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Die Lü­ge, dass Is­ra­el in Ga­za zu viel Ar­til­le­rie ein­ge­setzt hat

28. Au­gust 2014, von Tho­mas Wictor

Ges­tern hat Al Ja­ze­e­ra ein Stück von Mark Per­ry ver­öf­fent­licht mit dem Ti­tel „War­um die Bom­bar­die­rung von Quar­tie­ren in Ga­za US-​Offiziere ‚zum Stau­nen’ bringt.” Es han­delt sich um ein un­ehr­li­ches Pro­pa­gan­da­stück, das mit ei­nem Satz ab­ge­tan wer­den kann, aber ich wer­de viel mehr schrei­ben. Die Lü­ge, dass Is­ra­el zu viel Ar­til­le­rie ein­setzt in Ga­za steht schon ei­ne Wei­le im Raum, des­halb ist es Zeit, zu zei­gen, dass die­se An­schul­di­gung, wie je­de an­de­re An­schul­di­gung, die der IDF wäh­rend der Ope­ra­ti­on Pro­tec­tive Edge an­ge­hängt wird, falsch ist.

Foto eines Medics, der einem Palästinenser hilft im Shejaia-Quartier von Gaza, das von Israel während des Kampfes schwer beschossen wurde.

Aus dem Artikel:

Ob­wohl das Pen­ta­gon da­vor zu­rück­scheut, öf­fent­lich Ur­tei­le aus­zu­spre­chen, die von ei­nem ent­schie­den pro-​israelischen Kon­gress schlecht auf­ge­nom­men wer­den könn­ten, ha­ben er­fah­re­ne US-​militärische Quel­len an­onym ei­ne ver­nich­ten­de Kri­tik der is­rae­li­schen Tak­ti­ken ab­ge­ge­ben, be­son­ders in der Shujaiya-​Nachbarschaft von Ga­za Stadt…

Ge­mäss ei­nem er­fah­re­nen US-​Offizier, der Zu­griff hat­te auf die Zu­sam­men­fas­sung des Pen­ta­gons vom 21. Ju­li über die vor­an­ge­hen­den 24 Stun­den der is­rae­li­schen Mi­li­tär­ope­ra­ti­on, zeig­te der in­ter­ne Be­richt, dass 11 is­rae­li­sche Ar­til­le­rie­bat­tail­lo­ne – ein Mi­ni­mum von 258 Ar­til­le­rie­ka­no­nen ge­mäss der Schät­zung des Of­fi­ziers – min­des­tens 7000 Spreng­gra­na­ten in die Gaza-​Nachbarschaft ge­pumpt ha­ben, ein­schliess­lich ei­nes Sperr­feu­ers von 4800 Gra­na­ten in ei­ner 7-​stündigen Pe­ri­ode in der Hö­he des Ge­fechts. Die er­fah­re­nen US-​Offiziere wa­ren sprach­los über die­sen Bericht.

Das soll­ten sie auch. Es ist nicht wahr. Al­les, was sie gra­de ge­le­sen ha­ben, ist ei­ne Lü­ge. Alles.

Zu­nächst gä­be es gar kei­nen Grund für die Is­rae­lis, elf Ar­til­le­rie­bat­tail­lo­ne auf Shi­jaiyah an­zu­set­zen. Die Zahl von 258 Ar­til­le­rie­ka­no­nen? Sie ist falsch. Die Is­rae­lis set­zen die M109 Ho­wit­zer ein, die sie die Do­her nen­nen.

Je­des is­rae­li­sche M109 Bat­tail­lon be­steht aus drei Bat­te­ri­en. Je­de Bat­te­rie be­steht aus zwei Zü­gen, und ein Zug hat drei Ka­no­nen. Des­halb hat je­des Bat­tail­lon acht­zehn Ka­no­nen. Der Al Ja­ze­e­ra Ar­ti­kel sagt, ein mi­ni­mum von 258 Ka­no­nen sei ein­ge­setzt wor­den. Elf mal acht­zehn gibt 198, was nur 77 Pro­zent der Zahl ist, die Al Ja­ze­e­ra nann­te. Aber selbst die 198 Ho­wit­zer sind ei­ne kom­plet­te Erfingung.

Hier ist ei­ne Bat­te­rie – zwei Zü­ge – von Do­hers, zum Feu­ern ausgerichtet.

Be­ach­ten Sie, wie­viel Platz zwi­schen den Ka­no­nen not­wen­dig ist. Die Do­her ist drei Me­ter breit, so­dass die Ka­no­nen et­wa fünf­zehn Me­ter aus­ein­an­der ste­hen. Das be­deu­tet, dass ei­ne Bat­te­rie von sechs un­ge­fähr drei mal sechs, plus 15 mal 5, al­so to­tal 94 Me­ter be­nö­tigt. Wenn es 198 Do­hers ge­we­sen wä­ren, dann wür­den die ei­ne Front von 18 km bilden.

So gross­zü­gig, wie ich kann, ge­be ich Shi­jaiyah ei­ne brei­te von et­was über 3 km.

Die Is­rae­lis ha­ben al­so Do­hers auf ei­ner Front auf­ge­reiht, die fünf­mal brei­ter ist als das Ziel­ge­biet? Und ver­ges­sen Sie nicht, dass die IDF nicht auf ganz Shi­jaiyah ge­feu­ert ha­ben. Nur ein paar aus­ge­wähl­te Be­rei­che sind be­schä­digt worden.

Es ist al­so ei­ne glat­te Lü­ge, dass die Is­rae­lis elf Ar­til­le­rie­bat­tail­lo­ne ein­ge­setzt ha­ben sol­len, um auf Shi­jaiyah zu feuern.

Und die Zahl von 7000 Spreng­gra­na­ten ist ei­ne Über­trei­bung um mehr als den Fak­tor zehn. Die IDF feu­er­ten un­ge­fähr 600 Gra­na­ten; man sieht auf der obi­gen Kar­te, dass fast al­le von ih­nen ih­re Zie­le ge­trof­fen ha­ben. Ar­til­le­rie war der letz­te Ver­such, die is­rae­li­schen Trup­pen zu schüt­zen, die sich ei­nem mör­de­ri­schen Ge­gen­an­griff der Ha­mas ge­gen­über sahen.

Die Golani-​Brigade in She­ja­ia hat­te schwe­re Ver­lus­te zu er­lei­den, wie die Quel­len be­rich­te­ten, nach­dem die Hamas-​Aufklärungs-​Einheiten sie aus­ge­späht hatten.

Die Agen­ten schick­ten die In­for­ma­ti­on an in Tun­nels war­ten­de Ter­ro­ris­ten. In ko­or­di­nier­ter Wei­se sind die Be­waff­ne­ten aus der „Me­tro un­ter She­ja­ia” her­vor­ge­kom­men, sag­ten die Quel­len, die Tun­nel mei­nend, und be­gan­nen ei­ne mas­si­ve Wel­le von An­ti­tank, Mör­ser, He­cken­schüt­zen und au­to­ma­ti­schem Feu­er von den Ge­bäu­den, die die Golani-​Kräfte umgaben.

„Ich sah, dass feind­li­che Zel­len bis auf 40 Me­ter an un­se­re Kräf­te her­an­ge­kom­men wa­ren,” füg­te die Quel­le hinzu.

Zu die­sem Zeit­punkt er­fass­te das Artillerie-​Corps die Stel­lun­gen der feind­li­chen Kräf­te in ga­za­ni­schen zi­vi­len Wohn­ge­bäu­den – Or­te, an de­nen die IDF vor­her die Zi­vi­lis­ten auf­ge­for­dert hat­te, sie zu evakuieren.

Die Artillerie-​Corps-​Unterstützungseinheit be­ob­ach­te­te die Schlacht mit wach­sen­der Sor­ge, und hat sich für dras­ti­sche Ak­ti­on ent­schie­den, sag­te die Quelle.

Sonst, so wuss­te ich, wür­den wir 600 Bo­dy Bags zurückerhalten.

Sie in­stru­ier­te al­le Golani-​Soldaten, sich in ih­re Na­mer ge­nann­ten ge­pan­zer­ten Mann­schafts­wa­gen („Leo­pard”) zu­rück­zu­zie­hen, und be­gan­nen ei­ne Wel­le von Ar­til­le­rie­be­schuss, wo­bei ei­ni­ge Gra­na­ten auf die Na­mer fie­len, die aber da­für ge­baut wa­ren, sol­che Schlä­ge zu überdauern.

Drei Ar­til­le­rie­bat­tail­lo­ne ha­ben Feu­er auf She­ja­ia reg­nen las­sen, im Ver­such, die Golani-​Soldaten zu ret­ten. Wäh­rend­des­sen, sag­te die Quel­le, hat die Ha­mas wei­ter­hin die Sol­da­ten mit Mör­sern aus der gan­zen Nach­bar­schaft beschossen.

„Wir hör­ten, wie sie über Funk sag­ten: ‚Feu­er reg­net auf uns nieder.’”

Nach 20 Mi­nu­ten Ar­til­le­rie­be­schuss war Stille.

„Es gab kei­ne Hamas-​Mörser mehr, kei­ne Pan­zer­ab­wehr­ra­ke­ten, kein au­to­ma­ti­sches Waf­fen­feu­er,” sag­te die Quelle.

Zehn Ge­bäu­de la­gen in Ruinen

Schaut euch das an! DREI Ar­til­le­rie­bat­tail­lo­ne, nicht elf. Das be­deu­tet vier­und­fünf­zig Ka­no­nen, nicht 258 wie Al Ja­ze­e­ra be­rich­te­te. Und sie ha­ben 20 Mi­nu­ten lang ge­feu­ert, nicht sie­ben Stun­den. Per­sön­lich glau­be ich nicht mal, dass es drei Bat­tail­lo­ne wa­ren. Mei­ne Schät­zung ist, dass es sich viel­mehr um drei Bat­te­ri­en oder acht­zehn Ka­no­nen ge­han­delt hat. Und zehn Ge­bäu­de wur­den de­mo­liert. Zehn.

Im Ver­gleich da­zu, wäh­rend der zwei­ten Schlacht von Fal­lu­jah (7. No­vem­ber bis 23. De­zem­ber 2004), hat das US-​Militär 945 155mm-​Sprenggranaten von M109 Ho­wit­zern ab­ge­feu­ert, so­wie 942 Spreng­gra­na­ten aus 120mm-Mörsern.

Et­was an­de­res zur Er­in­ne­rung: Die Be­woh­ner von Shi­jaiyah ha­ben es ent­we­der ab­ge­lehnt, die Ge­gend zu ver­las­sen, oder sie wur­den dar­an von der Ha­mas ge­hin­dert. Da­her sind die Is­rae­li in die am stärks­ten be­fes­tig­te, ge­schütz­te, ge­pan­zer­te, gut-​verteidigte Stel­lung in Ga­za ein­ge­drun­gen oh­ne vor­her Ar­til­le­rie ein­zu­set­zen um das Schlacht­feld vor­zu­be­rei­ten. Sie ha­ben ge­tan, was ich hier „Auf­klä­rung durch Ent­blös­sung” nen­nen will.

[Füh­ren­der IDF Ar­til­le­rie­of­fi­zier Brig. Gen. Roy] Rif­tin hat hart­nä­cking die ver­brei­te­te An­sicht wi­der­spro­chen, dass die IDF un­an­ge­mes­se­ne Ge­walt an­ge­wen­det hät­te in Ga­za. Im Ge­gen­teil, sag­te er, hät­ten ver­bes­ser­te Tzayad-​Zielerfassungsmöglichkeiten es er­laubt, dass ein­zel­ne Bat­te­ri­en viel ge­ziel­ter auf zu­ge­wie­se­ne Zie­le hät­ten feu­ern können.

„Er­in­nern Sie sich dar­an, dass Shuja’iya hät­te eva­ku­iert wer­den sol­len. Eben­so Beit Ha­noun. Ei­ne nor­ma­le Ar­mee wür­de zu­erst die Ge­gen mit Sperr­feu­er be­le­gen, be­vor die ei­ge­nen Kräf­te hineingehen.

„Doch wir sind zu­erst mit den Sol­da­ten rein, ha­ben be­stimmt, wel­che Or­te ge­nau ei­ne Be­dro­hung sind für sie, und ha­ben die­se dann mit un­se­rem Feu­er be­legt,” sag­te Riftin.

„Es ist ein an­de­rer An­satz, der sehr viel Ar­beit kos­tet und der für un­se­re Leu­te ein grös­se­res Ri­si­ko ist, aber so ha­ben wir es ge­macht. Kei­ner kann recht­schaf­fe­ner sein als das.”

Er hat ab­so­lut recht. Die IDF ha­ben den Ha­mas „Schwer­punkt” zer­stört, wäh­rend die um­lie­gen­den Ge­bäu­de un­be­rührt blie­ben. Man sieht, dass die Wohn­blö­cke rechts im Hin­ter­grund im­mer noch Glas in den Fens­tern haben.

Die Zahl der To­des­op­fer in der Nach­bar­schaft von 100’000 be­trug 65, bei 300 Ver­wun­de­ten. Die Ver­lus­te der IDF be­tru­gen drei­zehn. Sie er­reich­ten ihr Ziel in un­ge­fähr sie­ben Stunden.

Die Ame­ri­ka­ner be­nö­tig­ten sie­ben Wo­chen, um Fal­lu­jah von un­ge­fähr 4000 Ter­ro­ris­ten zu be­frei­en, die kei­ne Tun­nel oder Pan­zer­ab­wehr­ra­ke­ten hat­ten. Mehr als 800 Zi­vi­lis­ten wur­den ge­tö­tet, und mehr als 10’000 Hei­me wur­den zer­stört. Die ame­ri­ka­ni­schen Ver­lus­te be­tru­gen 95 To­te und 560 Verwundete.

Ich un­ter­stüt­ze die ame­ri­ka­ni­sche Ak­ti­on in Fal­lu­jah. Doch ich leh­ne die Cha­rak­te­ri­sie­rung des lü­gen­den Al-​Jazeera-​Stücks ab.

„Hei­li­ger Bimbam,” rief Lt. Gen. Ro­bert Gard im Ru­he­stand aus, als man ihm die An­zahl Ar­til­le­rie­ka­no­nen und ab­ge­feu­er­ter Mu­ni­ti­on nann­te. „Die­se Feu­er­ra­te über die­se Zeit­pe­ri­ode ist er­staun­lich. Wenn die Zahl nur zur Hälf­te stimmt, dann war die Re­ak­ti­on Is­ra­els ab­so­lut übertrieben.”

Er­fah­re­ne US-​Offiziere, die mit der Schlacht und is­rae­li­schen Ar­til­le­rie­ope­ra­tio­nen ver­traut sind, die auf der US Dok­trin auf­ge­baut sind, ha­ben be­ur­teilt, dass bei der Ar­til­le­rie­feu­er­ra­te nach Shu­jaiya die IDF-​Kommandeuere nicht prä­zis ge­nug auf die pa­läs­ti­nen­si­schen Mi­li­tär­for­ma­tio­nen zie­len kann­ten, son­dern dass sie ein wahl­lo­ses Trom­mel­feu­er nie­der­reg­nen lies­sen, dar­auf aus­ge­rich­tet, Kra­ter in die Nach­bar­schaft zu reissen.

„Hört mal, wir al­le wis­sen, was es heisst, im Krieg Zi­vi­lis­ten zu tö­ten,” sag­te der er­fah­re­ne US-​Offizier. „Höl­le, wir ha­ben das so­gar auf die Front­sei­te ge­setzt. Wir nen­nen es Kol­la­te­ral­scha­den. Wir ver­su­chen al­les, um es zu mi­ni­mie­ren, weil wir wis­sen, dass es die Men­schen ge­gen uns wen­det. Zi­vi­lis­ten zu tö­ten ist ein si­che­res Re­zept, zu ver­lie­ren. Doch das ist nicht das, was die IDF am 21. Ju­li in Shu­jaiya ge­tan ha­ben. Mensch­li­che Schutz­schil­de? Ach komm, über­nehmt ein­fach die Ver­ant­wor­tung dafür.”

Die Ver­ant­wor­tung über­neh­men für ei­ne Lü­ge, die je­mand über dich er­zählt? Warum?

Ich ha­be kein Pro­blem da­mit, mei­ne Lands­leu­te dumm zu nen­nen. Die­se Idio­ten ha­ben nicht die kleins­te Form von Nach­for­schun­gen ge­trie­ben, be­vor sie ih­re Gau­men Rich­tung AL JAZEERA ge­öff­net ha­ben! Un­wür­dig. Schau­en wir uns die­se IDF-​Zielkarte von Shi­jaiyah an, lie­be er­fah­re­ne US-​Offizielle. Es gab kei­ne „Krater”-Taktik. Ihr habt euch selbst zum Nar­ren ge­macht. Al Ja­ze­e­ra hat euch in nütz­li­che Idio­ten verwandelt.

Viel wur­de aus der Tat­sa­che ge­macht, dass die Is­rae­li über 34’000 Ar­til­le­rie­ge­schos­se wäh­rend der Ope­ra­ti­on Pro­tec­tive Edge ab­ge­feu­ert ha­ben. Nun, die Hälf­te da­von wa­ren Rauch­pe­tar­den, und von den ver­blei­ben­den 17’000 wa­ren ein paar Spreng­gra­na­ten, ein paar Clus­ter­mu­ni­ti­on und ein paar Be­leuch­tungs­kör­per.

Die meis­ten muss­ten Be­leuch­tungs­kör­per sein. Wenn man nur schon die Fo­tos der Zer­stö­run­gen an­schaut, dann sieht man, dass es nicht be­son­de­re vie­le Spreng­gra­na­ten oder Clus­ter­mu­ni­ti­on ge­ge­ben ha­ben kann. Noch­mal, Frag­men­tie­rungs­schä­den sind in Ga­za mi­ni­mal. Das hier ist Sy­ri­en, wo Spreng­mu­ni­ti­on Tag und Nacht auf Städ­te ab­ge­feu­ert wird.

Wo sind die Zer­stö­run­gen durch Frag­men­te in Shijaiyah?

Druck­schä­den über­all, aber kaum Po­cken­nar­ben oder Pfef­fer­schä­den. Die Ge­bäu­de im obi­gen Fo­to sind von Hamas-​Sprengstoffen zu­sam­men­ge­bro­chen, die ent­we­der ab­sicht­lich von den Ter­ro­ris­ten ge­zün­det wur­den, oder von is­rae­li­scher Mu­ni­ti­on aus der Luft, oder von da­für aus­ge­bil­de­ten Spreng­meis­tern. Die­se Struk­tu­ren sind aus­ein­an­der­ge­bor­chen, nicht von Frag­men­ten ge­trof­fen worden.

Die kor­rup­te, Ju­den­has­sen­de, wert­lo­se Hu­man Rights Watch hat ei­nen Be­richt ver­fasst, der ge­nau zeigt, wie vor­sich­tig die Is­rae­lis sind.

Von Sep­tem­ber 2005, als die IDF sich aus dem Ga­za­strei­fen zu­rück­zo­gen, bis zum Mai 2007, ha­ben die Is­rae­li mehr als 14’600 Ar­til­le­rie­gra­na­ten in den Ga­za­strei­fen ge­schos­sen, haupt­säch­lich in den Norden…

Die üb­lichs­te Mu­ni­ti­on der IDF für die­se Ho­wit­zer war ei­ne 155mm Ar­til­le­rie­spreng­gra­na­te, üb­li­cher­wei­se die M107, die um 44 Ki­lo wiegt und et­wa 60.5 Zen­ti­me­ter lang und 155 Mil­li­me­ter an der brei­tes­ten Stel­le im Durch­mes­ser hat. Sie hat ei­ne Reich­wei­te von bis zu 18 Ki­lo­me­ter. Wenn sie mit TNT ge­füllt ist, dann ver­spritzt sie un­ge­fähr 2000 Frag­men­te in al­le Richtungen.

Ra­tet mal, wie­vie­le Pa­läs­ti­nen­ser die IDF ge­tö­te ha­ben mit ih­ren mehr als 14’600 Sprenggranaten?

Neun­und­fünzig.

Na­tür­lich sagt Hu­man Rights Watch, dass das al­les Zi­vi­lis­ten wa­ren, weil das das ist, was ih­nen die Ha­mas zu sa­gen be­foh­len hat.

Je­der han­delt, als ob er ver­rückt oder be­hin­dert sei. Die IDF macht nicht ein­fach die Au­gen zu und feu­ert. Sie hat ei­nen heis­sen Draht, das Ar­til­le­rie­corps ist di­rekt ver­bun­den mit dem Di­gi­tal Ar­my Pro­gram. Die is­rae­li­schen Ar­til­le­rie­leu­te be­nut­zen un­be­mann­te Flug­droh­nen und Sen­so­ren, um zu be­ob­ach­ten, auf wen sie schies­sen. Je­de In­fan­te­rie­ein­heit hat vor­ge­scho­be­ne Be­ob­ach­ter, Ar­til­le­rie­leu­te, die mit den Bo­den­trup­pen im di­rek­ten Feu­er mit­ge­hen. Sie be­nut­zen aus­ge­feil­te Ziel­erfas­sungs­sys­te­me, um GPS-​Koordinaten zu be­rech­nen, die sie an ih­re Ka­no­nie­re weiterleiten.

Es ist ei­ne Wis­sen­schaft. Die Ka­no­nie­re wis­sen ganz ge­nau, was sie tun. Sie sind kei­ne Kri­mi­nel­len, und je­der, der so et­was sagt, kann in die-

Nun, ich ha­be den Le­sern ver­spro­chen, kei­ne üb­le Spra­che zu be­nut­zen, des­halb will ich es da­bei be­wen­den las­sen und hier schweigen.

Nach­trag

Ich ha­be ge­lernt, dass die re­gu­lä­re Ar­mee der is­rae­li­schen Ver­tei­di­gungs­kräf­te IDF vierl Ar­til­le­riebri­ga­den hat mit je zwei Doher-​Battaillonen. Dann gibt es noch acht Reserve-​Artilleriebrigaden mit je zwei Doher-​Battaillonen. Das macht vier­und­zwan­zig Doher-Battaillone.

Die Ar­til­le­riebri­ga­de, die der neu­en 210ten re­gio­na­len Bas­han Di­vi­si­on auf den Go­lan­hö­hen an­ge­schlos­sen ist, kam nicht in der Ope­ra­ti­on Pro­tec­tive Edge zum Ein­satz, da­her hät­ten zwei-​einhalb Reserve-​Artilleriebrigaden auf­ge­bo­ten wer­den müs­sen, um auf die von Al Ja­ze­e­ra ge­nann­ten schie­fen Zahl von elf Ar­til­le­rie­ba­tal­lio­nen zu kommen.

Aus­ser­dem ist das Di­gi­tal Ar­my Pro­gram, das ich frü­her er­wähnt ha­be, noch viel fort­ge­schrit­te­ner, als ich dachte.

Das Sys­tem er­laubt dem Be­nut­zer, ein 12-​stelliges Ziel auf dem Bild­schirm ei­nes por­ta­blen Com­pu­ters aus­zu­wäh­len und dann das Ziel von di­ver­si­fi­zier­ten Feu­er­sys­te­men einzudecken.

Ei­ne wei­te­re kon­zep­tio­nel­le Än­de­rung wur­de kürz­lich in die Tat um­ge­setzt, näm­lich die Im­ple­men­tie­rung ei­nes Kon­zep­tes der nach­rich­ten­ba­sier­ten Kriegs­füh­rung durch In­fan­te­rie­ein­hei­ten der IDF.

Das neue Kon­zept wur­de von der IDF-​Nachrichten-​Division in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bodentruppen-​Arm ent­wi­ckelt und ba­siert auf den neu­ens­ten C3-​Systemen. Nach die­sem Kon­zept wird tak­ti­sche Nach­rich­ten­in­for­ma­ti­on zum Vor­teil der Feld­ope­ra­tio­nen ge­lie­fert, bis hin zu den Kom­pa­nie­kom­man­dan­ten und Zug­füh­rern, un­ter Be­nut­zung des Tzayad (Di­gi­ta­le Bo­den­ar­mee) Sys­tems. Die In­for­ma­ti­on wird kon­ti­nu­ier­lich ge­lie­fert, so­gar wäh­rend der ge­ra­de lau­fen­den Schlacht.

Die Ar­til­le­rie ist in Tzayad in­te­griert mit dem heis­sen Draht. Je­de Gra­na­te hat da­her ein vor­ge­ge­be­nes Ziel.

Das ist der letz­te Strich durch das Herz der „wahl­lo­ses Feuer”-Lüge.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Sie­ger und Ver­lie­rer des jüngs­ten Gaza-​Kriegs. – Ei­ne Lü­ge ent­larvt: die, dass Is­ra­el zu viel Ar­til­le­rie ein­ge­setzt ha­ben soll. – Kom­men­tar, aus­ge­rech­net in Ha’aretz! Aro1 hat die Über­set­zung: Ga­za – eine […]

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