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Ein wei­te­rer an­ti­se­mi­ti­scher Krieg kommt, wäh­rend die Welt weg sieht

Fred Ma­roun, 30.6.2017, Times of Is­ra­el Blogs

Fred Maroun

Fred Ma­roun ist Ka­na­di­er ara­bi­scher Ab­stam­mung, der bis 1984 im Li­ba­non leb­te, auch wäh­rend 10 Jah­ren Bür­ger­krieg. Fred un­ter­stützt Is­ra­els Exis­tenz­recht als jü­di­scher Staat und un­ter­stützt ei­nen li­be­ra­len und de­mo­kra­ti­schen Na­hen Os­ten, in dem al­le Re­li­gio­nen und Na­tio­na­li­tä­ten, ein­schließ­lich der Pa­läs­ti­nen­ser, im Frie­den un­ter­ein­an­der und mit Is­ra­el ko­exis­tie­ren kön­nen und die Men­schen­rech­te re­spek­tiert wer­den. Fred ist ein Athe­ist, ein so­zia­ler Li­be­ra­ler und ein Be­für­wor­ter glei­cher Rech­te für LGBT-​Menschen über­all. Fred Ma­roun schreibt für Gatestone Institute.

Seit dem En­de des zwei­ten Israel-​Libanon-​Krieges im Jahr 2006 gab es zu­neh­mend An­zei­chen da­für, dass ein drit­ter Israel-​Libanon-​Krieg kommt. The In­de­pen­dent sagt vor­aus, dass er „ver­hee­rend” sein wird. Wie al­le frü­he­ren ara­bi­schen Krie­ge ge­gen Is­ra­el ist die Haupt­mo­ti­va­ti­on der An­ti­se­mi­tis­mus, aber im Ge­gen­satz zu den meis­ten die­ser Krie­ge gibt es nicht ein­mal den Schat­ten ei­nes nicht-​antisemitischen Mo­tivs. Es gibt kei­nen wirt­schaft­li­chen oder geo­po­li­ti­schen Nut­zen für den Li­ba­non zu ge­win­nen. Die­ser Krieg wird zu vie­len wei­te­ren is­rae­li­schen und ara­bi­schen To­ten füh­ren, zu ei­ner rie­si­gen Men­ge an Ver­wüs­tung, al­les auf dem Al­tar des An­ti­se­mi­tis­mus, der nie­man­dem ir­gend ei­nen Nut­zen brin­gen wird.

Kei­ne Recht­fer­ti­gung au­ßer Hass

Die His­bol­lah hat kei­ne glaub­wür­di­ge Recht­fer­ti­gung für ih­re fort­ge­setz­te mi­li­tä­ri­sche Auf­rüs­tung ge­gen Is­ra­el. Die klei­nen „Shabaa Far­men”, an der Gren­ze zu Is­ra­el, wer­den in der Re­gel als Recht­fer­ti­gung zi­tiert, aber wie ich auf Gatestone ge­zeigt ha­be, ist das nicht mehr als ei­ne Ausrede.

Ei­ne an­de­re zi­tier­te Recht­fer­ti­gung ist Ra­che für die bei­den vor­he­ri­gen Israel-​Libanon-​Kriege, aber das ist rei­ne Heu­che­lei. Kei­ner die­ser Krie­ge hät­te sich er­eig­net, wenn der Li­ba­non nicht als Ba­sis für Ter­ro­ris­ten be­nutzt wor­den wä­re – zu­erst die PLO, dann die His­bol­lah – um Is­ra­el an­zu­grei­fen. Der Li­ba­non soll­te sich selbst die Schuld ge­ben für die­se Krie­ge, be­vor er mit dem Fin­ger in Rich­tung Is­ra­el zeigt.

Die li­ba­ne­si­schen Ter­ro­ris­ten lob­prei­sen manch­mal auch op­por­tu­nis­tisch die pa­läs­ti­nen­si­sche Sa­che, aber man wä­re na­iv, zu glau­ben, dass die Li­ba­ne­sen von Brü­der­lich­keit mit dem pa­läs­ti­nen­si­schen Volk ge­tra­gen sind. So­gar Al Ja­ze­e­ra, kaum ein Freund von Is­ra­el, gibt zu, wie schlecht Pa­läs­ti­nen­ser im Li­ba­non be­han­delt wer­den. „Pa­läs­ti­nen­ser le­ben noch in den 12 UNO-​registrierten La­gern und 42 wei­te­ren so­ge­nann­ten An­samm­lun­gen im Li­ba­non. Der Li­ba­non ist ih­re Hei­mat, aber je­de Chan­ce, ein ech­ter Teil der Ge­mein­den, in de­nen sie le­ben, zu wer­den, wird stän­dig durch stren­ge Ge­set­ze un­ter­gra­ben, die die Rech­te der Li­ba­ne­si­schen Bür­ger, die all­ge­mei­ne Si­cher­heit und das Wohl­be­fin­den „schüt­zen”. Die Li­ba­ne­sen wür­den nicht mal ih­re bes­se­ren Jobs mit den Pa­läs­ti­nen­sern tei­len, ge­schwei­ge denn dass sie ihr Le­ben für sie op­fern würden.

Doch die an­ti­se­mi­ti­sche Mo­ti­va­ti­on der His­bol­lah wird nir­gend­wo kla­rer als in ih­ren ei­ge­nen Wor­ten. Wie in der Je­ru­sa­lem Post be­rich­tet, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Füh­rer Naim Qas­sem: „Die Ge­schich­te der Ju­den hat be­wie­sen, dass sie un­ab­hän­gig von dem zio­nis­ti­schen Vor­schlag ein Volk sind, das von ih­ren Ide­en her bö­se ist.” Nas­ral­lah hat wäh­rend­des­sen ge­sagt, Gott ha­be „Got­tes­läs­te­rung in die Her­zen der Ju­den gepflanzt”.

Hass auf­peit­schen

Je­dem ara­bi­schen Krieg ge­gen Is­ra­el geht ei­ne Auf­peit­schung von Hass vor­aus, ei­ne Ker­be hö­her als der üb­li­che an­ti­se­mi­ti­sche Hass, der die ara­bi­sche Welt durch­tränkt. Wäh­rend das Aus­rich­ten des phä­no­me­na­len Ar­se­nals der li­ba­ne­si­schen Ter­ro­ris­ten auf Is­ra­el al­lei­ne schon ge­nü­gend Hin­wei­se gibt, ist das Auf­peit­schen des Has­ses ein noch stär­ke­rer Hin­weis dar­auf, dass es die His­bol­lah nach ei­nem wei­te­ren Krieg ge­gen Is­ra­el juckt und dass sie ihr Volk auf die Op­fer vor­be­rei­tet, die er­for­der­lich sind, um die ver­haß­ten Ya­hu­di (Ju­den) zu bekämpfen.

Wie in der Je­ru­sa­lem Post be­rich­tet, ha­ben die li­ba­ne­si­schen Ter­ro­ris­ten „ei­ne Rei­he von feind­li­chen Sym­bo­len” in der Nä­he der Gren­ze zu Is­ra­el auf­ge­baut, dar­un­ter ein Pla­kat von Aya­tol­lah Kho­mei­ni mit den Wor­ten „Wir kom­men” auf He­brä­isch und Arabisch.

Die hass­erfüll­tes­te und kranks­te Prä­sen­ta­ti­on wird wohl ein Pla­kat sein, das die Er­mor­dung von Is­rae­lis fei­ert. „In Me­tul­la [Is­ra­el] gibt es ein Denk­mal für die 12 is­rae­li­schen Sol­da­ten, die am 10. März 1985 bei ei­nem Selbst­mord­at­ten­tat ge­tö­tet wur­den, wäh­rend di­rekt auf der an­de­ren Sei­te der Gren­ze ei­ne rie­si­ge Pla­kat­wand das Mas­sa­ker feiert.”

Als Li­ba­ne­se bin ich von dem schreck­li­chen Hass, der von mei­nem Hei­mat­land aus­geht, be­schämt, aber ich er­ken­ne auch, dass wir als Li­ba­ne­sen der Ver­ant­wor­tung nicht ent­ge­hen kön­nen. Wo im­mer ein je­der von uns lebt, ist es die Pflicht je­des Li­ba­ne­sen, zu sprechen.

Die Ver­ant­wort­li­chen

Die His­bol­lah ist na­tür­lich der Ge­gen­spie­ler, der auf den Krieg aus ist, und als sol­cher trägt sie die Haupt­ver­ant­wor­tung. Ei­ne Rei­he von Län­dern und Grup­pen von an­de­ren Län­dern als Is­ra­el be­trach­ten die His­bol­lah oder zu­min­dest ih­ren mi­li­tä­ri­schen Flü­gel als ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on: die Ara­bi­sche Li­ga, Aus­tra­li­en, Bah­rain, Ka­na­da, die Eu­ro­päi­sche Uni­on, Frank­reich, der Golf­ko­ope­ra­ti­ons­rat, die Nie­der­lan­de, Neu­see­land, Groß­bri­tan­ni­en und die USA. Aber kei­nes die­ser Län­der oder Or­ga­ni­sa­tio­nen ver­sucht, die li­ba­ne­si­schen Ter­ro­ris­ten dar­an zu hin­dern, Is­ra­el an­zu­grei­fen. Groß­bri­tan­ni­en er­laub­te den Ter­ro­ris­ten so­gar, durch die ei­ge­ne Haupt­stadt zu mar­schie­ren und die Ver­nich­tung Is­ra­els zu fordern.

Ei­ne Par­tei, die der Ver­ant­wor­tung nicht ent­ge­hen kann, ist die li­ba­ne­si­sche Re­gie­rung und da­durch auch die li­ba­ne­si­sche Be­völ­ke­rung. Sie ist ver­ant­wort­lich für das, was auf sei­nem ei­ge­nen Ter­ri­to­ri­um ge­schieht, folg­lich sind al­le An­grif­fe aus dem Li­ba­non, auch wenn sie nicht von der ei­ge­nen Ar­mee des Li­ba­non durch­ge­führt wer­den, die Ver­ant­wor­tung der li­ba­ne­si­schen Re­gie­rung. Li­ba­ne­si­sche Po­li­ti­ker hel­fen auch oft, den Hass ge­gen Is­ra­el hoch­zu­peit­schen und den Ter­ro­ris­ten mo­ra­li­sche Un­ter­stüt­zung zu ge­ben. Bald nach sei­ner Wahl zum Prä­si­den­ten ver­tei­dig­te Mi­chel Aoun den Ter­ro­ris­mus der His­bol­lah, in­dem er sag­te: „So­lan­ge die li­ba­ne­si­sche Ar­mee nicht stark ge­nug ist, ge­gen Is­ra­el zu kämp­fen … füh­len wir die Not­wen­dig­keit für ih­re [der His­bol­lah] Existenz.”

Die über­ra­gen­de Ver­ant­wor­tung liegt je­doch beim ter­ro­ris­ti­schen Ré­gime des Iran, das die li­ba­ne­si­schen Ter­ro­ris­ten fi­nan­ziert und mit Waf­fen ver­sorgt. Ob­wohl die His­bol­lah ei­ne li­ba­ne­si­sche Or­ga­ni­sa­ti­on ist, die durch ih­ren ei­ge­nen Hass auf Is­ra­el mo­ti­viert ist, ist sie auch ein Stell­ver­tre­ter des Iran, und sie wä­re oh­ne den Iran weit we­ni­ger ge­fähr­lich, trotz der star­ken Un­ter­stüt­zung der His­bol­lah in der li­ba­ne­si­schen Be­völ­ke­rung. Der Iran hat je­doch freie Hand bei der Un­ter­stüt­zung der His­bol­lah. Der Iran gilt so­gar als et­was re­spek­ta­bel, nach­dem er ein Atom­ab­kom­men mit den USA, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Chi­na, Russ­land und Deutsch­land un­ter­zeich­net hat.

Da das Atom­ab­kom­men mit dem Iran nicht ver­lang­te, dass der Iran auf­hört, den Ter­ro­ris­mus zu un­ter­stüt­zen, ste­hen auch al­le sechs Na­tio­nen, die den Deal un­ter­zeich­ne­ten, in der Ver­ant­wor­tung für den be­vor­ste­hen­den Krieg. Ba­rack Oba­ma, Da­vid Ca­me­ron, Fran­cois Hol­lan­de, Xi Jin­ping, Wla­di­mir Pu­tin, An­ge­la Mer­kel und ih­re Re­gie­run­gen ver­such­ten nicht, die ziel­stre­bi­ge Ent­schlos­sen­heit des Ter­ro­ris­ten­re­gimes auf­zu­hal­ten, den jü­di­schen Staat an­zu­grei­fen, son­dern ent­schie­den sich für den wirt­schaft­li­chen Nut­zen des Han­dels mit dem Iran.

Die so­ge­nann­ten Frie­dens­grup­pen zei­gen durch ih­re Na­men ei­ne Ab­nei­gung ge­gen den Krieg; Aber sie sind da­mit be­schäf­tigt, Is­ra­el zu ver­ur­tei­len, das Land, das auf der Emp­fän­g­er­sei­te des Krie­ges ste­hen wird. Die His­bol­lah zu ver­ur­tei­len, die Sei­te, die nach Krieg dürs­tet, scheint in ih­ren Köp­fen nicht vor­zu­kom­men. Un­ter den so­ge­nann­ten Frie­dens­grup­pen sind Act Now to Stop War and End Ra­cism (ANSWER), CODEPINK: Frau­en für den Frie­den und die jü­di­sche Stim­me für den Frie­den (JVP), die von der Anti-​Defamation-​Liga un­ter den Top-​Ten-​Anti-​Israel-​Organisationen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ge­lis­tet werden.

Der Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen hielt in der Re­so­lu­ti­on 1701 fest: „Der kla­re Weg be­steht in der Ent­waff­nung und Auf­lö­sung der His­bol­lah und an­de­rer Mi­li­zen so­wie durch die Aus­übung der Au­to­ri­tät des Li­ba­non über sein ge­sam­tes Ter­ri­to­ri­um”, doch we­der die Ver­ein­ten Na­tio­nen noch ihr Si­cher­heits­rat ta­ten ir­gend et­was, um die­se Richt­li­nie durch­zu­set­zen. Im Ge­gen­teil. Seit 2006 ver­ab­schie­de­te die UNO-​Vollversammlung zahl­rei­che Re­so­lu­tio­nen ge­gen den jü­di­schen Staat (20 al­lein im Jahr 2016), aber nicht ei­ne ein­zi­ge ge­gen die li­ba­ne­si­schen Terroristen.

Ju­den aus ih­ren Häu­sern ver­jagt, wie­der einmal

Hier ha­ben wir ei­ne Si­tua­ti­on ei­nes be­vor­ste­hen­den Krie­ges, der rein auf an­ti­se­mi­ti­schem Hass ba­siert und völ­lig ver­meid­bar ist, und doch gibt es kei­ne grö­ße­ren An­stren­gun­gen, ihn zu ver­hin­dern. Al­les, was Is­ra­el tun kann, ist, sich dar­auf vor­zu­be­rei­ten, und zum ers­ten Mal er­wägt Is­ra­el, die Zi­vil­be­völ­ke­rung zu eva­ku­ie­ren, wenn der Krieg losbricht.

Die Aus­sicht, dass Ju­den von an­ti­se­mi­ti­schen Hor­den aus ih­ren ei­ge­nen Häu­sern ge­jagt wer­den, soll­te je­den in sei­nem In­ners­ten auf­rüt­teln. Das wür­de nicht in Nazi-​Europa, son­dern im un­ab­hän­gi­gen Staat Is­ra­el ge­sche­hen, in­ner­halb der grü­nen Li­nie, die in­ter­na­tio­nal an­er­kannt ist. Es wür­de nicht 1943 ge­sche­hen, son­dern gut im ein­und­zwan­zigs­ten Jahrhundert.

Trotz Is­ra­els mi­li­tä­ri­scher Macht wer­den Ju­den ge­tö­tet, man­che wer­den ver­trie­ben, und vie­le wer­den ter­ro­ri­siert wer­den. Die Welt­me­di­en wer­den grau­sa­me Bil­der von to­ten Ara­bern zei­gen und das Recht des jü­di­schen Staa­tes, sich zu ver­tei­di­gen, in Fra­ge stel­len. Der jü­di­sche Staat wird von selbst er­nann­ten „Frie­dens­ak­ti­vis­ten” dä­mo­ni­siert wer­den, die ihn für den Tod der Ara­ber be­schul­di­gen wer­den, für de­ren Ver­mei­dung Is­ra­el al­les ge­tan ha­ben wird, aus­ser dass es kei­nen Selbst­mord be­geht. Auf den Stras­sen Eu­ro­pas und Ame­ri­kas mar­schie­ren­de Schlä­ger wer­den ver­lan­gen, dass die Füh­rer des jü­di­schen Staa­tes ins Ge­fäng­nis ge­hen. Von ih­ren be­que­men So­fas aus wer­den Po­li­ti­ker sich über Pro­por­tio­na­li­tät aus­las­sen, be­vor sie der Selbst­ver­tei­di­gung Is­ra­els durch den UNO-​Sicherheitsrat Prü­gel zwi­schen die Bei­ne werfen.

1943 bom­bar­dier­ten die Al­li­ier­ten die Ei­sen­bahn­we­ge, die Ju­den in die To­des­la­ger brach­ten, nicht. Im Jahr 2015 ver­ur­teil­te der Papst die­se Un­ter­las­sung, über sie­ben Jahr­zehn­te zu spät. Im Jahr 2017 gibt es ei­ne Ge­le­gen­heit, es bes­ser zu ma­chen, aber in Wirk­lich­keit hat sich nicht viel ge­än­dert. Wenn Ju­den im Be­griff sind, aus kei­nem an­de­ren Grund an­ge­grif­fen zu wer­den, als dass sie Ju­den sind, sieht die Welt wie­der weg.

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