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Di­rek­to­rin von Am­nes­ty hat Ver­bin­dun­gen zu Is­la­mis­ten

h/​t Mar­gie, 17.8.2015, El­der­of­ziyon

Aus der Times of Lon­don (kos­ten­pflich­ti­ger Ar­ti­kel):

Ei­ne lei­ten­de An­ge­stell­te von Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal hat pri­va­te Ver­bin­dun­gen zu Per­so­nen, die an­geb­lich wich­ti­ge Ak­teu­re in ei­nem ver­steck­ten Netz­werk glo­ba­ler Is­la­mis­ten sind, nicht de­kla­riert, wie die Times auf­deckt.

Der ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­ti­on war nicht be­wusst, dass der Ehe­mann ih­rer Di­rek­to­rin für Glau­ben und Men­schen­rech­te in Do­ku­men­ten auf­tauch­te, die nach ei­nem Straf­pro­zess frei­ge­ge­ben wur­den, bei dem Ver­bin­dun­gen zwi­schen bri­ti­schen An­hän­gern der Mus­lim­bru­der­schaft und ara­bi­schen Is­la­mis­ten, die der Ver­schwö­rung, ei­nen Golf­staat zu stür­zen, an­ge­klagt wa­ren.

Yas­min Hus­sein war auch mit ei­ner in York­shire do­mi­zi­lier­ten Hilfs­agen­tur ver­bun­den, die von Is­ra­el für ih­re an­geb­li­che Fi­nan­zie­rung des Hamas-​Terrorismus ver­bo­ten wur­de; und von Kol­le­gen kri­ti­siert für die Teil­nah­me an ei­nem pri­va­ten Tref­fen mit ei­nem Re­gie­rungs­be­am­ten der Mus­lim­bru­der­schaft wäh­rend ei­ner Amnesty-​Mission nach Ägyp­ten, und die Nacht bei sei­ner Fa­mi­lie zu Hau­se zu ver­brin­gen.

Ms Hus­sein, 51, war bis vor kur­zem Lei­te­rin der in­ter­na­tio­na­len Für­spra­che von Am­nes­ty und un­ter ih­ren mass­ge­ben­den Stim­men in der UNO, wo die Or­ga­ni­sa­ti­on ver­sucht, ei­ne strik­te Po­li­tik der Neu­tra­li­tät ge­gen­über Re­gie­run­gen oder po­li­ti­schen Par­tei­en zu be­trei­ben.

Amnesty-​Mitarbeiter wer­den auf­ge­for­dert, al­le Ver­bin­dun­gen, die ei­nen tat­säch­li­chen oder ver­meint­li­chen In­ter­es­sen­kon­flikt mit ih­rer Un­ab­hän­gig­keit und Un­par­tei­lich­keit pro­du­zie­ren könn­ten, of­fen­zu­le­gen.

Die Bru­der­schaft ist als ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on in Ägyp­ten, Saudi-​Arabien und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten in Gross­bri­tan­ni­en ver­bo­ten, aber nicht in Gross­bri­tan­ni­en. Ei­ne Un­ter­su­chung ih­rer Rol­le und ih­res Ein­flus­ses in die­sem Land wur­de von Da­vid Ca­me­ron im letz­ten Jahr be­stellt. Die Er­geb­nis­se sind noch nicht ver­öf­fent­licht.

Ms Hus­sein, von der an­ge­nom­men wird, dass sie ein Ge­halt von mehr als £ 90.000 er­hält, sag­te der Times, dass sie „nie ei­ne Ver­bin­dung wel­cher Form auch im­mer hat­te mit…der Mus­lim­bru­der­schaft.”

Ihr Mann, Wa­el Mus­ab­beh, war ei­ner von meh­re­ren an­geb­li­chen bri­ti­schen Is­la­mis­ten, kei­ner von ih­nen An­ge­klagt, die in Do­ku­men­ten er­wähnt wer­den, die nach ei­nem Ge­richts­ver­fah­ren von 2013 in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten ver­öf­fent­licht wur­den, das zur In­haf­tie­rung von mehr als 60 emi­ra­ti­schen Bür­gern führ­te, die we­gen Ver­schwö­rung und Auf­ruhr an­ge­klagt wa­ren.

Über Herrn Mus­ab­beh, 54 und ei­nen Brad­ford Com­mu­ni­ty Trust, des­sen Di­rek­to­ren er und Frau Hus­sein bei­de wa­ren, wur­de von den Be­hör­den ge­sagt, Teil ei­nes kom­ple­xen fi­nan­zi­el­len und ideo­lo­gi­schen Netz­werks zu sein, in dem Gross­bri­tan­ni­en und Ir­land als wich­ti­ge Kno­ten­punk­te dien­ten, und das die Bru­der­schaft mit ih­rer Grup­pe in den VAE ver­knüpf­te.

Am­nes­ty, das die Fair­ness des Ver­fah­rens in Fra­ge stell­te, sag­te, dass sie schon im Jahr 2013 Do­ku­men­te kann­te, in de­nen Ver­bin­dun­gen zwi­schen den An­ge­klag­ten und bri­ti­schen In­di­vi­du­en und Or­ga­ni­sa­tio­nen her­ge­stellt wur­den, dar­un­ter Herr Mus­ab­beh und der Brad­ford Trust, aber nicht wuss­te, dass es ir­gend­ei­ne Ver­bin­dung zu Frau Hus­sein gab, mit der er seit 20 Jah­ren ver­hei­ra­tet ist, weil sie bis vor kur­zem nicht wuss­te, dass er ihr Mann war.

Herr Mus­ab­beh sag­te, er ha­be kei­ne Ver­bin­dung zu der Bru­der­schaft, sei kein Is­la­mist und ihm sei nicht be­wusst, ir­gend­ei­ne Rol­le im UAE-​Fall ge­spielt zu ha­ben.

Bei ei­nem an­de­ren Vor­fall im Jahr 2012 alar­mier­ten Amnesty-​Mitarbeiter die Ge­schäfts­lei­tung, nach­dem Frau Hus­sein ein pri­va­tes Tref­fen in Ägyp­ten ab­hielt mit ei­nem Mit­glied der Mus­lim­bru­der­schafts­re­gie­rung, ein Abend­essen mit sei­ner Fa­mi­lie ein­nahm und in ih­rem Haus über­nach­te­te.

Ms Hus­sein sag­te, sie sei sich nicht be­wusst, dass Be­den­ken ge­äus­sert wor­den wa­ren über ihr in­of­fi­zi­el­les Tref­fen mit al-​Adly Qaz­zaz, ei­nem mi­nis­te­ri­el­len Bil­dungs­be­ra­ter, der durch ei­ne Leh­rer­ge­werk­schaft für die An­stif­tung zur „Bru­der­schaf­ti­sie­rung” des ägyp­ti­schen Bil­dungs­sys­tems ver­ant­wort­lich ge­macht wor­den war.

Die wohl­tä­ti­ge Or­ga­ni­sa­ti­on sag­te, sie „un­ter­su­che und be­fra­ge ernst­haft die von Kol­le­gen ge­äus­ser­ten Be­den­ken”. Ms Hus­sein wur­de spä­ter ge­sagt, dass die Über­nach­tung bei der Fa­mi­lie al-​Qazzaz un­an­ge­mes­sen war. Sie ak­zep­tier­te das und ver­sprach, dass es nicht noch ein­mal pas­sie­re.

Ein lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter sag­te, die wohl­tä­ti­ge Or­ga­ni­sa­ti­on ha­be stren­ge Re­geln für Aus­lands­rei­sen, und füg­te hin­zu: „Für ei­nen Amnesty-​Delegierten ist die Ein­la­dung an­zu­neh­men, in der Re­si­denz ei­nes Re­gie­rungs­be­am­ten zu ver­wei­len, ei­ne erns­te Ver­let­zung des Pro­to­kolls.”

Herrn al-​Qazzaz Sohn Kha­led al-​Qazzaz war Se­kre­tär für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten der Bru­der­schafts­prä­si­dent­schaft. Sei­ne Toch­ter Mo­na al-​Qazzaz war die of­fi­zi­el­le Spre­che­rin der Be­we­gung in Gross­bri­tan­ni­en. Va­ter und Sohn wur­den in ei­ner Nie­der­schla­gung, die dem Sturz der is­la­mis­ti­schen Re­gie­rung im Ju­li 2013 folg­te, ver­haf­tet.

Ms Hus­sein sag­te, sie ha­be kei­ne Kennt­nis von den wich­ti­gen Stel­lun­gen in­ner­halb der Bru­der­schaft, die Mit­glie­der der Fa­mi­lie al-​Qazzaz ge­hal­ten hat­ten. Sie sei „ei­ne en­ga­gier­te Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin”, sei kei­ne Is­la­mis­tin und sei „ve­he­ment ge­gen” die Geld­be­schaf­fung „je­der Or­ga­ni­sa­ti­on, die den Ter­ro­ris­mus un­ter­stützt”.

Sie sag­te, dass ihr Tref­fen mit Herrn al-​Qazzaz rein pri­vat ge­we­sen sei. Sie pro­mo­vier­te und woll­te mit ei­ner ei­nem of­fi­zi­el­len Bil­dungs­be­auf­tra­gen der Re­gie­rung spre­chen, „um die Syn­er­gi­en zwi­schen den Men­schen­rech­ten und Bil­dungs­pla­nung zu för­dern.” Schwie­rig­kei­ten bei der Ho­tel­bu­chung brach­ten sie da­zu, das Zim­mer zu ak­zep­tie­ren.

Am­nes­ty sag­te, dass sie, mit Aus­nah­me der Über­nach­tung, „kei­ne Be­wei­se vor­ge­fun­den ha­be, die ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­zie­hung zwi­schen Frau Hus­sein und der al-​Qazzaz Fa­mi­lie na­he­le­gen.”

Die Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­ti­on sag­te, dass Frau Hus­sein ver­nei­ne, An­hän­ge­rin der Bru­der­schaft zu sein, und ha­be Am­nes­ty ge­sagt, dass „al­le Ver­bin­dun­gen rein den Um­stän­den zu­zu­schrei­ben sei­en”. Sie sag­te, dass sie nicht glau­be, dass ei­ne ih­rer an­geb­li­chen Ver­bin­dun­gen zu Is­la­mis­ten ei­nen In­ter­es­sen­kon­flikt re­prä­sen­tie­ren wür­den.

Sie füg­te hin­zu: „Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal nimmt je­doch jeg­li­che Vor­wür­fe, die un­se­re Un­par­tei­lich­keit in Fra­ge stel­len könn­ten, sehr ernst und un­ter­sucht da­her die auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen.”

Der letz­te Teil ist lä­cher­lich. Amnesty-​Mitarbeiter im Na­hen Os­ten wer­den auf­grund ih­rer Vor­ein­ge­nom­men­heit ge­gen­über Is­ra­el ein­ge­stellt, nicht trotz­dem.

Bei­spiels­wei­se ha­be ich be­rich­tet, dass das Facebook-​Profilbild des Amnesty-​Kampagnenkämpfers Sa­leh Hi­ja­zi ein Fo­to von Lei­la Kha­led war, ei­ner PFLP-​Terroristin und Flug­zeug­ent­füh­re­rin, wäh­rend im Jahr 2012 sein Pro­fil­bild ein Fo­to von Kha­der Ad­n­an war, ei­nem der Füh­rer der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Is­la­mi­scher Ji­had. Dar­über hin­aus be­rich­tet NGO Mo­ni­tor, dass Hi­ja­zi wäh­rend des Stu­di­ums an der La­wrence Uni­ver­si­ty in Wis­con­sin sei­ne Dok­tor­ar­beit über „Jas­sir Ara­fat: Ein pa­läs­ti­nen­si­scher Pro­phet in der Bil­dung der pa­läs­ti­nen­si­schen na­tio­na­len Iden­ti­tät” schrieb. Am­nes­ty scheint nicht all­zu be­sorgt.

De­bo­rah Hyams, ei­ne an­de­re für Be­rich­te über Is­ra­el ver­ant­wort­le Amnesty-​Forscherin, hat­te ih­re Vor­ein­ge­nom­men­heit ge­gen Is­ra­el do­ku­men­tiert:

  • Im Jahr 2001 mel­de­te sich Hyams frei­wil­lig als „mensch­li­cher Schutz­schild” in Beit Ja­la (in der Nä­he von Beth­le­hem), um Re­ak­tio­nen des is­rae­li­schen Mi­li­tärs auf wie­der­keh­ren­de Schüs­se und Gra­na­ten auf jü­di­sche Zi­vi­lis­ten in Je­ru­sa­lem ab­zu­hal­ten.
  • Hyams be­nutzt dä­mo­ni­sie­ren­de Spra­che in Be­zug auf Is­ra­el: 2008 war sie Mit­un­ter­zeich­ne­rin ei­nes Brie­fes, der Is­ra­el ei­nen „Staat, ge­grün­det auf Ter­ro­ris­mus, Mas­sa­kern und der Ent­eig­nung ei­nes an­de­ren Vol­kes von sei­nem Land” nann­te. Hyams sag­te 2002 auch, dass „[ei­ni­ge] von Is­ra­els Ak­tio­nen, bis zu­rück zu 1948, ‚eth­ni­sche Säu­be­rung’ ge­nannt wer­den könn­ten.”
  • In ei­nem Ar­ti­kel in der Wa­shing­ton Je­wish Week von 2002: „Hyams sag­te, dass, wäh­rend sie Selbst­mord­at­ten­ta­te nicht gut­heisst, sie per­sön­lich glaubt, dass sie ‚ei­ne Re­ak­ti­on auf die Be­sat­zung’ sind.” In ei­nem an­de­ren Fall ver­tei­dig­te sie Ge­walt mit der Aus­sa­ge „Be­sat­zung ist Ge­walt … und die Kon­se­quenz die­ser Hand­lung muss in Ge­walt [ge­gen Is­rae­lis] re­sul­tie­ren.”

Die Vor­stel­lung, dass Am­nes­ty das Auf­tre­ten von Be­fan­gen­heit ernst nimmt, ist, zu­min­dest in der Nahost-​Region, ein Witz.

Und was ist schlim­mer – ei­nen Ehe­part­ner zu ha­ben mit Ver­bin­dun­gen, die Par­tei­lich­keit an­deu­ten, oder der un­mit­tel­ba­re Nach­weis der Par­tei­lich­keit aus ei­ge­nen Aus­sa­gen des Mit­ar­bei­ters?

(h/​t Mar­gie)

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