Alain Destexhe, 7. April 2024, Gatestone Institute
aus dem Englischen von Martin Christen
- Viele von ihnen hatten in der örtlichen Kirche Zuflucht gesucht, andere auf einem Grundstück gegenüber dem Gemeindehaus, wo sich mehrere tausend verängstigte Menschen befanden, weil sie glaubten, die Behörden würden sie beschützen. Stattdessen beschlossen die Behörden bequemerweise, sie auf der Stelle zu töten. Die mit Gewehren und Granaten bewaffneten Soldaten und Polizisten sowie die Milizionäre mit Macheten und Stachelknüppeln umzingelten die Flüchtlinge und begannen, in die Menge zu schießen, Granaten zu werfen und Macheten zu schwingen.
- Sicher ist, dass er einen Monat lang jeden Tag tötete … und dass ihm nie die Munition ausging. Wie hat er sich gefühlt? „Zuerst war es Angst“, erzählt er uns, „aber dann verschwand die Angst, es gab auch keine Freude, es wurde zur Gewohnheit, zu töten. Es war eine behördliche Anordnung und wir haben unsere Pflicht getan.“ Er nahm Befehle entgegen und gehorchte, wie Adolf Eichmann und die anderen Nazi-Henker der Endlösung.

Im Bild: Gisozi Genocide Memorial, Ruanda. (gemeinfrei, via Wikimedia Commons)







Aufgewachsen in den Siebzigern, in denen der Geist der 68er-Bewegung und ihre propagierten Idealvorstellungen vom Menschsein nachwehten, wurde ich 1976 in einer katholischen Schule eingeschult – ein Ereignis, welches fast mein gesamtes späteres Leben beeinflussen und überschatten sollte. Für ein Kind religiös uninspirierter Eltern mit formell evangelischer Konfession war dies eine Fehlentscheidung – gefällt aufgrund einer fehlenden Alternative: es war schlichtweg keine andere Grundschule im Stadtteil aufnahmefähig. Ein Auto gab es zu jener Zeit im Haushalt meiner Eltern nicht.