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Lü­gen über Is­ra­el

Jaap de Vreu­gd, 23. Ju­li 2015, WhyIsrael.org

Wie wur­de der Staat Is­ra­el eta­bliert? Stück für Stück hat sich ein be­stimm­tes Image in die öf­fent­li­che Mei­nung des Wes­tens ge­fres­sen, ver­stärkt von den Nach­rich­ten und Kom­men­ta­ren von be­stimm­ten Nah­ost­kom­men­ta­to­ren.

“An­ge­nom­men, die Zio­nis­ten wür­den dein Land (die Nie­der­lan­de, die Red.) aus­wäh­len. Nach dem zwei­ten Welt­krieg hat die jü­di­sche Ge­mein­schaft er­folg­reich ihr Gast­land miss­braucht zur Grün­dung ih­res ei­ge­nen Staa­tes. Je­ne, die be­wusst nach Pa­läs­ti­na ka­men, um die­sen Job aus­zu­füh­ren, nann­ten sich Zio­nis­ten. Die ak­tu­el­len Ein­woh­ner wur­den in Flücht­lings­la­ger ver­trie­ben und wer­den heu­te Ter­ro­ris­ten ge­nannt.

Und jetzt, an­ge­nom­men die Zio­nis­ten hät­ten un­ser Land zur Grün­dung ih­res Staa­tes ge­wählt! Dann hät­ten wir un­sern Staat ver­lo­ren und wir – die Nie­der­län­der – wä­ren in, bei­spiels­wei­se, der hol­län­di­schen Pro­vinz Dren­the zu­sam­men­ge­trie­ben wor­den. Die Pa­läs­ti­nen­ser sind seit über 50 Jah­ren den Zio­nis­ten un­ter­ge­ord­net, in­dem sie zu­ge­las­sen ha­ben, dass sie ih­ren ei­ge­nen Staat grün­den in ih­rem ei­ge­nen Land Pa­läs­ti­na. Das ist echt un­be­greif­lich!”

Pro­pa­gan­da
Der oben er­wähn­te Le­ser­brief aus der Zei­tung „Me­tro” von vor 15 Jah­ren drückt in knap­per Form die Des­in­for­ma­ti­on über Is­ra­el aus, die seit Jahr­zehn­ten ver­brei­tet wird. Das ist, was die durch­schnitt­li­che nie­der­län­di­sche Fa­mi­lie aus den Me­di­en und der öf­fent­li­chen Mei­nung mit­be­kommt. Nach und nach setz­te sich die­ses Bild in der öf­fent­li­chen Mei­nung fest, ver­stärkt durch die Be­richt­erstat­tung und Kom­men­ta­re der Nahost-​Experten, aus­ge­nom­men die gu­ten. Al­le fal­schen „In­for­ma­tio­nen” in ei­nem Satz zu­sam­men ver­packt: Es war ein­mal ein blü­hen­des Land Pa­läs­ti­na mit ei­ner gros­sen und wohl­ha­ben­den Be­völ­ke­rung, die in Frie­den leb­te, die kläg­lich durch ei­ne gros­se Ka­ta­stro­phe ge­trof­fen wur­de, als die Ju­den ins Land ka­men. Und un­ter­stützt von der west­li­chen Welt – die das Ju­den­pro­blem los­wer­den woll­te und sich schul­dig fühl­te we­gen des Hol­caust – woll­ten sie ei­nen jü­di­schen Staat grün­den auf ara­bi­schem Ter­ri­to­ri­um, auf­räu­men mit der ur­sprüng­li­chen Be­völ­ke­rung und ab­fah­ren mit ih­nen in elen­de Flücht­lings­la­ger. Und seit­dem ein ras­sis­ti­sches Apartheid-​System pfle­gen, das auf eth­ni­sche Säu­be­rung aus­ge­rich­tet ist. Die ara­bi­sche Pro­pa­gan­da macht ih­ren Job, vor al­lem un­ter­stützt durch Me­di­en des Lin­ken Flü­gels.

Die Rea­li­tät ist ganz an­ders. Pa­läs­ti­na hat nie als frei­er, wohl­ha­ben­der Staat exis­tiert. Pa­läs­ti­nen­ser exis­tier­ten gar nicht bis 1965. Das Land war zum gröss­ten Teil des 19. Jahr­hun­derts sehr dünn be­sie­delt, ver­nach­läs­sigt, ver­las­sen, ver­wüs­tet. Ei­ne ent­le­ge­ne Ecke und ei­ne Ko­lo­nie der Pro­vinz Sy­ri­en des tür­ki­schen oder Os­ma­ni­schen Rei­ches. Re­nais­sance kam mit den ers­ten jü­di­schen, zio­nis­ti­schen Pio­nie­ren in den letz­ten Jahr­zehn­ten des 19. Jahr­hun­derts und vor al­lem im 20. Jahr­hun­dert. In ei­ner fast un­glaub­li­chen Art und Wei­se, durch ins­ge­samt leis­tungs­fä­hi­ge und idea­lis­ti­sche Be­mü­hun­gen, ge­lang es den Pio­nie­ren, das Land wie­der zum Le­ben zu er­we­cken, Sümp­fe zu er­obern, Wüs­ten zum Blü­hen zu brin­gen, den un­frucht­ba­ren Bo­den von Ga­li­läa, Ju­däa und Sa­ma­ria wie­der zu be­grü­nen und land­wirt­schaft­li­che Sied­lun­gen  zu grün­den. So­zu­sa­gen die Auf­er­ste­hung ei­nes ab­ge­ma­ger­ten und ver­las­se­nen Lan­des. Ein Land, das mit sei­nen Men­schen wie­der­ver­eint wird. Und die­ser Er­folg zog an­de­re an, aus der ge­sam­ten ara­bi­schen Welt und so­gar aus Eu­ro­pa (dem Bal­kan, Kau­ka­sus), die vom Er­folg der Ju­den pro­fi­tie­ren woll­ten. Mehr als 90 Pro­zent von de­nen, die sich heu­te Pa­läs­ti­nen­ser nen­nen, stam­men von Fa­mi­li­en, die nach der An­kunft der ers­ten Zio­nis­ten in Is­ra­el ge­grün­det wur­den. In ei­ner Volks­zäh­lung 1931 er­wähn­te Pa­läs­ti­nas mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung 24 ver­schie­de­ne Her­kunfts­län­der. Al­so las­sen Sie, lie­ber Le­ser, sich nicht da­zu ver­füh­ren, an das his­to­ri­sche Pa­läs­ti­na und sei­ne un­ter­drück­te und ver­trie­be­ne ur­sprüng­li­che, ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung zu glau­ben.

 

Das ot­to­ma­ni­sche Em­pi­re in sei­ner gröss­ten Aus­prä­gung 1683.

Pa­läs­ti­na, Pa­läs­ti­nen­ser
Wer auf die Be­zeich­nung Pa­läs­ti­na trifft, muss um die his­to­ri­schen Hin­ter­grün­de die­ses Be­griffs wis­sen. Er geht zu­rück bis 135 nach Chris­tus. Der rö­mi­sche Kai­ser Ha­dri­an hat­te den zwei­ten jü­di­schen Auf­stand un­ter Bar Koch­ba bru­tal nie­der­ge­schla­gen. Er ver­füg­te, dass al­le Ju­den ver­trie­ben wer­den soll­ten. Je­ru­sa­lem wird zu ei­ner heid­ni­schen Stadt na­mens Ae­lia Ca­pi­to­li­na. Auf dem Tem­pel­berg wird ei­ne Sta­tue von Ju­pi­ter er­rich­tet. Und Is­ra­el wird Pa­läs­ti­na; di­rekt über der Ge­schich­te Is­ra­els fällt Ha­dri­an zu­rück auf die lan­ge Schlacht, die über Ge­ne­ra­tio­nen zwi­schen Is­ra­el und den Phi­lis­tern herrsch­te, und nach die­sen Phi­lis­tern be­nann­te Ha­dri­an das Land nun Pa­läs­ti­na. Er lösch­te al­le Er­in­ne­run­gen an Is­ra­el, Je­ru­sa­lem und den Gott Is­ra­els aus der Ge­schich­te. Wenn heu­te der Na­me Pa­läs­ti­na ver­wen­det wird, so spielt dies mit Si­cher­heit ei­ne Rol­le.

Über die gan­zen Jahr­hun­der­te war der Na­me Pa­läs­ti­na in Mo­de, al­ler­dings nur als geo­lo­gi­sche Be­zeich­nung für ei­nen Teil der Pro­vinz von Sy­ri­en in der Le­van­te und nie für ei­ne un­ab­hän­gi­ge Na­ti­on oder ei­nen Staat. Trotz der Ab­sicht Ha­dri­ans gab es im­mer ei­ne jü­di­sche Be­völ­ke­rung in dem Ge­biet; in der Tat sind die Ju­den die ein­zi­ge Be­völ­ke­rungs­grup­pe, die kon­ti­nu­ier­lich in dem Land lebt seit den Ta­gen Jos­huas. Dar­über hin­aus gibt es ei­ne va­ri­ie­ren­de Po­pu­la­ti­on von un­ter­schied­li­chen christ­li­chen und is­la­mi­schen Grup­pen und der wan­dern­den Be­dui­nen. Nach dem Zu­sam­men­bruch des tür­ki­schen Rei­ches er­hält Eng­land das Man­dat Pa­läs­ti­nas durch den Völ­ker­bund mit dem Auf­trag, ei­ne Hei­mat für das jü­di­sche Volk zu bil­den. In der Zwi­schen­zeit hat die bri­ti­sche Re­gie­rung die Balfour-​Erklärung aus­ge­stellt (1917), in dem sie ver­spricht, auf das jü­di­sche Hei­mat­land hin­zu­ar­bei­ten.

Nur um es ganz klar zu ma­chen: das jü­di­sche Hei­mat­land er­streck­te sich auf bei­de Sei­ten des Jor­dans; Dies wur­de in meh­re­ren in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men fest­ge­legt. Auf die­se Wei­se war die An­sied­lung der Ju­den im ge­sam­ten Man­dats­ge­biet Pa­läs­ti­na le­gi­ti­miert. Der Be­griff „Hei­mat” ist na­tür­lich nicht oh­ne Be­deu­tung; es geht um das Ge­lob­te Land, der Hei­mat des jü­di­schen Vol­kes seit der Ver­heis­sung an Abra­ham, der Do­mä­ne der Zwölf Stäm­me Is­ra­els, in der sei­ne gan­ze Ge­schich­te statt­fand. Die blos­se Tat­sa­che der zahl­rei­chen ar­chäo­lo­gi­schen Fun­de be­stä­tigt die al­te Ge­schich­te Is­ra­els in der Re­gi­on, und auch die ara­bi­schen Na­men von so ge­nannt pa­läs­ti­nen­si­schen Dör­fern ver­ra­ten ih­ren he­bräi­schen Hin­ter­grund.

Britisches Mandat

Dies war und ist das un­ver­äus­ser­li­che his­to­ri­sche Land des Vol­kes Is­ra­el. Wäh­rend der Ent­ste­hung der zio­nis­ti­schen Be­we­gung wur­de der Ge­dan­ke her­vor­ge­bracht, ei­nen an­de­ren si­che­ren Ha­fen für das jü­di­sche Volk in an­de­ren Tei­len der Welt zu schaf­fen, um die „Ju­den­fra­ge” zu lö­sen. Aber na­tür­lich hat­te die Ver­wirk­li­chung die­ser Idee nicht den Hauch ei­ner Chan­ce. Seit Jahr­hun­der­ten war das Herz der Ju­den auf Zi­on aus­ge­rich­tet und in den täg­li­chen Ge­be­ten wur­de die Hoff­nung auf die Rück­kehr in das Land der Vä­ter aus­ge­drückt. Trotz al­ler in­ter­na­tio­na­len Zu­sa­gen wur­den et­wa zwei Drit­tel des bri­ti­schen Man­dats­ge­biets Pa­läs­ti­na der jü­di­schen Hei­mat – den Ju­den im Jah­re 1917 ver­spro­chen – im Jah­re 1923 für die Bil­dung des ara­bi­schen Staa­tes Jor­da­ni­en ab­ge­schnit­ten. Von da an durf­ten Ju­den sich nur noch in West-​Palästina nie­der­las­sen. Und nach der Ent­schei­dung der Ver­ein­ten Na­tio­nen im Jahr 1947, noch ein­mal das Ge­biet west­lich des Jor­dans in ei­nen jü­di­schen und ei­nen ara­bi­schen Teil auf­zu­tren­nen, war nur noch ein Bruch­teil von dem vor­han­den, was al­le in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men den Ju­den ver­spro­chen hat­ten. Den­noch er­klär­te sich die jü­di­sche Ge­mein­schaft ein­ver­stan­den, und so wur­de der Staat Is­ra­el im Al­ten Land der Vä­ter aus­ge­ru­fen.

Wie all­ge­mein be­kannt ist, ak­zep­tier­te die ara­bi­sche Welt den Tei­lungs­plan nicht (der be­reits da­mals zu ei­nem „pa­läs­ti­nen­si­schen Staat” hät­te füh­ren kön­nen), und grif­fen den jun­gen jü­di­schen Staat an – der Be­ginn ei­nes tat­säch­lich bis heu­te an­dau­ern­den Kriegs­zu­stan­des. In den ver­schie­de­nen durch die ara­bi­sche Welt ge­star­te­ten oder pro­vo­zier­ten Krie­gen hat Is­ra­el im­mer mehr von dem ur­sprüng­lich ver­spro­chen Be­reich er­obert.

UNO Teilungsplan von 1947
Die­ser kom­pak­te Über­blick macht klar, dass es im um­strit­te­nen Ge­biet nie ei­nen un­ab­hän­gi­gen pa­läs­ti­nen­si­schen Staat ge­ge­ben hat mit ei­ge­ner Spra­che, Kul­tur, Ge­schich­te und Iden­ti­tät. In kei­nem Sin­ne war je die Re­de von ei­nem „his­to­ri­schen Volk” der Pa­läs­ti­nen­ser. Selt­sa­mer­wei­se ge­schah es, dass in der Zeit des bri­ti­schen Man­dats jü­di­sche Be­woh­ner die­ser Ge­gend Pa­läs­ti­nen­ser ge­nannt wor­den wa­ren (Pa­lesti­ne Post, Pa­lesti­ne Bank etc.) und nicht ein ein­zi­ger Ara­ber und kei­ne ara­bi­sche In­sti­tu­ti­on be­an­spruch­te den Na­men für sich.

Pa­lesti­ne Post vom 16. Mai 1948: Is­ra­el ist ge­bo­ren

Erst in den sech­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts be­gann Jas­sir Ara­fat, die Na­men Pa­läs­ti­na und Pa­läs­ti­nen­ser für den nicht-​jüdischen Be­völ­ke­rungs­teil zu be­an­spru­chen und grün­de­te die Pa­läs­ti­nen­si­sche Be­frei­ungs­or­ga­ni­sa­ti­on (PLO), ei­ne Kom­bi­na­ti­on ara­bi­scher Ter­ror­grup­pen. Der My­thos /​ Die Lü­ge von ei­nem „his­to­ri­schen Pa­läs­ti­na und sei­ner ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung” wur­de aus politisch-​ideologischen Grün­den von ei­nem Tag auf den an­de­ren aus dem ara­bi­schen Hut ge­zau­bert, und die­ser My­thos sank er­folg­reich in die Be­richt­erstat­tung und Po­li­tik ein. Was zu ei­ner gleich­blei­ben­den Fehl­in­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit führ­te, weil vie­le Me­di­en die­se Ge­schich­te ge­dan­ken­los an­neh­men und wei­ter­ver­brei­ten. Seit den sech­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts ist die ara­bi­sche Pro­pa­gan­da fleis­sig da­mit be­schäf­tigt ge­we­sen, nach ei­ner ei­ge­nen Iden­ti­tät für das pa­läs­ti­nen­si­sche Volk zu su­chen, und sie wur­de ge­fun­den, in­dem die is­rae­li­sche Iden­ti­tät kon­se­quent ge­stoh­len und den Pa­läs­ti­nen­sern un­ter­ge­scho­ben wur­de. Die Ge­schich­te des Lan­des ist den Ju­den weg­ge­nom­men und auf die „na­ti­ven” Pa­läs­ti­nen­ser an­ge­wen­det wor­den.

Das nimmt gro­tes­ke For­men an: Abra­ham war kein Ju­de, son­dern nur ein ira­ki­scher Ara­ber, Sa­lo­mo war der is­la­mi­sche Er­bau­er des Tem­pels, al­le be­kann­ten Per­so­nen aus der Bi­bel wa­ren Mus­li­me, Je­sus war ein Pa­läs­ti­nen­ser. Die Ju­den ha­ben nichts zu su­chen in dem Land, wo sie nicht hin­ge­hö­ren. Auf der Su­che nach ei­ner ei­ge­nen Iden­ti­tät wird der Satz vor­ge­bracht, dass die Pa­läs­ti­nen­ser die Nach­kom­men der Ka­naa­ni­ter sei­en, und da­her die recht­mäs­si­gen Be­sit­zer des Lan­des, und die Ju­den sei­en die Ein­dring­lin­ge.

Be­set­zung und Sied­lun­gen
Das oben­ste­hen­de hat deut­lich ge­macht, dass die An­we­sen­heit von Ju­den im ehe­ma­li­gen Man­dats­ge­biet Pa­läs­ti­na sich auf al­le Ar­ten von in­ter­na­tio­na­len Ent­schei­dun­gen und Ver­ein­ba­run­gen stützt. Ich spre­che hier nicht von den bi­bli­schen Rech­ten Is­ra­els, im Land der Vä­ter zu le­ben (in der Tat die bi­bli­sche Zu­tei­lung!) – Das ist für je­den, der die Bi­bel ernst nimmt, ver­nünf­tig. Ich spre­che hier von der po­li­ti­schen und in­ter­na­tio­na­len ge­setz­li­chen Le­gi­ti­ma­ti­on der Ju­den im Land. Ich for­mu­lie­re das ab­sicht­lich so, weil in der Tat die Gren­zen zwi­schen Is­ra­el und den Nach­bar­län­dern nie of­fi­zi­ell be­stimmt wor­den sind seit dem Waf­fen­still­stand von 1949. Sie müs­sen noch of­fi­zi­ell ver­han­delt wer­den! Die so ge­nann­te „Grü­ne Li­nie” (d.h. die Waf­fen­still­stands­li­nie von 1949) wird oft als Gren­ze be­nutzt, ge­nau wie die „Gren­zen von vor 1967”, aber of­fi­zi­ell ist das falsch: Die Gren­zen sind noch nicht fest! In den ver­schie­de­nen Krie­gen, die Is­ra­el von den ara­bi­schen Na­tio­nen auf­ge­zwun­gen wur­den, hat sich die­ser Be­reich kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­baut. Dar­in ha­ben sich Sied­lun­gen ge­bil­det, die die gröss­te Be­dro­hung für den Welt­frie­den über­haupt sind, so der Te­nor der Welt­po­li­tik und der glo­ba­len Me­di­en.

Grosse Karte

Wenn nur die Sied­lun­gen nicht da wä­ren und wenn nur Is­ra­el nicht exis­tie­ren wür­de, und wenn es nur die Ju­den nicht gä­be, dann wä­re die Welt von fast je­dem Pro­blem be­freit. Aber Is­ra­el exis­tiert und die Be­woh­ner von Ju­däa und Sa­ma­ria exis­tie­ren, sie lies­sen sich zum gröss­ten Teil aus ei­ner tie­fen re­li­giö­sen Über­zeu­gung her­aus in ge­nau je­nen Ge­bie­ten nie­der, von de­nen die Pro­phe­ten spre­chen. Sie wer­den nicht weg­ge­hen. Und wie schon dar­ge­legt, ha­ben sie nicht nur ein bi­bli­sches Recht, son­dern auch kla­re ju­ris­ti­sche Ti­tel, sich dort nie­der­zu­las­sen.

Die Er­klä­rung von Ab­bas, dass, wenn ein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat ge­grün­det wird, es dar­in kei­nen Platz für Ju­den ge­be, ist ab­surd! Ab­surd, aber ehr­lich: Die ara­bi­sche Welt ist nur auf ei­nes aus: ei­nen „ju­den­frei­en” Na­hen Os­ten. Die Zwei-​Staaten-​Lösung ist in den ara­bi­schen Au­gen nur ein Kom­pro­miss, wie Ara­fat schon sag­te: zu­erst ein Staat ne­ben Is­ra­el, dann ein Staat an die Stel­le Is­ra­els, und dann an­schlies­send al­le Ju­den weg! Dann wird Hadj Amin al-​Husseinis Traum wahr ge­wor­den sein. Er war im Bun­de mit Hit­ler, sei­ne mus­li­mi­sche Mi­li­zen un­ter­stütz­ten ihn bei der „End­lö­sung” in Eu­ro­pa, da­mit Hit­ler bei der Ver­nich­tung der Ju­den im Na­hen Os­ten hel­fen wür­de. Na­tür­lich er­wäh­ne ich dies mit Ab­sicht, wir dür­fen nicht un­se­re Au­gen vor dem tie­fen Hass und dem glü­hen­den An­ti­se­mi­tis­mus ver­schlies­sen, der so­wohl Ab­bas als auch sei­ne pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de in­spi­riert. Sie wer­den sich nicht An­ti­se­mi­ten, son­dern An­ti­zio­nis­ten nen­nen – wie so vie­le Mei­nungs­bild­ner in der üb­ri­gen Welt.

Aber ich den­ke an das, was Mar­tin Lu­ther King sag­te: „Sie sa­gen, dass sie ge­gen die Zio­nis­ten sei­en, aber sie mei­nen die Ju­den”. Ab­bas wei­gert sich aus dem­sel­ben Grund ka­te­go­risch, den Staat Is­ra­el an­zu­er­ken­nen. Mei­ner Mei­nung nach wird die Zwei­staa­ten­lö­sung nie funk­tio­nie­ren. Es ist nur ei­ne Stra­te­gie, um Is­ra­el zu schwä­chen und es hin­ter un­halt­ba­re Gren­zen zu­rück zu zwin­gen. Der Rück­zug aus Ga­za und da­vor aus dem Süd­li­ba­non hat uns ge­lehrt, was die Aus­wir­kun­gen sind: Ei­ne Wol­ke aus Rauch und Feu­er von Tau­sen­den ab­ge­feu­er­ter Ra­ke­ten und Mör­ser­gra­na­ten und Wel­len ara­bi­scher Terroristen-​Infiltratoren und Selbst­mord­at­ten­tä­ter, die zu rie­si­gen Blut­bä­dern füh­ren. Ich ha­be den Ein­druck, dass nicht mehr vie­le Leu­te an die Zwei­staa­ten­lö­sung glau­ben; je­des Mal, wenn die­se Lö­sung in Reich­wei­te war, hall­te das ara­bi­sche NEIN, und es sieht aus, als ob die Chan­cen ver­tan wä­ren. Aber was auch im­mer für ei­ne Lö­sung sich am En­de durch­set­zen wird (wenn über­haupt, be­vor der Mes­si­as kommt!), es ist ab­so­lut in­ak­zep­ta­bel, dass das bi­bli­sche Kern­land für Ju­den ver­bo­ten sein soll­te. Wer im­mer das wünscht oder ver­tei­digt ist ein An­ti­se­mit.

Haj Amin al-​Husseini bei ei­nem Tref­fen mit Adolf Hit­ler (De­zem­ber 1941).

Un­ter­drü­ckung, Apart­heid, über­trie­be­ne Ge­walt, Ge­no­zid
Das Schick­sal der ara­bi­schen Is­rae­lis und mehr noch, das der Pa­läs­ti­nen­ser in den so ge­nann­ten be­setz­ten Ge­bie­ten, wer­den in der west­li­chen Pres­se oft als be­son­ders düs­ter ge­zeich­net. Is­ra­el un­ter­drü­cke die Nicht­ju­den, dis­kri­mi­nie­re sie in ei­nem Apart­heid­sys­tem schlim­mer als zu der Zeit in Süd­afri­ka, stre­be of­fen nach Völ­ker­mord an den Pa­läs­ti­nen­sern in den „Open-​Air-​Gefängnissen von Ga­za und der West­bank”. Hin­zu kom­men na­tür­lich die teuf­li­schen Vor­wür­fe über­mäs­si­ger Ge­walt in mi­li­tä­ri­schen Ak­tio­nen. Um mit letz­te­rem zu be­gin­nen: die bei­den Mi­li­tär­ak­tio­nen der letz­ten Jah­re in Ga­za sind noch frisch in un­se­rer Er­in­ne­rung. Als end­lich, nach Jah­ren des täg­li­chen Ra­ke­ten­be­schus­ses aus dem Ga­za­strei­fen mit im­mer ef­fek­ti­ve­ren Waf­fen, be­schlos­sen wur­de, ein­zu­grei­fen, tat Is­ra­el dies mit gröss­ter Sorg­falt. Zi­vi­le Zie­le wur­den so weit wie mög­lich ver­mie­den, eben­so wie zi­vi­le Op­fer. Es gab War­nun­gen vor an­ge­hen­den dro­hen­den Mi­li­tär­ak­tio­nen. Aber wenn Ha­mas sich in Schu­len und Kran­ken­häu­sern auf­stellt und Zi­vi­lis­ten an der Flucht hin­dert, sind zi­vi­le Op­fer nicht zu ver­mei­den.

Netan­ja­hu sag­te scharf, aber sehr tref­fend: „Wir ver­wen­den Waf­fen, um un­se­re Kin­der zu schüt­zen, sie ver­wen­den Kin­der, um ih­re Waf­fen zu schüt­zen.” Und trotz­dem hall­te es re­gel­mäs­sig wäh­rend der De­mons­tra­tio­nen in un­se­rem Land, dass Is­ra­el Völ­ker­mord an den Pa­läs­ti­nen­sern be­ge­he. Die­ser Vor­wurf ist so gro­tesk wie un­wahr. Na­tür­lich gibt es im­mer wie­der pa­läs­ti­nen­si­sche Op­fer. Der Grund da­für ist, dass die Pa­läs­ti­nen­ser selbst mit der Ge­walt be­gin­nen. Is­ra­el ant­wor­tet mit le­gi­ti­mer Selbst­ver­tei­di­gung. Zie­le Is­ra­els sind Mi­li­tan­te, Ra­ke­ten­wer­fer, Tun­nel und Ge­bäu­de der Ha­mas und so wei­ter. Is­ra­el greift nicht vor­sätz­lich zu­fäl­li­ge Zi­vi­lis­ten an, ge­schwei­ge denn dass die Zahl der Op­fer die Grös­se ei­nes Völ­ker­mor­des hät­te.

Seit 1950 wur­den in den israelisch-​arabischen Kon­flik­ten 35’000 Ara­ber und 16’000 Ju­den ge­tö­tet. Aber im glei­chen Zeit­raum wur­den wei­te­re 11 Mil­lio­nen Ara­ber ge­tö­tet – da­von mehr als 90% von ih­ren Glau­bens­brü­dern! Trotz all die­ser An­schul­di­gun­gen ist es ei­ne Tat­sa­che, dass Is­ra­el mas­siv in An­la­gen in­ves­tiert, die die Le­bens­be­din­gun­gen der Men­schen im Ga­za­strei­fen und der West­bank ver­bes­sern. Und im Hin­blick auf die ara­bi­schen Ein­woh­ner Is­ra­els: sie ha­ben nor­ma­le Rech­te als Zi­vi­lis­ten ei­nes de­mo­kra­ti­schen Staa­tes (der ein­zi­ge im Na­hen Os­ten!). Is­ra­el ist nicht bes­ser oder schlech­ter als je­de an­de­re De­mo­kra­tie in der Welt, und si­cher­lich pas­sie­ren Feh­ler; es gibt nicht vie­le Ge­sell­schaf­ten, die so un­ter Druck ste­hen, wie die is­rae­li­sche. Aber kei­ne an­de­re Grup­pe von Ara­bern in der ge­sam­ten ara­bi­schen Welt hat so vie­le Rech­te, ein so ho­hes Mass an All­ge­mein­bil­dung und so wei­ter, wie die Ara­ber im Staat Is­ra­el. Der Vor­wurf der Apart­heid und Un­ter­drü­ckung ist bös­wil­li­ge Ver­leum­dung, er soll Is­ra­el de­li­gi­ti­mie­ren. Es gibt ab­so­lut kei­ne recht­li­che Tren­nung oder Dis­kri­mi­nie­rung.

Vor­ur­tei­le
So viel zu ei­ni­gen der Bei­spie­le für fal­sche Pro­pa­gan­da über Is­ra­el. Lei­der ist dies bei wei­tem nicht voll­stän­dig. Noch sind die al­ten Ver­leum­dun­gen in Um­lauf über jü­di­sche Ver­schwö­run­gen, die den Welt­frie­den un­ter­gra­ben. Die „jü­di­sche Lob­by” soll ex­trem ein­fluss­reich sein in den USA und Eu­ro­pa und Is­ra­el vor ge­rech­ter Kri­tik ab­schir­men. Mei­ne Mei­nung ist, dass es heu­te im Ge­gen­teil ei­ne glo­ba­le At­mo­sphä­re der De­le­gi­ti­ma­ti­on Is­ra­els gibt, dis­pro­por­tio­na­le Kri­tik an Is­ra­el, mit zwei­er­lei Mass in in­ter­na­tio­na­len In­sti­tu­tio­nen und so wei­ter. Wenn Is­ra­el be­tei­ligt ist, tre­ten selt­sam Al­li­an­zen auf: Lin­ke Ak­ti­vis­ten, fa­schis­ti­sche is­la­mi­sche Grup­pen und glü­hen­de An­ti­zio­nis­ten ver­ur­tei­len Is­ra­el mit ver­ein­ten Kräf­ten – se­hen Sie sich die Er­schei­nungs­for­men in un­se­rem Land im Som­mer letz­ten Jah­res (2014) wäh­rend des Gaza-​Krieges an. Lei­der ma­chen sich vie­le Jour­na­lis­ten nicht die Mü­he, tie­fer als ober­fläch­lich zu gra­ben in die kom­ple­xe Rea­li­tät und kom­ple­xe Ge­schich­te. Die Nach­richt des Ta­ges ist zum gröss­ten Teil vor­ver­ur­tei­lend und ne­ga­tiv in Be­zug auf Is­ra­el. Ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be für die Chris­ten in die­sen Ta­gen, um ei­nen völ­lig an­de­ren Ton zu tref­fen! Wie auch im­mer: Is­ra­el lebt! Und der Gott Is­ra­els lebt. Er wird sein Volk nicht ver­las­sen!

Jaap de Vreugd

Rev Jaap de Vreu­gd, pen­sio­nier­ter ehe­ma­li­ger Vor­stand der Or­ga­ni­sa­ti­on Chris­ten für Is­ra­el

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