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Of­fe­ner Brief an den US-​Präsidenten Ba­rak Oba­ma von Ali Kha­men­eis Nef­fen

Wo­men against Shariah law, Face­book, 22.4.2015

De­ar Mr. Pre­si­dent

Ich prä­sen­tie­re die­sen of­fe­nen Brief als ei­ner der ernst­haf­ten Op­po­nen­ten der is­la­mi­schen Re­pu­blik Iran zu­han­den der ähn­lich ge­sinn­ten op­po­si­tio­nel­len Grup­pen und mei­ner We­nig­keit. Auf­grund mei­nes Wis­sens über die­ses Ré­gime, be­son­ders über Ali Kha­men­ei, der mein On­kel ist (der Bru­der mei­ner Mut­ter), se­he ich mich in der Pflicht, Sie über die­ses Ré­gime und das The­ma der nu­klea­ren Ver­hand­lun­gen mit dem is­la­mi­schen Ré­gime des Iran ins Bild zu set­zen.

Las­sen Sie sich zu­nächst dar­über in­for­mie­ren, dass das Ré­gime, das sich fälsch­li­cher­wei­se ei­ne Re­pu­blik nennt, 1979 da­durch an die Macht kam, dass es das ira­ni­sche Volk und die Welt täusch­te, das ira­ni­sche Volk ge­gen das Ré­gime von Mo­ham­med Re­za Pahl­avi auf­wie­gel­te und die Un­ter­stüt­zung der Welt­ge­mein­schaft da­für er­hielt.

Die Tra­gö­die von Ci­ne­ma Rex*, Kho­mei­nis Wor­te zu glau­ben und dann ein rück­wärts­ge­wand­tes Ré­gime zu eta­blie­ren, das ge­walt­tä­tig, mit­tel­al­ter­lich, und ge­gen al­le in­ter­na­tio­na­len Ge­set­ze steht, ist das Re­sul­tat da­von, dass das ira­ni­sche Volk und die Welt­ge­mein­schaft ge­täuscht wor­den war. Wir wur­den Zeu­gen da­von, dass nicht nur ein rei­ches und kul­tu­rell viel­fäl­ti­ges Land wie der Iran Op­fer die­ses Re­gimes wur­de, son­dern auch der mitt­le­re Os­ten und die gan­ze freie Welt. Die In­ter­ven­tio­nen des Re­gimes von Ali Kha­men­ei (der Kho­mei­nis Fuss­spu­ren folg­te, der kei­ne an­de­re Ab­sicht ver­folg­te, als den Iraq zu do­mi­nie­ren) im Li­ba­non, Pa­läs­ti­na, Af­gha­ni­stan, Iraq und Sy­ri­en sind mehr als of­fen­sicht­lich. Und als ob das nicht ge­nug wä­re, hat er nun auch noch die ara­bi­sche Halb­in­sel auf die Lis­te ge­nom­men.

Auf je­den Fall hat die­ses Ré­gime gros­sen Scha­den an­ge­rich­tet an den Ira­nern und der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft.

Wir kön­nen ein his­to­ri­sches Bei­spiel ähn­li­cher Art in der Täu­schung vor Be­ginn des zwei­ten Welt­krie­ges fin­den. Hit­ler ma­ni­pu­lier­te und täusch­te das deut­sche Volk und die eu­ro­päi­schen Län­der, und das Zö­gern im Um­gang mit dem Pro­blem Hit­ler hat zu gros­sem De­sas­ter ge­führt.

We­gen der zeit­li­chen Än­de­run­gen mag der Be­reich der Ka­ta­stro­phe be­grenzt sein, doch der Bruch der Men­schen­rech­te ist der­sel­be, un­ab­hän­gig von der An­zahl Men­schen, die dem Pro­zess zum Op­fer fie­len.

Ob­wohl das Ziel der kürz­li­chen Ver­hand­lun­gen mit die­sem Ré­gime war, sei­ne mi­li­tä­ri­sche nu­klea­re Fä­hig­keit zu ver­hin­dern, so wis­sen wir doch, dass es al­les in sei­ner Macht ste­hen­de ge­tan hat, um Zeit zu ge­win­nen und sei­ne wah­ren Ab­sich­ten zu ver­ber­gen.

Ali Kha­men­ei und sei­ne Kol­la­bo­ra­teu­re wis­sen sehr gut, dass sie nie ei­ne Atom­macht wer­den. Sie ha­ben ganz ge­wiss nicht das na­tio­na­le In­ter­es­se des Iran im Sinn; sie be­nut­zen die Atom­fra­ge nur da­zu, die Län­der der Re­gi­on ein­zu­schüch­tern und um ih­re Re­vo­lu­ti­on und mit­tel­al­ter­li­che Kul­tur in an­de­re Län­der zu ex­por­tie­ren. Na­tür­lich ge­ben Eu­ro­pa und Sie dem Iran kei­ner­lei Kon­zes­sio­nen,  aus­ser Sie sind si­cher, dass er sich an die Ver­ein­ba­rung hält. Das is­la­mi­sche Ré­gime des Iran wird si­cher­lich die Über­prü­fungs­pe­ri­ode ver­län­gern, in der­sel­ben Wei­se, wie es die Atom­ge­sprä­che ver­zö­gert und ver­län­gert hat. Wäh­rend ge­nau die­ser Pe­ri­ode wird das an­ge­schla­ge­ne Ré­gime mit sei­ner zer­stö­re­ri­schen Po­li­tik zu­rück­schla­gen.

Die un­zäh­li­gen Ver­ge­hen ge­gen die Men­schen­rech­te, das Ver­brei­ten von is­la­mi­schem Fun­da­men­ta­lis­mus, In­ter­ven­tio­nen und Kri­sen­stö­run­gen im mitt­le­ren Os­ten, sind al­le in­ak­zep­ta­bel und kon­trär zum un­se­rem und Ih­rem Glau­ben an De­mo­kra­tie und Men­schen­rech­te.

So­lan­ge wir kön­nen, mit ei­nem Mass an Ent­schie­den­heit und Mut, ent­wur­zeln wir den bö­sen Baum des is­la­mi­schen Re­gimes im Iran. Ihm nur die Zwei­ge zu stut­zen ist nicht mehr als ein sich-​aus-​der-​Verantwortung-​stehlen.

Es ist klar, dass die Aus­mer­zung des is­la­mi­schen Re­gimes des Iran die Ver­ant­wor­tung und Auf­ga­be des ira­ni­schen Vol­kes ist, und be­son­ders der Op­po­si­ti­on im Aus­land; je­doch, wenn Hin­der­nis­se auf­ge­baut wer­den vor dem ira­ni­schen Volk und der ira­ni­schen Op­po­si­ti­on im Aus­land, dann hin­dert sie das dar­an, ih­re Auf­ga­be zu er­le­di­gen.

Das is­la­mi­sche Ré­gime des Iran, auf­grund sei­ner trü­ge­ri­schen Na­tur, hat sei­ne Söld­ner ins Aus­land ge­schickt und es so­gar ge­schafft, ei­ni­ge Iran-​Amerikaner zu re­kru­tie­ren und zu ma­ni­pu­lie­ren. In­di­vi­du­en, die aus Ei­gen­in­ter­es­se für das is­la­mi­sche Ré­gime lob­by­ie­ren und sei­ne wah­re Na­tur ver­ste­cken und ein fal­sches Bild sei­ner Ab­sich­ten zeich­nen; auf die­sel­be Wei­se wie, als Kho­mei­ni in Frank­reich war, die so ge­nann­ten ira­ni­schen In­tel­lek­tu­el­len die Men­schen im Iran und der Welt nicht die wah­re Be­deu­tung der „is­la­mi­schen Re­pu­blik” er­ken­nen lies­sen. Die­se so ge­nann­ten In­tel­lek­tu­el­len ha­ben die Be­mer­kun­gen von Kho­mei­ni po­liert und sie in po­si­ti­ve, be­lieb­te, star­ke, und sieg­rei­che ver­wan­delt.

Wir se­hen, dass un­glück­li­cher­wei­se in Ih­rem Land un in Ih­ren staat­li­chen Me­di­en (der per­si­schen Ab­tei­lung von Voice of Ame­ri­ca) und be­son­ders in Gross­bri­tan­ni­en (der per­si­schen Ab­tei­lung der BBC) die Be­mer­kun­gen der Op­po­si­ti­on des is­la­mi­schen Re­gimes des Iran zen­su­riert wer­den und statt­des­sen die scham­lo­se Ge­wohn­heit der Ana­ly­se und Wie­der­ga­be von Er­klä­run­gen des is­la­mi­schen Re­gimes des Iran zur Norm ge­wor­den ist.

Ich ha­be ein tie­fes Ver­ständ­nis und Ein­sicht in die Ge­wohn­hei­ten, Mo­ral und wah­ren Ab­sich­ten die­ses Re­gimes, und ich fin­de es not­wen­dig, Sie und die Welt wis­sen zu las­sen, dass die ab­grund­tie­fe Bos­heit des is­la­mi­schen Re­gimes des Irans viel zer­stö­re­ri­scher und ge­fähr­li­cher auf­zu­lö­sen ist, als nur durch die Un­ter­zeich­nung ei­nes Ver­tra­ges.

Men­schen, die im­mer ge­lo­gen, ge­täuscht ha­ben, und die an Taqiya** glau­ben, Men­schen, de­ren Haupt­ziel Vor­herr­schaft und Do­mi­na­ti­on über an­de­re ist, kann nie­mals ver­traut wer­den.

Statt­des­sen soll­ten sie kon­fron­tiert wer­den mit ih­ren Grund­prin­zi­pi­en, die zu ih­rer Kri­mi­na­li­tät ge­führt ha­ben, und

Der Ver­let­zung der Men­schen­rech­te ein En­de zu set­zen; in an­de­ren Wor­ten, ein En­de der Qi­sas***, wahl­lo­sen Exe­ku­tio­nen, Dis­kri­mi­nie­run­gen, Un­ter­drü­ckung von Dis­si­den­ten, Me­di­en­re­pres­si­on, re­li­giö­ser und ideo­lo­gi­scher He­ge­mo­nie.
De­zen­tra­li­sie­rung der Macht an das Volk und Ab­schaf­fung ein­schrän­ken­der Ge­set­ze, wie zum Bei­spiel ob­li­ga­to­ri­sche Über­wa­chung von Wah­len.
Re­li­giö­sen Min­der­hei­ten Frei­heit ge­ben und Auf­he­bung von Ge­set­zen, die die Frei­heit des Den­kens und die Wahl der Re­li­gi­on ein­schrän­ken wol­len.
Nicht­ein­mi­schungs­po­li­tik ge­gen­über Re­gie­run­gen von Län­dern wie Af­gha­ni­stan, Irak, Li­ba­non, Sy­ri­en und Je­men.
Rück­nah­me der Mord­auf­trä­ge von Dis­si­den­ten in der Welt, die den Tod von Jour­na­lis­ten, Schrift­stel­lern und so­gar Ka­ri­ka­tu­ris­ten zur Fol­ge ge­habt ha­ben.

Ich glau­be, dass je­de Ver­ein­ba­rung oder Kon­zes­si­on, die nicht mit die­sen Grund­be­din­gun­gen in Ein­klang steht, in der Rea­li­tät nur die­sem Ré­gime da­bei hilft, sei­ne un­an­stän­di­gen Zie­le zu ver­fol­gen.

Die mög­li­che Ka­ta­stro­phe, die auf der­lei zö­ger­li­che Hal­tun­gen fol­gen könn­te, wird ähn­lich sein wie beim his­to­ri­schen Feh­ler vor dem zwei­ten Welt­krieg.

Ali Kha­men­ei wird nicht zu­frie­den sein mit dem We­ni­gen, das er heu­te hat, und si­cher­lich wird er bei der erst­bes­ten Ge­le­gen­heit wie­der ver­su­chen, ein­zu­schüch­tern und zu do­mi­nie­ren.

Die läh­men­den Sank­tio­nen auf­zu­he­ben oh­ne grund­le­gen­de Än­de­run­gen die­ses Re­gimes wird nicht im In­ter­es­se Irans lie­gen und nur dem is­la­mi­schen Ré­gime hel­fen, sei­ne Zie­le zu er­rei­chen.

Die ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka so­wie Eu­ro­pa soll­ten nicht ih­re lang­fris­ti­gen In­ter­es­sen tor­pe­die­ren für kurz­fris­ti­ge Zie­le.

Es gibt star­ke und pro-​aktive Kräf­te in der ira­ni­schen Op­po­si­ti­on, und wenn die Zen­sur der Me­di­en, die das is­la­mi­sche Ré­gime des Iran un­ter­stüt­zen, be­en­det wür­de, dann könn­te die Op­po­si­ti­on sich leicht or­ga­ni­sie­ren und dem star­ken zi­vi­len Un­ge­hor­sam des ira­ni­schen Vol­kes bei­ste­hen.

Das ira­ni­sche Volk will Frie­den und Frei­heit; oh­ne die­ses Ré­gime kann es nicht nur die Wie­der­auf­er­ste­hung ei­nes zi­vi­li­sier­ten Lan­des er­rei­chen, son­dern so­gar ei­ne fried­li­che Re­gi­on.

Mit vor­züg­li­cher Hoch­ach­tung

Dr. Mahmoud Mo­radkha­ni

Ci­ne­ma Rex
** Taqiya
*** Qi­sas

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