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Die po­li­tisch kor­rek­te Dik­ta­tur des Wes­tens

Gi­ulio Meot­ti, 6.12.2016, Gatestone In­sti­tu­te

  • Die mu­ti­ge Ar­beit der Künst­le­rin Mim­sy wur­de von den Lon­do­ner Mall Gal­le­ries ent­fernt, nach­dem die bri­ti­sche Po­li­zei sie als „het­ze­risch” de­fi­niert hat­te.
  • In Frank­reich leh­ren Schu­len Kin­dern, dass West­ler Kreuz­rit­ter, Ko­lo­ni­sa­to­ren und „schlecht” sind. In ih­ren Be­mü­hun­gen, die Ab­leh­nung Frank­reichs und sei­ner jüdisch-​christlichen Kul­tur zu recht­fer­ti­gen, ha­ben die Schu­len den Bo­den ge­legt, auf dem der is­la­mi­sche Ex­tre­mis­mus un­ge­bremst blüht und ge­deiht.
  • Nie­mand kann be­strei­ten, dass Frank­reich un­ter is­la­mis­ti­scher Be­la­ge­rung steht. Letz­te Wo­che ent­deck­te Frank­reichs Ge­heim­dienst ei­nen wei­te­ren Ter­ror­plan. Doch was ist die Prio­ri­tät der so­zia­lis­ti­schen Re­gie­rung? Be­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit für Pro-Life-„Militante”.
  • Un­ter die­ser po­li­tisch kor­rek­ten Dik­ta­tur hat die west­li­che Kul­tur zwei Prin­zi­pi­en eta­bliert. Ers­tens kann die Re­de­frei­heit ein­ge­schränkt wer­den, wenn je­mand be­haup­tet, dass ei­ne Mei­nung ei­ne „Be­lei­di­gung” sei. Zwei­tens gibt es ei­nen bös­ar­ti­gen dop­pel­ten Stan­dard: Min­der­hei­ten, be­son­ders Mus­li­me, kön­nen ge­gen Ju­den und Chris­ten frei sa­gen, was im­mer sie wol­len.
  • Es gibt kei­nen bes­se­ren Ver­bün­de­ten des is­la­mi­schen Ex­tre­mis­mus als die­ses Hei­lig­tum der li­be­ra­len Zen­sur: Bei­de wol­len tat­säch­lich je­de Kri­tik am Is­lam und je­de stol­ze Ver­tei­di­gung der west­li­chen Auf­klä­rung oder jüdisch-​christlichen Kul­tur un­ter­drü­cken.
  • Twit­ter, ei­nes der Ve­hi­kel die­ser neu­en In­to­le­ranz, bil­de­te so­gar ei­nen Rat für Ver­trau­en und Si­cher­heit („Trust and Safe­ty Coun­cil”). Das er­in­nert an Saudi-​Arabiens „Rat für die För­de­rung der Tu­gend und Prä­ven­ti­on von Las­tern”.
  • Un­ter die­ser po­li­ti­schen Kor­rekt­heit ist der ein­zi­ge „win-​win” der für den po­li­ti­schen Is­lam.

Die mu­ti­ge Ar­beit der Künst­le­rin Mim­sy, die die Bru­ta­li­tät von ISIS dar­stellt, wur­de von den Lon­do­ner Mall Gal­le­ries ent­fernt, nach­dem die bri­ti­sche Po­li­zei sie als „het­ze­risch” de­fi­niert hat­te. (Bild­quel­le: Mim­sy)

Es sieht viel­leicht wie das gol­de­ne Zeit­al­ter der Re­de­frei­heit aus: mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Tweets, Facebook-​Posts und Blogs je­den Tag. Aber un­ter die­ser Ober­flä­che zieht sich die Mei­nungs­frei­heit dra­ma­tisch zu­rück.

Stu­den­ten der Ci­ty Uni­ver­si­ty of Lon­don, Hei­mat ei­ner der an­ge­se­hens­ten Schu­len des bri­ti­schen Jour­na­lis­mus, stimm­ten da­für, drei Zei­tun­gen von ih­rem Cam­pus zu ver­ban­nen: Die Sun, Dai­ly Mail und Ex­press. Ihr „Ver­bre­chen” ist es, laut dem ge­neh­mig­ten An­trag, Sto­ries ge­gen Mi­gran­ten und „is­la­mo­pho­be” Ar­ti­kel ver­öf­fent­licht zu ha­ben und „die Ar­bei­ter­klas­se zum Sün­den­bock zu ma­chen, die sie so stolz zu ver­tre­ten be­haup­ten”. Die Ci­ty Uni­ver­si­ty, an­geb­lich ein Ort der Of­fen­heit und des Hin­ter­fra­gens, wur­de die ers­te west­li­che Bil­dungs­ein­rich­tung, die Zen­sur be­für­wor­tet und Zei­tun­gen des „rech­ten Flü­gels” ver­bie­tet.

Der Fil­me­ma­cher Da­vid Cro­nen­berg nann­te die­se Selbst­zen­sur nach dem Mas­sa­ker an Char­lie Heb­do „ei­ne selt­sam ver­schlun­ge­ne po­li­ti­sche Kor­rekt­heit.” Es ist ei­nes der töd­lichs­ten ideo­lo­gi­schen Gif­te des 21. Jahr­hun­derts. Sie ist nicht nur eng­stir­nig und lä­cher­lich, sie macht uns blind für den ra­di­ka­len Is­lam, der un­se­re geis­ti­ge und kul­tu­rel­le Ab­wehr un­ter­gräbt.

Die zahl­lo­sen An­schlä­ge mus­li­mi­scher Ex­tre­mis­ten be­zeu­gen, dass die mul­ti­kul­tu­rel­le Welt, in die man uns führ­te, ei­ne Fik­ti­on ist. Die po­li­ti­sche Kor­rekt­heit er­mu­tigt die Is­la­mis­ten le­dig­lich, die Ein­sät­ze zu er­hö­hen, um den Krieg zu ge­win­nen, den sie vor­an­trei­ben. Die dar­aus re­sul­tie­ren­de Span­nung wur­de von den west­li­chen Eli­ten mit ih­rem Schuld­ge­fühl für den „Ko­lo­nia­lis­mus” in der Drit­ten Welt ge­füt­tert.

ISIS be­droht Syl­va­ni­en” – ei­ne Kunst­aus­stel­lung mit nied­li­chen klei­nen Stoff­tier­chen, die auf ei­nem Ra­sen pic­ni­cken und die der an­de­ren nied­li­chen Stofftier-​Terroristen, die Sturm­ge­weh­re tra­gend di­rekt hin­ter ih­nen ste­hen, nicht be­wusst sind – ist das Werk der Künst­le­rin Mim­sy (sie ver­birgt ih­re Iden­ti­tät). Die Prot­ago­nis­ten die­ser Se­rie von Schau­stü­cken sind ei­ne Fa­mi­lie von Stoff­pup­pen, die in ei­nem ver­zau­ber­ten Tal wohnt. Be­waff­ne­te, ge­klei­det wie die Scher­gen des is­la­mi­schen Staa­tes, über­fal­len die un­schul­di­gen Be­woh­ner des Tals in der Schu­le und am Strand, bei ei­nem Pick­nick oder bei ei­ner Gay Pri­de Pa­ra­de. Es sieht aus wie ei­ne ak­tua­li­sier­te Ver­si­on von Maus von Art Spie­gel­man, ei­nem an­schau­li­chen Ro­man, der Nazi-​Katzen und jü­di­sche Mäu­se wäh­rend des Ho­lo­caust dar­stellt.

Die­je­ni­gen, die die­se künst­le­ri­sche Aus­stel­lung in den Mall Gal­le­ries in Lon­don se­hen wol­len, müs­sen sich nun mit dem Werk von Ja­mie Mc­Cart­ney trös­ten, „The Gre­at Wall Va­gi­na”, neun Me­tern weib­li­cher Ge­ni­ta­li­en, we­ni­ger wich­tig und we­ni­ger pro­vo­ka­tiv.

Die mu­ti­ge Ar­beit von Mim­sy wur­de aus dem Pro­gramm die­ses Lon­do­ner Kul­tur­er­eig­nis­ses eli­mi­niert, nach­dem die bri­ti­sche Po­li­zei sie als „het­ze­risch” de­fi­niert hat­te. Die Or­ga­ni­sa­to­ren in­for­mier­ten die Ga­le­ris­ten, dass sie, wenn sie sie aus­stel­len woll­ten, £ 36.000 ($ 46.000) hin­blät­tern müss­ten, um wäh­rend der sechs Mes­se­ta­ge „den Ver­an­stal­tungs­ort zu si­chern”.

Un­ter die­ser po­li­tisch kor­rek­ten Dik­ta­tur hat die west­li­che Kul­tur zwei Prin­zi­pi­en eta­bliert. Ers­tens kann die Re­de­frei­heit ein­ge­schränkt wer­den, wenn je­mand be­haup­tet, dass ei­ne Mei­nung ei­ne „Be­lei­di­gung” sei. Zwei­tens gibt es ei­nen bös­ar­ti­gen dop­pel­ten Stan­dard: Min­der­hei­ten, vor al­lem Mus­li­me, kön­nen ge­gen Ju­den und Chris­ten frei sa­gen, was sie wol­len.

Und so kam es, dass die be­rühm­tes­te spa­ni­sche Fuß­ball­mann­schaft, Re­al Ma­drid, nach Ab­schluss ei­nes Wer­be­ver­trags mit dem Golf-​Emirat in Abu Dha­bi das Kreuz aus sei­nem Wap­pen ent­fern­te. Das christ­li­che Sym­bol wur­de rasch fal­len ge­las­sen, um den Spon­so­ren aus dem is­la­mi­schen Golf zu ge­fal­len.

Viel­leicht wird der Wes­ten bald auf­ge­for­dert, die Flag­ge der Eu­ro­päi­schen Uni­on – zwölf gel­be Ster­ne auf blau­em Hin­ter­grund – zu än­dern, weil sie ei­ne co­dier­te christ­li­che Bot­schaft ent­hält. Ar­sè­ne Heitz, die sie 1955 ent­warf, wur­de von der christ­li­chen Iko­no­gra­phie der Jung­frau Ma­ria mit ei­ner Kro­ne und zwölf Ster­nen auf dem Kopf in­spi­riert: was für ei­ne herz­lo­se „westlich-​christliche Vorherrschafts-” Bot­schaft!

Po­li­ti­sche Kor­rekt­heit hat auch gro­ße Aus­wir­kun­gen auf Big Busi­ness: Kel­loggs hat Wer­bung von Breit­bart zu­rück­ge­zo­gen, weil der Blog „nicht auf un­se­re Wer­te aus­ge­rich­tet” ist, und Le­go stopp­te Wer­bung mit Dai­ly Mail, um nur zwei kürz­li­che Fäl­le zu er­wäh­nen.

Es soll­te nicht auf­schre­cken, wenn Un­ter­neh­men ent­schei­den wol­len, wo sie für ih­re Pro­duk­te wer­ben, aber es schreckt auf, wenn dies auf­grund von „Ideo­lo­gie” ge­schieht. Wir ha­ben noch nie ge­le­sen, dass Un­ter­neh­men sich von ei­ner Zei­tung oder ei­ner Web­site zu­rück­zie­hen, weil sie zu li­be­ral oder „links­ge­rich­tet” wa­ren. Wenn die arabisch-​islamischen Ré­gime die­se An­sich­ten tei­len, war­um soll­ten sie ih­re Un­ter­neh­men nicht auf­for­dern, Wer­bung in west­li­chen Zei­tun­gen zu stop­pen, die Ar­ti­kel ver­öf­fent­li­chen, die den Is­lam kri­ti­sie­ren oder Bil­der von halb­nack­ten Frau­en ver­öf­fent­li­chen?

Bi­blio­the­ken in US-​Universitäten kle­ben jetzt „Trigger-​Warnungen” auf Li­te­ra­tur­wer­ke: Stu­den­ten wer­den z. B. dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ovids sub­li­me Me­ta­mor­pho­se Ver­ge­wal­ti­gung „recht­fer­tigt”. Stan­ford Uni­ver­si­ty schaff­te es 1988 so­gar, Dan­te, Ho­mer, Pla­ton, Aris­to­te­les, Shake­speare und an­de­re Rie­sen der west­li­chen Kul­tur aus den aka­de­mi­schen Cur­ri­cu­la aus­zu­schlie­ßen: an­geb­lich sind vie­le ih­rer Meis­ter­wer­ke „ras­sis­tisch, se­xis­tisch, re­ak­tio­när, re­pres­siv”. Dies ist das Vo­ka­bu­lar der west­li­cher Un­ter­wer­fung un­ter den to­ta­li­tä­ren is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus.

Frank­reich hat gro­ße Fi­gu­ren wie Karl den Gro­ßen, Hein­rich IV., Lud­wig XIV. und Na­po­le­on aus den Schu­len ent­fernt, um sie zum Bei­spiel durch das Stu­di­um der Ge­schich­te von Ma­li und an­de­ren afri­ka­ni­schen Kö­nig­tü­mern zu er­set­zen. In der Schu­le wird Kin­dern bei­ge­bracht, dass West­ler Kreuz­rit­ter, Ko­lo­ni­sa­to­ren und „schlecht” sind. In der an­geb­li­chen Recht­fer­ti­gung der Ab­leh­nung Frank­reichs und sei­ner jüdisch-​christlichen Kul­tur ha­ben die Schu­len den Bo­den ge­eb­net, auf dem der is­la­mi­sche Ex­tre­mis­mus un­ge­hin­dert blüht und ge­deiht.

Es ist ei­ne Fra­ge der Prio­ri­tä­ten: Nie­mand kann leug­nen, dass Frank­reich un­ter is­la­mis­ti­scher Be­la­ge­rung steht. Letz­te Wo­che ent­deck­te Frank­reichs Ge­heim­dienst ei­nen wei­te­ren Ter­ror­plan. Doch was ist die Prio­ri­tät der so­zia­lis­ti­schen Re­gie­rung? Be­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit für Pro-Life-„Militante”. Das Wall Street Jour­nal nann­te es „Frank­reichs Krieg ge­gen Anti-​Abtreibungs-​Rede.” Frank­reich hat be­reits ei­ne der per­mis­sivs­ten und li­be­rals­ten Rechts­vor­schrif­ten be­zü­gilch der Ab­trei­bung. Aber po­li­ti­sche Kor­rekt­heit macht ei­nen blind und ideo­lo­gisch. „In vier­ein­halb Jah­ren ha­ben die So­zia­lis­ten un­se­re Mei­nungs­frei­heit ein­ge­schränkt und die öf­fent­li­chen Frei­hei­ten an­ge­grif­fen”, so Ri­pos­te Laïque.

In den USA ver­schließt die Aka­de­mie zu­se­hends ih­re Tü­ren vor jeg­li­cher De­bat­te. In Yale sind Pro­fes­so­ren und Stu­den­ten in die­sen Ta­gen sehr be­schäf­tigt mit ei­nem neu­en kul­tu­rel­len Not­fall: „Um­ben­nen”. Sie än­dern die Na­men der Ge­bäu­de, um al­le Spu­ren von Skla­ve­rei und des Ko­lo­nia­lis­mus zu lö­schen – ein Re­vi­sio­nis­mus aus der bol­sche­wis­ti­schen Re­vo­lu­ti­on in Russ­land.

Über­all in den USA und in Groß­bri­tan­ni­en brei­tet sich ei­ne At­mo­sphä­re von Feind­se­lig­keit ge­gen Mei­nun­gen und Ide­en aus, die auch nur ei­nen An­flug von Schmer­zen ver­ur­sa­chen könn­ten. Das Er­geb­nis ist der Auf­stieg des­sen, was ein Schrift­stel­ler wie Bret Eas­ton El­lis „Ge­ne­ra­ti­on Weich­ei” nann­te.

Die Dschi­ha­dis­ten grin­sen si­cher­lich über die­se west­li­che po­li­ti­sche Kor­rekt­heit, denn das Er­geb­nis die­ser Ideo­lo­gie ist die Ab­schaf­fung des west­li­chen kri­ti­schen Geis­tes und ei­ne sur­rea­le Um­er­zie­hung der Mas­sen durch die Ver­nich­tung un­se­rer Ge­schich­te und den Haß auf un­se­re wahr­haft li­be­ra­le Ver­gan­gen­heit.

Bris­tol Uni­ver­si­ty in Groß­bri­tan­ni­en kam ge­ra­de un­ter Feu­er für den Ver­such, Ro­ger Scrut­on „kei­ne Platt­form” zu ge­ben für sei­ne An­sich­ten über gleich­ge­schlecht­li­che Ehe. Mitt­ler­wei­le ge­ben bri­ti­sche Uni­ver­si­tä­ten ra­di­ka­len is­la­mi­schen Pre­di­gern ei­ne Platt­form. Im po­li­tisch kor­rek­ten Uni­ver­sum sind kon­ser­va­ti­ve Den­ker ge­fähr­li­cher als ISIS-​Anhänger. Lon­dons ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter, Bo­ris John­son, nann­te die­se Dys­to­pie „die Bo­ko Ha­ram der po­li­ti­schen Kor­rekt­heit.

Stu­den­ten und Do­zen­ten an der Rut­gers Uni­ver­si­ty in New Jer­sey sag­ten ei­ne Re­de der ehe­ma­li­gen US-​Außenministerin Con­do­leez­za Ri­ce ab. Stu­den­ten und Pro­fes­so­ren am Scripps Col­le­ge in Ka­li­for­ni­en pro­tes­tier­ten ge­gen die An­we­sen­heit ei­ner an­de­ren ehe­ma­li­gen Staats­se­kre­tä­rin, Ma­de­lei­ne Al­b­right, die laut den De­mons­tran­ten ei­ne „Kriegs­ver­bre­che­rin” ist.

Ein New Yor­ker Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor, Mi­cha­el Rec­ten­wald, der po­li­ti­sche Kor­rekt­heit und das Schmei­cheln von Stu­den­ten an­ge­grif­fen hat, wur­de vor kur­zem aus dem Klas­sen­zim­mer ge­kickt, nach­dem sich sei­ne Kol­le­gen über sei­ne „Un­zi­vi­li­siert­heit” be­klag­ten. Der li­be­ra­le Stu­di­en­pro­fes­sor wur­de ge­zwun­gen, be­zahl­ten Ur­laub zu neh­men. „Es ist ei­ne be­ängs­ti­gen­de Be­schnei­dung der Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit bis zu dem Punkt, wo du nicht ein­mal vor­ge­ben kannst, et­was zu sein, oh­ne dass Uni­ver­si­täts­be­hör­den auf Sie los­ge­hen”, sag­te Rec­ten­wald der New York Post.

Es gibt kei­nen bes­se­ren Ver­bün­de­ten des is­la­mi­schen Ex­tre­mis­mus als die­ses Hei­lig­tum der li­be­ra­len Zen­sur: Bei­de wol­len tat­säch­lich je­de Kri­tik am Is­lam und je­de stol­ze Ver­tei­di­gung der west­li­chen Auf­klä­rung oder jüdisch-​christlichen Kul­tur un­ter­drü­cken.

Zen­sur ge­schieht nicht nur in den li­be­ra­len En­kla­ven an den Küs­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, son­dern auch in Frank­reich. Die Ea­gles of De­ath Me­tal – die ame­ri­ka­ni­sche Band, die im Pa­ri­ser Bataclan-​Theater auf­trat, als ISIS-​Terroristen am 13. No­vem­ber 2015 89 Leu­te er­mor­de­ten – wur­den von zwei Mu­sik­fes­ti­vals ver­bo­ten: Rock en Sei­ne und Ca­ba­ret Vert. Der Grund? Jes­se Hug­hes, der Front­mann der Band, gab ein sehr po­li­tisch in­kor­rek­tes In­ter­view:

„Hat­te Eu­re fran­zö­si­sche Waf­fen­kon­trol­le da­für ge­sorgt, dass ei­ne ein­zi­ge f*cking Per­son ge­ret­tet wur­de? Ich den­ke, das ein­zi­ge, was es ge­stoppt hat, wa­ren ei­ni­ge der mu­tigs­ten Män­ner, die ich je ge­se­hen ha­be, sich Kopf vor­an in das An­ge­sicht des To­des ge­stürzt ha­ben mit ih­ren Waf­fen. Ich den­ke, ich ha­be mich nur da­hin­ge­hend ge­än­dert, dass ich heu­te den­ke, bis si­cher­ge­stellt ist, dass nie­mand Waf­fen hat, soll­te je­der wel­che ha­ben. Weil ich noch nie je­man­den ge­se­hen ha­be, der je­mals ei­nen To­ten hat­te, und ich möch­te, dass je­der Zu­gang zu ih­nen hat, und ich sah Men­schen ster­ben, die viel­leicht ge­lebt ha­ben könn­ten, ich weiß nicht.”

Nach dem Dschihadisten-​Massaker im Gay-​Nachtclub Or­lan­do Pul­se er­zwang Face­book die pro-​islamische Un­ter­las­sung und ver­bot ei­ne Sei­te der Zeit­schrift Gay­stream, nach­dem sie ei­nen Ar­ti­kel ver­öf­fent­licht hat­te, der den Is­lam im Ge­fol­ge des Blut­ba­des kri­ti­siert hat­te. Gay­stream-Di­rek­tor Da­vid Ber­ger kri­ti­sier­te die Lei­te­rin des Gay-​Museums in Köln, Bir­git Bo­sold, die den deut­schen Me­di­en ge­sagt hat­te, dass Gays mehr Angst vor wei­ßen bi­got­ten Män­nern ha­ben soll­ten als vor is­la­mi­schen Ex­tre­mis­ten.

Jim Hoft, ein schwu­ler Jour­na­list, der der Schöp­fer des be­lieb­ten Blogs Gate­way Pun­dit ist, wur­de von You­Tube sus­pen­diert. Twit­ter, ei­nes der Ve­hi­kel die­ser neu­en In­to­le­ranz, sus­pen­dier­te das Kon­to von Mi­lo Yianno­pou­los, ei­nem pro­mi­nen­ten ho­mo­se­xu­el­len Kri­ti­ker des is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus – aber ver­mut­lich nicht die Be­rich­te von is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­ten, die Ho­mo­se­xu­el­le kri­ti­sie­ren. Twit­ter selbst bil­de­te ei­nen „Rat für Ver­trau­en und Si­cher­heit” („Trust and Safe­ty Coun­cil”). Er er­in­nert an Saudi-​Arabiens „Rat für die För­de­rung der Tu­gend und Prä­ven­ti­on von Las­tern”. Könn­te das ei­ne In­spi­ra­ti­on sein für die li­be­ra­len Mul­lahs?

Ja, es hät­te wie ein gol­de­nes Zeit­al­ter für freie Mei­nungs­äu­ße­rung aus­se­hen kön­nen. Aber un­ter die­ser Dik­ta­tur der po­li­ti­schen Kor­rekt­heit ist der ein­zi­ge „win-​win” der für den po­li­ti­schen Is­lam.

Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio ist ein ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Au­tor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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