Was gerade im Iran passiert, ist nicht Israels Krieg
Gene McVay, 7. März 2026, Facebook
aus dem Englischen von Martin Christen
Was gerade im Iran passiert, ist nicht Israels Krieg. Es ist kein jüdischer Rachefeldzug, es ist kein Nahost-Konflikt, der nichts mit dem Rest von uns zu tun hat, und entgegen den Behauptungen von Tucker Carlson hat es auch nichts mit Chabad zu tun. Ihr müsst wissen, was tatsächlich los ist.
Goran_tek-en, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Washington hat unter der Carter-Regierung die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt und 52 Amerikaner als Geiseln genommen hatten. Das war 1979.
Seitdem hat jede Regierung – Carter, Reagan, Bush (senior), Clinton, Bush (junior), Obama, Biden und Trump – erklärt, dass ein nuklear bewaffneter Iran inakzeptabel ist. Das Weiße Haus hat kürzlich 74 separate Fälle dokumentiert, in denen Trump diese Position vertreten hat, und es als „langjährige, parteiübergreifende amerikanische Politik“ bezeichnet. Das ist keine neue Haltung. Es ist keine rechtskonservative Position. Es ist das, was jede Regierung seit einem halben Jahrhundert geglaubt hat.
Warum hat es dann erst jetzt so weit kommen müssen? Weil der Iran immer wieder die Ziele verschoben hat und die Welt das immer wieder zugelassen hat.
Bis Mai 2025 meldete die IAEA, dass Irans Vorrat an nahezu waffenfähig angereichertem Uran in nur drei Monaten um rund 50 Prozent gestiegen war. Damit war Teheran nur noch einen Schritt davon entfernt, genug Material für zehn Atomwaffen zu haben.
Das ist keine vage kleine Bedrohung. Das ist ein Countdown.
Der Chef des US Central Command hat ausgesagt, dass der Iran, falls er sich entscheidet, auf eine Atomwaffe zuzusteuern, genug waffenfähiges Material für eine einfache Vorrichtung in einer Woche und genug für zehn Waffen in drei Wochen produzieren könnte.
Außenminister Marco Rubio hat es klar gesagt: „Sie haben alles, was sie brauchen, um Atomwaffen zu bauen.“ Wenn du den Motor gebaut hast, den Treibstoff eingefüllt hast und das Auto auf die Wand ausgerichtet ist, spielt es keine große Rolle, ob du schon aufs Gaspedal getreten bist.
Der Iran hat jahrelang behauptet, sein Programm sei zivil. Gleichzeitig hat er sich der Waffenfähigkeit angenähert. Laut Berichten, die vom Institute for International Political Studies stammen, hatte Khamenei erst im Oktober 2025 die Entwicklung miniaturisierter Atomgefechtsköpfe für ballistische Raketen genehmigt.
Jetzt sprechen wir über China, denn dieser Teil des Bildes ist entscheidend.
China ist in dieser Geschichte kein unbeteiligter Zuschauer. Der Iran steht im Zentrum der gesamten Überland-Handels- und Energie-Strategie Pekings. Der Iran liegt im Herzen der chinesischen Belt-and-Road-Initiative, dem Infrastrukturnetzwerk, das Ostasien über Landwege und Energierouten im Persischen Golf mit Europa verbindet. Ohne stabilen Zugang durch iranisches Territorium hat Peking keine realistische Alternative für seine Lieferketten. Allein 2025 exportierte der Iran mehr als 520 Millionen Barrel Rohöl nach China. Nur Saudi-Arabien lieferte mehr. China kauft über 80 Prozent des iranischen Öls. Das ist keine ideologische Solidarität. Das ist eine Abhängigkeit, die keiner der beiden Seiten stören möchte.
Das bringt uns zur Straße von Hormus.
Im Jahr 2025 passierten täglich rund 13 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus, etwa 31 Prozent des gesamten seeverkehrten Rohöls der Welt.
Etwa 45 Prozent der chinesischen Ölimporte laufen darüber. Der Iran hat gedroht, sie zu schließen. Und hier ist, was diese Drohung tatsächlich bewirkt hat: China führt jetzt direkte Gespräche mit dem Iran und drängt Teheran, Rohöl- und LNG-Schiffen sicheres Geleit zu gewähren und davon abzusehen, Tanker oder wichtige Export-Hubs anzugreifen. Wenn Pekings Energieversorgung auf dem Spiel steht, hat die anti-amerikanische Haltung echte Grenzen.
Das alles zusammengenommen ergibt Folgendes:
Die Vereinigten Staaten sind nicht in diesen Krieg gestolpert, weil Israel nett gefragt hat. Sie haben auf eine Bedrohung reagiert, die fünf Jahrzehnte lang von amerikanischen Präsidenten anerkannt und meist auf die lange Bank geschoben wurde.
Der Iran war Wochen – nicht Jahre – davon entfernt, das Material für Atomwaffen zu haben. Er besaß Langstrecken-Ballistikraketen, die US-Stützpunkte und Verbündete in der gesamten Region erreichen konnten. Er hatte ein Waffenentwicklungsprogramm, über das er jahrelang gelogen hatte.
Das als „Israels Krieg“ zu bezeichnen, ignoriert fünfzig Jahre amerikanischer Politik, mehrere Runden gescheiterter Diplomatie und ein Atomprogramm, das am Ende seiner Möglichkeiten angelangt war.
Die Welt brauchte jemanden, der handelt. Die bessere Frage ist nicht, warum es passiert ist. Die bessere Frage ist, warum es so lange gedauert hat.

Aber SPD-Klingbeil tönt weiter, man hätte nicht genug Geduld bei Verhandlungen gezeigt, nicht wahr?
Können unsere Politik-Schranzen wirklich nichtmal bis zum Tellerrand gucken?