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„Tö­tet die Ju­den” ist ein grund­le­gen­des In­stru­ment des Terrorismus

Noor Dah­ri, 23.7.2017, The Times of Israel

Noor Dah­ri ist Lei­ter der Pakistan-​Israel-​Alliance (PIA). Er ist ein un­ab­hän­gi­ger For­scher mit Sitz in Lon­don, Groß­bri­tan­ni­en. Er hat Coun­ter Ter­ro­ris­mus am In­ter­na­tio­na­len In­sti­tut für Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung ICT-​Herzliya – Is­ra­el stu­diert. Er ist Eh­ren­mit­glied des ZF-UK.

Bei je­dem Akt des Ter­ro­ris­mus fin­det man be­stimm­te Leu­te, die ihn be­grün­den und recht­fer­ti­gen, und ei­ner der Haupt­grün­de für jeg­li­chen Akt des Ter­ro­ris­mus in der Welt ist, JUDEN. Das ist der Grund, den man von der mus­li­mi­schen Ge­mein­schaft hört und liest, ob sie im Wes­ten oder im Os­ten sind. Ich nen­ne ih­ren Grund An­ti­se­mi­tis­mus, denn oh­ne Ju­den zu has­sen kann man sei­nen po­li­ti­schen oder re­li­giö­sen Ex­tre­mis­mus nicht er­fül­len, der ganz leicht zu Ter­ro­ris­mus führt. Je­der is­la­mi­sche Ter­ro­rist hat ei­ne Ideo­lo­gie des Ju­den­has­ses, sie ver­herr­li­chen den An­ti­se­mi­tis­mus ganz of­fen und es spielt kei­ne Rol­le, ob sie sich an re­li­giö­sen Or­ten be­fin­den, auf Kon­fe­ren­zen, auf der Stra­ße oder im Ge­biet des Ter­ro­ris­mus (Dschi­had). Sie wer­den zwei­fel­los ih­ren be­rühm­ten Slo­gan hö­ren, Tö­tet die Juden.

Nach mei­nem Ver­ständ­nis ist der über­wäl­ti­gen­de An­ti­se­mi­tis­mus ei­nes der bes­ten und ein­fachs­ten Werk­zeu­ge is­la­mi­scher Ex­tre­mis­ten, und oh­ne die­se schmut­zi­gen Ide­en zu pfle­gen, könn­ten sie nicht die nächs­te Stu­fe er­stei­gen, die ein Akt ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus ist. Ge­walt­tä­ti­ger Ex­tre­mis­mus kann sich lang­sam in Ter­ro­ris­mus ver­wan­deln, und of­fen­sicht­lich wä­re der ers­te Wunsch von Ter­ro­ris­ten, Ju­den zu scha­den, wann und wo im­mer sie sie vor­fin­den. Oft in un­mit­tel­ba­rer Nä­he le­bend, was für leich­te Zie­le stel­len sie für Ter­ro­ris­ten dar, um ih­re Terror-​Aktivität ge­gen die jü­di­sche Ge­mein­schaft auszuführen.

Nun ist die Fra­ge, ist An­ti­se­mi­tis­mus ein grund­le­gen­des In­stru­ment des Ter­ro­ris­mus? Aber na­tür­lich ist er das.

Es gibt drei Stu­fen für je­man­den, ein po­ten­ti­el­ler re­li­giö­ser Ter­ro­rist zu werden.

  1. Hass, 2. Ex­tre­mis­mus, 3. Terrorismus

Es hängt von der Per­son ab, wel­che Art von Hass er oder sie in­ner­lich hat und ge­gen wen, aber ich ver­si­che­re Ih­nen, dass die Form von Hass oder Ex­tre­mis­mus kei­ne Rol­le spielt, am En­de ist das ge­ne­rel­le Ziel, Ju­den zu tö­ten. Es gibt vie­le Bei­spie­le. Ei­nes der ge­plan­ten Zie­le von Ter­ro­ris­ten ist es, Ju­den zu tö­ten, ob­wohl ih­re grö­ße­re Mis­si­on ist, un­gläu­bi­ge Re­gie­run­gen und Nicht­mus­li­me glei­cher­ma­ßen an­zu­vi­sie­ren. Der ul­ti­ma­ti­ve Wunsch ist es, so vie­le Ju­den wie mög­lich ins Vi­sier zu be­kom­men und zu tö­ten. Hier ha­be ich ei­ni­ge be­rühm­te Bei­spie­le, in de­nen is­la­mi­sche Ter­ro­ris­ten be­wusst auf Ju­den ab­ziel­ten, die nicht ih­re di­rek­te Mis­si­on, je­doch trotz­dem Teil ih­rer Terror-​Mission waren.

An­griff in Mumbai

Die auf der gan­zen Welt be­rüch­tig­te pa­ki­sta­ni­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on LeT (Lash­kar E Tai­ba) führ­te im Jahr 2008 ei­ne rück­sichts­lo­se Ter­ror­ak­ti­on ge­gen das in­di­sche Volk aus, die je­der Mensch kennt. Die di­rek­te Mis­si­on war es, so vie­le In­der zu tö­ten, wie sie woll­ten, auf­grund des tra­di­tio­nel­len Has­ses von vie­len pa­ki­sta­ni­schen Mus­li­men auf die hin­du­is­ti­sche Ge­mein­schaft in In­di­en. Nichts­des­to­trotz ziel­ten sie ab­sicht­lich auf Nor­man Hou­se ab, ei­nen be­rühm­ten re­li­giö­sen und kul­tu­rel­len jü­di­schen Ort in In­di­en. Über­ra­schen­der­wei­se ha­ben die Ter­ro­ris­ten die Ju­den (dar­un­ter zwei Is­rae­lis) bru­tal ge­fol­tert, be­vor sie ih­re Op­fer exe­ku­tier­ten. Die is­la­mi­schen Ter­ro­ris­ten wa­ren über­glück­lich, mehr Ju­den als In­der auf ih­rer Mis­si­on zu tö­ten, wie ei­ne ge­mein­sa­me Un­ter­su­chung von is­rae­li­schen und in­di­schen Si­cher­heits­kräf­ten her­aus­fand. Wenn man den Fall des An­griffs in Mum­bai stu­diert, fin­det man zwar, dass das Haupt­ziel theo­re­tisch In­der wa­ren, doch sie füg­ten ei­ne wei­te­re wich­ti­ge Mis­si­on zu ih­rem blu­ti­gen Spiel hin­zu und das war, Ju­den zu töten.

Die fran­zö­si­schen Angriffe

Im Jahr 2012 trat ein ein­sa­mer Wolf als is­la­mi­scher Ter­ro­rist in die jü­di­sche Schu­le in Tou­lou­se in Süd­frank­reich ein und tö­te­te vier fran­zö­si­sche Ju­den, dar­un­ter drei un­schul­di­ge Kin­der. Das war ein di­rek­ter Ter­ro­ris­mus ge­gen die jü­di­sche Ge­mein­de. Er woll­te nur Ju­den tö­ten, weil er dach­te, es ver­lei­he ihm ei­nen leich­ten Ein­stieg ins Pa­ra­dies, wenn er Ju­den tötete.

Im Jahr 2015 war die Welt scho­ckiert, als sie ih­re Fern­seh­ap­pa­ra­te ein­schal­te­ten und die schreck­li­chen Nach­rich­ten über den Ter­ror­an­schlag im Her­zen ei­nes Pa­ri­ser Vor­orts sa­hen. Ein is­la­mi­scher Ter­ro­rist tö­te­te vie­le un­schul­di­ge fran­zö­si­sche Bür­ger. Der Vor­fall ver­än­der­te sich dra­ma­tisch, als sah, wie ei­ner der Ter­ro­ris­ten den jü­di­schen Su­per­markt be­trat, Gei­seln nahm, vie­le da­von Ju­den, und schließ­lich vier da­von tö­te­te, dar­un­ter auch Yo­av Hattab, der Sohn des Ober­rab­ans von Tu­nis, Ben­ja­min Hattab. Die­ser Vor­fall scho­ckier­te die ge­sam­te jü­di­sche Ge­mein­schaft auf der gan­zen Welt, be­son­ders im Staat Is­ra­el. Das Haupt­ziel die­ses An­griffs war es, der fran­zö­si­schen Re­gie­rung und dem fran­zö­si­schen Volk ei­ne Er­klä­rung ab­zu­ge­ben, aber auch die­ser Ter­ro­rist ziel­te ab­sicht­lich auf Ju­den auf sei­nem rück­sichts­lo­sen An­griff. Mit die­sem Teil des Ter­ror­ak­tes sam­mel­te er mehr per­sön­li­che Zu­frie­den­heit, in­dem er auf Ju­den ziel­te. Das war der all­um­fas­sen­de Hass, den er in sei­nem fa­na­ti­schen Glau­ben be­saß, nur Gott weiß, wie lan­ge schon.

Im Jahr 2016 stach ein Mos­lem mit ver­mu­te­ten ter­ro­ris­ti­schen Bin­dun­gen auf drei Sol­da­ten au­ßer­halb des jü­di­schen Ge­mein­de­zen­trums in Niz­za ein. In der Stadt Niz­za gibt es rund 220.000 Mus­li­me und 80.000 Ju­den, die in ver­schie­de­nen Ge­mein­den le­ben. Aber lei­der sieht die jü­di­sche Ge­mein­de, die seit Hun­der­ten von Jah­ren dort ge­lebt hat, jähr­lich et­wa 25 – 35 phy­si­sche an­ti­se­mi­ti­sche An­grif­fe, so der SPCJ (französisch-​jüdischer Sicherheitsdienst).

Mit Groß­bri­tan­ni­en ver­knüp­fer An­griff in Tel Aviv von 2003

Die Na­men von Omar und Asif sind zwei Na­men, die die is­rae­li­sche Ge­mein­schaft nie­mals ver­ges­sen wird. Die­se bri­tisch ge­bo­re­nen Mus­li­me spreng­ten sich in Mike’s Place, ei­nem Tanz­klub in Tel Aviv in Is­ra­el, in die Luft und tö­te­ten 3 und ver­letz­ten 55 un­schul­di­ge Le­ben. Der Blut­zoll wä­re noch hö­her ge­we­sen, aber Omar Sharifs Gür­tel ex­plo­dier­te nicht. Die­se bei­den an­ti­se­mi­ti­schen Jun­gen ha­ben be­wusst ei­nen rie­si­gen Akt des Selbstmord-​Terrorismus in Is­ra­el aus­ge­führt. Sie reis­ten von Groß­bri­tan­ni­en nach Is­ra­el, um is­rae­li­schen Zi­vi­lis­ten zu scha­den, Zi­vi­lis­ten, die ih­nen in Groß­bri­tan­ni­en oder an­ders­wo in der Welt kei­nen Scha­den zu­ge­fügt hat­ten. Die­se bri­ti­schen Fa­na­ti­ker hat­ten die Gren­ze nach Jor­da­ni­en über­schrit­ten und ver­brach­ten dann ei­ni­ge Zeit in Ga­za (Ga­za war da­mals un­ter is­rae­li­scher Ver­wal­tung), wo sie sich vor­be­rei­te­ten, die­sen Akt des Ter­ro­ris­mus ge­gen is­rae­li­sche Zi­vi­lis­ten zu be­ge­hen. Tat­säch­lich wur­den die­se Ter­ro­ris­ten in Groß­bri­tan­ni­en von ih­ren Fa­mi­li­en­mit­glie­dern, der mus­li­mi­schen Ge­mein­schaft und dem Über­fluss an is­la­mi­schen Frei­heit im Land ra­di­ka­li­siert. Bei­de is­la­mi­schen Ter­ro­ris­ten wa­ren Hardcore-​religiöse Per­so­nen, die mit der ultra-​konservativen Deobandi-​Sekte des Is­lam ver­bun­den wa­ren, die in den süd­asia­ti­schen Län­dern Pa­ki­stan und Af­gha­ni­stan und in ent­spre­chen­den Ge­mein­den in Groß­bri­tan­ni­en weit ver­brei­tet ist. Omar Sharifs Frau, sei­ne Schwes­ter und Brü­der wur­den vor Ge­richt an­ge­klagt für die Ver­heim­li­chung sei­ner Ab­sicht, in Is­ra­el Selbstmord-​Terrorismus zu be­ge­hen. Ih­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der kann­ten sei­ne ge­walt­tä­ti­gen Ab­sich­ten ge­gen is­rae­li­sche Bür­ger und sie ent­schie­den sich da­für, nie­man­dem et­was zu sa­gen, bis die Mis­si­on aus­ge­führt war.

Die­se wa­ren of­fen­sicht­lich nicht nur zwei bri­ti­sche Mus­li­me, die ge­gen die Ju­den /​ Is­rae­li­sche Ge­mein­schaft ra­di­ka­li­siert wur­den, son­dern ich wet­te dar­auf, dass 99% der bri­ti­schen Mus­li­me Is­ra­el has­sen und je­den Scha­den in Is­ra­el fei­ern. Die­se Mus­li­me wur­den ra­di­ka­li­siert, als sie noch sehr klei­ne Kin­der wa­ren. Ein Pa­ra­de­bei­spiel da­von ha­ben wir erst in ei­ner neue­ren Palästinenser-​Expo 2017 ge­se­hen. Sehr jun­ge schul­pflich­ti­ge mus­li­mi­sche Kin­der tru­gen Tarn­klei­der oder T-​Shirts mit Pa­ro­len, dar­un­ter „Free Pa­lesti­ne” und „Free Ga­za”. Die Kin­der schrien mit ih­ren El­tern vor der Ex­po ge­gen das jü­di­sche Volk.

Könn­te es un­ter die­sen Kin­dern ei­nes oder meh­re­re ge­ben, die ein wei­te­rer po­ten­ti­ell ge­walt­tä­ti­ger Ex­tre­mist sein und der hofft, der jü­di­schen Ge­mein­de schmerz­li­chen Scha­den zu­fü­gen zu kön­nen? Nie­mand weiß es. Aber die Art und Wei­se, wie ih­re El­tern ih­nen bei­brin­gen, von klein auf ei­nen in­ten­si­ven Hass ge­gen das jü­di­sche Volk zu ha­ben, kann je­den von ih­nen da­zu brin­gen, ein is­la­mi­scher Ter­ro­rist zu wer­den, des­sen ei­nes der Haupt­zie­le „Tö­te die Ju­den” sein könn­te. Des­halb glau­be ich stark, dass der An­ti­se­mi­tis­mus ei­ne grund­le­gen­des In­stru­ment ist, die je­man­den da­zu bringt, ei­nen Ter­ror­akt ge­gen die jüdisch-​israelische Ge­mein­schaft ir­gend­wo auf der Welt zu be­ge­hen. Ein Weg, um ei­ne sol­che ge­walt­tä­ti­ge Hal­tung zu ver­mei­den, ist, glau­be ich, dass die bri­ti­sche Re­gie­rung auf den Stra­ßen Eng­lands De­mons­tra­tio­nen der So­li­da­ri­tät mit Pa­läs­ti­nen­sern zu ver­bie­ten. Sol­che An­läs­se füh­ren zu ei­ner Zu­nah­me der be­reits zu stark blü­hen­den an­ti­se­mi­ti­schen At­mo­sphä­re un­ter den bri­ti­schen Muslimen.

Die Tat­sa­che bleibt, dass je­der­mann ak­zep­tie­ren muss, dass der An­ti­se­mi­tis­mus ei­ne Form von Ter­ro­ris­mus ist.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Blog (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – „Tö­tet die Ju­den” ist ein grund­le­gen­des In­stru­ment des Ter­ro­ris­mus – Die UNO er­klärt, dass pa­läs­ti­nen­si­sche Ara­ber kei­ne „Zu­rück­hal­tung” üben sollten […]

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