«

»

“Das ist we­gen der Besatzung!”

Nisan Av­ra­ham, 24.10.2015, Times of Is­ra­el Blogs

Nisan Av­ra­ham ist ein is­rae­li­scher Staats­bür­ger, der in der IDF in der Golani-​Einheit ge­dient hat. Der­zeit ar­bei­tet er im Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um und stu­diert Volks­wirt­schafts­leh­re an der Uni­ver­si­tät von Tel Aviv. Er hat ein gros­ses In­ter­es­se an Po­li­tik und Wirt­schaft auf der gan­zen Welt, aber vor al­lem in Is­ra­el. Nisan ist auch ein lei­den­schaft­li­cher po­li­ti­scher Ak­ti­vist zu den The­men jü­di­sche Wohl­fahrt und LGBT und ist ein Ver­fech­ter des Fe­mi­nis­mus. Die po­li­ti­schen Nei­gun­gen Nis­ans sind zur Mit­te hin und er un­ter­stützt li­be­ra­le Politik.

Wenn wir die tie­fe Igno­ranz im Ver­ständ­nis des arabisch-​israelischen Kon­flik­tes ver­ste­hen wol­len, soll­ten wir den Tweet vom Ge­ne­ral­se­kre­tär der lin­ken Nicht-​Regierungsorganisation „Peace Now” aus Is­ra­el le­sen – von Ya­riv Op­pen­hei­mer auf sei­nem Twitter-​Profil. Er be­haup­tet, dass die jüngs­ten Ter­ror­an­schlä­ge von „Pa­läs­ti­nen­sern” ge­gen Is­rae­lis in den letz­ten Wo­chen we­gen der is­rae­li­schen „Be­sat­zung” sei­en. Die­ses Ar­gu­ment wird von vie­len Men­schen im Wes­ten, den Füh­rern, den Me­di­en und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen ak­zep­tiert, und ei­ni­ge von ih­nen den­ken so­gar, dass die Ak­tio­nen der „Pa­läs­ti­nen­ser” ge­recht­fer­tigt wer­den kön­nen. Er­heb­li­che Men­gen an west­li­chen Me­di­en wei­gern sich, die­se Ak­tio­nen Ter­ro­ris­mus zu nen­nen und sie zu ver­ur­tei­len; statt­des­se prä­sen­tie­ren die Me­di­en die Ter­ro­ris­ten als Op­fer. Mit an­de­ren Wor­ten, we­gen der „Un­ter­drü­ckung” der „Pa­läs­ti­nen­ser” durch Is­ra­el sind Ara­ber em­pört ge­gen die Ju­den und die­se An­grif­fe sind ein­fach Pro­tes­te. Die­se Be­haup­tun­gen sind lä­cher­lich und unbegründet.

Ich möch­te über den Pro­zess re­den, der in den 1920er Jah­ren be­gann und in den 1930er Jah­ren en­de­te, den Pro­zess der eth­ni­schen Säu­be­rung der Ju­den im Na­hen Os­ten von den ver­schie­de­nen ara­bi­schen ak­ti­ven Be­we­gun­gen seit dem Zwei­ten Welt­krieg und über die jü­di­schen Ge­mein­den in den is­la­mi­schen Län­dern. Es ist un­mög­lich, die­se Un­ter­drü­ckung auf die „Be­sat­zung” zu schie­ben, na­tür­lich ist das nicht mög­lich, son­dern es war pu­rer Hass und Ter­ror ge­gen Ju­den, weil es zu die­ser Zeit kei­ne „Be­sat­zung” gab. Ju­den leb­ten als ei­ne Min­der­heit, un­ter­drückt und ver­folgt, nicht nur wäh­rend des 20. Jahr­hun­derts, son­dern schon in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten seit Tau­sen­den von Jah­ren. Tö­tun­gen, Plün­de­run­gen und Ver­ge­wal­ti­gun­gen wa­ren ein Teil des Le­bens der jü­di­schen Ge­mein­den un­ter mus­li­mi­scher Herr­schaft, Po­gro­me ge­gen jü­di­sche Ge­mein­den in mus­li­mi­schen Län­dern wer­den nur sel­ten in der jü­di­schen His­to­rio­gra­phy er­wähnt. Es gab vie­le Po­gro­me ge­gen Ju­den in is­la­mi­schen Län­dern, zum Bei­spiel, um nur ei­ni­ge zu nen­nen, in den ers­ten Jah­ren des 20sten Jahr­hun­derts gab es ei­ne lan­ge Se­rie von Mor­den an den Ju­den von Ma­rok­ko – die Stadt Ta­za im Jahr 1903 (40 ge­tö­te­te), die Stadt Sta­tic 1907 (50 To­te) und Ca­sa­blan­ca im Jahr 1907 (30 To­te). Nur zum Ver­gleich wur­den in den Kischin­jow Po­gro­men, die in der jü­di­schen Ge­schich­te gut do­ku­men­tiert sind, 49 Ju­den ge­tö­tet. Viel­leicht ist für mich per­sön­lich das Schlimms­te ein Po­grom, wo mei­ne Gross­mut­ter an­we­send war – „Far­hud”: be­zieht sich auf das Po­grom oder „ge­walt­sa­me Ent­eig­nung” ge­gen die jü­di­sche Be­völ­ke­rung von Bag­dad, Irak bei dem 179 Ju­den im Jahr 1941 ge­tö­tet wur­den und 2’118 Ju­den ver­letzt, ein­schliess­lich mei­ner ei­ge­nen Gross­mut­ter. Die Mus­li­me, die in die­ser Zeit „Ju­den nach Pa­läs­ti­na” und „wir wol­len den Irak von Ju­den rei­ni­gen” schrien, jetzt, 80 Jah­re spä­ter, sa­gen die Mus­li­me jetzt, dass wir nichts mit „Pa­läs­ti­na” zu tun hät­ten, und es ist ih­nen ein Rät­sel, war­um wir hier sind.

Ich fra­ge mich, wo die­ser Ort ist? An dem, nach Mei­nung der Mus­li­me, wir le­ben können?

Die Ge­schich­te der Ju­den in is­la­mi­schen Län­dern wi­der­legt tat­säch­lich die Be­haup­tun­gen der Ara­ber, und nach ih­ren Be­haup­tun­gen war bis zum Zio­nis­mus „al­les in Ord­nung”; Ju­den leb­ten in Frie­den und Har­mo­nie un­ter mus­li­mi­scher Herr­schaft, be­haup­ten die „Pa­läs­ti­nen­ser”; der Zio­nis­mus ha­be den Kon­flikt er­zeugt. Nun, Zio­nis­mus war nicht das Pro­blem, son­dern die Lö­sung. Die Ju­den aus ara­bi­schen Län­dern sind meist Ju­den, die ge­zwun­gen wur­den, den Ort ih­rer Ge­burt und ih­res Le­bens zu ver­las­sen und wur­den zu Flücht­lin­gen oh­ne Ei­gen­tum, doch die Ju­den hat­ten das Glück, ei­nen Platz zu ha­ben, wo­hin sie ent­kom­men konn­ten – ei­ne na­tio­na­le Heim­stät­te für sich.

Al­so, was ha­ben wir?

Ter­ror ge­gen Ju­den oh­ne is­rae­li­sche „Be­sat­zung”, und der My­thos, dass Ju­den in Har­mo­nie und Frie­den in den mus­li­mi­schen Län­dern lebten.

Zur glei­chen Zeit der Po­gro­me ge­gen Ju­den in den ara­bi­schen Län­dern, war Amin al-​Husseini, ein pa­läs­ti­nen­si­scher na­tio­na­lis­ti­scher ara­bi­scher und mus­li­mi­scher Füh­rer im Man­dats­ge­biet Pa­läs­ti­na, ein Fa­na­ti­ker mit ins­ge­samt ideo­lo­gi­scher Grund­la­ge des re­li­giö­sen Fun­da­men­ta­lis­mus und recht ko­hä­rent. Er ent­wi­ckel­te schnell nicht nur die Über­zeu­gun­gen des An­ti­zio­nis­mus, son­dern war auch ein ex­trem an­ti­se­mi­tisch und er fing an, den Kon­flikt als ei­nen Re­li­gi­ons­krieg zu se­hen. Nach Hit­lers Auf­stieg zur Macht im Jah­re 1933 be­such­te er den Muf­ti von Je­ru­sa­lem, Mo­ham­med Amin al-​Husseini, Grün­der und Lei­ter der „pa­läs­ti­nen­si­schen Na­tio­nal­be­we­gung” beim neu­en deut­schen Kon­sul in Je­ru­sa­lem, und war der ers­te, um ihm zu gra­tu­lie­ren. Bei dem Tref­fen teil­te der Muf­ti ihm mit, dass die Mus­li­me in „Pa­läs­ti­na” und an­ders­wo das NS-​Régime in Deutsch­land be­grüs­sen, und sie hof­fen, dass das fa­schis­ti­sche und an­ti­de­mo­kra­ti­sche Re­gie­rungs­sys­tem sich in an­de­re Län­der aus­brei­te. Der Muf­ti und sein Ge­fol­ge drück­te sei­ne Be­wun­de­rung für Nazi-​Deutschland aus, we­gen der Ju­den­po­li­tik, und weil sie glaub­ten, Hit­ler wer­de ver­su­chen, die Ju­den in sei­nem Land aus­zu­lö­schen, sie ba­ten Hit­ler, ob er je­de Mög­lich­keit der Emi­gra­ti­on der deut­schen Ju­den nach „Pa­läs­ti­na” ver­hin­dern wür­de. Die­ses Tref­fen war der Be­ginn ei­ner wun­der­ba­ren Freund­schaft. Er brach­te den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in sein ei­ge­nes Land; Al-​Husseini or­ga­ni­sier­te die „Nazi-​Scouts”, ba­sie­rend auf der „Hitler-​Jugend.” Das Ha­ken­kreuz war ein will­kom­me­nes Sym­bol un­ter vie­len „Pa­läs­ti­nen­sern”. Er for­der­te den Ter­ro­ris­mus ge­gen Ju­den, wo­zu Al-​Husseini den WAQF und Waisenfonds-​Gelder be­nutz­te, um Ban­den von Mi­li­tan­ten zu re­kru­tie­ren, um jü­di­sche Sied­ler an­grei­fen. Zu Be­ginn wa­ren die Zie­le wehr­lo­se jü­di­sche Zi­vi­lis­ten in Kran­ken­häu­sern, Ki­nos, Häu­sern und Ge­schäf­ten. Die­sen folg­ten Streiks und La­den­schlies­sun­gen, da­nach Bom­ben­at­ten­ta­te auf bri­ti­schen Bü­ros. Von 1941 – 1944 leb­te Huss­ei­ni in Ber­lin, ne­ben Hit­ler und Eichmann.

Ei­gent­lich ganz zu schwei­gen von den Po­gro­men ge­gen die Ju­den in „Pa­läs­ti­na” (im Land Is­ra­el), wie bei­spiels­wei­se: Die ara­bi­sche Re­vol­te in „Pa­läs­ti­na” von 1936 bis 1939, und vie­le an­de­re, vor der Grün­dung des Staa­tes Is­ra­el, kön­nen wir ver­ste­hen und se­hen deut­lich das Ver­hal­ten und die Dis­kri­mi­nie­rung der Ju­den in der ara­bi­schen Welt, in „Pa­läs­ti­na” (im Land Israel).

Jetzt kön­nen wir an­neh­men, dass die „Pa­läs­ti­nen­ser” ei­ne „un­ter­drück­te Min­der­heit” sind, wie das der Glau­be vie­ler Eu­ro­pä­er und an­de­rer west­li­cher Län­der ist; das glei­che Eu­ro­pa, das die jü­di­schen Min­der­hei­ten ver­folg­te und er­mor­de­te im Lau­fe der Ge­schich­te, im Zwei­ten Welt­krieg wur­de Eu­ro­pa ein Fried­hof für Ju­den. Die Deut­schen und ih­re Ver­bün­de­ten in Chelm­no, Bel­zec, So­bi­bor, Treb­lin­ka, Ma­j­d­an­ek und Auschwitz-​Birkenau, ver­such­ten, Tau­sen­de von Jah­ren der Kul­tur­ge­schich­te zu ver­bren­nen. Selbst nach all dem ha­ben Ju­den nie Ter­ro­ris­ten nach Ber­lin oder Mün­chen oder in an­de­re Städ­te in Eu­ro­pa ge­schickt. Ju­den ha­ben noch nie deut­sche Tou­ris­ten in Is­ra­el an­ge­grif­fen, Deutsch­land ist ei­ner der bes­ten Ver­bün­de­ten Is­ra­els in die­ser Zeit, die bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen auf der Grund­la­ge ge­mein­sa­men Glau­bens, west­li­cher Wer­te, und die Zu­sam­men­ar­beit in wirt­schaft­li­chen und mi­li­tä­ri­schen Din­gen (Ex­por­te nach Deutsch­land be­tra­gen mehr als 6,8 Mrd. NIS). Ber­lin ist auch das be­lieb­tes­te Ziel für is­rae­li­sche Tou­ris­ten in Eu­ro­pa. Das is­rae­li­sche Bil­dungs­sys­tem hat den Schü­lern nie bei­ge­bracht, anti-​deutschen oder an­ti­eu­ro­pä­isch zu sein, im Ge­gen­satz zum „pa­läs­ti­nen­si­schen” Bil­dungs­sys­tem, das die Schü­ler da­zu bringt, an­ti­se­mi­tisch zu sein und wo sie mit Ter­ro­ris­mus und Ge­walt in­dok­tri­niert wer­den. Auch ha­ben Ju­den nie Ter­ro­ris­ten nach Lon­don ge­sen­det aus Ra­che für die bri­ti­sche Be­sat­zung im Land Is­ra­el, ha­ben die Ju­den nie bri­ti­schen Kin­dern, Frau­en oder Män­nern aus Trotz ge­scha­det; zio­nis­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben nur ge­gen die bri­ti­sche Ar­mee ge­kämpft um sich zu ver­tei­di­gen, um die Un­ab­hän­gig­keit zu er­hal­ten, ha­ben die Mehr­heit der Ju­den im Land Is­ra­el mit den Bri­ten zu­sam­men­ge­ar­bei­tet, weil sie wuss­ten, dass der Krieg nur zu ei­ner Ka­ta­stro­phe führt und nicht zur Freiheit.

Ei­gent­lich ba­sie­ren die Ter­ror­an­schlä­ge ge­gen is­rae­li­sche Zi­vi­lis­ten, die ge­gen­wär­tig pas­sie­ren und in der Ver­gan­gen­heit pas­siert sind, nicht dar­auf, was „pa­läs­ti­nen­si­sche” Lü­gen und Be­haup­tun­gen ent­spricht von we­gen Völ­ker­mord oder Un­ter­drü­ckung auf­grund der Re­li­gi­on. Die Ima­me ver­lan­gen und er­mu­ti­gen da­zu, Ju­den zu tö­ten, sie sind nicht be­reit, Ju­den auf dem Tem­pel­berg zu to­le­rie­ren, trotz der Tat­sa­che, dass im ver­gan­ge­nen Jahr 12’000 Ju­den den Tem­pel­berg be­sucht hat­ten, im Ver­gleich zu den drei­ein­halb Mil­lio­nen Mus­li­men; „Pa­läs­ti­nen­ser” und die ara­bi­schen Län­der den­ken, dass sie ei­ne Mo­no­pol­stel­lung und Kon­trol­le über die ver­schie­de­nen hei­li­gen Stät­ten und Or­te ha­ben. Die „Pa­läs­ti­nen­ser” mit ih­rer In­to­le­ranz und re­li­giö­sem Fa­na­tis­mus leh­nen es ab, in Je­ru­sa­lem zu ko­exis­tie­ren, die „Pa­läs­ti­nen­ser” ha­ben nichts aus der Ver­gan­gen­heit ge­lernt, Ge­walt, Ter­ro­ris­mus, re­li­giö­ser Ex­tre­mis­mus, Or­ga­ni­sa­tio­nen wie Ha­mas und Füh­rer wie Amin al-​Husseini, Ara­fat und Mah­mud Ab­bas ha­ben die „Pa­läs­ti­nen­ser” in die Wirk­lich­keit ge­führt, in der sie jetzt le­ben, und sie kön­nen im­mer die „Be­sat­zung” be­schul­di­gen, an­statt die wah­ren Täter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php