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Nach­ti­gall ick hör dir trapp­sen!

Heu­te lie­be ich die­sen Aus­spruch aus mei­ner Kinder- und Ju­gend­zeit. Der Aus­spruch soll dem Ge­gen­über sa­gen: „Hör mal, ich weiß oder ah­ne ge­nau was du mir ver­schwei­gen willst“. Aber da­mals, wenn mei­ne Mut­ter mir ge­gen­über die­sen Spruch brach­te, war ich stink­wü­tend und ich dach­te nur: „ Oh man, was weiß sie denn jetzt schon wie­der, was sie ei­gent­lich über­haupt nicht wis­sen soll­te“. Stän­dig ha­be ich mich ge­wun­dert, wie sie das schon wie­der raus­be­kom­men hat­te. Heu­te glau­be ich ja, das sie in dem klei­nen Städt­chen über­all ih­re Spio­ne sit­zen ge­habt hat, lach.

Nun muß man schon ein gu­tes Ge­hör ha­ben um ei­ne Nach­ti­gall mit ih­ren klei­nen Füß­chen trapp­sen zu hö­ren. Des­halb ha­be ich mir mal so mei­ne Ge­dan­ken ge­macht, war­um doch so­vie­le Men­schen in Deutsch­land an­schei­nend nicht mehr in der La­ge sind, Nach­ti­gal­le trapp­sen zu hö­ren. Ein nicht ganz ernst ge­mein­ter Er­klä­rungs­ver­such mei­ner­seits ist, das die Ju­gend in den 90er zu­lan­ge in den „Tech­no­tem­peln“ sich auf­ge­hal­ten ha­ben. Die­ses stän­di­ge Bumm­bumm­bumm in ei­ner nicht zu er­tra­gen­den Laut­stär­ke kann er­wie­se­ner­ma­ßen sich stark auf den Ge­hör­sinn aus­wir­ken. Ich ha­be, zum Glück, da­mals die­se Pha­se nicht mehr mit­ge­macht und der Sze­ne den Rü­cken ge­kehrt. War halt so über­haupt nicht mei­ne Welt.

Kom­men wir al­so zu­rück zu den Nach­ti­gal­len. Ich kann euch sa­gen, in den letz­ten 2 Jah­ren hö­re ich vie­le Nach­ti­gal­le trapp­sen. Bis vor 2 – 3 Jah­ren war ich ehr­lich der Mei­nung, das die letz­ten üb­rig­ge­blie­be­nen Na­zis nun end­gül­tig aus­ge­stor­ben wä­ren. Die paar Han­se­le, die mein­ten sie müß­ten die­se Zeit glo­ri­fi­zie­ren und nach­ei­fern, ha­be ich nie wirk­lich ernst ge­nom­men. Aber nun sol­len plötz­lich laut un­se­rer un­fä­hi­gen Re­GIE­Rung, wie die Pil­ze aus dem Bo­den ge­schos­sen, halb Deutsch­land wie­der rääächts sein. Ich muß ge­ste­hen, ich ge­hö­re laut de­ren De­fi­na­ti­on auch da­zu. Hmmm, ha­be ich ir­gend­was ver­passt oder ver­schla­fen? Wa­ren viel­leicht mal ir­gend­wann Ali­ens in mei­nem Schlaf­zim­mer und ha­ben mich nach rääächts ge­dreht?

Al­so in mei­nem Be­kann­ten­kreis kann ich ein­fach kei­ne Na­zis er­bli­cken. Aber ich se­he im­mer mehr Frau­en, die gut „be­tucht“ ih­re Köp­fe zur Schau stel­len und manch­mal auch den gan­zen Kör­per in wal­len­den Ge­wän­dern ver­hül­len. Ich se­he oft ge­nug dun­kel pig­men­tier­te jun­ge Män­ner in den Zü­gen und an den Bahn­hö­fen rum­lun­gern. Und das soll ja nach dem Wil­len der Volks­ver­te­ter das neue bun­te und to­le­ran­te Deutsch­land sein und wer da­mit so sei­ne Pro­ble­me hat ist ein­fach mal schwupp­di­wupp in die rech­te Ecke ge­rutscht.

Das schimms­te ist aber, das sich in Deutsch­land ei­ne un­mensch­li­che, ge­wal­tä­ti­ge und in­to­le­ran­te Ideo­lo­gie fest­ge­fres­sen hat und das auch noch mit volls­ter Un­ter­stüt­zung der meis­ten Volks­ver­tre­ter. Un­se­re Wer­te wie Frei­heit, Gleich­be­rech­ti­gung und De­mo­kra­tie ver­schwin­den mehr und mehr ins Nir­wa­na. Wir ha­ben jetzt schon den Über­wa­chungs­staat und die ab­so­lu­te Mei­nungs­zen­sur aber na­tür­lich nur für die, die schon sehr lan­ge hier le­ben. Die, die noch nicht so lan­ge hier le­ben ha­ben fast ab­so­lu­te Nar­ren­frei­heit in Deutsch­land.

Ja lie­be Le­ser, viel­leicht soll­te der ei­ne oder an­de­re doch mal zum Hör­akus­ti­ker ge­hen. Dann klappt das be­stimmt auch wie­der mit den Nach­ti­gal­len!

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