«

»

War­um Pa­läs­ti­nen­ser mit Is­ra­el kei­nen Frie­den schlies­sen kön­nen

Kha­led Abu To­a­meh, 13. Ju­li 2015, Gatestone In­sti­tu­te

  • Ame­ri­ka­ner und Eu­ro­pä­er er­ken­nen nicht, dass, um Frie­den zu er­rei­chen, die Füh­rer ihr Volk auf Kom­pro­miss und To­le­ranz vor­be­rei­ten müs­sen. Wenn man mit Is­ra­el Frie­den schlies­sen will, dann sagt man sei­nem Volk nicht, dass die West­mau­er für die Ju­den kei­ner­lei re­li­giö­se Be­deu­tung ha­be und, ge­nau ge­nom­men, mus­li­mi­sches Ei­gen­tum sei. Die Füh­rer der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de, die Is­ra­el der „Kriegs­ver­bre­chen” und das „Ge­no­zids” be­schul­di­gen, be­rei­ten ihr Volk si­cher nicht auf Frie­den vor. Sol­che An­schul­di­gun­gen die­nen nur der wei­te­ren Auf­wie­ge­lung der Pa­läs­ti­nen­ser ge­gen Is­ra­el.
  • Wenn Jas­sir Ara­fat nicht in der La­ge war, ein gross­zü­gi­ges An­ge­bot, das ihm vom frü­he­ren Pre­mier­mi­nis­ter Ehud Ba­rak wäh­rend des Camp Da­vid Gip­fels 2000 ge­macht wor­den war, zu ak­zep­tie­ren, wie soll dann Mahmoud Ab­bas ir­gend­wel­che Kon­zes­sio­nen an Is­ra­el ma­chen? Ara­fat wird zi­tiert mit den Wor­ten, dass er das An­ge­bot ab­ge­lehnt ha­be, weil er nicht beim Tee Trin­ken mit dem er­mor­de­ten ägyp­ti­schen Prä­si­den­ten An­war Sa­dat en­den wol­le, dem ers­ten ara­bi­schen Füh­rer, der ei­ne Frie­dens­ver­ein­ba­rung mit Is­ra­el un­ter­zeich­ne­te.
  • Kein pa­läs­ti­nen­si­scher Füh­rer hat ein Man­dat, ei­ne im­mer­wäh­ren­de Frie­dens­ver­ein­ba­rung mit Is­ra­el ab­zu­schlies­sen. Kein Füh­rer in Ra­mal­lah oder dem Ga­za­strei­fen ist au­to­ri­siert, den Kon­flikt mit Is­ra­el  zu be­en­den. Je­der Pa­läs­ti­nen­ser, der es wagt, über Kon­zes­sio­nen mit Is­ra­el zu re­den, wird sehr rasch als Ver­rä­ter ver­schrien. Je­ne, die glau­ben, dass der Nach­fol­ger von Ab­bas, wer im­mer er sein mö­ge, in der La­ge sein wer­de, ech­te Kon­zes­sio­nen an Is­ra­el zu ma­chen, lebt in ei­ner Il­lu­si­on.


Es gibt zwei Haupt­grün­de, war­um Pa­läs­ti­nen­ser kei­ne ech­te und be­deut­sa­me Frie­dens­ver­ein­ba­rung mit Is­ra­el schlies­sen wer­den – zu­min­dest nicht in der über­schau­ba­ren Zu­kunft.

Das ers­te ist ein völ­li­ges Feh­len von Bil­dung zum Frie­den. Das zwei­te hat mit der Ab­senz ei­nes Füh­rers zu tun, der au­to­ri­siert ist – oder den Mut hat – sich auf ei­ne solch ri­si­ko­rei­che Mis­si­on zu be­ge­ben.

Ame­ri­ka­ner und Eu­ro­pä­er, die dau­ernd über die Not­wen­dig­keit, den still­ste­hen­den Frie­dens­pro­zess im mitt­le­ren Os­ten wie­der­zu­be­le­ben, igno­rie­ren an­dau­ernd die­se bei­den Fak­to­ren. Sie be­har­ren dar­auf, dass Frie­den trotz­dem mög­lich sei und dass der Ball bei Is­ra­el lie­ge.

Die Ame­ri­ka­ner und Eu­ro­pä­er an­er­ken­nen nicht, dass, um Frie­den zu er­rei­chen, die Füh­rer ihr Volk auf Kom­pro­mis­se und To­le­ranz vor­be­rei­ten müs­sen.

In der Tat ist es un­ge­nau, nur zu sa­gen, dass die pa­läs­ti­nen­si­schen Füh­rer ihr Volk nicht auf Frie­den mit Is­ra­el vor­be­rei­tet hät­ten. Statt­des­sen müss­te man sa­gen, dass die pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rung ihr Volk seit lan­gem ge­gen Is­ra­el auf­sta­chelt, bis zu ei­nem Punkt, wo es fast un­mög­lich ge­wor­den ist, über ir­gend ei­ne Art von Kom­pro­miss zwi­schen Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern über­haupt zu re­den.

Seit ih­rer Grün­dung im Jah­re 1994 hat die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de (PA) den gröss­ten Teil ih­rer En­er­gie und Pro­pa­gan­da da­für ver­wen­det, Is­ra­el zu de­le­gi­ti­mie­ren und zu iso­lie­ren. Iro­ni­scher­wei­se ging die­se Auf­sta­che­lung wei­ter, selbst wäh­rend die PA mit Is­ra­el ver­han­del­te in ei­nem Ver­such, ei­ne Frie­dens­ver­ein­ba­rung zu fin­den.

sa­gen Sie Ih­rem Volk von Zeit zu Zeit sa­gen,

Wenn Sie mit Is­ra­el Frie­den schlies­sen wol­len, dann sa­gen Sie Ih­rem Volk nicht im­mer wie­der, dass die West­mau­er kei­ner­lei re­li­giö­se Si­gni­fi­kanz ha­be für die Ju­den und, ge­nau ge­nom­men, hei­li­ges mus­li­mi­sches Ei­gen­tum sei.

Sie kön­nen kei­nen Frie­den schlies­sen mit Is­ra­el, wenn Sie an­dau­ernd jü­di­sche Ge­schich­te oder Ver­bin­dun­gen zum Land ver­leug­nen. Neh­men wir, zum Bei­spiel, was Han­an Ashra­wi von der PLO sag­te, als Re­ak­ti­on auf Aus­sa­gen von Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma, in der er die jü­di­sche Ge­schich­te an­er­kennt. „Ein­mal mehr hat er [Oba­ma] den Dis­kurs der zio­nis­ti­schen Ideo­lo­gie über­nom­men,” sag­te sie. „Er über­nahm sie, als er die­se Re­gi­on be­such­te, als er da­von sprach, dass die Ju­den in ihr Land heim­kehr­ten, und dass das ihr Land sei.”

Du wirst nie in der La­ge sein, mit Is­ra­el Frie­den zu schlies­sen, wenn du an­dau­ernd dei­nem Volk und dem Rest der Welt sagst, dass der Zio­nis­mus er­schaf­fen wor­den sei, um das jü­di­sche Pro­jekt der Welt­herr­schaft zu im­ple­men­tie­ren. Das ist es, was der Bot­schaf­ter der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de in Chi­le, Imad Na­bil Ja­daa, sag­te an ei­ner Kon­fe­renz in San­tia­go über israelisch-​palästinensischen Frie­den.

Imad Na­bil Ja­daa, der Bot­schaf­ter der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de in Chi­le, er­klär­te am 15. Mai, dass die Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zi­on (ei­ne an­ti­se­mi­ti­sche Fäl­schung) den Be­weis für den jü­di­schen Plan der Welt­herr­schaft ent­hiel­ten. In der­sel­ben Re­de er­klär­te Ja­daa, „es gibt kein jü­di­sches Volk” und dass die Pa­läs­ti­nen­ser die Exis­tenz des jü­di­schen Vol­kes nicht an­er­ken­nen wür­den. (Bild­quel­le: ISGAP Vi­deo Screen­shot)

Es wird un­mög­lich sein, zu ei­ner Zeit mit Is­ra­el Frie­den zu schlies­sen, wo die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de sei­nem Volk sagt, dass Ju­den Wild­schwei­ne ein­setzt, um pa­läs­ti­nen­si­sche Bau­ern aus ih­ren Fel­dern und Hei­men in der West­bank zu ver­trei­ben. Das ist es, was PA-​Präsident Mahmoud Ab­bas an ei­ner pro-​Palästina-​Konferenz in Ra­mal­lah sag­te.

Ge­mäss der PA ha­ben Ju­den Rat­ten be­nutzt, um ara­bi­sche Ein­woh­ner der Alt­stadt von Je­ru­sa­lem aus ih­ren Woh­nun­gen zu ver­trei­ben. Die of­fi­zi­el­le pa­läs­ti­nen­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur, Wa­fa, die di­rekt Ab­bas’ Bü­ro un­ter­stellt ist, be­haup­te­te in ei­ner Pres­se­er­klä­rung, dass „Rat­ten ei­ne is­rae­li­sche Waf­fe ge­wor­den sind, um ara­bi­sche Ein­woh­ner [aus der Alt­stadt von Je­ru­sa­lem] zu ver­trei­ben und ver­ja­gen.” Die Agen­tur be­rich­te­te: „Sied­ler flu­ten die Alst­stadt mit Rat­ten … sie las­sen Rat­ten frei, um das Lei­den der [ara­bi­schen] Ein­woh­ner zu ver­grös­sern und sie da­zu zu zwin­gen, ih­re Hei­me zu ver­las­sen und aus der Stadt zu zie­hen.”

Die­se Bot­schaf­ten wer­den nicht nur von der Ha­mas an die Pa­läs­ti­nen­ser ge­schickt, son­dern auch von der vom wes­ten ge­spon­ser­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de, die Is­ra­els „Frie­dens­part­ner” sein soll. Die Bot­schaf­ten wer­den an Pa­läs­ti­nen­ser ge­schickt über Mo­sche­en, Me­di­en, und öf­fent­li­che Er­klä­run­gen von pa­läs­ti­nen­si­schen Füh­rern.

Die ist zu­sätz­lich zur welt­wei­gen Kam­pa­gne der PA, Is­ra­el und die Is­rae­lis zu iso­lie­ren, de­le­gi­ti­mie­ren und zu dä­mo­ni­sie­ren. PA-​Führer und -Re­prä­sen­tan­ten, die wei­ter­hin Is­ra­el der „Kriegs­ver­bre­chen” und des „Ge­no­zids” be­schul­di­gen, be­rei­ten ihr Volk ganz si­cher nicht auf Frie­den mit Is­ra­el vor. Im Ge­gen­teil, sol­che An­schul­di­gun­gen die­nen nur der wei­te­ren Auf­sta­che­lung der Pa­läs­ti­nen­ser ge­gen Is­ra­el.

Das ist die Art von Auf­wie­ge­lung, in der Tat, die mehr Pa­läs­ti­nen­ser in die of­fe­nen Ar­me der Ri­va­len der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de treibt, zu­nächst und zu­al­ler­erst der Ha­mas. Wenn du dau­ernd dei­nem Volk sagst, Is­ra­el wol­le kei­nen Frie­den und ver­su­che nur, das Le­ben der Pa­läs­ti­nen­ser zu zer­stö­ren und ih­nen ihr Land zu steh­len, dann gibt es kei­nen Weg für Pa­läs­ti­nen­ser, ir­gend ei­ne Form von Ver­söh­nung, ge­schwei­ge denn Frie­den, mit Is­ra­el zu er­rei­chen.

Doch das ist nicht der ein­zi­ge Man­gel in der Er­zie­hung zum Frie­den oder An­ti­is­rae­li­scher Auf­wie­ge­lung.

Es ist Zeit für die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft, die Tat­sa­che an­zu­er­ken­nen, dass kein pa­läs­ti­nen­si­scher Füh­rer ein Man­dat hat, ein im­mer­wäh­ren­des Frie­dens­ab­kom­men mit Is­ra­el ab­zu­schlies­sen. Das liegt dar­an, dass kein Füh­rer in Ra­mal­lah oder im Ga­za­strei­fen au­to­ri­siert ist, den Kon­flikt mit Is­ra­el zu be­en­den.

Wenn Jas­sir Ara­fat nicht in der La­ge war, ein gross­zü­gi­ges An­ge­bot, das ihm vom frü­he­ren Pre­mier­mi­nis­ter Ehud Ba­rak am Camp Da­vid Gip­fel 2000 ge­macht wur­de, an­zu­neh­men, wie kann Mahmoud Ab­bas dann ir­gend ei­ne Form von Kon­zes­sio­nen an Is­ra­el ge­ben? Ara­fat wur­de da­mals zi­tiert mit den Wor­ten, dass er nicht mit dem er­mor­de­ten Prä­si­den­ten An­war Sa­dat Tee trin­kend en­den wol­le, dem ers­ten ara­bi­schen Füh­rer, der ei­ne Frie­dens­ver­ein­ba­rung mit Is­ra­el ab­ge­schlos­sen hat­te.

Auf vie­le Ar­ten kann Ab­bas nur sich selbst die Schuld ge­ben für die Si­tua­ti­on, in der er sich heu­te be­fin­det. Wenn Sie den Men­schen sa­gen, dass sie nie­mals Kon­zes­sio­nen ma­chen wer­den, wie kön­nen Sie dann je­mals ei­ne Frie­dens­ver­ein­ba­rung mit Is­ra­el un­ter­schrei­ben?

Je­ne, die glau­ben, dass der Nach­fol­ger von Ab­bas, wer im­mer er sein mö­ge, in der La­ge sein wer­de, Is­ra­el ech­te Kon­zes­sio­nen zu ma­chen, lebt in ei­ner Il­lu­si­on. Es ist Zeit, zu­zu­ge­ben, dass kein ak­tu­el­ler und zu­künf­ti­ger pa­läs­ti­nen­si­scher Füh­rer au­to­ri­siert ist, selbst die kleins­te Kon­zes­si­on an Is­ra­el zu ma­chen. Je­der Pa­läs­ti­nen­ser, der es wagt, über Kon­zes­sio­nen an Is­ra­el zu re­den, wird rasch als Ver­rä­ter de­nun­ziert.

Die­ses sind die bei­den Grün­de, wes­halb der „Frie­dens­pro­zess” im mitt­le­ren Os­ten sich wei­ter­hin im Kreis dre­hen wird. Um Frie­den mit Is­ra­el zu schaf­fen müs­sen Sie Ihr Volk auf Frie­den mit Is­ra­el vor­be­rei­ten. Das ist et­was, was die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de un­ter­las­sen hat. Und das ist der Grund, war­um wir in der na­hen Zu­kunft kei­nen ge­mäs­sig­ten pa­läs­ti­nen­si­schen Füh­rer auf­stei­gen se­hen wer­den.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php