Erdogans Türkei: Das NATO-Mitglied, das Terrorismus sponsert
Khaled Abu Toameh, 11. Mai 2026, Gatestone Institute
aus dem Englischen von Martin Christen
- Neue Enthüllungen aus israelischen Sicherheitsermittlungen haben jegliche Illusion zerstört, die Beziehungen der Türkei zur Hamas beschränkten sich auf „politische Unterstützung“ oder „diplomatisches Engagement“. Die Beweislage deutet zunehmend auf eine weitaus alarmierendere Situation hin: Die Türkei hat sich zu einem zentralen operativen, logistischen und finanziellen Drehkreuz für die globale Terrorinfrastruktur der Hamas entwickelt.
- Staaten, die Terrorismus ermöglichen, können nicht gleichzeitig als unverzichtbare Partner im Kampf gegen den Terrorismus gelten.
- Indem Ankara Hamas-Mitgliedern die Entwicklung von Drohnenfähigkeiten auf türkischem Boden gestattet, bereitet es gezielt Terroristen auf zukünftige Kriege gegen Israel vor.
- Die Türkei beherbergt nicht nur Hamas-Funktionäre, sondern fördert bewusst die nächste Generation von Hamas-Terroristen und sorgt dafür, dass sich die geografische Reichweite der iranischen Dschihadistenachse weiter ausdehnt.
- Die zentrale finanzielle Rolle der Türkei ist besonders bedeutsam, da sie der Hamas über das Territorium eines NATO-Mitgliedstaates Zugang zum internationalen Finanzsystem ermöglicht. Diese Realität sollte sowohl Washington als auch die europäischen Hauptstädte zutiefst beunruhigen.
- Ideologisch – wie auch militärisch und finanziell – hat Erdoğan die Hamas-Führung offen unterstützt. Er weigerte sich wiederholt, die Gruppe als Terrororganisation einzustufen und bezeichnete ihre Mitglieder als „Widerstandskämpfer“ und „Befreiungskämpfer“, die für den Schutz palästinensischen Landes kämpfen.
- Erdoğans Annäherung an die Hamas scheint in seiner breiteren ideologischen Affinität zur Muslimbruderschaft und anderen islamistischen Gruppen begründet zu sein. Seine Regierung hat radikale islamistische Gruppen in Ägypten, Libyen, Syrien und anderen Ländern konsequent unterstützt.
- Jahrelang hielten westliche Regierungen an der Illusion fest, Länder wie die Türkei und Katar könnten als neutrale Vermittler zwischen Hamas und Israel fungieren. Diese Annahme war von Anfang an zutiefst fehlerhaft.
- Katar versucht unterdessen weiterhin, die Vereinigten Staaten zu untergraben, indem es über Jahrzehnte hinweg viele Milliarden Dollar spendete, um Einfluss auf das Bildungswesen von der Grundschule bis zur Universität in ganz Amerika zu nehmen. Die Cornell University erhielt im Laufe der Jahre 10 Milliarden Dollar, die Carnegie Mellon University knapp 2 Milliarden Dollar. Die Texas A&M University erhielt über eine Milliarde Dollar (wodurch Katar die vollständige Kontrolle über mehr als 500 Forschungsprojekte in Bereichen wie Nuklearwissenschaft, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Robotik und Waffenentwicklung erlangte), die Georgetown University 971 Millionen Dollar. Warum halten Katar und die Türkei weiterhin an der Hamas fest und fordern gleichzeitig das Vertrauen der USA und des Westens? Warum akzeptiert der Westen diese Doppelzüngigkeit?
- Die Trump-Regierung steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Wenn Washington es ernst meint mit der Zerschlagung der Hamas-Infrastruktur und der Konfrontation mit dem iranischen Regime, kann es nicht länger ignorieren, dass die Türkei genau das Gegenteil tut: die Hamas schützen und unterstützen.
- Die Türkei, ein NATO-Mitgliedstaat, ermöglicht die Aktivitäten einer vom Iran unterstützten Terrorgruppe, die für Massenmorde an Zivilisten, darunter vielen Amerikanern, verantwortlich ist.
Seit Jahren betreibt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ein perfides Doppelspiel: Er präsentiert sich dem Westen als regionaler Vermittler und verantwortungsvoller NATO-Verbündeter, während er gleichzeitig die Türkei außerhalb des Gazastreifens in einen Rückzugsort für Hamas-Terroristen verwandelt.
Neue Enthüllungen israelischer Sicherheitsermittlungen haben jede Illusion zerstört, die Beziehungen der Türkei zur Hamas beschränkten sich auf „politische Unterstützung“ oder „diplomatisches Engagement“. Die Beweislage deutet zunehmend auf eine weitaus alarmierendere Situation hin: Die Türkei hat sich zu einem zentralen operativen, logistischen und finanziellen Drehkreuz für die globale Terrorinfrastruktur der Hamas entwickelt.
Staaten, die Terrorismus ermöglichen, können nicht gleichzeitig als unverzichtbare Partner im Kampf gegen den Terrorismus gelten.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des israelischen öffentlich-rechtlichen Senders KAN enthüllte, dass Hamas-Aktivisten offen an Gefechtsübungen in Schützenvereinen in der ganzen Türkei teilnehmen.
Dem Bericht zufolge trainieren Hamas-Mitglieder in Zivilkleidung, um keinen Verdacht zu erregen, während sie den Umgang mit Schusswaffen und fortgeschrittene Kampftechniken erlernen. Noch beunruhigender sind Berichte, wonach Hamas-Mitglieder professionelle Drohnenpilotenausbildungen absolvieren und offizielle türkische Lizenzen zum Fliegen von Drohnen erhalten.
Laut israelischen Beamten, die in dem Bericht zitiert werden, soll das Training Hamas-Mitglieder auf einen Einsatz im Libanon, in Jordanien und im Westjordanland vorbereiten, um mögliche zukünftige Angriffe auf Israel durchzuführen.
Dies ist keine „symbolische“ Unterstützung für die palästinensische Sache. Es handelt sich um militärische Hilfe, vergleichbar mit der Unterstützung, die das iranische Regime der Hamas seit Jahrzehnten gewährt.
Drohnen gehören mittlerweile zu den wichtigsten Waffen des iranischen Regimes und seiner Terrorverbündeten, darunter Hamas, Hisbollah und die Huthis, in ihrem Dschihad (Heiligen Krieg) gegen Israel. Die Hamas setzte Drohnen während ihres Einmarsches in Israel am 7. Oktober 2023 sowie bei Angriffen auf israelische Überwachungssysteme und Militärbasen in großem Umfang ein.
Indem Ankara Hamas-Mitgliedern die Entwicklung von Drohnenfähigkeiten auf türkischem Boden ermöglicht, bereitet es gezielt Terroristen auf zukünftige Kriege gegen Israel vor.
Die Türkei beherbergt nicht nur Hamas-Funktionäre, sondern fördert gezielt die nächste Generation von Hamas-Terroristen und sorgt dafür, dass sich der geografische Einflussbereich der iranischen Dschihadistenachse weiter ausdehnt.
Darüber hinaus hat sich die Türkei zu einer entscheidenden finanziellen Ader für die Hamas und ihre Unterstützer aus dem Iran entwickelt.
Im Dezember 2025 deckten die israelischen Streitkräfte (IDF) und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet ein mutmaßlich vom Iran gesteuertes, umfangreiches Geldwäschenetzwerk in der Türkei auf. Interne Hamas-Dokumente enthüllten ein ausgeklügeltes Finanzsystem, das größtenteils von Hamas-nahen Gaza-Exilanten in der Türkei verwaltet wurde.
Die IDF und der Schin Bet nannten öffentlich mindestens drei Personen, die in das Finanzierungsnetzwerk in der Türkei verwickelt sind. Tamar Hassan arbeitet Berichten zufolge direkt unter der Führung des Hamas-Anführers Khalil al-Hayya. Khalil Farwana und Farid Abu Dayir wurden ebenfalls als wichtige Vermittler innerhalb des größeren Netzwerks von Schweinfirmen genannt.
„Hamas-Agenten in der Türkei schleusen Gelder für terroristische Zwecke“, sagte der arabische IDF-Sprecher Avichay Adraee und fügte hinzu: „Man fragt sich, was ein NATO-Mitglied dazu treibt, Terrorismus zu fördern.“
Die zentrale finanzielle Rolle der Türkei ist besonders bedeutsam, da sie der Hamas über das Territorium eines NATO-Mitgliedstaates Zugang zum internationalen Finanzsystem ermöglicht. Diese Tatsache sollte sowohl Washington als auch die europäischen Hauptstädte zutiefst beunruhigen.
Ideologisch – wie auch militärisch und finanziell – hat Erdoğan die Hamas-Führung offen unterstützt. Er hat sich wiederholt geweigert, die Gruppe als Terrororganisation einzustufen. Stattdessen hat er die Hamas vehement verteidigt und ihre Mitglieder als „Widerstandskämpfer“ und „Befreiungskämpfer“ bezeichnet, die für den Schutz palästinensischen Landes kämpfen.
Hochrangige Hamas-Funktionäre, darunter Khaled Mashaal und der verstorbene Ismail Haniyeh, wurden in der Türkei stets als Ehrengäste empfangen. Berichten zufolge erhielten einige Hamas-Funktionäre türkische Pässe, Aufenthaltsgenehmigungen und Bewegungsfreiheit.
Erdoğans Annäherung an die Hamas scheint in seiner breiteren ideologischen Affinität zur Muslimbruderschaft und anderen islamistischen Gruppen begründet zu sein. Seine Regierung hat radikale islamistische Gruppen in Ägypten, Libyen, Syrien und anderen Ländern konsequent unterstützt.
Es war vorhersehbar, dass die Hamas, der palästinensische Zweig der Muslimbruderschaft, zu einem der engsten ideologischen Verbündeten Ankaras wurde.
Jahrelang hielten westliche Regierungen an der Illusion fest, Länder wie die Türkei und Katar könnten als neutrale Vermittler zwischen Hamas und Israel fungieren. Diese Annahme war von Anfang an zutiefst fehlerhaft.
Katar fungierte lange als wichtigster Geldgeber der Hamas und pumpte Hunderte Millionen Dollar in den Gazastreifen, während es Hamas-Führer in Doha beherbergte. Die Türkei wiederum gewährte operative Rückzugsgebiete, logistische Ausbildung und Zugang zu Finanzsystemen.
Die anhaltende westliche Abhängigkeit von der Türkei und Katar als Vermittler hat die Hamas lediglich gestärkt und die Instabilität im Nahen Osten verlängert.
Wie kann der Westen die Türkei und Katar weiterhin als glaubwürdige Verbündete betrachten, während diese Terrorgruppen unterstützen, die nicht nur Israel, sondern auch andere UNO-Mitgliedstaaten erobern wollen, wie beispielsweise Zypern und Griechenland, die die Türkei im Visier hat?
Katar versucht unterdessen weiterhin, die Vereinigten Staaten zu untergraben, indem es über Jahrzehnte hinweg Milliarden von Dollar gespendet hat, um Einfluss auf das Bildungswesen in den USA zu nehmen – von der Grundschule bis zur Universität. Die Cornell University erhielt im Laufe der Jahre 10 Milliarden Dollar, die Carnegie Mellon University knapp 2 Milliarden Dollar, die Texas A&M University über 1 Milliarde Dollar (wodurch Katar die vollständige Kontrolle über mehr als 500 Forschungsprojekte in Bereichen wie Nuklearwissenschaft, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Robotik und Waffenentwicklung erlangte) und die Georgetown University 971 Millionen Dollar. Warum halten Katar und die Türkei weiterhin an der Hamas fest und fordern gleichzeitig das Vertrauen der USA und des Westens? Warum akzeptiert der Westen diese Doppelzüngigkeit?
Die Trump-Regierung steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Wenn Washington es ernst meint mit der Zerschlagung der Hamas-Infrastruktur und der Konfrontation mit dem iranischen Regime, kann es nicht länger ignorieren, dass die Türkei genau das Gegenteil tut: die Hamas schützen und unterstützen.
Die Türkei, ein NATO-Mitgliedstaat, unterstützt die Aktivitäten einer vom Iran unterstützten Terrorgruppe, die für Massenmorde an Zivilisten, darunter vielen Amerikanern, verantwortlich ist.
Indem die Türkei der Hamas und anderen Terrorgruppen freie Hand auf ihrem Territorium lässt, untergräbt sie die Sicherheitsarchitektur, die die NATO eigentlich schützen soll.
Khaled Abu Toameh ist ein preisgekrönter Journalist aus Jerusalem.
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