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Ich schä­me mich, ein Ara­ber zu sein

Fred Ma­roun, 8. 10. 2015, Times of Is­ra­el Blogs

Fred Ma­roun ist Ka­na­di­er ara­bi­schen Ur­sprungs, der im Li­ba­non leb­te bis 1984, ein­schliess­lich wäh­rend 10 Jah­ren Bür­ger­krieg. Fred un­ter­stützt Is­ra­els Exis­tenz­recht als jü­di­scher Staat, und er un­ter­stützt ei­nen li­be­ra­len und de­mo­kra­ti­schen Na­hen Os­ten, wo al­le Re­li­gio­nen und Na­tio­na­li­tä­ten, ein­schliess­lich der Pa­läs­ti­nen­ser, in Frie­den ko­exis­tie­ren kön­nen mit ein­an­der und mit Is­ra­el, und wo Men­schen­rech­te re­spek­tiert wer­den. Fred ist Athe­ist, So­zi­al­li­be­ral, und ein Ad­vo­kat von glei­chen Rech­ten für LGBT-​Menschen über­all. Wei­te­re Blogs von Fred Ma­roun fin­den sich auf http://www.jpost.com/Blogger/Fred-Maroun und http://fredmaroun.blogspot.com/.

Es hat mir lan­ge wi­der­strebt, das zu sa­gen, aber die an­hal­ten­de Ge­walt in Je­ru­sa­lem hat die ara­bi­sche Idio­tie über mei­ne Fä­hig­keit zur To­le­ranz hin­aus­ge­scho­ben. Ich muss es jetzt sa­gen, und ich muss es öf­fent­lich sa­gen: Es ist mir pein­lich, ein Ara­ber zu sein.

Von An­fang an ha­ben wir uns ge­wei­gert, die Exis­tenz ei­nes klei­nen jü­di­schen Staat zu ak­zep­tie­ren. Wir kämpf­ten ge­gen die­sen Staat mit Hän­den und Füs­sen, mit al­lem Gift und al­lem An­ti­se­mi­tis­mus, den wir auf­brin­gen konn­ten. Wir iso­lier­ten und miss­han­del­ten un­se­re ei­ge­nen pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­schwis­ter, so dass wir sie als Werk­zeu­ge ge­gen die Ju­den be­nut­zen konn­ten. Wir ha­ben nicht nach­ge­ge­ben. Wir ha­ben nicht ei­ne Un­ze Mit­ge­fühl, Mensch­lich­keit, oder so­gar In­tel­li­genz ge­zeigt. Wir ha­ben die Zer­stö­rung des jü­di­schen Hau­se zu un­se­rer pri­mä­ren Sa­che ge­macht. Wir ha­ben die Welt da­zu ge­bracht, un­se­re Re­li­gi­on zu has­sen. Wann wird die­ser Un­sinn auf­hö­ren?

So­gar ei­ni­ge von uns Ara­bern, die über das Pri­vi­leg ver­fü­gen, auch Is­rae­li­sche zu sein, ha­ben nicht ge­lernt, sich wie zi­vi­li­sier­te Men­schen ver­hal­ten. Wir ent­lies­sen und be­droh­ten ei­nen von uns, Mo­ham­mad Zoa­bi, und brach­ten ihn zum Schwei­gen, weil er es ge­wagt hat­te, Lie­be für sein Land und Ab­scheu ge­gen­über Ter­ro­ris­ten zu be­ken­nen. Wir de­mons­trier­ten zur Un­ter­stüt­zung nicht von un­se­rem ei­ge­nen Staat, Is­ra­el, son­dern zur Un­ter­stüt­zung der Ter­ro­ris­ten, die ihn zer­stö­ren wol­len.

Die­je­ni­gen von uns, die in der La­ge sind, die Ju­den als die Brü­der und Schwes­tern zu se­hen, die sie sind, sind we­ni­ge und dünn ge­sät. Ich kann die eh­ren­vol­len Ara­ber an den Fin­gern mei­ner Hän­de  ab­zäh­len, die ei­nen sol­chen Stand­punkt in der Öf­fent­lich­keit ein­neh­men. Der Rest von uns sind ei­ne Pein­lich­keit, die Pest des Na­hen Os­tens und ein Fleck auf der Mensch­heit.

Wir schu­fen His­bol­lah, Ha­mas, Al-​Qaida, Daesh, und zahl­rei­che an­de­re Ter­ror­grup­pen. Wir ha­ben auch Ge­ne­ra­tio­nen von ty­ran­ni­schen Dik­ta­tu­ren im Na­hen Os­ten ge­schaf­fen. Ei­ni­ge je­ner Dik­ta­tu­ren sind die bes­ten, die wir ei­ner Welt, die uns als Blut­egel sieht, un­fä­hig, De­mo­kra­ti­en oder so­gar Volks­wirt­schaf­ten auf­zu­bau­en, zei­gen kön­nen.

Je­ru­sa­lem ge­hört den Ju­den, nicht nur weil das Recht auf ih­rer Sei­te steht, son­dern auch weil wir es nicht ver­die­nen, nichts da­von. Die­je­ni­gen von uns Ara­bern, die in Is­ra­el, der West­bank und im Ga­za­strei­fen le­ben, wä­ren längst ab­ge­scho­ben wor­den, wenn Ju­den sich wie wir ver­hiel­ten. Doch wir stos­sen und schie­ben wei­ter, in der Hoff­nung, sie zu bre­chen.

Die Ju­den wer­den nicht zu­sam­men­bre­chen. Sie wer­den we­der in Je­ru­sa­lem zu­sam­men­bre­chen, noch an­ders­wo, weil sie viel bes­ser sind als wir. Wir wer­den auch wei­ter­hin in un­se­rem ei­ge­nen Op­fer­kom­plex schwel­gen, wäh­rend die Ju­den ge­dei­hen, und das, mei­ne wer­ten Ara­ber, ist al­les, was wir ver­die­nen.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Ein ara­bi­scher Ka­na­di­er, der sich schämt Ara­ber zu sein. War­um, le­sen Sie hier. […]

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