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Die Lin­ke und die Ju­den: Zeit, un­ser Ver­hält­nis zu über­den­ken

Alan John­son, 9. No­vem­ber 2015, Fa­thom Journal.org

Ei­ne kür­ze­re Ver­si­on die­ser Re­de wur­de als Bei­trag zu ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on zum The­ma „Die Lin­ke und Ju­den im Gross­bri­tan­ni­en von heu­te am Pears-​Institut zur Er­for­schung des An­ti­se­mi­tis­mus, Birk­beck, am 3. No­vem­ber 2015 ge­hal­ten. Die an­de­ren Red­ner wa­ren Les­ley Klaff von der Shef­field Hallam Uni­ver­si­ty und UK Rechts­an­wäl­te für Is­ra­el; Da­vid Ro­sen­berg der jü­di­schen so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­on und Ju­den für Je­re­my und Na­dia Val­man der Queen Ma­ry, Uni­ver­si­ty of Lon­don und un­ab­hän­gi­ge jü­di­sche Stim­men. Um die gan­ze Po­di­ums­dis­kus­si­on an­zu­hö­ren, ge­hen Sie zum Pod­cast auf der Web­site des Pears-​Instituts.

Wenn wir von den Ju­den und den bri­ti­schen Lin­ken spre­chen, dann spre­chen wir von ei­nem Ver­hält­nis, das in ei­ner Kri­se steckt. Un­se­re Fra­gen heu­te Abend: Was ging schief? Kann es ge­ret­tet wer­den?

Las­sen Sie mich mit ein paar Vor­be­mer­kun­gen be­gin­nen.

Zu­nächst kann ich bes­ser über die Lin­ke als über die Ju­den spre­chen. Ob­wohl ich wahr­schein­lich mehr Zeit mit Ju­den und in Syn­ago­gen ver­brin­ge als vie­le in die­sem Raum, bin ich nicht jü­disch. Doch ich bin ein Lin­ker, und war das seit den spä­ten 70er Jah­ren, als ich als Teen­ager Frei­wil­li­ger war in der ra­di­ka­len Buch­hand­lung Days of Ho­pe in New­cast­le (oder Ha­ze of Do­pe, wie man­che sie nann­ten).

Zwei­tens glau­be ich nicht, dass die Lin­ke Gross­bri­tan­ni­ens un­kri­tisch sein soll­te be­züg­lich der is­rae­li­schen Po­li­tik. Die Lin­ke in Is­ra­el ist es nicht, war­um al­so soll­ten wir?

Drit­tens, trotz ei­ni­ger jüngs­ter ‚Um­fra­gen’ und Schlag­zei­len, glau­be ich nicht, dass bri­ti­sche Ju­den kurz da­vor sind, sich in ih­ren Kel­lern zu ver­ste­cken.

Pro­fis, die mit An­ti­se­mi­tis­mus zu tun ha­ben, se­hen nicht ei­ne Wel­le des po­pu­lä­ren An­ti­se­mi­tis­mus, son­dern drei ver­schie­de­ne po­li­ti­sche An­ti­se­mi­tis­men; bei der schwin­den­den Rechts­aus­sen; bei Tei­len – ich be­to­ne Tei­len – der bri­ti­schen mus­li­mi­schen Ge­mein­de; und bei Tei­len – noch ein­mal, ich be­to­ne Tei­len – der Lin­ken.

Es ist die­ser Strang der un­ver­wech­sel­bar lin­ken Feind­se­lig­keit ge­gen­über Ju­den, über die ich heu­te Abend ein paar Be­mer­kun­gen ma­chen möch­te. Es war noch nie der do­mi­nie­ren­de Mei­nungs­strang der Lin­ken ge­we­sen, und er ist es auch heu­te nicht; bei wei­tem nicht. Doch es hat ihn im­mer ge­ge­ben, er wächst noch heu­te, und er muss Be­stand­teil je­der Be­trach­tung be­züg­lich des Zu­sam­men­bruchs des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Ju­den und Lin­ken sein.

Im 19. Jahr­hun­dert nann­te man es den ‘So­zia­lis­mus der Nar­ren’.

Im 20. Jahr­hun­dert wur­de es zum ‘Anti-​Imperialismus der Idio­ten’.

Und es hat die Form ei­ner wil­den, ver­rück­ten, ge­stör­ten Form des An­ti­zio­nis­mus an­ge­nom­men – kei­ne blos­se ‘Kri­tik an der is­rae­li­schen Po­li­tik’ – die Is­ra­el im 21. Jahr­hun­dert dä­mo­ni­siert.

Der So­zia­lis­mus der Nar­ren

Be­gin­nen wir mit ei­nem kur­zen „Wer hat’s gesagt?”-Quiz.

Wer ge­sagt: „Die gan­ze jü­di­sche Welt bil­det ei­ne aus­beu­te­ri­sche Sek­te, ein Volk von Blut­egeln, ein ein­zel­ner Pa­ra­sit, eng und in­nig mit­ein­an­der nicht nur über na­tio­na­le Gren­zen hin­weg ver­bun­den, son­dern auch über al­le Ab­wei­chun­gen von der po­li­ti­schen Über­zeu­gung.’? Das war der An­ar­chist aus dem 19. Jahr­hun­dert, Mi­chail Ba­ku­nin.

Wer schrieb: „Wer im­mer ge­gen jü­di­sches Ka­pi­tal kämpft … ist schon ein Klas­sen­kämp­fer, auch wenn er es nicht weiss … Schlagt die jü­di­schen Ka­pi­ta­lis­ten, hängt sie von La­ter­nen­mas­ten!”? Das war die Kom­mu­nis­tin Ruth Fi­scher, ei­ne füh­ren­de Per­sön­lich­keit der deut­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei in den frü­hen 1920er Jah­ren.

Wer sag­te; „Über­all dort, wo es in Eu­ro­pa Pro­ble­me gibt, wo Kriegs­ge­rüch­te zir­ku­lie­ren und die Men­schen ver­zwei­felt sind aus Angst vor Ver­än­de­rung und Un­glück, kön­nen Sie si­cher sein, dass ei­ne Ha­ken­na­se Roth­schild sei­ne Spie­le ir­gend­wo in der Nä­he der Re­gi­on der Stö­run­gen spielt.” Nun, das war ein Leit­ar­ti­kel in The La­bour Lea­der, dem Or­gan der In­de­pen­dent La­bour Par­ty (ILP) im Jah­re 1891.

Ich könn­te wei­ter­ma­chen. Glau­ben Sie mir, die­se Zi­ta­te sind kei­ne Ab­erra­tio­nen. Le­sen Sie Ste­ve Co­hens bahn­bre­chen­de Ar­beit, That’s Fun­ny, You Don’t Look An­ti­se­mi­tic, über die gan­ze trau­ri­ge Ge­schich­te des lin­ken An­ti­se­mi­tis­mus. (Sie ist ver­füg­bar auf der En­ga­ge-Web­site.)

Aber das ist al­tes Zeug, sa­gen Sie viel­leicht, wie wä­re es mit heu­te?

Nun, lin­ker An­ti­se­mi­tis­mus ging nie weg. Es wur­de zum „Anti-​Imperialismus von Idio­ten” im letz­ten Drit­tel des 20. Jahr­hun­derts, als bös­ar­ti­ge, gut fi­nan­zier­te und lang an­dau­ern­de an­ti­zio­nis­ti­sche Kam­pa­gnen von den sta­li­nis­ti­schen Staa­ten durch­ge­führt wur­den, im Ver­bund mit den au­to­ri­tä­ren ara­bi­schen Staa­ten und Tei­len der west­li­chen neu­en Lin­ken.

Die­se Kam­pa­gnen leg­ten den Grund­stein für die Art des heu­ti­gen lin­ken An­ti­se­mi­tis­mus – ich nen­ne es an­ti­se­mi­ti­schen An­ti­zio­nis­mus.

An­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus biegt die Be­deu­tung Is­ra­els und des Zio­nis­mus so weit, bis bei­de pas­sen­de Ge­fäs­se wer­den für die Ver­glei­che, Bil­der und Ide­en des klas­si­schen An­ti­se­mi­tis­mus. Kurz ge­sagt, was einst der dä­mo­no­lo­gi­sche Ju­de war, ist jetzt das dä­mo­no­lo­gi­sche Is­ra­el: ein­deu­tig bös­wil­lig, vol­ler Blut­durst, al­les kon­trol­lie­rend, die ver­bor­ge­ne Hand, trick­send, im­mer bös­gläu­big, das Hin­der­nis für ei­ne bes­se­re, rei­ne­re, spi­ri­tu­el­le­re Welt, ein­deu­tig straf­wür­dig, und so wei­ter.

An­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus be­steht aus drei Kom­po­nen­ten: ei­nem Pro­gramm, ei­nem Dis­kurs, und ei­ner Be­we­gung.

Ers­tens hat an­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus ein po­li­ti­sches Pro­gramm: nicht zwei Staa­ten für zwei Völ­ker, son­dern die Ab­schaf­fung des jü­di­schen Hei­mat­lan­des; nicht Pa­läs­ti­na ne­ben Is­ra­el, Pa­läs­ti­na an­stel­le von Is­ra­el.

Zwei­tens ist an­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus ein dä­mo­ni­sie­ren­der in­tel­lek­tu­el­ler Dis­kurs (wie ich in mei­nem Ka­pi­tel in Ga­be Brahms und Ca­ry Nel­sons Buch, Das Ar­gu­ment ge­gen aka­de­mi­sche Boy­kot­te Is­ra­els dar­le­ge). Die Lin­ke sperrt sich selbst ein in ein ver­zer­ren­des Sys­tem von Be­grif­fen: „Zio­nis­mus ist Ras­sis­mus”; Is­ra­el ist ein „Siedler-​kolonialistischer Staat”, der die „Ein­hei­mi­schen” Men­schen „eth­nisch ge­säu­bert” hat, ei­nen „Apart­heid­staat” auf­bau­te und nun in ei­nen „in­kre­men­tel­len Völ­ker­mord” ge­gen die Pa­läs­ti­nen­ser en­ga­giert ist.

Und dann ist da das häss­li­che Phä­no­men der Holocaust-​Inversion – die ab­sicht­li­che und sys­te­ma­ti­sche Na­zi­fi­zie­rung Is­ra­els auf Stras­sen­trans­pa­ren­ten, die Net­anya­hu als Hit­ler dar­stel­len, auf Pos­tern, die die IDF und die SS gleich­set­zen, die in Car­toons Is­rae­lis als Na­zis por­trä­tie­ren, und so­gar in der Spra­che der In­tel­lek­tu­el­len.

Drit­tens ist an­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus ei­ne Prä­senz in ei­ner glo­ba­len so­zia­len Be­we­gung (der Boy­kott, Di­ve­st­ment und Sank­tio­nen oder BDS-​Bewegung), um ei­nen Staat – und nur ei­nen Staat – vom wirt­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und päd­ago­gi­schen Le­ben der Mensch­heit aus­zu­schlies­sen: den klei­nen jü­di­schen Staat.

Und das ist die ei­gent­li­che Sor­ge be­treffs Je­re­my Cor­byn. Nicht, dass er selbst dem An­ti­se­mi­tis­mus frönt, son­dern dass er ei­ne Ak­te hat dar­über, wie er dem An­ti­se­mi­tis­mus von an­de­ren frönt, wenn es dar­um geht, ein „Israel”-Abzeichen zu tra­gen. Und in die­sen Ta­gen, ist das fast im­mer der Fall.

Zum Bei­spiel ver­tei­dig­te Cor­byn den üb­len an­ti­se­mi­ti­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Is­la­mis­ten Ra­ed Sa­leh. Selbst als Salehs mör­de­ri­scher Ju­den­hass ei­ne An­ge­le­gen­heit von öf­fent­li­chem In­ter­es­se wur­de (die, zur Höl­le, so­gar ge­richts­kun­dig war), nann­te Cor­byn Sa­leh „ei­nen Eh­ren­bür­ger, der sein Volk sehr gut re­prä­sen­tiert” und lud ihn zum Tee ein auf der Ter­ras­se des Hou­se of Com­mons. Wohl­ge­merkt, nicht vie­le Lin­ke konn­ten sich er­he­ben, um Sa­leh zu wi­der­spre­chen. Meh­di Hassan, da­mals der po­li­ti­sche Her­aus­ge­ber von The New Sta­tes­man, ar­gu­men­tier­te, dass die Kri­tik an Sa­leh ein Bei­spiel sei für die „be­que­me und ver­ein­fa­chen­de Dä­mo­ni­sie­rung der Mus­li­me” durch die Me­di­en.

Heu­te ist Früh­ling für lin­ken an­ti­se­mi­ti­schen An­ti­zio­nis­mus.

Wir ha­ben ei­nen lin­ken Dich­ter, Tom Pau­lin, der die is­rae­li­schen Streit­kräf­te mit der Nazi-​SS ver­gleicht.

Wir ha­ben ei­nen lin­ken Vi­kar der an­gli­ka­ni­schen Kir­che, Pfar­rer Ste­phen Si­zer, der sich auf ei­nen Ar­ti­kel be­zieht, der sagt, die Ju­den hät­ten 911 aus­ge­führt, und dann sagt, was auch im­mer, be­weist erst mal, dass sie es nicht ge­tan ha­ben.

Wir ha­ben ei­nen lin­ken Ko­mi­ker, Ale­xei Sayle, der den Witz macht, dass Is­ra­el „der Jim­my Sa­vil­le der Völ­ker” sei.

Jen­ny Ton­ge, ein links­ge­rich­te­ter Ka­me­rad des Rei­ches und Möchtegern-​Corbynist, ver­langt ei­ne Un­ter­su­chung, ob die Ret­tungs­mis­si­on, die Is­ra­el nach Hai­ti ge­schickt hat­te, ei­ne ge­hei­me Agen­da des Or­gan­raubs für Ju­den in Is­ra­el ge­habt ha­be.

Wir ha­ben Ge­werk­schaf­ten, die Be­zie­hun­gen mit Is­ra­el, und nur mit Is­ra­el, ab­bre­chen, lin­ke De­mons­tran­ten, die die is­rae­li­sche Thea­ter­grup­pe im The Glo­be nie­der­schrei­en, und nur die is­rae­li­sche Grup­pe.

Beina­zir Las­ha­rie, ei­ne La­bour Stadt­rä­tin in Ken­sing­ton und Chel­sea teil­te auf Face­book ein Vi­deo, das be­haup­te­te, dass ISIS vom is­rae­li­schen Ge­heim­dienst ge­führt wird, und ei­ne an­de­re sag­te, sie ha­be „über­zeu­gen­de Be­wei­se”, dass Is­ra­el hin­ter ISIS ste­cke. „Ich ha­be nichts ge­gen die Ju­den … ich tei­le das nur!”, schrieb sie. An­ti­se­mi­ti­scher An­ti­zio­nis­mus hat nie et­was „ge­gen die Ju­den,” se­hen Sie. (Die La­bour Par­tei hat seit­her Las­ha­rie sus­pen­diert, ei­ne Un­ter­su­chung läuft.)

Es gibt auch un­er­bitt­li­che lin­ke in­tel­lek­tu­el­le Ver­leum­dung. Das hat ei­ni­ge un­se­rer Uni­ver­si­tä­ten in Ir­ren­häu­ser ver­wan­delt.

Ilan Pap­pe sagt, die US-​Politik in der Re­gi­on ist „auf den schma­len Weg ein­ge­grenzt, der ef­fek­tiv … von AIPAC vor­ge­ge­ben ist.”

Yitz­hak Laor be­haup­tet, dass IDF „To­des­schwa­dro­nen” schul­dig sei­en, „un­dif­fe­ren­ziert zu tö­ten”, so­wie Ak­te des „Sa­dis­mus”, ein­schliess­lich der „Mas­sen­ver­hun­gern” aus­üb­ten.

Omar Barg­hou­ti be­haup­tet, Is­ra­el ha­be ei­nen „un­er­sätt­li­chen Ap­pe­tit” für „Völ­ker­mord und die In­ten­si­vie­rung der eth­ni­schen Säu­be­rung.”

Ye­hu­da Shen­hav, in sei­nem Buch Jen­seits der Zwei-​Staaten-​Lösung, be­haup­tet, Is­ra­el sei „ei­ne ag­gres­si­ve Kriegs­ma­schi­ne,” die „die Ver­nich­tung des pa­läs­ti­nen­si­schen Vol­kes” su­che.

Die Ein­lei­tung zum Buch von No­am Chom­sky und Ilan Pap­pe On Pa­läs­ti­ne – der­zeit pro­mi­nent in un­se­ren High Street Buch­hand­lun­gen aus­ge­stellt – ver­brei­tet die Lü­ge, dass im Jahr 2014 Is­ra­el ein „sys­te­ma­ti­sches Flä­chen­bom­bar­de­ment ei­ner gan­zen Be­völ­ke­rung” durch­ge­führt ha­be.

Was kön­nen wir über je­des die­ser Bei­spie­le sa­gen?

Je­der ist selbst­be­wusst ‚Links’, nach et­was brei­ter De­fi­ni­ti­on. Je­der ist ‚in­tel­lek­tu­ell’ im Gram­sci­an­schen Sinn der In­for­miert­heit über ein Welt­bild. Und die­ses Welt­bild ist an­ge­sie­delt im trü­ben Grenz­ge­biet, wo ein mo­der­ner An­ti­zio­nis­mus der be­son­ders über­trie­be­nen und ob­ses­si­ven Art sich leicht ver­mischt mit klas­si­schen an­ti­se­mi­ti­schen Ver­glei­chen, Bil­dern und Ide­en.

Wie kön­nen wir den Zu­sam­men­bruch des Ver­hält­nis­ses er­klä­ren?

Die Be­set­zung ist ein gros­ser Teil der Kri­se im Ver­hält­nis zwi­schen den Ju­den und der Lin­ken, na­tür­lich. Was auch im­mer über den Selbst­ver­tei­di­gungs­cha­rak­ter des Sechs-​Tage-​Krieges im Jahr 1967 ge­sagt wer­den kann, oder über die gra­vie­ren­den Si­cher­heits­pro­ble­me, die Is­ra­el da­zu brin­gen, nicht ein­fach aus dem West­jor­dan­land zu mar­schie­ren oh­ne ei­ne Ver­ein­ba­rung, oder über die tat­säch­li­chen Grün­de für die Ab­leh­nung der is­rae­li­schen Frie­dens­vor­schlä­ge in Camp Da­vid und An­na­po­lis, bleibt ei­ne nack­te Tat­sa­che – und für die meis­ten Men­schen ist es die ein­zi­ge Tat­sa­che, die zählt, ich ver­ste­he schon – dass die Pa­läs­ti­nen­ser kei­nen ei­ge­nen Staat oder ei­ne Ab­stim­mung ha­ben und schon bald wer­den es 50 Jah­re sein seit 1967.

Doch das ist nicht die gan­ze Ge­schich­te, noch lan­ge nicht.

Die Lin­ke muss auch här­ter nach­den­ken über un­se­re Be­zie­hung zu ein paar un­se­rer ei­ge­nen Wer­te – As­si­mi­la­ti­on und Uni­ver­sa­lis­mus. Wir müs­sen bes­ser ver­ste­hen, wie wir die­se Wer­te in un­se­rem Ver­ständ­nis von Is­ra­el und den Ju­den miss­braucht ha­ben, und als Er­geb­nis un­ser Ver­hält­nis zum Zio­nis­mus als Pro­jekt und Is­ra­el als Staat, ver­bo­gen ha­ben.

Was mei­ne ich da­mit?

Im spä­ten 19. Jahr­hun­dert, fühl­ten die meis­ten Lin­ken, dass As­si­mi­la­ti­on die ein­zi­ge ak­zep­ta­ble jü­di­sche Re­ak­ti­on auf den stei­gen­den An­ti­se­mi­tis­mus war. Zum Bei­spiel Le­nin – die ‚Gu­ter Ju­de /​ Schlech­ter Jude’-Dichotomie er­rich­tend, die den Lin­ken seit­her teu­er war – schrieb, dass „die bes­ten Ju­den noch nie ge­gen As­si­mi­la­ti­on an­schrien.” Vie­le der Lin­ken miss­bil­lig­ten das Über­le­ben des Ju­dentums – der Ju­den als ein Volk mit dem Recht auf na­tio­na­le Selbst­be­stim­mung im Ge­gen­satz zu Per­so­nen mit Bür­ger­rech­ten.

Die Lin­ke hoff­te, jü­di­sches Volks­tum auf­zu­lö­sen im Lö­sungs­mit­tel des pro­gres­si­ven Uni­ver­sa­lis­mus. Das Pro­le­ta­ri­at, ver­stan­den als uni­ver­sa­lis­ti­sche Klas­se par Ex­cel­lence, soll­te ei­ne Welt­re­vo­lu­ti­on aus­lö­sen, die „die Ju­den­fra­ge” ein für al­le­mal „im Vor­bei­ge­hen” lö­sen wür­de.

Doch die­ser lin­ke Uni­ver­sa­lis­mus war im­mer ‚un­echt’, wie Nor­man Ge­ras es aus­drück­te, weil er die Ju­den als „Son­der­fall un­ter an­de­ren Grup­pen her­aus­griff in der Ver­pflich­tung, sich mit For­men der po­li­ti­schen Frei­heit zu­frie­den zu ge­ben, in wel­chen ih­re Iden­ti­tät nicht kol­lek­tiv gel­tend ge­macht wer­den konn­te.” „Ju­den,” no­tier­te Ge­ras, „müs­sen statt­des­sen le­dig­lich mit den ih­nen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Rech­te als In­di­vi­du­en zu­frie­den sein.”

Und doch wa­ren vie­le eu­ro­päi­sche Ju­den im 19. Jahr­hun­dert und An­fangs des 20. Jahr­hun­derts Ei­fe­rer so­wohl des Uni­ver­sa­lis­mus als auch der As­si­mi­la­ti­on; das war auch Na­me ih­res Wun­sches. (per­sön­lich wünsch­te ich, die Ge­schich­te hät­te die­sen Weg ge­nom­men.)

Aber hier ist das Ding. Die Welt­ge­schich­te ging ei­nen an­de­ren Weg und die jü­di­sche Ge­schich­te ging mit. Doch die Lin­ke hat­te die No­tiz nicht er­hal­ten. Das ist die an­de­re Er­klä­rung für die Kri­se im Ver­hält­nis der Lin­ken und der Ju­den heu­te.

Dies ist der Weg, den die Ge­schich­te ging: Das Schei­tern der eu­ro­päi­schen so­zia­lis­ti­schen Re­vo­lu­ti­on, der Auf­stieg des Fa­schis­mus und Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, die bei­spiel­lo­se Trans­for­ma­ti­on des An­griffs auf die Ju­den in Form der Sho­ah, ein gross­tech­ni­scher Völ­ker­mord in der Mit­te Eu­ro­pas, die Ver­trei­bung der Ju­den aus den ara­bi­schen Län­dern und die De­ge­ne­ra­ti­on der Rus­si­schen Re­vo­lu­ti­on in Sta­li­nis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus. All dies hin­ter­liess die At­trak­ti­vi­tät der As­si­mi­la­ti­on und des Uni­ver­sa­lis­mus in Fet­zen.

Als Re­ak­ti­on dar­auf be­stan­den Ju­den dar­auf, ih­re ei­ge­ne Form der Be­tei­li­gung an der Mo­der­ne und der uni­ver­sel­len Eman­zi­pa­ti­on zu de­fi­nie­ren: Un­ter­stüt­zung für den Zio­nis­mus und ei­ne Hei­mat für die Ju­den; die Grün­dung des Staa­tes Is­ra­el, ein Na­tio­nal­staat in ei­ner Welt der Na­tio­nal­staa­ten. Ob sie nach Is­ra­el um­zie­hen oder nicht, war die Wahl al­ler aus­ser ei­nem Split­ter des Welt­ju­den­tums. Und das bleibt bis heu­te der Fall.

Ent­schei­dend ist, dass Tei­le der Lin­ken – bei wei­tem nicht al­le – es ver­säum­ten, sich die­sem gros­sen Bruch in der Welt­ge­schich­te an­zu­pas­sen. Das ist alles-​entscheidend, denn es wan­del­te völ­lig die po­li­ti­sche Be­deu­tung von „An­ti­zio­nis­mus” um. An­ti­zio­nis­mus be­deu­te­te ei­ne Sa­che zu An­fang des 20. Jahr­hun­derts: ei­ne Dis­kus­si­on un­ter den Ju­den, zu­meist, wie man am bes­ten der Be­dro­hung durch den An­ti­se­mi­tis­mus be­geg­nen könn­te. An­ti­zio­nis­mus ist nach dem Ho­lo­caust und nach der Grün­dung des Staa­tes Is­ra­el im Jah­re 1948 et­was ganz an­de­res ge­wor­den: Er ist zu ei­nem Pro­gramm der um­fas­sen­den Feind­schaft ge­gen al­le aus­ser ei­nem Split­ter des Welt­ju­den­tums ge­wor­den, ei­nem Pro­gramm zur Til­gung der re­al exis­tie­ren­den jü­di­schen Selbst­be­stim­mung.

Es kam noch schlim­mer. Die­ser post-​Holocaust, post-​Israelische lin­ke An­ti­zio­nis­mus hat mit ei­ni­gen For­men des ara­bi­schen Na­tio­na­lis­mus und so­gar dem po­li­ti­schen Is­la­mis­mus kon­ver­giert – die heu­te bei­de ko­di­fi­ziert und ein­zig­ar­tig pro­gres­siv sind. Die Lin­ke hat ih­re ei­ge­ne Ver­si­on des Ori­en­ta­lis­mus, der die Pa­läs­ti­nen­ser und Ara­ber in­fan­ti­li­siert, sie über je­de Kri­tik er­ha­ben setzt, und sie zum The­ma der end­lo­sen west­li­chen Lin­ken Wahn­vor­stel­lun­gen macht. Neh­men wir zum Bei­spiel Je­re­my Cor­byns wirk­lich un­glaub­li­che Be­haup­tung, dass Ha­mas und His­bol­lah „lang­fris­ti­gen Frie­den und so­zia­le Ge­rech­tig­keit und po­li­ti­sche Ge­rech­tig­keit in der ge­sam­ten Re­gi­on her­bei­füh­ren.”

Die­se Kon­ver­genz zwi­schen Tei­len der Lin­ken und dem ara­bi­schen Na­tio­na­lis­mus, und spä­ter Is­la­mis­mus, wur­de durch zwei Ent­wick­lun­gen auf der Lin­ken ge­glät­tet.

Im Os­ten in­ji­zier­te die jahr­zehn­te­lan­ge „an­ti­zio­nis­ti­sche” Pro­pa­gan­da­kam­pa­gne des kom­mu­nis­ti­schen Blocks wäh­rend des Kal­ten Krie­ges ei­nen „Anti-​Imperialismus von Idio­ten” in die glo­ba­le Lin­ke. Wir spre­chen von der Mas­sen­ver­öf­fent­li­chung und den welt­wei­ten Ver­trieb von an­ti­se­mi­ti­schen Ma­te­ria­li­en durch die kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en und ih­ren Mit­rei­sen­den. An­tho­ny Ju­li­us’ Buch Tri­als of the Dia­spo­ra sagt uns, dass 230 Bü­cher in der UdSSR al­lein von 1969 bis 1985 über ei­ne an­geb­li­che zionistisch-​freimaurerische Ver­schwö­rung ge­gen Russ­land ver­öf­fent­licht wur­den. Die­se Bü­cher hat­ten ei­ne kom­bi­nier­te Auf­la­ge von 9,4 Mil­lio­nen.

Im Wes­ten hat Da­vid Hirsh be­ob­ach­tet, dass, wäh­rend Anti-​Imperialismus zu­vor „ein Wert un­ter ei­ner gan­zen Rei­he war – De­mo­kra­tie, Gleich­heit, se­xu­el­le und Geschlechter-​Befreiung, Anti-​Totalitarismus” ein­ge­schlos­sen – wur­de er in den 1960er Jah­ren im Wes­ten zu ei­nem ra­di­kal neu­en Sta­tus er­ho­ben als „der zen­tra­le Wert, vor und über al­len an­de­ren.” Und kam ein neu­er Ma­nichäis­mus über die Lin­ke. Is­ra­el und Pa­läs­ti­na wur­de um­for­mu­liert. Nicht mehr war ein Volk in ei­ner kom­ple­xen, un­ge­lös­ten, na­tio­na­len Fra­ge mit ei­nem wei­te­ren Volk be­tei­ligt. Jetzt wur­de Is­ra­el „ei­ne Schlüs­sel­stel­le des im­pe­ria­lis­ti­schen Sys­tems” und die Pa­läs­ti­nen­ser wur­den „der Wi­der­stand” ge­gen den Im­pe­ria­lis­mus.

Der lin­ke „ge­sun­de Men­schen­ver­stand” ver­schob sich ent­spre­chend. Nun war die Un­ter­stüt­zung der Fein­de Is­ra­els – wo­für auch im­mer die­se Fein­de stan­den, wie auch im­mer sie sich ver­hiel­ten – ei­ne links­ge­rich­te­te „an­ti­im­pe­ria­lis­ti­sche” Pflicht: In an­de­ren Wor­ten, An­ti­se­mi­tis­mus wur­de „pro­gres­siv.” In ei­ner Schrift im New Sta­tes­man nann­te ich die­se geis­ti­gen Krank­heit „Cam­pis­mus”. Wel­ches Wort auch im­mer be­nutzt wird, wir brau­chen das Kon­zept. Wie sonst kön­nen wir er­klä­ren, war­um Ju­dith But­ler – ei­ne füh­ren­de les­bi­sche, fe­mi­nis­ti­sche und so­zia­lis­ti­sche Aka­de­mi­ke­rin – be­haup­ten konn­te, dass „das Ver­ständ­nis von Ha­mas und His­bol­lah als so­zia­le Be­we­gun­gen, die pro­gres­siv sind, die auf der lin­ken Sei­te ste­hen, die Teil ei­ner glo­ba­len Lin­ken sind, äus­serst wich­tig ist.”

Wenn die Lin­ke nicht mehr zwi­schen dem fa­schis­ti­schen und dem fort­schritt­li­chen un­ter­schei­den kann, dann ha­ben wir wirk­lich ein Pro­blem.

Wie kann das Ver­hält­nis wie­der zu­sam­men­ge­bracht wer­den?

Kurz ge­sagt, nicht mit ei­nem „Is­ra­el rich­tig oder falsch” -An­satz. Prin­zi­pi­ell falsch wird die­ser An­satz das Pro­blem im Mit­tel­punkt der Be­zie­hun­gen zwi­schen Ju­den und Lin­ken nur noch schlim­mer ma­chen.

Und noch soll­ten wir un­se­re Pflicht auf­ge­ben, ei­nen pa­läs­ti­nen­si­schen Staat als Aus­druck der Selbst­be­stim­mung der pa­läs­ti­nen­si­schen Vol­kes zu un­ter­stüt­zen.

Aber, seht mal, wir müs­sen grund­le­gend un­se­ren wahn­sin­ni­gen An­ti­zio­nis­mus über­den­ken.

Wir Lin­ken müs­sen un­se­re Ver­wei­ge­rung des Rechts auf na­tio­na­le Selbst­be­stim­mung von nur ei­nem Volk, dem jü­di­schen Volk, über­den­ken.

Wir müs­sen un­ser En­ga­ge­ment über­den­ken, ei­nen ein­zi­gen Staat in der gan­zen wei­ten Welt zu boy­kot­tie­ren, den jü­di­schen. Die­se Ver­ein­ze­lung ist in der Kon­se­quenz an­ti­se­mi­tisch, fürch­te ich, was auch im­mer die Mo­ti­ve der ein­zel­nen Boy­kot­teu­re sind.

Die­se lin­ken Ab­leh­nun­gen und die­se lin­ken Ver­pflich­tun­gen sind jetzt, ehr­lich ge­sagt, ge­fähr­lich. Wir müs­sen se­hen, dass die­ser lin­ke An­ti­zio­nis­mus dicht an dicht mit ei­ner Fa­mi­lie von Anti-​Zionismen ko­exis­tiert, dass ei­ni­ge der Fa­mi­li­en­mit­glie­der ge­mein, bös­ar­tig und mör­de­risch sind, und dass die Lin­ke hoff­nungs­los ge­wor­den ist dar­in, ih­re ei­ge­nen Gren­zen zu über­wa­chen.

Un­se­re Auf­ga­be ist rie­sig: ei­ne in­tel­lek­tu­el­le Brand­schutz­mau­er zu bau­en, die schar­fe Kri­tik an der is­rae­li­schen Po­li­tik – was le­gi­tim ist, wie es für je­den Na­tio­nal­staat le­gi­tim ist, und die, auch wenn un­fair, nicht-​tödlich bleibt – trennt von der Ver­brei­tung von Dä­mo­no­lo­gie des Zio­nis­mus und Is­ra­els, die nicht le­gi­tim ist und die töd­lich sein kann.

Dar­über hin­aus müs­sen wir un­se­re Ner­ven be­hal­ten, ei­ni­ge grund­le­gen­de Wahr­hei­ten neu for­mu­lie­ren, und krea­ti­ver dar­über nach­den­ken, wie wir in der Welt han­deln kön­nen, um ei­nen po­si­ti­ven Bei­trag zur Si­che­rung die­ser Wahr­hei­ten zu leis­ten: dass Frie­den nur durch En­ga­ge­ment und tie­fe ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung zwi­schen den bei­den Völ­kern kom­men wird, dass es kei­ne Al­ter­na­ti­ve zu Ver­hand­lun­gen und ge­gen­sei­ti­gen Kom­pro­mis­sen gibt, dass ei­ne Ver­ein­ba­rung über den end­gül­ti­gen Sta­tus zwei Staa­ten für zwei Völ­ker si­chert.

2 Kommentare

  1. nussknacker56

    Alan John­son kann ich nur in Teil­be­rei­chen zu­stim­men. Was mir auf­fällt, ist, dass er das Ver­hält­nis von Lin­ken und Ju­den als ers­tes auf ein mög­li­ches Miss­ver­ständ­nis re­du­zie­ren will: „Was ging schief?“

    Viel­leicht ist es ein rhe­to­ri­scher Schlen­ker, wenn er fragt, war­um „… die Lin­ke Groß­bri­tan­ni­ens un­kri­tisch sein soll­te be­züg­lich der is­rae­li­schen Po­li­tik. Die Lin­ke in Is­ra­el ist es nicht, war­um al­so soll­ten wir …“? Statt an der fak­tisch zwei­fels­frei­en an­ti­se­mi­ti­schen Po­si­tio­nie­rung der Lin­ken schar­fe Kri­tik zu üben, baut er für die­se Brü­cken.

    Zu gu­ter Letzt be­haup­tet er mehr­fach, dass nur Tei­le der Lin­ken an­ti­se­mi­tisch sind. Da­bei ist das ge­naue Ge­gen­teil rich­tig: Nur klei­ne Tei­le der Lin­ken sind ex­pli­zit nicht an­ti­se­mi­tisch. Zu ers­te­rem Er­geb­nis kann nur ge­lan­gen, wer aus­blen­det, dass „Is­rael­kri­tik“, An­ti­zio­nis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus fast durch­ge­hend das Glei­che sind. Auch wenn Lin­ke nicht den vul­gä­ren Ju­den­hass der Na­zis tei­len, sie sind, was die rea­le Ver­nich­tung des jü­di­schen Staa­tes – und da­mit der jü­di­schen Ge­mein­schaft – be­trifft, ganz nah an den End­lö­sungs­vor­stel­lun­gen der Na­zis dran. 

    Nur ei­ne gro­be Rea­li­täts­ver­zer­rung führt da­zu, dem an­ti­se­mi­ti­schen Füh­rer der La­bour Par­ty zu be­schei­ni­gen, er wür­de nicht dem An­ti­se­mi­tis­mus frö­nen. Wo­her rührt die­se auf­fäl­li­ge Beiß­hem­mung? Ist es der Ver­such, um je­den Preis noch ei­nen Zu­gang zu ei­ner „Lin­ken“ of­fen­zu­hal­ten, die schon seit Lan­gem jeg­li­che po­li­ti­sche und mo­ra­li­sche In­te­gri­tät ver­lo­ren hat? Ein­zig die­se mi­kro­sko­pisch klei­nen, rein theo­re­ti­schen Op­tio­nen wür­de die vie­len In­kon­se­quen­zen von Alan John­sons Vor­trag in ir­gend ei­ner Form noch nach­voll­zieh­bar er­schei­nen las­sen. Für die­sen Op­ti­mis­mus se­he ich in der rea­len Welt nicht den al­ler­kleins­ten Hin­weis.

  2. Admin

    Der Ver­weis auf „nur ein Teil der Lin­ken” ist, den­ke ich ein rhe­to­ri­scher Kunst­griff, der sein Ziel­pu­bli­kum, die Lin­ken, nicht zum vorn­her­ein ab­schre­cken soll.

    Aber be­züg­lich Cor­byn ha­ben wir wohl nicht den­sel­ben Text ge­le­sen. Der wird vom Au­tor ein­deu­tig als An­ti­se­mi­tisch qua­li­fi­ziert, mei­ner be­schei­de­nen Mei­nung nach.

    Ins­ge­samt ge­fällt mir der Text sehr gut. Zum Ein­stieg will er sein Pu­bli­kum ver­söhn­lich stim­men, nur um dann um so här­ter zu­zu­schla­gen und den ein­deu­tig vor­han­de­nen so­zia­lis­ti­schen lin­ken An­ti­se­mi­tis­mus klar zu de­nun­zie­ren.

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