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Nak­ba­zid

Da­ni­el Green­field, 16.5.2017, Sul­tan Knish Blog

Stel­len Sie sich vor, wenn die Deut­schen je­des Jahr am 7. Mai ein jähr­li­ches Ge­den­ken an die Nie­der­la­ge des Nazi-​Staates ab­hal­ten wür­den, kom­plett mit Swas­ti­kas, an­ti­jü­di­schen Ge­sän­gen und Slo­gans und ei­ner his­to­ri­schen Er­zäh­lung, die be­haup­tet, dass die aus Po­len, der Tsche­cho­slo­wa­kei und Un­garn ver­trie­be­nen Volks­deut­schen die wah­ren Op­fer des zwei­ten Welt­kriegs ge­we­sen sei­en. Die­ses ab­scheu­li­che Schau­spiel ist das, was am 15. Mai statt­fin­det, wenn Mus­li­me in Is­ra­el und an­ders­wo Ge­sän­ge ver­brei­ten und Auf­ruhr ma­chen, um für ih­ren er­folg­lo­sen Völ­ker­mord an der in­di­ge­nen Min­der­heit der jü­di­schen Be­völ­ke­rung zu de­mons­trie­ren.

Es ist schwer, an ein wi­der­wär­ti­ge­res Schau­spiel der his­to­ri­schen Ver­gess­lich­keit zu den­ken, als ei­ne re­gio­na­le Mehr­heit, die für meh­re­re Ge­no­zi­de ver­ant­wort­lich ist, die sich als Op­fer ver­klei­det, weil ih­re In­va­si­on in Is­ra­el in ei­nem Waf­fen­still­stand statt ei­ner ge­no­zi­da­len Säu­be­rung sei­ner Ur­ein­woh­ner en­de­te.

Die re­vi­sio­nis­ti­sche mus­li­mi­sche Ge­schich­te Is­ra­els voll­zieht ei­ne eth­ni­sche Säu­be­rung an den Tau­sen­den von Jah­ren der Ge­schich­te der ur­sprüng­li­chen jü­di­schen Ein­woh­ner und tau­sen­de Jah­re der Ver­fol­gung un­ter mus­li­mi­scher Herr­schaft.

Sie schweigt über die Mas­sa­ker und Gräu­el­ta­ten, die von den mus­li­mi­schen Ein­dring­lin­gen ge­gen die jü­di­schen Ein­woh­ner im 20. Jahr­hun­dert durch­ge­führt wur­den, dar­un­ter das Hebron-​Massaker und die Nazi-​Kollaboration ih­res Füh­rers, des Muf­ti von Je­ru­sa­lem. Statt­des­sen be­ginnt und en­det sie mit De­ir Yas­sin und wü­ten­den al­ten Frau­en, die über­gro­ße Haus­schlüs­sel in die Luft stre­cken und an die gu­ten Zei­ten er­in­nern, als sie Ju­den mas­sa­krier­ten.

Die Nak­bai­ten hät­ten die die Be­güns­tig­ten ei­nes Völ­ker­mor­des sein sol­len, der von den Ar­me­en von sie­ben mus­li­mi­schen Na­tio­nen durch­ge­führt wur­de. Statt­des­sen muss­ten sie sich in Sy­ri­en, Jor­da­ni­en und an­ders­wo in der Re­gi­on nie­der­las­sen. Ei­ne leich­te Sa­che, da sie die glei­chen Leu­te sind, die glei­che Spra­che spre­chen und die glei­che Kul­tur tei­len. Der Un­ter­schied zwi­schen ei­nem jor­da­ni­schen Ara­ber und ei­nem jor­da­ni­schen Pa­läs­ti­nen­ser sind ein paar Mei­len und et­wa fünf­und­zwan­zig Jah­re.

Vie­le der „Pa­läs­ti­nen­ser” wa­ren vor we­ni­ger als ei­nem Jahr­hun­dert nach Is­ra­el zu­ge­zo­gen, um vom nach dem Fall der os­ma­ni­schen Ko­lo­ni­al­herr­schaft ge­schaf­fe­nen Wirt­schafts­boom der jü­di­schen und bri­ti­schen In­ves­ti­tio­nen zu pro­fi­tie­ren. Seit­dem sind sie an­de­ren Booms in Sau­di­ara­bi­en und Ku­wait hin­ter­her­ge­wan­dert. Wo sie sich rasch als Pla­gen ent­pupp­ten und manch­mal ver­trie­ben wur­den. Ha­ben die Ku­wai­ti­schen Pa­läs­ti­nen­ser (oder die Ku­wai­ti­nen­ser) ei­ne jähr­li­che Nak­ba ab­ge­hal­ten, um an die von den Ira­kern und dann den Ku­wai­tern ver­trie­be­nen 400,000 zu er­in­nern? Statt­des­sen ent­schul­dig­ten sie sich de­mü­tig ge­gen­über Ku­wait, dass sie Sad­dam Hus­sein un­ter­stützt hat­ten. Das ist die Art und Wei­se, wie sie sich bei Is­ra­el für die Un­ter­stüt­zung des ver­such­ten mus­li­mi­schen Völ­ker­mor­des an den Ju­den ent­schul­di­gen soll­ten.

Und in der Tat soll­te Is­ra­el, wie Ku­wait, sich wei­gern, ir­gend­wel­che Be­zie­hun­gen mit der PLO auf­recht­zu­er­hal­ten, bis ei­ne sol­che Ent­schul­di­gung vor­liegt.

Die Nakba-​Gedenktage sind nur mög­lich in ei­ner Kul­tur oh­ne Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein. Ei­ne Re­li­gi­on, die mehr Men­schen ge­tö­tet und mehr Kul­tu­ren aus­ge­löscht hat als Sta­lin und Hit­ler, ist im­mer noch über­zeugt, dass sie das Op­fer ist. Ein Op­fer ih­res ei­ge­nen ge­schei­ter­ten Völ­ker­mord­krie­ges. Die Nak­ba ist in Tat und Wahr­heit der Nak­ba­zid. Ein Traum von ei­nem Mas­sen­mord, der frus­triert wur­de, als ih­re Op­fer zu­rück­schlu­gen.

Wenn der is­rae­li­sche Un­ab­hän­gig­keits­krieg zwi­schen ört­li­chen Ju­den und Mus­li­men aus­ge­foch­ten wor­den wä­re, so wä­re der Nakba-​Zirkus nicht so bank­rott wie er es ist. Aber in Tat und Wahr­heit war es ein Krieg zwi­schen den ört­li­chen Ju­den und den Ar­me­en von sie­ben mus­li­mi­schen Na­tio­nen, dar­un­ter Sau­di­ara­bi­en, Ägyp­ten, Irak und Sy­ri­en, die von zwei bri­ti­schen Kom­man­dan­ten be­treut wur­den. Trotz al­le­dem schei­ter­ten die ara­bi­schen mus­li­mi­schen Ein­dring­lin­ge da­bei, mehr als die Hälf­te von Je­ru­sa­lem so­wie Ga­za, Ju­däa und Sa­ma­ria ein­zu­neh­men. Und das ist es, was wirk­lich an ih­nen nagt.

Die häss­li­che Wahr­heit der Nak­ba ist, dass es die na­tio­na­lis­ti­schen Am­bi­tio­nen der ara­bi­schen Mus­li­me zu­rück­ge­stutzt hat, die wie ISIS da­von ge­träumt ha­ben, das Os­ma­ni­sche Reich durch ei­nen Is­la­mi­schen Staat zu er­set­zen. Ei­nen Krieg ge­gen ei­ne eu­ro­päi­sche Welt­macht zu ver­lie­ren hät­te sie nicht so sehr ver­letzt, wie ei­nen Krieg ge­gen ei­ne ver­ach­te­te re­gio­na­le Min­der­heit zu ver­lie­ren. Ein Volk, des­sen Na­me ei­ne Be­lei­di­gung im Mund ei­nes je­den Mus­lims ist.

Ya­hud. Nied­ri­ger als ein Hund. Ya­hud. Im Ko­ran in Af­fen und Schwei­ne ver­wan­delt. Ya­hud. Bür­ger zwei­ter Klas­se in je­dem mus­li­mi­schen Land. Die ir­gend­wie sie­ben mus­li­mi­sche Ar­me­en zu­rück­schlu­gen und sich ihr Land zu­rück­hol­ten, das von den Ka­li­fen er­obert wor­den war.

Doch in der mus­li­mi­schen Kul­tur ver­geht die Zeit nie. Die Wor­te, „Du hast ei­nen Krieg ver­lo­ren, komm dar­über hin­weg”, ha­ben dort kei­ne Be­deu­tung. Ara­bi­sche Mus­li­me den­ken im­mer noch, dass Spa­ni­en ih­nen ge­hört. Je­des Mal, wenn sie ei­ne eu­ro­päi­sche Ar­mee se­hen, mur­meln sie et­was von Kreuz­zü­gen. Die Ju­den wer­den mit Ge­sän­gen von „Khay­bar ya Ya­hood” be­grüßt, was an Mo­ham­meds Mas­sa­ker an den Ju­den er­in­nert, ein his­to­ri­sches Er­eig­nis, das viel nä­her an dem ist, was die Nak­ba be­haup­tet.

Nichts ist je­mals ver­ges­sen. Der al­te Hass wird in ge­walt­tä­ti­ger Wut ge­pflegt, die nicht durch Ver­trä­ge ge­bän­digt wer­den kann. Der Zweck des Has­ses ist Hass. Der Zweck von Nak­ba ist Nak­ba.

Die mus­li­mi­sche Welt hat kei­ne Ge­schich­te. Sie hat all­ge­gen­wär­ti­ge My­then, die das mus­li­mi­sche Be­dürf­nis nach Selbst­ver­herr­li­chung und Vik­ti­mi­sie­rung näh­ren. Die mus­li­mi­sche Ge­schich­te ist ein ein­zi­ger lan­ger Schrei von „mir, mir, mir” und „Gib es zu­rück!”. Mil­lio­nen von ara­bi­schen Mus­li­men glau­ben, dass sie Ame­ri­ka ent­deckt ha­ben, dass die eu­ro­päi­sche Wis­sen­schaft ih­re war und ih­nen ge­stoh­len wur­de, dass die gan­ze Welt mus­li­misch war, dass der Ho­lo­caust ei­ne Er­fin­dung war, dass Neil Arm­strong auf dem Mond den is­la­mi­schen Auf­ruf zum Ge­bet hör­te, dass Jac­ques Cous­teau zum Is­lam kon­ver­tier­te und dass der Ko­ran Glüh­bir­nen er­fun­den hat. Die Nak­ba macht so viel Sinn wie je­des die­ser Din­ge.

Wenn Mus­li­me ei­nen Krieg ge­win­nen, ist es, weil Al­lah auf ih­rer Sei­te ist. Wenn sie ei­nen Krieg ver­lie­ren, ist es, weil sie un­ter­gra­ben, be­tro­gen und ver­ra­ten wur­den. Die an­de­re Sei­te spiel­te nicht fair. Und dann kom­men die Schreie von „Time Out”, „Wir wol­len ei­nen zwei­ten Ver­such” und na­tür­lich, „mir, mir, mir! Gebt es zu­rück!” Ge­folgt von Schwü­ren der Ra­che, weh­kla­gen­de Schreie von al­ten Frau­en, die ge­ra­de da­mit fer­tig ge­wor­den sind, ih­re ei­ge­nen Töch­ter zu er­trän­ken, Haschisch-​getriebene, Mobs, die Fah­nen ver­bren­nen, die sie für ge­nau die­sen Zweck ge­kauft ha­ben und al­te Män­ner, die mit ih­ren Zäh­ne Rich­tung Ka­me­ra knir­schen.

Was für ei­ne glor­rei­che Nak­ba war das doch, nächs­tes Jahr zur sel­ben Zeit wie­der?

Anti-​Israel-​Aktivisten sa­gen gern, dass Is­ra­el ei­ne Idee ist, die zu ei­nem Staat wur­de und Pa­läs­ti­na ein Staat, der zu ei­ner Idee wur­de. Doch ei­gent­lich ist es um­ge­kehrt: Is­ra­el ist ein Land, das nach vie­len Jahr­hun­der­ten der Be­set­zung und Re­pres­si­on wie­der­ge­bo­ren wur­de. Pa­läs­ti­na ist ei­ne Idee, die nie­mals ein Staat war, die aber we­gen ih­rer Nütz­lich­keit am Le­ben ge­hal­ten wird.

Ih­re fik­ti­ve pa­läs­ti­nen­si­sche Iden­ti­tät, mit ih­ren ima­gi­nä­ren Wur­zeln in ei­nem Land, in dem sie kaum je­mals leb­ten, hat Mil­lio­nen von Men­schen in Mi­li­zen der be­nach­bar­ten Fein­de Is­ra­els ver­wan­delt. Ih­re Flag­gen und Ge­sän­ge über Ei­gen­staat­lich­keit ver­ber­gen die Tat­sa­che, dass sie nichts wei­ter sind als Stell­ver­tre­ter von Län­dern, die ih­nen die Staats­bür­ger­schaft ver­wei­gern, weil sie das zu bes­se­ren Waf­fen macht, nicht nur ge­gen Is­ra­el, son­dern ge­gen­ein­an­der. Wenn ein arabisch-​muslimisches Land will, dass ei­ni­ge Schlä­ger Köp­fe von De­mons­tran­ten ein­schla­gen, ein paar bil­li­ge Ar­bei­ter oder noch bil­li­ge­re Grün­de braucht, um ih­re ei­ge­nen Leu­te auf­zu­mi­schen, dann brin­gen sie die fal­schen Pa­läs­ti­nen­ser mit ih­ren Kef­fiy­ehs, ih­rer arabisch-​sozialistischen Tricolor-​Flagge und ih­rer chro­ni­schen Ar­beits­lo­sig­keit ins Spiel.

Die his­to­ri­sche Iro­nie ist, dass es die Leicht­gläu­big­keit die­ser ara­bi­schen Mus­li­me ist, ih­re Be­reit­schaft, ei­ne pa­läs­ti­nen­si­sche Iden­ti­tät zu ak­zep­tie­ren, die sie in den Län­dern, in de­nen sie le­ben, zu Ver­trie­be­nen macht. Hät­ten sie das Recht ge­for­dert, Bür­ger von Jor­da­ni­en, Sy­ri­en oder Li­ba­non zu sein – Der in­ter­na­tio­na­le Druck hät­te ih­nen schon längst ein neu­es Le­ben ge­ge­ben.

Statt­des­sen, in­dem sie die zwei­fel­haf­te Eh­re, den Dschi­had ge­gen die Ju­den fort­zu­set­zen, um­ar­men, blo­ckie­ren sie sich selbst in ei­nem Nie­mands­land, das sie selbst ge­schaf­fen ha­ben. So­lan­ge sie be­reit sind, Mör­der zu sein, ih­re ei­ge­nen Kin­der dem feu­ri­gen Mo­loch der Bom­ben­wes­te zu op­fern, so­lan­ge wer­den sie im­mer Pa­ri­as sein in ih­ren ei­ge­nen Län­dern.

Die „Pa­läs­ti­nen­ser” sind ihr ei­ge­ner Fluch. Sie lei­den un­ter der selbst­auf­er­leg­ten Stra­fe für ih­re ei­ge­nen Ver­bre­chen. Es ist ihr Hass auf die Ju­den, der sie quält und sie de­mü­tigt. Sie ster­ben gie­rig für ih­re ei­ge­nen Sün­den. Ihr Elend ist die le­ben­di­ge Ver­kör­pe­rung ih­res ei­ge­nen Bö­sen. Sie lei­den, weil sie ih­re Bi­got­te­rie und ih­re Gier nicht los­las­sen kön­nen. Und ih­re il­lu­so­ri­sche Eh­re.

Die Nak­ba ist ei­ne er­mü­den­de Er­in­ne­rung dar­an, dass Mus­li­me kei­nen Frie­den wol­len. Dass sie nicht reif ge­nug sind, da­mit um­zu­ge­hen. Was sie wirk­lich wol­len, ist, die Un­zu­frie­den­heit neu auf­zu­gies­sen und mür­risch ei­nen neu­en Völ­ker­mord zu pla­nen, an­statt sich mit den Kon­se­quen­zen ih­res ei­ge­nen Han­delns aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die tat­säch­li­che, fak­ten­ba­sier­te Ge­schich­te, in der Neil Arm­strong auf dem Mond kein ara­bisch hör­te und wo der Ko­ran die Glüh­bir­ne nicht er­fand, ist auch die­je­ni­ge, in der die Is­rae­lis ei­ne Kon­zes­si­on nach der an­de­ren ge­macht ha­ben, bis zu­rück zu den Man­dats­ta­gen, und wo die ara­bi­schen Mus­li­me bei je­dem Zug mit hart­nä­cki­gem Ver­rat und Ge­walt re­agiert ha­ben.

Es gibt ei­ne An­ek­do­te über ei­nen is­rae­li­schen Au­to­fah­rer, der un­glück­li­cher­wei­se ein Schaf ei­nes Mus­lims über­fährt. Der Fah­rer steigt aus und bie­tet ihm an, das Schaf zu be­zah­len. Der Mus­lim lehnt ab. Der Fah­rer bie­tet Geld für fünf, so­gar zehn Scha­fe. Der Mus­lim wei­gert sich im­mer noch. „Was willst du?” fragt ihn der frus­trier­te Mo­to­rist. „Ich will das Schaf”, sagt der Mus­lim und zeigt auf das to­te Schaf. Das ist die Nak­ba auf den Punkt ge­bracht. Die Mus­li­me wol­len kei­ne Ver­ein­ba­rung aus­han­deln wie Er­wach­se­ne. Sie wol­len das to­te Schaf, das ih­ren Traum re­prä­sen­tiert von ei­nem ver­ei­nig­ten ara­bi­schen mus­li­mi­schen Reich, das über die gan­ze Re­gi­on herrscht. Und die Krie­ge wer­den wei­ter­ge­hen, bis sie end­lich ler­nen, dass sie es nicht zu­rück­ha­ben kön­nen.

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