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Pa­läs­ti­nen­si­scher Men­schen­rechts­ak­ti­vist: Die Me­di­en sind vol­ler An­ti­se­mi­tis­mus und Hass ge­gen Is­ra­el

Bas­sem Eid, 3.11.2015, algemeiner.com

Der pa­läs­ti­nen­si­sche Men­schen­rechts­ak­ti­vist Bas­sem Eid. Fo­to: Face­book.

Ein pro­mi­nen­ter pa­läs­ti­nen­si­scher Men­schen­rechts­ak­ti­vist klag­te am Mon­tag Abend über das, was er die un­fai­re Be­hand­lung des jü­di­schen Staa­tes durch die Me­di­en be­zeich­ne­te.

Bei ei­ner Pro-​Israel-​Versammlung der In­ter­es­sen­grup­pe Stand­Wi­t­hUs in New York Ci­ty sag­te Bas­sem Eid, der in Je­ru­sa­lem lebt, der Pres­se, dass sie „vol­ler An­ti­se­mi­tis­mus” und „Hass” sei, „viel mehr am Kampf ge­gen Is­ra­el in­ter­es­siert” als an der Auf­de­ckung der Wahr­heit. Al­so, füg­te er hin­zu: „Las­sen Sie uns [Pa­läs­ti­nen­ser] der Welt sa­gen, wor­an wir wirk­lich lei­den.”

Eid, ein ehe­ma­li­ger Di­rek­tor der pa­läs­ti­nen­si­schen Men­schen­rechts­über­wa­chungs­grup­pe (PHRMG) sag­te,  die Pa­läs­ti­nen­ser „hät­ten die Na­se voll und sei­en hoff­nungs­los,” und hät­ten das Ver­trau­en in die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de (PA) ver­lo­ren. In­zwi­schen, be­haup­te­te er, ist Is­ra­el „der si­chers­te Ort” für die Pa­läs­ti­nen­ser im Na­hen Os­ten.

Er fuhr fort: „Wenn die is­rae­li­schen Ara­ber über Is­ra­el kla­gen, dann sa­ge ich ih­nen: „So zieht doch nach Sy­ri­en um oder geht in den Je­men … „, und sie kön­nen das, aber dort wird es schlim­mer sein für sie.” Er zi­tier­te auch ei­ne ak­tu­el­le Um­fra­ge des Wa­shing­ton In­sti­tu­te for Ne­ar East Po­li­cy, die er­gab, dass ei­ne Mehr­heit der Ost-​Jerusalemer Ara­ber es vor­zie­hen wür­de, un­ter is­rae­li­scher Herr­schaft zu le­ben als un­ter pa­läs­ti­nen­si­scher.

Über die ak­tu­el­le Ter­ror­wel­le, die über Is­ra­el fegt, sag­te Eid: „Wenn ich fern se­he und ei­nen pa­läs­ti­nen­si­schen Ju­gend­li­chen se­he – 13, 14 oder 15 Jah­re alt – mit ei­nem Mes­ser in der Hand auf der Stras­se lau­fen und der zu­ste­chen und tö­ten will, dann den­ke ich, das ist die bar­ba­rischs­te Sa­che, die ich je ge­se­hen ha­be. Wird Ju­den er­ste­chen mei­ne Pro­ble­me lö­sen? Wird das Tö­ten ei­nes Ju­den mei­ne Pro­ble­me lö­sen? Schau­en Sie sich die Ha­mas an – in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren ha­ben sie Ra­ke­ten ab­ge­schos­sen. Was ha­ben wir, als Pa­läs­ti­nen­ser, er­reicht? Las­sen Sie uns ein biss­chen rea­lis­tisch sein.”

Er fuhr fort: „Ich [als Pa­läs­ti­nen­ser] will kein Op­fer mehr sein … Ich will mich als Mensch be­trach­tet wer­den, der die vol­le Kon­trol­le über mei­ne ei­ge­ne Zu­kunft und die Zu­kunft mei­ner Kin­der hat.”

Eid be­haup­te­te auch, dass Je­ru­sa­lem „Op­fer” von meh­re­ren kon­kur­rie­ren­den pa­läs­ti­nen­si­schen po­li­ti­schen Be­we­gun­gen ge­wor­den sei, ein­schliess­lich der Fa­tah, Ha­mas und so­gar is­la­mi­sche Be­we­gun­gen in Is­ra­el, die, wie er sag­te, al­le „Öl in die Flam­men gies­sen.” Er sag­te, das ein­zi­ge In­ter­es­se der Fa­tah sei mo­men­tan, die Ge­walt in Is­ra­el es­ka­lie­ren zu las­sen, und dass selbst wenn Ab­bas die Pa­läs­ti­nen­ser da­zu auf­ru­fen wür­de, die Span­nun­gen in Ost-​Jerusalem zu be­ru­hi­gen, „Nie­mand wür­de auf ihn hö­ren.”

Dies ist ei­ner der vie­len Grün­de, war­um Eid der An­sicht ist, dass die Pa­läs­ti­nen­ser min­des­tens ei­ne Ge­ne­ra­ti­on war­ten müs­sen – „20−25 Jah­re” – auf ei­ne Lö­sung für ih­re Not­la­ge.

1 Kommentar

  1. nussknacker56

    Bas­sem Eid ist nicht nur ei­ner der we­ni­gen Licht­bli­cke in der pa­läs­ti­nen­si­schen Welt son­dern über­aus mu­tig da­zu. Sei­ne Aus­sa­ge, dass die Palästi­nenser min­destens noch ei­ne Gen­er­a­tion war­ten müs­sen bis sie aus ih­rer selbst­ver­schul­de­ten Si­tua­ti­on her­aus­kom­men, gilt nur, wenn sie ei­ne selbst­kri­ti­sche Bi­lanz zie­hen. Da­nach sieht es mo­men­tan lei­der nicht aus – aber bis in zwan­zig Jah­ren ist es ja noch ein biss­chen hin.

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