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Den Ho­lo­caust ver­leug­nen, aber nicht die Scha­ria hin­ter­fra­gen?

Ma­jid Ra­fiz­adeh, 23.7.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • War­um wird da­zu er­mu­tigt, so­gar da­für ge­lobt, das un­vor­stell­ba­re Leid zu leug­nen, das Mil­lio­nen wäh­rend des Ho­lo­caust durch­ge­macht ha­ben, doch wenn je­mand es wagt, die Scha­ria zu hin­ter­fra­gen, dann ist sein Le­ben in Ge­fahr?
  • Wenn man es wagt, über den Is­lam zu scher­zen, dann kann die Stra­fe da­für von Fol­ter, lan­gen Ge­fäng­nis­stra­fen, bis zu ra­schen To­des­ur­tei­len rei­chen, ent­we­der ge­richt­lich aus­ge­spro­chen oder durch Ge­walt ei­nes Mobs.
  • „Sie ha­ben im Na­men des Ho­lo­caust ei­nen My­thos ge­schaf­fen und be­trach­ten ihn als über Gott, der Re­li­gi­on und dem Pro­phe­ten ste­hend”, – so der ehe­ma­li­ge ira­ni­sche Prä­si­dent Mah­mud Ah­ma­di­ned­schad im ira­ni­schen Staats­fern­se­hen.

Der ehe­ma­li­ge ira­ni­sche Prä­si­dent Mah­mud Ah­ma­di­ned­schad hat ge­sagt, dass sei­ne Holocaust-​Leugnung sei­ne größ­te Leis­tung war. Im Bild spricht Prä­si­dent Ah­ma­di­ned­schad an ei­ner Pres­se­kon­fe­renz 2005. (Fo­to Wi­ki­pe­dia Com­mons)

Wenn du zwi­schen dem Iran und Sy­ri­en auf­ge­wach­sen bist wie ich, dann hät­test du un­ter der ei­ser­nen Herr­schaft der Dik­ta­to­ren wie Baschar As­sad, Aya­tol­lah Kha­men­ei, Mah­mud Ah­ma­di­ned­schad und Ak­bar Hash­e­mi Raf­san­ja­ni ge­lebt. Ne­ben der Angst und Un­ter­drü­ckung, die sie über ihr Volk aus­üb­ten, schie­nen al­le die­se Herr­scher ei­ne an­de­re „Tra­di­ti­on” ge­mein­sam zu ha­ben. Sie ver­leug­nen den Ho­lo­caust.

Es war üb­lich, von je­dem, der für das ira­ni­sche Ré­gime ar­bei­te­te, zu hö­ren, dass der Ho­lo­caust nicht exis­tier­te. Trotz des Ber­ges von kla­ren Tat­sa­chen vor ih­nen wähl­ten sie und wähl­ten wei­ter, nicht nur zu glau­ben, dass der Ho­lo­caust ei­ne Er­fin­dung ist, son­dern sie ver­brei­ten die­sen Glau­ben auch in ih­rem Volk.

„Der Ho­lo­caust ist ei­ne fik­ti­ve Ge­schich­te, die von Is­rae­lis, Ame­ri­ka­nern und Ju­den fa­bri­ziert wur­de”, hät­ten Sie, wie ich, ein Mit­glied des ira­ni­schen is­la­mi­schen Re­vo­lu­ti­ons­gar­den­korps (IRGC) zu sei­nen Kol­le­gen ge­sagt ha­ben ge­hört. Die Grup­pe stand ne­ben ih­rem Strei­fen­wa­gen, wäh­rend sie das Ver­hal­ten und die Klei­dung der Men­schen auf der Stra­ße starr be­ob­ach­te­ten. Die Wor­te, selbst da­mals, scho­ckier­ten mich. Wie konn­te man sol­che Gräu­el­ta­ten ver­leug­nen?

Die­se Vor­stel­lun­gen wer­den Kin­dern schon sehr jung ein­ge­impft – ver­mut­lich mit der Ab­sicht, sie mit die­ser Ge­hirn­wä­sche da­zu zu brin­gen, zu­zu­stim­men. Statt­des­sen aber wur­de die Fra­ge im Lau­fe der Jah­re im­mer be­harr­li­cher. War­um war es völ­lig ak­zep­ta­bel, ei­ne der schlimms­ten hu­ma­ni­tä­ren Tra­gö­di­en in der mo­der­nen Zeit zu leug­nen und nicht die Scha­ria zu hin­ter­fra­gen? Der Ho­lo­caust war mit ei­ni­gen der übels­ten Ver­bre­chen ge­gen die Mensch­lich­keit ver­bun­den, die al­le vor we­ni­ger als ei­nem Jahr­hun­dert be­gan­gen wur­den. Es gibt reich­lich un­be­streit­ba­re his­to­ri­sche Be­wei­se, dass es ge­sche­hen ist. Den­noch, die Füh­rer von Iran und Sy­ri­en so­wie vie­le is­la­mis­ti­sche Ima­me er­mu­ti­gen wei­ter­hin die Men­schen, es zu leug­nen. Gleich­zei­tig ist es ver­bo­ten, is­la­mi­sche Ge­set­ze in Fra­ge zu stel­len, von de­nen ei­ni­ge vor mehr als 1400 Jah­ren ent­stan­den sind.

War­um wird man da­zu er­mu­tigt, so­gar da­für ge­lobt, das un­vor­stell­ba­re Leid zu leug­nen, das Mil­lio­nen wäh­rend des Ho­lo­caust durch­ge­macht ha­ben, aber wenn je­mand es wagt, die Scha­ria zu hin­ter­fra­gen, dann ist ihr Le­ben in Ge­fahr? Sie dür­fen nie­mals die Wahr­haf­tig­keit der Ge­schich­ten in Fra­ge stel­len, die Ima­me über den Is­lam, Mo­ham­med und sei­nen Gott ver­mit­teln. Wenn du es wagst, über den Is­lam zu scher­zen, kann dei­ne Stra­fe von Fol­ter, lan­gen Ge­fäng­nis­stra­fen bis zu ra­schen To­des­ur­tei­len rei­chen, ent­we­der ge­richt­lich an­ge­ord­net oder durch Ge­walt ei­nes Mobs. Das letz­te Bei­spiel ist der Fall von Si­na Deh­ghan, 21, der von den Re­vo­lu­ti­ons­gar­den ver­haf­tet wur­de, als er 19 war, für an­geb­li­che „Be­lei­di­gung des Is­lam”. Es wur­den An­kla­gen ge­gen ihn er­ho­ben, den Pro­phe­ten Mo­ham­med auf der Messa­ging App LINE be­lei­digt zu ha­ben. Für die­ses ver­meint­lich enor­me Ver­bre­chen wur­de ein jun­ger Mann, der noch in sei­nen Teen­ager­jah­ren war, rasch zum To­de ver­ur­teilt.

Die nicht über­ra­schen­de Ant­wort scheint zu sein, dass es gro­ße An­rei­ze gibt, den Ho­lo­caust zu leug­nen. Is­la­mis­ti­sche Sys­te­me be­loh­nen und fei­ern die­je­ni­gen, die den Ho­lo­caust ver­leug­nen.

Die be­tä­ti­gen­de Re­ak­ti­on auf die­ses un­ver­nünf­ti­ge Ver­hal­ten ist er­heb­lich, von der Er­lan­gung hoch­ran­gi­ger mi­li­tä­ri­scher Po­si­tio­nen bis hin zu star­ken po­li­ti­schen Po­si­tio­nen. Ei­ne Per­son, Mah­mud Ah­ma­di­ned­schad, wur­de für sei­ne Leug­nung be­lohnt, in­dem er zum Prä­si­den­ten des Lan­des wur­de. „Sie ha­ben ei­nen My­thos im Na­men des Ho­lo­caust ge­schaf­fen und be­trach­ten ihn über Gott, der Re­li­gi­on und den Pro­phe­ten ste­hend”, sag­te Ah­ma­di­ned­schad in ei­ner Live-​Sendung im staat­li­chen Fern­se­hen des Re­gimes vor sei­ner Zweit­wahl. Ah­ma­di­ned­schad gab so­gar zu, dass sei­ne Holocaust-​Leugnung sei­ne größ­te Leis­tung war. Hassan Ro­uha­ni, der ak­tu­el­le so ge­nann­te „mo­de­ra­te” Prä­si­dent des ira­ni­schen Re­gimes, un­ter­schei­det sich nicht vom vor­he­ri­gen. Er ist ein­deu­tig ein Ho­lo­caust–Leug­ner und fährt fort, die­je­ni­gen da­zu zu er­mu­ti­gen, die in sei­ner Re­gie­rung ar­bei­ten, und al­le sei­ne Leu­te, um dem glei­chen be­trü­ge­ri­schen Glau­ben zu fol­gen.

Das Ré­gime in­ves­tiert ei­ne be­trächt­li­che Men­ge an Geld und Zeit, von ganz oben, um die Vor­stel­lung zu ver­brei­ten, dass der Ho­lo­caust über­haupt nicht ge­sche­hen ist.

Der obers­te Füh­rer des is­la­mi­schen Staa­tes Iran, Aya­tol­lah Ali Kha­men­ei, hat wie­der­holt den Ho­lo­caust in sei­nen Bü­chern und auf So­ci­al Me­dia Ka­nä­len ver­leug­net. In ei­nem Vi­deo kom­men­tier­te er:

„Es ist nicht klar, ob der Kern die­ser Sa­che [Ho­lo­caust] ei­ne Rea­li­tät ist oder nicht. Auch wenn es ei­ne Rea­li­tät ist, ist es nicht klar, wie es pas­siert ist … Das ist die Un­wis­sen­heit, die in der heu­ti­gen Welt exis­tiert. Wir müs­sen wach­sam sein … [Mus­li­me] soll­ten wis­sen, dass wir uns ge­gen die Igno­ranz stel­len kön­nen … Wer hilft dem fal­schen zio­nis­ti­schen Ré­gime .… Wer un­ter­stützt sie, wer eb­net den Weg für sie, wer steht hin­ter ih­nen? Es sind die West­mäch­te, an­ge­führt von Ame­ri­ka, die das tun. Das ist der Grund, war­um sie in ih­ren Slo­gans sa­gen, dass sie ge­gen Ter­ro­ris­mus und ISIS sind.”

Dar­über hin­aus gibt das Ré­gime jähr­lich Mil­lio­nen von Dol­lars aus für Holocaust-​Leugnungs-​Karikaturwettbewerbe, was ih­re Ver­su­che wi­der­spie­gelt, den An­ti­se­mi­tis­mus auf der gan­zen Welt zu ver­brei­ten. Men­schen aus ver­schie­de­nen Län­dern wer­den ein­ge­la­den, und Hun­der­te von Tau­sen­den von Dol­lar wer­den an die Ge­win­ner ver­ge­ben. Nach der of­fi­zi­el­len IRNA-​Nachrichtenagentur des Re­gimes zog die Kon­fe­renz im ver­gan­ge­nen Jahr Teil­neh­mer aus mehr als 50 ver­schie­de­nen Län­dern an.

Was ei­nen von den So­cken haut, ist, dass, wäh­rend die­se ex­tre­mis­ti­schen Mus­li­me ihr En­ga­ge­ment in sol­chen Ak­ti­vi­tä­ten hoch­ge­fah­ren ha­ben, die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft und vie­le Län­der in Eu­ro­pa und dem Wes­ten wei­ter­hin als Gast­ge­ber die­sen Ex­tre­mis­ten und ira­ni­schen Füh­rern ei­ne Platt­form zum Spre­chen ge­ben – all das gibt ih­nen zu­sätz­li­che Le­gi­ti­mi­tät.

Seit der ira­ni­schen Re­vo­lu­ti­on ist viel Zeit ver­gan­gen, aber lei­der ist ei­nes gleich ge­blie­ben: Die ex­tre­mis­ti­schen Mus­li­me be­loh­nen und för­dern wei­ter­hin Holocaust-​Leugner, wäh­rend sie je­den, der is­la­mi­sche Ge­set­ze in Fra­ge stellt, bru­tal be­stra­fen. Wenn die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft kei­nen Stand­punkt ein­nimmt und ver­langt, dass die­se Be­hand­lung ge­än­dert wird, dann wer­den wir nur al­le noch mehr mit die­ser Bös­ar­tig­keit und noch mehr von den Mul­lahs krie­gen.

Dr. Ma­jid Ra­fiz­adeh ist Prä­si­dent des In­ter­na­tio­na­len Ame­ri­ka­ni­schen Ra­tes im Na­hen Os­ten. Er ist ein Harvard-​Absolvent und welt­be­rühm­ter iranisch-​amerikanischer Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler, Ge­schäfts­mann und Au­tor von „Fried­li­che Re­for­ma­ti­on im Ira­ni­schen Is­lam”. Er kann un­ter Dr.Rafizadeh@Post.Harvard.Edu er­reicht wer­den.

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Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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