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War­um Sie San Re­mo ken­nen sollten

Dan Ad­ler, 28.6.2014, danadler.com

Heu­te ist der 28. Ju­ni 2014, der den 100. Jah­res­tag des Aus­bruchs des Ers­ten Welt­kriegs mar­kiert, ein Welt­krieg zen­triert in Eu­ro­pa, der 1914 be­gann und bis No­vem­ber 1918 dau­er­te. Die Ge­samt­zahl der mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Op­fer der ers­ten Welt­kriegs war über 37 Mil­lio­nen und er zählt da­mit zu den töd­lichs­ten Kon­flik­ten der Mensch­heits­ge­schich­te. Der Ers­te Welt­krieg hat den Weg für gro­ße po­li­ti­sche Ver­än­de­run­gen ge­eb­net. Vier mas­si­ve Im­pe­ri­en zer­brö­ckel­ten in sei­nen Nach­wir­kun­gen und wur­den in Na­tio­nal­staa­ten auf­ge­teilt: das deut­sche, das österreichisch-​ungarische, das rus­si­sche und das os­ma­ni­sche Reich.

Der Sturz des 400 Jah­re al­ten Os­ma­ni­schen Rei­ches, das mit Deutsch­land ge­gen die Al­li­ier­ten kämpf­te, schuf die Mög­lich­keit, die Be­stre­bun­gen zwei­er seit Jahr­hun­der­ten ih­rer Un­ab­hän­gig­keit be­raub­ten Völ­ker zu er­fül­len: des ara­bi­schen Vol­kes und des jü­di­schen Volkes.

Am 11. De­zem­ber 1917, dem Vor­abend von Cha­nukka, führ­te Ge­ne­ral Al­len­by die bri­ti­schen Trup­pen nach Je­ru­sa­lem. Al­len­by wur­de als der Ret­ter der Ju­den ge­fei­ert, vor al­lem an­ge­sichts der Tat­sa­che, dass ein Mo­nat zu­vor Groß­bri­tan­ni­en die Balfour-​Deklaration her­aus­ge­ge­ben hatte.

Vie­le Leu­te ken­nen die Balfour-​Deklaration vom 2. No­vem­ber 1917 und die UNO-​Abstimmung über den Tei­lungs­plan vom 29. No­vem­ber 1947 als die bei­den wich­tigs­ten in­ter­na­tio­na­len po­li­ti­schen Er­eig­nis­se, die zur is­rae­li­schen Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung vom 14. Mai 1948 führten.

Al­ler­dings gibt es ein Miss­ver­ständ­nis, dass die Balfour-​Erklärung nur ei­ne Ab­sichts­er­klä­rung war und kein ver­bind­li­ches Rechts­do­ku­ment. Der Grund für die­ses Miss­ver­ständ­nis ist, dass die meis­ten Men­schen sich der San Remo-​Konferenz nicht be­wusst sind, die am 19. April 1920 statt­fand, sie­ben Ta­ge dau­er­te und ih­re Be­schlüs­se am 25. April 1920 ver­öf­fent­lich­te. Die­se sie­ben Ta­ge leg­ten die po­li­ti­sche Grund­la­ge für die Schaf­fung der 22 Staa­ten der ara­bi­schen Li­ga und des ein­zi­gen jü­di­schen Staa­tes Is­ra­el. Der voll­stän­di­ge Text der Balfour-​Erklärung wur­de ein in­te­gra­ler Be­stand­teil der San Remo-​Resolution und des bri­ti­schen Man­dats für Pa­läs­ti­na und ver­wan­del­te sie da­mit aus ei­ner Ab­sichts­er­klä­rung in ein rechts­ver­bind­li­ches Grund­do­ku­ment nach Völkerrecht.

Hier ist ein kur­zer Video-​Clip, der die recht­li­che Be­deu­tung der San Re­mo Kon­fe­renz erklärt:

Wa­ren die Ara­ber in San Re­mo ge­gen die Schaf­fung ei­nes jü­di­schen Staa­tes? Die Ant­wort ist ein kla­res NEIN! Da­mals kon­zen­trier­ten sie sich auf die Schaf­fung un­ab­hän­gi­ger ara­bi­scher Staa­ten und hat­ten kei­nen Ein­wand ge­gen die Grün­dung ei­nes klei­nen jü­di­schen Staa­tes in Pa­läs­ti­na. Dies wur­de im Weizmann-​Feisal-​Abkommen for­ma­li­siert, das da­zu führ­te, dass der Völ­ker­bund das Land Is­ra­el (da­mals Pa­läs­ti­na) als Hei­mat des jü­di­schen Vol­kes an­er­kann­te. [1]

Hier ist ein Teil des Tex­tes des Ab­kom­mens (sie­he un­ten­ste­hen­den Link für den Voll­text). Be­ach­ten Sie, dass Fei­sal un­ter­schei­det zwi­schen „Dem Ara­bi­schen Staat” und „Pa­läs­ti­na”, was als „Der jü­di­sche Staat” ver­stan­den wird:

„Sei­ne Kö­nig­li­che Ho­heit, der Emir Fei­sal, ver­tre­tend und han­delnd im Na­men des ara­bi­schen Kö­nig­reichs He­jaz, und Dr. Chaim Weiz­mann, ver­tre­tend und han­delnd im Na­men der Zio­nis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on, un­ter acht­sa­mer Be­rück­sich­ti­gung der Ras­sen­ver­wandt­schaft und der al­ten Bin­dun­gen zwi­schen den Ara­bern und dem jü­di­schen Volk, und der Er­kennt­nis, dass das si­chers­te Mit­tel, um die Voll­endung ih­rer na­tio­na­len Be­stre­bun­gen zu er­rei­chen, die engst­mög­li­che Zu­sam­men­ar­beit bei der Ent­wick­lung des ara­bi­schen Staa­tes und Pa­läs­ti­nas ist, und wei­ter­hin das gu­te Ver­ständ­nis, das zwi­schen ih­nen be­steht, zu be­stä­ti­gen, ha­ben fol­gen­de Ar­ti­kel mit­ein­an­der vereinbart …

Der ara­bi­sche Staat und Pa­läs­ti­na in all ih­ren Be­zie­hun­gen und Un­ter­neh­mun­gen wer­den durch den herz­lichs­ten gu­ten Wil­len und das Ver­ständ­nis ge­trie­ben und zu die­sem Zweck wer­den ord­nungs­ge­mäß ak­kre­di­tier­te ara­bi­sche und jü­di­sche Agen­tu­ren in ih­ren je­wei­li­gen Ge­bie­ten eta­bliert und un­ter­hal­ten

Bei der Er­rich­tung der Ver­fas­sung und der Ver­wal­tung von Pa­läs­ti­na wer­den al­le die­se Maß­nah­men er­las­sen, die die volls­ten Ga­ran­ti­en für die Durch­füh­rung der De­kla­ra­ti­on der bri­ti­schen Re­gie­rung vom 2. No­vem­ber 1917 (die Balfour-​Deklaration) leis­ten werden …

Es wer­den al­le not­wen­di­gen Maß­nah­men er­grif­fen, um die Ein­wan­de­rung von Ju­den in Pa­läs­ti­na in gro­ßem Maß­stab zu för­dern und zu sti­mu­lie­ren und so schnell wie mög­lich jü­di­sche Ein­wan­de­rer auf dem Land durch en­ge­re An­sied­lung und in­ten­si­ven An­bau des Bo­dens nie­der­zu­las­sen. Bei der Durch­füh­rung sol­cher Maß­nah­men wer­den die ara­bi­schen Bau­ern und Päch­ter in ih­ren Rech­ten ge­schützt und bei der Wei­ter­füh­rung ih­rer wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung unterstützt. ”

Im fol­gen­den Vi­deo kön­nen Sie das Zeu­gis ei­nes bri­ti­schen Di­plo­ma­ten aus ers­ter Hand se­hen, der tat­säch­lich in den Ver­hand­lungs­räu­men da­bei war, als Emir Fai­sal und La­wrence von Ara­bi­en bei­de die Grün­dung ei­nes jü­di­schen Hei­mat­lan­des in Is­ra­el un­ter­stütz­ten, und wie das Do­ku­ment, das als das Faisal-​Weizmann-​Abkommen be­kannt ist, zu­stan­de kam:

Bei 2:30 se­hen Sie, wie die Jü­di­sche Le­gi­on mit den Ara­bern und den Bri­ten zu­sam­men ge­kämpft hat, um im Jah­re 1918 das Ost­ufer des Jordan-​Flusses von den Os­ma­nen zu erobern.

Bei 4:30 se­hen Sie, wie An­war Nussei­beh er­klärt, wie sich Ara­ber in Pa­läs­ti­na als Pan-​Arabisten sa­hen, die Teil von Sy­ri­en wa­ren. Sie hat­ten kei­ner­lei Vor­stel­lung von ei­nem un­ab­hän­gi­gen „pa­läs­ti­nen­si­schen Volk” und kei­ne ei­ge­ne Iden­ti­tät jen­seits des Pan-​Arabismus.

Bei 9:20 se­hen Sie Nobel-​Friedenspreisträger Phi­lip Noël Baker er­klä­ren, wie Fai­sal und T.E. La­wrence (La­wrence of Ara­bia) ihn über­zeug­ten, den Zio­nis­mus zu unterstützen.

Emir Fai­sal, der 1918 al­lein an­er­kann­te Ver­tre­ter des ge­sam­ten ara­bi­schen Vol­kes, un­ter­stütz­te den An­spruch des jü­di­schen Vol­kes in sei­ner his­to­ri­schen Hei­mat voll und ganz, wäh­rend er den grö­ße­ren Preis im Au­ge hat­te: Sy­ri­en, Jor­da­ni­en, Saudi-​Arabien, Irak, Li­ba­non, Ägyp­ten (Kei­ner von die­sen Staa­ten war vor dem Ers­ten Welt­krieg un­ab­hän­gig). Tat­säch­lich exis­tier­ten vor dem Ers­ten Welt­krieg nur we­ni­ge der heu­ti­gen Nationalstaaten.

Las­sen wir das für ei­nen Mo­ment sin­ken: Vor der San Remo-​Konferenz gab es kei­nen ein­zi­gen ara­bi­schen un­ab­hän­gi­gen Na­tio­nal­staat. Nicht ei­nen. Al­le 22 ara­bi­schen Staa­ten, die heu­te (als Teil der Ara­bi­schen Li­ga) exis­tie­ren, wur­den ent­we­der als di­rek­te Fol­ge der San Re­mo Kon­fe­renz oder viel spä­ter zu Na­tio­nal­staa­ten. Da­her ist die Le­gi­ti­mi­tät Is­ra­els als jü­di­scher Staat gleich oder grö­ßer der Le­gi­ti­mi­tät von je­dem der ara­bi­schen Nationalstaaten.

In der Tat gilt der Ers­te Welt­krieg als die Mor­gen­däm­me­rung der meis­ten mo­der­nen Na­tio­nal­staa­ten. Vier mas­si­ve Im­pe­ri­en zer­brö­ckel­ten in sei­nen Nach­wir­kun­gen und wur­den in Na­tio­nal­staa­ten auf­ge­teilt: Das deut­sche, österreichisch-​ungarische, rus­si­sche und os­ma­ni­sche Reich. Zu die­ser Zeit tra­ten Na­tio­nen, die Be­stre­bun­gen zur Selbst­be­stim­mung hat­ten, vor und rich­te­ten ih­re For­de­run­gen nach Un­ab­hän­gig­keit an den Völ­ker­bund (dem Vor­läu­fer der Ver­ein­ten Na­tio­nen). Die Ara­ber tra­ten als ei­ne ein­zi­ge ein­heit­li­che Na­ti­on auf, und die Ju­den tra­ten als ei­ne an­de­re auf.

Wie man in den Au­gen­zeu­gen­be­rich­ten im obi­gen Vi­deo se­hen kann, sa­hen sich die Ara­ber von Pa­läs­ti­na als sy­risch und als Pan-​Araber. Sie hat­ten kei­ne Be­stre­bun­gen nach Un­ab­hän­gig­keit. Erst spä­ter, als al­le üb­ri­gen ara­bi­schen Län­der ge­si­chert wa­ren, än­der­ten die Ara­ber ihr Nar­ra­tiv, leg­ten das Land Is­ra­el un­ter das Mi­kro­skop und de­fi­nier­ten den Kon­flikt als Ju­den ge­gen pa­läs­ti­nen­si­sche Ara­ber in­ner­halb die­ses klei­nen Ter­ri­to­ri­ums, und nicht als das, was es ur­sprüng­lich war: Ei­nen klei­nen Fle­cken des os­ma­ni­schen Rei­ches sei­nen recht­mä­ßi­gen Be­sit­zern zu­rück­zu­ge­ben, dem jü­di­schen Volk, wäh­rend 99% des ehe­mals os­ma­ni­schen Ter­ri­to­ri­ums un­ter den Ara­bern auf­ge­teilt wurden.

Israel-Surrounded

Die Er­geb­nis­se der Pa­ri­ser (1918) und San Re­mo (1920) Kon­fe­ren­zen des Völ­ker­bun­des wa­ren das Man­dat für Pa­läs­ti­na, das der bri­ti­schen Re­gie­rung zum al­lei­ni­gen Zweck der Grün­dung ei­ner jü­di­schen Hei­mat im Land Is­ra­el ge­währt wurde:

Ein­und­fünf­zig Mit­glieds­län­der – der ge­sam­te Völ­ker­bund – er­klär­te ein­stim­mig am 24. Ju­li 1922:

„Wäh­rend die his­to­ri­sche Ver­bin­dung des jü­di­schen Vol­kes mit Pa­läs­ti­na und auf Ba­sis der Wie­der­her­stel­lung ih­res Hei­mat­staa­tes in die­sem Lan­de an­er­kannt wor­den ist”.

Es gibt zwei we­sent­li­che recht­li­che Punk­te in der obi­gen Aus­sa­ge (wie von Do­re Gold im Vi­deo am En­de des Blogs er­wähnt), die das jü­di­sche Volk als die in­di­ge­nen Ein­woh­ner von Pa­läs­ti­na eta­blie­ren und den „Zio­nis­ten sind Ko­lo­nia­lis­ten” Fehl­schluss zerschmettern:

  1. Sie er­kennt an, dass die „his­to­ri­sche Ver­bin­dung des jü­di­schen Vol­kes mit Pa­läs­ti­na” ein be­reits exis­tie­ren­des Recht ist („auf Ba­sis von”), kein neu ge­währ­tes Recht.
  2. Sie for­dert die „Wie­der­her­stel­lung” ih­rer na­tio­na­len Hei­mat, nicht die Er­stel­lung ei­ner neu­en na­tio­na­len Hei­mat von Grund auf.

Im Jahr 2003 brach­te Recht­an­walt Howard Grief das Pro­to­koll der San Re­mo Kon­fe­renz und den Text der San Re­mo Re­so­lu­ti­on aus den stau­bi­gen bri­ti­schen Ar­chi­ven ans Ta­ges­licht. Grief spricht im 90-​jährigen Ju­bi­lä­um der San Remo-​Konferenz über die Be­deu­tung der Kon­fe­renz und der Re­so­lu­ti­on als Rechts­grund­la­ge des mo­der­nen Staa­tes Is­ra­el nach Völkerrecht.

Das Man­dat, das 1920 in San Re­mo er­stellt wur­de, um­fass­te bei­de Sei­ten des Jordan-​Flusses für die jü­di­sche Heimstätte.

Es wur­de ein­stim­mig vom Völ­ker­bund ver­ab­schie­det (und da­mit die Balfour-​Erklärung als viel mehr als bloss bri­ti­sches Do­ku­ment ratifiziert).

Im Jahr 1922 üb­te Groß­bri­tan­ni­en oh­ne in­ter­na­tio­na­le De­bat­te oder Re­so­lu­ti­on ein­sei­tig Ar­ti­kel 25 des Man­dats aus, schnitt die Ost­bank von Pa­läs­ti­na ab und nann­te es Trans-​Jordanien. Die­se Ak­ti­on ba­sier­te nicht auf ei­nem ex­pli­zi­ten Völkerbunds-​Entscheid oder ei­nem aus­drück­li­chen Man­dat, ei­nen ara­bi­schen Staat Jor­da­ni­en zu schaffen.

Trans-​Jordanien, mehr als das Drei­fa­che der Grö­ße Is­ra­els, wur­de von Groß­bri­tan­ni­en an et­wa 300.000 ha­sche­mi­ti­sche no­ma­di­sche Be­dui­nen über­ge­ben, die aus Saudi-​Arabien stam­men, als Dank für ih­re Hil­fe ge­gen die Os­ma­nen (Die ara­bi­sche Re­vol­te, wie im Film La­wrence von Ara­bi­en romantisiert).

Dar­über hin­aus er­laub­te Groß­bri­tan­ni­en kei­nem Ju­den, sich in Trans-​Jordanien nie­der­zu­las­sen oder Land zu kau­fen, aber es er­laub­te den Ara­bern, die An­sied­lungs­ra­te in Pa­läs­ti­na fort­zu­set­zen und zu stei­gern. So wur­de Jor­da­ni­en das ein­zi­ge Land der Welt­ge­schich­te, das als ju­den­rein ge­plant war, und Pa­läs­ti­na (vom Jor­dan bis zum Meer) wur­de zum ein­zi­gen Streit­ob­jekt zwi­schen Ju­den und Ara­bern. Hier ist der Text von Ar­ti­kel 25, und Sie kön­nen se­hen, dass es dort kei­ne Ab­sicht gab, ei­nen dau­er­haf­ten ara­bi­schen Staat in Jor­da­ni­en zu schaffen:

„In den Ge­bie­ten, die zwi­schen dem Jor­dan und der öst­li­chen Gren­ze von Pa­läs­ti­na lie­gen, wie letzt­end­lich be­stimmt, ist der Man­da­tär be­rech­tigt, mit Zu­stim­mung des Ra­tes des Völ­ker­bun­des, die An­wen­dung sol­cher Be­stim­mun­gen die­ses Man­dats auf­zu­schie­ben oder zu­rück­zu­hal­ten, die er auf die be­stehen­den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten nicht an­wend­bar be­ur­teilt, und Vor­keh­run­gen zu tref­fen für die Ver­wal­tung der Ge­bie­te, wie er es für ge­eig­net hält”

Am 30. Ju­ni 1922 ver­ab­schie­de­te der US-​Senat die Lodge-​Fish-​Resolution [Ge­mein­sa­me Kongress-​Resolution (360)]: Mit ei­ner stär­ke­ren Spra­che als die Balfour-​Deklaration, die die Grün­dung ei­ner na­tio­na­len Heim­stät­te für das jü­di­sche Volk in Pa­läs­ti­na begünstigt:

„Ent­schie­den durch den Se­nat und das Re­prä­sen­tan­ten­haus der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, die im Kon­gress ver­sam­melt sind. Dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka die Grün­dung ei­ner Hei­mat für das jü­di­sche Volk in Pa­läs­ti­na be­güns­ti­gen, wo­bei klar zu ver­ste­hen ist, dass nichts ge­tan wer­den soll, was die zi­vi­len und re­li­giö­sen Rech­te von Chris­ten und al­len an­de­ren nicht­jü­di­schen Ge­mein­den in Pa­läs­ti­na be­ein­träch­ti­gen soll­te, und dass die hei­li­gen Or­te und re­li­giö­sen Bau­ten und Plät­ze in Pa­läs­ti­na an­ge­mes­sen ge­schützt wer­den sollen.”

Am 21. Sep­tem­ber 1922 un­ter­zeich­ne­te Prä­si­dent War­ren G. Har­ding die ge­mein­sa­me Re­so­lu­ti­on zur Ge­neh­mi­gung der Ein­rich­tung ei­ner jü­di­schen na­tio­na­len Heim­stät­te in Pa­läs­ti­na. Wei­te­re De­tails fin­den Sie hier.

Die for­ma­le An­er­ken­nung Is­ra­els als jü­di­sches Hei­mat­land wur­de nicht 1947 oder 1948 ver­bind­lich, son­dern 1920, als die Re­so­lu­tio­nen der San Remo-​Konferenz als Teil des Ver­tra­ges von Sèv­res (Au­gust 1920) auf­ge­nom­men wur­den und ein­stimm­mig von al­len 51 Län­dern des Völ­ker­bun­des an­ge­nom­men und un­ter­zeich­net wurden:

ARTIKEL 95.

Die Ho­hen Ver­trags­par­tei­en er­klä­ren sich da­mit ein­ver­stan­den, un­ter An­wen­dung der Be­stim­mun­gen des Ar­ti­kels 22 die Ver­wal­tung Pa­läs­ti­nas in­ner­halb die­ser Gren­zen, die von den al­li­ier­ten Haupt­mäch­ten be­stimmt wer­den kön­nen, ei­nem von die­sen Mäch­ten zu wäh­len­den Man­da­tär zu über­tra­gen. Der Man­da­tär wird da­für ver­ant­wort­lich sein, die ur­sprüng­lich am 2. No­vem­ber 1917 von der bri­ti­schen Re­gie­rung ge­trof­fe­ne und von den an­de­ren al­li­ier­ten Mäch­ten an­ge­nom­me­ne De­kla­ra­ti­on zu­guns­ten der Grün­dung ei­ner na­tio­na­len Heim­statt für das jü­di­sche Volk in Pa­läs­ti­na in Kraft zu set­zen, wo­bei klar ist, dass nichts ge­tan wer­den soll, was die bür­ger­li­chen und re­li­giö­sen Rech­te be­stehen­der nicht­jü­di­scher Ge­mein­schaf­ten in Pa­läs­ti­na, oder die Rech­te und den po­li­ti­schen Sta­tus, den Ju­den in ir­gend ei­nem an­de­ren Land ge­nie­ßen, be­ein­träch­ten könnte.

Hier ist noch ein Vi­deo, das aus­führ­li­cher er­klärt, war­um die San Remo-​Resolution von 1920 noch wich­ti­ger ist als der UNO-​Teilungsplan von 1947:

Aus­führ­li­che­re In­for­ma­tio­nen über die San Re­mo Kon­fe­renz und die recht­li­chen Grund­la­gen Is­ra­els als jü­di­sche Hei­mat fin­den Sie auf der ex­zel­len­ten Web­site von Eli Hertz: http://www.mythsandfacts.org/. Da­zu ge­hört ein druck­fä­hi­ges PDF und ei­ne PowerPoint-​Präsentation, mit de­nen Sie die­ses Ma­te­ri­al prä­sen­tie­ren können.


[1] A.d.Ü: Das Feisal-​Weizmann-​Abkommen hat lei­der kei­ne Rechts­kraft er­langt. Hier ei­ne an­de­re Dar­stel­lung des da­ma­li­gen Geschehens

 

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Da­ni­el (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Ay­a­an Hirsi Ali: Was die Zu­kunft für mus­li­mi­sche Frau­en be­reit hält – War­um Sie San Re­mo ken­nen sollten […]

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