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Wie der Is­lam den UNO Men­schen­rechts­rat kaperte

An­ne Bayef­sky, 30.10.2007, Re­de vor dem Hud­son In­sti­tu­te in Wa­shing­ton D.C.

Wie die Or­ga­ni­sa­ti­on der is­la­mi­schen Kon­fe­renz (OIC) den UNO Men­schen­rechts­rat ka­per­te und „Is­la­mo­pho­bie” als Recht­fer­ti­gung für Ter­ror er­fun­den hat

An­ne Bayef­sky vor dem Hud­son In­sti­tu­te. (Fo­to: Youtube-Video-Screenshot)

Um et­was Kon­text zu geben:

Ich war bei der ers­ten Kon­fe­renz 2001 da­bei, und ich bin von Ka­na­da nach New York um­ge­zo­gen, zum ers­ten Mal, am 9. No­vem­ber 2001. Man muss­te kein Ge­nie sein um die Be­zie­hung zu er­ken­nen zwi­schen dem Hass von Dur­ban und dem Ter­ro­ris­mus zwei Ta­ge später.

Die Durban-​Konferenz war die UNO Welt­kon­fe­renz ge­gen Ras­sis­mus. Wo­bei die „Welt” der Is­lam war und „Ras­sis­mus” war die „Is­la­mo­pho­bie”. War­um? Ma­chen wir wei­ter mit dem Vortrag.

Der Krieg, auf den wir tra­fen, nicht nur 2001, hat vie­le Fron­ten. Und ich den­ke, ei­ne der ers­ten und wich­tigs­ten Fron­ten ist die der Welt der Ide­en. Is­la­mo­pho­bie ist das neue Schlacht­feld ge­wor­den in die­sem Krieg. Ich den­ke, dass die Welt der Men­schen­rech­te ei­ne Waf­fe ent­wi­ckelt hat. Ich nen­ne es die Men­schen­rechts­waf­fe. Es ist ei­ne Waf­fe, die Op­fer und Tä­ter um­kehrt, es ist ei­ne, die da­für ge­baut wur­de, Auf­merk­sam­keit ab­zu­len­ken von den Men­schen­rechts­ver­let­zern, durch je­ne, die Men­schen­rech­te ver­let­zen, Sie ist da­zu ge­dacht, Wa­gen­bur­gen zu er­rich­ten, um Mas­sen­hys­te­rie zu er­zeu­gen, die den Leu­ten ein­re­det, dass sie be­droht sind durch et­was, das in Tat und Wahr­heit ein­ge­bil­det ist. Und um Aus­re­den zu ent­wi­ckeln für Hass und Terrorismus.

Es ist schliess­lich ei­ne er­prob­te For­mel, nicht wahr, ein­ge­bil­de­te Fein­de zu kre­ieren, zu über­trei­ben, was ei­nen Kern Wahr­heit hat. Und um Auf­merk­sam­keit ab­zu­len­ken von den wirk­li­chen Ver­let­zun­gen mit­ten un­ter uns. Das ist das Phä­no­men, das den Auf­stieg der Is­la­mo­pho­bie­vor­wür­fe um­gibt. Die idee ist, Op­fer zu de­fi­nie­ren –  und las­sen Sie mich Ih­nen ein Bei­spiel da­von ge­ben: Im We­sent­li­chen sind Mus­lim­me auf vie­le ver­schie­de­ne Ar­ten zu den neu­en Ju­den ge­wor­den. Die Ana­lo­gie ist sehr be­wusst ge­wählt. So­dass in ei­nem Sep­tem­ber, erst letz­ten Mo­nat, der Men­schen­rechts­rat (UNHRC) fol­gen­de Re­de des pa­ki­sta­ni­schen Ver­tre­ters hör­te, der im Na­men der Or­ga­ni­sa­ti­on der is­la­mi­schen Kon­fe­renz (OIC) sag­te: „Mus­li­me wer­den dä­mo­ni­siert und ent­mensch­licht, wie es die Ju­den zu Kriegs­zei­ten in der Zwi­schen­kriegs­zeit des letz­ten Jahr­hun­derts wur­den.” Al­ge­ri­en sag­te, dass die Kam­pa­gne ge­gen Mus­li­me, der Ras­sis­mus und re­li­giö­se Ge­walt ge­gen Mus­li­me in Eu­ro­pa ei­ne ver­zerr­te Wahr­neh­mung der Re­de­frei­heit recht­fer­ti­ge, dass es an die an­ti­se­mi­ti­schen Kam­pa­gnen der zwan­zi­ger und dreis­si­ger Jah­re erinnere.

Die Idee ist al­so, An­ti­se­mi­tis­mus auf den Kopf zu stel­len, Mus­li­me zu den neu­en Ju­den zu ma­chen, und, schliess­lich, was ist An­ti­se­mi­tis­mus ei­gent­lich, ge­mäss der Or­ga­ni­sa­ti­on der is­la­mi­schen Kon­fe­renz? Nicht nur ana­lo­gi­sie­ren sie Dis­kri­mi­nie­rung ge­gen Mus­li­me, oder Is­la­mo­pho­bie mit An­ti­se­mi­tis­mus, son­dern sie sag­ten, dass An­ti­se­mi­tis­mus um Ara­ber und Mus­li­me ginge.

Die Kon­se­quenz von al­le­dem ist, da­nach zur Pha­se vor­zu­stos­sen, wo, wenn Mus­li­me die „Ju­den des 21. Jahr­hun­derts” sind, wie sieht die­se Dis­kri­mi­nie­rung ge­nau aus, wel­che Form nimmt sie an?

Die dä­ni­sche Cartoon-​Episode hat sich als ei­ne Art Ka­ta­ly­sa­tor er­wie­sen für ei­ne Art hys­te­ri­sche, man kann kein bes­se­res Wort da­für ver­wen­den, Über­trei­bung ei­nes Pro­blems des Glau­bens durch die mus­li­mi­sche Gemeinschaft.

Ich will euch ein paar Bei­spie­le ge­ben, die eben­falls von der UNO Men­schen­rechts­rats­ver­samm­lung vom Sep­tem­ber stam­men. Ägyp­ten sag­te, „Die Epi­so­de mit Dar­stel­lun­gen des Pro­phe­ten Mo­ham­med hat de­mons­triert, wie die Re­de­frei­heit, wenn sie un­kon­trol­liert bleibt, da­zu füh­ren kann, dass die re­li­giö­sen Ge­füh­le von mehr als ei­ner Mil­li­ar­de Men­schen ver­letzt wer­den.” Oder Sy­ri­en sag­te, dass die­se Mei­nungs­frei­heits­epi­so­de da­zu be­nutzt wor­den sei, Hun­der­te von Mil­lio­nen Mus­li­me auf der gan­zen Welt zu be­lei­di­gen und den Is­lam zu demütigen.

Nun, die Idee, dass die­se Epi­so­de von ein paar we­ni­gen Car­toons in ei­ner Zei­tung (kei­ne Be­lei­di­gung in Rich­tung Dä­ne­mark), die zwei Drit­tel auf dem Weg zum Nord­pol liegt, Mus­li­me zu­tiefst be­lei­digt ist na­tür­lich ab­surd.  Und sie hat ein paar sehr spe­zi­fi­sche Kon­se­quen­zen, das ist nicht nur lee­res Ge­re­de. Der UNHRC hat ei­ne Re­so­lu­ti­on ver­ab­schie­det mit dem Ti­tel „Re­li­gi­ons­dif­fa­mie­rung” – und das ist die­ses Jahr ge­sche­hen. Die­se Re­so­lu­ti­on sah je­de west­li­che De­mo­kra­tie ge­gen sich, die Ab­leh­nung war ein­hel­lig, aber nichts­des­to­trotz wur­de sie ver­ab­schie­det, und sie sag­te „Nie­mand kann ver­nei­nen, dass es ver­stärk­te An­stren­gun­gen gibt, Re­li­gi­on zu at­ta­ckie­ren, ins­be­son­de­re den Is­lam und die Mus­li­me.” Und dann fährt sie wei­ter da­mit, die Sor­ge über ver­schie­de­ne For­men da­von aus­zu­drü­cken. Aber was in­ter­es­sant ist, ist, dass die­se Re­so­lu­ti­on, die „Re­li­gi­ons­dif­fa­mie­rung” heisst, aus­schliess­lich ei­ne ein­zi­ge Re­li­gi­on er­wähnt. Der Is­lam ist of­fen­sicht­lich die ein­zi­ge Re­li­gi­on, die in der heu­ti­gen Welt dif­fa­miert wird.

Der un­er­bitt­li­che Schub in Rich­tung die­ser iso­lier­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen wird ganz of­fen­sicht­lich de­mons­triert durch ei­ne wei­te­re Re­so­lu­ti­on, die am 28. Sep­tem­ber ver­ab­schie­det wur­de. Wie­der­um ge­gen den Wie­der­stand al­ler west­li­chen De­mo­kra­ti­en, in der die UNO ent­schied, die An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ein­heit des Bü­ros des Hoch­kom­mis­sars um­zu­be­nen­nen. Die Ein­heit heisst jetzt An­ti­ras­sis­ti­sche An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ein­heit, und sei­ne ope­ra­tio­nel­len Zie­le sol­len sich auschliess­lich auf Ras­sis­mus, ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung und Xe­no­pho­bie fo­kus­sie­ren. Man kann al­so nicht mehr all­ge­mei­ne Ar­beit ge­gen Dis­kri­mi­nie­rung leis­ten im Rah­men die­ser An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ein­heit, nein, jetzt geht es nur noch um Re­li­gi­on, was wie­der­um zu­rück­führt auf  ih­re De­fi­ni­ti­on von re­li­giö­ser Dis­kri­mi­nie­rung, die Is­lam und Mus­li­me ganz be­son­ders her­vor­hebt. So dass es­sen­ti­ell das Men­schen­rechts­sys­tem der UNO, das sehr um­fas­send ist, das et­wa in sechs Spra­chen über­setzt wird, welt­weit live im Web über­tra­gen wird, ge­nau ge­nom­men al­so ge­ka­pert wor­den ist – es gibt kein an­de­res Wort da­für – und das Cre­do ist Islamophobie.

Nun, ich kann Ih­nen vie­le Bei­spie­le ge­ben, doch es gibt nur ei­nen ein­zi­gen Son­der­be­richt­erstat­ter, der sich auf ei­ne be­stimm­te re­li­giö­se Grup­pe be­zieht, der re­gel­mäs­sig be­rich­tet, und das ist der Be­richt, der sich auf die Si­tua­ti­on der Mus­li­me und Ara­ber in ver­schie­de­nen Tei­len der Welt be­zieht. Und so ha­ben wir al­so ei­ne Re­li­gi­ons­dif­fa­mie­rungs­re­so­lu­ti­on aus­schliess­lich über den Is­lam, wir ha­ben den Son­der­be­richt­erstat­ter für Mus­li­me und Araber.

Was ist der nächs­te Schritt?

Der nächs­te Schritt ist ein Fron­tal­an­griff auf die un­ein­ge­schränk­te Uni­ver­sa­li­tät, auf die all­ge­mei­nen Nor­men des Schut­zes der Men­schen­rech­te, die mit der De­kla­ra­ti­on der uni­ver­sel­len Men­schen­rech­te be­ginnt. Und das jüngs­te, und mei­nen Au­gen un­ge­heu­er­lichs­te Bei­spiel da­von ist das, was in Te­he­ran pas­sier­te im frü­hen Sep­tem­ber vor ein­ein­halb Mo­na­ten. Es gab ei­ne Kon­fe­renz der block­frei­en Be­we­gung, ab­ge­hal­ten in Te­he­ran, und die UNO-​Hochkommissarin Loui­sa Ar­bour ging da hin, sass in der vor­ders­ten Rei­he, hör­te Ah­ma­di­ne­jad zu, wie er über das zio­nis­ti­sche Ré­gime und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten los­wet­ter­te. Und sie gab dann ih­re ei­ge­ne Re­de. Die höchs­te Be­am­tin der Ver­ein­ten Na­tio­nen, die be­auf­tragt ist mit der Im­ple­men­tie­rung der uni­ver­sel­len Men­schen­rech­te, sag­te, die Im­ple­men­tie­rung der uni­ver­sel­len Men­schen­rech­te sei das vor­ran­gi­ge Ve­hi­kel für die För­de­rung, in kon­tex­tu­ell sinn­vol­ler Wei­se, des all­ge­mei­nen mensch­li­chen Stre­bens nach Glück. Und sie sag­te eben­falls, die Uni­ver­sa­li­tät dür­fe des­we­gen nicht auf in­fle­xi­ble und strik­te Wei­se be­trach­tet werden.

Und was dach­te der Iran dar­über? Nun, am Tag nach ih­rer Ab­rei­se exe­ku­tier­ten sie 21 Men­schen, in­dem sie sie auf öf­fent­li­chen Plät­zen an Bau­krä­nen auf­knüpf­ten. Im Ju­li ha­ben sie je­man­den zu To­de ge­stei­nigt für an­geb­li­chen Ehe­bruch. Das ist es al­so, was sie im Iran mit kul­tu­rel­ler Sen­si­bi­li­tät mei­nen. Sie hät­te wis­sen kön­nen, dass ih­re Wor­te, an die­sem Ort, zum ge­ge­be­nen Zeit­punkt, falsch aus­ge­legt wer­den wür­den auf ei­ne Art und Wei­se, die das gan­ze Kon­zept des Schut­zes der Men­schen­rech­te be­droht. Nun, das führt mich zur Fra­ge, warum.

War­um ge­schieht dies al­les überhaupt?

Grund­sätz­lich nen­ne ich es ein­fach eins und eins zu­sam­men­zäh­len. Die Ver­ein­ten Na­tio­nen ha­ben 192 Mit­glie­der. 117 da­von ge­hö­ren der block­frei­en Be­we­gung an, der so ge­nann­ten block­frei­en Be­we­gung, die ge­nau ge­nom­men ein Block ge­gen die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind in fast al­len Din­gen und Wer­ten, für die die mo­der­nen De­mo­kra­ti­en heu­te ste­hen. Doch der gröss­te Stim­men­block in­ner­halb der block­frei­en Be­we­gung ist die Or­ga­ni­sa­ti­on der is­la­mi­schen Kon­fe­renz. 56 Mit­glie­der – sie sa­gen sel­ber, sie hät­ten 57 Mit­glie­der, weil sie Pa­läs­ti­na als Land da­zu zäh­len. Der gröss­te ein­zel­ne Stim­men­block in­ner­halb ei­ner Grup­pe, die ei­ne Mehr­heit hat in den Ver­ein­ten Na­tio­nen. Neh­men wir den Men­schen­rechts­rat der UNO: Er hat 47 Mit­glie­der, von de­nen die Stim­men­mehr­heit von der Grup­pe der afri­ka­ni­schen und asia­ti­schen Staa­ten ge­hal­ten wird, und die OIC hält die Mehr­heit der Sit­ze in­ner­halb der afri­ka­ni­schen und asia­ti­schen Grup­pe. Da­her kon­trol­lie­ren sie al­les, was im Men­schen­rechts­rat vor sich geht. Das ist kei­ne Über­ra­schung. Wenn sie ei­ne Ab­stim­mung wol­len, dann krie­gen sie ei­ne Ab­stim­mung, und das ist das En­de der Dis­kus­si­on. Des­halb ist es wich­tig, zu ver­ste­hen, dass das ein ganz ein­fa­ches Spiel mit Zah­len ist, ein Spiel, das wir in der UNO nicht ge­win­nen können.

Man muss je­doch die Fra­ge stel­len, wie ernst­haft die Sor­ge um Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ge­gen Mus­li­me tat­säch­lich ist. Nun, 70% al­ler Re­so­lu­tio­nen, die im UNO Men­schen­rechts­rat je ver­ab­schie­det wor­den sind in sei­nen ers­ten ein­ein­halb Jah­ren seit sei­ner Exis­tenz, imm An­schluss an die so ge­nann­te Re­form der Men­schen­rechts­be­din­gun­gen in der UNO, dre­hen sich um Is­ra­el. Nichts über Eh­ren­mor­de ge­gen mus­li­mi­sche Frau­en, nichts ge­gen Selbst­mord­at­ten­tä­ter, die im Irak tau­sen­de Mus­li­me ge­tö­tet ha­ben, nichts über die Stei­ni­gun­gen von mus­li­mi­schen Frau­en un­ter dem Kri­mi­nal­recht so vie­ler mus­li­mi­scher Staa­ten, nichts über öf­fent­li­che Hin­rich­tun­gen im Iran, nichts über sys­te­ma­ti­sche Fol­te­run­gen in Ägyp­ten. Ist es ih­nen al­so ernst mit ih­rer Sor­ge um die Men­schen­rech­te? Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ge­gen Mus­li­me? Nein! Sie re­gen sich nur im­mer dann auf, wenn die Tä­ter Nicht­mus­li­me sind, oder die an­geb­li­chen Tä­ter. Es gab in den letz­ten fünf Jah­ren kei­ne ein­zi­ge Re­so­lu­ti­on über den Ge­no­zid im Su­dan, über­haupt über ir­gend et­was über Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im Su­dan, in der UNO-​Generalversammlung. Und die­se Op­fer sind Mus­li­me. Es gibt je­doch 22 Re­so­lu­tio­nen über Is­ra­el. Es ist eben­falls in­ter­es­sant, fest­zu­hal­ten, dass seit 2006 die für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen meist­kri­ti­sier­te Na­ti­on der Welt, über das ge­sam­te UNO-​System hin­weg, Num­mer eins ist Is­ra­el, Num­mer 2 Su­dan, Num­mer 3 die de­mo­kra­ti­sche Re­pu­blik Kon­go, und Num­mer 4 die Ver­ei­nig­te Staa­ten von Amerika.

Von al­len sub­si­diä­ren Kör­per­schaf­ten der Ver­samm­lung der Ver­ein­ten Na­tio­nen gibt es sechs über die Pa­läs­ti­nen­ser, und kei­ne ein­zi­ge über ir­gend ein an­de­res spe­zi­fi­sches Volk die­ser Er­de. Die Sor­ge um die Men­schen­rech­te ist al­so et­was, was man „hoch se­lek­tiv” nen­nen könnte.

Was bleibt uns am En­de von all dem?

Das ist, wie ich schon sag­te, nicht ein­fach lee­res Ge­re­de. In Be­zug auf Ter­ro­ris­mus gibt es kei­ne De­fi­ni­ti­on der UNO über Ter­ro­ris­mus. Im Ge­gen­teil hielt ein Ver­tre­ter der block­frei­en Be­we­gung am 10. Ok­to­ber fol­gen­de Re­de vor den Ver­ein­ten Nationen:

„Wir ru­fen zur De­fi­ni­ti­on des Ter­ro­ris­mus auf, um ihn zu dif­fe­ren­zie­ren vom le­gi­ti­men Be­frei­ungs­kampf von Völ­kern un­ter ko­lo­nia­ler Herr­schaft oder frem­der Do­mi­nanz, ge­gen Be­sat­zung und für Selbst­be­stim­mung und na­tio­na­le Be­frei­ung. Die Bru­ta­li­sie­rung von Völ­kern un­ter Be­sat­zung ist die gra­vie­rends­te Form von Terrorismus.”

Was mei­nen sie al­so da­mit? Sie mei­nen, Ame­ri­ka­ner und Is­rae­lis zu tö­ten ist nicht Ter­ro­ris­mus. Die OIC hat ge­sagt, „wir be­stä­ti­gen un­se­ren Stand­punkt über die De­fi­ni­ti­on des Ter­ro­ris­mus. Be­son­ders wich­tig ist die Un­ter­schei­dung zwi­schen Ter­ro­ris­mus und dem Kampf der Völ­ker für Selbst­be­stim­mung und ge­gen frem­de Be­sat­zung.” Al­so, so­weit es sie be­trifft, die­ser An­griff ge­gen das Men­schen­rechts­sys­tem steht di­rekt in Be­zug da­zu, Ter­ro­ris­mus zu le­ga­li­sie­ren. Und hier­zu ei­ner der Punk­te aus den vie­len Brie­fen des pa­läs­ti­nen­si­schen Bot­schaf­ters bei der UNO an den Si­cher­heits­rat ist der, dass er Selbst­mord­at­ten­tä­ter rou­ti­ne­mäs­sig „Mär­ty­rer” nennt. Das Mär­ty­rer­tum ist so ei­ne neue UNO-​Kategorie ge­wor­den, die lang­sam Fuss fasst.

Die­se zwei Din­ge ge­hen Hand in Hand: Wenn du dich als Op­fer dar­stel­len kannst, wenn du be­haup­ten kannst, der an­de­re Kerl sei der Men­schen­rechts­ver­let­zer, wenn du das Op­fer von Ras­sis­mus und Is­la­mo­pho­bie wirst, dann recht­fer­tigst du den so ge­nann­ten Kampf ge­gen den Feind der Men­schen­rech­te. Wie Pa­ki­stan sag­te: „ter­ro­ris­ti­sche Ak­te, von nicht-​staatlichen Ak­teu­ren im Na­men der Re­li­gi­on durch­ge­führt, soll­ten ab­ge­kop­pelt wer­den von Re­li­gi­on.” Man soll al­so so tun als ob ein ter­ro­ris­ti­scher Akt, selbst wenn er im Na­men der Re­li­gi­on be­gan­gen wor­den ist, nichts mit Re­li­gi­on zu tun hat. Pa­ki­stan fuhr wei­ter: „Die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft muss die Ur­sa­chen von Ter­ro­ris­mus be­kämp­fen, wie et­wa die Un­ter­drü­ckung von Mus­li­men.” Auf die­se Wei­se ma­chen wir je­den Mus­lim al­ler­or­ten zu ei­nem Ob­jekt der Dis­kri­mi­nie­rung. Nun, die­ses Land mit ei­ner un­glaub­lich gut do­ku­men­tier­ten Hal­tung zu Re­de­frei­heit und Mei­nungs­frei­heit fuhr wei­ter da­mit, dass Re­de­frei­heit miss­braucht wor­den sei, den Is­lam zu de­mü­ti­gen und Hass und Ge­walt zu provozieren.

Und so wis­sen wir heu­te nicht mehr, ob die uni­ver­sel­len Stan­dards das sind, für das wir sie ken­nen, wer das Op­fer ist, wer der Tä­ter ist. Die Idee ist, den Feind zu ver­wir­ren, und am En­de Ter­ro­ris­mus zu ent­schul­di­gen. Und ich glau­be, die gröss­te UNO-​Lüge von al­len, er­neut so wie die OIC es sagt, ist, dass die in­ter­na­tio­na­len Me­di­en wei­ter­hin die ir­re­ge­lei­te­ten Hand­lun­gen ei­ner klei­nen ex­tre­mis­ti­schen Min­der­heit be­nut­zen und da­zu miss­brau­chen, die ge­sam­te is­la­mi­sche Welt so­wie die Re­li­gi­on des Is­lam zu ver­leum­den. Die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft muss die Ur­sa­chen des Ter­ro­ris­mus ad­dres­sie­ren, wie Re­pres­si­on ge­gen Mus­li­me.

Das hin­ter­lässt uns al­so in ei­ner Si­tua­ti­on, in der die Iro­nie dar­in be­steht, dass in ge­nau den Staa­ten, in de­nen es kei­ne Re­li­gi­ons­frei­heit gibt, stel­len Sie sich das vor, ge­nau die­se Staa­ten be­nut­zen Re­li­gi­on als Vi­si­ten­kar­te, als Vor­zei­ge­ob­jekt. Und wir se­hen uns ei­ner At­ta­cke, ei­nem An­sturm ge­gen­über, der mit den Ide­en be­ginnt, der aber mit dem Po­ten­ti­al, 911 zu wie­der­ho­len endet.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Wie der Is­lam den UNO Men­schen­rechts­rat ka­per­te – Weib­li­che Ge­ni­tal­ver­stüm­me­lung und was wir un­ter dem ver­schlei­ern­den Begriff […]

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