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10 Fak­ten über die ara­bi­sche Ver­skla­vung von schwar­zen Men­schen, die nicht in Schu­len ge­lehrt wer­den

A. Moo­re, 2.6.2014, At­lan­tic Black Star

slave arab

1. Die An­zahl ver­sklav­ter Men­schen

Die An­zahl von Mus­li­men ver­sklav­ter Men­schen ist ein heiss dis­ku­tier­tes The­ma, be­son­ders wenn die Mil­lio­nen von Afri­ka­nern, die aus ih­ren Hei­mat­län­dern ge­zwun­gen wur­den, mit­ein­be­zo­gen wer­den.

Ei­ni­ge His­to­ri­ker schät­zen, dass zwi­schen dem Jahr 650 nach Chris­tus und 1900 zwi­schen 10 und 20 Mil­lio­nen Men­schen ver­sklavt wur­den von ara­bi­schen Skla­ven­händ­lern. An­de­re glau­ben, dass al­lein mehr als 20 Mil­lio­nen ver­sklav­te Afri­ka­ner durch die trans-​Sahara-​Route al­lein in die is­la­mi­sche Welt ge­bracht wur­den.

Dr. John Ae­m­bel­lah Azu­mah schrieb in sei­nem Buch von 2001, The Le­ga­cy of Arab-​Islam in Af­ri­ca dass über 80 Mil­lio­nen Schwar­ze un­ter­wegs star­ben.

castrated african guarding harem in tunis

2. Ara­bi­sche Ver­skla­ver prak­ti­zier­ten ge­ne­ti­sche Kriegs­füh­rung

Der ara­bi­sche Skla­ven­han­del be­schäf­tig­te sich ty­pi­scher­wei­se mit dem Ver­kauf von kas­trier­ten männ­li­chen Skla­ven. Schwar­ze Jun­gen im Al­ter von 8 bis 12 be­ka­men ih­re Ho­den und Pe­nis­se kom­plett am­pu­tiert und da­durch konn­ten sie sich nicht mehr fort­pflan­zen. Et­wa 6 von 10 Jun­gen ver­blu­te­ten im Ver­lau­fe die­ser Pro­ze­dur, ge­mäss man­chen Quel­len, doch der ho­he Preis, der für Eu­nu­chen auf dem Markt er­zielt wer­den konn­te, mach­te die­se Prak­tik pro­fi­ta­bel.

Ei­ni­ge Män­ner wur­den kas­triert, um Eu­nu­chen im Haus­dienst zu sein, und die Prak­tik der Kas­tra­ti­on männ­li­cher Skla­ven be­schränk­te sich nicht nur auf Schwar­ze Män­ner. „Der Ka­lif in Bagh­dad hat­te zu Be­ginn des 10. Jahr­hun­derts 7’000 schwar­ze Eu­nu­chen und 4’000 weis­se Eu­nu­chen in sei­nem Pa­last,” schreibt Au­tor Ro­nald Segal in sei­nem Buch Islam’s Black Slaves: The Other Black Dia­spo­ra von 2002.

Slavery memorial _Stone_Town

3. Ara­bi­scher Skla­ven­han­del in­spi­rier­te ara­bi­schen Ras­sis­mus ge­gen Schwar­ze

Es ist wich­tig zu be­ach­ten, dass Ara­ber kei­ne ras­si­sche Klas­si­fi­ka­ti­on ist; ein Ara­ber ist fast wie ein Ame­ri­ka­ner in­so­fern als ein Ara­ber heu­te ein Kau­ka­si­er (weis­se Men­schen), Asia­te oder so­gar ein ara­bi­sier­ter Afri­ka­ner sein kann. Am An­fang gab es ei­ne ge­wis­se Men­ge an ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt zwi­schen Schwar­zen und den hell­häu­ti­ge­ren Ara­bern. Je­doch, wäh­rend der Is­lam und der Be­darf für ver­sklav­te Schwar­ze wuchs, so wuchs auch der Ras­sis­mus ge­gen Afri­ka­ner.

Wäh­rend die As­so­zia­ti­on von schwar­zer Haut und Skla­ve sich bei­läu­fig eta­blier­te, be­gan­nen sich ras­sis­ti­sche Ein­stel­lun­gen ge­gen­über Schwar­zen in ara­bi­scher Spra­che und Li­te­ra­tur zu ma­ni­fes­tie­ren. Das Wort für Skla­ve – Abid – wur­de ein um­gangs­sprach­li­cher Aus­druck für Afri­ka­ner. An­de­re Wör­ter, wie Ha­ra­tin drü­cken so­zia­le Un­ter­le­gen­heit der Afri­ka­ner aus.
arabs enslaving african women as concubines

4. Ara­bi­sche Ver­skla­ver ha­ben Frau­en ge­zielt zur Ver­ge­wal­ti­gung vor­ge­se­hen

Der ost­ara­bi­sche Skla­ven­han­del ver­kauf­te pri­mär afri­ka­ni­sche Frau­en, im Ver­hält­nis von zwei Frau­en für je­den Mann. Die­se Frau­en und jun­gen Mäd­chen wur­den von Ara­bern und an­de­ren Asia­ten als Kon­ku­bi­nen und Dienst­bo­ten ge­hal­ten.

Ein mus­li­mi­scher Skla­ven­hal­ter war vom Ge­setz her be­rech­tigt, das se­xu­el­le Ver­gnü­gen mit sei­nen weib­li­chen Skla­ven ge­nies­sen zu dür­fen. Die Ha­rems wohl­ha­ben­der Ara­ber fül­lend, ge­ba­ren ih­nen die afri­ka­ni­schen Frau­en ei­ne Men­ge Kin­der.

Die­ser Miss­brauch afri­ka­ni­scher Frau­en dau­er­te un­ge­fähr 1’200 Jah­re an.

 

transatlantic slave trade

5. Ara­bi­scher Skla­ven­han­del  Slave Tra­de läu­te­te den eu­ro­päi­schen Skla­ven­han­del ein

Der ara­bi­sche Skla­ven­han­del im 19. Jahr­hun­dert war öko­no­misch Ver­bun­den mit dem eu­ro­päi­schen Han­del mit Afri­ka­nern. Neue Ge­le­gen­hei­ten der Aus­beu­tung er­ga­ben sich durch den trans­at­lan­ti­schen Skla­ven­han­del, und das hat die Ara­ber in den Schnell­gang ge­schal­tet.

Die Por­tu­gie­sen (an der Swahili-​Küste) pro­fi­tier­ten di­rekt und wa­ren für ei­nen Boom im ara­bi­schen han­del ver­ant­wort­lich. In der Zwi­schen­zeit fan­den die Por­tu­gie­sen ara­bi­sche Kauf­leu­te der gan­zen afri­ka­ni­schen Küs­te ent­lang bis zur Bucht von Be­nin ver­wur­zelt. Die­se eu­ro­päi­schen Ver­skla­ver fan­den, dass sie ei­ne be­trächt­li­che Men­ge Gold ver­die­nen konn­ten, wenn sie ver­sklav­te Afri­ka­ner ent­lang der At­lan­tik­küs­te von ei­nem Han­dels­pos­ten zum an­de­ren trans­por­tier­ten.

La_Vengeance_des_fils_dAntar6. Der ara­bi­sche Skla­ven­han­del lös­te ei­ne der gröss­ten Skla­ven­re­bel­lio­nen der Ge­schich­te aus

Die Zanj-​Rebellion fand in der Nä­he der Stadt Bas­ra statt, im heu­ti­gen Süd­irak, über ei­ne Pe­ri­ode von fünf­zehn Jah­ren (A.D. 869 bis 883). Der Auf­stand um­fass­te, so glaubt man, ver­sklav­te Afri­ka­ner (Zanj), do ur­sprüng­lich in der Ge­gend der afri­ka­ni­schen gros­sen Se­en und wei­ter süd­li­che­rer Ge­bie­te in Ost­afri­ka.

Grund­be­sit­zer aus Bas­ra hat­ten meh­re­re tau­send ost­afri­ka­ni­sche Zanj ins Land ge­holt, um die Salz­sümp­fe im Os­ten tro­cken­zu­le­gen. Die Grund­be­sit­zer zwan­gen die Zanj, die ge­ne­rell kein ara­bisch spra­chen, zu schwe­rer Skla­ven­ar­beit und ga­ben ih­nen nur mi­ni­ma­len Le­bens­un­ter­halt. Die har­te Be­hand­lung hat ei­nen Auf­stand ver­ur­sacht, der auf bis zu 500’000 ver­sklav­te und freie Män­ner über­schwapp­te, die aus dem gan­zen mus­li­mi­schen Reich im­por­tiert wor­den wa­ren.

arab slavery of africans

7. Ara­bi­sche Ver­skla­ver ver­mie­den es, die Schwar­zen den Is­lam zu leh­ren, um sie wei­ter­hin ver­skla­ven zu kön­nen

Laut ver­schie­de­nen His­to­ri­kern ver­bot der Is­lam, freie Mus­li­me zu ver­skla­ven, wes­halb es nicht im In­ter­es­se der ara­bi­schen Ver­skla­ver war, ver­sklav­te Afri­ka­ner zu ih­rer Re­li­gi­on zu kon­ver­tie­ren. Da die Kon­ver­tie­rung ver­sklav­ter Afri­ka­ner zu Mus­li­men ih­nen mehr Rech­te ge­ben und das po­ten­ti­el­le Re­ser­voir zu ver­skla­ven­der Men­schen re­du­zie­ren wür­de, hiel­ten sich die För­de­rer des Is­lam oft sehr da­mit zu­rück, Afri­ka­ner zu mis­sio­nie­ren.

Trotz­dem, wenn ein Afri­ka­ner zum Is­lam kon­ver­tier­te, dann wur­de ihm nicht die Frei­heit ga­ran­tiert, noch konn­te Frei­heit für sei­ne Kin­der dar­aus ab­lei­ten. Nur Kin­der ei­nes Skla­ven oder nicht-​muslimischen Kriegs­ge­fan­ge­nen konn­ten Skla­ven wer­den, nie­mals aber ein frei­ge­bo­re­ner Mus­lim.

African_slave_trade

8. Die Zeit­pe­ri­ode

Der ara­bi­sche Skla­ven­han­del war der längs­te, aber am we­nigs­ten dis­ku­tier­te der zwei gros­sen Skla­ven­han­del. Er be­gann im sieb­ten Jahr­hun­dert, als die Ara­ber und an­de­re Asia­ten in Nord- und Ost­afri­ka ein­fie­len un­ter dem Ban­ner des Is­lam. Der ara­bi­sche Han­del mit Schwar­zen in Süd­ost­afri­ka ist 700 Jah­re äl­ter als der eu­ro­päi­sche trans­at­lan­ti­sche Skla­ven­han­del. Ei­ni­ge Ge­lehr­te sa­gen, dass der ara­bi­sche Skla­ven­han­del in der ei­nen oder an­de­ren Form wei­ter­ging bis in die 1960er Jah­re, wo­ge­gen in Mau­re­ta­ni­en die Skla­ve­rei erst im Au­gust 2007 kri­mi­na­li­siert wur­de.

Antar ibn shaddad9. Der ara­bi­sche Skla­ven­han­del liess mehr Mo­bi­li­tät nach Oben zu als der eu­ro­päi­sche Skla­ven­han­del

Mo­bi­li­tät nach Oben in­ner­halb der Rei­hen der ara­bi­schen Skla­ven war nicht sel­ten. Ta­riq ibn Ziyad – der Spa­ni­en er­ober­te und nach dem Gi­bral­tar be­nannt ist – war ein Skla­ve des Emirs von If­ri­qiya, Musa bin Nusayr, der ihm die Frei­heit gab und ihn zum Ge­ne­ral sei­ner Ar­mee mach­te.

Sohn ei­ner ver­sklav­ten ethio­pi­schen Mut­ter, Ant­arah ibn Shad­dād, auch be­kannt als Ant­ar, war ein afro­ame­ri­ka­ni­scher Mann, der in Skla­ve­rei ge­bo­ren war. Er wur­de ein be­kann­ter Dich­ter und Krie­ger. Ex­trem vor­sich­tig in der Schlacht, ha­ben ihn His­to­ri­ker den „Va­ter von Rit­ter­tum …[und] Rit­ter­lich­keit” und „den Kö­nig der Hel­den” ge­nannt.

Die­se Art von Auf­wärts­mo­bi­li­tät gab es nicht im eu­ro­päi­schen Skla­ver­ei­sys­tem.

enslaved white women

10. Ara­bi­scher Skla­ven­han­del war nicht be­grenzt auf Afri­ka oder die Haut­far­be

Ei­ner der gröss­ten Un­ter­schie­de zwi­schen dem ara­bi­schen Skla­ven­han­del und dem eu­ro­päi­schen war, dass Ara­ber ih­re Skla­ven aus al­len ras­si­schen Grup­pen be­zo­gen. Wäh­rend des ach­ten und neu­ten Jahr­hun­derts des Fatimid-​Kaliphates wa­ren die meis­ten Skla­ven Eu­ro­pä­er (ge­nannt Saqa­li­ba), ge­fan­gen an eu­ro­päi­schen Küs­ten und wäh­rend Krie­gen.

Ab­ge­se­hen von je­nen afri­ka­ni­scher Her­kunft wur­den Men­schen ei­ner gan­zen Rei­he von Re­gio­nen in ara­bi­sche Skla­ve­rei ge­zwun­gen, ein­schliess­lich von me­di­ter­ra­nen Men­schen; Per­ser; Men­schen aus kau­ka­si­schen Berg­re­gio­nen (wie Ge­or­gi­en, Ar­me­ni­en und Tscher­kes­si­en) und Tei­len von Zen­tral­asi­en und Skan­di­na­vi­en; Eng­län­der; Nie­der­län­der und Iren; so­wie Ber­ber aus Nord­afri­ka.

 

1 Kommentar

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  1. René Fölsen

    Den Skla­ven­han­del gibt es in ara­bi­schen Län­dern auch Heu­te noch, ins­be­son­de­re Sex­skla­ven aus Ost­afri­ka, des­we­gen sind in Ke­nia „Agen­ten” aus zum an­wer­ben von Haus­mäd­chen ver­bo­ten. Wenn die Halb­werts­zeit er­reicht ist, wer­den die­se Frau­en ge­tö­tet.

  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Fak­ten über die ara­bi­sche Ver­skla­vung von schwar­zen Men­schen, die nicht in Schu­len ge­lehrt […]

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