Mut, nicht Leichtsinn: Warum Netanjahu und Trump beim Iran recht hatten
Ahmed Charai, 25. März 2026, Gatestone Institute
aus dem Englischen von Martin Christen
- Am 7. Oktober wurde Israel nicht nur angegriffen. Es sollte gebrochen werden.
- Israel brach nicht zusammen. Es stand auf. Es begrub seine Toten, kämpfte um seine Geiseln und verkraftete einen Schock, der viele Nationen zerbrochen hätte.
- Israel verstand auch etwas Wesentliches: Damit der 7. Oktober ein Grauen bleiben und nicht zum Vorbild werden würde, genügte es nicht, nur die Hand zu treffen, die das Massaker ausgeführt hatte. Die Quelle musste konfrontiert werden.
- Leichtsinn wäre es gewesen, Teheran weiterhin glauben zu lassen, es könne Milizen bewaffnen, seine Nachbarn terrorisieren, Hauptstädte destabilisieren und dabei ohne Konsequenzen bleiben.
- Zu lange hatten Irans Herrscher angenommen, dass Demokratien ewig zögern und Angst mit Besonnenheit verwechseln würden.
- Mut ist die Bereitschaft zu handeln, wenn der Preis der Untätigkeit größer geworden ist als das Risiko des Handelns.
- Die Abraham-Abkommen waren nie bloß eine diplomatische Zeremonie. Sie waren eine strategische und zivilisatorische Wahl: eine Entscheidung für Modernität, Souveränität, Entwicklung und Frieden – gegen eine regionale Ordnung, die auf Milizen, Einschüchterung und dauerhaftem Krieg aufgebaut war. Dieser Konflikt hat diese Wahl nicht verändert. Er hat sie auf die Probe gestellt – und sie hat standgehalten. Das könnte eine der wichtigsten politischen Tatsachen sein, die aus diesem Krieg hervorgehen.
- Netanjahu… wählte nicht den Komfort. Er wählte die Verantwortung. Und Trump, was auch immer man von ihm in anderen Fragen halten mag, erkannte etwas, das viele andere nicht erkannten: Es gibt Momente, in denen Abschreckung nicht durch Reden, Konferenzen oder sorgfältig formulierte Illusionen wiederhergestellt werden kann. Sie muss durch Kraft wiederhergestellt werden.
- Das ist kein Leichtsinn. Das ist Führungsstärke.

Die Entscheidung von Premierminister Netanjahu zusammen mit Präsident Donald Trump, den Iran zu konfrontieren, war kein Leichtsinn. Es war Mut. Abgebildet: US-Präsident Donald Trump und der israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu während einer Pressekonferenz am 29. September 2025 im weissen Haus. (Foto: The White House, gemeinfrei, via Wikimedia Commons)
Am 7. Oktober wurde Israel nicht nur angegriffen. Es sollte gebrochen werden.
Das Massaker war nicht nur darauf ausgelegt, Unschuldige zu töten, sondern auch eine Botschaft zu übermitteln: dass Terror Israel demütigen, traumatisieren, isolieren und zum Rückzug zwingen könnte. In den Stunden und Tagen danach, inmitten von Szenen des Gemetzels, der Entführung und der nationalen Trauer, konnte man eine alte Fantasie zurückkehren hören. Viele Stimmen, offen oder leise, suggerierten, dass das Massaker der Beginn vom Ende Israels sei. Sie irrten sich.
Israel brach nicht zusammen. Es stand auf. Es begrub seine Toten, kämpfte um seine Geiseln und verkraftete einen Schock, der viele Nationen zerbrochen hätte. Doch Israel verstand auch etwas Wesentliches: Damit der 7. Oktober ein Grauen bleiben und nicht zum Vorbild werden würde, genügte es nicht, nur die Hand zu treffen, die das Massaker ausgeführt hatte. Die Quelle musste konfrontiert werden.
Einfluss durch Stellvertreter aufgebaut
Diese Quelle war nicht nur Gaza. Es war das System hinter Gaza: das Regime in Teheran, das seit Jahrzehnten eine regionale Infrastruktur des Terrors finanziert, bewaffnet, ausgebildet und ideologisch genährt hat. Der Iran hat seinen Einfluss nicht durch Diplomatie oder Entwicklung aufgebaut. Er baute ihn durch Stellvertreter, Milizen, Erpressung, sektiererische Kriegsführung und die gezielte Schwächung souveräner Staaten auf.
Deshalb war die Entscheidung von Premierminister Netanjahu zusammen mit Präsident Donald Trump, den Iran zu konfrontieren, kein Leichtsinn. Es war Mut.
Leichtsinn wäre es gewesen, den 7. Oktober hinzunehmen, von Resilienz zu sprechen und den Apparat, der eine solche Barbarei ermöglicht hatte, intakt zu lassen. Leichtsinn wäre es gewesen, die Henker zu bestrafen und dabei die Drahtzieher zu schützen. Leichtsinn wäre es gewesen, Teheran weiterhin glauben zu lassen, es könne Milizen bewaffnen, seine Nachbarn terrorisieren, Hauptstädte destabilisieren und dabei ohne Konsequenzen bleiben.
Netanjahu und Trump haben das Gegenteil bewiesen
Was stattdessen geschah, war das Gegenteil. Die politische Entscheidung war richtig. Die Strategie war klar. Und die militärischen Ergebnisse waren real. Die israelisch-amerikanischen Angriffe erzeugten nicht bloß Symbolik; sie reduzierten Kapazitäten, störten Befehlsketten, schwächten die Reichweite der Revolutionsgarden und zerstörten die Illusion, dass dieses Regime unantastbar sei. Zu lange hatten Irans Herrscher angenommen, dass Demokratien ewig zögern und Angst mit Besonnenheit verwechseln würden. Netanjahu und Trump haben das Gegenteil bewiesen.
Das ist bedeutsam, denn Mut in der Staatskunst wird oft missverstanden. Er ist keine Lautstärke. Er ist keine Impulsivität. Er ist nicht die Freude an der Eskalation. Mut ist die Bereitschaft zu handeln, wenn der Preis der Untätigkeit größer geworden ist als das Risiko des Handelns. Nach dem 7. Oktober war dieser Moment gekommen.
Sobald man diese Realität versteht, rückt die Hisbollah unweigerlich ins Zentrum der Argumentation.
Die Hisbollah ist nicht nur eine Bedrohung für Israels Nordgrenze. Sie ist eine regionale Krankheit. Die Hisbollah hat den libanesischen Staat als Geisel genommen, die libanesische Souveränität iranischen Interessen untergeordnet und das libanesische Volk dazu verdammt, die Kosten von Kriegen zu tragen, die es nicht gewählt hat. Sie hat ein stolzes arabisches Land in eine Plattform für Teherans Ambitionen verwandelt. Und ihre Bedrohung reicht weit über den Libanon und Israel hinaus.
Deshalb ist das breitere regionale Bild von Bedeutung. Die Aufdeckung von Netzwerken, die mit der Hisbollah und dem Iran im Golf in Verbindung stehen, ist eine Erinnerung daran, dass diese Bedrohung nicht lokaler Natur ist; sie ist transnational. Bahrain lebt seit langem im Schatten iranischer Unterwanderung. Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich derselben Logik der Infiltration und Destabilisierung gegenüber. Marokko erkannte die Gefahr vor Jahren, als es die diplomatischen Beziehungen zu Teheran wegen der iranischen Unterstützung für die Polisario abbrach. Unterschiedliche Geografien, dieselbe Methode: eindringen, bewaffnen, radikalisieren und souveräne Staaten von innen oder durch Stellvertreter schwächen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate blieben standhaft. Bahrain blieb standhaft. Marokko schlug frühzeitig Alarm.
Diese Staaten verdienen mehr als Lob; sie verdienen strategische Unterstützung. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben jede Legitimität, ihre drei besetzten Inseln zurückzufordern. Marokko hat jede Legitimität, die internationale Anerkennung seiner Souveränität über die Sahara zu festigen. Und Bahrain – ein Königreich an vorderster Front, das standhaft blieb, als andere zögerten – verdient eine substanzielle wirtschaftliche und strategische Unterstützung, die der Last entspricht, die es getragen hat.
Diese Länder müssen für das anerkannt werden, was sie repräsentieren. Die Abraham-Abkommen waren nie bloß eine diplomatische Zeremonie. Sie waren eine strategische und zivilisatorische Wahl: eine Entscheidung für Modernität, Souveränität, Entwicklung und Frieden – gegen eine regionale Ordnung, die auf Milizen, Einschüchterung und dauerhaftem Krieg aufgebaut war. Dieser Konflikt hat diese Wahl nicht verändert. Er hat sie auf die Probe gestellt – und sie hat standgehalten. Das könnte eine der wichtigsten politischen Tatsachen sein, die aus diesem Krieg hervorgehen.
Die eigentliche Trennlinie im Nahen Osten ist nicht mehr die alte, die so viele aus Gewohnheit weiterhin aufsagen. Es sind vnicht einfach Araber gegen Israeli. Es ist die Trennlinie zwischen jenen, die funktionierende Staaten wollen, und jenen, die von zusammengebrochenen profitieren; zwischen jenen, die aufbauen, und jenen, die erpressen; zwischen jenen, die Ordnung, Wohlstand und Koexistenz wählen, und jenen, die permanente Revolution und Konflikt verherrlichen.
Israels Rolle in dieser Auseinandersetzung sollte ehrlich anerkannt werden.
Israel ist ein kleines Land in einer brutalen Nachbarschaft, und doch hat es souveräne Institutionen von außerordentlicher Widerstandsfähigkeit aufgebaut. Seine Stärke ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Disziplin, Exzellenz, technologischer Raffinesse, demokratischer Vitalität und einem tiefen Verständnis dafür, dass Überleben Ernst erfordert. Der Mossad, die IDF und Israels weitere Sicherheitsinstitutionen haben wiederholt bewiesen, was ein fähiger Staat leisten kann, wenn Geheimdienst, operative Exzellenz und politischer Wille zusammenkommen.
Doch Institutionen allein genügen nicht. Großartige Streitkräfte und großartige Geheimdienste können ihre Mission nicht erfüllen, wenn politische Führer zu zaghaft sind, um zu handeln. Deshalb ist Führungsstärke entscheidend. Netanjahu sollte in diesem Licht beurteilt werden. Er wählte nicht den Komfort. Er wählte die Verantwortung. Und Trump, was auch immer man von ihm in anderen Fragen halten mag, erkannte etwas, das viele andere nicht erkannten: Es gibt Momente, in denen Abschreckung nicht durch Reden, Konferenzen oder sorgfältig formulierte Illusionen wiederhergestellt werden kann. Sie muss durch Kraft wiederhergestellt werden.
Das ist kein Leichtsinn. Das ist Führungsstärke.
Das iranische Regime operiert derzeit unter einem prekären Zeitdruck. Das bedeutet nicht, dass es morgen verschwinden wird. Diktaturen überleben oft länger als erwartet. Aber etwas Grundlegendes hat sich verändert. Die Aura der Unausweichlichkeit ist gebrochen. Das Bild der Unverwundbarkeit ist zerstört. Die Angst hat begonnen, die Seiten zu wechseln. Das Regime besitzt noch immer Gefängnisse, Propaganda, Waffen und Fanatiker. Aber es besitzt nicht mehr denselben Mythos unantastbarer Macht.
Das nächste Kapitel muss daher mit Weisheit vorbereitet werden. Nicht gegen das iranische Volk, sondern mit ihm. Anstatt dem Iran gegenüber Hass zu hegen, sollten wir Hoffnung auf einen gewandelten Iran hegen. Das iranische Volk sind nicht die Mullahs. Sie sind die ersten Opfer eines Regimes, das ihre Zivilisation gedemütigt, ihre Freiheiten zertreten und die Größe ihrer Nation für Terror, Korruption und ideologischen Krieg verschleudert hat.
Nach dem 7. Oktober hatte Israel jeden Grund, in Trauer und Verteidigung gefangen zu bleiben. Stattdessen wählte es einen schwierigeren Weg: die Quelle des Terrors zu konfrontieren.
Das war kein Leichtsinn. Das war Mut.
Und die Geschichte mag noch festhalten, dass Israel, als so viele das Ende Israels voraussagten, stattdessen dazu beitrug, das Ende von Teherans Terrorordnung einzuleiten.
Dr. Ahmed Charai ist Vorsitzender und Geschäftsführer von Global Media Holding, einem Verlags- und Rundfunkkonglomerat. Er ist außerdem ein Nahost-Politikberater in Washington, dessen Artikel in der New York Times, Politico, dem Wall Street Journal, The Hill, Foreign Policy, National Interest, der Jerusalem Post, Haaretz und weiteren Publikationen erschienen sind. Er ist Mitglied des Vorstands zahlreicher Denkfabriken, darunter der Atlantic Council, das Center for Strategic and International Studies, die International Crisis Group, das International Center for Journalists, das Foreign Policy Research Institute, das Center for National Interest und das Jerusalem Institute for Strategy and Security.
Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Jerusalem Post und wird hier mit freundlicher Genehmigung des Autors nachgedruckt.
Erstveröffentlichung bei Gatestone Institute. Reproduktion mit freundlicher Genehmigung.

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