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Die Lü­gen und My­then der Antiisrael-​Leute

Da­vid Col­lier, 26.8.2015, david-collier.com

Wie vie­le Lü­gen und Ver­zer­run­gen kön­nen auf ei­nen ein­zi­gen Ar­ti­kel ver­teilt wer­den? Manch­mal, wenn man Ge­schich­ten über Is­ra­el liest, so lä­cher­lich das Netz auch ge­wo­ben wird, er­war­te ich ir­gend­wie Rod Ser­ling aus dem Off an­kün­di­gen, dass „ich durch ei­ne an­de­re Di­men­si­on un­ter­wegs bin”, be­glei­tet na­tür­lich von der klas­si­schen Twi­light Zo­ne Mu­sik im Hin­ter­grund.

Im Kern gibt es drei Ar­ten von Israel-​Hassern; die Ers­ten kom­men aus den ara­bi­schen Ge­mein­den, die Zwei­ten sind von Selbst­hass ge­trie­ben und die Drit­ten wer­den durch An­ti­se­mi­tis­mus ge­nährt. Aus­ser­halb die­ser drei Grup­pen und oh­ne den bren­nen­den Hass, die ih­re Feind­se­lig­keit an­treibt, gibt es ab­so­lut kei­nen lo­gi­schen Grund, Is­ra­el nicht zu mö­gen. Sie kön­nen ge­gen Tei­le der is­rae­li­schen Po­li­tik ein­ge­stellt sein, Sie kön­nen das ei­ne oder an­de­re is­rae­li­sche Es­sen nicht mö­gen, Ih­nen wird viel­leicht beim An­blick des Pre­mier­mi­nis­ters übel und Sie kön­nen so­gar glau­ben, dass das Wet­ter ei­nen Touch zu heiss ist für Sie; aber über die Gren­zen des Kon­flikts selbst und oh­ne den Hass auf Ju­den, soll­te Sie der tat­säch­li­che Staat Is­ra­el nicht wei­ter be­un­ru­hi­gen. Is­ra­el hat, nach fast al­len west­li­chen Stan­dards, viel be­wun­derns­wer­tes.

Ich bin Ju­de und die ge­gen­wär­ti­ge Sack­gas­se mit den Pa­läs­ti­nen­sern macht mich wü­tend. Wie vie­le Is­rae­lis glau­be ich per­sön­lich, ei­ne Zwei-​Staaten-​Zukunft sei die ein­zig gang­ba­re. Ich mag ei­ni­ges an der is­rae­li­schen Po­li­tik nicht, und kann ei­ni­ge is­rae­li­sche Po­li­ti­ker nicht aus­ste­hen und manch­mal wer­de ich wü­tend über Ak­tio­nen ex­tre­mis­ti­scher In­di­vi­du­en. Doch nichts da­von wür­de mich je­mals of­fen da­zu brin­gen, et­was an­de­res zu er­klä­ren, als, wenn Sie Frei­heit und Ge­rech­tig­keit zu schät­zen wis­sen, dann ist die ein­zi­ge Na­ti­on in der ge­sam­ten Re­gi­on, in der Sie sich je­mals zu Hau­se füh­len wür­den, Is­ra­el. Is­ra­el hat Feh­ler, ja, aber nicht mehr als Gross­bri­tan­ni­en oder die USA.

Doch in den letz­ten zehn Jah­ren oder so, an­ge­trie­ben durch ei­ne wach­sen­de anti-​westliche Kul­tur in un­se­ren De­mo­kra­ti­en, hat sich ein an­stei­gen­der An­ti­se­mi­tis­mus, der teil­wei­se ver­knüpft sein könn­te mit den neu­en De­mo­gra­phi­en und ei­nem deut­li­chen und ver­ständ­li­chen Un­be­ha­gen un­ter vie­len jü­di­schen Men­schen über den Sta­tus quo, hat sich die Art des Schimp­fens über Is­ra­el, die frü­her nur in den Fo­ren und Web­sites der Vorherrschaft-​der-​weissen-​Rasse an­zu­tref­fen war, in der Mainstream-​Gesellschaft aus­ge­brei­tet. Wäh­rend in der Ver­gan­gen­heit ein sol­cher Dis­kurs nie­der­ge­schrien, ver­höhnt und be­kämpft wur­de, so­bald er in die Kon­ver­sa­ti­on ein­ge­bracht wur­de, so wird der Kon­sens heu­te er­schüt­tert von ei­ner Flut von Ver­zer­run­gen und fa­bri­zier­ten My­then, die Is­ra­el in je­der vor­stell­ba­ren Hin­sicht ver­teu­feln.

Die­se My­then sind heu­te nicht nur of­fen­sicht­lich er­kenn­bar in den Schrif­ten von Selbst­has­sern oder ara­bi­schen ‚Aka­de­mi­kern’, son­dern man kann sie auch in den Nach­rich­ten der Mainstream-​Nachrichtenagenturen se­hen, die in den Krei­sen des lin­ken Flü­gels wie­der­ge­ge­ben und neu ver­packt wer­den, und na­tür­lich wild auf den Uni­ver­si­tä­ten ver­brei­tet wer­den. Sie hö­ren heu­te wahr­schein­lich ei­nen oder meh­re­re die­ser My­then als „Tat­sa­che” um fast je­den Kaf­fee­tisch her­um er­zählt. Mit Hil­fe ei­ner Stra­te­gie, die Go­eb­bels ”gros­se Lüge”-Prinzip folgt, wer­den die ab­sur­des­ten Eti­ket­ten an­ge­wen­det, ge­sche­hen die kühns­ten Neu­fas­sun­gen der Ge­schich­te und wer­den die Grund­ele­men­te der Lo­gik ver­wor­fen. Wenn Sie dar­an zwei­feln, ver­su­chen Sie mal zu er­klä­ren, wie LGBT-​Bewegungen sich ne­ben ei­ni­ge der ho­mo­phobs­ten Grup­pen der Er­de stel­len und sich auf­rei­hen ge­gen die ein­zi­ge Na­ti­on im Na­hen Os­ten, in der die ho­mo­se­xu­el­le Ge­mein­schaft frei le­ben kann. Was sie eint, ist ein­fa­cher, un­ver­nünf­ti­ger Hass, un­ter­stützt von ei­nem zit­tern­den Berg von Lü­gen.

Es geht nicht um po­li­ti­sche Mei­nung, es geht um Un­wahr­hei­ten, die ei­nen fes­ten Griff auf das Nar­ra­tiv neh­men und Is­ra­el bis zu dem Punkt ver­teu­feln, an dem so­gar ei­ni­ge treue An­hän­ger von Is­ra­el de­sen­si­bi­li­siert und un­fä­hig wer­den, zwi­schen Wahr­heit und My­thos zu un­ter­schei­den. Als ich al­so vor kur­zem ei­ne wei­te­re Rei­he von vom Hass ge­trie­be­nem Un­sinn ge­le­sen hat­te, dach­te ich, ich soll­te ein­fach mal die kras­ses­ten My­then und Ver­zer­run­gen ex­tra­hie­ren und sie reih­um adres­sie­ren.

(An­mer­kung: Ich be­ab­sich­ti­ge, die­se Lis­te zu er­wei­tern und nach­zu­füh­ren, wes­halb Sie sich bit­te frei füh­len, mich zu kon­tak­tie­ren, wenn Sie den­ken, ich hät­te et­was aus­ge­las­sen, das auch noch auf die Lis­te ge­hört)

Anti-​Zionist. Dass die­ser Be­griff zum ak­zep­ta­blen Dis­kurs ge­wor­den ist, ist an sich schon ei­ne be­ein­dru­cken­de Leis­tung. Is­ra­el exis­tiert und sei­ne 8 Mil­lio­nen Bür­ger wäh­len al­le in­ner­halb ei­ner li­be­ra­len De­mo­kra­tie. Die Mehr­deu­tig­keit des Be­griffs „Zio­nist” ist be­nutzt wor­den, ei­nen Teil der Des­in­for­ma­ti­ons­stra­te­gie zu ver­ber­gen. „Zio­nist” ist pri­mär falsch an­ge­wen­det wor­den, um ei­nen Sied­ler auf ei­nem Hü­gel zu be­schrei­ben, da­nach, nach­dem Wi­der­stand ge­gen „Zio­nis­ten” ent­stan­den ist, ist die­ser Wi­der­stand ge­gen je­den um­ge­lei­tet wor­den, der Is­ra­el un­ter­stützt. Weil das Wort „Zio­nis­mus” in sei­nem Her­zen für die Schaf­fung ei­ner Na­ti­on war, die heu­te exis­tiert, be­deu­tet ein Anti-​Zionist nicht ein Ent­ge­gen­stel­len ge­gen Sied­lun­gen oder für ein Frie­dens­ab­kom­men, son­dern es be­deu­tet ein­fach, dass Sie das En­de von Is­ra­el wol­len. Der An­ti­zio­nis­mus ist kei­ne pas­si­ve oder fried­li­che Be­we­gung, son­dern ist ein Ge­dan­ken­gang, der sich mit den ara­bi­schen Ar­me­en von 1948 aus­rich­tet und er wur­de ef­fek­tiv ob­so­let zwi­schen 1967 und 1973, als die­se Ar­me­en ei­ne to­ta­le mi­li­tä­ri­sche Nie­der­la­ge er­lit­ten. Zu sa­gen, Sie sei­en Anti-​Zionist ist, wie zu sa­gen, Sie wol­len Ame­ri­ka nie­der­reis­sen und durch et­was an­de­res er­set­zen. Es ist ein Eti­kett, das so­wohl bös­ar­tig als auch ab­surd ist. Theo­re­tisch ist es mög­lich, dass nicht je­der An­ti­zio­nist ein An­ti­se­mit ist, aber soll­te je­mand die USA aus­son­dern und de­mon­tie­ren wol­len, oh­ne ei­nen tief ver­wur­zel­ten, un­lo­gi­schen und per­sön­li­chen Hass ge­gen die­se ei­ne be­stimm­te Ein­heit zu ha­ben?

Apart­heid. De­fi­niert als ei­ne Po­li­tik oder ein Sys­tem von Se­gre­ga­ti­on und Dis­kri­mi­nie­rung aus Grün­den der Ras­se. Das bes­te Bei­spiel da­für war na­tür­lich Süd­afri­ka und es war der Er­folg des welt­wei­ten Boy­kotts ge­gen Süd­afri­ka, der die Ver­lo­ckung für ei­ne ab­sur­de Stra­te­gie der Um­kehr an­bot, wo­bei der Ver­gleich ein­fach am Er­folg der Anti-​Apartheid-​Kampagne fest­ge­macht wird. Es gibt ei­ne ein­fa­che und un­be­streit­ba­re Tat­sa­che, dass je­der in Is­ra­el wählt, was an sich schon völ­lig den Apartheid-​Mythos zer­streut; aber ge­hen wir noch ei­nen Schritt wei­ter. Neh­men wir als Bei­spiel zwei ara­bi­sche Brü­der, die im Jahr 1947 in Ak­ko leb­ten; doch dann, wäh­rend des Bür­ger­krie­ges 1948, den die ara­bi­sche Ab­leh­nung der Tei­lung ver­ur­sach­te, ver­liess der ei­ne die Re­gi­on, um dem Är­ger zu ent­flie­hen und der an­de­re nicht. Heu­te ist ei­ner die­ser Brü­der Is­rae­li, mit vol­ler Staats­bür­ger­schaft; der an­de­re ist ein Pa­läs­ti­nen­ser und lebt in ei­nem Flücht­lings­la­ger. Wie auch im­mer Sie dies be­trach­ten und was im­mer die­se bei­den Brü­der trennt, es kann nicht die Ras­se sein.

Boy­kott, Des­in­ves­ti­ti­on und Sanktionen-​Bewegung (BDS). Ei­ne Be­we­gung, die haupt­säch­lich in Eu­ro­pa und den USA die Men­schen da­von zu über­zeu­gen ver­sucht, Is­ra­el wirt­schaft­lich zu Fall zu brin­gen. Die drit­te Säu­le der BDS-​Bewegung for­dert ein En­de für den Staat Is­ra­el. Nicht Frie­den, nicht zwei Staa­ten, nicht ei­ne Ver­hand­lungs­lö­sung, son­dern die Zer­stö­rung ei­ner De­mo­kra­tie. Es ist ei­ne anti-​zionistische Be­we­gung, und da­her ist BDS das Äqui­va­lent ei­ner Be­la­ge­rungs­ma­schi­ne, ein­ge­setzt, um das Ziel auf­zu­wei­chen und schwie­ri­ge Be­fes­ti­gun­gen zu um­ge­hen. In sei­nem Her­zen ist es ei­ne an­ti­de­mo­kra­ti­sche, an­ti­se­mi­ti­sche Be­we­gung, die sich als Frie­dens­be­we­gung ver­packt hat, künst­lich ihr Image sanf­ter macht, wo not­wen­dig, um ihr ex­tre­mis­ti­sches Ziel zu för­dern. BDS braucht Mas­sen­an­klang, um über­haupt et­was zu be­wir­ken, wes­halb sie li­be­ra­le Be­we­gun­gen in Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka ver­seucht, in­dem die BDS-​Bewegung ei­ne all­ge­mein an­spre­chen­de Spra­che in Be­zug auf das Völ­ker­recht, Men­schen­rech­te und uni­ver­sel­le Ge­rech­tig­keit ver­wen­det. In Wahr­heit be­deu­ten die­se Be­grif­fe BDS nichts und „uni­ver­sel­le Ge­rech­tig­keit” ist ein Quatsch-​Label. Dies sind le­dig­lich Werk­zeu­ge, die ver­wen­det wer­den, um ge­nü­gend Un­ter­stüt­zung zu gal­va­ni­sie­ren für ih­re ex­tre­mis­ti­sche Ideo­lo­gie. Ma­chen Sie kei­nen Feh­ler in Sa­chen BDS, die jüngs­ten Er­eig­nis­se in Spa­ni­en ha­ben deut­lich ge­macht, wie trü­ge­risch und ge­fähr­lich BDS ist; der Boy­kott ei­nes Ame­ri­ka­ners, der Ju­de war, der Treue zu Pa­läs­ti­na zu ver­kün­den sich wei­ger­te, soll­ten Alarm­si­gna­le aus­sen­den an die Zu­stän­di­gen je­des ein­zel­ne Un­ter­neh­mens und je­der ein­zel­nen Uni­ver­si­tät, die die BDS-​Argumente in ih­ren Mau­ern für hof­fä­hig ge­hal­ten ha­ben. Es war kein Ur­teils­feh­ler, es war ei­ne ver­rut­schen­de Mas­ke, Ei­ne Ver­schie­bung von BDS vom Boy­kott an Is­ra­el zum Boy­kott je­ner, die Is­ra­el un­ter­stüt­zen. Die­ser Akt al­lein soll­te je­den da­zu brin­gen, ihr den Rü­cken zu keh­ren. Es er­in­nert an dunk­le Zei­ten in der Ge­schich­te der Mensch­heit, als auch Mei­nun­gen ein Ver­bre­chen wa­ren. Es gibt kei­ne Ent­schul­di­gung für die­se Be­we­gung, noch Raum für sie in ei­nem ge­sun­den Dis­kurs. Is­ra­el ist nicht Süd­afri­ka und es gibt Na­tio­nen, die in die­ser Welt Men­schen­rech­te miss­brau­chen, die wirk­lich ei­nen Boy­kott ver­dient ha­ben. Durch ih­re ei­ge­nen Hand­lun­gen hat BDS be­wie­sen, dass sie in ih­rer Na­tur so­wohl un­ver­schämt an­ti­se­mi­tisch als auch bös­ar­tig fa­schis­tisch ist.

Blo­cka­de von Ga­za. Die An­schul­di­gung ge­gen Is­ra­el ist his­to­risch pro­ble­ma­tisch und je tie­fer man gräbt, des­to mehr lässt sich die An­ge­le­gen­heit ent­wir­ren. Um dies zu kom­pen­sie­ren, schaf­fen Re­vi­sio­nis­ten im­mer wie­der neue Mei­len­stei­ne, um zu be­haup­ten, dass der Kon­flikt weit spä­ter be­gon­nen ha­be, als er es tat oder um die Auf­merk­sam­keit weg­zu­len­ken von der ei­gent­li­chen Ur­sa­che. Die Blo­cka­de von Ga­za ist ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für die­se Stra­te­gie, weil sie auf ei­nen all­ge­mein be­klatsch­ten, ein­sei­ti­gen Rück­zug Is­ra­els aus dem ge­sam­ten Ga­za­strei­fen folg­te, die auch die schmerz­haf­te und in­tern ent­zwei­en­de Zer­stö­rung al­ler is­rae­li­schen Sied­lun­gen dort ein­schloss. Was Is­ra­el den Pa­läs­ti­nen­sern gab, war ei­ne Chan­ce, was Is­ra­el im Ge­gen­zug be­kam, war ei­ne von Ter­ro­ris­ten be­trie­be­ne En­kla­ve, die zur Zer­stö­rung Is­ra­els auf­ruft. Es war nicht ein­mal Is­ra­el, son­dern das Quar­tett (USA, UdSSR, UN und EU), die kon­ti­nu­ier­li­che Un­ter­stüt­zung der Ha­mas un­ter An­er­ken­nung frü­he­rer Ver­ein­ba­run­gen ge­währ­leis­te­te. Die Blo­cka­de von Ga­za ist ein Er­geb­nis, des­sen, dass sich die Ha­mas wei­ger­te, sich an Ver­ein­ba­run­gen zu hal­ten und dann mit Ra­ke­ten auf Is­ra­el zu feu­ern und ei­ni­ge Wa­ren­lie­fe­run­gen ein­ge­schränkt zu be­kom­men, um ih­re Fä­hig­keit ein­zu­schrän­ken, sich zu be­waff­nen. Wir al­le wis­sen, was das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich tun wür­de, wenn tau­sen­de Ra­ke­ten auf Ports­mouth und Sout­hamp­ton nie­der­gin­gen und die Be­woh­ner des Sü­dens von Eng­land ge­zwun­gen wür­den, Mo­na­te­lang in­ner­halb und aus­ser­halb von Schutz­räu­men zu ver­brin­gen. Die ein­fa­che Wahr­heit ist, dass, wenn die Ha­mas auf­hör­te, in Hass und Krieg zu in­ves­tie­ren, und statt­des­sen in Bil­dung und Woh­nungs­bau zu in­ves­tie­ren be­gän­ne, dann gä­be es we­der ei­ne ‚Be­la­ge­rung’, noch ei­nen Ga­za­kon­flikt.

Da­hiya Dok­trin. Ab­ge­se­hen von viel­leicht ‚Shock and Awe’, kann je­mand ei­ne Mi­li­tär­dok­trin der USA oder Gross­bri­tan­ni­en nen­nen? Ich bin si­cher, dass sie exis­tie­ren, aber wir hö­ren ein­fach nie et­was von ih­nen. Es gibt wahr­schein­lich so­gar ein­ge­mot­te­te Plä­ne be­züg­lich mög­li­cher Kon­flikt Gross­bri­tan­ni­ens mit Frank­reich im Fal­le ei­ner UdSSR-​Invasion, ob­wohl ich be­zweif­le, dass ir­gend je­mand be­haup­ten wür­de, dass sie heu­te noch re­le­vant sind. ‚Da­hiya’ war ei­ne Mi­li­tär­dok­trin im Jahr 2006, vor­ge­schla­gen von ei­nem is­rae­li­schen Ge­ne­ral, Ga­di Ei­zen­kot, wäh­rend des Krie­ges im Li­ba­non. In der Theo­rie war ihr Ziel, Ter­ro­ris­ten da­von ab­zu­schre­cken, zi­vi­le Ge­bie­te als Mi­li­tär­zo­nen zu nut­zen. Sie ist theo­re­tisch an­wend­bar im Li­ba­non, wo die His­bol­lah aus­ser­halb des na­tio­na­len In­ter­es­ses han­delt, oh­ne die Zu­sam­men­ar­beit der Mehr­heit der Bür­ger und in ei­ner weit grös­se­ren mi­li­tä­ri­schen Are­na. Is­ra­el ist seit 2006 auch in je­dem Kon­flikt der An­wen­dung der „Dahiya-​Doktrin’ be­schul­digt wor­den, ob­wohl Ga­za nicht Li­ba­non ist und das is­rae­li­sche Mi­li­tär mehr als fä­hig ist, kon­flikt­spe­zi­fi­sche Stra­te­gi­en zu schaf­fen. Die Wiki-​Seite über die­se Dok­trin ist nicht mehr als ei­ne Zu­sam­men­stel­lung von nicht-​militärischen, anti-​israelischen Au­to­ren, die Zi­ta­te aus Zeit und Kon­text reis­sen und ver­su­chen, sie auf Is­ra­els Ak­tio­nen in Ga­za zu über­tra­gen. Der ein­zi­ge Grund, wes­halb die­se Dok­trin Sen­de­zeit be­kommt, ist, weil sie da­zu be­nutzt wer­den kann, Is­ra­el zu be­schmie­ren.

Ein­staa­ten­lö­sung. Ein Auf­ruf zur Zer­stö­rung des Staa­tes Is­ra­el. Ver­steckt hin­ter ei­ner Fas­sa­de des Rufs nach Gleich­heit ist die Ein­staa­ten­lö­sung die­sel­be ara­bi­sche Ver­wei­ge­rung, die das gan­ze Pro­blem über­haupt erst ver­ur­sach­te. Iro­ni­scher­wei­se wur­de die Par­ti­ti­on nur we­gen des hef­ti­gen ara­bi­schen Wi­der­stands ge­gen jü­di­sche Prä­senz in ei­nem Ein­staa­ten­sze­na­rio über­haupt als Lö­sung vor­ge­schla­gen. Dies ist kein Auf­ruf zum Frie­den, son­dern zum Krieg. die Ein­staa­ten­lö­sung zu un­ter­stüt­zen ist wie ei­ne Uni­form in Nas­sers ägyp­ti­scher Ar­mee zu tra­gen und in den Krieg ge­gen Is­ra­el zu mar­schie­ren. Es ist der Schrei je­der ara­bi­sche Ar­mee, die Is­ra­el an­ge­grif­fen hat, um es zu zer­stö­ren.

Eth­ni­sche Säu­be­rung. Der Vor­wurf, Is­ra­el be­trei­be ‚eth­ni­sche Säu­be­rung’ an den Pa­läs­ti­nen­sern ist ein Spie­gel­bild der Wahr­heit. Die Ab­sicht ist es, den Ho­lo­caust zu schmä­lern und auch zu fol­gern, dass die Ju­den die neu­en Na­zis sind. Die Vor­wür­fe sind ab­surd. Von al­len Na­tio­nen im Na­hen Os­ten ge­nies­sen nur Is­ra­els Min­der­hei­ten Schutz und ge­dei­hen, wäh­rend Min­der­hei­ten in den Nach­bar­län­dern ver­folgt wer­den. Die Wahr­heit ist, dass wäh­rend im Jahr 1947 ei­ne Mil­li­on Ju­den in ara­bi­schen Län­dern leb­ten, es heu­te dort jetzt kei­ne mehr gibt. Eth­ni­sche Säu­be­run­gen in die­sem Kon­flikt funk­tio­nie­ren nur in ei­ne Rich­tung.

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Eth­no­kra­tie. Ein Un­sinns­be­griff, er­fun­den vor et­wa 20 Jah­ren als Stock, um da­mit Is­ra­el zu prü­geln. Wie die meis­ten Be­grif­fe die­ser Art ist er in glei­cher Wei­se über­all an­wend­bar (Die Mon­ar­chie und Aris­to­kra­tie in Gross­bri­tan­ni­en, zum Bei­spiel), wur­de aber in ei­ner Art und Wei­se de­fi­niert, um ei­nen un­heim­li­chen Ton zu schaf­fen, der im­pli­ziert, dass Is­ra­el nicht wirk­lich de­mo­kra­tisch ist. Un­glück­li­cher­wei­se für die Schöp­fer von Be­grif­fen wie die­sen ist Is­ra­el frei und de­mo­kra­tisch; und an­ge­sichts der Un­ter­drü­ckung, die Min­der­hei­ten in der gan­zen Welt er­lei­den, ist dies kaum mehr als ei­ne an­ti­zio­nis­ti­sche Pseudo-​Wissenschaft.

Ex­pan­sio­nis­tisch. Fak­ten kom­men anti-​israelischen Fik­tio­nen im­mer in den Weg und dies ist ein wei­te­rer häu­fig ver­wen­de­ter Be­griff, um Is­ra­el zu be­schrei­ben, der völ­lig fehl am Plat­ze ist. Is­ra­el hat Land für Frie­den mit Ägyp­ten ab­ge­tre­ten und Land ein­sei­tig dem Li­ba­non und den Pa­läs­ti­nen­sern über­las­sen (um im Ge­gen­zug Ter­roren­kla­ven zu er­hal­ten). Es hat auch mehr­fach bei meh­re­ren Ge­le­gen­hei­ten fast die gan­ze West­bank den Pa­läs­ti­nen­sern an­ge­bo­ten. Die Kar­ten, die wir häu­fig se­hen, die das ‚ex­pan­sio­nis­ti­sche Is­ra­el’ zei­gen, sind ab­sicht­lich ver­zerrt, um ei­ne Propaganda-​Mission zu er­fül­len, sie igno­rie­ren, dass die Pa­läs­ti­nen­ser nie staat­li­ches Land be­ses­sen ha­ben und sie ha­ben we­nig Re­le­vanz für Ge­schich­te oder Wahr­heit. Der Be­griff wird heu­te falsch auf ei­nen Grenz­streit an­ge­wandt mit dem, was aus Man­gel an ei­ner ge­mäs­sig­ten ara­bi­schen Po­si­ti­on ein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat hät­te sein sol­len. Wie­der ein­mal sind dies nur Ver­su­che, glo­ba­le Übel wie die UdSSR oder Na­zis mit ei­nem win­zi­gen Fle­cken in ei­nem win­zi­gen Stück Land zu ver­bin­den. Wenn Is­ra­el nicht be­tei­ligt wä­re, wür­de sich nie­mand da­für in­ter­es­sie­ren.

Ex­zep­tio­na­lis­mus. Im We­sent­li­chen ist al­lein auf Is­ra­el ein­zu­prü­geln ein un­er­klär­li­ches Hob­by, es sei denn An­ti­se­mi­tis­mus ist dar­an be­tei­ligt. So­bald die an­ti­se­mi­ti­sche Be­we­gung hübsch be­schich­tet ist und sich rich­tig ver­mark­tet, wie BDS, kann sie An­hän­ger ge­win­nen, die nicht ver­dor­ben sind durch An­ti­se­mi­tis­mus, und so fal­sche Glaub­wür­dig­keit ge­win­nen. Doch für die Skep­ti­ker wür­de die Fra­ge: „War­um Is­ra­el?” blei­ben, und um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, gibt es ei­nen wach­sen­den Trend, Is­ra­el als ver­schie­den zu mar­kie­ren, um ir­gend­wie zu er­lau­ben, es von den üb­ri­gen Na­tio­nen ab­zu­son­dern und zum Ziel­ob­jekt zu ma­chen. Die vor kur­zem ab­ge­sag­te Southampton-​Konferenz wur­de tat­säch­lich „Völ­ker­recht und der Staat Is­ra­el: Le­gi­ti­mi­tät, Ver­ant­wor­tung und Ex­zep­tio­na­lis­mus” be­ti­telt. Die­ses „Exzeptionalismus”-Argument wird in bei­de Rich­tun­gen ge­baut, was so­wohl meint, Is­ra­el glau­be, es sei über­le­gen (und sich selbst da­her über dem Ge­setz plat­zie­rend), als auch dass es mit Re­spekt be­han­delt wird (da­her dar­auf hin­deu­tend, es brau­che Be­we­gun­gen, um die Un­fair­ness zu be­sei­ti­gen). Es ist ein bril­lant kon­stru­ier­tes Strohmann-​Argument zur wei­te­ren De­le­gi­ti­ma­ti­on Is­ra­els und um von Vor­wür­fen des An­ti­se­mi­tis­mus ab­zu­len­ken. Es ist ein Eti­kett, das an­deu­tet, dass die Ur­sa­che für al­les Is­ra­els Über­le­gen­heits­kom­plex sei, und schlägt vor, west­li­che Schuld we­gen des Ho­lo­causts ha­be zu­ge­las­sen, dass Is­ra­el mit dem dä­mo­ni­schen Zu­stand da­von kommt; es ist ein aus­ge­zeich­ne­tes Bei­spiel da­für, wie Is­ra­el zum Ju­den der Welt ge­wor­den ist.

Flücht­ling. Wenn je das Wort „Ex­zep­tio­na­lis­mus” prä­zi­se an­ge­wen­det wer­den könn­te, so wür­den die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge Sie­ger sein. Nie in der Ge­schich­te die­ser Welt ist so viel ge­tan wor­den, die Flücht­lings­ei­gen­schaft zu ver­ewi­gen. Der Pro­zess der Re­pli­ka­ti­on der jü­di­schen Po­si­ti­on durch erst ein­mal Schaf­fung ei­ner pa­läs­ti­nen­si­schen „Dia­spo­ra”, und dann an­zu­deu­ten, dass sie ei­nen Ho­lo­caust er­lebt, ist Teil der Stra­te­gie des an­ti­is­rae­li­schen La­gers. Die­ser Kon­flikt wür­de heu­te nicht ein­mal exis­tie­ren, wenn die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge wie al­le Flücht­lin­ge im Lau­fe der Ge­schich­te be­han­delt wor­den wä­ren. Kön­nen Sie sich das Camp in Ca­lais vor­stel­len, wo noch in 70 Jah­ren die Gross­enkel von de­nen le­ben, die dort der­zeit im La­ger sind? Die Ur­sa­che für das Flücht­lings­pro­blem war die Wei­ge­rung der Ara­ber, die Si­tua­ti­on zu nor­ma­li­sie­ren, und Ge­ne­ra­tio­nen von Men­schen wur­den von den Füh­rern aus­ver­kauft, die sie als po­li­ti­sche Schach­fi­gu­ren be­nutzt ha­ben und die Sack­gas­se erst er­schu­fen, in­dem sie ih­nen ver­spra­chen, sie könn­ten ir­gend­wann nach Hau­se ge­hen. Die Ab­sur­di­tät, in drit­ter Ge­ne­ra­ti­on im Li­ba­non ge­bo­ren und Flücht­ling ge­nannt zu wer­den, wird nur von der Idee ge­schla­gen, dass ein Pa­läs­ti­nen­ser in Pa­läs­ti­na auch ein Flücht­ling sein kann. Die Kehr­sei­te der Me­dail­le ist hier, dass mehr jü­di­sche als ara­bi­sche Flücht­lin­ge durch den Kon­flikt ge­schaf­fen wur­den, die vor Ver­fol­gung flo­hen oder aus ara­bi­schen Län­dern ver­trie­ben wur­den; aber al­le die­se Flücht­lin­ge wur­den von Is­ra­el auf­ge­nom­men, das ih­nen Staats­bür­ger­schaft ge­währ­te. Ein ef­fek­ti­ver Aus­tausch der Be­völ­ke­rung, hät­te die ara­bi­sche Sei­te nicht die Tü­ren ver­rie­gelt und die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge in La­gern plat­ziert.

Frie­dens­hin­der­nis. Das gröss­te Hin­der­nis für den Frie­den ist im­mer et­was, was Is­ra­el ent­we­der ge­tan oder nicht ge­tan hat. Im Rück­blick auf die letz­ten drei Jahr­zehn­te könn­te ich ei­ne lan­ge und be­deu­tungs­lo­se Lis­te von his­to­ri­schen An­schul­di­gun­gen über et­was auf der is­rae­li­schen Sei­te an­le­gen, was das „gröss­te Hin­der­nis für den Frie­den” sei. Vom Sied­lungs­bau, zum Bau ei­ner Mau­er, bis zu schlech­ten Ent­schei­dun­gen bei Wah­len; ein nie en­den wol­len­der Strom an lee­ren und sinn­lo­sen Mahn­fin­gern. Aus­ser, dass es auch hier ei­ne ein­fa­che Tat­sa­che gibt, die die­ser gan­zen Übung im Weg steht; zwi­schen 1949 und 1967 war je­der Zoll der West­bank und im Ga­za­strei­fen, je­der Flücht­ling, je­der Pa­läs­ti­nen­ser, nicht un­ter is­rae­li­scher Kon­trol­le. Es gab kei­ne Check­points, kei­ne Mau­ern, kei­ne Be­sat­zung und kei­ne Sied­lun­gen. Zwi­schen 1949 und 1967 konn­ten die Ara­ber mit die­sen Län­dern und den Men­schen ganz ge­nau das tun, was sie woll­ten; und sie ta­ten nichts an­de­res, als For­de­run­gen zu stel­len über das win­zi­ge Stück Land in jü­di­schen Hän­den. In­ner­halb die­ser Zeit fin­den wir die nack­te Wahr­heit über den ge­sam­ten pa­läs­ti­nen­si­schen An­spruch. Nicht ein Flücht­ling wur­de un­ter­ge­bracht, Fa­mi­li­en wur­den nicht re­pa­tri­iert und ein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat wur­de nicht de­kla­riert. Das ein­zi­ge, was von In­ter­es­se war, war das Land, das die Ju­den ihr ei­gen nann­ten. Das ist das wah­re „gröss­te Hin­der­nis”, es ist ei­ne of­fen­kun­di­ge Tat­sa­che, an die man sich im­mer dann er­in­nern soll­te, wenn man wie­der mit Un­sinn bom­bar­diert wird, und bis sich in die­ser Kern­fra­ge et­was än­dert, ist es un­wahr­schein­lich, dass Frie­den kom­men wird.

Ha­mas. Die­se Ter­ror­grup­pe hat als ex­pli­zi­te Zie­le die Zer­stö­rung Is­ra­els und ei­nen Krieg ge­gen Ju­den. Ich brau­che ih­re Ge­schich­te nicht zu wie­der­ho­len und wie die Hamas-​Charta der Phan­ta­sie we­nig Spiel­raum über­lasst, je­der, der sie ver­tei­digt oder sich mit ih­nen an­freun­det, schliesst ei­nen Pakt mit dem Teu­fel aus rei­nem Hass auf Is­ra­el. Es gibt kei­nen an­de­ren Grund, sich mit ei­ner Grup­pe zum Abend­essen hin­set­zen, die Frei­heit, Frau­en, Ju­den, Chris­ten, Sä­ku­la­ris­mus und Ho­mo­se­xu­el­le hasst, wäh­rend sie is­la­mi­sche Er­obe­rung und Herr­schaft sucht. Ha­mas sind ei­ne Haupt­ur­sa­che für die wäh­rend des Oslo-​Prozesses auf­ge­tre­te­nen Pro­ble­me und ha­ben im­mer wie­der al­le Be­mü­hun­gen be­kämpft, ein Frie­dens­ab­kom­men zu er­rei­chen. Wenn Is­ra­el nicht be­tei­ligt wä­re, wür­den sie all­ge­mein als Pa­ri­as be­trach­tet, wie Al Kai­da und Daesh. Sel­be Sei­te der Me­dail­le.

Hannibal-​Direktive. Schein­ba­re is­rae­li­sche Armee-​Richtlinie für den Fall der Ge­fan­gen­nah­me ei­nes Sol­da­ten. Da Kon­flik­te sich ver­än­dert ha­ben und die meis­ten Krie­ge auf der Welt heu­te asym­me­trisch sind, be­schäf­tigt sich je­de Ar­mee mit der Fra­ge der Gei­sel­nah­men. Es ist nicht über­ra­schend, dass die ein­zi­ge Ar­mee der Welt mit ei­ner ei­ge­nen Wiki-​Seite über die­ses The­ma die is­rae­li­sche ist. Es ist ein wei­te­rer je­ner Be­grif­fe, die falsch ver­wen­det wer­den, um an­zu­deu­ten, dass Is­ra­el kei­nen Wert auf das Le­ben un­schul­di­ger Zi­vi­lis­ten gä­be, und Is­ra­el wur­de be­schul­digt, sie wäh­rend des 2014er Israel/​Gaza-​Konfliktes ein­zu­set­zen, als die IDF an­ge­nom­men hat­te, dass Ha­dar Gol­din ge­fan­gen ge­nom­men wor­den war. Was ge­sche­hen ist oder nicht, ist nicht re­le­vant für die­je­ni­gen, die die Bot­schaft ei­nes ‚Mas­sa­kers’ ver­brei­ten, das ist es nie. Ih­nen ist nur wich­tig, dass es ei­ne Ge­le­gen­heit gibt, Is­ra­el zu be­schul­di­gen und vor kur­zem gab es ei­nen Ver­such, die­ses Er­eig­nis noch wei­ter auf­zu­bla­sen. Schliess­lich ent­wi­ckelt sich ein Er­eig­nis, das nichts als ein blu­ti­ger An­griff ge­gen Is­ra­el war, wei­ter in ei­ne Folk­lo­re dar­über, wie Is­ra­el bru­tal gan­ze Dör­fer er­mor­det.

Has­ba­ra Krie­ger. Je­der, der et­was leicht pro-​israelisches auf ir­gend ei­nem Fo­rum oder Social-​Media ge­schrie­ben hat, wird ir­gend­wann ‚Hasbara-​Krieger’ oder ‚Tas­ta­tur­krie­ger’ ge­nannt. Es ist ein Ver­such, je­de vom pa­läs­ti­nen­si­schen Nar­ra­tiv ab­wei­chen­de Mei­nung zu de­le­gi­ti­mie­ren, in­dem dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass al­ler sol­cher Wi­der­stand von der is­rae­li­schen Re­gie­rung be­zahlt wird, weil kein ver­nünf­ti­ger Mensch wirk­lich Is­ra­el un­ter­stüt­zen kön­ne. Al­le paar Jah­re tau­chen Be­rich­te auf, dass Is­ra­el Geld in­ves­tiert um sei­ne schlech­te PR zu ver­bes­sern, und die­se Be­rich­te wer­den da­zu ver­wen­det, na­he zu le­gen, dass das ge­sam­te Pro-​Israel-​Lager be­zahlt wird, und dass Räu­me vol­ler Stu­den­ten hek­tisch pro-​israelische Bot­schaf­ten schrei­ben. Es liegt ech­te Iro­nie in je­dem der tau­sen­den ge­fälsch­ter Kon­ten, die da­für ein­ge­rich­tet wur­den, an­ti­is­rae­li­sche Pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten, ei­nen ar­men Schrei­ber­ling zu be­schul­di­gen, ein be­zahl­ter Die­ner des Mos­sad zu sein. Es gibt we­nig Zwei­fel dar­an, dass das anti-​israelische La­ger weit bes­ser or­ga­ni­siert und viel mehr künst­lich auf­ge­bla­sen ist, als al­les, was zur Un­ter­stüt­zung von Is­ra­el er­scheint.

Khazar-​Theorie. Ei­ne der ein­falls­rei­che­ren und fan­ta­sie­vol­le­ren My­then der anti-​israelischen Men­ge ist die Idee, dass die eu­ro­päi­schen Ju­den über­haupt kei­ne Se­mi­ten sei­en, son­dern nichts als die Nach­kom­men sind von ei­ner Hand­voll Kon­ver­ti­ten vor über 1200 Jah­ren aus ei­nem Ge­biet in Süd-​Russland. Die­ses be­ein­dru­cken­de Stück ei­nes schö­nen An­griffs ver­sucht, die ge­sam­te Idee zu be­sei­ti­gen, dass die Ju­den an das Land Is­ra­el über­haupt ir­gend­wel­che Bin­dun­gen ha­ben, und statt­des­sen na­he zu le­gen, dass die Pa­läs­ti­nen­ser die wah­ren Nach­kom­men der bi­bli­schen Ju­den und die ein­zig wah­ren ‚Se­mi­ten’ sind. We­nig über­ra­schend ist dies ein wei­te­res Stück Un­sinn mit ei­ner ei­ge­nen Wiki-​Seite, und es ist schwie­rig, den an­ti­se­mi­ti­schen Cha­rak­ter ei­ner Be­haup­tung über­zu­be­wer­ten, die kei­ne wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge hat, son­dern al­le Zu­ta­ten ei­ner Ver­schwö­rungs­theo­rie, und die ver­sucht, ef­fek­tiv die Ju­den ih­rer ei­ge­nen ein­zig­ar­ti­gen Iden­ti­tät zu ent­klei­den. Es gibt we­nig, an­de­re zu mo­ti­vie­ren, ei­ne solch lä­cher­li­che Vor­stel­lung wie die­se zu ver­dau­en, aus­ser klas­si­schem An­ti­se­mi­tis­mus und ob ei­ni­ge Leu­te in der Ge­gend von Süd-​Russland zum Ju­den­tum kon­ver­tiert ha­ben oder ob nicht, ist Ir­rele­vant. Das Gan­ze ist ab­surd.

Land­raub. Ei­ner der gros­sen Hand­strei­che des ma­gi­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Nar­ra­tivs steckt in den Sta­tis­ti­ken in Be­zug auf den Land­raub der Pa­läs­ti­nen­ser, von dem sie be­haup­ten, dass er im Jahr 1948 statt­ge­fun­den ha­be. Nach die­sem Mär­chen hät­ten vor dem Bür­ger­krieg die Ju­den nur et­wa 7% des Lan­des im Be­sitz ge­habt, wäh­rend die an­de­ren 93% oder so pa­läs­ti­nen­si­sches Ge­biet ge­we­sen war, das dann von den Ju­den ge­stoh­len wur­de, was es nicht war. Das meis­te Land war da­mals Staats­land ge­we­sen, an die bri­ti­sche Zi­vil­ver­wal­tung über­ge­ben nach dem Zu­sam­men­bruch der os­ma­ni­schen Kon­trol­le. Staat­li­cher Land­be­sitz wur­de nie von je­man­dem ge­stoh­len, schon gar nicht von den Pa­läs­ti­nen­sern, die jetzt be­haup­ten, es in ih­rem Be­sitz zu ha­ben, son­dern es wur­de von ei­nem kon­trol­lie­ren­den Staat an den nächs­ten über­ge­ben. An­de­res Land wur­de von ab­we­sen­den Guts­be­sit­zern jü­di­schen Käu­fern ver­kauft, was ver­gleich­bar ist mit der Si­tua­ti­on, wenn ein ge­mie­te­tes Haus von ei­nem neu­en Ei­gen­tü­mer ge­kauft wird, der es nicht mehr ver­mie­ten will (was viel­leicht ein mo­ra­li­sches Di­lem­ma schafft, aber kein ju­ris­ti­sches). Wie die meis­ten My­then die­ser Art ist er Teil ei­ner Stra­te­gie, die die Exis­tenz ei­nes frucht­ba­ren und wohl­ha­ben­den pa­läs­ti­nen­si­schen Staa­tes bis et­wa 1947 im­pli­ziert, als ei­ne In­va­si­on der eu­ro­päi­schen Ju­den sie al­le aus dem Land warf. Es ist al­les Fan­ta­sie und die ge­sam­te Be­haup­tung rei­ne Pro­pa­gan­da.

Mau­er (auch il­le­ga­le Mau­er und Apart­heid­mau­er). Oft als Be­weis zi­tiert, dass Apart­heid exis­tiert, ist die Mau­er nicht mehr als ei­ne Gren­ze. Und die Leu­te ver­ges­sen, wann und war­um sie ge­baut wur­de. Vor der zwei­ten In­ti­fa­da gab es kei­ne Mau­er und es war nur we­gen der kon­ti­nu­ier­li­chen In­fil­tra­tio­nen von Ter­ro­ris­ten, die in Is­ra­el Grau­sam­kei­ten be­ge­hen, dass ei­ne Lö­sung für das Pro­blem ge­sucht wur­de. Die Mau­er war die­se Lö­sung und der Er­folg der Stra­te­gie in der Rück­gang der Zahl der Selbst­mord­an­schlä­ge in den Re­gio­nen hin­ter der Mau­er ist of­fen­sicht­lich. Es ist im­mer wich­tig, sich an die Grün­de zu er­in­nern, wes­halb Er­eig­nis­se auf­tre­ten und die Rei­hen­fol­ge, in der sie auf­ge­tre­ten sind. Wenn es kei­ne zwei­te In­ti­fa­da und kei­ne Selbst­mord­an­schlä­ge ge­ge­ben hät­te, dann wä­re die Mau­er nie ge­baut wor­den. Den Bau der Mau­er auf ei­ne Po­li­tik an­zu­wen­den, die nicht da­mit zu­sam­men­hängt, dass Is­ra­el schlicht und ein­fach das Le­ben sei­ner Bür­ger ver­tei­digt, ist schlicht und ein­fach Pro­pa­gan­da.

Der Plan Da­let. Wahr­schein­lich der äl­tes­te der mi­li­tä­ri­schen Be­grif­fe, die aus dem Kon­text her­aus­ge­nom­men und da­zu be­nutzt wur­den, Is­ra­el hin­ter­her zu re­den, dass es mit hin­ter­häl­ti­ger Ab­sicht ar­bei­te. Er wird als Be­weis für ei­ne Master-​Strategie der eth­ni­schen Säu­be­rung 1948 be­nutzt und in der Re­gel von fal­schen Zi­ta­ten von Ben Gu­ri­on und an­de­ren be­glei­tet, die in kei­nem Zu­sam­men­hang mit dem Bür­ger­krieg ste­hen. Es ist ei­ne ab­so­lu­te Neu­de­fi­ni­ti­on der Ge­schich­te. Zum ei­nen ist der Na­me selbst, „Plan Da­let”, ein­fach „Plan D”, was die Exis­tenz und mög­li­ches Ver­sa­gen von Plä­nen A, B & C im­pli­ziert. Der Plan selbst wird aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen und lässt an­neh­men, dass die Ju­den da­mals al­les der­mas­sen un­ter Kon­trol­le hat­ten, dass sie mit fins­te­ren Ab­sich­ten zu­sam­men­sit­zen konn­ten, um Plä­ne zu ma­chen über die best­mög­li­che Art und Wei­se, die Pa­läs­ti­nen­ser aus der Re­gi­on zu ent­fer­nen. Die Wahr­heit ist, dass im Früh­jahr 1948 ara­bi­sche Frei­schär­ler be­reits in bri­ti­sches Man­dats­ge­biet in­fil­triert hat­ten und der Kampf um das Über­le­ben des jü­di­schen Staa­tes be­reits be­gon­nen hat­te. Je­ru­sa­lem stand un­ter Be­la­ge­rung und jü­di­sche Streit­kräf­te ver­lo­ren in meh­re­ren Be­rei­chen an Bo­den, wo­bei Kon­vois, die durch ara­bi­sche Städ­te fah­ren muss­ten, be­son­ders an­fäl­lig wa­ren. Bis März wa­ren fast al­le ge­pan­zer­ten Fahr­zeu­ge der jü­di­schen Sei­te zer­stört. Es ent­fal­te­te sich ein Kampf um die Exis­tenz, der in ei­nem ein­zi­gen Jahr pro­por­tio­nal mehr Ju­den das Le­ben kos­te­te, als das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich in den 7 Jah­ren des 2. Welt­krie­ges ver­lor. Nur schon zu be­gin­nen, an­zu­neh­men, dass der Plan Da­let mehr war als ei­ne mi­li­tä­ri­sche Stra­te­gie des Über­le­bens, ent­wi­ckelt, dem jü­di­schen Staat zu hel­fen, in ei­nem ver­zwei­fel­ten Kampf um sei­ne Exis­tenz we­ni­ger Bo­den zu ver­lie­ren, wirft den Kon­text völ­lig aus dem Fens­ter.

Post­ko­lo­nia­lis­mus­theo­rie. Ei­ne wei­te­re fal­sche aka­de­mi­sche Übung, um Is­ra­el zu de­le­gi­ti­mie­ren. Der Ver­such, die­se Stu­die de fac­to mit Is­ra­el zu ver­bin­den be­deu­tet, dass Is­ra­el ein Land der eu­ro­päi­schen Ko­lo­nis­ten ist. Sie ist da­her fin­giert. Da­von ab­ge­se­hen, dass fast al­le Na­tio­nen in der Re­gi­on Schöp­fun­gen sind von fran­zö­si­schen und bri­ti­schen Künst­lern mit ei­ner Kar­te des Os­ma­ni­schen Rei­ches und ei­nem Filz­stift, stammt die über­wie­gen­de Mehr­heit der Men­schen, die in Is­ra­el le­ben, aus der Re­gi­on. Mei­ne Frau, ei­ner Mut­ter ge­bo­ren, die vor ma­rok­ka­ni­scher Ver­fol­gung ge­flo­hen ist, und ei­nem Va­ter, der aus Ägyp­ten ver­trie­ben wur­de, ist Teil von zwei Fa­mi­li­en, die seit Jahr­tau­sen­den in der Re­gi­on ge­lebt ha­ben.

Post-​Zionist. Dies ist ein Be­griff, der ab­sicht­lich fins­te­re Ab­sicht hin­ter ei­ner Spra­che der Lie­be ver­birgt. Der Be­griff selbst im­pli­ziert, dass der Zio­nis­mus, ei­ne Be­we­gung der jü­di­schen Selbst­be­stim­mung, sei­ne Ver­wirk­li­chung im Jahr 1948 er­reich­te. Da die Ju­den jetzt ei­ne Na­ti­on ha­ben, gibt es Raum für „Post-​Zionismus”, oder ei­ne Be­we­gung, die vor­schlägt, Is­ra­el müs­se sich mit dem, was „Nach-​dem-​Zionismus” kom­me, be­fas­sen. Das ein­zi­ge Pro­blem da­bei ist na­tür­lich, dass es rei­ner Mum­pitz ist. Zio­nis­mus, wie De­mo­kra­tie, hat kei­ne Be­deu­tung, wenn er nicht ab­so­lut und ewig ist. Sie kön­nen nicht ei­ne Wahl ab­hal­ten, be­haup­ten, Sie sind jetzt „de­mo­kra­tisch” und ei­ne „post­de­mo­kra­ti­sche” Zeit auf­zu­bau­en ver­su­chen, von der man an­nimmt, dass Sie Ih­re De­mo­kra­tie nicht län­ger brau­chen. Das ist die Ab­sicht hin­ter den Post-​Zionisten, das En­de des Zio­nis­mus, das En­de der jü­di­schen Selbst­be­stim­mung. Sie kön­nen kein Post-​Zionist sein, oh­ne das Rück­kehr­recht der Pa­läs­ti­nen­ser zu un­ter­stüt­zen und ei­ne Ein­staa­ten­lö­sung. Als sol­ches ist es ein­fach An­ti­zio­nis­mus mit net­te­rem Mar­ken­na­men.

Den Ra­sen mä­hen. Noch so ein Be­griff, der na­he le­gen will, dass Is­ra­el ab­sicht­lich den Kon­flikt sucht und dar­auf be­dacht ist, Tod und Zer­stö­rung zu ver­brei­ten. Die­ser ist dop­pelt un­heim­lich, weil durch die Ver­wen­dung der Spra­che im­pli­ziert wird, Is­ra­el kön­ne das so ein­fach tun, wie man ei­ne Auf­ga­be im Gar­ten durch­führt. Manch­mal, bei Phra­sen wie die­ser, kann ei­ne his­to­ri­sche Su­che auf Goog­le zei­gen, wie der Be­griff sich aus­brei­te­te und die ers­te Er­wäh­nung Is­ra­els mit dem Satz „den Ra­sen mä­hen” war ein Ar­ti­kel über ei­nen mög­li­chen An­griff ge­gen den Iran in der New Re­pu­blic im Jahr 2009 und ein Re­por­ter hat­te den Aus­druck als Be­schrei­bung ge­wählt. Es dau­er­te bis 2012, dass der Be­griff be­nutzt zu wer­den be­gann in Be­zug auf ge­ziel­te Tö­tun­gen in Ga­za (Tö­tung ei­nes be­stimm­ten Ter­ro­ris­ten) und ei­nem Be­richt vom März 2012 in der Elec­tro­nic In­ti­fa­da, der ei­nen Re­por­ter der Je­ru­sa­lem Post zi­tiert, der den Be­griff ver­wen­det, deut­lich das ers­te Mal, dass ei­ne Web­site da­von ge­hört hat­te. Ei­ne wei­te­re Re­fe­renz von 2012 ist ein US-​Think-​Tank, der den Be­griff in Be­zug auf Ga­za ver­wen­det. Wenn Sie se­hen möch­ten, wie ein sol­cher Be­griff in das Sys­tem ein­ge­führt wird, stellt das MERIP-​Stück im De­zem­ber 2012 ein aus­ge­zeich­ne­tes Bei­spiel dar. Hier be­haup­tet der Au­tor, der Be­griff sei so­gar breit be­nutzt wor­den wäh­rend der vor­he­ri­gen Kam­pa­gne im Jahr 2009 (ob­wohl es ab­so­lut kei­ne ak­tu­el­len Re­fe­ren­zen gibt), ver­linkt auf Ar­ti­kel, die sei­ne Be­haup­tung nicht stüt­zen, und run­det ab durch ein ein­zi­ges Bei­spiel von ei­nem viel spä­te­ren Zi­tat von je­man­dem, der noch nicht ein­mal Is­rae­li ist. Bis zum Jahr 2014 war je­doch der Be­griff in anti-​israelischen Krei­sen so­weit ent­wi­ckelt, na­he zu le­gen, dass Is­ra­el glaubt, dass es den ge­sam­ten Ga­za­strei­fen al­le 2 Jah­re glät­ten muss, und des­halb auch für die Um­stän­de sor­gen muss, da­mit es das auch tun kann; Zei­tun­gen wie The In­de­pen­dent be­rich­ten heu­te, dass es in is­rae­li­schen Mi­li­tär­krei­sen üb­lich sei, so zu spre­chen. Ich stel­le mir vor, dass es nicht zu lan­ge dau­ern wird, bis wir ei­ne Wiki-​Seite ha­ben, die sich der „Gar­ten­leh­re” wid­met, die im De­tail ei­ne ge­hei­me Mi­li­tär­dok­trin be­schreibt, die nach 2000 To­ten al­le 24 Mo­na­ten ver­langt. Geist be­täu­bend.

Ras­sis­tisch. Ein wei­te­rer Be­griff, der Fehl am Plat­ze ist und wahr­schein­lich das am meis­ten über­stra­pa­zier­te Wort un­se­rer Ge­ne­ra­ti­on. Is­ra­el ist wahr­schein­lich die ein­zi­ge Na­ti­on in der ge­sam­ten Re­gi­on, die nicht ras­sis­tisch ist und es ist si­cher­lich die ein­zi­ge Na­ti­on in der Re­gi­on, die je­dem ein­zel­nen Bür­ger ei­ne Stim­me gibt und die sei­ne Min­der­hei­ten durch die stren­ge An­wen­dung der Gleich­stel­lungs­ge­set­ze schützt. Das Ziel die­ses Be­griffs ist na­tür­lich die jü­di­sche Mehr­heit und es scheint, dass je­der Na­ti­on der Ge­nuss ei­nes Mehr­heits­sta­tus er­laubt ist, aus­ser den Ju­den in Is­ra­el. Na­tür­lich gibt es Ras­sis­ten in Is­ra­el, so wie es Ras­sis­ten in Gross­bri­tan­ni­en oder den USA gibt, doch Is­ra­el als Na­ti­on ist so­we­nig ras­sis­tisch wie Gross­bri­tan­ni­en ein ras­sis­ti­scher Staat ist. Die an­de­re Ver­wen­dung des Rassismus-​Etiketts ist die An­nah­me, „Zio­nis­mus ist Ras­sis­mus”, ei­ne Be­haup­tung, die uns in die dun­kels­ten Ta­ge der UNO-​Geschichte zu­rück bringt. Zu sug­ge­rie­ren, Ras­sis­mus sei Zio­nis­mus be­deu­tet, *aus­schliess­lich* den Ju­den das Recht der na­tio­na­len Iden­ti­tät weg­zu­neh­men. Sind Ju­den die ein­zi­gen Men­schen, de­nen kei­ne Be­we­gung der Selbst­be­stim­mung er­laubt ist? Se­hen Sie sich an, was der Zio­nis­mus auf den Stras­sen von Is­ra­el ist; Ju­de, Ara­ber, weiss, schwarz, al­le le­ben als gleich­be­rech­tig­te Bür­ger in ei­nem frei­en de­mo­kra­ti­schen Staat. Das ist der Zio­nis­mus und die Be­haup­tung, dass das ras­sis­tisch sei, ist nur ein wei­te­rer lee­rer Schmutz­strei­fen, der nur bei sol­chen Men­schen an Zug­kraft ge­winnt, die nicht an der Wahr­heit in­ter­es­siert sind.

Rück­kehr­recht. Der all­ge­gen­wär­ti­ge Ver­trags­bre­cher und die heim­tü­cki­sche For­de­rung der Anti-​Israel-​Leute. In ei­nem Zweistaaten-​Szenario wer­den sich Flücht­lin­ge in den ara­bi­schen Län­dern in ih­rem neu­en Land an­sie­deln, oder wenn sie sich da­für ent­schei­den, keh­ren sie in den neu­en Staat Pa­läs­ti­na zu­rück. Zwei Staa­ten für zwei Völ­ker. Dies ist je­doch nicht das Recht auf Rück­kehr. Das RaR ist ein An­spruch, un­ter­stützt von ei­ner 66 Jah­re al­ten Re­so­lu­ti­on, dass die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge das Recht ha­ben sol­len, dort­hin zu­rück­zu­keh­ren, wo sie oder ih­re Vor­fah­ren vor dem Bür­ger­krieg ge­lebt hat­ten. We­gen der Ab­sur­den erb­li­chen Na­tur des pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lings­sta­tus geht ih­re Zahl jetzt in die Mil­lio­nen. Des­halb ist ei­ne Zwei­staa­ten­lö­sung, die das RaR ent­hält, in der Tat ein Auf­ruf zu zwei pa­läs­ti­nen­si­schen Staa­ten; ein Pa­läs­ti­na, das ju­den­rein sein muss und ein Is­ra­el, das Mil­lio­nen von Pa­läs­ti­nen­sern auf­neh­men müss­te. Men­schen, die ei­ne Zwei­staa­ten­lö­sung zu un­ter­stüt­zen be­haup­ten, aber auch das Rück­kehr­recht pu­shen, ar­bei­ten ab­sicht­lich auf ein Patt hin.

Sied­ler­ko­lo­ni­sa­ti­on. Ei­ne wei­te­re die­ser fal­schen so­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen Ide­en, die von ei­ni­gen Wis­sen­schaft­lern auf Is­ra­el ge­scho­ben wird, die ih­re per­sön­li­che Feind­schaft ih­rer For­schung im Weg ste­hen las­sen. Die ur­sprüng­li­che Wiki-​Seite über Sied­ler­ko­lo­ni­sa­ti­on hat Is­ra­el jah­re­lang nicht ein­mal er­wähnt, und es war erst spä­ter, dass die anti-​israelische Men­ge an­fing, ih­re Pro­pa­gan­da im gan­zen Web zu ver­brei­ten, in­dem al­le be­kann­ten Ver­leum­dun­gen ge­gen Is­ra­el ver­brei­tet wur­den, in der Hoff­nung, dass ei­ni­ge da­von haf­ten blei­ben wür­den. Die­se Stra­te­gie funk­tio­nier­te und die be­vor­ste­hen­de Ver­an­stal­tung an der Uni­ver­si­tät von Exe­ter ver­wen­det dies als Fo­kus für die ge­sam­te Schein­kon­fe­renz. Die gan­ze Idee, dass Ju­den ir­gend­wie in Is­ra­el Ko­lo­nis­ten sind, ist ab­surd. Wenn nicht den Ju­den, wem wür­de die­ses Land ir­gend et­was be­deu­ten? Es ist ein ein­fa­cher Akt der De­le­gi­ti­mie­rung in ei­nem Ver­such, die Ver­bin­dung zwi­schen Ju­den und dem Land auf­zu­bre­chen, um das ge­sam­te Kon­zept von Is­ra­el zu schwä­chen. Es ist ra­di­ka­ler Un­sinn, dem so­wohl die Ge­schich­te als auch die Lo­gik je­de Ba­sis ent­zieht.

Sied­lun­gen. Wenn je­des Mal, wenn ein Be­richt her­aus­kommt, der an­deu­tet, dass Is­ra­el neue Sied­lun­gen baut, Is­ra­el die­se tat­säch­lich bau­en wür­de, dann gä­be es be­reits Mil­lio­nen von Sied­lern in der West­bank. Es ist ein sehr emo­tio­na­les The­ma und ei­nes, das leicht ver­dreht wer­den kann, um fal­sche Ein­drü­cke zu schaf­fen. Die Mehr­heit der Be­richt­erstat­tung zum The­ma ist ent­we­der sehr vor­ein­ge­nom­men oder gänz­lich un­wis­send über die Rea­li­tä­ten, mit ver­schie­de­nen Be­rei­chen, die un­ter­schied­li­che The­men und völ­lig ge­trenn­te Ar­gu­men­te her­vor­brin­gen. Ein wei­te­rer gros­ser Trick nennt je­des Ge­bäu­de ei­ne Sied­lung, und ich ha­be vie­le Be­rich­te ge­se­hen, die be­haup­ten, Is­ra­el baue Hun­der­te von ‚neu­en Sied­lun­gen’. Ef­fek­tiv ist dies ein Grenz­streit we­gen der ara­bi­schen Ab­leh­nung der Tei­lung im Jah­re 1947 und der stän­di­gen ge­walt­tä­ti­gen Ab­leh­nung von Is­ra­el. Zwi­schen 1949 und 1967 kon­trol­lier­te Jor­da­ni­en die West­bank und seit 1967 hat Is­ra­el die Kon­trol­le. Ich bin nicht hier, um ei­ne po­li­ti­sche Hal­tung ein­zu­neh­men, aber ich kann zwi­schen Sied­lungs­ge­bie­ten un­ter­schei­den, weil das so­wohl die Is­rae­lis als auch die Pa­läs­ti­nen­ser wäh­rend der Ver­hand­lun­gen ge­tan ha­ben. Ei­ni­ge der wich­tigs­ten Sied­lun­gen be­fin­den sich in Blö­cken, die an Is­ra­el an­gren­zen und die wahr­schein­lich in je­dem Frie­dens­ab­kom­men bei Is­ra­el blei­ben. Wenn das ge­ge­ben ist und mit der ak­zep­tier­ten For­mel re­zi­pro­ken Land­tauschs, soll­te das Bau­en in­ner­halb die­ser Städ­te von mo­de­ra­ten Pa­läs­ti­nen­sern nicht als feind­li­cher Sied­lungs­bau be­trach­tet wer­den. Wenn die­se Städ­te mit dem Bau­en auf­hö­ren, hö­ren sie auf zu funk­tio­nie­ren (wie je­de Stadt, die nicht bau­en kann, nicht mehr funk­tio­nie­ren wird). Es gibt kei­nen Zu­sam­men­hang oder kei­ne Wahr­heit in den Ar­gu­men­ten, die Sied­lungs­tä­tig­keit be­trach­ten, als ob al­les ei­ne ein­zi­ge Sa­che wä­re; ei­ne Bi­blio­thek oder ei­ne neue Grund­schu­le in ei­ner Stadt mit 15’000 Ein­woh­nern ne­ben Je­ru­sa­lem zu bau­en, soll­te nicht in ei­ner feind­li­chen Art und Wei­se be­rich­tet wer­den. Das hys­te­ri­sche Krei­schen, das auf­tritt, wenn Is­ra­el mit ei­nem sol­chen Un­ter­neh­men be­ginnt, ist ein­fach Be­weis für die Stär­ke der anti-​israelischen Pro­pa­gan­da.

Uni­ver­sel­le Ge­rech­tig­keit. Ei­ne der wich­tigs­ten For­de­run­gen von Grup­pen wie BDS. An der Ober­flä­che ist es ein ver­lo­cken­der und fried­li­cher Aus­druck; was kann denn schon falsch sein an Ge­rech­tig­keit für al­le? Aus­ser dass der Be­griff eben nicht Ge­rech­tig­keit für al­le for­dert, son­dern „pa­läs­ti­nen­si­sche Ge­rech­tig­keit” oder „Ge­rech­tig­keit für die Pa­läs­ti­nen­ser”. Be­ach­ten Sie, wie Grup­pen wie BDS nicht nach Frie­den ru­fen, son­dern nach Ge­rech­tig­keit, und in die­se For­de­rung ste­cken sie das Ziel ih­rer Be­we­gung wie die Zer­stö­rung von Is­ra­el. Nur durch die Ent­fer­nung Is­ra­els von der Land­kar­te kön­nen die Pa­läs­ti­nen­ser die „Ge­rech­tig­keit” er­hal­ten, nach der sie sich seh­nen. „Uni­ver­sel­le Ge­rech­tig­keit” ist ein ein­sei­ti­ger Un­sinn, las­sen Sie sich al­so nicht täu­schen, wenn Sie es hö­ren; es ist ein Auf­ruf zu ei­nem En­de ei­ner li­be­ra­len De­mo­kra­tie und ei­ne Ver­wei­ge­rung von Rech­ten der acht Mil­lio­nen Bür­ger, die dort frei wäh­len.

UNO-​Resolutionen. Kein Ar­gu­ment über Is­ra­el ist je­mals kom­plett oh­ne die An­schul­di­gung, dass Is­ra­el mehr UNO-​Resolutionen igno­rie­re als je­de an­de­re Na­ti­on. Die ein­fa­che Tat­sa­che ist, es ist wahr. Aber war­um ei­gent­lich ver­brin­gen die Ver­ein­ten Na­tio­nen so viel Zeit auf Is­ra­el, war­um er­he­ben sie For­de­run­gen an Is­ra­el, die sie ge­gen­über kei­ner an­de­ren Na­ti­on er­he­ben, und war­um mes­sen sie Is­ra­el an Stan­dards, die sie von nie­mand an­de­rem ein­zu­hal­ten er­war­ten? Ef­fek­tiv ist die UNO zwi­schen dem Be­ginn des Kal­ten Krie­ges und dem Fall der Ber­li­ner Mau­er zur Gei­sel der so­wje­ti­schen und der ara­bi­schen Blö­cke ge­wor­den. Wäh­rend die­ser Zeit sa­hen wir die be­rüch­tig­te „Zio­nis­mus ist Rassismus”-Resolution (spä­ter auf­ge­ho­ben). Seit 1989 hat sich die Si­tua­ti­on ein we­nig ver­bes­sert, aber die UNO ist noch im­mer ein­fach ei­ne Sum­me ih­rer Tei­le und so lan­ge, wie Des­po­ten die Kon­trol­le über gros­se Tei­le der Welt ha­ben, kann der Ver­ei­nig­te Kör­per, der al­le Na­tio­nen dar­stellt, nicht mehr sein als ein Ven­til für die Feind­schaf­ten und Wün­sche je­ner Des­po­ten. Der an­de­re Grund, war­um die UNO auf Is­ra­el her­um­hackt, ist, weil das Flücht­lings­pro­blem ein haus­ge­mach­tes Pro­blem der UNO ist und viel­leicht ist es auch fair, zu ar­gu­men­tie­ren, dass die UNO den Tei­lungs­plan hät­te durch­set­zen sol­len. Seit 40 Jah­ren er­leich­tert die UNO be­wusst die Per­p­etu­ie­rung des Kon­flikts und es ist un­wahr­schein­lich, dass sie je­mals ih­re Rol­le im Cha­os ak­zep­tiert. Als sol­che muss sie wei­ter­hin die Li­nie durch­zu­drü­cken ver­su­chen, die sie seit über 60 Jah­ren durch­zu­set­zen sich be­müht, un­ab­hän­gig da­von, wie man­gel­haft und lä­cher­lich die­se Po­si­ti­on ist.

UNRWA. Das In­stru­ment, durch das die Ara­ber den Kon­flikt fort­set­zen. UNRWA ist die Krea­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen und durch ih­ren ver­län­ger­ten Arm liegt die ge­sam­te Flücht­lings­kri­se auch vor der Tür der UNO. Ei­ne Agen­tur, er­stellt, nicht um das Flücht­lings­pro­blem zu lö­sen, son­dern um zu ge­währ­leis­ten, dass die­se Leu­te Flücht­lin­ge blei­ben. UNRWA er­stell­te so­gar ei­ne spe­zi­el­le De­fi­ni­ti­on für die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge, um es Nach­kom­men zu er­mög­li­chen, auf­ge­nom­men zu wer­den. Die an­de­re Ab­sur­di­tät in der spe­zi­el­len De­fi­ni­ti­on der UNRWA ist die „2 Jahre-​Regel”, nach der je­der­mann, des­sen re­gu­lä­rer Le­bens­raum seit Ju­ni 1946 in Pa­läs­ti­na war, plötz­lich als pa­läs­ti­nen­si­scher Flücht­ling an­ge­se­hen wur­de. Wenn Sie die üb­len Aus­wir­kun­gen die­ses Punk­tes wirk­lich ver­ste­hen wol­len, über­den­ken Sie fol­gen­des. Ein jü­di­scher Mann, ge­bo­ren 1929 in He­bron in ei­ner Fa­mi­lie, die für 1000e von Jah­ren dort ge­lebt hat­te, ist jetzt ein „ko­lo­nia­ler Sied­ler” auf pa­läs­ti­nen­si­schem Land, wäh­rend ein Mi­grant aus dem Irak, der her­ge­kom­men ist, um für 24 Mo­na­te in Pa­läs­ti­na zu ar­bei­ten, ein ver­trie­be­ner Flücht­ling ist, dem das Land Pa­läs­ti­na zu­rück­ge­ge­ben wer­den muss. Das ist das Gift der Ver­ein­ten Na­tio­nen und der UNRWA, das in den Kon­flikt ein­ge­spritzt wur­de. Lan­ge in­fil­triert und ge­steu­ert durch is­rael­feind­li­che Grup­pen, ist UNWRA ein Feind für je­den, der ei­ne fai­re und ge­rech­te Lö­sung sucht.

Ver­trei­bung. Das ‚Lieblings’-Ereignis der anti-​israelischen Men­ge ist die an­ge­nom­me­ne „Ver­trei­bung” im Jahr 1948 von zwi­schen 600- 700’000 ara­bi­schen Be­woh­nern in Pa­läs­ti­na. In fast al­ler Li­te­ra­tur, die das pa­läs­ti­nen­si­sche Nar­ra­tiv vor­an­treibt, wur­den all die­se Men­schen ge­walt­sam ver­trie­ben. Wenn es Ak­zep­tanz gibt dar­über, dass ei­ni­ge frei­wil­lig ge­gan­gen sind, dann wird be­haup­tet, dass sie das aus Angst ge­tan hät­ten nach dem Mas­sa­ker von De­ir Yas­sin am 9. April 1948. Die Wahr­heit ist, wie die meis­ten Er­eig­nis­se wäh­rend des Kon­flikts, äus­serst kom­pli­ziert. Be­kannt ist, dass mehr als 100’000 frei­wil­lig ih­re Häu­ser be­reits vor De­ir Yas­sin ver­las­sen hat­ten. Ei­ni­ge gin­gen, weil sie es sich leis­ten konn­ten, an­de­re, weil ara­bi­sche ir­re­gu­lä­re Ar­me­en sie um­sie­del­ten. Bis März be­schränk­ten be­nach­bar­te ara­bi­sche Län­der die Ein­wan­de­rung we­gen des Zu­stroms, was ein grel­ler Be­weis ei­nes wach­sen­den Pro­blems ist, das ganz ein­fach nicht mit dem ‚Vertreibungs’-Mythos zu­sam­men­passt. Zwar gibt es we­nig Zwei­fel, dass Is­ra­el wäh­rend des re­gio­na­len Kon­flikts, der im Mai be­gann, feind­li­che Dör­fer eva­ku­ier­te (und nicht-​feindliche Be­völ­ke­rung in Ru­he liess), die Massen-‚Vertreibung’ ist nie ge­sche­hen; Bür­ger­krie­ge brau­chen kei­ne sol­che Stra­te­gie. Wenn Sie dar­an zwei­feln, schau­en Sie nur das ak­tu­el­le Mi­gra­ti­ons­pro­blem in Eu­ro­pa an; oder die Be­we­gun­gen von Flücht­lin­gen aus Sy­ri­en, Li­by­en und dem Irak; wenn es Schwie­rig­kei­ten gibt, dann ge­hen die Men­schen.

Völ­ker­mord. Ein we­sent­li­cher Teil der Stra­te­gie der Anti-​Israel-​Menge ist die An­mu­tung, Is­rae­lis sei­en die neu­en Na­zis. Ob in ei­ner Ka­ri­ka­tur, in ei­nem Blog oder in ei­nem In­ter­view, es wird sel­ten ei­ne Chan­ce ver­passt, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Ju­den den Pa­läs­ti­nen­ser an­tun, was die Deut­schen den Ju­den an­ge­tan hat­ten. „Sho­ah” ist der he­bräi­sche Na­me für den Ho­lo­caust, aber wenn Sie auf http://www.shoah.org.uk/ ge­hen, wer­den Sie auf ei­ne Sei­te über den ‚pa­läs­ti­nen­si­schen Ho­lo­caust’ ge­lan­gen, was zeigt, dass es nur we­ni­ge Gren­zen gibt, wie weit die­se ge­häs­si­ge Tak­tik ge­hen kann. Als ei­ne fal­sche An­schul­di­gung ge­gen ein Volk, das tat­säch­lich den Ho­lo­caust er­lebt hat, ist es ei­ne Schan­de. Es ist ei­ne so ek­li­ge An­kla­ge und so frei von jeg­li­cher Rea­li­tät, dass es schwie­rig ist, die Hal­tung de­rer zu ver­ste­hen, die sie be­nut­zen.

Wi­der­stand. Dies ist ein Weg, an­zu­deu­ten, dass sich pa­läs­ti­nen­si­sche Ter­ro­ris­ten in ir­gend­ei­ner Wei­se ver­tei­di­gen, und je­der Be­richt, der die­sen Be­griff auf Ha­mas oder Is­la­mi­scher Ji­had an­wen­det, hat den ge­sam­ten Kon­flikt auf den Kopf ge­stellt. Letzt­lich ist es so, dass wenn die Ter­ro­ris­ten zu kämp­fen auf­hö­ren, der Krieg be­en­det ist. Is­ra­el ist ein nor­ma­ler Staat mit nor­ma­len In­ter­es­sen; es pro­fi­tiert stark, wenn Frie­den und Wohl­stand in die Re­gi­on kom­men und als De­mo­kra­tie ist die Re­gie­rung den Men­schen Re­chen­schaft schul­dig. Die ein­zi­gen, die et­was ge­win­nen kön­nen, wenn sie den Kampf fort­set­zen, sind die­je­ni­gen, die den Wohl­stand, Frei­heit, Gleich­heit, Chan­cen und Bil­dung nicht mö­gen und si­cher­stel­len wol­len, dass sich die­se Din­ge nicht aus­brei­ten kön­nen. Die­ser gan­ze Kon­flikt ist ei­ne ab­so­lu­te Ein­bahn­stras­se; Is­ra­el ver­tei­digt sich, es hat kei­nen Grund, kämp­fen zu wol­len.

Yaa­lon Stra­te­gy & Yinon-​Plan. Für den wah­ren An­ti­se­mi­ten, der in Ver­schwö­run­gen der glo­ba­len jü­di­schen Herr­schaft ein­ge­wi­ckelt ist, für den ist es nicht ge­nug, dass Is­ra­el der Teu­fel für die Pa­läs­ti­nen­ser ist, und der Yinon-​Plan und die Yaalon-​Strategie wird vor­ge­legt als Be­weis da­für, dass Is­ra­el die ge­sam­te Re­gi­on in Staub ver­wan­deln wol­le. Is­ra­el ar­bei­tet of­fen­bar mit ei­ner Stra­te­gie, die den Na­hen Os­ten zu bal­ka­ni­sie­ren sucht. Nicht zu­frie­den mit der ein­fa­chen Herr­schaft über Mil­lio­nen von Pa­läs­ti­nen­sern, zieht Is­ra­el auch in dunk­len Krieg, wen­det ei­ne ara­bi­sche Na­ti­on ge­gen die an­de­re ara­bi­sche Na­ti­on und steckt wahr­schein­lich auch ins­ge­heim hin­ter Daesh. Web­sei­ten, die die­se Ide­en ver­fol­gen, er­wäh­nen am ehes­ten auch, dass die Ju­den am 911 nicht zur Ar­beit er­schie­nen sind und zei­gen Be­wei­se, dass Zio­nis­ten und Na­zis zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben. Es ist nicht, dass die­se Plä­ne ge­fälscht sind (ob­wohl vie­le ge­fälsch­te Zi­ta­te und Pa­pie­re her­um­ge­zeigt wer­den), son­dern dass sie be­deu­tungs­los sind. Es ist wie dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Da­vid Ca­me­ron in ei­ne dunk­le glo­ba­le Ver­schwö­rung ver­strickt ist we­gen ei­nes Ge­sprächs, das Prinz Al­bert im Jah­re 1856 hat­te, das man ir­gend­wie ver­bun­den hat mit ei­nem Vor­schlags­pa­pier ei­nes klei­nen Be­am­ten im Aus­wär­ti­gen Amt, das vor 40 Jah­ren pro­du­ziert wor­den ist. So funk­tio­nie­ren al­le Ver­schwö­rungs­theo­ri­en.

Zio­nist. Das Anti-​Israel-​Team ist auf ei­ner Mis­si­on, das Wort „Zio­nis­mus” in ein schmut­zi­ges Wort zu ver­wan­deln. In ei­ni­gen Be­rei­chen ist ih­nen das so­gar ge­lun­gen. Auch für Zio­nis­ten kann Zio­nis­mus ver­schie­de­ne Din­ge be­deu­ten, und in Is­ra­el strei­ten Men­schen aus dem ge­sam­ten po­li­ti­schen Spek­trum dar­um, was ein Zio­nist ge­nau ist. Zio­nis­mus be­deu­tet an sei­ner Wur­zel Un­ter­stüt­zung da­für, dass die Ju­den ihr ei­ge­nes Schick­sal be­stim­men in ih­rem ei­ge­nen Staat. Heu­te wird es als Un­ter­stüt­zung des Staa­tes Is­ra­el ge­nom­men. Men­schen mit un­ter­schied­li­chen po­li­ti­schen Per­spek­ti­ven schmä­lern so­gar je­de an­de­re zio­nis­ti­sche Hal­tung, wenn sie mit­ein­an­der nicht ein­ver­stan­den sind dar­über, wie Is­ra­el mit den Pa­läs­ti­nen­sern vor­ge­hen soll­te. Dies be­deu­tet, dass der Be­griff Zio­nist ein Re­gen­schirm ist, und un­ter die­sem Schirm le­ben al­le Din­ge, die an die Exis­tenz des Staa­tes Is­ra­el glau­ben. Aus­ser­halb die­ses Re­gen­schirm zu le­ben be­deu­tet, ei­ne ex­tre­me, kom­pro­miss­lo­se Po­si­ti­on ein­zu­neh­men, die von Na­tur aus Ge­walt un­ter­stützt. Is­ra­el exis­tiert; man kann nicht die Zer­stö­rung des Staa­tes Is­ra­el wol­len, und dann so tun, als ob man auf der Sei­te des Frie­dens stün­de. Die anti-​israelische Men­ge will das Wort Zio­nist neh­men und es nur auf das ex­tre­me rech­te En­de des po­li­ti­schen Spek­trums an­wen­den, was dar­auf hin­aus­läuft, dass ei­ne zio­nis­ti­sche Po­si­ti­on ei­ne ex­tre­me ist. Von die­ser Po­si­ti­on aus kön­nen sie den Zio­nis­mus de­le­gi­ti­mie­ren und da­durch auch Is­ra­el de­le­gi­ti­mie­ren. Las­sen Sie das nicht zu.

2 Kommentare

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  1. Björn Luley

    Die in­ter­na­tio­na­le BDS Be­we­gung in gro­tes­ker Wei­se als an­ti­se­mi­tisch und fa­schis­tisch ab­zu­stem­peln zeigt, wie we­nig stich­hal­ti­ge Ar­gu­men­te die be­din­gungs­lo­sen Un­ter­stüt­zer der is­rae­li­schen Re­gie­rungs­po­li­tik ha­ben.
    Man ver­sucht, mit der An­ti­se­mi­tis­mus­keu­le BDS-​Unterstützer in Is­ra­el, in den in­ter­na­tio­na­len Kir­chen und un­ter den sich um die Zu­kunft Is­ra­els Sor­gen ma­chen­den Freun­den die­ses Staa­tes in al­ler Welt zu des­avou­ie­ren. Das wird nicht ge­lin­gen!
    Da­her gilt auch wei­ter­hin: so­lan­ge Is­ra­el sei­ne völ­ker­recht­lich il­le­ga­le Sied­lungs­po­li­tik und Be­sat­zung auf­recht­erhält und ei­ner Zwei­staa­ten­lö­sung ent­ge­gen­ar­bei­tet: BOYCOTT ISRAEL! BDS!

  2. heplev

    Wie al­le mo­der­nen An­ti­se­mi­ten be­haup­ten na­tür­lich auch die BDS-​Hetzer kei­ne An­ti­se­mi­ten zu sein. Aber ih­re Be­we­gung ist an­ti­se­mi­tisch, schon al­lein des­halb, weil sie sich aus­schließ­lich ge­gen Ju­den rich­tet.
    Ei­ne klei­ne Aus­wahl:
    http://heplev.wordpress.com/2013/09/28/sind-bdsler-heuchler-antisemiten-oder-beides/
    https://heplev.wordpress.com/2015/08/26/aus-die-maus-bds-ist-das-gesicht-des-modernen-antisemitismus/
    https://heplev.wordpress.com/2017/03/21/wie-man-beweist-dass-bds-antisemitisch-ist/

    - https://heplev.wordpress.com/2015/07/02/die-wahrheit-zum-internationalen-recht-und-bds/
    https://heplev.wordpress.com/2015/07/24/bds-ist-nur-ein-kleiner-teil-der-daemonisierung-israels/
    https://heplev.wordpress.com/2015/11/17/palaestinensische-software-firma-sagt-kunden-glaubt-den-bds-luegen-nicht/
    https://heplev.wordpress.com/2015/12/02/bds-ist-ein-haufen-sch/

    - https://heplev.wordpress.com/2016/09/22/der-koenig-der-luegen-herrscht-ueber-bds/
    https://heplev.wordpress.com/2015/05/06/die-regierung-von-tennessee-uber-bds/
    https://heplev.wordpress.com/2016/08/01/wo-ist-die-bds-bewegung-angesichts-der-tuerkisch-stalinistischen-saeuberung/

    - http://heplev.wordpress.com/2014/04/27/was-die-bds-bewegung-unterstutzt/
    http://heplev.wordpress.com/2014/05/01/das-wahre-gesicht-des-bds-bewegung/
    http://heplev.wordpress.com/2014/05/26/bds-prioritaten/
    https://heplev.wordpress.com/2015/06/20/hey-bds-kennt-ihr-den-unterschied/
    https://heplev.wordpress.com/2016/08/05/frueher-waren-sie-nazis-heute-nennen-sie-sich-bds/

  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Da­ni­el): – Die Lü­gen und My­then der Antiisrael-​Leute – In Aus­tra­li­en wehrt man sich ge­gen muslimisch-​herrenmenschliches An­spruchs­den­ken – […]

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