fier­ten ihn als Spre­cher des Dritte-​Welt-​Nationalismus.’ [5] Nas­ser war au­ßer­dem ein cha­ris­ma­ti­scher Red­ner. Wenn je­mand in der La­ge wä­re, die Mei­nun­gen der Mas­sen über den Nahost-​Konflikt zu be­ein­flus­sen, dann war er es.

Tu­ne­si­ens Prä­si­dent Bour­gui­ba war eben­falls ein Füh­rer mit in­ter­na­tio­na­ler Sta­tur. Noch im Fe­bru­ar 1965 wur­de er nicht nur in Saudi-​Arabien und Jor­da­ni­en mit gro­ßer Freu­de emp­fan­gen, son­dern auch in Kai­ro, wo er in ei­nem of­fe­nen Au­to durch die Stra­ßen ge­fah­ren wur­de und die Ge­le­gen­heit er­hielt, ei­ne Re­de vor dem ägyp­ti­schen Par­la­ment zu hal­ten. [6] Wenn Nas­ser und Bour­gui­ba im Som­mer 1965 zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hät­ten, hät­ten sie die Hal­tung der Ara­ber ge­gen­über dem Nah­ost­kon­flikt ver­än­dern kön­nen. Nas­ser aber lehn­te den Kurs sei­nes Kol­le­gen ab – er woll­te Is­ra­el nicht ak­zep­tie­ren, son­dern zer­stö­ren. War­um? Und war­um hat er den ver­häng­nis­vol­len Sechs­ta­ge­krieg ei­ni­ge Mo­na­te spä­ter pro­vo­ziert?

In die­ser Ar­beit wer­de ich (1) den Weg zum Krieg und (2) die Rol­le der So­wjet­uni­on im Som­mer 1967 in Er­in­ne­rung ru­fen, be­vor ich (3) die an­ti­se­mi­ti­schen Be­we­gun­gen und Ideo­lo­gi­en un­ter­su­che, die Nas­sers An­sich­ten präg­ten: Die Young Egypt So­cie­ty und die Muslim-​Bruderschaft. Schließ­lich kon­zen­trie­re ich mich auf (4) den ra­di­ka­len Anti-​Zionismus der „ara­bi­schen Stra­ße” als Fak­tor, der Nas­sers Hand­lun­gen prägt.

 

TEIL 1: DER WEG ZUM KRIEG

Am 13. Mai be­gan­nen die vor­be­rei­ten­den Er­eig­nis­se, die am En­de zum Krieg führ­ten. An die­sem Tag über­mit­tel­te die So­wjet­uni­on der ägyp­ti­schen Re­gie­rung ei­ne War­nung, dass Is­ra­el 10 bis 12 Bri­ga­den an der sy­ri­schen Gren­ze mas­sie­re und im Be­griff sei, an­zu­grei­fen. [7]

Am 14. Mai ant­wor­te­te Nas­ser, in­dem er ägyp­ti­sche Trup­pen mo­bi­li­sier­te und sie in den Si­nai schick­te, um die an­ge­nom­me­ne is­rae­li­sche Ag­gres­si­on ge­gen Sy­ri­en ab­zu­schre­cken. [8] Am sel­ben Tag schick­te er sei­nen Stabs­chef, Ge­ne­ral Mo­ham­mad Faw­zi, nach Da­mas­kus, um die Ko­or­di­na­ti­on mit den Sy­rern zu über­neh­men. Hier je­doch ent­stand ein Mys­te­ri­um: Faw­zi be­rich­te­te Nas­ser, ‚hier ist nichts. Kein Trup­pen­auf­marsch. Nichts.’ [9]

Am 15. Mai be­stä­tig­te Ge­ne­ral Odd Bull, der Chef des Sta­bes der UNO Waf­fen­still­stands­über­wa­chungs­or­ga­ni­za­ti­on (UNTSO), de­ren Be­ob­ach­ter täg­lich das Grenz­ge­biet be­such­ten, dem UNO-​Hauptquartier, dass er ‚kei­ne Be­rich­te über ei­nen „mi­li­tä­ri­schen” Auf­bau ha­be’. [10] Die Es­ka­la­ti­on ging trotz­dem wei­ter.

Am 16. Mai be­an­trag­te Nas­ser den Rück­zug der UNO-​Notfalltruppe (UNEF) vom Si­nai. Die­se Trup­pe, die sich aus 3.400 UNO-​Soldaten aus ver­schie­de­nen Na­tio­nen zu­sam­men­setz­te, wur­de 1956 nach dem Sinai-​Krieg ge­schaf­fen, um Krieg ab­zu­schre­cken und ei­nen frei­en Durch­gang durch die Stra­ße von Ti­ran zu ge­währ­leis­ten.

Am 19. Mai zog sich die UNEF zu­rück, wäh­rend die Zahl der ägyp­ti­schen Trup­pen im Si­nai von 35.000 auf 80.000 er­höht wur­de. [11] Wäh­rend so­wje­ti­sche Zei­tun­gen wie Trud und Is­westi­ja wie­der­hol­ten, dass „gro­ße is­rae­li­sche Ar­mee­for­ma­tio­nen an den Gren­zen zu Sy­ri­en ste­hen”, [12] in­for­mier­te der UNO-​Generalsekretär U Thant am sel­ben Tag den UNO-​Sicherheitsrat, dass Be­rich­te von UNO-​Beobachtern ‚die Ab­we­sen­heit von Trup­pen­kon­zen­tra­tio­nen und si­gni­fi­kan­ten Trup­pen­be­we­gun­gen auf bei­den Sei­ten der [syrisch-​israelischen] Grenz­li­nie be­stä­tig­ten.’ [13]

Am 20. Mai er­klär­te Ägyp­tens Mi­nis­te­ri­um für re­li­giö­se An­ge­le­gen­hei­ten ei­nen Zu­stand des hei­li­gen Krie­ges, um Pa­läs­ti­na zu be­frei­en, wäh­rend in Da­mas­kus Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ha­fez al-​Assad sag­te, es sei ‚Zeit … die In­itia­ti­ve zu er­grei­fen, um die zio­nis­ti­sche Prä­senz in der ara­bi­schen Hei­mat zu zer­stö­ren.’ [14]

Am 22. Mai er­klär­te Nas­ser die Schlie­ßung der Meer­enge von Ti­ran für is­rae­li­sche Schif­fe und La­dun­gen – ein Schritt, der das seit 1956 be­stehen­de Macht­gleich­ge­wicht ver­än­der­te und als Ca­sus bel­li be­trach­tet wur­de.

Am 25. Mai ver­kün­de­te Nas­ser in ei­ner Re­de in Ägyp­tens Luftwaffen-​Hauptquartier: „Die Ju­den dro­hen mit Krieg. Wir sa­gen ih­nen, dass Sie will­kom­men sind, wir sind be­reit für den Krieg.” [15]

Am 26. Mai er­klär­te Nas­ser in sei­ner Re­de an ara­bi­sche Ge­werk­schaf­ter: ‚Wir füh­len uns stark ge­nug, dass wir, wenn wir ge­gen Is­ra­el in die Schlacht zie­hen, dass wir mit Got­tes Hil­fe tri­um­phie­ren kön­nen. Auf die­ser Ba­sis ha­ben wir uns ent­schlos­sen, kon­kre­te Schrit­te zu un­ter­neh­men. … Die Schlacht wird all­ge­mein sein und un­ser grund­le­gen­des Ziel wird es sein, Is­ra­el zu zer­stö­ren.’ [16]

Am 29. Mai er­klär­te Nas­ser in sei­ner Re­de an die Mit­glie­der der Na­tio­nal­ver­samm­lung: ‚Die Fra­ge, die jetzt auf der Hand liegt, ist nicht der Golf von Aqa­ba, die Meer­enge von Ti­ran oder der Rück­zug der UNEF, son­dern die Rech­te des pa­läs­ti­nen­si­schen Vol­kes. … Wir wer­den tri­um­phie­ren, so Gott will … Wir sind jetzt be­reit, Is­ra­el zu kon­fron­tie­ren. … Wir sind jetzt be­reit, mit der gan­zen pa­läs­ti­nen­si­schen Fra­ge um­zu­ge­hen.’ [17] An die­sem Tag lud der is­rae­li­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent den so­wje­ti­schen Bot­schaf­ter Chu­vak­hin ein, die sy­ri­sche Gren­ze zu be­su­chen, um sich selbst zu über­zeu­gen, dass dort kei­ne Trup­pen kon­zen­triert sei­en. Der so­wje­ti­sche Bot­schaf­ter lehn­te ab. [18]

Am 1. Ju­ni wur­de in Is­ra­el ei­ne neue Re­gie­rung der na­tio­na­len Ein­heit ge­bil­det mit Mos­he Da­y­an als Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. Hier herrsch­te nack­te Angst. ‚Je­der, der Kairo-​TV sieht, muss sich in den letz­ten Wo­chen nass ma­chen vor Angst’, schrieb ei­ne Frau aus Tel Aviv. ‚Wenn Nas­ser ge­winnt, sind wir al­le um­sonst ge­bo­ren’, sag­te ei­ne Mit­tei­lung an mo­bi­li­sier­te Re­ser­vis­ten, wäh­rend Ha’aretz ei­nen Ar­ti­kel mit dem Ti­tel ‚Die Ge­fahr von Hitlers-​Rückkehr’ ver­öf­fent­lich­te. [19]

Am 2. Ju­ni rief der PLO-​Chef Ah­med Shu­qei­ri sei­ne An­hän­ger in der Haram-​El-​Sharif-​Moschee in Je­ru­sa­lem da­zu auf, ei­nen „hei­li­gen Krieg” ge­gen Is­ra­el zu füh­ren. In ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in Am­man sag­te Shu­qei­ri, dass nur we­ni­ge Ju­den die­sen zu er­war­ten­den Krieg über­le­ben wür­den. [20]

Am 5. Ju­ni star­te­te Is­ra­el sei­ne Prä­ven­tiv­schlä­ge ge­gen die ägyp­ti­sche Luft­waf­fe um 7.45 Uhr – der Rest ist Ge­schich­te.

Die­se Zeit­leis­te zeigt, dass ei­ne fa­bri­zier­te Sto­ry als Vor­wand für die be­droh­li­chen Schrit­te ge­gen Is­ra­el dien­te. In ra­scher Fol­ge goss Nas­ser sei­ne Trup­pen in den Si­nai, ver­trieb die UNEF und schloss die Meer­enge von Ti­ran. Es gab kei­ne Auf­zeich­nun­gen über den ägyp­ti­schen Füh­rer, dass er ir­gend­wel­che Vor­be­hal­te ge­gen­über die­ser schnel­len Es­ka­la­ti­on hat­te. Die ara­bi­schen Ar­me­en an den Gren­zen Is­ra­els, er­mu­tigt von ei­ner an­ti­zio­nis­ti­schen Ra­se­rei, die durch die ara­bi­sche Welt feg­te, wa­ren wil­lens, dem jü­di­schen Staat ei­nen exis­ten­zi­el­len Scha­den zu­zu­fü­gen. Doch Nas­ser konn­te nicht als ers­ter an­grei­fen. Ruß­land hat­te ihn im­mer wie­der da­vor ge­warnt, den ers­ten Schuss ab­zu­feu­ern.

Ägyp­tens Kriegs­stra­te­gie wur­de am 26. Mai von Hassan­ein Hay­kal, ei­nem der engs­ten Ver­trau­ten von Nas­ser, ent­hüllt: ‚Is­ra­el kann ge­gen­über den Ge­scheh­nis­sen nicht gleich­gül­tig blei­ben. … Das heißt … der nächs­te Schritt liegt an Is­ra­el. Is­ra­el muss jetzt re­agie­ren. Es muss ei­nen Erst­schlag füh­ren. Wir müs­sen be­reit sein, um sei­ne Wir­kung so weit wie mög­lich zu mi­ni­mie­ren. Dann wird es an uns sein, den zwei­ten Schlag aus­zu­tei­len, den wir mit größt­mög­li­cher Wirk­sam­keit ab­lie­fern wer­den. … Las­sen Sie Is­ra­el be­gin­nen. Las­sen Sie un­se­ren zwei­ten Schlag dann be­reit sein. Lass Sie es ei­nen KO-​Schlag sein.’ [21]

TEIL 2: DIE SOWJETISCHE ROLLE

Aus ei­ner Rei­he von Grün­den muss die so­wje­ti­sche Füh­rung zum Teil ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den für den Krieg von 1967.

Ers­tens hat­te sie seit 1955 den ara­bi­schen Staa­ten gro­ße Men­gen an Waf­fen ge­lie­fert, dar­un­ter mo­der­ne Kampf­flug­zeu­ge, U-​Boote und Pan­zer. Der gröss­te Teil die­ser Rüs­tungs­gü­ter wur­de nach der Kairo-​Gipfel-​Konferenz der ara­bi­schen Füh­rer im Ja­nu­ar 1964 ge­lie­fert, wo ein Pro­gramm zur Be­kämp­fung von Is­ra­el ver­ein­bart wor­den war.

Zwei­tens war es die so­wje­ti­sche Re­gie­rung, die das Ge­rücht über ei­ne is­rae­li­sche Trup­pen­kon­zen­tra­ti­on an der sy­ri­schen Gren­ze ver­brei­te­te – ein Ge­rücht, das die nach­fol­gen­de Ket­te von Er­eig­nis­sen aus­lös­te. Im Jahr 1968 nann­te Shams al-​Badran, Ägyp­tens Kriegs­mi­nis­ter wäh­rend der Kri­se, die­se Ge­rüch­te ‚Hal­lu­zi­na­tio­nen’. [22] Im Jahr 1992, 25 Jah­re spä­ter, ga­ben so­gar die meis­ten Be­am­ten und Ge­lehr­ten in Mos­kau zu, dass die­se Be­rich­te nicht wahr ge­we­sen wa­ren. [23]

Drit­tens trug die so­wje­ti­sche Pro­pa­gan­da zur po­li­ti­schen At­mo­sphä­re bei, die den Krieg pro­du­zier­te. Mos­kau hat im­mer wie­der ‚die von der Re­gie­rung Is­ra­els ver­tre­te­ne pro­im­pe­ria­lis­ti­sche Po­li­tik’ an­ge­grif­fen und be­haup­tet, dass ‚hin­ter all den is­rae­li­schen Ak­tio­nen die im­pe­ria­lis­ti­schen Krei­se der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ste­hen’. [24]

Die so­wje­ti­sche Füh­rung war da­ge­gen nicht für die Zer­stö­rung Is­ra­els. Statt­des­sen such­te sie die ‚Um­set­zung der [ur­sprüng­li­chen] Tei­lungs­plan­gren­zen vom No­vem­ber 1947 her­bei­zu­füh­ren, von de­nen sich die So­wjets an­schei­nend ein schwa­ches Is­ra­el ver­spra­chen … das sich schließ­lich fü­gen wür­de.’ [25] So wur­de Mos­kau von Kai­ros For­de­rung nach ei­nem Rück­zug der UNEF-​Truppen über­rascht, und noch mehr über­rascht von der Schlie­ßung der Meer­enge von Ti­ran. [26] Nach dem letz­te­ren Schritt wur­den die So­wjets zu­neh­mend be­sorgt, dass der Krieg aus­bre­chen könn­te. Sie än­der­ten nun ih­re Tak­tik und ver­such­ten, Span­nun­gen ab­zu­bau­en. [27]

Die So­wjets hat­ten ein ge­fähr­li­ches Spiel ge­spielt, das nach hin­ten los­ging. Wäh­rend sie, viel­leicht ent­schei­dend, zur po­li­ti­schen At­mo­sphä­re bei­ge­tra­gen hat­ten, die den Sechs­ta­ge­krieg her­vor­ge­bracht hat, ha­ben sie sich spä­ter be­müht, ihn ab­zu­wen­den. So ak­ti­vier­ten die So­wjets am Mor­gen des 5. Ju­ni den hei­ßen Draht, der Mos­kau mit Wa­shing­ton ver­band, und wei­ger­ten sich in den fol­gen­den Ta­gen wei­te­re Waf­fen nach Ägyp­ten zu lie­fern. [28]

Es ist al­so klar, dass Nas­ser für die Schaf­fung der Um­stän­de ver­ant­wort­lich war, die zum Krieg führ­ten. ‚Un­ser Haupt­ziel ist es, Is­ra­el zu zer­stö­ren’, er­klär­te er am 26. Mai. War­um? Wen­den wir uns nun den ideo­lo­gi­schen Quel­len zu, die Nas­sers Welt­an­schau­ung präg­ten.

TEIL 3: DIE QUELLEN VON NASSERS ANTISEMITISMUS

Nas­ser wur­de 1918 ge­bo­ren. 1935 oder 1936 wur­de er Mit­glied der Young Egypt So­cie­ty un­ter der Lei­tung von Ah­mad Hus­sein – ei­ner ra­di­ka­len na­tio­na­lis­ti­schen Be­we­gung, die in mehr­fa­cher Hin­sicht Pro-​Nazi war. ‚Im zwei­ten Welt­krieg und in der kur­zen Zeit da­vor be­feu­er­te sie den Geist un­se­rer Ju­gend’, schrieb Nas­ser, ‚und be­weg­te un­se­re gan­ze Ge­ne­ra­ti­on zur Ge­walt.’ [29] Zu den füh­ren­den Mit­glie­dern der Young Egypt So­cie­ty ge­hör­ten Ali Ma­her und Aziz al-​Misri , Zwei pro­mi­nen­te ägyp­ti­sche Po­li­ti­ker, die für ih­re Anti-​britische und pro-​Achsen-​Haltung be­kannt wa­ren. [30]

1937 trat Nas­ser in die Mi­li­tär­aka­de­mie ein. Im Jah­re 1938 wur­de der Kern der Frei­en Of­fi­ziers­be­we­gung ge­bil­det, die 1952 die Macht über­neh­men wür­de. Als 1942 ‚die Deut­schen nah an Ägyp­ten wa­ren’, er­in­ner­te sich das Be­we­gungs­mit­glied Ab­del La­tif Bo­gh­da­di, ‚wir dach­ten, es sei un­se­re Pflicht, et­was ge­gen die Bri­ten zu tun. Wir ha­ben ei­ne ge­hei­me Or­ga­ni­sa­ti­on in der Luft­waf­fe ge­bil­det, um den bri­ti­schen Rück­zug aus der west­li­chen Wüs­te zu stö­ren und zu be­hin­dern, in­dem wir ih­re Kommunikations- und Nach­schub­li­ni­en sa­bo­tie­ren.’ [31]

Im Jahr 1943 hiel­ten Nas­ser und ei­ni­ge sei­ner Mi­li­tär­kol­le­gen Tref­fen mit Mah­mud La­bib, ei­nem füh­ren­den Mit­glied der Mus­lim­bru­der­schaft, ab. Die­se Ver­samm­lun­gen fan­den ein­mal wö­chent­lich statt und setz­ten sich bis Mai 1948 un­un­ter­bro­chen fort, als die Mo­bi­li­sie­rung für den pa­läs­ti­nen­si­schen Krieg [1948] statt­fand.’ [32] In den drei­ßi­ger Jah­ren hat­te die Bru­der­schaft we­gen ih­rer an­ti­se­mi­ti­schen Ori­en­tie­rung fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung aus Nazi-​Deutschland er­hal­ten [33] So er­klär­te Hassan al-​Banna, der Füh­rer der Bru­der­schaft, 1947 die Ent­schei­dung der Ver­ein­ten Na­tio­nen zu­guns­ten ei­ner Par­ti­ti­on von Pa­läs­ti­na in an­ti­se­mi­ti­schen Be­grif­fen, wo­bei er ‚die gan­ze In­ter­ven­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen’ als ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ver­schwö­rung der Ame­ri­ka­ner, der Rus­sen, und der Bri­ten un­ter dem Ein­fluss des Zio­nis­mus an­ge­se­hen hat­te.’ [34] 1948 war die Bru­der­schaft doch bei wei­tem die größ­te po­li­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on in Ägyp­ten mit min­des­tens ei­ner Mil­li­on Mit­glie­dern. [35]

Nas­ser ge­hör­te zu den Of­fi­zie­ren, die den Brü­dern in der Vor­be­rei­tung des pa­läs­ti­nen­si­schen Krie­ges von 1948 ei­ne län­ge­re heim­li­che Aus­bil­dung zu­kom­men liess. Es war al­so kein Zu­fall, dass Nas­sers Na­me im Jah­re 1949 auf ei­nem Hand­buch über Gra­na­ten in ei­nem Mus­lim­bru­der­schafts­ver­steck ge­fun­den wur­de. [36] Nach­dem die Re­vo­lu­ti­on der Frei­en Of­fi­zie­re im Ju­li 1952 die Mon­ar­chie und die al­ten Macht­eli­ten weg­ge­fegt hat­te, hat­ten zehn der vier­zehn Of­fi­zie­re, die jetzt das Land führ­ten, zur ei­nen oder an­de­ren Zeit der Bru­der­schaft die Treue ge­schwo­ren. [37] Aus gu­tem Grund ver­ur­teil­ten die So­wjets die ‚re­ak­tio­nä­re Of­fi­ziers­grup­pe’ und ih­re neue ‚Mi­li­tär­dik­ta­tur’. [38]

1942 wa­ren Aziz al-​Misri und Ali Ma­hir auf bri­ti­sche Ver­an­las­sung we­gen ih­rer ex­pli­zi­ten pro­deut­schen Hal­tung ent­las­sen wor­den; Bei­de wur­den zehn Jah­re spä­ter von den frei­en Of­fi­zie­ren wie­der auf­ge­nom­men: Al-​Misri wur­de als der ‚geis­ti­ge Va­ter’ der Juli-​Revolution ge­fei­ert und die Of­fi­zie­re mach­ten Ali Ma­hir zum neu­en Pre­mier­mi­nis­ter. [39] Es war kein Zu­fall, dass Ägyp­ten fort­an das El Do­ra­do der ehe­ma­li­gen Nazi-​Kriegsverbrecher und An­ti­se­mi­ten wur­de. Ein Bei­spiel ist das des Luft­waf­fen­of­fi­ziers Mo­ham­mad Rad­wan. Er hat­te es ge­schafft, wäh­rend des Krie­ges die deut­schen Front­li­ni­en zu er­rei­chen. Er mach­te sich auf den Weg nach Deutsch­land, wo er 1945 von den Al­li­ier­ten ver­haf­tet und dann in Ägyp­ten zu fünf­zehn Jah­ren Ge­fäng­nis ver­ur­teilt wur­de. Im Jahr 1952 wur­de er frei­ge­las­sen und dann in der Ab­tei­lung für öf­fent­li­che An­ge­le­gen­hei­ten der Streit­kräf­te ein­ge­setzt. [40] Ein an­de­rer ist der  Neonazi-​Verleger Hel­muth Kra­mer: Er er­hielt 1965 po­li­ti­sches Asyl in Ägyp­ten, nach­dem ein deut­sches Ge­richt ihn schul­dig ge­spro­chen hat­te, ‚Nazi-​Ideen zu ver­brei­ten’. Laut Kra­mer be­fass­te sich Nas­ser per­sön­lich mit sei­nem Asyl­an­trag und gab ihm die Er­laub­nis, sei­ne Bü­cher wei­ter ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen. [41]

Da Mos­kau 1959 ab­ge­lehnt hat­te, Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten nach Ägyp­ten zu lie­fern, lud Nas­ser mehr als 300 deut­sche In­ge­nieu­re und Wis­sen­schaft­ler ein, die frü­her für die Nazi-​Regierung ge­ar­bei­tet hat­ten, sol­che Ra­ke­ten zu ent­wi­ckeln. 1962 wur­den die Ra­ke­ten zum ers­ten Mal auf ei­ner Pa­ra­de in Kai­ro ge­zeigt. ‚Das Per­so­nal der is­rae­li­schen Bot­schaft in Pa­ris trau­ert und die Ju­den in New York sind in Angst,’ ju­bel­te Al-​Ahram. [42]

Ob­wohl Nas­ser be­stritt, ein An­ti­se­mit zu sein („Ich war auf per­sön­li­cher Ebe­ne noch nie­mals an­ti­se­mi­tisch” [43]) be­ton­te er die gro­ße Be­deu­tung der Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zi­on für ein Ver­ständ­nis der Welt­an­ge­le­gen­hei­ten und be­haup­te­te öf­fent­lich, dass ‚Drei­hun­dert Zio­nis­ten … das Schick­sal des eu­ro­päi­schen Kon­ti­nents be­stim­men. Wer so et­was glaubt, muss na­tür­lich den Ho­lo­caust ver­leug­nen. Nas­ser ver­wei­ger­te es ent­we­der di­rekt („Kei­ner … nimmt die Lü­ge von et­wa sechs Mil­lio­nen Ju­den, die er­mor­det wur­den, ernst’ [44]) und in­di­rekt, in­dem er be­haup­te­te, dass ‚Ben-​Gurion … so vie­le Ara­ber ge­tö­tet hat, wie Hit­ler Ju­den ge­tö­tet hat’ [45]

Wer an die Pro­to­kol­le glaubt, wird auch ver­su­chen, Is­ra­el zu zer­stö­ren. Und in der Tat war Nas­sers Ob­ses­si­on mit dem jü­di­schen Staat ein kon­stan­tes The­ma sei­ner Zeit an der Macht. Ers­tens be­trach­te­te er Is­ra­el als Brü­cken­kopf des west­li­chen Im­pe­ria­lis­mus, ei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie, die nach der Be­tei­li­gung Is­ra­els an der Suez-​Krise von 1956 an Glaub­wür­dig­keit ge­wann. [46] Zwei­tens be­trach­te­te er Is­ra­el als ex­pan­sio­nis­tisch. ‚Die ara­bi­sche Ein­heit be­deu­tet die Li­qui­da­ti­on Is­ra­els und der Ex­pan­si­ons­träu­me des Zio­nis­mus’, er­zähl­te er 1965 ei­ner Men­ge. [47]

Nas­sers Hin­ter­grund hat na­tür­lich nicht ei­nen spä­te­ren Kurs­wech­sel aus­ge­schlos­sen. 1953 lob­te sein Freund und Mit­kämp­fer An­war al-​Sadat Adolf Hit­ler als ‚un­sterb­li­chen Füh­rer’, aber 26 Jah­re spä­ter an­er­kann­te er das Exis­tenz­recht Is­ra­els. War­um war Nas­ser un­fä­hig, ei­nen sol­chen Schritt zu ma­chen?

TEIL 4: RADIKALER ANTIZIONISMUS UND DIE ‚ARABISCHE STRASSE’

Hier kommt der ra­di­ka­le Anti-​Zionismus der ‚ara­bi­schen Stra­ße’ ins Spiel. Es mag wohl sein, dass es die Be­geis­te­rung der Mas­sen war, die Ägyp­ten am Vor­abend des Sechs­ta­ge­kriegs über­flu­te­te, der Nas­ser auf dem Kriegs­pfad hielt.

Die ara­bi­sche Welt hat­te im Mai 1967 ek­sta­tisch auf Ägyp­tens Sinai-​Schachzug re­agiert. Nach dem Ab­zug der UNEF-​Truppen sah Kai­ro eher wie ein Kar­ne­val aus, als ei­ne Stadt, die sich auf den Krieg vor­be­rei­tet: ‚Die Stadt wur­de nun mit lä­cher­li­chen Pla­ka­ten ge­schmückt, die ara­bi­sche Sol­da­ten beim er­schie­ßen und zer­mal­men, zer­stü­ckeln und ent­man­nen von bär­ti­gen, ha­ken­na­si­gen Ju­den zeig­ten.’ [48] Die Schlie­ßung der Meer­enge von Ti­ran war wie ma­gisch: Jetzt hall­te Nas­sers Ahl­an Wa-​sahlan (‚Sie sind will­kom­men’) in der gan­zen ara­bi­schen Welt wie­der. ‚Glück­wün­sche und Bot­schaf­ten der Un­ter­stüt­zung er­gos­sen sich aus al­len Haupt­städ­ten. De­le­ga­tio­nen be­gan­nen aus dem Irak, Sy­ri­en, Al­ge­ri­en, Ku­wait und an­de­ren Län­dern in Kai­ro an­zu­kom­men.’ [49] Über Nacht war Nas­sers Pres­ti­ge in der ara­bi­schen Welt auf neue Hö­hen ge­stie­gen.

Die­se Be­geis­te­rung, die­se eif­ri­ge Hoff­nung auf die Zer­stö­rung ei­nes eta­blier­ten Staa­tes ist ganz au­ßer­ge­wöhn­lich. 1945 wur­de die Ara­bi­sche Li­ga mit dem Ziel ge­grün­det, die Schaf­fung Is­ra­els zu ver­hin­dern. So­weit nichts Au­ßer­ge­wöhn­li­ches: Vie­le ent­ste­hen­de Län­der tra­fen zu­nächst auf Wi­der­stand und muss­ten für ihr Exis­tenz­recht kämp­fen. Aber was folg­te, war au­ßer­ge­wöhn­lich, wie Ruth R. Wis­se er­klärt:

Is­ra­el ge­wann sei­nen Un­ab­hän­gig­keits­krieg [1948], doch … ara­bi­sche Füh­rer er­kann­ten die Un­ab­hän­gig­keit Is­ra­els nicht an. Ob­wohl die Welt sich jetzt mit ei­nem jü­di­schen Land und nicht mit ei­nem zer­streu­ten Volk aus­ein­an­der­setz­te, wur­den die po­li­ti­schen Funk­tio­nen Is­ra­els in der ara­bi­schen Po­li­tik mit den Funk­tio­nen der Ju­den in der Po­li­tik Eu­ro­pas fast iden­tisch. … ara­bi­sche Füh­rer schmie­de­ten ein Ziel und ei­nen Sün­den­bock. [50]

Es war die­se ara­bi­sche Re­ak­ti­on, die Is­ra­el trotz sei­ner er­folg­rei­chen Eta­blie­rung als Staat au­ßer­ge­wöhn­lich mach­te. ‚Der Zio­nis­mus war po­li­tisch un­ge­wöhn­lich – Dut­zen­de neu­er Län­der sind seit 1948 den Ver­ein­ten Na­tio­nen bei­ge­tre­ten. Die Aus­nah­me war der Anti-​Zionismus: die Or­ga­ni­sa­ti­on der Po­li­tik ge­gen den jü­di­schen Staat.’ [51]

Bloß An­ti­zio­nis­mus? ‚Die ara­bi­sche Sei­te rühr­te die Mas­sen auf, in­dem sie den An­ti­zio­nis­mus ab­sicht­lich nicht vom An­ti­se­mi­tis­mus trenn­te’, er­klär­te Ha­bib Bour­gui­ba im Jah­re 1965. [52] Er hat­te Recht: Ara­bi­sche Füh­rer über­nah­men die Tex­te, Bil­der und Tak­ti­ken des eu­ro­päi­schen An­ti­se­mi­tis­mus. ‚Mit der ideo­lo­gi­schen In­ver­si­on, die im Zen­trum des An­ti­se­mi­tis­mus steht,’ be­merkt Wis­se, ‚ver­wei­ger­ten sie den Ju­den ihr Land und be­schul­dig­ten sie, den Ara­bern ih­res zu ver­wei­gern.’ [53]

An­ti­se­mi­ti­sche Agi­ta­ti­on in ara­bi­schen Län­dern ba­sie­rend auf eu­ro­päi­schen Mo­del­len war nichts Neu­es, wie die jüngs­ten Stu­di­en der Nazi-​antisemitischen Pro­pa­gan­da in der ara­bi­schen Welt be­wie­sen ha­ben. [54] Zum Bei­spiel for­der­ten von April 1939 bis April 1945 täg­li­che ara­bisch­spra­chi­ge Ra­dio­sen­dun­gen aus Ber­lin stän­dig ih­re ara­bi­schen Zu­hö­rer auf, die Ge­burt ei­nes jü­di­schen Staa­tes zu ver­hin­dern und die in Pa­läs­ti­na le­ben­den Ju­den aus­zu­rot­ten. Die­se an­ti­se­mi­ti­schen Pro­gram­me wa­ren be­liebt und wur­den weit­hin ge­hört. Im­mer wie­der be­haup­te­ten sie, dass der Zio­nis­mus in­hä­rent ex­pan­siv sei und den Is­lam zu zer­stö­ren su­che. Je nä­her die Nie­der­la­ge Nazi-​Deutschlands kam, des­to schril­ler wur­den die War­nun­gen der Sen­dun­gen über die Kon­se­quen­zen für Pa­läs­ti­na, wenn das „Welt­ju­den­tum” sei­ne Chan­ce nut­zen wür­de. Was be­deu­te­te das für Nas­sers 1967er Ent­schei­dun­gen?

Wir wis­sen, dass die Ra­dio­pro­pa­gan­da der Na­zis nach der Nie­der­la­ge Deutsch­lands wei­ter nach­hall­te. Wäh­rend die An­sicht des bri­ti­schen Aus­wär­ti­gen Am­tes, das im Jah­re 1946 da­von sprach, dass der ara­bi­sche Hass auf die Ju­den grö­ßer sei als der der Na­zis, viel­leicht über­trie­ben war, [55] so ist es klar, dass die Nazi-​Propaganda im Krieg zu ei­ner er­höh­ten Feind­se­lig­keit nach dem Krieg bei­ge­tra­gen hat. Be­stimm­te ara­bi­sche Län­der, be­ob­ach­te­te Ber­nard Le­wis, ‚wa­ren die ein­zi­gen Or­te in der Welt, in de­nen der Hardcore-​Nazi-​Stil-​Antisemitismus öf­fent­lich und of­fi­zi­ell un­ter­stützt und pro­pa­giert wur­de.’ [56]

His­to­ri­ker des Na­hen Os­tens sind sich ei­nig, dass es zu ei­nem gro­ßen Teil der Druck der ‚ara­bi­schen Stra­ße’ war, der ei­ne zu­vor wi­der­wil­li­ge ara­bi­sche Li­ga im Jahr 1948 in ei­nen um­fas­sen­den Krieg ge­gen Is­ra­el ge­trie­ben hat­te. [57] Ägyp­tens Mi­nis­ter­prä­si­dent Mah­mud al-​Nuqrashi Pa­scha zum Bei­spiel war ge­gen den mi­li­tä­ri­schen An­griff, der im Jah­re 1948 statt­fand. Al­ler­dings sag­te er, er sei von der öf­fent­li­chen Mei­nung be­ein­flusst wor­den, die ‚to­tal für den Krieg sei, und die je­den, der sich zu kämp­fen wei­ger­te, als Ver­rä­ter be­trach­te­te.’ [58] Im Jah­re 1948 hat­te vor al­lem die Mus­lim­bru­der­schaft ei­ne At­mo­sphä­re ge­schaf­fen, in der der Krieg der ein­zi­ge lo­gi­sche und na­tür­li­che Vor­gang war: ‚Der Ge­sell­schaft der [Bru­der­schaft] ge­lang es, Ägyp­ten in ei­ne um­fas­sen­de mi­li­tä­ri­schen In­itia­ti­ve in Pa­läs­ti­na hin­ein­zu­zie­hen. [59] 1967 er­schien die­se Kon­stel­la­ti­on er­neut, aber in ei­ner neu­en Form.

1967, 22 Jah­re nach dem Zwei­ten Welt­krieg, spiel­te der di­rek­te Nach­hall der Nazi-​Propaganda kaum ei­ne Rol­le. Statt­des­sen schien sich die ara­bi­sche Nie­der­la­ge von 1948 – we­der re­flek­tiert noch wirk­lich zu­ge­ge­ben – zu rä­chen. Gleich­zei­tig pro­fi­tier­ten ara­bi­sche Herr­scher von der vor­herr­schen­den Stim­mung, in­dem sie anti-​jüdische Sündenbock-​Zuweisung be­nutz­ten, um die Auf­merk­sam­keit ih­rer Völ­ker von ih­ren ei­ge­nen Feh­lern ab­zu­len­ken. Ge­mäss Bour­gui­bas Ana­ly­se von 1965 wür­den Ara­ber und Is­rae­lis in der La­ge sein, in Har­mo­nie zu le­ben, nach­dem sie sich ge­gen­sei­tig von ih­ren Kom­ple­xen und ih­ren Ex­tre­mis­ten ge­löst hät­ten. Die­se Art von Be­rei­ni­gung wur­de je­doch nie be­gon­nen.

SCHLUSSFOLGERUNG

Hin­ter der Fra­ge, ob Nas­ser 1967 der ‚Ara­bi­schen Stra­ße’ hät­te wi­der­ste­hen kön­nen, liegt ei­ne an­de­re: War­um hat er ih­re Mas­sen­ra­se­rei über­haupt ent­facht? Mei­ner An­sicht nach war die Haupt­ur­sa­che für die Ent­schei­dung von Nas­ser und die an­schlie­ßen­de Be­geis­te­rung sei­ner An­hän­ger der an­ti­se­mi­ti­sche Im­puls, der von der Nazi-​Periode auf die Nach­kriegs­zeit und dann auf die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on über­tra­gen wur­de.

Es war we­der Is­ra­el, noch der Zio­nis­mus, der den Krieg von 1967 pro­vo­zier­te, son­dern der la­ten­te Anti-​Zionismus und An­ti­se­mi­tis­mus in der ara­bi­schen Welt. Nas­ser war eins mit die­ser Stim­mung: er wur­de von den­sel­ben zer­stö­re­ri­schen Ge­füh­len er­grif­fen, die er in die Mas­sen hoch­peitsch­te. Es ist nicht Is­ra­el und der Zio­nis­mus, die den au­ßer­ge­wöhn­li­chen Sach­ver­halt ge­schaf­fen ha­ben, an den wir uns ge­wöhnt ha­ben, den Nah­ost­kon­flikt zu nen­nen: Es gibt vie­le na­tio­na­le Be­we­gun­gen in der Welt und Dut­zen­de neu­er Staa­ten sind den Ver­ein­ten Na­tio­nen bei­ge­tre­ten. Das Au­ßer­ge­wöhn­li­che, das den jü­di­schen Staat in ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Si­tua­ti­on ver­setzt, ist der 70-​jährige an­ti­zio­nis­ti­sche und is­la­mis­ti­sche Auf­ruf, ihn zu zer­stö­ren. Kein an­de­rer Staat der Welt ist mit die­ser Art Auf­ruf kon­fron­tiert.

‚Es ist an der Zeit, die Dem­ago­gie auf­zu­ge­ben; Krieg mit Is­ra­el ist un­mög­lich!’ – Nach die­ser Fest­stel­lung wur­de Ha­bib Bour­gui­ba von Gol­da Meir, Is­ra­els da­ma­li­ger Au­ßen­mi­nis­te­rin, nach Is­ra­el ein­ge­la­den. Ei­ne fried­li­che Re­ge­lung der pa­läs­ti­nen­si­schen Fra­ge, er­klär­te Meir, ste­he auch im In­ter­es­se der Ara­ber. ‚Es ist un­ge­recht, dass die­se Völ­ker ge­zwun­gen wä­ren, bis zu 70 Pro­zent des Volks­ein­kom­mens zu op­fern, um sich auf ei­nen Krieg vor­zu­be­rei­ten, der mör­de­risch ist und nichts lö­sen wür­de.’ [60] Die­se Wor­te, die vor mehr als 50 Jah­ren aus­ge­spro­chen wur­den, sind noch heu­te gül­tig


[1] Le Mon­de, 9. März 1965, S. 4 und 13. März1965; Jeu­ne Afri­que (Pa­ris), 28. März 1965 und New York Times ma­ga­zi­ne, 6. Ju­ni 1965, wie von Ya­ros­lav Bi­lin­sky zi­tiert: ‘Mo­de­ra­te rea­lism in an ex­tre­mist en­vi­ron­ment; Tu­ni­sia and the Pa­lesti­ne Ques­ti­on (1965−1970)’, Re­vue de l’Occident musul­man et de la Mé­di­ter­ra­née. 1973, Band 13, Nr.1, S.111 – 2, Sie­he auch Ro­bert Ste­phens, Nas­ser, A Po­li­ti­cal Bio­gra­phy, Lon­don (Pen­gu­in Press) 1971, S. 441 and 455.

[2] Afri­ka (Mün­chen), Band VI, Nr. 1 (Ju­li 1965), S.15 wie zi­tiert von Bi­lin­sky, op. cit., S. 110 und 114..

[3] Bi­lin­sky, op. cit., S. 114.

[4] Le Mon­de, 24. April, 27. April und 30. April 1965 und The Arab Ob­ser­ver und Scri­be, Nr. 255, 10. Mai 1965, S. 1 wie zi­tiert von Bi­lin­sky, op. cit., S. 115,

[5] Mi­cha­el B. Oren, Six Days Of War, New York (Ball­an­ti­ne Books) 2003, S. 38.

[6] Bi­lin­sky, op. cit., S. 110.

[7] Ri­chard B. Par­ker, ‘The Ju­ne 1967 War: So­me Mys­te­ries Ex­plo­red’, Midd­le East Jour­nal, Band. 46, Nr. 2, Früh­ling 1992, S. 177.

[8] ebd.

[9] Oren, op. cit., S. 64.

[10] Bull to De­pu­ty Secretary-​General Ralph Bun­che, Te­le­gramm 803 vom 15. Mai 1967, wie zi­tiert von Par­ker, op. cit., S. 180.

[11] Kee­sings Ar­chiv der Ge­gen­wart (AdG), 5. Ju­ni 1967, S. 13218.

[12] Mi­nis­try for For­eign Af­fairs, The USSR and Arab Bel­li­ge­r­en­cy, Je­ru­sa­lem 1967, S.73 – 5.

[13] Jon D. Glass­man, Arms for the Arabs. The So­viet Uni­on and War in the Midd­le East, Bal­ti­more and Lon­don (John Hop­kins Uni­ver­si­ty Press) 1975, S. 40.

[14] Oren, op. cit., S. 78.

[15] Wal­ter La­queur, The Road to War 1967, Lon­don (Wei­den­feld and Ni­chol­son) 1968, S. 292 .

[16] La­queur 1968, op. cit., S. 295. Mei­ne Her­vor­he­bung.

[17] La­queur 1968, op. cit., S. 309.

[18] Glass­mann, op. cit., S. 40.

[19] Tom Se­gev, 1967. Israel’s zwei­te Ge­burt, Mün­chen (Sied­ler) 2007, S. 341 – 6.

[20] Ste­phens, op. cit., S. 480 and AdG, 5. Ju­ni 1967, S. 13222.

[21] Hay­kal, in: Al Ahram, 26. Mai 1967 wie zi­tiert von La­queur 1968, op. cit., S. 303.

[22] New York Times, 3. März 1968, wie zi­tiert von Wal­ter La­queur, The Strugg­le for the Midd­le East. The So­viet Uni­on and the Midd­le East 1958 – 68, Lon­don (Rout­ledge & Ke­gan Paul) 1969, S. 52.

[23] Par­ker, op. cit., S. 181. Der Grund für die so­wje­ti­sche Täu­schungs­ak­ti­on ist bis heu­te un­klar. Mög­li­che Er­klä­run­gen bie­ten Par­ker, op cit., S. 181 – 3, Ro’i, op. cit., S. 437 und Oren, op.cit., S. 54 – 5.

[24] Iz­ves­tia und Prav­da Vos­to­ka, 20. Mai 1967, wie zi­tiert vom Aus­sen­mi­nis­te­ri­um, op. cit., S. 77.

[25] Ra’i , op. cit., S. 440.

[26] Glass­man, op. cit., S. 40 – 41.

[27] Yaa­cov Ro’i, From En­croach­ment to In­vol­ve­ment. Do­cu­men­ta­ry Stu­dy of So­viet Po­li­cy in the Midd­le East, 1945 – 1973, New York – To­ron­to (John Wi­ley Sons) 1974, S. 437.

[28] Ste­phens, op. cit., S. 490 und Glass­man, op. cit., S. 22.

[29] Ga­mal Ab­dul Nas­ser, Egypt’s Li­be­ra­ti­on. The Phi­lo­so­phy of the Re­vo­lu­ti­on, Wa­shing­ton D.C. (Pu­blic Af­fairs Press), 1956, S. 51.

[30] P.J. Va­ti­kio­tis, Nas­ser and his ge­ne­ra­ti­on, Lon­don (Croom Helm) 1978, S. 61.

[31] Va­ti­kio­tis, op. cit., S. 119.

[32] Kirk J. Be­at­tie, Egypt du­ring the Nas­ser ye­ars. Ideo­lo­gy, Po­li­tics, and Ci­vil So­cie­ty, Boul­der (West­view Press) 1994, S. 47.

[33] Bryn­jar Lia, The So­cie­ty of the Mus­lim Bro­thers in Egypt (Rea­ding: Itha­ca Press, 1988), S. 175.

[34] Abd Al-​Fattah Mu­ham­mad El- Awai­si, The Mus­lim Bro­thers and the Pa­lesti­ne Ques­ti­on 1928 – 1947, Lon­don (Tau­ris Aca­de­mic Stu­dies) 1998, S. 195.

[35] El-​Awaisi, op. cit., S. 135.

[36] Be­at­tie, op. cit., S. 49 – 50.

[37] Be­at­tie, op. cit., S. 72.

[38] Ro’i, op. cil, S. 103.

[39] Be­at­tie, op. cit., S. 45 and 69.

[40] Va­ti­kio­tis, op. cit., S. 111, ff.

[41] Meir Lit­vak and Es­ter Web­man, op. cit., S. 278.

[42] Ul­ri­ke Be­cker, Deut­sche Ra­ke­ten für Nas­ser: Die NS-​Luftrüstungsprominenz in Ägyp­ten und in­ter­na­tio­na­le po­li­ti­sche Kon­flik­te um das ägyp­ti­sche Rüs­tungs­pro­gramm, Teil IV, S. 312 von Be­ckers noch un­ver­öf­fent­lich­ter Dis­ser­ta­ti­on.

[43] Ste­phens, op. cit., S. 436.

[44] In­ter­view mit Deut­sche Soldaten- und Na­tio­nal­zei­tung, 1. April 1964, wie zi­tiert von Ye­hos­ha­fat Har­ka­bi, Arab At­ti­tu­des to Is­ra­el, Je­ru­sa­lem (Ke­ter Pu­bli­shing Hou­se) 1972, S. 277.

[45] In­ter­view mit west­deut­sche Me­di­en, 20. Fe­bru­ar 1965, wie zi­tiert von Gil­bert Ach­car, The Arabs and the Ho­lo­caust. The Arab-​Israeli War of Nar­ra­ti­ves, New York (Hen­ry Holt) 2009, S. 215.

[46] 1956 woll­ten Frank­reich und Gross­bri­tan­ni­en Nas­sers Ver­staat­li­chung des Su­ez­ka­nals mit ei­nem Ar­mee­ein­satz rück­gän­gig ma­chen. Is­ra­el, auf der an­de­ren Sei­te, woll­te die Guerilla-​Angriffe von hin­ter der ägyp­ti­schen Gren­ze stop­pen und die Meer­enge von Ti­ran öff­nen, die 1953 von Nas­ser für Is­rae­li­sche Schiffs­lie­fe­run­gen un­ter­bro­chen wor­den war. Is­ra­els be­grenz­te Zie­le wur­den er­reicht: Nach Su­ez gab es zehn Jah­re lang kei­ne In­fil­tra­tio­nen nach Is­ra­el mehr, die Meer­enge wur­de wie­der ge­öff­net und die UNEF in­stal­liert. Po­li­tisch hin­ge­gen ist das Un­ter­neh­men zu Is­ra­els Nach­teil ver­zerrt wor­den: ‘Was ein di­rek­tes The­ma zwi­schen Is­ra­el und Ägyp­ten ge­we­sen war, war nun ei­ne ‚Kol­lu­si­on’ in ei­ner im­pe­ria­lis­ti­schen Ver­schwö­rung ge­wor­den.’ Sie­he La­queur 1968, op. cit., S. 26 und Mos­he Da­y­an, Di­a­ry of the Si­nai Cam­pai­gn 1956, Lon­don (Sphe­re Books) 1966.

[47] Har­ka­bi, op. cit., S. 2.

[48] Oren, op. cit., S. 92.

[49] La­queur 1968, op. cit., S. 96 and Oren, op. cit., S. 84.

[50] Ruth R. Wis­se, ‘How Do We Put an End to An­ti­se­mi­tism? No Re­al­ly, How Do We?’, in: Charles Small (ed.), Glo­bal An­ti­se­mi­tism: A Cri­sis of Mo­der­ni­ty, Vol. V, New York (ISGAP) 2013, S.22 – 3.

[51] Ebd.

[52] Re­de von Bour­gui­ba vom 23. April 1965; sie­he AdG, 23. April 1965, S. 11813.

[53] Wis­se, op. cit., S. 23.

[54] Ein paar Bei­spie­le der neu­en Li­te­ra­tur sind: Jef­frey Herf, Na­zi Pro­pa­gan­da in the Arab World, New Ha­ven (Yale Uni­ver­si­ty Press) 2009, Mat­thi­as Künt­zel, Ji­had and Jew-​Hatred. Is­la­mism, Na­zism and the Roots of 911, New York (Tells) 2007 und Da­vid Mo­ta­del, Is­lam and Na­zi Germany’s War, Cam­bridge MK (The Bel­knap Press of Har­vard Uni­ver­si­ty Press) 2014.

[55] Ben­ny Mor­ris, 1948: A Histo­ry of the First Arab-​Israeli War, New Ha­ven (Yale Uni­ver­si­ty Press) 2008, S. 34.

[56] Ber­nard Le­wis, ‘The Arab World Dis­co­vers Anti-​Semitism’, in: San­der L. Gil­man und Ste­ven T. Katz (eds.), Anti-​Semitism in Times of Cri­sis, New York und Lon­don (New York Uni­ver­si­ty Press), S. 343.

[57] Mat­thi­as Künt­zel, ‘The Af­ters­hock of the Na­zi War against the Jews, 1947 – 1948: Could War in the Midd­le East Have Be­en Pre­ven­ted?’, in: Je­wish Po­li­ti­cal Stu­dies Re­view, Herbst 2016, Band 26, Zif­fern 3 & 4, S. 38 – 53. Sie­he auf http://www.matthiaskuentzel.de/contents/the-aftershock-of-the-nazi-war-against-the-jews-19471948 .

[58] Fa­waz A. Ger­ges, Egypt and the 1948 war, in: Eu­ge­ne L. Ro­gan und Avi Sh­laim (Hrsg.), The War for Pa­lesti­ne. Re­wri­ting the Histo­ry of 1948, Cam­bridge UK (Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press) 2001, S. 154.

[59] Tho­mas May­er, The Mi­li­ta­ry Force of Is­lam. The So­cie­ty of the Mus­lim Bre­thren and the Pa­lesti­ne Ques­ti­on: 1945 – 48, in: Elie Ke­dou­rie und Syl­via G. Haim, Zio­nism and Ara­bism in Pa­lesti­ne and Is­ra­el, Lon­don (Frank Cass) 1982, S.110 – 11.

[60] Ar­chiv der Ge­gen­wart, 21. April 1965, S. 11802.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php