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In­ter­na­tio­na­le ju­ris­ti­sche Ex­per­ten ver­ur­tei­len die IDF – da­für, die Ga­za­ner viel zu sehr ge­warnt zu haben.

Ari Yas­har, 9.6.2015, Arutz Sheva

Die IDF ha­ben sich letz­ten Som­mer aus­ser­or­dent­lich be­müht, zi­vi­le Op­fer zu ver­mei­den, wäh­rend sie die Hamas-​Terroristen in Ga­za be­kämpf­te, und ha­ben ein er­staun­lich gu­tes Ver­hält­nis von 1:1 von Zi­vi­lis­ten ge­gen­über Kämp­fern er­reicht, doch nach in­ter­na­tio­na­len ju­ris­ti­schen Ex­per­ten ist sie zu weit ge­gan­gen, Op­fer un­ter der feind­li­chen Be­völ­ke­rung zu vermeiden.

Wil­ly Stern von der ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät von Van­der­bilt, de­tail­liert in ei­nem Ar­ti­kel, der nächs­ten Mon­tag im Wee­kly Stan­dard pu­bli­ziert wer­den soll, was er wäh­rend zwei­er Wo­chen mit An­wäl­ten der in­ter­na­tio­na­len Jus­tiz­ab­tei­lung der IDF, ge­nannt „Dabla”, aber auch mit Front-​Kommandeuren her­aus­ge­fun­den hat, und do­ku­men­tiert den „ju­ris­ti­schen Ei­fer” der IDF, die, wie er fest­hält, die Wel­le in­ter­na­tio­na­ler Kri­tik noch nicht ge­stemmt haben.

Stern lis­tet auf, wie die IDF Gaza-​Einwohner mit tau­sen­den Te­le­fon­an­ru­fen, Flug­blät­tern, TV und Ra­dio­bot­schaf­ten, wie auch Auf­ru­fe an ein­fluss­rei­che Bür­ger bom­bar­diert hat und sie auf­for­der­te, Be­woh­ner zu eva­ku­ie­ren, und in­dem sie das ta­ten, ga­ben sie dem ter­ro­ris­ti­schen Feind de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen über die Be­we­gun­gen ih­rer Truppen.

„Es war völ­lig klar, dass die IDF-​Kommandeure über al­les, was vom Völ­ker­recht ver­langt wird, hin­aus­ge­gan­gen sind, um zi­vi­le Op­fer zu ver­mei­den,” schreibt Stern. Er be­rich­tet, wie Dabla-​Juristen ei­ne „Ziel­kar­te” un­ter­schrei­ben muss­ten für je­den Luft­schlag auf Ter­ror­zie­le, bei dem die Kar­ten al­le re­le­van­ten Da­ten über den ge­plan­ten Luft­schlag enthielten.

Im Kon­trast da­zu do­ku­men­tier­te das „Dok­trin­hand­buch” der Ha­mas, das von der IDF in der Shejaiya-​Nachbarschaft im frü­hen Au­gust ge­fun­den wur­de, wie die Ter­ror­grup­pe sei­ne Kämp­fer da­zu drängt, sich un­ter Zi­vi­lis­ten zu mi­schen, in der Hoff­nung, dass die IDF dann auch Zi­vi­lis­ten tötet.

„Das Hand­buch der Ha­mas ruft da­zu auf, die ei­ge­nen Zi­vi­lis­ten zu tö­ten, wäh­rend das Hand­buch der IDF zu ex­tre­men – man­che sa­gen un­an­ge­mes­se­nen – Län­gen geht, um un­schul­di­ges Le­ben im Krieg zu schüt­zen,” liest sich der Be­richt weiter.

„IDF scha­det dem be­waff­ne­ten Kampf ge­gen den Terror”

Und tat­säch­lich ha­ben in­ter­na­tio­na­le ju­ris­ti­sche Ex­per­ten, die in dem Be­richt zi­tiert wer­den, ar­gu­men­tiert, dass die IDF-​Aktionen über die an­ge­mes­se­nen Mass­nah­men hin­aus­ge­hen und am En­de die Fä­hig­keit, ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen zu be­kämp­fen, be­hin­dern könnte.

Wolff Heint­schel von Hein­egg, ein mi­li­tär­ju­ris­ti­scher Ex­per­te der Eu­ro­päi­schen Uni­ver­si­tät Via­d­ri­na in Frank­furt, Deutsch­land, ist von Dabla da­zu ge­bracht wor­den, IDF-​Kommandanten über Ge­set­ze zu be­waff­ne­ten Kon­flik­ten zu schulen.

Hein­egg wur­de zi­tiert mit den Wor­ten, dass die IDF „zu gros­sen und no­blen Län­gen” ge­gan­gen sei, um zi­vi­le Op­fer zu ver­mei­den, aber gleich­zei­tig die IDF warn­te, „mehr Vor­sicht als nö­tig” wal­ten zu lassen.

Als Re­sul­tat, drück­te er sei­ne Angst aus, dass die IDF „ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Prä­ze­denz schafft für an­de­re de­mo­kra­ti­sche Län­der die­ser Welt, die eben­falls ei­nen asym­me­tri­schen Krieg füh­ren müs­sen ge­gen bru­ta­le nicht-​staatliche Ak­to­ren, die die­se Ge­set­ze missbrauchen.”

Sei­ne Be­ur­tei­lung teilt Pni­na Shar­vit Ba­ruch, ei­ne For­sche­rin des In­sti­tuts für Na­tio­na­le Si­cher­heits­stu­di­en (INSS) und ehe­ma­li­ge Che­fin von Dabla.

Sie sag­te, dass ju­ris­ti­sche Be­ra­ter von an­de­ren Ar­me­en rund um die Welt sie kon­fron­tie­ren mit „wie­der­keh­ren­den Aus­sa­gen,” dass die IDF „zu weit geht in selbst­auf­er­leg­ten Re­strik­tio­nen für den Schutz der Zi­vil­be­völ­ke­rung, und dass das ir­gend­wann für an­de­re de­mo­kra­ti­sche Na­tio­nen, die or­ga­ni­sier­te be­waff­ne­te Grup­pen be­kämp­fen, zum Pro­blem wer­den könne.”

Mi­cha­el Schmitt, Di­rek­tor des Stock­ton Cen­ter for the Stu­dy for In­ter­na­tio­nal Law am US Na­val War col­le­ge, stimm­te eben­falls da­mit über­ein, dass die IDF ei­nen ge­fähr­li­chen Zu­stand schafft, der den Wes­ten in sei­nem Kampf ge­gen Ter­ro­ris­mus be­hin­dern kann.

„Die IDF-​Warnungen ge­hen si­cher­lich über das hin­aus, was das Recht ver­langt, doch manch­mal ge­hen sie so­gar über das hin­aus, was auch an­dern­orts als ope­ra­tio­nel­ler ge­sun­der Men­schen­ver­stand be­trach­tet wird,” warn­te er.

„Men­schen wer­den an­fan­gen, zu den­ken, dass die USA und an­de­re west­li­che De­mo­kra­ti­en dem­sel­ben Bei­spiel fol­gen sol­len in ähn­li­chen Kon­flik­ten. Das ist ein ech­tes Ri­si­ko,” sag­te Schmitt.

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